1. Das Belgische Riesenkaninchen (BR).

Ein Riesenkaninchen im wahren Sinne des Wortes, überragt es doch alle anderen Rassen an Länge und Gewicht. Bei langgestrecktem Körperbau (70-74 cm) erreicht es eine Schwere von 6-8 kg. Der Ursprung dieser Rasse ist in Belgien zu suchen, und zwar ist es die Stadt Gent in Flandern, welche den ersten Riesenzüchter-Klub (Gesellschaft Neerhof) beherbergte, daher auch häufig der Name Flandrischer Riese. Inzwischen haben nun auch zahlreiche deutsche Züchter an der Verbesserung dieser Rasse gearbeitet, und zwar mit solchem Erfolg, dass die früher eingeführten Tiere mit den heutigen Belg. Riesen kaum noch einen Vergleich aushalten können. Das Rassige am Belg. Riesen besteht hauptsächlich in dem starkknochigen, breitschulterigen Körperbau und der gewaltigen Entwicklung des Körpers. Straffe, aufrechtstehende Stehohren, leuchtende, große Augen zieren den kühn getragenen Kopf des Riesen. Die Häsin zeigt vom 6. bis 8. Monat ab eine stark ausgebildete Wamme (Halskrause). Die typische Farbe des Belg. Riesenkaninchens ist rein grau, und zwar in vielen Abstufungen, hellgrau, braunrot nach Art des Feldhasen und dunkel- grau. In den übrigen Farben, und zwar schwarz, weiß, blau, gelb sind ebenfalls BR zugelassen. Diese Farben sind aber fast nirgends anzutreffen und wenig gesucht. Nur die Weißen Riesen scheinen sich etwas mehr ausbreiten zu wollen und haben sich inzwischen zu einer besonderen Rasse entwickelt (s. Beschreibung). Bei der grauen und hasengrauen Färbung sind die Unterseiten des Tieres weiß und die Ohren schwarz gerandet. Die Oberseite der Blume ist gleichfalls schwarz. Zur genauen Aufklärung über Zucht und Pflege, sowie Bewertung auf Ausstellungen schaffe man sich die Schrift: Marpmann, „Das Belgische Riesenkaninchen" an. Für 65 Pf. postfrei zu beziehen von Dr. F. Poppe, Leipzig-R.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Großer langgebauter Körper | 40 | Punkte |
| Schöne Form und hohe Stellung Kräftige, | 30 | Punkte |
| gut getragene Ohren Fell und Farbe | 10 | Punkte |
| Kondition | 10 | Punkte |
| Mindestgewicht | 11 | Pfd. |
2. Die Deutsche Riesenschecke (DRSch)
Wenn die Deutschen (früher Belg.) Landkaninchen früher in allen Farben zugelassen worden wären, würde es heute keine Deutsche Riesenschecke geben. Aber sie ist vorhanden, ob nun rein deutsches oder auch etwas belg. Blut in ihren Adern rollt. Wie sich die Deutschen Landkaninchenzüchter in der Beschränkung groß fühlen, so die Deutschen Riesenscheckenzüchter im Erweitern. Alle Farbenschläge zulässig. Alle Zeichnungsmerkmale einer Schecke erwünscht. Nur der Schmetterling darf ganz fehlen, wenn auch Tiere mit Schmetterling vorgezogen werden. Die Idealzeichnung besteht aus Aalstrich, Seitenzeichnung, Ohrenfärbung und Augenzirkel. Der Schmetterling muss entweder vollständig da sein oder er muss ganz fehlen. Die übrigen Merkmale, wie Kette, Backenflecke usw. können vorhanden sein, sind aber nicht unbedingt erforderlich. Schnauzflecke, Rest eines unvollständigen Schmetterlings, sind fehlerhaft und bedingen den Ausschluss auf Ausstellungen. Deutsche Riesenschecken halten sich betreffs Körpergröße auf der Höhe der Belgischen Riesen, von denen sie eigentlich nur in Bezug auf ihre hübsche Färbung sich unterscheiden. Interessenten der DRSch lesen auch die Schrift von H. Otto. Preis 65 Pf., postfrei zu beziehen von Dr. F. Poppe, Leipzig-
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Großer langgebauter Körper | 25 | Punkte |
| Schöne gleichmäßige Zeichnung | 25 | Punkte |
| Körperform | 10 | Punkte |
| Farbe | 10 | Punkte |
| Fell | 10 | Punkte |
| Ohren | 10 | Punkte |
| Kondition | 10 | Punkte |
| Mindestgewicht | 10 | Pfd. |

Das Deutsche (früher Belg.) Landkaninchen (DL).

Ein dem Belg. Riesen an Größe nahe kommendes Kaninchen wird in seinem Ursprung auf belgische Züchtung zurückgeführt, gilt aber daselbst nicht als Rassekaninchen und ist etwas kleiner als in Deutschland. Es erreicht dort ein Mittelgewicht von 8 Pfd., bei uns aber ein solches von 12 Pfd. Zur Rasse ist dieses Kaninchen von deutschen Züchtern erhoben worden, und zwar Deutsches Riesenscheckenkaninchen Deutsches Landkaninchen war es der unvergessliche Lorenz Todt, Mülheim (Ruhr), welcher mit Unterstützung einiger Krefelder Herren die Rasse ausgab und verbesserte. Heute ist die Zucht dieser Rasse eine allgemein beliebte.
Das charakteristischste Merkmal beim Deutschen Landkaninchen ist das schwarz- oder blauscheckige Fell, welches diese Rasse mit der Größe eines Riesen vereinigt. Der Körperbau ist, abgesehen von dem schwächeren Knochenbau, der des Riesen. Die Färbung besteht in einer Reihe von Zeichnungsmerkmalen, welche sich von schneeweißem Grunde abheben. Wir unterscheiden den Schmetterling (Zeichnung der Schnauze), die Augenzirkel, den Aalstrich (längs des Rückens) und die Besetzung der Seiten mit dunklen Flecken. Außerdem sind die Ohren (straffe Stehohren) schwarz (blau).
Es bestehen zwei Zuchtrichtungen, diejenige des alten Krefelder Klubs, welche nur schwarz-weiß zulässt und Tiere ohne Schmetterling haben will, sowie die Richtung des Klubs Belgischer Land und aller Farbenschläge Belgischer Riesenkaninchen in Vohwinkel, welche außer den schwarzen auch blauweiße Deutsche Landkaninchen zulässt und die Tiere mit und ohne Schmetterling für gleichwertig ansieht. Wer sich über diese Rasse näher unterrichten will, der lese „Das Deutsche Landkaninchen" von J. Heinz, zu beziehen bei Dr. F. Poppe, Leipzig-R., für 65 Pf. postfrei.
Bewertungsskala (Preuß. L.V.-Standard):
| Länge | 25 | Punkte | ||
| Gewicht | 20 | " | ||
| Körperform und Stellung | 15 | " | ||
| Ohren | 10 | " | ||
| Fell, | 20 | " | ||
| Farbe und Zeichnung | 10 | " | ||
| Gesundheit und Pflege | 12 | " | ||
| Mindestgewicht | 9 | Pfd. |
4. Das Französische Widderkaninchen (FW).
Man nennt diese eigentümliche Rasse vielfach kurz Franzosen. Es handelt sich um dieselbe Rasse, welche nach dem 70er Feldzuge in größeren Mengen aus Frankreich bezogen wurde. Diese Bezüge, welchen eine geschickte Reklame voraufging, brachten aber viele Tiere nach Deutschland, welche auf Rasse feinen Anspruch erheben konnten. Dazu kam noch, dass zu damaliger Zeit den deutschen Züchtern das richtige Verständnis für eine geordnete Zucht fehlte; nach kurzer Zeit war die Rasse wieder verloren und verkreuzt. Heute jedoch steht sie dank der Bestrebungen der Klubs in Blüte.
Das Franz. Widderkaninchen weist einen schweren, plumpen Körperbau auf, dessen massiges Aussehen durch ein dickes Fell noch gefördert wird. Das Typische bei dieser Rasse sind neben den plumpen Formen die herabhängenden Ohren, welche dem Tiere das eigentümliche Aussehen eines Widders verleihen. Die Kopfbildung ist ebenfalls recht massig, die fleischigen Ohren setzen an der Wurzel kräftig an, so dass sich über der Stirn zwei Wülste bilden, welche stark hervortreten. Im Gegensatz zum langen Belg. Riesen ist das Franz. Widderkaninchen ein mehr gedrungenes Tier. Die Ohrenspannweite schwankt zwischen 38 und 45 cm. Der Kopf wird bei dieser Rasse sehr tief getragen, eine Folge der Hängeohren. Letztere hängen fast senkrecht herunter und berühren kaum die Erde. Eine Eigentümlichkeit des Franzosen ist der stark gekrümmte Nasenrücken.
Die typische Färbung des Franzosen ist grau. Wohl kommen auch gescheckte vor und sind auch anerkannt, sogar in Frankreich. Allerdings werden in Frankreich auf Ausstellungen zwei Klassen gebildet, die eine für graue FW, die andere für andersfarbige (blau, schwarz, gelb, weiß und gescheckt), letztere sind in Frankreich am wenigsten zahlreich, während rein blaue Tiere viel vertreten sind. Unter den gescheckten Tieren reisen noch viel Kreuzungen als FW, hoffentlich werden sie nach und nach durch die Klubs ausgemerzt. Es sei auch noch die von Eduard Behrens verfasste Schrift „Das Französische Widderkaninchen“ zum Studium empfohlen, welche jedem Liebhaber dieser Rasse ausführlichsten Rat erteilt. Preis 65 Pf. bei Dr. F. Poppe.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Körpergröße | 30 | Punkte | |
| Körperform | 20 | " | |
| Kopf. | 20 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Fell und Farbe | 10 | " | |
| Kondition | 10 | " | |
| Mindestgewicht | 19 | Pfd. |
5. Das Englische Widderkaninchen (EW)

Ein naher Verwandter des „Franzosen". Manche leiten den Engl. Widder von dem Franz. Widder her andere machen es umgekehrt. Wir wollen nicht feststellen, wer recht hat, das würde hier zu weit führen, aber Verwandte sind die beiden ganz sicher, denn sie haben beide „Widderohren“. Der Unterschied besteht darin, dass das Engl. Widderkaninchen mehr Luxustier ist, der „Franzose" mehr auf praktische Verwendung gezüchtet wurde. Heute hat sich allerdings das Blatt gewendet, und zwar sehr zugunsten des früheren Luxustieres.

Die frühere weichliche Aufzucht ist fortgefallen. und durch die moderne, der Hygiene mehr angepasste Zucht in Außenstallungen ersetzt worden. Hierdurch sind die Größe und der innere Wert bzw. der gesundheitliche Zustand dieser Rasse bedeutend verbessert worden. Auch das Gewicht ist in die Höhe gebracht worden, so dass die Engl. Widderkaninchen jetzt vielfach 10-12 Pfd. wiegen, gegen 6-7 Pfd. in früheren Zeiten. Der Hauptwert dieser Rasse liegt in der gewaltigen Länge der Ohren. Diese erreichen eine Spannweite von 65 cm und eine Breite von 15 cm. Alle Farben, die bei Kaninchen überhaupt vorkommen, haben wir beim Englischen Widderkaninchen, jedoch hat es den Anschein, als ob gerade gelbe und gelbscheckige Tiere den Vorzug haben, denn diese treffen wir am meisten an. Die Zucht des Engl. Widders erfolgte früher vielfach unter Anwendung künstlicher Wärme in geheizten Stallungen, Treibhäusern, am Backofen. Heute tut man das bei uns nicht mehr, sondern wählt zur Zucht die warmen Sommermonate. Die Erfolge haben gezeigt, dass auf diese Weise bessere Ergebnisse erzielt wurden, sowohl in Bezug auf Ohrenlänge als auch auf Körpergröße. Eingehende Ausführungen über die Zucht der Engl. Widderkaninchen hat ein erfahrener Züchter dieser Rasse, Herr Barth, in seiner Schrift „Das Engl. Widderkaninchen“ niedergelegt; zu haben gegen 65 Pf. (einschl. freier Zusendung) bei Herrn Dr. F. Poppe, Leipzig-R.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Länge der Ohren | 30 | Punkte | |
| Ohrenbreite | 10 | " | |
| Beschaffenheit der Ohren | 10 | " | |
| Körpergröße und Form. | 30 | " | |
| Fell und Farbe | 10 | " | |
| Kondition | 10 | " |
Für jedes fehlende Zentimeter der höchsten Behanglänge (66 cm = 30 Punkte) soll noch 1 Punkt abgerechnet werden.
6. Das Weiße Riesenkaninchen (WR).

Die Weißen Riesenkaninchen sind teilweise aus Albinos der schweren Rassen, welche zufällig gefallen sind, entstanden, teils durch Kreuzung mit weißen Rassen erzielt worden.
Sie reichen nicht ganz an die Größe der Belgischen Riesen heran, erfreuen aber mehr durch ihr reinweißes Fell. Doch sind Tiere von 11 und 12 Pfund keine Seltenheit mehr. Die Zucht dieser Rasse könnte vielleicht den Belg. Riesenzüchtern einen Fingerzeig geben, auch die letztere Rasse nicht zu einer übermäßigen Größe bringen zu wollen. Tiere von einem Gewicht von etwa 12 Pfund lassen sich auf eine schön vollendete Körperform bringen, während bei den Kolossen von 15 Pfd. an aufwärts dies nur in ganz seltenen Fällen möglich ist.
Die WR haben straffe Stehohren und einen schön gewölbten nicht zu knochigen Körperbau. Die Augen sind zartrosa wie bei allen Albinos. Der Pelz ist mittellang, dicht behaart und reinweiß glänzend. Diese reinweißen Pelze eignen sich zu jeder Verarbeitung. Vor allem lassen sie sich in jeder Weise färben. Sie stehen daher stets gut im Preise. Die Zucht Weißer Riesen ist daher sehr zu empfehlen.
Bewertungsskala (Preuß. L.-B.-Standard):
| Farbe | 30 | Punkte | |
| Körperform und Stellung | 20 | " | |
| Gewicht | 10 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Fell | 20 | " | |
| Gesundheit und Pflege | 10 | " | |
| Mindestgewicht. | 9 | Pfd. |
Leipziger Klub Standard:
| Farbe und Fell (20 und 20) | 40 | Punkte | |
| Größe | 20 | " | |
| Form | 20 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Allg. Aussehen (Gesundh. u. Pflege) | 10 | " | |
| 100 | Punkte | ||
| Mindestgewicht | 10 Pfd. |
Es ist das Gewicht bei Tieren unter 8 Monaten etwa 1/2 Pfd. nachzulassen. Ohren nicht unter 16 cm Länge.
7. Das Silberkaninchen (S).

Eine unserer ältesten Rassen; das soll jedoch nicht sagen, dass es eine altmodische, ausgelebte Rasse sei. Nein, im Gegenteil, die Silber kommen nicht aus der Mode. Sowohl bei uns als auch in England, wo sie bereits seit langem den Mittelpunkt des Kaninchensportes bilden, ist die Verbreitung eine so große, dass die Beliebtheit dieser Rasse ohne weiteres auffallen muss.
Das Silberkaninchen gehört zu den kleinen Rassen und ist durchschnittlich etwa 2½ kg schwer. Die Rasseeigentümlichkeit liegt in der Färbung des Felles. Letzteres zeigt einen seltenen, silbergrauen Schimmer, welcher frisch gefallenem Reif sehr ähnlich ist.
Es gibt Grausilber, Gelbsilber, Braunsilber, Blausilber.
1. Grausilber. Wichtig ist, dass beim grauen Silberkaninchen eine schwarzblaue Grundfarbe vorhanden ist, welche durch die weiße Decke der Silberung und den abtönenden Schleier der Schattierung verdeckt ist, letztere auch Stich genannt. Allerdings muss die Silberdecke von der Unterfarbe so viel durchlassen, dass der Gesamteindruck der Färbung ein lebhafter ist. Ist dies nicht der Fall, so ist die Färbung tot und eindruckslos, oder auch verwaschen.
Je nach der größeren oder geringeren Anzahl von dunklen Haaren unterscheidet man verschiedene Schattierungen, hell-, mittel- und dunkelsilber. Bei allen Tieren ist Gleichmäßigkeit in der Farbe Bedingung. Die jungen Grausilber-Kaninchen kommen schwarz zur Welt und färben sich nachher erst zur Silberfarbe um. Im siebenten Monat ungefähr ist ein Tier mit der Ausfärbung fertig.

2. Das gelbe Silberkaninchen ist in England schon seit vielen Jahren zu seiner heutigen Vollkommenheit gezüchtet worden.
Gelbes Silberkaninchen
Ursprünglich hat man zu seiner Schaffung das Belg. Hasenkaninchen benutzt, doch waren die langen, schwarzgeränderten Ohren und die schwarzen Haare im Pelz nicht herauszuzüchten. Mehr Erfolg hatten die Züchter, als sie das in Frankreich viel angetroffene gelbe Kaninchen benutzten, und die Rasse ist jetzt so weit vollkommen, dass eine Verbesserung durch neue Kreuzung nicht mehr gut möglich ist. Kurz gedrungen ist der Körper, die Formen schön gerundet, Läufe kurz und fein. Die Unterfarbe des Pelzes ist ein gleichmäßiges Gelb, und die Oberfläche des ganzen Felles ist gleichmäßig mit Silberung überzogen. Bauch, Kinn, die Unterseite der Blume, sowie die Innenseiten der Läufe sind weiß. An den Augen finden wir selbst bei guten Tieren mehr oder weniger helle Umrandung. Je weniger davon zu sehen ist, desto wertvoller ist das Tier. Große Fehler sind jedoch zu helle Füße und Ohren ohne jede Silberung, d. h. zu viel Silberhaar an den Füßen und zu wenig an den Ohren. Ein reinrassiges gelbes Silberkaninchen darf kein dunkles oder schwarzes Haar haben, auch muss die Brust gut in Farbe und Silberung sein. Es gibt hell-, mittel- und dunkelschattierte, je nach der Reichlichkeit der vorhandenen Silberung. Von der Prämiierung sind ausgeschlossen: Tiere mit weißen Flecken, heller Brust und solche, welche blauen Schein oder dunkle Haare im Fell haben; Tiere mit letzteren Fehlern sind nicht rasserein. Die gelben Silberkaninchen werden fleischfarbig geboren. Die Nestwolle ist gelb. Die Silberung beginnt mit der 6. Woche an der Nasenspitze und ist meist im 6. Monat beendet. Nicht zu verwechseln mit Gelb-Silber sind die sog. Creme-Silber. Diese zeigen als Unterfarbe nicht ein reines Gelb, sondern ein blau oder schwarz angehauchtes schmutziges Gelb. Diese Tiere fallen gewöhnlich von grauen Silbern, dürfen aber zur Gelbsilberzucht nicht verwendet werden, da sie da alles verderben würden, sie sind als fehlerhaft von Ausstellungen auszuschließen.

3. Das braune Silberkaninchen ist gleichfalls älteren englischen Ursprungs und durchaus nicht leicht zu jener Vollkommenheit zu züchten, wie sie für den Ausstellungskäfig verlangt wird. Das Fell zeigt vier Farben, welche, wenn in geeigneter Mischung vorhanden, dem Pelz einen selten schönen Anblick gewähren. Besonders wenn man in das Fell bläst, zeigt sich bei einem guten braunen Silber die schieferblaue Grundfarbe dicht über dem Haarboden, darüber die kastanienbraune Unterfarbe des Hasenkaninchens, während die Spitzen ein Gemisch von braunen, weißen und schwarzen Haaren bilden. Die Farben müssen recht lebhaft sein und haben wenig Wert, wenn sie in verwaschenem Ton gehalten sind. Deshalb ist bei der blauen Untergrundfarbe ein gesättigtes Dunkelblau und bei der braunen Decke ein leuchtendes Rostbraun den lichteren Farbentönen vorzuziehen. Die Ohren sollen möglichst kurz und frei von schwarzer Umrandung sein und die braune Farbe soll so dicht wie möglich an das Auge reichen, die Blume möglichst frei von Schwarz sein. Die Schwierigkeit dieser Zucht liegt in der Minderung obiger Schönheitsfehler und in der Herauszüchtung einwandfreier Läufe und eines Felles, das die vier Farben in der beschriebenen Weise zeigt. Die Unterseite der Blume, Bauch, Kinn und die Innenseite der Läufe sind weiß. Das Fell sei kurz, dicht und glänzend. Grobe Fehler sind weiße Flecke und blauer Schein auf dem Rücken, letzteres ist ein sicheres Zeichen vorgenommener Kreuzung. Es gibt hell, mittel- und dunkelschattierte.
Braunes Silberkaninchen
Das braune Silberkaninchen kommt blauschwarz zur Welt, die Farbe der Nestwolle ist ein mehr oder weniger gesättigtes rötliches Grau. In den Würfen der Braunsilber finden sich nicht selten gelbe, seltener schwarze Junge. Die ersteren deuten auf eine Einkreuzung von Gelb, welches früher wahrscheinlich zur Verbesserung der Farbe geschehen ist, die schwarzen auf Reste von Grausilberblut. Man soll mit diesen Rückschlägen nicht züchten. Allenfalls kann man die gelben zur Braunzucht weiterbenutzen. Besser ist ausmerzen. Mit der 6. Woche beginnt die Umfärbung, welche gewöhnlich mit dem 6. Monat beendet ist. In Körperform soll es den anderen Silberkaninchen ähneln.
4. Blau-Silber. Diese Rasse ist gewissermaßen das Gegenstück zu Gelb-Silber. Nur sehen wir an Stelle der gelben Farbe eine rein blaue. Die Farbe darf nicht zu hell sein, da sie sonst von dem Silberschleier nicht absticht, dagegen soll sie aber auch nicht in einen zu dunklen Farbenton übergehen. Es wird ein etwas helleres Blau als beim guten Wiener-Kaninchen verlangt. Kein dunkles Haar darf den Schleier durchbrechen, Stich darf absolut nicht vorhanden sein. Wegen der körperlichen Eigenschaften sei auf diejenige der übrigen Silber hinge- wiesen. Alle Abarten des Silberkaninchens sind von M. K. Berthold in dem Buch über das Silberkaninchen beschrieben (Preis 65 Pf.), von Dr. F. Poppe zu beziehen.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Reifartige Silberung | 20 | Punkte | |
| Gleichmäßige Schattierung | 20 | " | |
| Fell, dicht und weich | 20 | " | |
| Gute Unterfarbe. | 10 | " | |
| Größe und Körperform | 10 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Kondition | 10 | " |
8. Das Französische Silberkaninchen (FS). Das Französische Silberkaninchen möchte man am liebsten direkt unter die Riesen einreihen. Benutzt man die Bezeichnung „Riesen"“ im Hinblick und zum Vergleich mit kleinen Silberkaninchen, so kann man sie gelten lassen. Die Anfänger und Neulinge jedoch wittern hinter diesem Namen ein wirkliches Riesenkaninchen. Es wird der Rasse ergehen, wie seinerzeit den Blauen Wiener Riesen (jetzt Blauen Wiener Kaninchen), die Züchter und die Preisrichter werden sich an die Bezeichnung „Riesen“ stoßen und mit Recht daran auszusetzen haben, dass es gar keine Riesen sind. Die Züchter aber werden, um große Tiere zu erlangen, ihre Zuflucht zu allerhand Kreuzungen nehmen, die das Wesen der Rasse untergraben und ihr nicht zum Vorteil gereichen. Die Körperform des Französischen Silberkaninchens entspricht im Allgemeinen der des Blauen Wiener Kaninchens. Demgemäß haben wir bei ihm einen etwa 56-60 cm langen, gedrungenen Körper zu suchen. Beim Rammler herrscht die Walzenform vor. Die Häsin dagegen ist vorn etwas schmäler gebaut als hinten, wie sie überhaupt als vorzügliches Zuchttier nur mit ausgeprägter, breiter Beckenbildung zu denken ist. Fehlerhaft ist es, wenn über den Schultern sich kleine Höcker zeigen, die leidigen Anhängsel einer niedrigen Stellung. Fehlerhaft ist es, wenn die Hüftknochen hervorstehen, anstatt mit dem Hinterkörper in schön geschwungenem Bogen eine einzige Rundung zu bilden. Fehlerhaft ist ein allzu sehr hervortretender Halseinschnitt. Fehlerhaft ist beim Rammler eine enge, schmal zulaufende Brust.
Der Kopf soll frei getragen, beim Rammler breit und kräftig, dabei nicht zu lang sein. Bei der Häsin ist er jedoch etwas länger und verhältnismäßig etwas schmäler.
Zwei leuchtende Augen von dunkelbrauner Farbe, die nicht zu tief im Kopf liegen dürfen, heben den Eindruck, den eine kernige, wetterfeste Rasse ohnehin machen muss.
Die Ohren sind Stehohren. Beim Rammler sind sie mehr löffelförmig gerundet, während sie bei der Häsin etwas spitz auslaufen und leicht gefaltet sind.

Sollen die Französischen Silberkaninchen Wamme haben? Ja und nein. Schöner sieht ein Kaninchen im Allgemeinen ohne Wamme aus, das bedarf keiner weiteren Erörterung. Aber, wenn man Tiere auf Größe züchtet, so stellt sich die Wamme von selbst ein. Es wäre daher eine Benachteiligung der Züchter, wollte man eine kleine Wamme bei der Häsin nicht gelten lassen. Das schließt aber nicht aus, dass man die Wamme als unschön empfinden kann und ihre Beseitigung erstrebt. Es lässt sich dies dadurch erreichen, dass man eine kleine Wamme zulässt, aber mit einigen Punkten Abzug bestraft. Auf diese Weise werden die Züchter sich Mühe geben, wammenlose Tiere zur Schau zu bringen. Auf jeden Fall muss aber verhindert werden, dass die Wamme an Umfang zunimmt, bzw. es darf nur eine ganz kleine Wamme zugebilligt werden. Das Gewicht soll nach Angabe der Einführer dieser Rasse zwischen 8 und 11 Pfund schwanken.
Französische Silberkaninchen
Der Pelz des Französischen Silberkaninchens ist dicht und weich. Das Haar ist ziemlich lang, nicht 2 cm, sondern 3½-4 cm.
Die Färbung setzt sich zusammen aus Grundfarbe, Deckfarbe und Stich, also ganz genau wie bei den kleinen Silbern. Die Grundfarbe ist bei den Französischen Silberkaninchen hell- bis dunkelschieferblau. An der Wurzel sind die Haare etwas heller gefärbt, während die dunkle Färbung etwa 1-1½ cm hinaufreicht und auf dem höchsten Punkt am kräftigsten ist.
Die Deckhaare sind hellsilbrig und bilden die Fortsetzung der Grundhaare. Da sie sehr zahlreich sind, gewinnt der Pelz ein helles Aussehen. An den Ohren, der Schnauze und um die Augen, oft auch an den Zehen und an der Blume ist die Decke nicht kräftig genug, um die Unterfarbe den Blicken des Beschauers zu entziehen. Die genannten Stellen sehen daher etwas dunkler aus.
Der Stich besteht aus etwas längeren, gröberen, schwarzglänzenden Haaren, die vereinzelt aus der weißen Decke hervorragen. Sie sollen nach Angabe von guten Beobachtern im Verhältnis von 1:20 vorhanden sein. Wer durch bloßes Beschauen die Stichhaare nicht finden kann, der lege seine Hand flach auf den Pelz und streiche gegen die Haare. Diese steilen sich vor seinen Fingern und auf Augenblicke nähern sich die Stichhaare, so dass eine dunkle Schattierung vorübergehend entsteht. Zur Beurteilung der Grundfarbe blase man ins Haar. Es wird sich an der betreffenden Stelle in Wirbeln auseinanderlegen und die Färbung bis auf den Grund in seiner Schönheit erkennen lassen.
Bewertet wird die Rasse zurzeit nach folgender Vorschrift:
| Fell (dichte Silberung, gleichmäßige Schattierung) | 50 | Punkte | |
| Gewicht (mit der Wage festzustellen, 7-10 Pfd., | |||
| je 1 Pfd. weniger 1 Punkt Abzug) | 30 | " | |
| Körperform und Ohren | 10 | " | |
| Gesundheit und Pflege | 10 | " | |
| 100 | Punkte |
Leichtere Tiere als 7 Pfund sind nicht prämiierungsfähig. Weiße Krallen und weiße Nasenspitze sind bei sehr hellschattierten Tieren zulässig, werden aber bei dunkleren mit je 5 Punkten gestraft. Dunkle Fellenden gelten nicht als Fehler. Ihrer Größe nach gehören Französische Silber auf Ausstellungen zu den mittelgroßen Rassen (Japaner, Blaue Wiener).
9. Germania-Silber (GS). Als solche gilt der von Detmolder Züchtern herausgebrachte große Grausilber-Schlag. Die Silberung soll, wie bei den weitverbreiteten kleinen Grausilbern, in den drei Schattierungen hell, mittel und dunkel sein. Die Körpergröße entspricht einem Durchschnittsgewicht von 8 Pfd., das Fell soll dicht, glänzend und nicht zu kurzhaarig, die Farbe möglichst gleichmäßig und die Untergrundfarbe graublau sein. Die straffen Stehohren sollen in passendem Verhältnis zur Körpergröße stehen. Als leichte Fehler gelten etwas dunkler Kopf, Schnauze und Blume, etwas helle Brust, kleine Abweichungen in der Gleichmäßigkeit der Silberung. Schwere Fehler sind schwarzer Kopf, helle Brust, weiße Abzeichen und starker Rost.
Bewertungsskala (Preuß. L.-V.-Standard):
| Körpergröße | 30 | Punkte | |
| Fell | 20 | " | |
| Farbe und Silberung | 20 | " | |
| Körperform | 10 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Gesundheit und Pflege | 10 | " |
Das Angorakaninchen (A).
Dieses Kaninchen ist besonders der Liebling der Damenwelt. Es kommt in den Farben Weiß, Gelb, Grau, Schwarz, Blau und Bräunlich vor, doch sind die rein weißen Tiere am häufigsten und auch am gesuchtesten. Gescheckte Angorakaninchen sind nicht als reinrassige anerkannt. Das charakteristische Kennzeichen dieser Rasse ist das lange, weiche, seidenartige Haar, welches leicht und locker auf dem Körper ruhen muss und nicht verknotet und verfilzt sein darf. Das Haar des Angorakaninchens erreicht eine Länge bis zu 33 cm. Da sich die langen Haare des Angorakaninchens leicht verfilzen, ist es erforderlich, die Angorakaninchen öfter zu kämen und mit einer weichen Bürste zu bürsten, um ihnen immer ein gefälliges Aussehen zu bewahren. Das Angorakaninchen hat kräftige, furze, aufrechtstehende Ohren; als Zeichen der Schönheit wird es erachtet, wenn die Spitzen der Ohren kleine Haarbüschel haben. Der Körperbau dieses Tieres ist etwas gedrungen, sein durchschnittliches Gewicht ist etwa 3½ bis 4 kg. Es ist ziemlich fruchtbar, genügsam und erweisen sich die Häsinnen nur selten als schlechte Mütter. Gegen Witterungseinflüsse ist es ziemlich unempfindlich, doch ist es erforderlich, ein Angorakaninchen immer peinlich sauber zu halten, da ein schlecht gepflegtes Tier dieser Rasse einen sehr unschönen Anblick gewährt. Je länger und feiner das Haar des Angorakaninchens ist, desto höheren Wert hat das betreffende Tier. In Südfrankreich befinden sich mehrere größere Zuchtanlagen, welche die Zucht dieser Kaninchenrasse im großen zu industriellen Zwecken betreiben. Der Zuchtbetrieb ist da auf Erzeugung von viel Wolle konzentriert. Als hauptsächlichste Wolllieferanten kommen junge kastrierte Rammler in Frage, welche aller 6 Wochen gerupft werden, ähnlich wie man die Gänse rupft. Doch kommen nur die weißen und schwarzen Arten in Frage. Ein Tier liefert jährlich etwa 600 Gramm Wolle, wovon das Kilo mit 25-30 M. bezahlt wird.

Angorakaninchen
Aus der Wolle werden Unterzeuge, Strümpfe, Gürtel u. dergl. gewebt, welche wegen ihrer heilsamen Wirkung bei rheumatischen Schmerzen sehr gern gekauft werden.
Das Hin- und Herwiegen des Kopfes, eine Eigentümlichkeit aller Albinokaninchen, kommt nur beim weißen Angorakaninchen vor.
Die Angorazucht wird durch den Vereinigten Angora-Züchter-Klub eifrig gefördert; der Vorsitzende dieses Klubs, Herr Köhler-Neustadt a. d. Orla, hat eine treffliche Schrift verfasst, welche der Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig-R., hiermit jedem Züchter dieser Rasse angelegentlichst empfiehlt. (Preis 65 Pf. postfrei.)
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Höchstlänge der Haare 22 cm | 30 | Punkte | |
| Qualität derselben | 20 | " | |
| Körpergröße | 20 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Kondition einschließl. Ohrenbüschel | 20 | " |

Das Russische Kaninchen (R). Das Russische Kaninchen, in England Himalaya-Kaninchen, in Frankreich Sibirisches Kaninchen genannt, ist etwa von derselben Größe wie das Silberkaninchen, ziemlich fruchtbar, abgehärtet und genügsam im Futter. Sein Merkmal ist die eigenartige Zeichnung des Felles. Es ist glänzend weiß, während die Extremitäten, und zwar die Ohren, Füße, die Blume (Schwanz) und die Nase rein schwarz sein müssen. Die schwarze Farbe dieser Körperteile muss scharf abgeschnitten sein, sie darf nicht in das Weiß des übrigen Körpers hineinlaufen und müssen die schwarzfarbigen Stellen wohlgeformt, nicht zackig sein. Oft sind die Extremitäten des Russischen Kaninchens nicht schwarz, sondern braun gefärbt; so gezeichnete Tiere sind jedoch fehlerhaft, obwohl wieder solche mit rein tiefschwarzen Abzeichen sehr selten und auch schwierig zu erhalten sind. Das Russische Kaninchen bedarf vor allem größter Sauberkeit und Trockenheit im Stalle, da sonst der Dünger die schwarze Farbe der Füße beizt. Dunkle Augenringe sind große Fehler, dagegen ist dunkler Anflug um die Augen eben noch zugelassen, gilt aber ebenfalls als fehlerhaft. Das Russische Kaninchen hat kleine, aufrechtstehende Ohren und rote Augen. Das Gewicht dieser Kaninchenrasse beträgt im. Durchschnitt 2½ kg, ihr Temperament ist lebhaft. Das Fell muss kurz, dichtanliegend und weich sein. Eigentümlich ist es, dass Russische Kaninchen rein weiß geboren werden und erst nach einigen Wochen die Färbung der Extremitäten beginnt, die mit etwa 5 Monaten beendet ist. Das Russenkaninchen gilt als das Albino des Silberkaninchens, mit welchem es nahe verwandt, und aus welchem es aller Wahrscheinlichkeit nach hervorgegangen ist. Das Hin- und Herwiegen des Kopfes, welches beim Russen oft beobachtet wird, ist eine Eigentümlichkeit aller Albinos.
Russisches Kaninchen
Adolf Bartels gibt eine ausführliche Beschreibung und Zuchtanleitung in seinem Buche über das Russische Kaninchen. Der Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig-R., versendet es für 65 Pf. postfrei.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Farbe der Maske | 10 | Punkte | |
| Ohren | 10 | " | |
| Vorderläufe | 10 | " | |
| Blume | 10 | " | |
| Hinterläufe | 15 | " | |
| Pelz | 15 | " | |
| Größe und Körperform | 10 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Kondition | 10 | " |
12. Das Holländische Kaninchen (S). Eine unserer ältesten Farbenrassen. Sein Ursprung ist in dem Brabanter-Kaninchen zu suchen, welch letzteres in Holland vielfach als Schlachtkaninchen gehalten wird. Die Engländer haben die eigenartige Zeichnung des Felles veredelt und verbessert.

Holländische Kaninchen
In der Zeichnung liegt der ganze Wert des Holländer-Kaninchens. Sie besteht aus drei Teilen, der Kopfzeichnung, auch Blesse, der Rumpfzeichnung, auch Ring, und der Zeichnung der Hinterfüße, auch Manschetten genannt. Die Blesse beginnt in scharfer Spitze auf der Stirne und zieht sich in angenehmer Rundung kugel- oder eiförmig um das Auge herum, im Nacken gleichmäßig wieder zusammenschließend. Der Ring sitzt etwa 2 Zentimeter hinter den Vorderläufen und soll einen regelrechten Kreis um den Leib des Tieres bilden, also weder an der Außenseite noch unterm Bauch Zackenbildung aufweisen. Die Zeichnung der Manschetten soll an beiden Hinterläufen gleich lang und wohlgeformt sein. Diese Zeichnung ist stets reinweiß. Dagegen sind die Backen und die Ohren, sowie der hintere Teil des Rumpfes dunkel gefärbt, und zwar schwarz, blau, grau, gelb usw. Man spricht von ebenso vielen Farbenschlägen. Beim Holländer-Kaninchen kommt es häufig vor, dass in den Augen hellblaue Flecke zu sehen sind, dies ist fehlerhaft; ein schwerer Fehler dagegen ist es, wenn beide Augen verschieden gefärbt sind, also das eine Auge ganz dunkel-, das andere hellblau.
Die Zucht des Holländer-Kaninchens ist einigermaßen schwierig, da es einer geschickten Zusammenstellung eines Zuchtstammes bedarf, um schön gezeichnete Jungtiere zu erhalten. Herr Anton Grünewald, Leubnitz-Werdau, ein langjähriger Züchter dieser Rasse, hat darüber eine vortreffliche Schrift verfasst, welche wir allen Holländer- Züchtern hiermit zum Studium empfehlen. Zu beziehen gegen Einsendung von 65 Pf. durch den Verlag von Dr. F. Poppe, Leipzig-R.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Kopfzeichnung | 30 | Punkte | |
| Rumpfzeichnung | 20 | " | |
| Hinterläufe (Manschetten) | 10 | " | |
| Fell | 10 | " | |
| Größe und Körperform | 10 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Kondition | 10 | " |
Außenseiten der Ohren. Die Lohfarbe bildet die Zeichnung und befindet sich an den Nasenlöchern, dem Rande des Kinnes, um die Augen herum, auf der Innenfläche der Ohren. Ferner sind der Nacken in Gestalt eines Dreiecks, die Brust, die Läufe sowie ein schmaler Streifen längs der Seiten lohfarbig. Die Unterseiten des Tieres, also unter dem Kinn, dem Bauch, der Blume sind weiß gefärbt, sollen aber einen lohfarbigen Anflug an den Haarspitzen haben. Das Schwarzloh-Kaninchen

13. Das Schwarzloh-Kaninchen (Black and tan). Eine weitere interessante Farbenrasse, welche den englischen Liebhabern gelungen ist. Black and tan heißt zu Deutsch schwarz und lohfarbig. Unter lohfarbig ist ein leuchtendes Braungelb gemeint. Die schwarze Farbe ist die Grundfarbe und bedeckt den Rücken sowie die Seiten, ebenfalls die Oberfläche des Kopfes und die Schwarzloh-Kaninchen ist ein munterer Geselle, dessen Körperform viel an die des wilden Kaninchens erinnert; die Augen sind groß und leuchtend, der Kopf kurz und dick. Das Gewicht beträgt etwa 5 Pfd. Eine Abart des Schwarzloh haben wir in dem Blauloh-Kaninchen. Der einzige Unterschied zwischen beiden Arten besteht darin, dass bei letzterer Rasse die Grundfarbe „blau“ ist. Wer Schwarzloh züchten will, der muss auch Rottloffs Büchlein über diese Rasse gelesen haben, es kann gegen 65 Pf. postfrei vom Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig-R., bezogen werden.
Schwarzloh-Kaninchen
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Reine Grundfarbe | 15 | Punkte | |
| Lohfarbener Keil | 10 | " | |
| Augenringe. | 5 | " | |
| Schnauzen u. Kinnbackeneinfassung | 5 | " | |
| Lohfarbene Brust | 10 | " | |
| Seiten und Läufe | 10 | " | |
| Lohfarbiger Bauch | 10 | " | |
| Lohfarbige Haarspitzen an den Seiten | 5 | " | |
| Größe und Körperform | 10 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Kondition | 10 | " |
14. Japanisches Kaninchen (J). Eines der buntesten unserer Kaninchen ist das Japaner-Kaninchen. Von schlankem Körperbau, erreicht es ein Gewicht von 3½ bis 5 kg; die Ohren trägt es aufrechtstehend.
Das Japaner-Kaninchen ist von ganz eigenartiger Färbung. Es ist schwarz und gelb. Als fehlerhaft muss es gelten, wenn die gelbe Farbe in dem schmutzig matten Farbentone der Madagaskarfarbe auftritt, also einen blauen bzw. blauschwarzen Schimmer annimmt. Reinweiße Farbe ist bei dieser Rasse fehlerhaft. Doch soll die gelbe Farbe auf demselben Tier an verschiedenen Stellen in verschiedener Sättigung auftreten, sie wechselt vom tiefen Orange bis zum leuchtenden Weißgelb. Die Farben sollen über den ganzen Körper verteilt sein, d. h. am Kopfe, wie auch am Rumpfe sollen die Farben recht häufig miteinander abwechseln. Eine Regelmäßigkeit in dieser Abwechselung ist jedoch ausgeschlossen. Es ist also ganz gleich, ob an einer Stelle die schwarze Farbe vorwiegt, an einer anderen Stelle die gelbe. Was aber von einem guten Japaner-Kaninchen verlangt werden muss, das ist, dass die Farbenunterschiede recht leuchtend zum Ausdruck kommen und dass eben überall Abwechselung in der Farbe da ist. Es müssen daher die Mittelpunkte einzelner Farbenteile sehr kräftig gefärbt sein, also möglichst tiefschwarz, bzw. möglichst leuchtend gelb. Die Farben sollen aber nicht schroff abgegrenzt sein, sondern möglichst allmählich ineinander aufgehen, ohne indessen dem ganzen Farbenbild einen verschwommenen Ausdruck zu verleihen.
Die Verbreitung dieser Rasse, welche bis vor wenigen Jahren nicht vorangehen wollte, macht dank den Bemühungen einiger Spezialklubs recht große Fortschritte. Da die Rasse, weil bis 10 Pfd. schwer, sich auch als Schlachtrasse eignet, ist deren Zucht jedermann zu empfehlen. Der bekannte Züchter und Preisrichter E. Behrens hat die Zucht und die Bedeutung des Japaner Kaninchens in einer gleichnamigen reich illustrierten Schrift behandelt, welche für 65 Pf. postfrei von Dr. F. Poppe, Leipzig-R., zu beziehen ist.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Ungleichmäßige Verteilung d. Farben | 30 | Punkte | |
| Leuchtendes Hervortreten derselben. | 20 | " | |
| Größe und Körperform | 10 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Fell | 10 | " | |
| Kondition | 20 | " |
Berliner Beschluss 1910: Hier schließt das Vorkommen weißer Bauchfarbe nicht mehr aus, dergleichen Tiere sind in Zukunft prämiierungsfähig. Bei dieser Rasse kommt die Farbe der Krallen nicht in Betracht.
Bewertung des Verbandes der Japanerzüchter Klubs:
| Ungleichmäßige Verteilung d. Farben | 25 | Punkte | |
| Leuchtendes Hervortreten | 20 | " | |
| Größe und Körperform | 20 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Fell | 15 | " | |
| Gesundheit und Pflege | 10 | " |

(Die Farben können unter dem Bauche in ein helles Grau und in weiße Stellen auslaufen. Zur Prämiierung zulässig Tiere mit weißen Krallen, auszuschließen Tiere. mit weißen Flecken an der Brust, Nase und Oberkörper, sowie auch, wenn die Krallen mit weißen Haaren um- setzt sind.)
Japanisches Kaninchen
15. Das Hasenkaninchen (Sa). Diese Rasse hat ihren Ursprung in England, wo sie aus eingeführten belgischen Schlachttieren durch Zuchtwahl entstanden ist. In Amerika jedoch hatte sich diese Rasse vor einigen Jahren infolge geschickter Reklame rasch beliebt gemacht, aber heute ist das erste Feuer schon erloschen und die Zucht des Hasenkaninchens nimmt dort zurzeit das ursprünglich beobachtete Interesse nicht mehr in Anspruch. In Deutschland züchtet man das Hasenkaninchen erst seit 1900.

Das Hasenkaninchen ist im großen Ganzen eine Nachahmung des wilden Feldhasen. Mit ihm hat es große Ähnlichkeit in der Farbe, der Länge der Läufe, den löffelförmig abgerundeten Ohren, welche infolge der Lebhaftigkeit des Tieres in ständiger Bewegung sind. Das Gewicht beträgt 7-8 Pfd. Das Auge ist ausdrucksvoll und kühn. In der Farbe herrscht ein kräftig leuchtendes Braunrot, fast Fuchsrot, vor. Daneben äußern sich noch die Farbenwirkungen schwarzer Haare und Haarspitzen, welche die Teile auf dem Rücken und an den Seiten schattiert erscheinen lassen. Die Spitzen der Ohren sind stark schwarz gerändert. Die Oberseite der Blume zeigt nicht selten schwarzen Anflug, doch soll sie möglichst die Farbe des Körpers annehmen. Unbegreiflich ist es, wie in einem größeren, neuzeitlich geschriebenen Buche noch behauptet werden kann, das Hasenkaninchen sei eine verkleinerte Form des Belg. Riesen, denn mit dieser Rasse hat es gar nichts gemeinsam. Die Unterseiten des Tieres sind weiß, bei guten Tieren mit lohfarbigem Hauch. Weiße Abzeichen an der Nase, Stirne, den Füßen sind unzulässig. Wer sich über die Einzelheiten der Hasenkaninchenzucht genau unterrichten will, dem empfehlen wir die in verbesserter Auflage erschienene Schrift des Herrn Heinz „Das Hasenkaninchen“. Z u beziehen gegen 65 Pf. postfrei durch den Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig-R.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Farbe | 20 | Punkte | |
| Körperform und Größe | 20 | " | |
| Schattierung | 15 | " | |
| Läufe und Füße | 15 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Fell | 10 | " | |
| Kondition | 10 | " |
16. Das Englische Scheckenkaninchen (ESch). Eine verhältnismäßig junge Rasse, welche aber aus einer der ältesten Kaninchenarten erzüchtet wurde. Schecken gab es zu undenklichen Zeiten und überall, wo Kaninchen gehalten wurden. Aber niemand hatte daran gedacht, aus dem gewöhnlichen Scheckenkaninchen ein Sporttier zu machen. Seit etwa 20 Jahren ist man in England auf die Schönheiten des Scheckenkaninchens aufmerksam geworden und hat die neue Rasse ins Leben gerufen. Die Engl. Schecke ist ein schlankes Tier von mittlerem Gewichte (bis 6 Pfd.). Das Fell ist kurz und dicht; die Ohren sind straffe Stehohren. Die Grundfarbe des Felles ist weiß. Davon hebt sich die Scheckenzeichnung lebhaft ab. Diese besteht aus:
1. dem Schmetterling (Zeichnung der Nase),
2. den Augenzirkeln,
3. dem Backenfleck,
4. den farbigen Ohren,
5. dem Aalstrich (längs des Rückens),
6. der Kette (auf den Schultern),
7. der Seitenzeichnung,

8. den Bauch- und Brustflecken (an den Zitzen),
9. den Beinflecken (an den Kniegelenken).
Es würde zu weit führen, die nähere Ausführung zu dieser Zeichnung zu bringen. In Verbindung mit der beigegebenen Abbildung wird es jedem ein leichtes sein, sich ein mustergültiges Scheckenkaninchen vorzustellen. Im Übrigen verweisen wir auf die im Verlage von Dr. F. Poppe, Leipzig-R., erschienene Schrift (verbesserte Auflage) von J. Heinz, welche gegen 65 Pf. überallhin postfrei gesandt wird.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Schmetterling | 10 | Punkte | |
| Augenzirkel und Flecke | 10 | " | |
| Aalstrich Seitenflecke | 10 | " | |
| Ketten | 10 | " | |
| Bein- und Bauchflecke | 10 | " | |
| Ohrenfarbe | 5 | " | |
| Körperform | 10 | " | |
| Ohrenlänge | 5 | " | |
| Fell | 10 | " | |
| Kondition | 10 | " |
17. Das gewöhnliche Kaninchen. Das gewöhnliche Kaninchen (fälschlich deutsches genannt) ist neben dem Hermelinkaninchen der Zwerg unter allen Kaninchenrassen. Eine Reinzucht des gewöhnlichen Kaninchens ist heutzutage recht selten geworden, da alle Züchter ihr Augenmerk auf die großen schweren Rassen in erster Linie richten. Durch fortgesetzte Inzucht ist das gewöhnliche Kaninchen arg entartet, doch bietet seine Zucht des Interessanten genug, um sich mit ihr zu befassen. Es ist äußerst genügsam, dabei von unübertroffener Fruchtbarkeit. Der Körper ist kurz und gedrungen, das Fell dicht und weich. Kurze, aufrechtstehende Ohren, die enganschließend getragen werden müssen, sind diesem Tiere, das auf Rassenbezeichnung keinen Anspruch erheben kann, eigen.
Das gewöhnliche Kaninchen ist auf der ganzen Welt zu finden, selten ist es aber überall da geworden, wo die Rassezucht in Blüte steht. Es eignet sich vorzüglich zur Ammenzucht und für Gehege, ersteres indes nur, um die Ammenversorgung der kleineren Rassen zu übernehmen.

18. Blaue Wiener Kaninchen (BIW). Blaue Wiener Kaninchen wurden im Jahre 1896 zum ersten Male gezeigt und nehmen seitdem auf einigen Ausstellungen einen hervorragenden Platz ein. Sie gehören zu den mittelschweren Rassen und ähneln in Form einem kleineren Schlage des Belgischen Riesenkaninchens. Der Unterschied besteht in der schönen dunkelblauen Fellfarbe, welche sich über den ganzen Körper im gleichen Farbenton verteilt. Das Auge blaugrau, die Ohren straff, Durchschnittsgewicht 9-10 Pfund, sind die Tiere wetterfest, fruchtbar, genügsam und schnellwüchsig. Im Verhältnis zu anderen Rassen hat das Blaue Wiener-Kaninchen einen zarten Knochenbau und infolgedessen einen verhältnismäßig hohen Fleischansaß, welcher sich durch den Wert des Felles, das mit dem Silberfell im Preise gleich steht, wirtschaftlich noch vergrößert. Es ist beim Besuch einer Ausstellung ein erfreuender Anblick, die blaue Abteilung zu besichtigen und die munteren, gleichgefärbten Tiere zu bewundern. Auch in Holland, in Rußland und den Balkanstaaten haben sie Verbreitung gefunden und sind auf Ausstellungen zu finden. In England werden blaue Kaninchen unter dem Namen „Imperials“ gezeigt, welche indes an die Größe der Blauen Wiener nicht heranreichen.
Blaues Wienerkaninchen
Die Zucht der Blauen Wiener macht unter der Führung einiger Spezialklubs sehr gute Fortschritte, so dass eine allgemeine Ausbreitung nur eine Frage der Zeit sein dürfte. Hier sei auf die vorzügliche Schrift von J. Heinz über das „Blaue Wiener Kaninchen“ verwiesen. Preis postfrei 65 Pf. von Dr. F. Poppe, Leipzig-R.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Reine, dunkelblaue Farbe. | 40 | Punkte | |
| Großer, langgebauter Körper. | 20 | " | |
| Körperform | 10 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Fell | 10 | " | |
| Kondition | 10 | " |

Das Weiße Wiener Kaninchen (WW). Die Weißen Wiener sind einem österreichischen Züchter Mucki, Wien, vor etwa 5 Jahren gelungen. Diese Rasse durchbricht die Gesetze des Albinismus. Während das Fell schneeweiß ist, sind die Augen, welche wir bei den Albinos in Rot zu finden gewohnt sind, bei dieser Rasse blau. Diese Eigenschaft macht die Rasse ohne weiteres reizvoll. Ein Züchter behauptet sogar, gegen die Albinos mit roten Augen eine Abneigung zu besitzen, gerade wegen der roten Augen. Es ist bei dieser Behauptung schwer festzustellen, wo die Übertreibung aufhört und wo die Reklame für Blauaugen beginnt. Feststellen kann man aber leicht, dass die Züchtung weißer Kaninchen mit roten Augen der letzteren wegen bis jetzt niemand öffentlich verworfen hat, man müsste es sonst nicht verstehen, dass Tausende von Züchtern Russen, Hermelin, weiße Angoras usw. züchten. Immerhin haben wir es mit einer Rasse zu tun, welche sich binnen kurzem beliebt machen wird. Handelt es sich doch um eine Rasse von mittlerer Größe (Mindestgewicht 6, in Österreich sogar 7 Pfund), von wertvollem Pelz und darum, dass die Rasse noch neu ist.
| Weißes Wienerkaninchen |
Bewertungsskala des Preußischen Landesverbandes:
| 1. Farbe | 40 | Punkte | |
| 2. Fell | 20 | " | |
| 3. Körperform | 10 | " | |
| 4. Größe | 10 | " | |
| 5. Ohren | 10 | " | |
| 6. Gesundheit und Pflege | 10 | " |
Bewertungsskala des Klubs Weißer Riesen- und Weißer Wiener-Kaninchenzüchter (Leipzig):
| Farbe | 30 | Punkte | |
| Größe und Körperform | 30 | " | |
| Dichtes weißes Fell. | 20 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Gesundheit und Pflege | 10 | " | |
| Durchschnittsgewicht | 7-9 | Pfd. |
Bewertungsskala des österreichischen Spezial-Klubs:
| 1. Farbe und Augenfarbe | 40 | Punkte | |
| 2. Fell | 20 | " | |
| 3. Größe und Körperform | 20 | " | |
| 4. Ohren | 10 | " | |
| 5. Allgemeines Aussehen | 10 | " |
über die Abstammung der Weißen Wiener werden verschiedene Lesungen verbreitet, nach der einen sollen die Holländischen Kaninchen, nach der anderen die Blauen Wiener die Stammeltern sein. Wir können uns mit Rücksicht auf die Verschiedenartigkeit der Behauptungen auf deren Wiedergabe beschränken.

20. Das Hermelinkaninchen (Herm). Ein Zwerglein unter den Kaninchenrassen, aber ein reizendes Tierchen. Farbe schneeweiß und in der Beschaffenheit des Pelzes sehr dem Felle des Russenkaninchens ähnlich, die Haare sind kurz und dicht. Die Gestalt dieses in England auch Polnisches Kaninchen genannten Tierchens ist ein kurz gedrungener Körper, bei welchem der Hals kaum vom Rumpf zu unterscheiden ist. Der Kopf ist furz und dick, die Miniaturöhrchen dünn und durchsichtig, außen leicht behaart, innen nackt. Das Auge blassrot mit dunkler Pupille. Man nennt diese Rasse in England Polnisches Kaninchen, vielleicht weil in Polen ein großer Handel mit weißen Kaninchenfellen in früheren Zeiten stattgefunden hat. Das Hermelinkaninchen ist nicht zu verwechseln mit dem Albino des gewöhnlichen Kaninchens, denn dieses hat längere Haare, weniger abgerundete Formen und lässt in allem den Schneid eines edleren Tieres vermissen. Das Hermelinkaninchen ist nämlich mehr walzenförmig, indes das gewöhnliche Albinokaninchen hinten breit und nach vorn etwas zugespitzt ist. Man unterscheide daher in jedem Falle genau und man wird die beiden Rassen nicht verwechseln.
Hermelinkaninchen
Der Spezialzüchter Lippoldt hat in feiner Schrift „Das Hermelinkaninchen“ die Zucht schöner Ausstellungstiere und ihre Bewertung ausführlich beschrieben. Preis des Büchleins 65 Pf. postfrei von Dr. F. Poppe, Leipzig-R., zu beziehen.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Rein weiße Farbe | 40 | Punkte | |
| Dichter, weicher Pelz. | 30 | " | |
| Körperform und Größe | 10 | " | |
| Ohren, recht klein | 10 | " | |
| Kondition. | 10 | " |
21. Das gemsfarbige Thüringer Kaninchen (Th). Das Thüringer Kaninchen ist eine seit etwa 1905 bestehende Rasse, welche Herr Lehrer Gärtner-Waltershausen bei seinen Kreuzungsversuchen durch Zufall erhalten hat. Es handelt sich um ein gemischtfarbiges Kaninchen mit gemsengelber Rückenfarbe. Die Haare, welche die Unterteile des Körpers bedecken, haben mehr oder weniger bläuliche, bis schwarze Spitzen, so dass die Tiere wie von einem dunklen Hauch begossen aussehen. Die Bauchhaare sind ebenfalls bläulich. Eine auffallende Farbenveränderung zeigt der Kopf des Thüringer-Kaninchens. Dieser weist nämlich eine dunkle Maske auf, welche auf der Nasenspitze und um die Maulwinkel herum am dunkelsten ist und sich in Augenhöhe allmählich in die gemsengelbe Farbe der helleren Körperteile verliert. Die Ohren sind gleichfalls etwas dunkler und zeigen dies ganz besonders beim Haarwechsel, da dann die dunkle Farbe in Gestalt eines kräftigen Ringes an der Ohrwurzel sich zeigt. Die Körperform des Thür. Kaninchens ist diejenige eines gedrungenen nicht allzu schweren Kaninchens, die sich allerdings über den Umfang der kleinen Rassen merklich erhebt. Die Ohren, welchen man ursprünglich eine besondere breite Haltung als Eigentümlichkeit anzüchten wollte, werden heute als feste, mäßig lange Stehohren gewünscht. Die Schrift von Piegsa, „Gemsfarbige Thüringer Kaninchen“, behandelt die Entstehung und Reinzucht dieser Rasse. Preis 65 Pf. von Dr. F. Poppe, Leipzig-R.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Farbe | 30 | Punkte | |
| Schattierung | 20 | " | |
| Fell | 20 | " | |
| Größe und Körperform | 10 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Kondition | 10 | " |

Thüringer Kaninchen
22. Das Rheinische Scheckenkaninchen (RhSch). Eine Scheckenrasse mit drei Farben, welche erst im Laufe des Jahres 1905 öffentlich gezeigt wurde und aus der Zucht des Herrn J. Heinz-Grevenbroich hervorgegangen ist. Das Fell ist von weißer Grundfarbe, auf welcher sich die Zeichnung gut abhebt. Diese Zeichnung, welche aus den gleichzeitig auf demselben Tiere vorkommenden Farben „Schwarz“ und „Gel# b“ besteht, umfasst wenigstens folgende 5 Teile:
| Zeichnung | der Augenzirkel, | |
| " | der Ohren, | |
| " | des Aalstrichs, | |
| " | der Seiten, | |
| " | der Nase (Schmetterling). |
Die übrigen beim Scheckenkaninchen vorkommenden Zeichnungsmerkmale, wie Kette, Backenflecke, Bein- und Brustflecke, dürfen vorkommen, sind aber nicht unbedingt erforderlich. Das Neueste an dieser Rasse ist, dass durch Benutzung der Scheckenzeichnung ein dreifarbiges Kaninchen entstanden ist. Die einzelnen Farben der Zeichnung sollen leuchtend und rein sich vom weißen Grunde abheben. In letzter Zeit werden auch Rhein. Schecken gezeigt, bei welchen die gelbe Farbe den dunklen schmutziggelben Ton der Madagaskarfarbe annimmt. Es liegt auf der Hand, dass die Erzüchtung solcher Tiere das Zuchtziel „reine leuchtende Farben“ um ein bedeutendes zurücksetzen muss.
Das Rheinische Scheckenkaninchen ist ein schlankes Tier von mittlerer Größe. Es besitzt Stehohren und wird ungefähr 9 bis 10 Pfund schwer. Deswegen eignet es sich auch gut zu Schlachtzwecken. Von der Landwirtschaftskammer der Rheinprovinz ist es als Nutzrasse anerkannt. Das bunte Fell, bis jetzt das bunteste von allen gezeigten Rassen, eignet sich zur Teppichherstellung. Eine genaue Beschreibung des Werdegangs und der Zucht schöner Ausstellungstiere schildert J. Heinz in der Schrift „Das Rheinische Scheckenkaninchen“, Preis 65 Pf., von Dr. F. Poppe, Leipzig-R
Bewertungsskala (Preuß. Standard):
| Zeichnung | 30 | Punkte | |
| Farben. | 20 | " | |
| Körperform | 10 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Allgemeines Aussehen | 10 | " |

Rheinisches Scheckenkaninchen

23. Das Havannakaninchen (Hav). Das Havannafaninchen ist etwa 1900 in Holland entstanden durch Kreuzung verschiedener Rassen. Es ist von da zuerst nach Frankreich gelangt und würde auf den internationalen Ausstellungen der „Union avicole“ im Jahre 1902 und 1904 öffentlich gezeigt.
Havannakaninchen
In Deutschland wurde es zuerst über die Schweiz eingeführt und auf der Drachenfelsschau in Leipzig 1907 gezeigt, wo es allgemein bewundert wurde. Seitdem hat es sich außergewöhnlich rasch verbreitet. Das Havannakaninchen besitzt einen tabakbraunen Pelz, der von der Nase bis zur Blume in einem gleichmäßigen Farbentone gehalten sein muss. Als Fehler kommen vor: Weiße Abzeichen, Durchsetzt sein mit weißen Haaren, Rostanflug und Rostschimmer, die Körperform ist die der kleinen Rassen, etwa die des Silberkaninchens, kurze, straffe Stehohren, nussbraunes Auge. In Holland wurde das Tier erst Biberkaninchen genannt. Der Pelz eignet sich zur Verwendung in seiner Urfarbe zur Nachahmung von Biberpelz und Zobelkanin. Schon deshalb wird die Rasse in großer Zahl gezüchtet werden, wenn auch noch viel an der Farbe des Tieres zu verbessern ist.
Diese Rasse hat der bekannte Züchter und Preisrichter E. Behrens in der Schrift „Das Havannakaninchen“ beschrieben. Gegen Einsendung von 65 Pf. von Dr. F. Poppe, Leipzig-R., zu beziehen.
Bewertungsskala (Einheitsstandard):
| Farbe | 50 | Punkte | |
| Fell | 20 | " | |
| Größe und Körperform | 10 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Kondition | 10 | " |
24. Meißner Widderkaninchen (MW). Diese Rasse ist vor längerer Zeit durch den Züchter Reck-Meißen herausgezüchtet worden. Als Ideal schwebte ihm eine größere Silberrasse vor. Das Meißner Widderkaninchen hat eine Körperform, welche zwischen Englischen und Französischen Widdern die Mitte hält, demgemäß eine ziemlich gedrungene Gestalt, nicht an den FW heranreichend, der Kopf gebogen und ramsartig, aber nicht so ausgeprägt wie beim FW.

Die Ohren sind herabfallend wie beim FW, doch nicht ganz so lang (etwa 35 bis 40 cm Spannweite). Das Gewicht schwankt zwischen 8 und 10 Pfd. Das Rasseeigentümliche ist die Verbindung dieser Körperform mit der Silberfarbe, welche schon so gute Fortschritte gemacht hat, dass eine leidlich gute Silberung erzielt wird. Auf geringe Unausgeglichenheit, wie dunkle Schnauze, nicht ganz durchgefärbte Läufe, wird vorerst nicht geachtet. Es genügt, dass die Rumpfpartie, welche ja auch für die praktische Verwendung am wichtigsten ist, gute, gleichmäßige Silberung zeigt. Es sind die Schattierungen hell, mittel und dunkel vorhanden. Wünschen wir auch dieser Rasse eine ausgiebige Verbreitung.
Klubstandard:
| Gleichmäßige blauleuchtende Silberfarbe | 30 | Punkte | |
| Größe und Körperform | 30 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Dichtes, weiches Fell | 20 | " | |
| Gesundheit und Pflege | 10 | " |
25. Alaskakaninchen (Al). Diese Rasse bildet das Gegenstück zum Hermelinkaninchen. Dieses schneeweiß, jenes kohlschwarz. Allerdings besteht noch der Unterschied, dass das Alaskakaninchen etwas größer wird. Das Alaskakaninchen hat etwa die Größe des Holländerkaninchens (5 bis 6 Pfund schwer), kurze aufrechtstehende Öhrchen, einen gedrungenen, aber feingliedrigen Körperbau, ein dunkelbraunes, leuchtendes Auge nennt es sein Eigen. Das Fell ist am ganzen Körper tiefschwarz gefärbt, unter dem Bauch, wie überhaupt auf der Unterseite, ist die Farbe matt, am übrigen Körper glänzend. Kein weißes Abzeichen darf sich an der Nase, Stirn oder den Pfötchen zeigen. Bis jetzt durften die Alaska einige weiße Haare im Fell haben, das Ideal verlangt aber ein reines Schwarz ohne jede Beimengung.
Standard des Preuß. L.-V.:
| Farbe | 30 | Punkte | |
| Fell | 30 | " | |
| Körperform und Pflege | 20 | " | |
| Ohren | 10 | " | |
| Gesundheit und Pflege | 10 | " |
Abbildungen aus der Originalquelle
Originalseite 147
Originalseite 148
Originalseite 150
Originalseite 152
Originalseite 154
Originalseite 156
Originalseite 158
Originalseite 160
Originalseite 162
Originalseite 164
Originalseite 166
Originalseite 168
Originalseite 170
Originalseite 172
Originalseite 174
Originalseite 176
Originalseite 178
Originalseite 180
Originalseite 182
Originalseite 184
Originalseite 186
Originalseite 188
Originalseite 190
Originalseite 192
Originalseite 194redaktioneller Zusatz
Rezension
„Beschreibung aller Kaninchenrassen – Wahls Taschenkalender für Kaninchenzüchter 1917/1918“
Der Text ist ein faszinierendes Zeitdokument der frühen deutschen Rassekaninchenzucht. Er verbindet rassekundliche Beschreibung, Zuchtideale, Bewertungssysteme und zeittypische Zuchtphilosophie zu einem Werk, das sowohl historisch wertvoll als auch inhaltlich aufschlussreich ist. Aus heutiger Sicht wirkt vieles überraschend modern, anderes wiederum klar von der Zuchtideologie des frühen 20. Jahrhunderts geprägt.
Stärken des Werkes
1. Enorme Detailfülle und systematische Rassebeschreibung
Der Text liefert für jede Rasse eine präzise Darstellung von:
- Körperbau
- Fell- und Farbmerkmalen
- Zuchtzielen
- Fehlern und Ausschlusskriterien
- Bewertungsskalen
Beispiel: „Die typische Farbe des Belg. Riesenkaninchens ist rein grau, und zwar in vielen Abstufungen…“ Diese Genauigkeit macht das Werk zu einer wertvollen Quelle für die historische Standardentwicklung.
2. Hoher didaktischer Anspruch
Der Autor bemüht sich, Züchtern klare Leitlinien zu geben. Beispiel: „Zur genauen Aufklärung über Zucht und Pflege… schaffe man sich die Schrift… an.“ Das zeigt den Anspruch, Zuchtwissen zu verbreiten und zu professionalisieren.
3. Historisch aufschlussreiche Einblicke in Zuchtpraxis und Denkweise
Der Text zeigt:
- frühe Standardisierungsversuche
- regionale Zuchtrichtungen (z. B. Krefelder Klub vs. Vohwinkel)
- die Bedeutung von Körperform und Fellqualität
- frühe Diskussionen über Wammenbildung, Kreuzungen, Albinos etc.
Beispiel: „Es wäre eine Benachteiligung der Züchter, wollte man eine kleine Wamme bei der Häsin nicht gelten lassen.“ Solche Passagen zeigen, wie Zuchtideale und praktische Realität miteinander rangen.
zeittypische Begrenzungen
1. Teilweise unkritische Haltung zu Kreuzungen und „Reinheit“
Der Text verwendet häufig Begriffe wie „rasserein“, „verderben“, „ausmerzen“. Beispiel: „Besser ist ausmerzen.“ Das ist historisch typisch, wirkt aber aus heutiger Sicht biologisch und ethisch überholt.
2. Uneinheitliche wissenschaftliche Tiefe
Während manche Rassen extrem präzise beschrieben werden (z. B. Silberkaninchen), bleiben andere eher oberflächlich. Beispiel: Das Angorakaninchen wird abrupt abgebrochen („doch sind die rein weißen Tie…“), vermutlich durch Textverlust.
3. Starker Fokus auf Ästhetik statt Funktionalität
Viele Bewertungssysteme priorisieren:
- Fellfarbe
- Zeichnung
- Ohrform
- Silberungsgrad
Während Nutzaspekte wie Fleischleistung oder Gesundheit nur am Rande vorkommen. Das ist typisch für die Zeit, aber aus heutiger Sicht einseitig.
Historische Bedeutung
Der Text ist ein Schlüsselwerk der frühen deutschen Rassekaninchenzucht. Er dokumentiert:
- die Standardisierung der großen Rassen (Belgier, Deutsche Riesen, Widder)
- die Etablierung der Silberrassen
- die frühe Entwicklung der Scheckenzucht
- die Rezeption englischer und französischer Rassen
Er zeigt auch, wie stark die Zuchtkultur um 1917 bereits organisiert, schriftlich fixiert und vereinsgebunden war.
Tabellarische Aufstellung
Tabelle der standardgemäß gezüchteten
Rassen und Farbenschläge im Jahr1917
| Rasse | Farbenschläge laut Dokument | Belegstelle |
|---|---|---|
| Belgisches Riesenkaninchen (BR) | Grau in vielen Abstufungen (hellgrau, braunrot wie Feldhase, dunkelgrau); außerdem schwarz, weiß, blau, gelb | „Die typische Farbe… ist rein grau… hellgrau, braunrot… dunkelgrau… In den übrigen Farben… schwarz, weiß, blau, gelb…“ |
| Deutsche Riesenschecke (DRSch) | Alle Farbenschläge zulässig | „Alle Farbenschläge zulässig.“ |
| Deutsches Landkaninchen (DL) | Schwarz-weiß, blau-weiß; mit oder ohne Schmetterling | „…schwarz- oder blauscheckige…“ / „…nur schwarz-weiß zulässt… sowie… blauweiße…“ |
| Französischer Widder (FW) | Grau (typisch); außerdem blau, schwarz, gelb, weiß, gescheckt | „Die typische Färbung… ist grau… auch gescheckte… blau, schwarz, gelb, weiß…“ |
| Englischer Widder (EW) | Alle Farben, die bei Kaninchen vorkommen; häufig gelb und gelbscheckig | „Alle Farben… jedoch… gelbe und gelbscheckige… am meisten.“ |
| Weißer Riese (WR) | Reinweiß (Albino) | „…reinweiß glänzend…“ |
| Silberkaninchen (S) | Grausilber, Gelbsilber, Braunsilber, Blausilber | „Es gibt Grausilber, Gelbsilber, Braunsilber, Blausilber.“ |
| Französisches Silberkaninchen (FS) | Silberung auf schieferblauer Grundfarbe (hell–dunkel) | „Die Grundfarbe ist… hell- bis dunkelschieferblau… Deckhaare hellsilbrig.“ |
| Germania-Silber (GS) | Grausilber (hell, mittel, dunkel) | „…große Grausilber-Schlag… in den drei Schattierungen hell, mittel und dunkel.“ |
| Angorakaninchen (A) | Weiß, Gelb, Grau, Schwarz, Blau, Bräunlich | „…kommt in den Farben Weiß, Gelb, Grau, Schwarz, Blau und Bräunlich vor…“ |
| Russisches Kaninchen (R) | Weiß mit schwarzen Abzeichen (Maske, Ohren, Füße, Blume) | „…glänzend weiß… während… Ohren, Füße, Blume und Nase rein schwarz…“ |
| Holländerkaninchen (H) | Schwarz, blau, grau, gelb usw. (dunkle Zeichnungsfarbe) | „…Backen und Ohren… sowie der hintere Teil… dunkel gefärbt, und zwar schwarz, blau, grau, gelb usw.“ |
| Schwarzloh / Blauloh | Schwarz mit loh; Blau mit loh | „Black and tan… schwarz und lohfarbig… Eine Abart… Blauloh… Grundfarbe ‚blau‘.“ |
| Japanerkaninchen (J) | Schwarz–gelb (in variabler Verteilung) | „Es ist schwarz und gelb…“ |
| Hasenkaninchen (Sa) | Hasenfarbig (braunrot mit schwarzer Schattierung) | „…kräftig leuchtendes Braunrot… schwarze Haare…“ |
| Englische Schecke (ESch) | Weiß mit farbigen Abzeichen (Schwarz, Blau etc. je nach Zeichnung) | „Die Grundfarbe… weiß. Davon hebt sich die Scheckenzeichnung… ab.“ |
| Gewöhnliches Kaninchen | Keine definierte Rassefarbe | „…auf Rassenbezeichnung keinen Anspruch…“ |
| Blauer Wiener (BlW) | Dunkelblau | „…schöne dunkelblaue Fellfarbe…“ |
| Weißer Wiener (WW) | Schneeweiß mit blauen Augen | „…Fell schneeweiß… Augen… blau.“ |
| Hermelinkaninchen (Herm) | Schneeweiß (Albino, aber edler Typ) | „Farbe schneeweiß…“ |
| Thüringer (Th) | Gemsengelb mit dunkler Maske und dunklem Anflug | „…gemsengelber Rückenfarbe… dunkle Maske…“ |
| Rheinische Schecke (RhSch) | Weiß mit Schwarz und Gelb (dreifarbig) | „…Zeichnung… aus Schwarz und Gelb… auf weißem Grunde.“ |
| Havanna (Hav) | Tabakbraun | „…tabakbraunen Pelz…“ |
| Meißner Widder (MW) | Silberfarben (hell, mittel, dunkel) | „…Silberfarbe… Schattierungen hell, mittel und dunkel.“ |
| Alaska (Al) | Tiefschwarz | „…am ganzen Körper tiefschwarz…“ |