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Arbeitskalender und Notizen für Kaninchenzüchter. Wahls Taschenkalender 1911

1911 Seiten 133–138
Redaktionell aufbereitet

Arbeitskalender und Notizen für Kaninchenzüchter

Wahls Taschenkalender 1911 -1912

Januar

Der Januar bringt dem Kaninchenzüchter verhältnismäßig wenig Arbeit. Die Zucht ruht, junge Tiere und Häsinnen mit Jungen gibt es nur vereinzelt, zumeist bilden zum Frühjahr zuchtfähig werdende Tiere den Hauptbestand. Die Ställe sind gut trocken und vor Zugluft geschützt zu halten; reichlich gute und weiche Streu (Haferstroh) muss immer genügend vorhanden sein. Die Ställe brauchen nicht so oft wie während des Sommers gereinigt zu werden, man streut dafür nach Bedarf nach. Als Futter reicht man Hafer, gutes Heu, Möhren, Rüben, Blumenkohlblätter, doch ist streng darauf zu achten, dass das Futter den Tieren nicht in gefrorenem Zustande gereicht wird, da sonst Todesfälle unter dem Bestande unausbleiblich sind. Ein gut genährtes und gesättigtes Kaninchen verträgt ganz gut große Kälte. Abends füttere man ein gutes Kraftfutter, und zwar warm aus Kartoffeln mit aufgekochter Kleie oder Gerstenschrot recht steif vermengt bestehend. Dieses Kraftfutter darf in nicht zu nassem Zustande gegeben werden, da es sonst leicht gefriert. Etwaige Reste sind bei der nächsten Mahlzeit sorgsam aus den Futtergeschirren zu entfernen, diese sind ausauszuwaschen!

Februar

Für diesen Monat gilt das Gleiche wie für den Januar. Manche Züchter lassen die Häsinnen von Mitte dieses Monats ab decken, um zeitige Frühjahrsjunge zu erhalten. Die Kaninchen beginnen im Februar ihr Winterkleid abzulegen und darf der Züchter dieselben nicht früher zur Zucht benutzen, bis die Haarung völlig beendet ist, da sonst die Jungen im Fell schlecht werden. Während des Haarwechsels sind die Tiere sorgfältig vor Erkältung zu schützen! Zur Beförderung der Haarung erweist sich eine geringe Beigabe von kleingeriebenem Leinkuchen, noch besser frisch gemahlenem Leinsamen unter das Weichfutter von Vorteil. Zuchtrammler sind von jetzt ab besonders kräftig zu füttern.

März

In diesem Monat beginnt die eigentliche Zucht. Die Ställe sind gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Tragenden Häsinnen ist genügend Material (weiches Stroh, Heu) zu geben. Die im März geborenen Jungen werden von den meisten Züchtern als die wertvollsten betrachtet. Auf die Fütterung der säugenden Häsinnen ist besondere Sorgfalt zu verwenden, vorteilhaft bekommt ihnen eine tägliche Gabe lauwarmer, abgekochter Milch mit etwas eingebrocktem Weißbrot, auch Spratt‘s Patent-Kaninchenfutter mit Milch angerührt (körnig). Im März und April finden für gewöhnlich eine große Anzahl Ausstellungen statt. Es empfiehlt sich, hitzige Häsinnen, mit denen man züchten will, erst decken zu lassen, wenn sie von der Ausstellung zurück sind und einige Tage die gewohnte Ruhe und Ordnung wieder genossen haben, da sonst den Tieren auf den Ausstellungen leicht Schaden zugefügt werden könnte.

April

Die Zucht ist in vollem Gange. Im April gibt es hier und da etwas frisches Grünfutter, doch sei man mit der Verabreichung desselben sehr vorsichtig und gebe anfänglich nur kleine Portionen davon, ebenso muss auch stets genügend Heu zugleich mit verfüttert werden. Das Grünfutter muss trocken, d. h. nicht vom Regen oder Tau befeuchtet sein. Die Ställe müssen jetzt wöchentlich gereinigt werden. Jungtiere sind bei nasskalter Witterung noch etwas warm zu halten und deren Ställe sind stets mit reichlicher trockener Streu zu versehen und müssen möglichst geräumig sein, um den Tieren viel Gelegenheit zu freier Bewegung zu bieten. Es hat sich bewährt, in den Ställen 12-16 Zentimeter hohe Querbretter einzuschieben, um den Jungen Gelegenheit zu geben, sich aus zuarbeiten.

Mai

Nach und nach gehe man zur Grünfütterung als Hauptfütterung über. Besonders wertvoll und nahrhaft, zumal für saugende Häsinnen, sind die Blumen und Blätter des Löwenzahnes. Daneben gebe man stets gutes Heu, Brot und Hafer. Die ersten Würfe müssen nach den Geschlechtern getrennt werden, den Jungtieren gebe man große Ställe, damit sie genügenden Auslauf haben. Bei der Entwöhnung der Jungtiere von der Mutter verfahre man vorsichtig und nehme nicht sämtliche Junge auf einmal fort, um dem Muttertier nicht Milchbeschwerden zu verursachen. Entwöhnten Jungtieren ist reichlich Heu und Hafer, daneben vorsichtig Grünfutter zu reichen. Zuchtrammler sind nicht zu sehr in Anspruch zu nehmen, bei zu großer Ausnützung können keine kräftigen Jungen gezeugt werden, mehr als zwei Häsinnen in der Woche soll ein Zuchtrammler nur ausnahmsweise decken.

Juni

In der nun beginnenden heißen Jahreszeit ist es vor allen Dingen nötig, die Ställe fortwährend gründlich sauber zu halten. Um entstehendes Ungeziefer fernzuhalten, können die Käfige ab und zu mit Kalt ausgeweißt werden, welchem etwa 1 Prozent Kreolin zugesetzt werden muss. Man sorge auch dafür, dass Luft und Licht zu den Ställen ungehindert Zutritt haben, eine Überfüllung der Ställe ist zu vermeiden. Anfang Juni beginnt der Schnitt des Klees, der ein sehr empfehlenswertes Grünfutter für die Kaninchen ist, man hüte sich jedoch, den Kaninchen, zumal den Jungtieren, zu große Mengen auf einmal zu geben, da der junge Klee zu hitzig ist, und Blähungen verursacht, die den Tod herbeiführen können. Alles Grünfutter muss trocken gefüttert werden, es darf nie von Tau und Regen befeuchtet, oder durch das dichte Zusammenliegen erhitzt sein. Züchter, welche Schlachtkaninchen aufziehen, werden gut tun, jetzt einigen Vorrat an aromatischen Kräutern, wie Salbei, Thymian, Pfeffermünze, Fenchel usw. ein zutun und zu trocknen, um dieselben dann im Winter als appetiterregende und die Verdauung befördernde Kräuter mit verfüttern zu können. Die Futtergeschirre sind täglich zu reinigen.

Juli

Die Arbeiten sind dieselben wie im Juni. Sauberkeit muss in den Ställen und in den Futtergeschirren herrschen, letztere sind nach jeder Mahlzeit auszuwaschen und etwaige Futterreste aus den Ställen zu entfernen. Als Futtergefäße sind die auch im Inseratenteil dieses Kalenders angezeigten Zement- oder glasierten Tontröge die empfehlenswertesten. Für den Winter sammle man blättriges, gutes Heu. Man halte nie zu viel Tiere in ein- und demselben Raume, da sonst bei heißer Witterung die Luft in überfülltem Stalle für die Tiere nicht zuträglich wird, man denke immer daran, dass, je geräumiger und luftiger der Käfig ist, wohlverstanden ohne Zugluft, um so wohler sich die Tiere fühlen, sei es im Sommer oder im Winter. Häsinnen, die einen zahlreichen Wurf aufziehen, ist möglichst ein Doppelstall anzuweisen. Man versäume nicht, den Kaninchen regelmäßig frische und im Winter trockene Baumzweige zum Abnagen zu geben und berücksichtige auf diese Weise deren Nagebedürfnis.

August

Für August gilt dasselbe wie für Juli. Die meisten Züchter lassen ihre Häsinnen Ende dieses Monats zum letzten Male decken, da sonst die Würfe zu nahe gegen den Winter kommen. Manche Züchter werden beobachten können, dass selbst sonst gute Zuchthäsinnen gegen Ende dieses Monats die Annahme des Rammlers verweigern, oder aber erfolglos gedeckt werden. Diese Erscheinung hängt jedenfalls mit dem nunmehr bald beginnenden Haarwechsel zusammen und ist es deshalb besser, durch Verabreichung entsprechenden kräftigen Futters (auch Leinsamen oder Leinsamenpulver unter das Weichfutter gemengt) die Haarung zu beschleunigen und lieber noch einen späteren Wurf Junge zu ziehen, als dass man sich der Gefahr aussetzt, die Häsin während der Trächtigkeit in die Haarung kommen zu lassen. Beim Versand von Tieren mit der Bahn oder Post sind Kisten mit reichlicher Ventilation zu wählen; in dicht verschlossenen Behältern liegt die Gefahr des Erstickens der Tiere sehr nahe. Den Tieren gebe man ab und zu etwas Fallobst, welches vielfach vorhanden ist.

September

Im September beginnt wieder die Zeit der Haarung, die Kaninchen verlieren ihren Sommerpelz und erhalten ihr Winterfell. Es ist ihnen daher zu dieser Zeit besondere Beachtung zu schenken und kräftiges Futter zu reichen. Zur Zucht sind Tiere, die sich in der Haarung befinden, nicht mehr zu verwenden. Die Jungen aus den ersten Würfen halte man streng getrennt, um den Geschlechtstrieb in ihnen nicht zu frühzeitig zu erwecken. Das Grünfutter wird allmählich seltener und verliert an Nährgehalt, dafür werden Rüben geerntet und für den Winterbedarf gesammelt, auch denke man daran, den Vorrat an Kartoffeln einzutun. Man sehe darauf, dass die Vorräte von Kartoffeln, Rüben, Möhren usw. weder zu kalt noch zu warm lagern, da durch zu hohe Temperatur gerade die Knollengewächse minderwertig werden, weil sich ihr Stärke-, bezugsweise Zuckergehalt verringert. Andererseits sind diese Früchte bei zu niederer Temperatur leicht dem Erfrieren und damit dem Verderben ausgesetzt. Eine Temperatur von 5-8° C über Null dürfte die geeignetste sein. Klee ist ein ganz vorzügliches Nahrungsmittel für Kaninchen, also versäume man nicht, trockenen Klee für den Winter aufzuspeichern.

Oktober

Der Kaninchenzüchter richte sich nun immer nach und nach schon auf den kommenden Winter ein. Ungeschützt im Freien stehende Ställe sind einzupacken, um ihren Insassen Schutz gegen die raue Witterung zu geben, man reiche den Tieren am Abend nun wieder ein warmes Man lege sich am besten einfache Stroh- Kraftfutter. matten, alte Teppiche oder Sackzeug zurecht, um die Außenställe bei etwaigem starken Frost einpacken zu können, doch sorge man stets für genügende Luftzirkulation. Bei Innenställen ist ein Verpacken bei Frost nicht nötig, denn bekanntlich können die Kaninchen viel Kälte vertragen. Alle überzähligen Tiere werden verkauft oder allmählich geschlachtet, da der Unterhalt für Futter usw. im Winter teurer, als im Sommer ist. Die Häsinnen sind nur im Ausnahmefall zur Zucht zu verwenden, man gewähre ihnen nun eine längere Ruhepause, dabei ist darauf zu achten, dass die Zuchthäsinnen nicht zu fett werden, die Fütterung ist entsprechend einzurichten. Im Frühjahr geborenen Jungtiere eignen sich dazu, auf den nun beginnenden Ausstellungen gezeigt zu werden, da viele Züchter auf den Herbst – Ausstellungen Zuchtmaterial für das kommende Frühjahr anzukaufen suchen.

November

Die Die Kaninchen sind in gut verschlossenen, dabei aber genügend ventilierten Ställen zu halten, damit Kälte und Feuchtigkeit nicht eindringen können. Eine zweimalige tägliche Fütterung ist ausreichend, die Abendfütterung ist am reichlichsten zu gestalten. Die gründliche Reinigung der Ställe kann nunmehr wieder alle zwei Wochen geschehen, viel trockene Streu soll immer den Tieren zur Verfügung stehen. Bei ausschließlicher Trockenfütterung empfiehlt sich die Verabreichung von nicht zu kaltem Trinkwasser einmal des Tages.

Dezember

Gefrorenes Futter ist unter keinen Umständen zu verabreichen. Die zum Schlachten bestimmten Kaninchen sind tagsüber häufiger zu füttern und gibt man ihnen unter das Futter aromatische Kräuter, wie Salbei, Rosmarin, Thymian, Fenchel, Pfeffermünze, um den Appetit immer rege zu erhalten. Bei andauernder Trockenfütterung ist den Kaninchen täglich einmal nicht zu kaltes Trinkwasser vorzusetzen, welches aber wieder entfernt wird, sobald die Tiere ihren Durst gestillt haben. Die Felle der geschlachteten Kaninchen sind jetzt am dichtesten und daher am wertvollsten, müssen also zweckentsprechend aufgehoben werden.

Bernhard Pickert
Anmerkungen und redaktionelle EinordnungBernhard PickertRedaktioneller Zusatz zum historischen Originaltext

Vergleichende Betrachtung

Fazit:

Die beiden Texte spiegeln zwei Epochen der Kaninchenzucht wider:

  • 1911/12: Kaninchenzucht als landwirtschaftliche Nutzhaltung – pragmatisch, erfahrungsbasiert, auf Versorgungssicherheit ausgerichtet.
  • 1987: Kaninchenzucht als Hobby und Zuchtkultur – differenziert, reflektiert, auf Ausstellungen und Zuchtqualität ausgerichtet.

Heute sollte man die historische Erfahrung (Futterhygiene, Jahresrhythmus) mit modernen Erkenntnissen (Tierwohl, Genetik, Management) verbinden.

Vergleichende Betrachtung

Arbeitskalender 1911/12 (Wahl) vs. Arbeitskalender 1987 (Weishaar) Was einst wichtig war – und was heute hervorgehoben werden sollte

1. Grundcharakter der Texte

Wahl 1911/12

  • Stark praxisorientiert, knapp, normativ („man gebe…“, „man hüte sich…“).
  • Fokus auf Erhalt der Tiere, Vermeidung von Verlusten, saisonale Fütterung.
  • Landwirtschaftlich geprägt: Kaninchen als Nutztiere (Fleisch, Fell).
  • Keine Reflexion über Zuchtziele, Ausstellungen oder genetische Aspekte.

Weishaar 1987

  • Deutlich reflektierter, moderner, mit Hinweisen auf individuelle Anpassung („Anregungen“, „je nach Verhältnissen“).
  • Kaninchenzucht als Hobby, Freizeitgestaltung, Vereinswesen.
  • Starker Fokus auf Ausstellungen, Dressur, Bewertungskriterien, Zuchtplanung.
  • Mehr Wissen über Ernährung, Hygiene, Verhalten, Haarung, Kondition.

2. Thematische Schwerpunkte im Wandel

A. Fütterung

1911/12:

  • Betonung auf Vermeidung von gefrorenem Futter, Kartoffel-Kleie-Mash, Heu, Rüben, Löwenzahn.
  • Warnungen vor „hitzigem“ Klee und nassem Grünfutter.
  • Futter als saisonale Verfügbarkeit.

1987:

  • Fütterung differenzierter: Pressfutter, Haferflocken, Zuckerrübenschnitzel, Mineralstoffe, Vitamine.
  • Diskussion über Eiweißvergiftung, Entkeimen von Kartoffeln, Gewöhnungseffekte.
  • Futter als Teil eines Managementsystems, nicht nur Versorgung.

Heute hervorzuheben:

  • Nährstoffphysiologie, Verdauung, Mineralstoffversorgung, Futterhygiene, individuelle Anpassung.

B. Stallhygiene und Haltung

1911/12:

  • Sauberkeit wichtig, aber eher pragmatisch: „wöchentlich reinigen“, „Kaltkalken mit Kreolin“.
  • Fokus auf Zugluft vermeiden, Ställe einpacken, Streu reichlich.
  • Platzbedarf wird erwähnt, aber nicht systematisch.

1987:

  • Stallhygiene als zentrale Voraussetzung für Gesundheit.
  • Betonung auf Winterfestigkeit, Luftzirkulation, Vermeidung von Hitze, Freiauslauf (mit Vor- und Nachteilen).
  • Beobachtung des Tierverhaltens als Teil der Haltung.

Heute hervorzuheben:

  • Tierwohl, Bewegungsbedarf, Stallklima, Stressvermeidung, Hygiene als Prävention.

C. Zucht und Zuchtplanung

1911/12:

  • Zucht beginnt im März, wenige Hinweise auf genetische Auswahl.
  • Rammler sollen nicht „überlastet“ werden.
  • Haarung als Zuchtlimit.
  • Fokus auf praktische Reproduktion.

1987:

  • Zucht als strategischer Prozess:
  • „sichere Paarungen“ vs. „Versuchspaarungen“
  • Dokumentation
  • Auslese fehlerhafter Jungtiere
  • Kondition der Häsinnen
  • Deutlich stärkerer Bezug zu Ausstellungszucht.

Heute hervorzuheben:

  • Genetik, Linienführung, Zuchtziele, Dokumentation, Tiergesundheit, verantwortungsvolle Auslese.

D. Ausstellungen

1911/12:

  • Erwähnt, aber eher als Störung der Zucht („hitzige Häsinnen erst nach der Ausstellung decken“).
  • Keine Hinweise auf Bewertung, Dressur oder Vorbereitung.

1987:

  • Ausstellungen sind zentrales Element des Zuchtjahres.
  • Dressur, Fellpflege, Substanzverlust, Pausen zwischen Schauen.
  • Kauf von Zuchttieren auf Schauen.

Heute hervorzuheben:

  • Ausstellungen als soziales und züchterisches Zentrum des Hobbys.
  • Tiergerechte Vorbereitung, Stressmanagement.

E. Umgang mit Jungtieren

1911/12:

  • Trennung nach Geschlechtern.
  • Vorsicht bei Entwöhnung.
  • Viel Fokus auf Fütterung und Wärme.

1987:

  • Frühselektion, Dressur, Einzelbuchten, Beobachtung des Verhaltens.
  • Diskussion über Freilauf und seine Vor- und Nachteile.

Heute hervorzuheben:

  • Sozialverhalten, Stressreduktion, frühe Gesundheitskontrolle, tiergerechte Aufzucht.

3. Grundlegende Unterschiede im Weltbild

1911/12 – Kaninchen als Nutztiere

  • Ziel: Fleisch, Fell, Wintervorrat.
  • Zucht: Mittel zum Zweck.
  • Haltung: Landwirtschaftlich, funktional.
  • Wissen: Erfahrungsbasiert, traditionell.

1987 – Kaninchen als Hobby- und Ausstellungstiere

  • Ziel: Zuchtqualität, Bewertung, Vereinsleben.
  • Zucht: Systematisch, geplant, dokumentiert.
  • Haltung: Freizeitkultur, Tierbeobachtung, Wohlbefinden.
  • Wissen: Moderner, differenzierter, teils wissenschaftlich.

Was sollte heute hervorgehoben werden?

Aus beiden Werken lassen sich Leitlinien ableiten, aber mit klaren Prioritäten:

Aus Wahl (1911/12) weiterhin relevant:

  • Sorgfalt bei Futterhygiene (kein nasses, kein erhitztes Grünfutter).
  • Bedeutung von Stallklima und Zugluftvermeidung.
  • Saisonale Anpassung der Fütterung.
  • Beobachtung der Haarung als züchterischer Faktor.

Aus Weishaar (1987) heute besonders hervorzuheben:

  • Tierwohlorientierte Haltung (Bewegung, Stressvermeidung, Stallklima).
  • Systematische Zuchtplanung und Dokumentation.
  • Bedeutung von Ausstellungen für Zuchtfortschritt und Austausch.
  • Moderne Fütterungskonzepte (Vitamine, Mineralstoffe, Eiweißmanagement).
  • Frühselektion und verantwortungsvolle Auslese.
  • Reflexion über individuelle Bedingungen statt starre Regeln.
Transparenz

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Quellennachweis

Historisches Original

Arbeitskalender und Notizen für Kaninchenzüchter. Wahls Taschenkalender 1911 – Original/PDF

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