Zum Geleit
Mit Stolz und Zuversicht kann der Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter e.V. im Jahr 1998 auf ein 50jahriges Bestehen zurückblicken. 50 Jahre Aufbauarbeit und 50 Jahre ehrenamtlicher Einsatz waren zu dokumentieren. Die Suche nach Literatur, den Niederschriften und Protokollen aus über 50 Jahren gestaltete sich äußerst schwierig und zeitaufwendig. Es kann schließlich nur das niedergeschrieben werden, was von unseren Vorfahren irgendwo niedergelegt worden ist. Wenn sich jemand damit befasst, so gewinnt er wichtige Eindrücke von den Veränderungen in unserer Gesellschaft. Was vor 20 oder 30 Jahren noch ganz alltäglich war, hat heute ganz andere Wertigkeiten. So darf ich nur daran erinnern, da der Umgang mit dem Kaninchen heute unter ganz anderen Aspekten erfolgt als vor 40 Jahren. Es hat sich vom Helfer in Notzeiten hin zu einem Hobbytier entwickelt, dessen Haltung und Pflege dem Menschen Entspannung und Zufriedenheit bringt.
Ich danke meinen Vorgingern, die als Präsidenten oder als Vorsitzende des ZDK amtierten. Erinnern mochte ich an Arnold Kück, Kurt Binder und Walter Kölz. In den Dank sind auch alle diejenigen eingeschlossen, die sich in unserer Verbandsgeschichte zu irgendeinem Zeitpunkt in den ehrenamtlichen Dienst unserer Organisation gestellt haben.
Es freut mich, dass es gelungen ist, die Gründung und Entwicklung unseres ZDK im Rahmen einer Chronik aufzuzeigen. Dieses Wirken in den vergangenen 50 Jahren zu dokumentieren, hat den Verfasser dieser Schrift, den ZDK-Referenten für Öffentlichkeitsarbeit Adolf Rudolph, vor ernsthafte Probleme gestellt. Ich danke ihm, da8 er in mühevoller Arbeit alles das zusammengetragen hat, was er bekommen konnte. In diesen Dank schließe ich aber auch alle diejenigen mit ein, die ihm bei der Suche und dem Stöbern nach historischen Quellen unterstützt haben.
Den Lesern dieser Verbands-Chronik wünsche ich angenehme und sicherlich auch einige nachdenkliche Stunden, denn es dokumentiert ein Andenken an Menschen, die uns irgendwann einmal begleitet haben und sich um den ZDK und dessen Organisation verdient machten.
In züchterischer Verbundenheit
Euer Franz Jakobs
Vorwort
50 Jahre nach Gründung des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter e.V. ist es durchaus angebracht, eine chronologisch aufgebaute Verbandsgeschichte niederzuschreiben. Die Grundlagen hierfür hatten bereits vor 25 Jahren gelegt werden sollen, aber zu diesem Zeitpunkt ist eine entsprechende Würdigung des Bestehens, aus unerklärlichen Gründen, nicht erfolgt.
Der Umgang mit der eigenen Geschichte und die Pflege der Tradition ist durchaus auch ein Ausdruck der Wertschätzung, die die uns allgemein verbindende Freizeitgestaltung – Kaninchenzucht – bei uns selbst einnimmt. Es entsteht oft der Eindruck, dass die Leistungen und die Bemühungen unserer Vorfahren einfach beiseite gewischt werden und in Vergessenheit geraten. Es ist zu hoffen, das mit der jetzigen Schrift ein Grundstein gelegt wird, um die Tradition der deutschen Kaninchenzucht mit zu würdigen.
Die Suche nach Informationsquellen war durchaus langwierig und schwierig. Zum einen danke ich dem Verlag Oertel und Spörer in Reutlingen, der mir das Archiv öffnete. Ohne diese Hilfe wäre ich kaum in der Lage gewesen, etwas niederzuschreiben. Danken möchte ich auch der Landwirtschaftskammer Rheinland für die Bereitstellung der Bibliothek und der Universität Bonn, in deren Zentralbibliothek ich ebenfalls arbeiten durfte.
Bei dieser Arbeit wurde ich unwillkürlich an die Menschen erinnert, die mir mit das Rüstzeug auf den Weg gegeben und die Begeisterung für die Kaninchenzucht geweckt haben. Ihnen widme ich meine Arbeit. Ich nenne hier Kurt Binder, langjähriger ZDK-Präsident; Erich Bergfeld, ZKD-Clubobmann und exzellenter Kenner der Rassen; Heinrich Mildenberger, Kör-Richter des rheinischen Kaninchenherdbuches; Erich Drinhaus, Kör-Richter des rheinischen Kaninchenherdbuches; Walter Furlan, Vorstandsmitglied der Deutschen Preisrichtervereinigung; Paul Hüttemann, erfolgreicher Chinchilla-Züchter und EE-Ehrenpräsident Ernst Suter-Marmillod. Ihnen allen habe ich viel zu verdanken und alle haben eine freundschaftliche Zusammenarbeit, ohne persönliche Vorteilsnahme, gepflegt. Ich weiß nur so viel, dass ich ohne das Wirken dieser Ehrenmänner nicht die Begeisterung hätte, entwickeln kennen.
Herzlichen Dank.
Ein Dankeschön geht auch an Heinz Zippel und Friedrich von Essen, die bei der Materialbeschaffung hilfreich waren.
Alfred Franke danke ich ebenfalls. Er hat eine Zusammenstellung der Entwicklung des VKSK niedergeschrieben. Er hat die Chronik des VKSK aus seiner Perspektive nach einer kurzen Rücksprache niedergeschrieben. Ohne diese zweite Chronik würde vieles undeutlich, was in den Jahren 1990 bis 1998 erfolgte.
Dem Leser wünsche ich viel Spaß bei der Lektüre und hoffe dazu, dass es möglich wird, ein zentrales Archiv für unseren Verband zu begründen.
A. Rudolph
Referent für Öffentlichkeitsarbeit im ZDK
Vorarbeiten zur Gründung des ZDK
Mit dem 08. Mai 1945, durch die bedingungslose Kapitulation des deutschen Reiches, hörte Deutschland vorübergehend auf, überhaupt zu existieren. Die Siegermächte teilten unser deutsches Vaterland unter sich in verschiedene Zonen auf. Einschränkungen im Reiseverkehr zwischen den einzelnen Zonen waren durchaus an der Tagesordnung. In der Trümmerlandschaft, gebeutelt vom Hunger, vegetierten die Besiegten dahin. Jeder Deutsche bekam nur eine bestimmte Anzahl von Kalorien durch Nahrungsmittel zugestanden, die auch noch auf Lebensmittelmarken ausgegeben wurden. Das deutsche Geld war praktisch wertlos und die Zigarettenwahrung hatte allgemein Gültigkeit. In den zerbombten Städten und verwüsteten Landstrichen regte sich trotz allem bald wieder Vereinsleben. Die Menschen hatten einfach Sehnsucht nach Gemeinsamkeit. Trotz Hunger und fehlender Verkehrsverbindungen sind Menschen zueinandergekommen und haben erfolgreich begonnen, die deutsche Kaninchenzucht neu zu organisieren. Der Reichsnährstand, der in der Zeit von 1933 bis 1945 alle Belange regelte, bestand nicht mehr und demokratisch geführte Vereine entstanden wieder. Es war aber nicht damit getan, nur die Hakenkreuze aus den Vereinsstempeln zu schneiden, sondern die jeweiligen Militärregierungen mussten erst einer Vereinsgründung zustimmen, ehe diese in die Tat überhaupt umgesetzt werden konnte. Gleiches galt auch für Kaninchenausstellungen, die ebenfalls einer Genehmigung der Militärregierung bedurften. Kurzum, es war eine Zeit, in der das deutsche Volk zur Unmündigkeit verurteilt war und streng reglementiert wurde. Kaninchen wurden trotzdem in hoher Zahl gehalten, denn es war eine der wenigen Möglichkeiten, Fleisch auf engstem Raum zu produzieren. Als echter Nothelfer hat das Kaninchen wesentlich mit dazu beigetragen, den Hunger zu lindern. Zu der Not, den Schäden durch Bombenangriffe und Kriegseinwirkungen kam noch die Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten hinzu. Millionen von Menschen mussten zusätzlich in dem bereits knappen Wohnraum mit untergebracht werden. Zwangseinweisungen in vorhandene Wohnungen waren durchaus üblich. Es war ein absolutes Durcheinander und eine für heutige Begriffe unvorstellbare Not. Doch bereits 1946 erscheinen Fachzeitschriften zum einen in Reutlingen und zum andern im Osten Deutschlands.
Hauptthemen waren damals die Fütterung, in der über die Verwertung von Apfeltrester, Brennnessel, Kartoffelkraut usw. gesprochen wurde. Das Kaninchen, um das sich die meiste Berichterstattung drehte war das Angorakaninchen.
Die Beliebtheit des Angorakaninchens war kein Wunder, bot doch die Wolle ein besseres Zahlungsmittel als die damals gültige Reichsmark. Der Vorläufer des heutigen DKZ, der „Süddeutscher Kleintier-Züchter“, schreibt dazu 1947: „Recht kurzsichtig ist auch die Auffassung, dass der Züchter über die anfallende Wolle und Felle restlos verfügen könne, und zwar zur Deckung seines Eigenbedarfes. Es ist richtig, dass der Züchter, der jahrelang nichts oder nur sehr wenig von den von ihm erzeugten Gütern behalten konnte, nun auch einmal Ansprüche geltend macht. Das sollte er aber nicht kurzsichtig tun. Wenn es möglich und gestattet wäre, alle anfallende Wolle und alle anfallenden Felle für den Eigenbedarf zu verwerten, so würde der Züchter wohl im Moment recht befriedigt sein. Er könnte seine Familienangehörigen recht schnell schon einkleiden, könnte vielleicht auch sonst noch Vorteile gewinnen. Wir wissen, dass, genauso wie lebende Tiere, auch deren Erzeugnisse heute stark begehrt sind. Es ist wirklich kein Kunststück, die Wolle und die Felle abzusetzen und dafür gute Preise und vielleicht noch so manches andere zu erwerben.“ In den damals vorhandenen Fachzeitschriften wird wiederholt auch die Solidarität von Kleintierzuchten und übrigen Bürgern gefordert. Es wird davor gewarnt, die Zuchttiere auf dem schwarzen Markt abzusetzen und dafür auch noch sehr viel Geld anzunehmen. Ganz verwerflich, so die Berichterstatter, sei die Lieferung von Zuchttieren von Gegenlieferung in Mangelware abhängig zu machen.
In der gleichen Zeitschrift wird unter der Überschrift „Kaninchenzucht in der Sowjet-Zone“ berichtet: In der sowjetischen Besatzungszone bestehen seit Anfang des Jahres 1946 in vielen Ortschaften neu gegründete Kleintierzüchtergenossenschaften und Vereine, die sich der Kaninchenzucht besonders widmen und versuchen, aus dem Dilemma der augenblicklichen Lage durch genossenschaftliche Handlungsweise herauszukommen. Diese Vereine sind teilweise im Besitz der ehemaligen Kaninchenzüchtervereins-Kennnummern und führen sämtliche Vereinsgeschäfte in alter Weise weiter, nur mit dem Unterschied, dass sie heute die Diktatur der seinerzeitigen Reichsfachgruppe Kaninchenzüchter gottlob vermissen können. Auch die wiedererstandenen Vereine sind nicht allein in der Lage, den großen Bedarf an Zuchttieren auch nur einigermaßen zu decken. Solange jedoch für ein zweijähriges Angora-Zuchtpaar 500 Reichsmark verlangt werden und gar ein als Züchter bekannter Fachmann auf dem Gebiet der Widder-Zucht für seine Jungtiere je Stück einen halben Zentner Kartoffeln, die doppelte Fleischmenge des Jungtieres oder ein Viertel Zentner Getreide fordert, ist an ein Vorwirtskommen des so dringenden Wiederaufbaues der Kaninchenzucht nicht zu denken —überhaupt sah ich in den Westzonen ein besseres Arbeiten der Kleintierzüchtervereine, als es hier in der Ostzone zu beobachten ist, und es steht fest, da8 dies nicht an der Leitung des Zentralverbandes der Kleintierzüchter liegt, sondern nur an den Örtlichen Vereinsvorsitzenden und ihren Zuchtwerbewarten, die nicht die nötige Energie zur schnellen Ingangsetzung des Wiederaufbaues der Kaninchenzucht aufbringen. Die Züchter in der sowjetischen Besatzungszone habe wie bereits erwähnt, unter den Kriegswirren der letzten Kampftage weit schwerer gelitten, als dies die Züchter der Westzonen von sich sagen können. Leider ist durch die Zoneneinteilung ein Austausch von Tieren zwischen West- und Ostzone noch nicht möglich, aber auch die Zeit wird kommen, und dann heißt es: Kaninchenzüchter, besinnt Euch auf Eure alte Zusammengehörigkeit.
Aus diesem Bericht wird schon sichtbar, dass die politischen Gegebenheiten auch Einflu8 auf die organisierte Zucht gewinnen. Stehen auf der einen Seite die drei westlichen Zonen, so steht auf der anderen Seite die sowjetisch besetzte Zone. Wie eine Insel in einem Meer liegt Berlin-West. Auch hier gibt es, wenn auch in verkleinerter Form, die Vierteilung. Die drei westlichen Sektoren — amerikanisch, britisch und französisch — orientieren sich an den Westzonen und der sowjetisch besetzte Teil Berlins orientiert sich an der damaligen Ostzone.
Ein unbedingtes „Muss“ in der Kaninchenzucht sind Zuchtschauen. Sie haben bereits 1946 gestartet. So wurde z. B. am 10. Januar 1947 in Öschelbronn, Kreis Pforzheim, die erste Kreisschau eröffnet. Auch die ,,Allgemeinen Schauen“, die bis 1945 sehr stark reglementiert wurden, finden wieder Interesse. Auch das Bewertungssystem und dessen Anwendung füllen die Zeitschriften. Es wird darüber gestritten, ob man wiegen soll oder nicht und wieviel Positionen überhaupt bewertet werden sollen. Auch die lange Zeit verpönten Scheckenkaninchen, da sie nicht den Wirtschaftsrassen angehörten, wird Interesse gewidmet. Kurt Vollmer bricht 1947 schon eine Lanze für die „Deutsche Riesenschecke“.
Die damaligen von Idealismus geprägten Mandatsträger hatten ungeachtet der politischen Querelen aber das Ziel, eine einheitliche Bewertung in Gesamtdeutschland zu erreichen. In Stuttgart fand dazu am 21. September 46 eine Sitzung des süddeutschen Züchterverbandes statt. Zur Beratung standen zwei Vorschläge an, und zwar von Württemberg mit fünf und Bayern mit vier Positionen. Man einigte sich schließlich auf den Vorschlag Bayerns mit vier Positionen: Größe und Gewicht; 2. Körperform und -bau; 3. Fell bzw. Wolle; 4. Farbe und Zeichnung.
Ob nach Punkten oder nach einem Prädikat bewertet werden sollte, war gleichfalls Gegenstand heftiger Diskussionen. Die Wiedereinführung der Punktebewertung wurde als ein Rückschritt angesehen. Joppich schreibt, dass es nur an den Preisrichtern gelegen ist, wenn der Aussteller mit der Bewertung nichts anzufangen versteht, denn durch die Bewertungen, ganz besonders bei der Vergebung der Note ,,B“, muss ihm klargemacht werden, was an seinem Tier verbessert werden muss.
Wer nur die heutige Kaninchenfütterung mit gekauften Pellets, Heu und Wasser kennt, wird kaum die Schwierigkeiten ermessen, die in den Aufbaujahren vorhanden waren. Bucheckern, sogenannter Waldabfall, Unkräuter, kurz alles, was irgendwie verfüttert werden konnte, erhielt das Kaninchen. Getreide und hochwertige Futtermittel gab es in der Kaninchenzucht so gut wie überhaupt nicht. Es wurde mit dem geflittert, was für die menschliche und andere Tiere nicht geeignet war. Es wurde sogar geprüft, ob das Heu als Kraftfutter eingesetzt werden kann. Andere Arbeiten befassen sich mit der Verfütterung Kiefern- und Tannenadeln an Kaninchen.
Das Herdbuch auch schon wieder aktiv. So fand am 31. Mai 1947 in Grevenbroich eine Tagung der Herdbuchobmänner statt, wobei der damalige Vorsitzende »Zentralobmann“ Josef Koch die rheinische Herdbucharbeit, die bekanntlich 1946 aufgenommen wurde, vorstellte. Am 24. Mai 1947 fand in Hannover die zweite Landesverbandstagung statt. Der Vorsitzende Stoffer führte dabei aus, dass der Zusammenschluss sämtlicher Landesverbinde innerhalb der britischen Zone erfolgt sei. Man hoffe nun, dass sich dies auch auf den amerikanischen und französischen Teil Deutschlands auswirken möchte. 1946/47 waren im dortigen Landesverband 252 Vereine mit insgesamt 8.193 Mitgliedern gemeldet. Am 03. August 1947 führte der Landesverband Bremen unter Vorsitz von Johannes Ehlers seine Landesverbandstagung durch. Am 25. April 1947 war Oldenburg Tagungsort des Landesverbandes Weser-Ems unter dem Vorsitzenden Kurt Binder. Durchgängig bei allen Tagungen war die Aussprache über die Bewertungsbestimmungen. Man einigte sich auf vier Positionen und die Bewertung nach einem Prädikat. Die Standardkommission des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter der britischen Zone, die vom 11. bis 13. Juli 1947 in Northeim tagte, schaffte eine klare Linie. Es wurden mit knapper Mehrheit fünf Positionen zur Prädikatbewertung angenommen. Die fünfte Position hieß: Schaufertigkeit und Kennzeichnung. Unklar war bei dieser Sitzung allerdings, ob die Ostzone bzw. die dortige Züchterorganisation diesen Vorschlag aufgreifen würde.
Am 06. März 1948 fand in Northeim die Frühjahrstagung des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter der westlichen Zonen statt. Vorsitzender war Senator Schädlich aus Celle. Anwesend waren für Niedersachsen Zuchtfreund Stoffer, für Westfalen die Züchter Brinkmann, Filthaus, Backhaus und Wellershaus, für Bremen Zuchtfreund Ehlers und Prause, für Bayern Zuchtfreund Dennhardt, für Nord-Württemberg die Züchterfreunde Schoellkopf und Grathwohl. für Südbaden in Vertretung der Züchterfreund Schöllkopf, für Nordbaden die Züchter Nagel und Baumann, für Hessen-Kassel Zuchtfreund Rößler, für Hessen-Nassau Zuchtfreund Dietrich, für Weser-Ems Zuchtfreund Binder, für Rheinland Zuchtfreund Schäfer, für Schleswig-Holstein die Züchter Geerdts und Ohrt, für Hamburg der Züchter Becker und für die Geschäftsführung der Züchter Bandmann und Frau Kestler. Der Geschäftsführer des ZDK, Bandmann, gab auf dieser Tagung einen umfangreichen Bericht und streifte seine Tätigkeit, die von persönlicher Vorsprache bei verschiedenen Ämtern und Behörden bis zur Papierbeschaffung zur Herstellung von Zuchtunterlagen reichte. Unklar war zu diesem Zeitpunkt noch, ob die süddeutschen Verbände zur Zusammenarbeit bereit sind. Interessant ist, dass der ZDK zu diesem Zeitpunkt einen hauptamtlichen Geschäftsführer hatte. Es wird weiterhin vereinbart, dass am 19. und 20. Juni 1948 wiederum in Northeim eine Tagung stattfinden soll, auf der ein Gesamtvorstand erstmalig gewählt wird. Bezüglich der Clubs wurde folgendes vereinbart: „Wer Mitglied eines Spezialclubs sein will, muss Mitglied eines Ortsvereins sein. Eine Sonderkennzeichnung findet nicht statt, die Tätowierung muss durch den Ortsverein erfolgen. Für die Kennzeichnung der diesjährigen Jungtiere (1948) ist die Übergangszeit vorbei. Ab 01. 0I. 1948 müssen beide Elterntiere gekennzeichnet sein, wenn eine Kennzeichnung der Jungtiere erfolgen soll“. Weiterhin wird noch folgendes ausgeführt: „Wenn Grenzvereine in einem anderen Landesverband überwechseln wollen, so wird dies von den beiden Landesverbänden entschieden. Streitfälle und Oppositionsvereine scheiden dabei aus. Im Allgemeinen müssen die Grenzen des Verbandes eingehalten werden, weil die Staatsmittel und Zuschüsse für das betreffende Land gegeben werden. Ein ordentliches Mitglied kann keinen zwei Landesverbänden angehören. Tiere mit dem Kennzeichen des Bundes, das aus der Ostzone entlehnt wurde, dürfen von Preisrichtern des ZDK nicht bewertet werden. Der Antrag Bandmann, den Mitgliedsbeitrag für 1948 von 20 Pfennig auf fünf Pfennig pro Mitglied zu senken, wird einstimmig angenommen“.
Übrigens fand am 25. und 26. März 1948 die erste offizielle Herdbuchtagung des ZDK (westliche Zonen) in Frankfurt statt, während am 15. und 16. April 1948 in Halle das erste Treffen der Angorakaninchen-Herdbuchzüchter der Ostzone stattfand. An dieser Tagung sprachen bekannte Persönlichkeiten wie Joppich und Tegtmeyer.
Die Gründung
Am 18. Juni 1948 wurde die Hauptversammlung des ZDK (westliche Zonen) in Northeim durchgeführt. Den Vorsitz führt Senator Schädlich. Er hatte 1945 den Vorsitz übernommen. Mittlerweile ist er aus dienstlichen und gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, die Arbeit weiterzuführen und bittet, einen Nachfolger zu wählen. Vorgeschlagen werden die Züchter Stoffer aus Hannover, Filthaus aus Westfalen und Becker aus Hamburg. Gewählt wird der Züchter Stoffer als Nachfolger. Vom rheinischen Vertreter, dem Züchter Heinrichs, wird erneut die Einführung des Punktestandards gefordert. Trotz einer begeisternden Rede wird der Punktestandard bei nur zwei Ja-Stimmen nicht akzeptiert. Es bleibt beim Prädikatstandard. Mit dieser Tagung, die allgemein als Gründungstagung des ZDK angesehen wird, waren klarere Verhältnisse. Hinzu kam, dass im Jahre 1948 auch eine Währungsreform stattfand und die Reichsmark von der DM abgelöst wurde.
In die gleiche Zeit fällt auch der Plan des Wirtschaftsrates, die Angoraerzeugnisse mit einer 20 %igen Luxussteuer zu belegen. ZDK-Vorsitzender Fritz Stoffer beauftragte in diesem Zusammenhang Walter Ohrt, entsprechende Proteste vorzutragen.
Im Frühjahr 1948 erkrankte der ZDK-Geschäftsführer Eduard Bandmann ernstlich. Er hatte ein Kriegsleiden, was sich noch durch die anstrengende Aufbauarbeit für den ZDK verschlimmerte und dieses Leiden war für ihn letztendlich das Aus der Arbeit.
Die Verdienste von Eduard Bandmann als ZDK-Geschäftsführer wurden besonders gewürdigt. Der ZDK war allerdings gezwungen, die Geschäftsstelle von Northeim nach Hannover zum damaligen Vorsitzenden Stoffer zu verlegen. Ab dem 01.01.1949 hatte der ZDK somit seinen Sitz in Hannover.
Der Landesverband Bayern feierte sein 50jähriges Bestehen. Ausführlich wurde in einer Laudatio Fritz Aichele, der Vater der bayerischen Kaninchenzucht, gewürdigt. Nach der vorliegenden Chronologie wurde am 13.02.1895 der erste bayerische Kaninchenzüchterverein in Regensburg gegründet. Gefeiert wurde am 14. und 15. Mai 1949 in München.
Bei dieser Jubiläumsfeier war auch der ZDK-Vorsitzende Fritz Stoffer anwesend. Er ernannte dort Fritz Aichele zum Ehrenmitglied des ZDK. Der Redakteur Schmahl vom „Süddeutscher Kleintierzüchter“ (SKZ), Reutlingen, überbrachte die Glückwünsche und Grüße und überreichte dem Landesverband Bayern eine Verbandschronik. Weiterhin überreichte er zu Ehren des Gründers des Landesverbandes Bayern den vom SKZ gestifteten „Fritz-Aichele-Ehrenpreis“, der alljährlich auf die Dauer von zehn Jahren auf der Verbandsschau in Höhe von 50 DM auf die beste DW-Häsin eigener Zucht in Verbindung mit einer Urkunde vergeben werden soll.
In Stuttgart-Hohenheim fand vom 01.04.1948 bis 31.03.1949 die erste Leistungsprüfung für Angora-Kaninchen statt. Zur Prüfung waren nur Rammler zugelassen. Die Durchschnittsleistung betrug 380,0 g. Die Spitzenleistung lag bei 441 g Wolle bei einem Lebendgewicht von 3,2 kg. Außer der absoluten Jahresleistung ist auch noch der Wollertrag je kg Lebendgewicht errechnet, ebenso der Wollwert, den man erhält, wenn man den Anteil an erster Sorte mit vier, den an zweiter Sorte mit drei und an dritter Sorte mit zwei und an Filz mit eins multipliziert, die Summe bildet und durch zehn teilt.
Auch das Tierschutzgesetz wurde auf Anregung des Wirtschaftsrates teilweise geändert. Der Entwurf hielt im Interesse der Tierzucht und der gesamten tierischen Erzeugung daran fest, dass kein männliches Tier zum Decken oder zur künstlichen Besamung verwendet werden darf das nicht geeignet ist, die Landestierzucht zu heben. Die Auswahl der zur Zucht zugelassenen männlichen Zuchttiere wird daher, wie bisher, durch eine unparteiliche Prüfung (Körung) festgestellt. Dies traf natürlich nicht auf Kaninchen, wohl aber auf die Legehühner zu. Hier wurden noch bis in die späten 60er Jahre die zur Zucht vorgesehenen Hähne von Wirtschaftsrassen gekört.
Die Konsolidierung der Landesverbände war noch nicht abgeschlossen. So hat der heutige Verband Rheinland-Nassau, der damals unter dem Namen Rheinland-Hessen-Nassau firmierte, erst am 24. März 1949 seine Gründungsversammlung halten können. Es war der letzte der Kleintierzüchterverbände, der damit gegründet wurde. Am 19. Juni 1949 sind dann die Mitglieder zur zweiten Mitgliederversammlung nach Koblenz eingeladen worden. Die Tatsache, dass diese Versammlung weit besser besucht war als die Gründungsversammlung, beweise, so führte der Geschäftsführer, Landwirtschaftsrat Genius, in seiner Begrüßung aus, dass auch die Kaninchenzüchter von Rheinland-Hessen-Nassau, deren Organisation nach dem Zusammenbruch restlos zerschlagen worden war, sich wieder zusammengefunden haben und am Wiederaufbau der Kleintierzucht, deren volkswirtschaftliche und soziale Bedeutung heute allgemein anerkannt werde, mitzuarbeiten bereit sind. Mit besonderer Freude konnte der Geschäftsführer als Gäste das Vorstandsmitglied des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter der westlichen Zonen, Herrn Heinrich Schäfer, Düsseldorf, und den Obmann für Zuchtfragen im Landesverband Rheinischer Kaninchenzüchter, Herrn Bonni-Eschweiler, begrüßen, wodurch die noch starke Verbundenheit mit Bonn zum Ausdruck komme. Wichtigster Punkt der Versammlung war die Wahl des Vorstandes. Zum ersten Vorsitzenden wurde Johann Scheidt, Hönningen, gewählt. Obmann für Preisrichter wurde Robert Baldus, Irlich, Obmann für Frauenarbeit wurde Max Pollmer, Bendorf (dies ist kein Schreibfehler, sondern der Obmann für Frauenarbeit existierte tatsächlich).
Am 06. und 07. August 1949 fand die Hauptversammlung des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter (westliche Zonen) in Frankfurt, Handwerkerhaus, Bleichstraße 38 a statt. Die Tagung wurde abgerundet durch einen Vortrag von Prof. Koch, Celle. Er sprach über die wirtschaftliche Bedeutung der westdeutschen Kaninchenzucht im Rahmen der Kleintierzucht. Fritz Stoffer, der damalige Vorsitzende des ZDK, konnte neben dem Referenten Prof. Koch noch begrüßen Dr. Lang, Landwirtschaftskammer Frankfurt, und ebenfalls von der Landwirtschaftskammer Herrn Genius, Koblenz, die Landesverbandsvorsitzenden Scheidt, Hönningen, und W. Stumpf, Speyer. Vertreten war auch der Verband der Reichsbahnkleinlandwirte. Auf dieser Tagung stand auch die Satzung des Zentralverbandes zur Beschlussfassung an. Streitpunkte waren die jeweiligen Vereinszugehörigkeiten zu den Landesverbänden.
Weiterhin wurde beantragt: Die Obleute für Herdbuch, Organisation, Ausstellungen, Fellfragen, Angora, Selbstverwerter und Preisrichter gehören dem engeren Vorstand an.
Schleswig-Holstein beantragte: Die Festsetzung der Tagegelder ist nicht Angelegenheit des Vorstandes, sondern der Mitgliederversammlung. Hamburg forderte, dass der Termin der Hauptversammlung acht Wochen vorher bekanntgegeben werden muss. Schleswig-Holstein forderte weiterhin, Anträge und Tagesordnung vier Wochen vorher bekannt zu geben. Auch die Stimmenzahl wird diskutiert. Je angefangene 3.000 Mitglieder wird eine Delegiertenstimme zugestanden.
K, Binder, Obmann für das Ausstellungswesen, gab bekannt, dass für den Besuch von Landesverbandsschauen keine Mittel vorhanden waren. Weiter führte er aus: Heute sei das Ausstellungswesen in einer kleinen Krise. Vor dem Tag X hätten die Vereine und Verbände bei Behörden ein offenes Ohr gefunden, die Fellwirtschaft florierte und Fellfirmen waren auf den Schauen stark vertreten. Wir hatten einen starken Besuch von Laien. Heute erfordere jede Schau eine genaue Vorkalkulation. Zuschüsse seien nicht zu erwarten und aus eigenen Mitteln können wir nicht bestehen. Die neue Bundesregierung müsse über die Landwirtschaftsministerien Mittel für die Kleintierzucht zur Verfügung stellen. Die Schurkontrolle der Angorazüchter stand den Schauen im Wege und hat sich bis zu den Landesverbandsschauen ausgewirkt. In Zukunft müssten die Schauen wieder genehmigt werden und er bittet die Preisrichter, nur auf solchen Schauen zu bewerten, wo ihnen die Genehmigung vorgelegt wird. Zur Preisvergebung appelliere er an die Vereine, den Preisrichtern erst nach der Bewertung die Höhe der zur Verfügung stehenden Gelder bekannt zu geben. Die neuen Ausstellungsbestimmungen seien nun herausgekommen und stimmen ziemlich mit denen der Ostzone überein. Die Meldung der Landesverbände über ihre Obmänner für das Ausstellungswesen erwarte er noch.
Der Obmann für Fellfragen, Schöllkopf, Stuttgart, beklagte den allgemeinen Preisniedergang. Für getrocknete Kaninchenfelle, die als Schneidware eingesetzt werden, wurden damals nur noch 2 DM gezahlt.
Der Obmann für Angorazucht, Ohrt, Kiel, sprach über die Gründung von Genossenschaften, die einen besseren Wollabsatz garantieren. Er stellte fest, dass viele Erwerbslose sich der Angorawollproduktion widmen.
Für die Selbstverwertergruppen sprach Frau Wellershaus. Sie schilderte den Zustand der Frauengruppen in Westfalen und nannte die Mitgliederzahlen. Nach ihrer Mitteilung sind dort 1949 105 Frauengruppen mit 1.037 Mitgliedern gemeldet. Diese Frauengruppen seien besonders wichtig, weil auf Ausstellungen die Erzeugnisse den Hauptanziehungspunkt bildeten. Sie forderte, dass auch in den Vorständen Frauen mitarbeiten sollten. Obmann Nagel, Mannheim, sprach über die bis jetzt gemachten Erfahrungen mit dem neuen Standard, der nur zum Teil den Beifall der Züchter gefunden habe. Ein Jahr habe der neue Standard im Schubfach gelegen, um dann im Telegrammstil fertig gemacht zu werden. Nachdem er dann erst kurz vor der Ausstellungssaison herauskam, war an eine gründliche Durcharbeitung von Seiten der Richter nicht mehr zu denken. Dieses Jahr wäre auch die Schulung besser geworden und auch den Wünschen der Züchter wurde durch Verbesserungen Rechnung getragen. Die Kritik an der Arbeit der Richter ist berechtigt, so Nagel. Sie muss aber sachlich geführt werden und darf nicht in persönliche Kritik ausarten. Solche Artikel gehören nicht in die Fachpresse, sondern an die Obmänner der Preisrichter. So Nagel.
Die Spezialzüchter bzw. Clubzüchter forderten auf dieser Versammlung ebenfalls einen Vertreter im ZDK-Vorstand.
Aus Bayern und Württemberg lag ein Antrag vor, Japaner- und vielfarbige Holländerkaninchen zuzulassen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Dasselbe erfolgte auch für die Zulassung von farbigen Angora. Der zuständige Obmann erklärte hierzu, dass farbige Wolle von der Industrie nicht gefragt sei und schlägt vor, den Antrag abzulehnen.
Ein sehr bekannter Angorazüchter war übrigens Michael Kaltenegger, der später Kassierer des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter wurde.
In der Welt der Fachzeitschriften vollzog sich auch ein Wandel. Die Zeitschrift „Süddeutscher Kleintierzüchter“ bezeichnete sich im vierten Jahr ihres Erscheinens ab dem 05. Oktober 1949 als „Deutscher Kleintierzüchter“. Der damalige Redakteur war Werner Schmahl.
Krankheiten haben auch die Kaninchenzüchter zur damaligen Zeit beschäftigt. Neben der Kaninchen-Syphilis war es hauptsächlich die Kokzidiose. Bis 1948 hat es überhaupt kein wirksames Mittel gegeben, diese Krankheiten zu bekämpfen. Geforscht haben damals Dr. Seck und Prof. Meyn sowie Dr. Dorn aus Leipzig. Erst dann wurden Sulfonamide eingesetzt und empfohlen. Das damalige Mittel hieß Eleudron.
Das Schauwesen normalisierte sich immer weiter. So fand vom 14. bis 15. Januar 1950 in Essen die erste Landes-Clubschau des Rheinlandes statt. Der damalige Obmann war der spätere ZDK-Clubobmann Erich Bergfeld. Insgesamt 700 Tiere wurden damals ausgestellt. Auch das „Schaufertigmachen“ beschäftigte damals viele Züchter. Streitpunkt war, ob und wie vereinzelte weiße Haare aus dem Fell entfernt werden dürfen und was der Preisrichter ggf. bei Übertreibungen unternehmen kann.
Trotz dieser Querelen und auch der nicht enden wollenden Forderung nach Standardänderungen finden immer mehr Kleintierschauen statt. Am 14. und 15. Januar 1950 ist in Ludwigshafen-Oggersheim die erste Landesausstellung des damaligen Verbandes Pfalz durchgeführt worden. Diese Veranstaltung fand ein knappes Jahr nach der Gründung des pfälzischen Landesverbandes statt. Insgesamt 600 Kaninchen der verschiedensten Rassen haben sich damals dem Wettbewerb gestellt.
Der ZDK ist am 05. Mai 1950 unter der Nr. 551 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Hannover eingetragen worden. Der Vorsitzende ist der Architekt Fritz Stoffer, der auch gleichzeitig den Verband im Sinne von 26 BGB vertritt. 1950 wurde auch Georg Nietzer, Nürnberg, zum Vorsitzenden des Landesverbandes Bayerischer Kaninchenzüchter gewählt.
Die Hauptversammlung des ZDK war für den 17. Juni 1950 in Stuttgart terminiert. Vertreten waren dort die Landesverbände Bayern, Südbaden, Hamburg, Hessen-Nassau, Kurhessen, Rheinland-Nassau, Westfalen, Nordwürttemberg, Nordbaden, Bremen, Hannover, Pfalz, Rheinland, Weser-Ems, Schleswig-Holstein, Südwürttemberg. Der Geschäftsbericht des Vorsitzenden Stoffer beschäftigte sich mit der finanziellen Lage und dem starken Mitgliederrückgang. Der ZDK forderte damals weiterhin, die Einfuhr von Angora-Rohwolle und Angorawaren zu stoppen, solange der Bedarf von den deutschen Züchtern gedeckt werden kann. Weiterhin wurde gebeten, die Einfuhr ausländischer Kaninchenfelle zu reduzieren. Der ZDK plante weiterhin, sich als gemeinnütziger Verband für die gesamte Westzone eintragen zu lassen, um steuerliche Schwierigkeiten aus der Welt zu schaffen. Der Obmann für Organisation, Schäfer, Düsseldorf, erinnerte, dass nach der Währungsreform der Verband völlig neu beginnen musste. Durch die Kaninchenzucht seien in den schwersten Zeiten Millionen Menschen vor dem Verhungern bewahrt worden. Heute würde der Markt durch die Teilselbstversorgung entlastet. Schäfer gedachte der Verwundetenhilfe während des Krieges und der Unterstützung der Züch terfreunde untereinander. Er führt aus: „Wir haben keine Wirtschaftsrassen mehr, denn sämtliche Rassen sind wirtschaftlich. Das Wort „Sport“ muss verschwinden. Viele Hausbesitzer und siedlerverbände verbieten das Halten von Kaninchen. Gerade der Siedler soll ja Kleintierzucht betreiben.“
Dennhardt, München, ehemaliger Vorsitzender des Landesverbandes Bayern, hat sein Amt als zweiter ZDK-Vorsitzender zur Verfügung gestellt. Nachfolger wurde Schöllkopf, Stuttgart. Als Kassierer wurde Kurt Binder, Oldenburg, und als Schriftführer Filthaus, Westfalen, gewählt. Es wurde beklagt, dass verschiedene Landesverbände ihre Bewertungsurkunden selbst haben drucken lassen. Sie haben damit die ZDK-Lizenzgebühren entzogen. Der Vorschlag der Versammlung ging dahin, auf Ausstellungen nur noch Bewertungskarten zuzulassen, die vom ZDK stammen.
Der Haushaltsplan für 1950 sah Einnahmen und Ausgaben mit je 7.200 DM vor. Aus Rheinland und Westfalen wurde ein Antrag eingebracht, den 100-Punkte-Standard sofort wieder einzuführen. Aus Hannover war ein Antrag eingegangen, die Prädikatbewertung bestehen zu lassen. Aus Südwürttemberg ist der gleiche Antrag eingebracht worden. Für die Einführung des 100-Punkte-Standards sprach Schäfer, Düsseldorf, und hielt Rückblick auf die Jahre 1933. Es wurde vorgeschlagen, weiterhin Verhandlungen mit der Ostzone aufzunehmen, um zu einem einheitlichen deutschen Standard zu kommen und dementsprechend den rheinischen /westfälischen Antrag ein Jahr zurückzustellen. Bonni, Rheinland, erklärt dazu, dass Rheinland und Westfalen jetzt nach dem 100-Punkte-System bewerten werden. Der 100-Punkte-Standard sei im Rohmanuskript fertig und von Spezialzüchtern, Richtern und Züchtern ausgearbeitet worden. Eine andere Zustimmung könne er nicht geben. Dieses ultimative Verhalten vom Rheinland und von Westfalen wird von den anderen Delegierten bedauert und man erklärt, dass damit die Demokratie auf den Kopf gestellt werde. Über das Bewertungssystem wurde nochmals geheim abgestimmt. Es ergaben sich 22 Stimmen für das 100-Punkte-System und 30 Stimmen für die Prädikatbewertung. Mit diesem Abstimmungsergebnis ist Rheinland und Westfalen nicht einverstanden.
Weiterhin hat das Rheinland den Antrag eingebracht, bei der Bundesregierung zu erwirken, dass alle Kaninchenschauen steuerfrei werden und dass Zuchtverbote bei einwandfreier Haltung nicht mehr gestattet sind. Der Antrag aus Nordbaden, die Tiere von Jungzüchtern zusätzlich mit einem kleinen „J“ zu kennzeichnen, wurde abgelehnt. Als nächste Tagungsstadt wurde auf Antrag von Rößler, Kassel, angenommen.
Mit guten Vorsätzen begann man das Jahr 1951. Folgende wesentliche Dinge waren vorrangig:
1. Klärung der Standardfrage
2. Stärkung der Organisation und unbedingte Einsatzbereitschaft aller Züchter
3. Erlangung der bundesstaatlichen Förderung.
Die Standardfrage bedurfte einer eindeutigen Erledigung. Die unklare Lage förderte weder den Idealismus noch den notwendigen Zusammenhalt. Es wurde appelliert, sich zu einigen, denn wichtig sei, dass man zu einem Ergebnis komme. Es werde nie alle Züchter befriedigen, aber das Ergebnis müsse von allen Züchtern respektiert werden. Schließlich ginge es um die Rassekaninchenzucht und nicht um persönliche Ansichten.
1951 wurde auch zu einer Bundes-Clubschau nach Augsburg eingeladen. Als Ausstellungsleiter fungierte Konrad Rebholz.
Der Landesverband westlicher-lippischer Kaninchenzüchter führte vom 26. bis 28. Januar 1951 nach 22jähriger Unterbrechung in Lüdenscheid wieder eine Landesschau durch. In der Lüdenscheider Schützenhalle stellten sich 1.326 Tiere den 40 Preisrichtern. Die Ausstellungsleitung lag in den Händen von W. Schäfer.
Auch auf der „Grüne Woche 1951″ in Berlin waren die Kaninchen vertreten. Der Berichterstatter führt dazu aus: „Eines muss jedoch als einschränkend vorweg zur Sparte Tierschau gesagt werden: Die Beschickung aus der Ostzone blieb fast gänzlich aus. Sperren und Kontrolldrohungen von Seiten der Russen behinderten an den Zonen und der Sektorengrenze die Zuleitung von lebenden Tieren“. Die Kaninchenabteilung umfasste damals mehr als 800 Tiere.
Ein wichtiger Pionier der Kaninchenzucht soll in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Am 13. Juni 1950 wurde Prof. Dr. Hans Nachtsheim, Prof. für allgemeine Biologie und Genetik und Direktor des Institutes für Genetik der Freien Universität Berlin, Direktor des Instituts für vergleichende Erbbiologie und Erbpathologie der deutschen Forschungshochschule 60 Jahre alt. Ein Standardwerk, welches allen interessierten Kaninchenzüchtern bekannt sein sollte, ist „Vom Wildtier zum Haustier“.
Innerhalb des ZDK tat sich auch einiges. Der Landesverband Berlin (West) unter seinem damaligen Vorsitzenden Hermann Müller, Berlin-Rudow, erhielt das Kennzeichen „A“. Das bisher geführte Kennzeichen „D“ darf ab 01.04.51 nicht mehr geführt werden.
Im Landesverband Hamburg wurde ein neuer Vorsitzender gewählt — Erich Gadsch, Hamburg-Blankenese.
In Nordwürttemberg stellte der Landesvorsitzende Schöllkopf sein Amt zur Verfügung. Als neuer Vorsitzender wurde Albert Maute, Kornwestheim, gewählt. In Württemberg wurde weiter ein Zusammenschluss der Landesverbände Nord und Süd diskutiert. Allgemein gab es zu diesem Wunsch nur positive Stimmen.
In Baden fand unter Vorsitz von Karl Nagel am 11. Februar 1951 in Karlsruhe eine erweiterte Vorstandsitzung statt. Besonders erwähnt wurde dabei, dass von den Ministerien für die Förderung der Angorazucht und zur Ausgestaltung der Ausstellung namhafte Geldbeträge zur Verfügung gestellt wurden. Beklagt wurde auch, dass die Ende Januar 1951 vorgesehene Landesschau der Maul- und Klauenseuche bzw. der Seuchenverhütung zum Opfer fiel. Ein Verbot dieser Ausstellung erfolgte in letzter Minute und der Verband hat durch Rundfunk und Rundschreiben alles versucht, die Mitglieder davon zu unterrichten.
Mit der Ausgabe Nr. 13 aus 1951 wurde der „Deutscher Kleintier-Züchter“ auch noch Organ des Verbandes Bayerischer Kaninchenzüchter. Der Zeitschriftentitel wurde um „Die Kaninchenzucht“ erweitert.
Kurt Binder bricht in dieser Zeitschrift eine Lanze für die Zuchtbuchführung und verbindet dies gleich mit einem Gedanken zur Verbesserung der Kassenlage. Der ZDK wies übrigens zu diesem Zeitpunkt nur rote Zahlen in seinem Kassenbericht auf.
Kun Binder führt über die Rassebescheinigung aus: „Da ist zunächst die Rassebescheinigung, genannt der kleine Abstammungsnachweis. Wir haben diese Bescheinigung geschaffen, um die Echtheit einer Tätowierung zu bekräftigen und dem Käufer eines Zuchttieres für seine Zuchtunterlagen wenigstens die Adresse von Vater und Mutter mitzugeben. Ausgestellt muss diese Bescheinigung werden, nach den uns selbst gegebenen Bestimmungen, für jedes tätowierte Jungtier und nicht, wie es gehandhabt wird, nur für ein verkauftes Jungtier. Der Tätowiermeister hat die Rassebescheinigungen sofort nach dem Tätowieren an den Züchter zu übergeben. Der Zuchtbuchführer hat also danach schon beim Eintragen der Tiere in das Vereinszuchtbuch auch die Rassebescheinigungen auszustellen. Was aber bei der Rassebescheinigung ganz besonders wichtig ist, ist das, dass sie auch für unsere Organisation finanziell eine gewaltige Kraft bedeutet. Dieselbe Kraft, wie der Hühner-Bundesring bei den Rassegeflügelzüchtern, wo selbst kleinste Landesverbände von 3.000 Mitgliedern Einnahmen bis 8.000 DM zu verzeichnen haben. Mit solchen Geldern hat eine Organisation dann auch eine Macht. Wenn nun auch im Gegensatz zum Hühner-Bundesring, der ja heute 0, 16 DM kostet, unsere Rassebescheinigung nur 0,03 DM kostet, so trägt doch auch hier die Masse schon Pfennige zusammen, auf die wir bei einer fruchtbringenden Arbeit nicht verzichten können. Die Einnahmen der Rassebescheinigungen sollen wie folgt verteilt werden: I Pfennig für Herstellung und Vertrieb; I Pfennig für den Landesverband; I Pfennig für den Zentralverband. Was diese Beträge bedeuten, sehen Sie am besten daraus, wenn wir für dieses Zuchtjahr 500.000 Jungtiere veranschlagen“.
Kurt Binder führte weiter aus, dass es 1951 eine herausragende Aufgabe aller Vereins-, Landesund Kreisfunktionäre sein solle, die Züchter wieder zum Schreiben zu bewegen.
Für den 26. August 195 1 ist in Kassel-Oberzwehren die ZDK-Jahreshauptversammlung angesetzt. Hierbei wurde A. J. Kück, Hamburg, zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er löste den bisherigen Vorsitzenden Fritz Stoffer, Hannover, ab. Zweiter Vorsitzender wurde Zfr. Schöllkopf, Weilimdorf.
Der bisherige Vorsitzende Stoffer erschien überhaupt nicht zur Tagung des ZDK, was wiederum zu einem Misstrauensantrag führte, dem die Versammlung mit Mehrheit stattgab. Die Erhöhung des ZDK-Beitrages von 5 auf 10 Pfennig je Mitglied und Jahr wurde ebenfalls angenommen. Der Antrag auf Einführung von Ohrmarken wurde aus dem vorherigen Grund (Beitragserhöhung) zurückgezogen. Bei der Bewertung erhalten die Landesverbände weiterhin freie Hand, bis in Zusammenarbeit mit den Standardkommissionen der Landesverbände der neue Standard ausgearbeitet ist.
Im Vorstandsbericht ging Schöllkopf auf die Beschwerden der einzelnen Verbände ein, die eine Änderung der Arbeitsweise des ZDK wünschten. Er habe als zweiter Vorsitzender in die Geschäftsführung keinen Einblick nehmen können und man wisse, dass dieses sehr im argen liege. Für die wenige geleistete Arbeit sei ein Büro vorhanden gewesen, das monatlich 110 DM Aufwand erfordert habe. In Anbetracht der finanziellen Lage des ZDK sei Stoffer aufgefordert worden, das Büro aufzugeben, was in der Zwischenzeit geschehen sei.
Als Kassierer nahm Kurt Binder sich die finanzielle Lage des ZDK vor. Er stellte klar, daß ein als Forderung auftauchender Betrag in Höhe von rund 3.000 DM ein Trugbild sei, denn in Wirklichkeit bestünde eine solche Forderung nicht. Die Unterverteilerstellen seien vom ZDK mit Drucksachen beliefert worden, und da die Verrechnung mit dem Verlag Wellershaus erfol ge, habe man das Konto des Verlages mit den von den Unterverteilerstellen zu erwartenden Geldern aus dem Verkauf der Drucksachen belastet. Der größte Teil der Drucksachen verblieb bei den Unterverteilerstellen und wurde nicht abgesetzt. Da zumeist überholt, ist ein Absatz auch nicht mehr zu erwarten und die Drucksachen stellen lediglich einen Haufen Altpapier dar. Kurt Binder erinnerte daran, dass er bei der Übernahme seines Amtes lediglich einen geringen Barbestand vorgefunden habe, dem enorme Verpflichtungen gegenüberstanden. In seiner Eigenschaft als Kassierer sei ihm nicht die Möglichkeit gegeben worden, die Kassenverwaltung verantwortungsbewusst zu führen. Er habe sich lediglich als „Buchhalter-Kassierer“ gefühlt und könne unter solchen Umständen nicht mehr tätig sein. Durch die beiden eingegangenen Raten aus dem Vermögen der früheren Reichsfachgruppe (Reichsnährstand) verfüge der ZDK, nachdem die Anteile an die Verbände ausbezahlt wurden, über ein Barvermögen von rund 9.000 DM. Selbst bei bescheidenen Aufwendungen und bei sparsamer Geschäftsführung sei es künftig nicht möglich, mit einem Beitrag von 5 Pfennig auszukommen. Bei rund 50.000 Mitgliedern seien 2.500 DM im Jahr für den ZDK eine Summe, aus der die dringenden Ausgaben nicht bestritten werden könnten. Der aufgestellte Vorschlag sehe 10 Pfennig Beitrag vor und um eine Erhöhung käme man nicht herum. Schließlich müsse der ZDK auch Ehrenpreise künftig zur Verfügung stellen und Ehrungen verdienter Züchter vornehmen. Kück, Hamburg, als Revisor unterstrich, dass Kurt Binder seine Arbeit als Kassierer gewissenhaft erledigt habe. Es sei jedoch Tatsache, dass durch Eintreiben vieler Forderungen enorme Unkosten entstanden seien, die sich der Verband bei pünktlicher Bezahlung hätte ersparen können. Es sei nicht übertrieben, wenn man behaupte, die Beiträge von mindestens zwei Landesverbänden seien für Gerichtsvollzieherkosten verwendet worden.
Die Wahlen an der damaligen Tagung waren absolut spannend. Für den ersten Vorsitzenden kandidierten Kück, Binder, Geerdts, Filthaus und Schöllkopf. Von diesen Kandidaten lehnte Geerdts wegen Arbeitsüberlastung ab. Die Wahlkommission bildeten Müller, Berlin, Christ, Mülheim-Ruhr und Stumpf, Speyer. Kein Kandidat erhielt die absolute Mehrheit und es wurde noch eine Stichwahl notwendig. Aus dieser Stichwahl ging A. Kück mit 19 Stimmen als Vorsitzender hervor. Die Frauengruppen wurden von Frau Wellershaus geführt.
Die „Grüne Woche“, die traditionell im Januar stattfindet, wurde 1952 durch um 1/3 verbilligte Fahrpreise besonders beworben. Die Eintrittskarten zu dieser Messe kosteten als Dauerkarte 4DM.
Der ZDK bemüht sich, einen einheitlichen Standard zu schaffen und bittet gleichzeitig, demokratische Gepflogenheiten zu beachten, unabhängig davon, wie der Standard letztendlich aussieht, da es dazu erheblichen Streit gab.
A. Kück schrieb damals: Das Ziel unserer Organisation ist die Zucht und als Messgerät der Standard. Messen kann man aber nur dann, wenn ein einheitliches Maß benutzt wird. Unsere Bewertungsrichtlinien hatten Lücken, das wissen wir alle. Darum bitte ich Sie herzlich, Ihr ganzes Fachwissen in den Dienst der Schaffung des neuen Standards zu stellen.
Für die Preisrichter ist es notwendig, so A. Kück, eine eigene Organisation zu schaffen, um die Ausrichtung auf Bundesebene zu erreichen. Die erforderliche Vorarbeit muss hierfür von den einzelnen Preisrichtergruppen geleistet werden, damit es auf der nächsten Tagung, die aller Voraussicht nach im Mai in München stattfindet, möglich ist, die Preisrichterorganisation zu bilden.
Albert Maute, späterer Vorsitzender des deutschen Preisrichterverbandes für Kaninchenzucht, stellte die einzelnen Klassen und Abteilungen der Kaninchen vor. Damals wurden neun Abteilungen genannt, die in unterschiedliche Klassen eingeteilt waren. Die erste Abteilung bildeten die großen Rassen, wobei es bei den Deutschen Riesen die Klasse 3 für andersfarbige Riesen gab. Andersfarbig bedeutete andere Farben außer grau und weiß. Bei den Widdern wurde schon unterschieden in wild-, hasen-, dunkel- und eisengrau, weiß, schwarz, blau und wildfarbig, schwarzweiß, blauweiß und grauweiß. Die Abteilung 2 bildeten die damals anerkannten 15 mittelgroßen Rassen. Die Abteilung 3 wurde von I l kleinen Rassen gebildet. Die Abteilung 4 hatte Angora und die Abteilung 5 Kurzhaarrassen zum Inhalt. In der Abteilung 6 wurden Züchtersammlungen vorgestellt und in Abteilung 7 die Herdbuchtiere, während Neuzüchtungen in Abteilung 8 und die Erzeugnisse in Abteilung 9 eingeordnet waren. Die Altersgrenze der Tiere auf Jungtierschauen war damals mit mindestens drei Monaten und höchstens sechs Monaten festgelegt.
Ein Schlaglicht auf die Situation innerhalb Deutschlands wirft ein Neujahrsgruß aus dem Jahre 1952: Wieder stehen wir an der Schwelle eines neuen Zuchtjahres und noch immer trennen uns die Zonengrenzen und hemmen so unsere züchterische Zusammenarbeit, die wir zum Wohle unserer lieb gewordenen Zucht leisten.
Ein Jahr fleißiger und zäher Züchterarbeit liegt wieder hinter uns. Manchen von uns wurden vielleicht die in das Jahr 1951 gesetzten Hoffnungen in der Zucht erfüllt, vielen vielleicht blieb der gewünschte Erfolg im vergangenen Jahr versagt. Aber ungeachtet dessen lassen wir uns nicht entmutigen und gehen mit umso größerem Eifer hinein in das kommende Zuchtjahr.
Möge uns der Allmächtige gnädig sein und das Jahr 1952 doch endlich die lang ersehnte Einheit bringen, damit durch Blutwechsel und engster Zusammenarbeit unsere lieb gewordene Kaninchenzucht weiter blühe und gedeihe zum Wohle aller Züchter und unseres lieben deutschen Vaterlandes. Wir sind alle Brüder und gerade deshalb wollen wir uns die Hände reichen und die bereits angebahnte Zusammenarbeit weiter vertiefen und fördern. Darum, ihr lieben Zuchtfreunde im Westen, seit alle recht herzlich gegrüßt von Euren Zuchtfreunden im Osten.
Der Streit um den Standard wird mit unverminderter Härte weitergeführt. Einige Kostproben aus den damaligen Leserbriefen: Wenn wir uns nun einmal die Mühe machen und diese Machenschaften näher beleuchten, so ist es nicht mehr der Standard oder das Punkt-System, sondern rein persönliche Dinge, die ihren Ausdruck in unsachlicher Kritik einer Maßnahme finden, die an der Tatsache der Schaffung einer einheitlichen Bewertung weit vorbeigeht. Wenn einem der Landesverbandsvorsitzenden die heutige ZDK-Führung nicht zusagt, so hat er noch lange kein Recht, ungebührlicherweise in der Presse den ZDK-Vorsitzenden anzugreifen. Ich möchte einmal ganz klar herausstellen, dass der ZDK-Vorsitzende allen Züchtern gerecht werden muss und wenn es darauf ankommt, etwas zu schaffen, auch einmal den Herrn Landesverbandsvorsitzenden übergehen muss.
Mit diesem Stil werden ganze Seiten des DKZ gefüllt und jedem Leser wird deutlich, dass diese Diskussion auch mal zu einer Explosion führen kann. Die rheinischen und die westfälischen Züchter bzw. deren damaligen Verbandsvorsitzenden, die für einen 100-Punkte-Standard eintraten, wurden als „Rädelsführer“ einer Opposition innerhalb des ZDK heftig angegriffen. Das Verständnis für Demokratie und Mitbestimmung war zu diesem Zeitpunkt nicht sehr ausgeprägt. Immer wieder wird die Forderung erhoben, vom ZDK einen einheitlichen Standard zu schaffen, einheitliche Schaubestimmungen, einheitliche Körbestimmungen, für Angora einheitliche Schurkontrollen.
Es ist erfreulich, dass ungeachtet dieser heftigen Streitereien die Landesschauen regelmäßig zur Durchführung gelangen. In Baden wurde am 05. und 06. Januar die erste Landesschau nach dem Kriege wieder durchgeführt. Diese erste gemeinsame badische Landesschau war hauptsächlich ein Werk des damaligen Verbandsvorsitzenden Nagel, Mannheim. Immerhin über 1.100 Tiere haben sich den Urteilen der Preisrichter gestellt. Dieses Ergebnis entspricht nicht der tatsächlichen gewollten Beschickung, da ein Teil der Tiere wegen der Einrichtung von Maul- und Klauenseuchen-Sperrgebieten nicht zur Ausstellung gelangen konnte.
Um den Züchterfrauen den Erwerb eines Pelzmantels zu erleichtern, hat die Firma Loudwin, Erbach, eine Art Ratenzahlung eingeführt. Es wurden Pelzmäntel angeboten, die 1952 zwischen 260 und 480 DM kosteten. Die Bezahlung sollte dann in zehn Monatsraten erfolgen.
Auch in die Schaffung eines einheitlichen Standards kam wieder Bewegung. A. Kück fuhr nach Ostdeutschland und hat dort in Halle ein Gespräch geführt mit dem Ziel, eine gemeinsame Sitzung der ost- und westdeutschen Standardkommission anzuberaumen. Dies wurde auch in der Vorstandssitzung des ZDK am 16. und 17. Februar 1952 in Oldenburg deutlich positiv aufgenommen. Kurt Binder berichtete anschließend in einem eigenen Beitrag über seine Visionen zum Standard. Er entwickelte sogar eine Bewertungskarte, um seine Vorstellungen zu verdeutlichen. Bezüglich der Standardkommission machte er die interessante Aussage: Den Preisrichtern könnte man noch empfehlen, sich nicht zu sehr an der Gestaltung des neuen Standards zu beteiligen, um nicht den Gedanken aufkommen zu lassen, dass die Richter nur einen für bequemen und nicht, wie die breite Züchterwelt wünscht, einen etwas ausgelegteren Standard wollen, der natürlich für den Richter eine größere Arbeit erbringt. Auch in den Standardkommissionen sollten mehr Nichtrichter als Richter vertreten sein.
Frau Wellershaus fragt vorsichtig an, ob sich die Züchterfrauen wieder einmal treffen sollten. Der ZDK hat zwar Bedenken wegen der Kosten geäußert wie auch einige Landesverbände. Trotzdem gab die damalige Leiterin nicht auf.
Es ging auch aufwärts mit dem ZDK und der Organisation als solche.
Mit gemischten Gefühlen haben viele Delegierte sicherlich die Reise zur ZDK-Tagung 1952 in Kiel angetreten. Viele hatten noch die Erinnerung an Bemühungen, den ZDK als Gesamtorganisation zu spalten. All das war vergessen und in seltener Einmütigkeit ist die bedeutendste Tagung des ZDK überhaupt durchgeführt worden. Die Errichtung eines Einheitsstandards wurde einstimmig genehmigt, und zwar auch durch die Züchterfreunde aus dem Osten, die ihre Zustimmung durch den Geschäftsführer Joppich übermitteln ließen. Bereits im September soll eine gemeinsame Standardkommission zusammentreten und die Einzelheiten unter Zugrundelegung des Rahmenentwurfes von Kurt Binder festlegen. Die Durchführung einer Bundesschau soll so lange zurückgestellt werden, wie noch kein einheitlicher Standard vorgegeben ist. Die Preisrichter haben gleichfalls 1952 anlässlich der Tagung des ZDK die Wiedergründung ihres Verbandes beschlossen.
Auch mit dem Bund Deutscher Kaninchenzüchter (BDK) wurde gesprochen. Eine Einigung kam allerdings nicht zustande.
Die finanzielle Lage hat sich auch gebessert und der Mitgliederstand stabilisiert. Im Osten waren derzeit etwa 80.000 Züchter organisiert und im Westen beim ZDK etwa 40.000. Die finanziellen Aussichten des ZDK werden positiv beurteilt, da man Lizenzgebühren aus den erstellten Drucksachen erwartet. Auch in den Landesverbänden ging es positiv weiter. Von den damaligen 15 Landesverbänden konnten elf eine selbständige Ausstellung abhalten. Der Landesverband Berlin verband seine Ausstellung mit der Grünen Woche und der Landesverband Rheinland-Hessen mit einer großen Tierschau. Die Verbände Bayern und Kurhessen führten lediglich Rammlerschauen auf Landesebene durch. Die höchste Beschickungszahl einer Landesschau wies 1952 der Landesverband Westfalen mit 2.430 Tieren auf. Leider sind, wie schon oft, Kaninchenschauen wegen Maul- und Klauenseuche abgesagt worden. Der ZDK wurde gebeten, darauf einzuwirken, diese unsinnigen Ausstellungsverbote aufzuheben. Insgesamt wurden 1.465 Lokalschauen und 19 allgemeine Schauen durchgeführt. Im Landesverband Rheinland sind neun selbständige Clubschauen abgehalten worden.
Auch die Anerkennung der Gemeinnützigkeit war wiederum Gegenstand der Versammlung.
Auch das Stimmenverhältnis beschäftige die Delegierten. G. Nietzer schlug dann vor, je 1.000 Mitgliedern eine Stimme zu bewilligen. Dieser Antrag wurde dann einstimmig angenommen. Es wurde weiter angeregt, mit der GEMA einen Pauschalvertrag abzuschließen, um die hohen Gebühren bei Veranstaltungen der Vereine zu sparen. Württemberg wünschte die Herabsetzung des ZDK-Beitrages von 10 auf 5 Pfennig pro Jahr und Züchter. Grathwohl, der den Antrag begründete, stellte heraus, der LV sei seinerzeit dem ZDK unter der Bedingung beigetreten, dass der Beitrag 5 Pfennig nicht überschreite.
Sparmaßnahmen waren trotz Konsolidierung der Finanzen angesagt. So sollten die Ämter: Obmann für Fellfragen, für Organisation und für Ausstellungswesen von anderen ZDK-Vorstandsmitgliedern mitübernommen werden. Zurückgezogen wurde auch ein Antrag aus Hannover, einen Obmann für Normalhaar zu ernennen. Gleichfalls zurückgestellt wurde auch die Einsetzung eines Obmannes für Clubs.
Trotz der Anträge und Arbeiten war doch das herausragende Ereignis die Schaffung bzw. die Genehmigung der Vorarbeiten zur Schaffung eines Einheitsstandards.
Die künstliche Besamung beim Kaninchen wird erstmalig in der Fachzeitschrift beschrieben und auch als erfolgreich herausgestellt. Eine Arbeit aus dem Institut für Tierzucht der Universität Kiel von S. Scholtyssek und E. Kordts machten dies deutlich.
Die Delegierten aller Landesverbände und die der „Ostzone“ nahmen am 20. und 21. September 1952 an der Tagung der Standardkommission des ZDK in Kassel teil, die mit einer Tagung der Angora- und Herdbuchobmänner verbunden wurde. Als Obmann für Angorazucht im ZDK wurde Kreilkamp, Bocholt, gewählt, nachdem Ohrt sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Die erste Bundes-Leistungsschau für Angora wird vom 04. bis 07. Dezember in Kiel stattfinden. Die Standard-Beratungen, von Kurt Binder vorbereitet, verliefen im Geist einer erfreulichen Verständigungsbereitschaft. In den großen Zügen wurde der Einheitsstandard festgelegt und wird auf den Schauen probeweise zur Anwendung kommen, um auch solche Mängel bei der endgültigen Ausarbeitung noch zu beseitigen, die sich in der Praxis zeigen.
Auch die Damen aktivierten ihre Bemühungen und führten am 11. und 12. Oktober 1952 in Karlsruhe ihre „Obmänninnen-Tagungen“ durch. Zwölf von 15 Landesverbänden waren anwesend bzw. hatten Vertreter entsandt. Bremen, Kurhessen und Hannover hatten noch keine „Obmännin“. Vertreten waren die Landesverbände Westfalen Frau Tony Holtwiesche-Lauf; Rheinland B. Blum; Rheinland-Nassau Käthe Weber; Weser-Ems A. Lackmann; Hessen-Nassau A. Brand; Hessen-Pfalz Meta Raber; Baden M. Küblböck; Württemberg-Nord M. Fischer; Württemberg-Süd T. Jäger-Dingler; Bayern A. Mahrer; Hamburg J. Krüger; Schleswig-Holstein H. Beckmann; Berlin M. Suschke. Bei dieser Tagung wurden Richtlinien über Lehrgänge erarbeitet und die Ausbildungen von Kursusleiterinnen in Angriff genommen.
Die Bemühungen um einen einheitlichen Standard setzen sich auch im Jahre 1953 fort. Vom ursprünglichen Vorschlag von Kurt Binder sind erhebliche Abstriche gemacht worden. Trotzdem beschwört Kurt Binder die Züchter zur Einhaltung demokratischer Spielregeln mit dem Ziel, diesen Standard zu schaffen. Die Position „Gesundheit und Pflege“ ist ein besonders strittiger Punkt. Hauptkämpfer für die Erhaltung dieser Position sind die Rheinländer. Hier wurde argumentiert: Es sind die Nachlässigkeiten des Züchters beim Schaufertigmachen, die da bestraft werden sollen.
Diese Aussage veranlasste Kurt Binder zu folgender Feststellung: Die Pflege ist ja nicht Bestandteil des züchterischen Wertes eines Tieres und ungesunde Tiere gehören nun einmal nicht auf die Ausstellung.
Diese Position wurde dann ersetzt durch eine Spalte auf der Bewertungskarte, in der Bemerkungen niedergeschrieben werden konnten. Zur Information der gesamten Züchterschaft sind die Vorschläge des Standards in der Zeitschrift niedergeschrieben und zur Diskussion gestellt worden.
Doch nicht nur die bekannten Rassen, sondern auch Neuzüchtungen fanden das Interesse. In Leipzig wurde nach einem Bericht von Joppich die Rasse Weißgrannen vorgestellt, obwohl diese Rasse bereits vor 25 Jahren schon in gleicher Form und Farbe vorgestellt wurde. Die Fuchskaninchen waren ebenfalls vertreten und die Rasse Sachsengold.
Der Zentralverband hat mittlerweile ein ZDK-Zeichen entwickelt und schützen lassen. Dieses Zeichen wird ab sofort auf allen offiziellen Druckerzeugnissen des ZDK verwandt. Gestartet wurde mit einem Vereinszuchtbuch, welches für 2,50 DM angeboten wurde. Der Oldenburger Drucksachenvertrieb unter der Anschrift von Kurt Binder wird auch erstmalig erwähnt.
Ein besonderer Geburtstag steht auch 1953 an. Friedrich Joppich vollendete am 01. Mai 1953 das 65. Lebensjahr. Er wurde nach 1945 vom Zentralverband der Kleintierzüchter mit der Geschäftsführung der Zuchtgemeinschaft Kaninchen betraut, der er auch nach dem Anschluß der Züchterorganisation an die VdgB als Instrukteur vorstand und 1953 vertrat er die fachlichen Belange als Zuchtleiter der Sektion Kaninchen im Zentralverband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter in Berlin. Übrigens wurde Friedrich Joppich in der Schweiz als Sohn eines deutschen Handwerkers geboren und hat sogar im ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 der deutschen Armee angehört.
Die Bemühungen, eine Einheit innerhalb Deutschlands zu erreichen, werden 1953 durch politische Ereignisse schier unmöglich. Am 17. Juni 1953 kommt es im Ostteil Deutschlands zu einem Volksaufstand. Er wurde niedergeschlagen, aber Auswirkungen waren auch bis in die Reihen des ZDK spürbar. Der Verbandstag des ZDK 1953 wurde in Ludwigshafen durchgeführt. Im Vorfeld hatten die Züchter aus Groß-Berlin, Smolinski, Scherf und Dickow gebeten, die Jahrestagung 1954 nach Berlin einzuberufen. Die Züchter führten aus: Hier, wo sich 2,5 Mio. Menschen befinden, wo wir unsere Ostzüchter so oft begrüßen können (Grüne Woche), ist das beste Werbeland für unseren Zentralverband. Wir Berliner Züchter machen keine Versprechungen, aber dass Ihr Euch hier wohlfühlen werdet und neue Anregungen mit nach Hause nehmen könnt, das wird sicher sein. Darum rufen wir Euch zu: Wählt Berlin für 1954 als Euren Tagungsort.
Die ZDK-Tagung in Ludwigshafen hat der Internationale Preisrichter Schaedtler, Rotterdam, als einen denkwürdigen Tag in der Geschichte der deutschen und europäischen Rassekaninchenzucht bezeichnet. Das Urteil dieses Fachmannes mag erkennen lassen, von welch weittragender Bedeutung, die in Ludwigshafen gefassten Beschlüsse sind. Der Einheitsstandard, gültig für Ost und West, ist verabschiedet und wird im November in allen Landesverbänden zur Anwendung kommen. Erfreulich war auch der Beschluss, am 07. Februar 1954 in Hamm, Westfalen, die erste Bundesschau durchzuführen.
Aus dem Saarland, welches damals noch nicht wieder dem deutschen Staatsgebiet zugehörte, war eine Vertretung anwesend. Schöner, Lebach, überbrachte die Grüße der saarländischen Züchter und betonte, dass es ihr Wunsch sei, eines Tages wieder dem deutschen Verband angeschlossen zu sein.
Mit den Verbänden Bayern und Württemberg führte der ZDK-Verhandlungen, um das Verhältnis zum ZDK zu verbessern. Interessant ist hierbei, dass neben dem ZDK-Vorsitzenden Kück von einem ZDK-Geschäftsführer Kurt Binder gesprochen wird. Er hatte einen Kassenbestand nachzuweisen von 6.805 DM. Zusätzliche Kosten waren dem ZDK durch die Tagungen der Standardkommissionen entstanden, die mit 3.549 DM veranschlagt waren. Man hoffte aber, diese Ausgaben durch den Verkauf des Standards auffangen zu können. Auf der Tagung wurde auch eine Vertretung für Jugendarbeit und Spezialclubs gefordert. Auch die Bezeichnung „Obmännin“ wurde gestrichen und stattdessen hieß es dann: „Leiterin der Frauengruppe“. Auf eine Nachfrage von Hannover gab Kurt Binder bekannt, dass der ZDK kein Büro und keinen angestellten Geschäftsführer mehr unterhält. Dem Vorsitzenden werden im Monat lediglich 100 DM und dem ehrenamtlichen Geschäftsführer 20 DM gewährt.
Als zweiter Vorsitzender des ZDK wurde Wagner, Württemberg, gewählt. Ursächlich für diese Wahl war auch der Wunsch, einen süddeutschen Vertreter innerhalb des Präsidiums zu haben.
Aus dem Ausland erfolgte eine ernsthafte Bedrohung der gesamten Kaninchenpopulation. Dr. Armand-Delille hat leichtsinnigerweise das Myxomatose-Virus von Australien eingeführt und in Frankreich angewandt. Die Erkrankung war zwar seit 1898 (Sanarelli, Montevideo) bekannt, aber ausschließlich auf Südamerika beschränkt. Welche Auswirkungen diese Erkrankung haben sollte, ist sicherlich jedem Leser noch bekannt.
Der Landesverband Bayern war zu diesem Zeitpunkt nicht dem ZDK als Landesverband angeschlossen. Trotzdem gab es Bestrebungen von einzelnen Bezirks- bzw. Kreisverbänden aus Bayern, dem ZDK als Kreisverband oder Bezirksverband beizutreten. Der ZDK hat dies in seiner Sitzung am 16. November 1953 auch so beschlossen. Man hoffte, mit diesem Schritt den Beitritt von Gesamtbayern zum ZDK etwas zu erleichtern und zu beschleunigen. Ursächlich für die Disharmonie war der Standard. Hier hatte Bayern eine andere Meinung.
Die erste Bundesschau in Hamm litt unter der Auswirkung der Myxomatose. Das hatte auf den Besucherandrang allerdings keinen Einfluss. Dass dieser Versuch noch mit einem finanziellen Defizit endete, welches der Landesverband Westfalen übernehmen musste, sei nur am Rande vermerkt. Insgesamt waren 2.300 Tiere gemeldet, wovon 1.600 aus Westfalen stammten. Aus Hessen-Nassau wurden 80, aus Kurhessen 76, aus Baden 148, aus der Pfalz 13, aus Weser-Ems 48, aus Hannover 46, aus Rheinland 145, aus Bayern 22, aus Rheinland-Hessen-Nassau 2, aus Thüringen I1, aus Württemberg 24, aus Schleswig-Holstein 37, aus Bremen 19 und aus Hamburg 18 Tiere vorgestellt. Es war zu diesem Zeitpunkt noch möglich, Tiere aus dem Osten Deutschlands auf eine deutsche Bundesschau zu verbringen. Auch die verpflichteten Preisrichter kamen teilweise aus der DDR. Diese Beschickungszahlen müssen im Vergleich gesehen werden zur Landesschau in Stuttgart. Dort wurden 2.500 Tiere vorgestellt.
Auch die Clubzüchter kommen mit ihren Wünschen langsam zurecht. Kurt Binder ruft dazu auf, dass alle Landesverbände einen Obmann für Spezialzucht und Clubs wählen sollen. Dieser Obmann soll dann auch in den Vorstand des Landesverbandes aufgenommen werden. Der ZDK beabsichtigt gleichzuziehen und ebenfalls einen Obmann für Spezialzucht und Clubs in seinen Vorstand aufzunehmen. Am 07. Februar 1954 fand dann eine Tagung der Clubs statt, die von Erich Bergfeld, Rheinland, geleitet wurde. Er bezeichnete die Clubmitglieder als die Garanten in der Kaninchenzucht, die die volle Unterstützung des Landesverbandes verdienten.
Von den anwesenden Vertretern des ZDK, Kück und Binder, wird Erich Bergfeld dann zum ZDK-Obmann für Clubs vorgeschlagen. Insbesondere wird eine stärkere Mitarbeit der Clubs bei der Ausarbeitung des jeweiligen Standards gewünscht. Auch Hermann Göbels, später Landesvorsitzender im Rheinland, nahm an der Tagung teil und stellte den Antrag, endlich mit der Wahl zu beginnen. Gekämpft wurde auch von Peter Hennes, Begründer des Züchterbedarfsgeschäftes, um die Bewertungskarte. Die jetzige Bewertungskarte sei ein Unding, man könne, vom Standpunkt des Besuchers, nichts damit anfangen. Weiterhin, so Peter Hennes, sei es den Richtern verboten worden, in Bayern zu richten. Dagegen sei ein bayerischer Richter auf der Bundesschau tätig gewesen.
Die Grundsatzfrage lautete jedoch, wie sich die Clubs im ZDK verwalten und formieren. Auch der eingerichtete Drucksachenvertrieb in Oldenburg stand zur Diskussion. ZDK-Vorsitzender Kück antwortete bezüglich der Lizenzgebühren, dass 30 % der ZDK, 30 % die Verteilerstellen und 40 % für die Druckerei angesetzt werden müssen. Es konnte allerdings nicht erklärt werden, wo und wie diese Abmachung getroffen worden ist. Es wurde lediglich erklärt, diese Abmachungen seien mündlich festgelegt worden. Auf eine Wahl konnte man sich auf dieser Tagung noch nicht festlegen, da ein Großteil der Landesverbände nicht anwesend waren. Das Protokoll dieser Clubtagung von 1954 führte Walter Furlan, Wuppertal.
Die Tagung des ZDK 1954 in Berlin könnte betitelt werden „Der Kampf um Pfennige“. Man kam dort überein, die Rassebescheinigungen wieder einzuführen und alle zwei Jahre eine Bundesschau stattfinden zu lassen. Für 1956 wird Stuttgart als Austragungsort genannt. Für die Wahl eines ZDK-Jugendobmannes konnte man sich noch nicht begeistern. Auch der Wunsch, dass Bayern wieder in den Schoß des ZDK zurückkehren möge, erfüllte sich nicht. Der Landesverband hatte zwar im Vorfeld betont, die Beiträge ab 01.04.54 wieder zu bezahlen, gleichzeitig aber Anspruch auf den Kassiererposten im ZDK erhoben. Der erweiterte Vorstand mit den LV-Vorsitzenden ist der Meinung, Bayern sollte zunächst eintreten, aber da die Wahl des Kassierers erst 1955 nach den Satzungen fällig sei, könne jetzt eine Neubesetzung nicht vorgenommen werden (zu dieser Zeit war Kurt Binder Kassierer des ZDK).
Die Spezialzüchter bzw. die Bezeichnung Spezialzucht wird jetzt geschützt. Herauszustellen ist noch, dass der ZDK erstmalig ohne Schulden ist. Der Haushaltsvoranschlag sieht 22.000 DM an Ausgaben vor. Eine Störung der Harmonie erfolgte durch die gegenseitige Wegnahme von Vereinen. Um dem zu entgehen, hat Kurt Binder einen Antrag formuliert, der lautet, dass ein Verein einem anderen Landesverband nur dann beitreten kann, wenn beide betroffenen Landesverbände eine entsprechende Vereinbarung treffen.
Auf dieser ZDK-Tagung sprach auch Prof. Dr. Nachtsheim, der seiner Freude darüber Ausdruck gab, nach vielen Jahren wieder einmal einer Kaninchenzüchtertagung beiwohnen zu können. Bekanntlich war Prof. Dr. Nachtsheim seinerzeit Vorsitzender des Reichsbundes der Kaninchenzüchter. Die von ihm betreute Anlage in Dahlem wurde 1923 gebaut und dort wurden durch viele wissenschaftliche Versuche wertvolle Erkenntnisse für die Kaninchenzucht zusammengetragen. Prof. Nachtsheim gab einen kurzen Überblick über die Entwicklung des Institutes in Berlin-Dahlem und berichtete, dass er im Laufe der vielen Jahre etwa 40.000 Kanin Chen gezüchtet habe. Er berichtet aber auch von der Zerstörung der Anlage in den letzten Kriegstagen und von dem mühseligen Wiederaufbau. 1954 sind in Dahlem wieder 1.000 Tiere, und die Züchter erhalten Gelegenheit, während ihres Aufenthaltes in Berlin diese neue Anlage zu besichtigen. Für die Bewirtung hatten die Kaninchenzüchter Berlins Schlachtkaninchen gestiftet und das daraus entstehende kostenlose gemeinsame Kaninchenessen soll nicht nur lecker, sondern auch ausreichend gewesen sein.
Die bayerischen Delegierten, die sich auf der ZDK-Tagung in Berlin nicht durchsetzen konnten, brachten eine interessante Gegendarstellung in der Fachzeitschrift. Unterschrieben war diese Darstellung von Franz Aumüller, Georg Geuß, Willi Buckel und Michael Kaltenegger. Letzterer wurde später Kassierer des ZDK. Die Darstellung der bayerischen Delegierten schließt mit den Worten: Alles für unsere bayerischen Züchter und die Belange der Zucht. Unser Banner steht, wenn auch unser Altmeister Fritz Aichele nicht mehr der Träger sein kann. Wir aber geloben dem Banner des Zuchtfreundes Aichele Treue bis zum Ende.
So sehr sich die Positionen auch unterschieden, genauso sehr zog es beide zueinander hin. Am 10. Oktober 1954 anlässlich einer Zusammenkunft der Kleintierzüchter verschiedener Sparten in Frankfurt hat der Landesverband Bayern sich zum Wiedereintritt in den Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter bereit erklärt. Man war sowohl seitens des ZDK als auch seitens des Landesverbandes Bayern bemüht, die Einheit der deutschen Kaninchenzüchter in den Vordergrund zu stellen, um die Aufgaben in der schwierigen Zeit überhaupt lösen zu können.
Schwierige Zeiten entwickeln sich auch für die Angora Kaninchenzüchter. Über die Wollflaute und über die Wollpreise wird immer wieder umfangreich berichtet. Die Angorawolle war in dieser Zeit für viele eine sehr willkommene und vor allem erhebliche Nebeneinnahme. In Celle, der damaligen Bundesforschungsanstalt für Kleintierzucht, arbeitete Dr. Niehaus an der Züchtung eines blauäugigen Angorakaninchens. Man hoffte, durch diese Züchtung zwar weiße Wolle, aber Tiere mit einer größeren Vitalität zu erhalten. Die Wissenschaftler waren der Meinung, dass Albinos von Natur aus eine geringere Widerstandskraft aufweisen als farbige Tiere.
Trotzdem hat sich die Leistung der Angorazüchter auf einer Vielzahl von Prüfstationen stetig nach oben entwickelt. Jahresleistungen von 800 g sind durchaus real. Insgesamt gesehen lag die durchschnittliche Leistung bei den Häsinnen bei ca. 700 und bei den Rammlern bei 670 g Wolle pro Jahr.
Der Kampf um die Pfennige anlässlich der ZDK-Tagung 1954 zeigte auch Wirkung in der Fachpresse. Vermehrt wird von den Landesverbänden eine kräftige Beitragserhöhung gefordert, damit der ZDK seine gestellten Aufgaben überhaupt wahrnehmen kann. Auch Züchter handelten uneigennützig. So stellte der Fachautor Piegsa, Bielefeld, seine Honorare der Jugendarbeit zur Verfügung. Dem damaligen Jugendobmann im ZDK, Willi Klagholz, dürfte diese Spende sicherlich willkommen gewesen sein. Er war auch mitverantwortlich für die Ausrichtung der ZDK-Tagung 1955 in Heilbronn. Diese Tagung wurde auch von unliebsamen Vorkommnissen überschattet. Zwar hat es bei jeder ZDK-Tagung Reibungspunkte gegeben, aber der Wille zur friedlichen Zusammenarbeit war bis dato immer stark genug, um diese unliebsamen Zwischenfälle auszuschalten. War mit Bayern eine klare Linie erreicht worden, so gab es jetzt Unmut bei den Delegierten der norddeutschen Verbände, der dazu führte, dass sie die Tagung verließen und die Bildung einer eigenen Arbeitsgemeinschaft ins Auge fassten. Die Situation war so, dass der ZDK den Landesverband Süd, der sich in Bayern aber außerhalb des Landesverbandes befand, ausgeschlossen wurde. Dieser Verband war vom ZDK gegründet worden. Die norddeutschen Verbände fühlten sich überspielt und wollten dann eine Arbeitsgemeinschaft bilden, in die wahrscheinlich der Landesverband Süd eintreten sollte. Der ZDK stand somit vor einer neuen Krise, und es war nicht die Dachorganisation allein in Gefahr, sondern die Einheitlichkeit der deutschen Kaninchenzucht insgesamt. Man müsste allerdings auch Verständnis für den bayerischen Standpunkt aufbringen, der in seinem Verbandsgebiet nicht zwei Organisationen führen wollte.
Dem Geschäftsbericht von Kurt Binder war zu entnehmen, dass der Mitgliederbestand des ZDK 53.905 beträgt. Die Mitglieder verteilten sich auf die einzelnen Landesverbände: Baden 6.183, Berlin 1.078, Hannover 2.800, Hessen-Nassau 4.018, Bremen 517, Hamburg 1.395, Weser-Ems 1.073, Kurhessen 1.180, Rheinland-Pfalz 1.441, Rheinland 4.434, Schleswig-Holstein 2.065, Westfalen 8.046, Württemberg 6.730, Süd 1.063, Bayern 11.554, Rheinland-Nassau 328.
Bei den Wahlen ergab sich dann für den erfolgreich arbeitenden ZDK-Kassierer Kurt Binder eine unglückliche Situation. Die Amtszeit war nach der Satzung abgelaufen und es stand eine Neuwahl an. Bayern machte von seinem Vorschlagsrecht Gebrauch und schlug Michael Kaltenegger vor. Über diesen Vorschlag gab es heftige Diskussionen, da ein Großteil der Delegierten der Meinung war, dass man Kurt Binder, der sich als Seele des ZDK erwiesen habe, nicht einfach den Stuhl vor die Tür stellen könne. Schließlich sei den Bayern der Posten eines zweiten Vorsitzenden angeboten worden, den sie aber nicht umsetzten. Das führte wiederum zu erheblichem Unmut, insbesondere bei Geerdts, der sich dagegen wandte, dass man im Vorstand Posten aushandle, ohne einen Beschluss der Delegierten abzuwarten. Wenn es denn so sei, dann könnten die Delegierten zu Hause bleiben. Er frage sich, was die Delegierten überhaupt hier sollten, wenn man die kleinen Verbände ausschaltet und die großen Verbände alle Angelegenheiten alleine regeln. Es gab eine geheime Abstimmung. Michael Kaltenegger erhielt 45 Stimmen und Kurt Binder 28 Stimmen. Das Abstimmungsergebnis machte deutlich, dass die süddeutschen Verbände ihre Stimme für Kaltenegger abgegeben hatten, die norddeutschen Verbände stimmten für Binder. Auch dieses Abstimmungsergebnis trug dazu bei, dass sich die norddeutschen Verbände aus der Tagung verabschiedeten, ohne allerdings ihren Austritt aus dem ZDK zu erklären. Man einigte sich letztendlich auch noch darauf, dass die Versammlung beschlussfähig sei und vergab die nächste Tagung nach Bayern. Dem ZDK-Vorsitzenden Kück blieb nur noch, dem ausscheidenden Kurt Binder für seine Arbeit, die auch im Landesverband Bayern durchaus anerkannt wurde, herzlichen Dank zu sagen. Der ZDK hatte mit Kurt Binder einen aktiven Mitarbeiter verloren und man könne, so Kück, nur hoffen, dass der neue Kassierer ebenso gut sei. Kurt Binder wurde zum Beauftragten der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kaninchenzüchterverbände, die sich aus den Landesverbänden Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen, Weser-Ems, Hannover, Kurhessen und Hessen-Nassau zusammensetzte. Die Arbeitsgemeinschaft, so der Berichterstatter, verfolge den Zweck, gesunde und geordnete Verhältnisse im ZDK zu schaffen. Dieses soll zunächst auf legalem Wege durch Verhandlungen mit dem Vorstand des ZDK und der Mitgliederversammlung versucht werden. Bei Nichterfüllung der Wünsche der Arbeitsgemeinschaft bliebe der Austritt vorbehalten.
Diese Situation war der Gipfel eines Kampfes um den Vorsitz im ZDK zwischen Kurt Binder und A. Kück. Jetzt waren, nach vielen Reibereien, endlich Stellungen bezogen worden, die letztendlich nur durch eine gute Entscheidung geregelt werden konnten. Die Verbände forderten eine außerordentliche Mitgliederversammlung nach § 7 Absatz 1 der gültigen ZDK-Satzung. Zu dieser Mitgliederversammlung hatte die Arbeitsgemeinschaft fünf Anträge eingebracht. Es wird der Rücktritt des Gesamtvorstandes des ZDK gefordert, eine Änderung des Stimmrechtes wird gleichfalls angemahnt. Der Preisrichterverband soll zu einem Organ des ZDK werden. Damit war klar, dass es, wenn auch für viele Züchter unverständlich, zu einer regelrechten Machtprobe kommen musste. Die außerordentliche Hauptversammlung wurde dann am 09. Oktober nach Heilbronn einberufen. Diese außerordentliche Sitzung wurde getitelt: „Die Vernunft hat gesiegt“. In der Sitzung wurde sehr heftig zum Ausdruck gebracht, was man sich gegenseitig vorwarf und man konnte nur feststellen, dass ein Vertrauen in den letzten Jahren nicht existiert hatte. Dem Berichterstatter wurde jedenfalls deutlich, wie wenig er überhaupt von den Auseinandersetzungen hinter den Kulissen gewusst hat. Er erhob den Vorwurf, dass ein reinigendes Gewitter viel früher hätte kommen müssen. Der Mut zur Offenheit hat aber gefehlt und so hatte sich das Schweigen zum Nachteil der Gesamtorganisation ausgewirkt und im Vorstand arbeitete man nicht mehr miteinander, sondern nur noch gegeneinander. So wurde auch die Forderung jener Verbände verständlich, die eine Abberufung des Gesamtvorstandes beantragt hatten und auf Neuwahlen drängten. Die Neuwahlen wurden bis zur nächsten ZDK-Tagung 1956 verschoben. A. Kück machte in dieser Versammlung deutlich, dass er durchaus bereit sei, zurückzutreten und sich auch nicht mehr der Wiederwahl stellen werde.
In der Zeit bis zur Tagung 1956 soll dann ein geeigneter Mann aufgesucht werden, der das Wohlwollen möglichst vieler Verbände genießt. Die Satzung bedurfte auch einer Reform und Nietzer, Blanck und Stumpf wurden zu einem Ausschuss gewählt, der eine Überarbeitung vornehmen solle.
Der Drucksachenvertrieb war gleichfalls heftig umstritten. F. Osthues, Solingen, stellte fest, dass der Drucksachenvertrieb mit den derzeitigen Satzungen nicht vereinbar sei. Die Vorteile für den ZDK und für die LV seien nicht zu bestreiten, aber sie resultierten aus einer Erhöhung der Drucksachen-Gebühren. Es wäre ein gangbarer Weg, wenn man den Drucksachenvertrieb wieder allein den Verlagen überlasse, die dann Lizenzen an die Verbände zahlen können. Mit diesem Vorschlag erklärt sich auch Kurt Binder einverstanden. Um für die zweite Bundesschau zu werben, nutzte Walter Kölz die Gelegenheit.
Diese Bundesschau war das erwartete Top-Ereignis des Jahres 1956. Für diese Bundesschau werden selbst die optimistischsten Erwartungen übertroffen. Wer hätte geglaubt, dass rund 5.400 Tiere gemeldet werden würden, darunter 30 Familiensammlungen, 176 Wurfgeschwistersammlungen, 270 Stämme, nahezu 3.500 Einzeltiere, mehrere Stämme des Herdbuches und fast 300 Tiere der Jugendgruppen. Zu diesen unerwarteten Tierzahlen zu der damals weltgrößten Kaninchenausstellung sind auch noch die enormen Besucherzahlen von 20.000 der Erfolgsbilanz zuzurechnen. Nach Abschluss der Bundesschau war der Einheitsstandard wieder in aller Munde, da ein unwahrscheinlich hoher Anteil von Tieren mit „sehr gut“ bewertet wurde. Alfred Hofmann, Obmann der Zuchtrichter der DDR, sprach in einem umfangreichen Artikel sogar von einer Sg-Seuche. Es wurde beklagt, dass nur sehr wenige Preisrichter überhaupt unterhalb von 91 Punkten bewertet haben. Es wurde beklagt, dass die Möglichkeiten des Standards, ein Tier sehr differenziert zu bewerten, nicht in vollem Umfang ausgeschöpft wurde.
Die Bundesschau lenkte vom eigentlichen Problem des ZDK ab, denn nach dem Debakel 1955 war die Existenzberechtigung des ZDK durchaus in Frage gestellt. Es wurde klargestellt vom westfälischen Vorsitzenden Filthaus, dass Kurt Binder als Kassierer nicht abgesetzt worden oder verdrängt sei, sondern es sei eben ein anderer mit großer Mehrheit gewählt worden. Hier eine Frage unter Männern: War das ein Grund, den Saal zu verlassen? Sicherlich nicht. Leider aber war es vorher beschlossen und es musste durchgeführt werden. Es ist nicht unbekannt, dass einige anwesende Züchter gewillt waren, den nicht wiedergewählten Kassierer Kurt Binder als Agitationsleiter im Vorstand zu verwenden.
Der Machtkampf zwischen Kurt Binder einerseits und A. Kück andererseits war noch lange nicht ausgestanden. Bekannt ist, dass Kurt Binder emsig unterwegs war, um entsprechende Stimmen für seine Wahl zu sammeln. Es war eine absolute Unruhe innerhalb des Verbandes und die ZDK-Tagung am 07. und 08. Juli 1956 in Nürnberg wurde sehnsüchtig erwartet. Hier sollte dann die Wahl des ersten Vorsitzenden, des zweiten Vorsitzenden, des Schriftführers, des Kassierers, des Organisationsleiters, des Ausstellungsobmannes und des Fellfachwartes erfolgen.
Die Überzeugungsarbeit von Kurt Binder in allen Landesverbänden hat auch zu einem guten Ergebnis geführt. Man hat von allen Seiten und in allen Landesverbänden die Notwendigkeit einer positiven Zusammenarbeit eingesehen, frühere Ansichten revidiert, Meinungen angeglichen und das Trennende überwunden. Es kam in den Beratungen kein Missklang auf, der ehrliche Wille einer vertrauensvollen Zusammenarbeit war überall vorhanden. Ein Meinungsaustausch ist in freundschaftlichem Geiste erfolgt und war getragen von der ehrlichen Absicht, zueinander zu finden.
Der neue Vorsitzende im ZDK, Kurt Binder, konnte ein einstimmiges Votum für sich verbuchen. Zweiter Vorsitzender wurde Victor Wagner, Stuttgart, Schriftführer Fritz Blanck, Kamen, Kassierer Michael Kaltenegger, Augsburg.
Arnold Kück, Hamburg, bekam für seine langjährige Arbeit eine Ehrengabe, damit war nach außen zu mindestens der Friede wiederhergestellt.
Frl. Küblböck, Karlsruhe, übernahm die Leitung der Frauengruppen anstelle der verstorbenen Frau Wellershaus.
Als neuer Landesverband ist die Saar dem ZDK beigetreten. Der Verband umfasste damals ca. 800 Mitglieder in fünf Kreisverbänden und 59 Ortsvereinen. Damit waren jetzt alle Kaninchenzüchter des westlichen Deutschlands im ZDK vereint.
Kurt Binder, durch das Vertrauensvotum hoch motiviert, ging sofort ein Lieblingsthema an, und zwar die Zählung der Kaninchen. Weiterhin forderte er die Einrichtung von Schulungstagungen. Da aber das Bundesministerium die Wünsche nicht positiv beantwortete, hat sich Kurt Binder dazu durchgerungen, eine Zählung innerhalb des ZDK in Eigenleistung durchzuführen. Stichtag war der 01. November 1956.
In all der Aufbauarbeit soll auch nicht vergessen werden, dass 1956 bereits die vierte Rexfellausstellung durchgeführt wurde. Der damalige Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rexzüchter-Clubs (ADRC), Werner Pockrandt, erhielt bei dieser Gelegenheit vom ZDK-Vorsitzenden Binder die Mitteilung, dass anlässlich der nächsten Bundes-Kaninchenausstellung eine Rex-Sonderschau vorgesehen sei.
Kurt Binder war in der glücklichen Lage, seine Visionen von der Gestaltung des ZDK umzusetzen. Ständig entwickelte er neue Ideen, die auch zügig umgesetzt wurden. Erstmalig erfolgte eine geschlossene Meldung aller Landesschauen an den ZDK-Vorsitzenden. Dieser veröffentlichte insgesamt 15 Landesschauen.
Am 12. Januar 1957 führte der ZDK seine erste Lehrtagung in Oldenburg durch. Schwerpunkt der Tagung war die Verwertung von Erzeugnissen aus der Kaninchenhaltung. Dabei wurde auch die Kaninchenfleischproduktion sehr ernsthaft diskutiert und als Standbein des ZDK empfohlen. In der Angorazucht wurde erstmals der Wollertrag von 1.000 g innerhalb eines Jahres überschritten.
Seine Bewährungsprobe sollte Kurt Binder auf der ZDK-Tagung 1957 in Hamburg ablegen. Die Tagung war von Donnerstag, den 04. Juli bis einschließlich Dienstag, 09. Juli vorgesehen.
Bevor es allerdings so weit war, erfolgte in Westfalen ein Wechsel im Vorsitz. Heinrich Filthaus stellte sich nach einer 9-jährigen Amtsdauer nicht mehr zur Verfügung. Als Nachfolger wurde Hans Feldmann gewählt. In seinem Abschiedsbericht bedauert Filthaus, dass sich der Traum von einer eigenen Zeitschrift — Rassekaninchenzüchter — nicht durchsetzen ließe. Die Zeitschrift wurde vom DKZ nach mehrjährigem Erscheinen übernommen.
Die von Kurt Binder initiierte Kaninchenzählung im ZDK brachte insgesamt folgendes Ergebnis: Innerhalb des Verbandsgebietes wurden 2.833 Vereine mit 49.138 Züchtern, 3.812 Frauenmitgliedern und 3.392 Jungzüchtern gezählt. Tätowiert wurden 465.791 Kaninchen, wobei der Anteil der Angoras fast 81.000 Tiere betrug. In dieser Zählung war auch nachgefragt wor den, wieviel Ausstellungsgehege jeweils in den Landesverbänden vorhanden war. Insgesamt konnte man folgendes Ergebnis festhalten: 13.131 70-er Käfige, 27.302 60-er Käfige, 22.236 50-er Käfige und 9.381 40-er Käfige.
Doch nicht nur in Westfalen, sondern auch in Württemberg-Hohenzollern vollzog sich ein Vorstandswechsel. Walter Kölz, späterer Präsident und Ehrenpräsident des ZDK, wurde auf der Tagung am 05. Mai 1957 zum ersten Vorsitzenden gewählt. Berichterstatter war seinerzeit Albert Maute, der wiederholt in den Fachzeitschriften mit fundierten Artikeln vertreten war. Einige kleine interessante Begebenheiten, die nichts an Aktualität verloren haben:
In Bayern wurde der Beschluss gefasst, zur Ermittlung der Position 1 in der Bewertung eine Waage einzusetzen. Im Rheinland beschloss man, die Preisrichter auf der Landesschau durch das Los zu bestimmen. Ärger gab es auch hier mit der Terminierung der dritten Bundesschau in Hannover. Wörtlich wurde ausgeführt: Der Landesverband Rheinland werde mit möglichst vielen Tieren die Bundesschau beschicken, auch wenn man dort keine Reichtümer erwerben könne, so gehe es doch um die Ehre, bei einer solch repräsentativen Schau dabei zu sein.
Die Ausführungen vom ZDK-Vorsitzenden Kurt Binder anlässlich einer Schulungstagung des Landesverbandes Westfalen in Hamm machen die damalige Problematik deutlich. Er betonte, dass er lediglich die Frage der Einführung der Ohrmarke aufgeworfen habe, um die Vereine darüber diskutieren zu lassen. Es sei nicht seine Absicht, unbedingt auf der Ohrmarke zu bestehen, wie er sich auch bei anderen Entscheidungen den Wünschen der Züchter fügen werde. Ihm liege an einer guten Zusammenarbeit des ZDK mit allen LV und eine sachliche Kritik sei notwendig, um aktuelle Probleme so zu diskutieren, dass der Kaninchenzucht gedient sei. Dieser Besuch in Westfalen diente mit Sicherheit auch der Vorbereitung der ZDK-Tagung in Hamburg. Diese Tagung hat den Willen einer fruchtbaren Zusammenarbeit aller Landesverbände eindeutig bestätigt. 1956 ist in Nürnberg ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Kaninchenzucht eingeleitet worden und in seltener Einmütigkeit wurden Beschlüsse gefasst. Sogar die Wahl zum zweiten Vorsitzenden des ZDK bereitete keine Probleme. Walter Kölz aus Stuttgart wurde gewählt, der auch gleichzeitig das Referat für Jugendfragen übernahm. Auch eine Pressestelle wurde eingerichtet. Aber erstmals in der Geschichte des ZDK wurden um die Kaninchenzucht verdiente Männer zu „Meistern der deutschen Rassekaninchenzucht“ ernannt und mit der neugeschaffenen Ehrennadel ausgezeichnet. Die Delegierten gaben auch die Zustimmung zur Erhebung einer Umlage von 50 Pfennig je Züchter, um den ZDK für seine Aufgaben finanziell zu stärken.
Die Europavereinigung der Kleintierzüchter (EE) hatte einen Delegierten nach Hamburg entsandt, um auch den Anschluß der deutschen Kaninchenzüchter in den Europaverband zu erreichen. Für einen solchen Anschluß stimmten alle Delegierten, so dass der ZDK künftig der EE angehört und mitsprechen durfte. Erstmals war auch die Tagung mit einer Kundgebung verbunden, auf der Kurt Binder die Forderung der deutschen Kaninchenzüchter verkündete. Dieser Kundgebung lag die Absicht zugrunde, die Behörden auf die Bedeutung der Kaninchenzucht hinzuweisen und Forderungen einmal in aller Öffentlichkeit zu erheben. Binder warf die Frage auf, wie es möglich sein könne, dass man von einem Tier, welches sich in zwei Weltkriegen bewährt habe, weil es Nahrung und Kleidung gab, und dessen Wert man in Notjahren erkannt habe, heute nichts mehr wissen wolle. Für die innere Sicherheit des Staates würden Milliardenbeträge aufgewandt, um den Staat gegen innere und äußere Feinde zu schützen, aber niemand wolle einsehen, dass man von diesen enormen Summen auch mal 10.000 DM abzweigen müsse, um die Ernährungswerte sicherzustellen.
Diese Ausführungen von Kurt Binder wurden in ihrer Bedeutung durch die Beschickung der dritten Bundes-Kaninchenschau in Hannover noch untermauert. Diese dritte Schau hat den Beweis erbracht, dass die Bundesschauen zu einer Notwendigkeit geworden waren. 7.300 Tiere von 1.800 Ausstellern haben sich in Hannover vorgestellt.
Ein Hauptthema der damaligen Berichterstattung bildet immer wieder der Wollpreis und die damit verbundene Angorakaninchenzucht. Der Einsatz des Kaninchens als Möglichkeit des Nebenerwerbs und die Produktion von Kaninchenfleisch waren immer noch das erklärte Ziel. Vor diesem Hintergrund sind auch die Ausbildungslehrgänge der Landesobmänner für Angorazucht zu sehen. Es war bei weitem nicht so, dass man ohne entsprechende Spezialkenntnisse die Angorazucht vertreten konnte. Das Thema „Wolle“ war ein Punkt der Obmännertagung am 14. und 15. Juni 1958 in Krefeld, Lehr- und Versuchsanstalt der Landwirtschaftskammer Rheinland. Beraten wurde auch über die neuen DLG-Bestimmungen. Diese Bestimmungen sahen vor, auf allen ALP-Stationen eine einheitliche Fütterung einzuführen. Weiterhin soll ab 1960 das Prüfungsalter vier bis zehn Monate betragen. Die konsequente Zucht des Angorakaninchens zahlte sich auch in höheren Leistungen aus. Der Züchter Günther Callies, Buchholz, konnte eine Häsin vorweisen, die 1.244 g Jahreswollleistung erreichte.
Günther Callies wird uns später noch einmal als Obmann für Öffentlichkeitsarbeit des ZDK und Vorsitzender des Landesverbandes Hamburg begegnen.
Die alljährliche Tagung des ZDK fand 1958 in Hannover statt. Auch hier war wieder eine sehr erfreuliche Harmonie bei den Delegierten festzustellen. Es wurde der Beschluss gefasst, die 4. Bundes-Kaninchenschau dem LV Westfalen zu übertragen und auch die ZDK-Tagung 1959. Als Austragungsort beider Aktivitäten wird Hamm ausgesucht. Die Bundesschau sollte allerdings im Vorfeld eine rheinische Angelegenheit werden. Der LV Rheinland musste aber ablehnen, da die Rassegeflügelzüchter eine Bereitstellung der Käfige mit der Begründung abgelehnt haben, dass eine Gefahr der Seuchenübertragung bestünde. Als dann eine Zusage gegeben wurde, ist gleichzeitig eine Leihgebühr von 3 DM je Käfignummer gefordert worden. Diese finanzielle Belastung war nicht zu vertreten und der Landesverband Rheinland hat damit seine Bewerbung zurückgeben müssen. Es ging aber aufwärts mit dem ZDK, denn es wurden erstmals Ehrenurkunden bereitgestellt und es gab auch einen Dringlichkeitsantrag des ZDK-Vorstandes über die Tagegelder und den Kostenbeitrag für den ZDK-Vorstand. Als Tagegeld wurden 14 DM (ohne Übernachtung) akzeptiert.
Kurt Binder, Vorsitzender des ZDK, feierte am 23. September 1958 seinen 50. Geburtstag. Ausdrücklich wurde noch einmal sein herausragender Einsatz zum Wohle des ZDK gewürdigt und auch an seine vergangenen Tätigkeiten erinnert. So war Kurt Binder 1958 bereits 17 Jahre Vorsitzender des Landesverbandes Weser-Ems.
Neue Kaninchenrassen werden in der Presse vorgestellt. Es sind Zwergkaninchen, die die bisherige Palette, die in dieser Größenordnung bestand, erheblich bereichern werden. Gleichzeitig deutet sich damit auch ein Wertewandel an, da bei Zwergkaninchen mit Sicherheit nicht an eine wirtschaftliche Fleischkaninchenproduktion gedacht wurde.
Am 04. Februar 1959 vollendete Arnold Kück das 60. Lebensjahr. Er war 1951 auf der ZDK-Tagung in Kassel-Oberzwehren zum Vorsitzenden des ZDK gewählt worden. Bis zu der turbulenten Tagung des ZDK 1956 in Nürnberg hat er dieses Amt bekleidet. Das Erbe, welches A. Kück damals antrat, brachte eine Fülle von Aufgaben mit sich, um deren Lösung er stets bemüht war. In die Zeit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Vorsitzender des ZDK fällt ein bedeutsamer Abschnitt der gesamten ZDK-Geschichte: Die erste Bundesleistungsschau für Angorakaninchen im Dezember 1952 in Kiel, die Schaffung des Einheitsstandards für West und Ost im Juli 1953 und die erste Bundes-Kaninchenschau im Februar 1954 in Hamm/Westfalen.
Vom 06. bis 08. März 1959 wurde in Montabaur die dritte Lehrtagung des ZDK durchgeführt. Auf dieser Tagung wurde auch Werner Pockrandt zum neuen Jugendobmann des ZDK gewählt. ZDK-Vorsitzender Binder hat für Werner Pockrandt gesprochen und erklärt, dass es ihm gelungen sei, die Rexzüchter im gesamten Bundesgebiet unter einen Hut zu bringen und die Lösung dieser schwierigen Aufgabe mache Werner Pockrandt umso geeigneter.
Da der ZDK dem Europäischen Kleintierzüchterverband als Mitglied bereits angehört und Kurt Binder dort auch Ambitionen hatte, wird auch der Europa-Standard angesprochen. Der holländische Kaninchenexperte Fritz Schaedtler war vom Europaverband beauftragt, die Kaninchenrassen und deren Ursprungsländer festzustellen. Kurt Binder hatte die Vision, einen Standard zu schaffen, der für alle europäischen Züchter verbindlich ist. Er führte u. a. aus: Warum denn einen europäischen Standard? Hier könnte ich in gleichem Zuge antworten: Warum denn den Fortschritt verschließen? Jeder Züchter würde es doch fraglos begrüßen, wenn wir außer unseren großen nationalen Ausstellungen auch europäische Schauen zur Durchführung bringen würden. Fast wäre es ja auch schon einmal so weit gewesen, dass wir im November 1959 in Essen eine europäische Schau bekommen hätten. Leider hat sich diese Sache durch unvorhergesehene Dinge zerschlagen.
Aber auch auf anderen Gebieten war Kurt Binder aktiv. So gründete er die Gruppe Mastkaninchenzucht in seinem Landesverband Weser-Ems. Er schaffte es sogar, Geld aufzutreiben, um Mastkaninchenproduzenten den Ankauf von insgesamt 35 Zuchthäsinnen zu ermöglichen.
Die Wahl des neuen Jugendobmannes im ZDK trug alsbald Früchte, denn es wurden Richtlinien angedacht, die die Grundlage der heutigen Jugendarbeit zum Teil noch bilden. Auch wurde der ZDK-Jungendausweis eingeführt. Er ersetzte die von einigen Landesverbänden ausgegebenen Ausweise. Zu diesen Aktivitäten betrieb Werner Pockrandt auch noch die Einrichtung eines Rex-Obmannes im ZDK. Er hat es Kurt Binder bestimmt damit schmackhaft gemacht, daß hierfür kein weiterer Mitarbeiter im Vorstand des ZDK einzusetzen sei. Allerdings ist noch ein längerer Weg zu gehen gewesen, ehe der Rex-Obmann im ZDK Wirklichkeit wurde.
Auf der Tagung in Montabaur ist auch ein neuer Obmann für das Herdbuch gewählt worden, Karl Schmidt, Hannover.
Etwas Fortschrittliches am Rande ist die Mitteilung, dass der ZDK jetzt fernmündlich erreichbar sei. Die damalige Rufnummer war 82 194 in Oldenburg.
Die ZDK-Tagung 1959 war vom 03. bis 06. Juli 1959 in Hamm zur Durchführung gelangt. Ein Hauptpunkt dieser Tagung war die Erhöhung des Beitrages stufenweise von 1959 auf 0,30 DM bis 1961 auf 0,50 DM je Mitglied. Weiterhin ist ein Beschluss über die Herausgabe einer Lehrschrift für die Vereinsarbeit der Kaninchenzüchtervereine gefasst worden. Wilhelm Stumpf wurde neuer Vorsitzender des deutschen Preisrichterverbandes und damit Nachfolger von Karl Nagel, der zum Ehrenvorsitzenden aufstieg. Als sehr züchterfreundlich wurde der Beschluss der Preisrichter bezeichnet, dass auf Ortsschauen, an denen nur ein Verein beteiligt ist, der dort amtierende Preisrichter bis zu 90 Tieren richten darf.
Das Jahresziel des ZDK für 1960 war 60.000 Mitglieder. Um dieses Ziel zu erreichen, setzte der ZDK insgesamt 635 DM als Werbeprämien ein. Hierzu wurden die Landesverbände ihrer Größe entsprechend in drei Gruppen eingeteilt. Auf jede Gruppe entfielen drei Prämien in Höhe von 100, 65 und 35 DM, in der Gruppe, die kleinere Landesverbände umfasste, außerdem eine weitere Prämie in Höhe von 35 DM. Dass diese Werbeprämien durchaus angebracht waren, machte die Erhöhung des Mitgliederbestandes um 3.500 innerhalb eines Jahres deutlich.
Satzungsgemäß ist auch der Kassierer Michael Kaltenegger für weitere vier Jahre wiedergewählt worden.
Die vierte Bundes-Kaninchenschau wurde für den 05. bis 07. Februar 1960 nach Hamm gegeben. Die Lehrtagung war für den 25. und 26. März 1960 in Karlsruhe vorgesehen. Die ZDK-Tagung 1960 gelangt in Saarbrücken zur Durchführung. Wie Kurt Binder betonte, könne man mit der Vergebung der Tagung nach Saarbrücken die Verbundenheit der westdeutschen Züchter mit den Züchtern des Saarlandes bekunden, die nun offiziell wieder zum Bundesgebiet gehören.
Rheinland-Nassau hat den Antrag eingebracht, in der Satzung das Wort Vorsitzender durch Präsident zu ersetzen. Dieser Antrag wurde offiziell in die vorgesehene Tagesordnung 1960 aufgenommen.
Die Myxomatose ist immer noch eine Geißel der Kaninchenzucht. Entsprechende Impfstoffe stehen nicht zur Verfügung und der ZDK regt an, einen Hilfsfonds zu schaffen, der die Züchter unterstützt, die durch Myxomatose oder andere Seuchen Verluste erleiden. Jeder Züchter sollte einmalig 1 DM oder 2 DM zahlen. Man war der Meinung, dass die beste Hilfe immer noch die Eigenhilfe sei.
Dieser Vorschlag löste eine heftige positive Reaktion in den Züchterzeitungen aus. Man findet nur positive Anmerkungen, und es erhebt sich die Frage, warum dies nicht in die Tat umgesetzt wurde.
Die 60er Jahre
Eingeleitet wurde das neue Jahrzehnt durch viele Aufrufe, doch die 4. Kaninchen-Bundesschau vom 05. bis 07. Februar 1960 in Hamm zu beschicken. Die Beschickung, die zwei Jahre zuvor noch über 7.000 Tiere betragen hatte, wurde mit 4.500 nicht erreicht. Herausragend ist das Angebot eine Sonderfahrt mit der Bundesbahn von Stuttgart nach Hamm. Organisiert hatte diese Fahrt Walter Kölz als Landesvorsitzender von Württemberg-Hohenzollern.
Die Fachzeitschrift „Deutscher Kleintier-Züchter“ stiftete erstmals den goldenen Ehrenring. Damit sollen züchterische Leistungen belohnt und besondere Verdienste um die deutsche Rassekaninchenzucht anerkannt werden. Dieser Ehrenring soll auf jeder Bundesschau des ZKD auf die beste Gesamtleistung jeweils einer anderen Rasse vergeben oder im Einvernehmen mit dem ZDK solchen Persönlichkeiten verliehen werden, die sich um die Förderung der deutschen Kaninchenzucht besonders verdient gemacht haben.
Aber auch Ideen sind im Zusammenhang mit der Bundesschau entstanden. Vorsitzender Kurt Binder äußerte den Gedanken, der Bundesschau einen ständigen Platz in Hannover einzuräumen. Trotz geringerer Beschickung hat sich aber die 4. Bundesschau für die Besucher gelohnt und hat den Anspruch des ZDK, alle zwei Jahre eine Bundes-Kaninchenschau durchzuführen, bestätigt.
Am Rande sei notiert, dass Kurt Binder und Frau Marianne am 19. März 1960 die Silberne Hochzeit feierten. Zahlreiche Gratulanten unterstrichen die große Beliebtheit des Jubilars. In Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste erhielt er als erster den Ehrenring des DKZ.
Die 4. Lehrtagung des ZDK vom 25. bis 27. März 1960 in Karlsruhe zeichnete sich wieder durch hervorragende Referate aus. Insbesondere die Mastkaninchenproduktion stand im Blickpunkt und wurde als ein Standbein des ZDK angesehen. Überhaupt standen die Nützlichkeit und die Erzeugung wirtschaftlicher Werte im Vordergrund. Sogar Kaninchenblut, welches bei der Schlachtung anfällt, war ein gesuchter Artikel. Die gestiegenen Tierbestände geben der Nachfrage recht. Nach der Statistik des ZDK vom 01. Januar 1960 sind insgesamt 776.048 Tiere von den Mitgliedern des ZDK gezüchtet worden. Spitzenreiter war der Landesverband Bayern mit 146.520 Tieren, gefolgt von Baden mit 136.524 Tieren, Westfalen mit 109.051 Tieren und Württemberg mit 90.473 Tieren. Dann folgt schon das Rheinland mit 61.330 Tieren.
Das Rheinland sollte auch Schauplatz einer Europaschau vom 25. bis 27. November 1960 in Essen werden.
Auf der Jahrestagung des ZDK 1960 in Saarbrücken sind wiederum wichtige Beschlüsse gefasst worden, die mitbestimmend für die weitere Arbeit innerhalb des ZDK sind. Die Delegierten kamen einstimmig überein, Kurt Binder wieder für vier Jahre an die Spitze der Organisation zu stellen und damit das Fortschreiten auf dem eingeschlagenen Weg zu sichern. Sie stimmten auch ohne Widerspruch der Regelung zu, die künftigen Bundes-Kaninchenschauen nicht mehr als Wanderschauen durchzuführen, sondern diese abwechselnd in Stuttgart und in Hannover zu starten. Das bedeutet, dass die Bundes-Kaninchenschau 1962 auf dem Killesberg und 1964 auf dem Messegelände in Hannover abgehalten werden soll. Auch das angepeilte Ziel von mindestens 60.000 Mitgliedern wurde leicht überschritten. Nach den Erhebungen zählten 60.564 Mitglieder zum ZDK. Mit den Neuzugängen an Mitgliedern stand der Landesverband Württemberg-Hohenzollern an der Spitze. Er warb I .433 neue Mitglieder und wies einen Gesamtbestand von über 10.000 Mitgliedern auf. Auch ein Obmann für Fleisch- und Mastkaninchenzucht wurde eingesetzt — Karl Schmidt, Hannover. Den Landesverbänden wurde empfohlen, ebenfalls derartige Obmänner zu wählen.
Das Geschäftsjahr des ZDK soll künftig dem Kalenderjahr angepasst werden und daher ergab sich auch für künftige Zeiten eine Vorverlegung der ZDK-Tagung. Ab 1961 soll die ZDK-Tagung bereits im Juni zur Durchführung kommen. Eine Lehrtagung ist ebenfalls in Bremen vom ZDK geplant, sie soll allerdings erst dann zur Durchführung kommen, wenn eine entsprechende finanzielle Grundlage vorhanden ist.
Die Preisrichter beschlossen, künftig je angenommene und durchgeführte Bewertung dem Deutschen Preisrichterverband (DPV) 0,50 DM vom Honorar abzutreten.
Auch ein entsprechendes Plakat des ZDK wurde erstmals vorgestellt. Es handelte, wie nicht anders zu erwarten, von Kaninchenfleisch.
Auch die Angorakaninchen, die bundesweit in den Stationen Celle, Darmstadt, Kitzingen, Krefeld, Stuttgart und Ulm auf Leistung geprüft wurden, entwickeln sich positiv. Die Siegerhäsin des Jahres 1959/60 stellte der Züchter Katzan mit 1.053 g Jahreswolleistung. Mit 1.007 g erreichte eine Häsin des Züchters Erich Kirse, Hamm, ebenfalls einen bundesweit beachteten Spitzenwert.
In Westfalen ergab sich eine Änderung im Vorsitz. Erich Zienicke, Salzkotten, setzte sich gegen den bisherigen Vorsitzenden Feldmann durch und wurde neuer Vorsitzender in Westfalen.
Die Europaschau in Essen vom 25. bis 27. November 1960 stellte die Schauleitung vor gewaltige Probleme. Es kam sogar zu einem Eklat, als Kurt Binder, jetzt ZDK-Präsident, die Missstände anprangerte. Die Vertreter der Regierung und die Veterinäre haben aufgrund dieser Äußerung die Eröffnungsfeier verlassen. Insgesamt war die Veranstaltung dennoch von Erfolg gekrönt, war sie doch die bis jetzt einzige europäische Kleintierschau.
Die Europaschau 1960 in Essen, die allerdings mit heutigen Europaschauen nicht zu vergleichen war, machte den vielen Besuchern erstmals deutlich, inwieweit sich die Zuchtrichtungen in den Ländern bei gleichen Rassen unterscheiden. Das verstärkte den Wunsch vieler ernsthafter Züchter nach einem einheitlichen europäischen Zuchtziel in den jeweiligen Rassen.
Gestritten wurde in der Fachzeitung, ob es tatsächlich Kreuzungen zwischen Kaninchen und Hasen, sogenannte Leporiden, gebe. Erst eine eindeutige Stellungnahme von Prof. Dr. Nachtsheim konnte die Bedenken zerstreuen.
Mastkaninchen und die Angorawollproduktion sind immer noch ein beherrschendes Thema.
Es mangelt nicht an Versuchen der verschiedensten deutschen Institute, die Produktion von Kaninchenfleisch wirtschaftlich zu gestalten. Sogar Mastkaninchenproduktion mit Angorakaninchen wird als aussichtsreiches Unterfangen dargestellt. Das Problem der Fütterung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelöst. Die Institute kommen zu dem Fazit: Die Qualität der wirtschaftseigenen Futterstoffe sind mitentscheidend für die Erfolge in der Mastkaninchen- und in der Rassekaninchenzucht. Als wertvolle Futterpflanzen werden empfohlen: Landsberger Gemenge, Topinambur, Markstammkohl usw.
Die ZDK-Tagung vom 02. bis 05. Juni 1961 in Köln bildete einen weiteren Meilenstein im aufstrebenden ZDK. Nach der Statistik waren jetzt nahezu 65.000 Züchter im ZDK organisiert, und es bestand kein Zweifel darüber, dass sich diese Zahl im letzten halben Jahr 1961 nochmals vergrößern wird. Nach den Feststellungen der niederländischen Ehrengäste anlässlich dieser Tagung ist der ZDK die größte Kaninchenzüchter-Organisation der Welt. Deshalb wird und wurde der Arbeit des ZDK im gesamten europäischen Ausland großes Interesse entgegengebracht und auf den Besuch der Bundes-Kaninchenschau in Stuttgart Januar 1962 wird sich dieses Interesse niederschlagen. In seinem Bericht machte Kurt Binder deutlich, dass er alle bitten würde, genau festzustellen, ob die richtigen Männer am richtigen Platz seien. Die vorliegenden Aufgaben erforderten Könner, die sich der fortschrittlichen Arbeit in der Kaninchenzucht verschrieben. Vom ZDK werde daher die Schulung geeigneter Züchter angestrebt, die überörtlich wirken können. Deshalb denke der ZDK an einen weiteren Ausbau der Lehrtagungen und der Lehrschrift.
Aus den USA sind fünf Neuseeländer-Kaninchen eingekauft worden, die ca. 800 DM kosteten. Die Tiere wurden der Bundesforschungsanstalt Celle übergeben, um dort eine entsprechende Vermehrung zu erreichen. Kurt Binder warnte allerdings davor, erneut in einen Rummel zu verfallen, wie man ihn schon einmal bei den Rex-Kaninchen erlebt habe.
Im Standard gab es einige kleine Änderungen. Diese Änderungen wurden sowohl im Ostteil als auch im Westteil Deutschland einvernehmlich akzeptiert. Gestrichen wurde das Deutsche Kaninchen, neu aufgenommen wurden Hotot, Graue Wiener und Sachsengold.
Bei den Wahlen stand nur der Vizepräsident zur Wahl und Walter Kölz wurde einstimmig wiedergewählt.
Die Einführung eines Einheitsstempels wurde empfohlen. Dieser Stempel trägt in der Mitte das ZDK-Zeichen, die rundherum angeordnete Schrift verzeichnete den Namen des Landesverbandes, des Bezirks bzw. des Kreisverbandes oder des Vereins mit der Täto-Nummer.
Anlässlich dieser Tagung konnte ein neuer Hausherr — Hermann Göbels — die Delegierten begrüßen. Er war neuer Vorsitzender im LV Rheinland und sein Vorgänger Osthus wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
Vermehrt wird eine neue Erkrankung „Kaninchenschnupfen“ in den Beständen festgestellt. Es werden die verschiedensten Rezepte angepriesen, und gleichzeitig wird die Frage erörtert, ob Schnupfen eine Krankheit sei oder nicht.
In Augsburg war die Lehrtagung des ZDK 1961 vorbereitet worden. Ca. 200 Teilnehmer, die teils auf Kosten der Landesverbände der Tagung beiwohnten, unterstrichen die zunehmende Bedeutung dieser Lehrtagungen. Erstmals haben auch Kaninchenzüchterorganisationen des Auslandes Vertreter zu dieser Tagung entsandt und sich über den Stand der deutschen Kaninchenzucht informiert. Die Zahl der Wissenschaftler, die sich mit der Kaninchenzucht beschäftigte, hat beachtlich zugenommen. Die Lehrtagungen zeichneten sich durch eine Vielzahl von interessanten Vorträgen aus und machten somit den Besuch auch zu einem fachlichen Erlebnis. Leider wurde das Jahr 1961 von einem Ereignis überschattet, das die deutsch/deutsche Zusammenarbeit praktisch zum Erliegen brachte. Am 13. August 1961 ist durch den Mauerbau und die Verstärkung der Grenzsicherung die Zusammenarbeit praktisch beendet worden.
Für den ZDK gab es noch einen kleinen Lichtblick. Der europäische Verband für Kleintierzucht (EE) tagte am 07. und 08. Oktober 1961 in Krefeld. Dort wurde Kurt Binder zum Kassierer der EE gewählt.
Die 5. Bundeskaninchenschau, die in Stuttgart am 20. und 21. Januar 1962 in den Killesberg-Hallen zur Durchführung gelangte, setzte neue Maßstäbe. 2.700 Züchter stellten insgesamt 12.500 Tiere vor. Rund 30.000 Besucher sollen am Killesberg gezählt worden sein. Der Katalog hatte erstmals ein gewaltiges Format von fast 400 Seiten und war bereits am Sonntagmorgen ausverkauft. Allein die Eröffnung war ein Ereignis. 2.000 Züchter waren anwesend und bildeten eine eindrucksvolle Kulisse. Bei dem noch stattfindenden Züchterabend waren allein 3.000 Züchter anwesend. Das hatte es noch nie gegeben und es war mit Sicherheit ein Höhepunkt in der Organisation, und Walter Kölz hat sein Können erneut unter Beweis gestellt.
Diese Veranstaltung stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb des ZDK enorm und war auch wesentlich für die Spendenaktion anlässlich der Hochwasserkatastrophe in Norddeutschland. Diese gewaltige Flutwasserkatastrophe hat Züchterfreunde und deren Familien schwer getroffen. Hunderte von Zuchten sind durch das Hochwasser vernichtet worden. In den Landesverbänden Weser-Ems, Hamburg und teilweise Hannover sind hunderte von Zuchtanlagen durch die Fluten niedergerissen. Die Tiere waren ertrunken und fortgespült. Es wurde eine Spendenaktion in Gang gesetzt, die die Erwartungen auch erfüllte. Mit Geld konnte man zwar die Not lindern, aber nicht das Leid.
Bis zum 15. Juli 1962 wurden Spenden gesammelt. Insgesamt wurden 16.519,80 DM und eine große Anzahl von Zuchttieren für die Verluste bei der Flutkatastrophe gespendet.
Die ZDK-Tagung 1962 gelangte in Reutlingen zur Durchführung. Bei der Bundesschau war das Ziel ausgegeben worden — 70.000 Mitglieder zu erreichen. Mit einem Bestand von 69.587 Mitgliedern ist dieses Ziel fast erreicht worden. Dementsprechend gab es nur zufriedene Gesichter. Eine neue Rasse bei den Farbenzwergen wurde anerkannt, und zwar die Russen-Zwerge. Schon im August des gleichen Jahres war eine Lehrtagung in Oldenburg angesagt. Die Kaninchenfleischproduktion und der Absatz der Angorawolle bildeten die Arbeitsschwerpunkte. Zeitgleich tagten die Obmänner für Angora, Ausstellungen und Herdbuchzucht.
Der ZDK betrachtete es auch als seine Aufgabe, neben der reinen Rasse- und Schönheitszucht innerhalb seiner Organisation die Fleischkaninchenzucht als neue Sparte aufzunehmen und zu pflegen. Dies sollte für den sogenannten Hobby-Züchter in keiner Weise ein alarmierendes Zeichen sein, im Gegenteil: Wenn es gelingen würde, mit der Produktion von Kaninchenfleisch eine größere Bedeutung in den Bevölkerungsschichten zu gewinnen, so hat auch der reine Rassezüchter darin einen bedeutenden Vorteil. Der ZDK rief zur einhelligen Meinung auf, dass Hand in Hand gearbeitet werden müsse, denn der Fleischkaninchenzüchter sei auf den Rassezüchter angewiesen und die Rassezüchter gewinnen an Bedeutung und an Vorteil, dass sie sich mit Hilfe der Fleischkaninchenzucht einen besseren Platz innerhalb der Öffentlichkeit innerhalb des Staates verschaffen sollten.
Es wurden sogar Richtlinien für die Züchtungen von Fleisch- und Jungmastkaninchen erlassen. In allen Landesverbänden wurden Obmänner für Fleisch- und Jungmastkaninchen eingesetzt. Sogar Walter Kölz und Kurt Smolinski übernahmen dieses Amt in ihren Landesverbänden.
Die Jahrestagung 1963 des ZDK war nach Neustadt an der Weinstraße vergeben worden. Das Gastgeberland Rheinland-Pfalz hatte durch seinen Vorsitzenden Stumpf beste Vorarbeiten geleistet. Erneut war eine positive Mitgliederentwicklung festzustellen. 73.729 Züchter und Züchterinnen gehören jetzt dem ZDK an. Der Landesverband Württemberg-Hohenzollern bildete mit 14.009 Züchtern die Spitze, während Berlin mit 577 Züchtern das Schlusslicht bildete.
Ein herausragendes Thema waren die geplanten Bundes-Rammlerschauen. Diese sollte jeweils Mitte Februar abgehalten werden und als reine Verkaufsschau ausgestaltet sein. Es gab eine ganz knappe Mehrheit von zwei Stimmen für die Einführung dieser Veranstaltung.
Die 8. ZDK-Lehrtagung vom 11. bis 14. September 1963 in Neumünster stand unter einem glücklichen Stern. LV-Vorsitzender Johannes Geerdts und sein Mitarbeiter Herbert Fuhrmann hatten eine ausgezeichnete Vorarbeit geleistet. Kurt Binder leitete allein drei Tagungen und war damit wohl der meistbeschäftigste Teilnehmer.
Erstmalig tagten auch sogenannte Werbeobmänner des ZDK. Die Züchterfreunde Hörner und Irmer hatten sich bereit erklärt, hierfür die notwendigen Entwicklungs- und Ergänzungsarbeiten vorzunehmen. Nach den Worten von Kurt Binder ist Werbung unbedingt notwendig, wenn die Aufwärtsentwicklung im ZDK weiter vorangetrieben werden sollte. Das Interesse an der Kaninchenzucht sei glücklicherweise noch groß; hier in der Presse die richtige Werbung zu betreiben sei Aufgabe aller Vereine und Züchter. Der Mangel an Kaninchenzuchtvereinen in vielen Gebieten sei oft auf ein Verschulden der Nachbarvereine zurückzuführen, die nicht intensiv genug Propaganda machen würden. Ludwig Hörner führte in der Diskussion die verschiedenen örtlichen Verhältnisse an und forderte zunächst eine Grundausbildung der Werbeobmänner. Als Hauptaufgabe der Obmänner schlug er vor, zur Stärkung des ZDK-Mitglieder zu werben, die Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung zu studieren und für Kaninchenfleisch Reklame zu machen sowie Marktforschung zu betreiben. Die Werbeobmänner müssten auf jeden Fall die deutsche Kaninchenzucht würdig vertreten können. Neben repräsentativen Aufgaben sei unbedingt ein umfassendes Wissen erforderlich. Im Schlusswort betonte Kurt Binder, dass die Werbeobmänner gute Diplomaten und Pädagogen zugleich sein müssten. Ihre Aufgabe soll es sein, durch zielbewusste Arbeit der Kaninchenzucht zu noch größerem Ansehen zu verhelfen, als diese im Augenblick ohnehin schon genießt.
Der ZDK hatte das Glück, in dem Gespann Kurt Binder und Walter Kölz sich einander ergänzende Persönlichkeiten zu haben. Kurt Binder verfasste nicht nur Fachartikel, sondern packte auch da an, wo es notwendig war. Ein Beispiel ist die 6. Bundes-Kaninchenschau in Oldenburg. Ursache war eine kurzfristige Absage aus Hannover und Kurt Binder handelte rasch. Während die Anmeldebogen nach Hannover unterwegs und dort teilweise schon angekommen waren, überdachte man in Oldenburg die Folgen und Risiken, die das Verlegen der Schau mit sich bringen könnte. Bereitschaft und Optimismus der Oldenburger Züchterfreunde hat Kurt Binder dazu sicherlich veranlasst, die 6. Bundes-Kaninchenschau nach Oldenburg zu verlegen. Die Größe der Weser-Ems-Hallen erforderte eine Tierbeschränkung. Man stand unter dem Eindruck von Stuttgart und hatte gedacht, dass allein aus Norddeutschland 5.000 Tiere die Veranstaltung füllen würden. Es gab auch unerfreuliche Gerüchte, die auch auf die Schau einwirkten. Trugschlüsse und Missverständnisse führten dann dazu, dass von 2.400 Anmeldebogen nur 700 zurückkamen.
Die Zahl von 5.000 Tieren wurde nicht erreicht, und nur insgesamt 650 Aussteller brachten ihre Tiere nach Oldenburg. Nur 3.750 Tiere stellten die Organisatoren vor finanzielle Probleme, da man im Vorfeld von 5.000 Tieren ausgegangen war.
Bundesschauen sind auch Schaufenster für Neuzüchtungen. Es wurden vorgestellt Großsilber, Wildbraun und Loh, fehfarbig.
Die Schwierigkeiten mit der Bundesschau haben dem Optimismus von Kurt Binder nicht geschadet. 100.000 Mitglieder wurden als neue Ziele ausgegeben. Dies sollte erreicht werden durch eine starke Förderung der Fleischkaninchenproduktion.
Von der französischen Regierung konnte Kurt Binder den Orden „Officier du Ordre de la Me’rite Agriculture“ ausgezeichnet werden. Die Übergabe erfolgte durch den französischen Landwirtschaftsminister Pisani anlässlich der Internationalen Landwirtschafts- und Kleintierausstellung 1964 in Paris.
Die ZDK-Tagung 1964 war vom 19. bis 21. Juni in Steinhude terminiert. Die Anträge zur Hauptversammlung waren sehr umfangreich und wurden dementsprechend auch in den Fachzeitschriften vor Tagungsbeginn rechtzeitig veröffentlicht. So wollte der Landesverband Groß-Berlin die ZDK-Tagung 1965 in Berlin haben, Der Landesverband Westfalen bewarb sich um die Lehrtagung 1965. Ebenfalls nach Berlin verlegen wollte der Landesverband Groß-Berlin noch die Lehrtagung. Der Landesverband Rheinland bat um Übernahme der Bundes-Rammlerschau 1965. Weiterhin beantragte der Landesverband Rheinland, dass die statistischen Unterlagen der Vereine durch den ZDK alle drei Jahre erhoben werden. Der Landesverband Schleswig-Holstein stellte den Antrag, die statistischen Erhebungen alle zwei bzw. vier Jahre stattfinden zu lassen. Weiterhin beantragte dieser Landesverband die Einführung einer Verkaufsgebühr von 10 %. Rheinland-Pfalz stellte den Antrag, den Neuankauf von Zuchttieren durch eine einmalige Beihilfe zu unterstützen. Begründet wurde dies mit den starken Verlusten durch Myxomatose.
Die Züchter Paul Hüttemann, Ellermeyer und Schmitt hatten Richtlinien für Clubs ausgearbeitet. Es waren sieben Positionen, die sich mit der Zulassung, dem Täto-Zeichen und der Tätowierung selbst befassten.
Kurt Binder wurde erneut 1964 zum Präsidenten gewählt und konnte stolz die Mitgliederzahl von 77.543 in seinem Bericht verkünden. 10,000 DM wurden aus Mitteln des ZDK bereitgestellt zur Beschaffung von Ausstellungsgehegen, um die Bundessehauen finanziell zu entlasten. Auch wurde erstmals der Titel „Ehrenmeister des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter“ an drei altgediente Züchterfreunde verliehen. Es waren ZDK-Schriftführer Fritz Blanck, DPV-Ehrenvorsitzender Karl Nagel und LV-Vorsitzender Heinrich Dietrich (Hessen-Nassau).
Große Diskussionen gab es um die Richtlinien zur Club-Arbeit. Erich Bergfeld hatte sein Amt zur Verfügung gestellt und ein neuer Obmann für Clubs war im ZDK noch nicht gewählt. Arnold Meyer, Bremen, hob die Notwendigkeit der Betreuung der Clubs durch den ZDK hervor.
Berlin erhielt die ZDK-Tagung 1965 zugesprochen und zog seinen Antrag auf die Lehrtagung zurück. Diese wurde nach Westfalen vergeben.
Die Lehrtagung 1964 war vom 10. bis 12. Spettender in Essen zu Gast. Es tagten die Jugend -Obmänner die Werbe Obmänner, die Herdbuch-Obmänner und die Obmänner für Clubs. Diese wählten einen neuen Obmann für den ZDK. Hermann Göbels wurde Clubobmann und damit Nachfolger von Erich Bergfeld. Über die Abstimmungen gab es größere Diskussionen. Arthur forderte, das Stimmrecht nach der Stärke der Clubmitglieder in den einzelnen Landesverbänden festzulegen. Blanck teilte daraufhin mit, dass die Mitgliederzahlen der Clubs in den Landesverbänden nicht bekannt seien. W. Pockrandt forderte, der neue Obmann solle von den Clubobmännern der Landesverbände gewählt werden. Diesem Vorschlag wurde auch stattgegeben.
Für die Jugend war eine Anstecknadel entworfen worden. Es gab eine längere Diskussion, die an sieh etwas unverständlich war. Den meisten Jugendobmännern gefiel diese Anstecknadel und es gab trotzdem Einwände. Letztendlich wurde doch die Anstecknadel akzeptiert.
Vom 30. bis 31. Januar 1965 war Essen Austragungsort der 1. Bundes-Rammlerschau. Im Vorfeld wurde noch überlegt, eine Versteigerung der Tiere durchzuführen. 750 Rammler wurden vorgestellt. Trotz der bescheidenen Beschickerzahlen war der Besuch nur als positiv zu sehen. Es muss auch noch in Betracht gezogen werden, dass in der gleichen Halle eine Woche zuvor die Rheinische Landesschau stattgefunden hat. Auch der Tierverkauf erwies sich als positiv, und in seiner Eröffnungsansprache räumte Kurt Binder der Arbeit für eine Bundes-Rammlerschau einen hohen Stellenwert ein. Sie biete die Möglichkeit, auch einmal dort durchgeführt zu werden, wo der Platz für eine Bundes-Kaninchenschau nicht ausreiche.
In Westfalen hatte es einen Vorstandswechsel gegeben. Bernhard Rittmann war zum neuen Landesvorsitzenden der Kaninchenzüchter in Westfalen gewählt worden.
Die ZDK-Tagung 1965 sollte in Braubach vom 10. bis 13. Juni 1965 stattfinden. Im Vorfeld waren wieder umfangreiche Anträge eingebracht worden. Die Mitgliederzahl war auf 82.212 angestiegen, wobei Bayern die stärkste Zunahme erzielte, ohne allerdings die Spitzenstellung von Württemberg-Hohenzollern zu gefährden. Eine Zunahme von 5.000 Mitgliedern bedeutete eine erfolgreiche Mitgliederwerbung. Vermutlich war die starke Ausrichtung auf die wirtschaftliche Kaninchenfleischproduktion mit eine Ursache. Hier kamen die ersten Mastbatterien zum Einsatz und verschiedene Kraftfutterwerke wetteiferten in der Bereitstellung von Futter für entsprechende Mastversuche. Präsident Binder machte in seinem Jahresbericht zwar deutlich, dass die überwiegende Zahl der Züchter die Kaninchenhaltung als Hobby betreibt, aber nur, so Kurt Binder, wenn man auch Wirtschaftszüchter in den Reihen habe, könne man von einer echten Organisation der Kaninchenzüchter sprechen. Man habe es noch in der Hand, dass ohne die Hilfe und die Mitarbeit der langjährigen Rassekaninchenzüchter der Aufbau einer Wirtschaftskaninchenzucht kaum möglich sei.
Ein neuer Standard wurde vorgestellt und zum Preis von 4 DM in gebundener Form angeboten. Auch die nächste Lehrtagung wird angesprochen und diese soll am 03. und 04. September 1965 in Hamm/Westfalen stattfinden.
Auch der Europäische Verband wurde angesprochen. Präsident Binder vertrat dann die Auffassung, der bisherige Europäische Verband für Kleintierzucht habe kaum noch einen Erfolg auf eine ersprießliche Arbeit für die Zukunft zu bieten. Deshalb habe er die Absicht, eine europäische Vereinigung nur für die Kaninchenzucht ins Leben zu rufen. Freunde aus Luxemburg und Holland seien dafür bereits gewonnen, auch die Österreicher zeigten sich interessiert. Ziel dieser Vereinigung soll sein, europäische Großveranstaltungen zur Durchführung zu bringen und europäisch die Kaninchenzucht zu repräsentieren. Eine gemeinsame Musterbeschreibung aller Kaninchenrassen könnte ein weiteres Ziel sein.
Michael Kaltenegger, Kassierer des ZDK, konnte auf eine gute Bilanz zurückblicken. Er gab einen äußerst ausführlichen Kassenbericht und seinen Ausführungen war zu entnehmen, dass der ZDK jetzt über ein Vermögen von rund 100.000 DM verfügt.
Auch die Ausstellungsbestimmungen sind Gegenstand der Tagung. Entwürfe waren den einzelnen Landesverbänden vorab zugestellt worden. Die AAB wurden von der Jahreshauptversammlung ohne Widerspruch genehmigt. Der Antrag, einen Sonderbeitrag von 10 Pfennig je Mitglied und Jahr für die Sicherung der Bundesschau und anderer Großschauen einzuziehen, wurde nicht weiter beraten, da noch nicht in allen Landesverbänden hierüber gesprochen werden konnte.
Im Gespräch war auch, nur einen einzigen Obmann für alle Leistungssparten der Kaninchenzucht einzusetzen.
Mit Mehrheit wurde beschlossen, dass sich die Spezialzüchter künftig als Leistungszüchter bezeichnen dürfen.
Angenommen wurde der Antrag aus Bayern, dass ein Mitglied, welches durch einen Landesverband ausgeschlossen wird, in keinem anderen Landesverband aufgenommen werden darf.
Ein weiterer Beschluss betraf die Clubs. Es wurde einvernehmlich beschlossen, dass ein Vereinsmitglied berechtigt ist, Tiere, die mit dem Clubkennzeichen tätowiert sind, bei Vereins- und Kreismeisterschaften auszustellen.
Auch Richtlinien über das Einkreuzen anderer Rassen werden beschlossen. Grundsätzlich muss vor dem Einkreuzen allerdings eine Genehmigung des zuständigen Landesverbandes eingeholt werden.
Die ZDK-Tagung 1966 soll in Augsburg zur Durchführung gelangen. Die Lehrtagung 1966 wird nach Pforzheim vergeben.
Präsident Binder konnte die Tagung, die von Kurt Haußmann vorbereitet wurde, sehr zügig abwickeln und führte das auch auf die vorangegangenen positiven ZDK-Tagungen zurück.
Die 10. Lehrtagung des ZDK fand, wie angekündigt, am 03. und 04. September 1965 in Hamm statt. Zu dieser Tagung trat Karl Kreilkamp als Angora-Obmann zurück. Sein Nachfolger wurde Erich Kirse aus Hamm.
Auf dieser Tagung konnten namhafte Referenten begrüßt werden, so Hans Strodel aus der Schweiz, Rudi de Maar aus den Niederlanden, Roger Erpelding aus Luxemburg, Dr. Krüger, Tiergesundheitsamt Hannover und Dr. Schwenkenbecher von der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe. Bernhard Rittmann hatte diese Tagung als Landesvorsitzender blendend organisiert, die das Fleischkaninchen und die Produktion von Kaninchenfleisch wieder erneut im Mittelpunkt hatte.
Die Bundes-Kaninchenschau 1966 in Stuttgart warf ihre Schatten voraus. Walter Kölz rührte sehr kräftig die Werbetrommel. Das Ergebnis waren 14.144 gemeldete Tiere. Bei den Erringer der Ehrenpreise taucht der Name Heinrich Kuhn, Leitershofen, als Erringer des Ehrenrings des DKZ auf. Es war eine Schau der Superlative, der allerdings noch weitere folgen sollten.
Höhepunkt des Jahres 1966 war die ZDK-Tagung in Augsburg. Die Tagung stand im Zeichen einer weiteren Stärkung des ZDK, der jetzt 84.708 Mitglieder zählte. Für die Organisationsarbeit wurden neue Akzente gesetzt. Ein weiterer Schritt zur Zusammenarbeit der Rassekaninchenzüchter auf europäischer Ebene wurde getan; die ausländischen Freunde aus Österreich, Belgien, Luxemburg, Frankreich, die nach Augsburg gekommen waren, bekannten sich freudig zu diesem Zusammenwirken, sprachen sich für eine Ausweitung der Basis für die europäische Freundschaft aus und erkannten mit begeisterten Worten das an, was in der Bundesrepublik organisatorisch und züchterisch geleistet worden ist. Mit Stolz konnte Präsident Kurt Binder feststellen, welcher Wandel sich innerhalb des ZDK und das seiner Präsidentschaft in den letzten zehn Jahren vollzogen hatte, der auf der Haupttagung am Sonntag wieder sichtbar wurde. In jeder Beziehung konnte Einmütigkeit registriert werden, alle Beschlüsse wurden ohne Gegenstimmen gefasst. Die Verdienstmedaille, die der ZDK neu geschaffen hatte, konnte ZDK-Präsident Binder an den Leiter der Bundesforschungsanstalt für Kleintierzucht in Celle, Prof. Dr. Mehner und an den langjährigen ZDK-Schriftführer Fritz Blanck, der sein Amt niederlegte, verleihen.
Als Nachfolger von Blanck wurde der ZDK-Werbeobmann Ludwig Hörner vorgeschlagen und auch einstimmig gewählt.
Auch die Satzung wurde den Gegebenheiten angepasst. Bisher war von einem Zentralverband der westlichen Zonen die Rede und auch die Umbenennung des ersten Vorsitzenden in Präsident war noch nicht berücksichtigt worden. Um das nachzuholen, hat sich eine Satzungsänderung als notwendig erwiesen. Künftig heißt die Bezeichnung: „ZDK e.V.“. Anstelle des ersten Vorsitzenden tritt der Präsident, anstelle des Vorstandes das Präsidium.
Die 11. ZDK-Lehrtagung fand nicht in Pforzheim, sondern in Eutingen statt. Mancher Teilnehmer ist zu dieser Tagung sicher mit etwas gemischten Gefühlen gefahren. Doch die Skepsis war unberechtigt. Die I l . ZDK-Lehrtagung erfüllte die gesetzten Erwartungen. Organisatorisch von Helmut Rapp war alles bestens vorbereitet. Wertvolle Grundsatzreferate bekannter Wissenschaftler standen erneut auf der Tagesordnung. Etwas Sorge bereitete die Kürzung des Bundeszuschusses, der für die Durchführung der Lehrtagung wesentlich ist. Aus diesem Grund ist die Durchführung der 12. Lehrtagung in Bremen noch nicht gesichert.
Es gab eine lebhafte Auseinandersetzung zwischen Kurt Binder und seinem Lieblingspartner Bernhardt Rittmann, der meinte, man solle auf die Durchführung der 12. Lehrtagung lieber verzichten, falls der ZDK diese nicht finanzieren könne. Die einzelnen Obmänner könne man auch in den Landesverbänden schulen. Schließlich einigte man sich doch auf einen Vermittlungsvorschlag von Fuhrmann, der eine Erhöhung des Jahresbeitrages auf 50 Pfennige ausschließlich der ZDK 10 Pfennige Finanzierungsbeitrag für die Bundesschau vorsah.
Beim Herdbuch trat Karl Schmidt zurück und Erich Kirse wurde neuer Obmann. Damit war Erich Kirse jetzt Obman für Angorazucht und Herdbuchzucht. Die Normalhaar-Lei stungszüchter wählten Herbert Fuhrmann einstimmig zum neuen Obmann für Normalhaar-Leistungszucht. zum Jahresende gab es noch einen traurigen Anlass. Der ehemalige Vorsitzende des Landesverbandes Kurhessen Hans Michel verstarb am 03. Oktober.
Mit einem weiteren Höhepunkt innerhalb des ZDK wurde das Jahr 1966 verabschiedet. Die 2. Bundes-Rammlerschau sollte am 10. und 11. Dezember 1966 in Osnabrück zur Durchführung kommen. Gemeldet wurden 1.500 Tiere, von denen allein 1.000 Tiere verkäuflich waren. In den Europaverband (EE) war auch Bewegung gekommen. Auf der Tagung am 26. November 1966 in Köln-Deutz ist der Schweizerische Kaninchenzüchterverband sowie der Bund Schweizerischer Geflügelzüchter und Geflügelhalter aufgenommen worden. Auch die Grundlagen zur Schaffung der Europamedaille der EE wurde auf dieser Sitzung gelegt. Ebenfalls beraten wurde die von Generalsekretär Suter ausgearbeitete Satzung.
Beklagt werden muss noch der Tod von Heinrich Filthaus, langjähriger Vorsitzender des Verbandes Westfalen-Lippe. Im Alter von 86 Jahren ist er an seinem Geburtstag verstorben.
Frau Bernhardine Blum vollendete am 29. April 1967 ihr 70. Lebensjahr. Frau Blum ist die Leiterin der Frauengruppen des ZDK seit 1963.
Eine hohe Ehrung erfuhr Wilhelm Stumpf. Er erhielt anlässlich der landwirtschaftlichen Ausstellungen in Paris 1967 den Orden „Officier du Merite agricole“.
Vom 19. bis 21. Mai 1967 fand in Oldenburg die Tagung des Europäischen Verbandes (EE) statt, die Kurt Binder selbst vorbereitet und organisiert hatte. Auf dieser Tagung wurde Hans Strodel, Präsident der Schweizerischen Kaninchenzüchter, zum Vorsitzenden der Abteilung Kaninchen in der EE gewählt.
Kassel war 1967 Tagungsort des ZDK. Dabei konnte der ungebrochene Aufwärtstrend des ZDK weiter untermauert werden. 85.901 Mitglieder sind im ZDK erfasst. Nicht mit erfasst sind dabei die Jungzüchter, die auf etwa 12 bis 14.000 geschätzt werden.
Sorgen bereitete auf dieser Tagung der extrem gesunkene Wollpreis. Der Preis ist von 60 DM auf 30 DM je kg gefallen. Als Ursache wird vermutet, dass ausländische Wolle zu einem absoluten Niedrigpreis importiert wird. Es sollen insgesamt 125 Tonnen Angorawolle eingeführt worden sein. Durch den großen Tierverkauf deutscher Züchter nach Südamerika wurde dort der Aufbau großer Zuchten ermöglicht. Die dort produzierte Wolle drückt jetzt auf den deutschen Markt und somit auf den Preis. Viel besser sieht es bei dem Fellmarkt nicht aus.
Auf der Tagung wurde Michael Kaltenegger als ZDK-Kassierer einstimmig wiedergewählt. Auch hat der ZDK zu 1967 wieder eine Lehrschrift herausgegeben, in der die Berichte der einzelnen Obmänner enthalten sind. Hermann Göbels stellt den Antrag, die Tätigkeitsberichte den Delegierten früher zuzustellen, wenn diese in der Haupttagung nicht vorgetragen werden, damit eine Diskussion möglich sei. Dies wurde zugesagt.
Eine Erhöhung des ZDK-Beitrages um 10 Pfennig auf insgesamt 40 Pfennig wurde gegen die Stimmen des Landesverbandes Westfalen beschlossen.
Auch Neuzüchtungen und deren Kennzeichnung standen auf der Tagesordnung. Durch ein ordentliches Kennzeichen soll Betrügereien entgegengewirkt werden. Vorgeschlagen wurde, vor das Verbandszeichen ein „N“ zu setzen, damit das Tier als Neuzüchtung erkennbar ist. Da das Kalifornier-Kaninchen im nächsten Standard anerkannt werden soll, könne hier auch danach verfahren werden. Das „N“ kann damit Verwendung finden.
Auch bei dem Ausfüllen der Deckscheine soll Einheitlichkeit gewahrt werden. Der Deckschein soll künftig zwei Stempel tragen, und zwar auf der Vorderseite des Deckscheines wird der Stempel des Vereins, dem der Rammlerbesitzer angehört, angebracht, die Rückseite stempelt der Zuchtbuchführer, der die Eintragung des Deckscheins ins Zuchtbuch vornimmt.
Auch für die Leistungszüchter sind Richtlinien im Entwurf fertiggestellt. Diese liegen den Landesverbänden mittlerweile vor.
Auch die Kursusleiterinnen sollen sich künftig einer Prüfung durch den ZDK unterziehen. Auch die Richtlinien der Frauengruppen sollen eine Änderung erfahren. Hierzu wurde ein Ausschuss gewählt, dem Frau Hauser, Frau Blum und Frau Rittmann angehörten, ferner der Vorsitzende des DPV, Wilhelm Stumpf und Werner Pockrandt.
Die 12. Lehrtagung des ZDK in Bremen hatte im Vorfeld einige Unruhe bezüglich der Finanzierung verursacht. Der Organisator war Karl Arnold Meyer. Die Mastkaninchenzucht stand erneut im Vordergrund und war Gegenstand vieler Referate von Wissenschaftlern. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Neuzüchtung vorgestellt, die von Präsident Binder erzüchtet wurde: Niedersachsen-Silberkaninchen. Hervorgegangen war diese Rasse aus einer Kreuzung von Hellen Großsilbern mit weißen Neuseeländern.
Der organisatorische Teil befasste sich mit der Jugendarbeit. Hier wurde Werner Pockrandt wiedergewählt. Bei den Angorazüchtern, die sogar Friedrich Joppich als Gast begrüßen konnten, stand eine Änderung der Leistungsbewertung an. Es wurden Tabellen vorgestellt, aus denen die sogenannte Wollwertendzahl errechnet werden könne. Auch ein neuer Standard wurde in der Versammlung der Angora-Obmänner besprochen und mit Mehrheit angenommen.
Der ZDK begrüßte das Jahr 1968 mit der 8. Bundesschau. Am 03. und 04. Februar 1968 standen die Gruga-Hallen in Essen im Blickpunkt des ZDK. 1.036 Aussteller hatten 6.300 Tiere aus 39 Rassen mit 56 Farbenschlägen zur Ausstellung gebracht. Die Erwartungen wurden mit dieser Zahl nicht ganz erfüllt und man führte dies im Rheinland auf die kurz vorher stattgefundene Landesschau in Württemberg-Hohenzollern zurück, die annähernd 5.000 Tiere aufwies. Trotzdem war die Veranstaltung ein großer Erfolg. Allein der Züchterabend hatte 3.300 Besucher. Ja, es wurden Züchterabende veranstaltet, die zu einem echten Erlebnis wurden. Auch die Eröffnung konnte sich sehen lassen, und alles, was in Nordrhein-Westfalen Rang und Namen hatte, war vertreten. Erschwert war die Ausstellung durch den Zwang, Gesundheitszeugnisse bei der Einlieferung der Tiere vorzuweisen. Essen hatte sich als Austragungsort von Bundes-Kaninchenschauen bewährt. Dies konnten auch die beiden Ausstellungsleiter Hermann Göbels und Walter Furlan feststellen.
Das Problem des „Schnupfens“ beschäftigte mittlerweile auch die Wissenschaft. Herausragend sind hier die Arbeiten von Dr. Arnold Krüger vom Tiergesundheitsamt Hannover. Es wurde mit Antibiotika und Cortison-Präparaten einerseits gearbeitet, aber andererseits auch eine Schutzimpfung mit Pasteurella-Vakzinen erprobt. Das Fazit der Versuche war, dass eine Tilgung der Infektion oder eine Sanierung des Bestandes nicht erreicht wurde. Als einzige sinnvolle Maßnahme wurde die totale Ausmerzung kranker Bestände angesehen.
Ein vielgelesener Autor in dieser Zeit war Dr. F. K. Dorn aus Leipzig. Ein bekannter Riesenzüchter, der seine fundierten Kenntnisse auch in Fachbüchern niederschrieb. Er besuchte sehr oft seinen Sohn, der in Euskirchen als Tierarzt praktizierte und ebenfalls Riesenkaninchen züchtete. Dr. Dorn beschäftigte sich ausgiebig mit den Bewertungen und deren Praxis.
Mit der Rasse Niedersachsen-Silber, die 1967 erstmals von Kurt Binder vorgestellt wurde, wurde versucht, die Fleisch- und Mastkaninchenproduktion anzukurbeln. Karl Schmidt, seinerzeit ZDK-Zuchtwart, bezeichnete die Bearbeitung der Rasse als einen Züchtungsauftrag des ZDK für die Fleischkaninchen- und Leistungs-Züchter. Jeder Züchter, der sich an diesem Auftrag beteiligen wollte, musste einen weißen Neuseeländer-Rammler und zwei Helle Groß-Silber-Häsinnen speziell für diese Aufgabe zur Zucht einsetzen. Vorbedingung war, dass genügend Stallabteile zur Verfügung standen, da es ja notwendig war, alle geworfenen Jungtiere aufzuziehen.
Bad Harzburg war vom 08. bis 10. Juli 1968 Tagungsort des ZDK. Zu dieser Versammlung lagen drei Anträge vor. Aus dem Saarland wurde der Antrag auf Wiedereinführung einer Statistik gestellt und weiter gebeten, bei der Vergabe von Bundessiegern mindestens das Prädikat „Sehr gut“ vorzugeben. Aus dem Landesverband Hessen-Nassau stellte der Vorsitzende A. Theilig den Antrag, Dauerkarten bei der Bundesschau einzuführen.
Im Vorfeld machte die Rasse „Dalmatiner-Rex“ von sich reden. Sie war allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht anerkannt, obwohl sie in vielen europäischen Ländern bereits Bestand hatte.
Bei der Tagung beschäftigten sich die Delegierten mit den Auswirkungen von geplanten Maßnahmen bei der deutschen Bundesbahn. Ab 01. Oktober sollte für den Tierversand nur noch Expressgutbeförderung zugelassen werden. Es wurde befürchtet, dass diese höhere Transportkostenbelastung auch die Durchführung künftiger Großschauen mit infrage stellt, da bereits der Wegfall der frachtfreien Rückbeförderung die ausstellenden Züchter finanziell erheblich getroffen hat. Es wurde daher eine Entschließung verabschiedet und der Bundesbahn zugeleitet. Eine weitere Entschließung befasste sich mit der Wiedereinführung der Viehzählung für Kaninchen.
Die Mitgliederzahl des ZDK bewegt sich weiterhin nach oben, obwohl in Berlin und Hamburg rückläufige Mitgliederzahlen anstanden. 89.071 Mitglieder waren 1968 im ZDK organisiert. Hinzuzurechnen wären nochmals 12.577 Jungzüchter.
Kurt Binder wurde einstimmig erneut zum Präsidenten gewählt, während der Clubobmann Hermann Göbels, der Jugendobmann und Rex-Obmann Werner Pockrandt und der Vorsitzende der deutschen Preisrichter Wilhelm Stumpf bestätigt wurden. Ludwig Hörner erläuterte in dieser Versammlung die Vorschläge zur Ausstellungsbestimmung. Die Ausstellungsbestimmungen sehen jetzt vor, dass die Bundesschau am letzten Sonntag im Januar oder am ersten Sonntag im Februar durchgeführt werden muss. Der ZDK gab dazu je Ausstellungs-Nr., Ob Tier oder Erzeugnis, einen Zuschuss von I DM. Davon sind 20 % (0,20 DM) zweckgebunden für eine repräsentative Ausgestaltung der Schau. Die Ausgabe der Ehrenpreise hat auf den Bundesschauen am Sonntagnachmittag zu erfolgen. Der Titel „Bundesmeister“ wird auf die beste Familien- oder Wurfgeschwistersammlung vergeben. Bei schwach besetzten Rassen der Farbenschlägen können diese zu einer Klasse zusammengelegt werden. Der Titel kommt doch nur zur Verleihung, wenn mindestens drei Aussteller am Wettbewerb beteiligt sind.
jeweilige Standgeld wird im Einvernehmen mit dem ZDK festgesetzt und soll nicht unter DM liegen. 50 % des Standgeldes sind als Standgeldpreise zu verteilen. Bei verkauften Tieren sind 15% des Kaufpreises an die Ausstellungsleitung zu entrichten. Die Ausgabe gekaufter Tiere darf erst am ersten Ausstellungstag nach 16.00 Uhr erfolgen.
Die Preisrichter unter Vorsitz von Wilhelm Stumpf konnten zufrieden sein. Insgesamt 563.659 Tiere sind im Jahr 1967/68 auf 6.977 Bewertungen vorgestellt worden.
Um dem Schnupfenproblem Herr zu werden, wurde beschlossen, dass bei künftigen Bewertungen Tiere mit feuchter Nase und mit verklebten Vorderläufen die Note „Nicht befriedigend“ erhalten.
Auch die Bewertung der Angorakaninchen erfolgte ab sofort nach neuen Gesichtspunkten.
In Rheinland-Pfalz vollzog sich ein Führungswechsel. Wilhelm Stumpf stellte sich als Kandidat nicht mehr zur Verfügung. Die Kandidaten Hörner (ZDK-Schriftführer) und Arno Dietrich bewarben sich um dieses Amt. Mit drei Stimmen Vorsprung wurde Arno Dietrich neuer Vorsitzender. Der damalige Berichterstatter G. Weber schrieb: Zuchtfreund Dietrich ist mit 40 Jahren nicht zu jung für dieses Amt. Er ist ein bekannter Züchter, auch über die Landesgrenzen hinaus. Seine Stallungen sind vorbildlich und ein schöner Anblick für jeden Tierfreund. Frau Dietrich hat volles Verständnis für die züchterische Tätigkeit ihres Mannes. Sie unterstützt ihn in jeder Weise.
Die 13. ZDK-Lehrtagung kam vom 12. bis 14. September 1968 in Erbach/Odenwald zur Durchführung. Neben entsprechenden Vorträgen waren Nebentagungen mit den Obmännern für das Ausstellungswesen, den Frauengruppenleiterinnen, den Werbeobmännern und den Obmännern für Clubs angesagt.
Unmittelbar nach dieser Veranstaltung am 23. September 1968 vollendete Kurt Binder das 60. Lebensjahr.
Die 3. Bundes-Rammlerschau war vom 30. November bis 1. Dezember 1968 in Kirchhain angesetzt. 1.092 Rammler stellten sich dem Wettbewerb. Der Landesvorsitzende Alfred Theilig von Hessen-Nassau konnte als Hausherr einen durchaus positiven Verlauf feststellen.
Eine herausragende Persönlichkeit des ZDK, Friedrich Blanck, ehemals Schriftführer des ZDK, verstarb Anfang des Jahres im Alter von 81 Jahren.
Vom 27. Februar bis 01. März 1969 ist in der damaligen Bundesforschungsanstalt für Kleintierzucht in Celle die 1. Arbeitstagung über Probleme der Fleischkaninchenzucht und -haltung durchgeführt worden. Veranstalter war die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft. Insgesamt 11 Vorträge standen auf dem Tagungsprogramm. Referenten waren u. a. Prof. Dr. Tegtmeyer, Prof. Dr. Löliger, Dr. Krüger, Dr. H. Niehaus, Prof. Dr. A. Mehner, Kurt Binder, Arthur Fieger, Dr. R. Scheelje, Dr. Klaus Werner, F. W. Heckmann, Dr. Schlotlaut und OLR Horneff.
Die ZDK-Tagung 1969 in Lüdenscheid war eine Demonstration der organisierten Zucht. Der Rathausplatz war Samstag Treffpunkt von über 2.000 Züchtern, die zur Fahnenweihe des Kreisverbandes Lüdenscheid gekommen waren. Nach der Fahnenweihe durch den Präsidenten der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe, Bewerunge, ist ein langer Festzug mit Musikbegleitung zur Tagungsstätte gezogen. Dort fassten die Delegierten den Beschluss, 1970 je Züchter 30 Pfennig Sonderbeitrag zu erheben, um den Schnupfen bekämpfen zu können. ZDK-Vizepräsident Walter Kölz wurde einstimmig wiedergewählt und konnte bereits erste Ergebnisse der Vorarbeiten zur Europaschau 1970 auf dem Killesberg in Stuttgart vermelden. Eingeführt, wenn auch sehr umkämpft, wurde das ZDK-Jugend-Ehrenzeichen. Der Mitgliederstand des ZDK hat weiterhin zugenommen. Derzeit waren 90.463 Mitglieder erfasst. Der Landesvorsitzende von Westfalen, Bernhardt Rittmann, war mit der Tagung mehr als zufrieden, zumal seine Frau Erna noch zur ZDK-Meisterin ernannt wurde.
Zwei neue Rassen wurden endgültig anerkannt, und zwar Deutsche Klein-Widder und Dalmatiner-Rexe.
Vom 11. bis 13. September 1969 fand in Hamburg die 14. Lehrtagung des ZDK statt. Dabei tagten die Obmänner für Leistungszucht und die Obmänner für das Herdbuch unter der Leitung von Erich Kirse, während die Tagung der Zuchtwarte von Karl Schmidt und die Tagung der Preisrichter von Wilhelm Stumpf geleitet wurde. Gleichzeitig feierte der Hamburger Verband sein 60jähriges Bestehen. Der Landesvorsitzende Günther Callies hatte eine glänzende Vorarbeit geleistet und die organisatorische Abwicklung hervorragend im Griff. Es standen wieder Referate auf der Tagesordnung, die sich mit der künstlichen Besamung oder der Einführung eines ZDK-Gütezeichens für Futtermittel befassten.
Ein Beispiel für die Hilfsbereitschaft innerhalb des ZDK gab eine Unwetterkatastrophe, die den Kleintierzüchterverein Wiesloch betraf. Über 300 Tiere waren in den Regenfluten ertrunken, und aus dem gesamten ZDK setzte sich eine Welle der Hilfsbereitschaft in Bewegung. Es war auch ein glänzendes Beispiel dafür, dass sich der ZDK nicht nur als eine Züchterorganisation, sondern auch als eine soziale Gemeinschaft verstand.
Die 70er Jahre
Mit der ersten europäischen Kaninchenschau in Stuttgart vom 16. bis 18. Januar 1970 begann das neue Jahrzehnt. Insgesamt 4.250 Aussteller hatten sich gemeldet, davon waren 750 aus den umliegenden Ländern. Mit 20.161 Ausstellungsnummern einschließlich 282 Nr.-Erzeugnissen war es die bisher größte Kaninchenschau der Welt. Einer der erfolgreichsten Züchter war Ottokar Drechsler, Gersthofen, mit Deutschen Riesenschecken. Er errang das Europa-Championat und den Grand Prix. Ottokar Drechsler kennen viele aus dem ersten ZDK-Film. In der Ausstellungsleitung arbeitete bereits Manfred Rommel, der schon seit einiger Zeit dem dortigen Landesvorstand angehörte, mit.
Ein alter Bekannter, der unter dem Kürzel „KI“ schrieb, ist vermehrt in der Fachzeitschrift mit dem großen „H“ zu finden. Adolf Kaiser verbarg sich hinter dieser Abkürzung.
Im März fand in Krefeld erneut eine Arbeitstagung der DLG statt. Diese Tagung befasste sich ausschließlich mit der Produktion von Fleischkaninchen. Über die Haltung dieser Kaninchen scheiden sich die Geister, da die Tierliebhaber mit der dort praktizierten Haltungsform sich nicht identifizieren lassen wollen. Trotzdem bestand Einvernehmen, die Kaninchenzucht nicht einseitig nach Schönheitsidealen auszurichten.
Am Jahresanfang gab es auch runde Geburtstage einiger Prominenter zu feiern, so Michael Kaltenegger, Kassierer des ZDK, Heinrich Brethauer, Vorsitzender des Landesverbandes Kurhessen und Dr. Heinrich Niehaus von der Bundesforschungsanstalt für Kleintierzucht.
Vom 04. bis 07. Juni 1970 trafen sich die deutschen Vertreter der Kaninchenzucht in Malente/Gremsmühlen zur Haupttagung. Erstmals wurde dort das neu geschaffene Ehrenzeichen für die Jugendarbeit verliehen. Dr. Heinrich Niehaus erhielt die Silberne ZDK-Medaille, während Manfred Rommel die Bronzene Medaille für seine erfolgreiche Mitarbeit bei der ersten Europa-Kaninchenschau erhielt.
Die Mitgliederzahl nähert sich langsam, aber auch stetig der magischen Grenze von 100.000. 91.300 Mitglieder betrug der Bestand 1969/70. Es war eine Zunahme von 782 Züchtern trotz Rückgängen in den Verbänden Berlin, Bremen, Rheinland, Rheinland-Pfalz, Saar, Schleswig-Holstein und Westfalen.
Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung standen wiederum auf der Tagesordnung. Hier hatte der ZDK mittlerweile einen Grundstock von 50.000 DM angesammelt.
Anträge, die sich mit der Durchführung von Schauen und deren Ablauf befassten, standen ebenfalls auf der Tagesordnung. So sollten jetzt drei Klassen bei der Preisverteilung eingerichtet werden, und zwar die erste Klasse sollte alle weißen Tiere umfassen, die zweite Klasse alle Zeichnungsrassen und die dritte Klasse alle übrigen Rassen. Ursächlich hierfür war Unmut bei Züchtern farbiger und spalterbiger Rassen, da die weißen Rassen bei der Preisverteilung immer etwas besser wegkamen.
Auch unerlaubte Handlungen an Ausstellungstieren wurden diskutiert. Es gab eine unterschiedliche Mitteilung im Standard und in den allgemeinen Ausstellungsbestimmungen.
Auch der Schutz des Präsidiums vor unberechtigten Angriffen wurde geregelt. Den Ehrenschutz übernahmen jeweils die Landesverbände.
Die Vergabe von 96 Punkten war bis zu diesem Zeitpunkt mit dem Prädikat „Hervorragend“ gekoppelt. Ab sofort erhalten die Tiere bei 96 Punkten das Prädikat „Sehr gut“ und erst ab 97 Punkten wird das Prädikat „Vorzüglich“ vergeben. Hier muss jedoch ein zweiter Preisrichter gegenzeichnen.
Zur Wahl standen lediglich der Schriftführer und Presseobmann. Auf Vorschlag des Präsidiums wurde Ludwig Hörner wiedergewählt.
Die Delegierten befassten sich weiterhin mit der Wahldauer der Vereinsvorstände und mit den vom ZDK herausgegebenen Einheitssatzungen. Es wurde vorgeschlagen, die Amtsdauer der Vereinsvorstände auf vier Jahre auszudehnen. Die Delegierten stimmten dem zu.
Über die Berichte der Obmänner gab es einen regen Wortwechsel von B. Rittmann mit Präsident Binder. B. Rittmann regte an, die gedruckten Berichte den Delegierten vor der Tagung auszuhändigen, damit sie sich mit dem Inhalt vertraut machen könnten. Dies wurde zugesagt.
Das Preisrichterhonorar wurde von 40 DM auf 50 DM erhöht. Antragsteller war Günter Rektor. Begründet wurde die Erhöhung mit einem Verdienstausfall.
Weiterhin wurde beschlossen, dass der Preisrichter Anspruch auf eine Beköstigung habe, die den Mindestbetrag von 15 DM ausmacht. Falls eine Verpflegung nicht gewährt werden kann, so sind dem Preisrichter 15 DM zu erstatten. Auch die km-Vergütung wurde angehoben. Sie soll ab 01. Oktober 1970 15 Pfennig betragen. Ein wichtiger Beschluss wurde noch gefasst, und zwar, dass künftig bei Punktgleichheit zuerst die Körperform des Tieres und erst danach die Rassewerte Berücksichtigung finden.
Der Herbst gehörte im Jahresablauf des ZDK der Lehrtagung. Die 15. Lehrtagung wurde in Bayreuth durchgeführt. Heinrich Mörlein hatte sich mit dieser Tagung ein Denkmal gesetzt, denn die Teilnehmer fühlten sich ausgesprochen wohl. Bayreuth war auch ein Musterbeispiel für Kleintierhaltung. Auf einer Fläche von 2,8 ha waren 108 massive Zuchtanlagen und ein Züchterheim errichtet worden. Alles war in Fertigbauweise hergestellt und verursachte trotzdem noch Kosten je Anlage in Höhe von 9.000 DM.
Bei der Führung der Frauengruppen vollzog sich ein Wechsel, der in der Zeitschrift getitelt wurde: Die Mutter ging, die Tochter kam. Frau Bernhardine Blum übergab ihrer Tochter Gustel Schrimpf das Zepter bei den Frauengruppen.
Im Vorfeld dieser Tagung war es zu einigen Unsicherheiten gekommen, da Bestrebungen bekannt wurden, das Herdbuch im ZDK aufzugeben. Zu diesem Zeitpunkt bestanden bereits Spannungen zwischen Kurt Binder und dem damaligen Obmann Erich Kirse, der auf dieser Tagung einstimmig wiedergewählt wurde.
Zum Jahresende verstarb noch ein alter Weggefährte, der ZDK-Mitgründer Friedrich Osthus, Solingen, Ehrenvorsitzender des Landesverbandes Rheinland, verstarb am 12. November im Alter von 78 Jahren.
Die 4. Bundes-Rammlerschau in Hannover bildete den Auftakt des Jahres 1971. Fast 1.900 Rammler waren gemeldet worden und hiervon waren 75 % verkäuflich. Angeschlossen an die se Veranstaltung war eine Fleischkaninchen-Sonderschau. Fleischkaninchen wurden noch immer als zusätzliches Standbein des ZDK angesehen und Berichte über deren Produktion füllte die Fachpresse.
Die Veranstaltung in Hannover war die bis dahin größte Bundes-Rammlerschau und es wurde nicht mit Lob gespart. Ausstellungsleiter Karl Schmidt konnte jedenfalls einen erfolgreichen Verlauf verzeichnen.
Es gab aber auch Kurioses. Im Nachklang zur ersten Schau der Bayerischen Clubs erfolgte auch eine Wahl der schönsten Frauen im Bayerischen Spezialclub. Es wurde um den Titel „Miss Club Bayern 1971″ gekämpft. Eine Nachahmung hat diese Veranstaltung allerdings nicht gefunden.
In Blaubeuren anlässlich einer LV-Tagung tauchen Namen auf, die im ZDK noch Geschichte schreiben. Zum neuen Organisationsleiter und Obmann für Normalhaar für Württemberg-Hohenzollern wurde Manfred Rommel, Vorsitzender der vereinigten Spezialclubs in Württemberg, gewählt. Als Beisitzer amtierte ab sofort Karl-Heinz Halter. Arnold Hirt wurde zum Landeszuchtberater gewählt.
In Bayern wählten die Clubs Hermann Lederer zum neuen Clubobmann.
Auch ein anderer Name taucht erstmals auf. Franz Jakobs ist verantwortlich für die Durchführung der ZDK-Tagung 1971 in Mönchengladbach. Dort war man gerade deutscher Fußballmeister geworden und somit auch bundesweit bekannt. 1971 ist auch ein kleines Jubiläumsjahr für Kurt Binder, der derzeit 15 Jahre Präsident ist. Erstmals wurde eine Arbeitstagung des ZDK-Präsidiums und der Landesverbandsvorsitzenden in Bad Zwischenahn durchgeführt. Ziel dieser Tagung war ein Näherkommen zwischen Präsidium und Landesverbänden und auch ein Näherkommen der Landesverbände unter sich. Mit Einführung dieser Tagung wurden die bisherigen Lehrtagungen aufgegeben.
Aufgegeben wurden auch die Sammlungen auf Jungtierschauen.
Eine ernste Bedrohung der Kaninchenzucht ist der ansteckende Schnupfen. Um eine Bekämpfung der Erkrankung durchführen zu können, ist Forschungsarbeit notwendig. Auf dem Gelände der Bundesforschungsanstalt in Celle soll daher mit Mitteln des ZDK ein Stall für ca. 50.000 DM erbaut werden.
Die Leistungszucht, die bisher sowohl Angora als auch Normal- und Kurzhaar umfasste, soll getrennt werden. Es sollen dann zwei Sparten mit je einem Obmann die Arbeiten erledigen. Im Herbst 71 soll dazu eine Tagung einberufen werden, an der alle Obmänner für das Herdbuch und für die Leistungszucht in Normal- und Kurzhaar teilnehmen sollen. Kurt Binder sagte: Grundsatz einer Leistungsabteilung muss es sein, an einem Produkt etwas zu messen. Wenn dies beim Angora bei der Wolle vorgenommen werde, so müsse es beim Normal- und Kurzhaarkaninchen das Fleisch sein.
Bis zu diesem Zeitpunkt bestand die Standardkommission des ZDK aus drei Personen, und zwar dem Präsidenten, dem Vorsitzenden des deutschen Preisrichterverbandes und dem Obmann für Clubs. Dieser Obmann für Clubs war allerdings jetzt neu in der Standardkommission. Vorher gehörte Erich Bergfeld dazu, der unabhängig war. Dieser verzichtete jedoch auf eine Kandidatur zu Gunsten von Hermann Göbels als ZDK-Club-Obmann. Hinzugewählt wurden Gerd Mowe und Manfred Rommel für die Dauer von vier Jahren. Damit halte die Standardkommission jetzt eine Sollstärke von fünf Personen.
Der Landesverband Saar hatte mit seinem Vorsitzenden Schöner den Antrag gestellt, dass die ZDK-Hauptversammlung beschließen möge, dass künftige Erhöhungen des Preisrichterhonorars nur mit Zustimmung bzw. Genehmigung des ZDK beschlossen werden könne.
Im Oktober 1971 wurden, wie bereits angekündigt, die Obmänner für Normalhaar-, Herdbuch und Leistungszucht nach Oldenburg gerufen. Mit dieser Einladung praktizierte Kurt Binder gleichzeitig, was es mit gelenkter Demokratie auf sich hat. Der rheinische Obmann für das Herdbuch, Wilhelm Wilms, musste auf Anordnung von Präsident Binder und Landesvorsitzenden Hermann Göbels zu Hause bleiben. Stattdessen musste der Chronist A. Rudolph mitfahren, dem man vorher schon beigebracht hatte, dass er eventuell der neue Obmann werden würde. So ist es dann auch geschehen, und die Art der gelenkten Demokratie wurde von Kurt Binder auch in anderen Fällen erfolgreich praktiziert.
Für den neuen Obmann im Herdbuch für Normal- und Kurzhaar wurden gleich Aufträge erteilt. Es wurde eine Kommission gebildet, der außer dem Obmann noch die Züchter Gert Rother, Bayern, und Heinrich Leineweber, Kurhessen, angehörten. Aufgabe dieser Kommission war es, die Richtlinien dahingehend zu überarbeiten, dass sie eine breitere Zustimmung finden sollen.
Die 10. Bundes-Kaninchenschau wurde am 05. und 06. Februar 1972 in Essen durchgeführt. Rund 8.300 Tiere und Erzeugnisse waren gemeldet worden. Das sind allerdings nur 50 % der ca. 16.700 Tiere 1966 bei der 7. Bundes-Kaninchenschau in Stuttgart. Es war für die rheinischen Ausrichter schon etwas bitter, wenn sich ein solcher Abfall in der Beschickung zeigte. Am Termin kann es jedenfalls nicht gelegen haben, da die großen süddeutschen Schauen bereits vier Wochen vorher stattgefunden hatten.
Trotzdem war Essen mit der reduzierten Beschickungszahl ein Erfolg. Dies auch, obwohl der Katalogpreis von 10 DM wiederholt moniert wurde. Arno Dietrich konnte ein Spitzenergebnis heimfahren. Ein Rammler der Rasse „Blaue Wiener“ erreichte 98 Punkte und war damit der Star der Veranstaltung. Auch Neuzüchtungen waren wie auf jeder Bundesveranstaltung zu sehen. So gab es Helle Großsilber, Blau-Braun und Marderkaninchen, Gelb; Deutsche Großsilber, Havannafarbig; Deutsche Großsilber, Gelb; Zwerg-Widder, Thüringerfarbig-Schwarz und Zwerg-Widder, Schwarz-Grau-Madagaskarfarbig.
Kurt Binder nutzte die Eröffnungsrede zur breiten Werbung für den ZDK. Er bezeichnete die Kaninchenzüchter als Hobby-Leute und freute sich auf die ständige Zunahme. Zumeist habe an diesem schönen Hobby die gesamte Familie Anteil und vielerseits stünden auch die Frauen aktiv zur Sache, wenn es darum gehe, die Kaninchenprodukte zu verarbeiten.
Er bezeichnete den ZDK als „Groschenorganisation“ mit ehrenamtlicher Führung, die aber immer dabei sei, wenn es gelte, für den Staat und die Wissenschaft tätig zu sein. Er sprach auch seinen langgehegten Wunsch an, die Kaninchen wieder in die Viehzählungen aufzunehmen und gab die Parole aus, dass alsbald der ZDK das 100.000ste Mitglied begrüßen könne.
Der deutsche Preisrichterverband für Kaninchenzucht besteht 1972 50 Jahre. Eine entsprechende Würdigung soll anlässlich der Jahrestagung des ZDK vom 08. bis 12. Juni 1972 in Erbach/Odenwald erfolgen.
Das Thema Gemeinnützigkeit taucht erneut auf und richtungsweisend ist hier ein Referat von Paul Wüst aus Brühl, welches anlässlich der Landesverbandstagung Baden am 16.04.1972 gehalten wurde.
Jahrestagung im Odenwald war dank einer exzellenten Vorbereitung von KV-Vorsitzendem Hans Eutenmüller und LV-Vorsitzenden Gustav Mehler einfach hervorragend. Wichtige Dinge standen auf der Tagesordnung der Tagung, die Präsident Binder wiederum einmütig in seinem Amt bestätigte. Die Angorazüchter wählten sich nach dem Rücktritt von Erich Kirse einen neuen Obmann, Wilhelm Berkenkamp. Dieser musste sogleich eine züchterische Grundsatzentscheidung treffen, und zwar die Abschaffung der Wollwertendzahl.
ZDK-Kassierer Michael Kaltenegger wurde erneut einstimmig entlastet. Es sollte seine letzte Bestätigung sein, denn kurze Zeit später verstarb Michael Kaltenegger.
Zur Wahl von Kurt Binder schreibt DKZ-Redakteur Walter Schwarz: Ich hab’s ja gewusst! Vier Jahre lang kann er nun wieder poltern und säuseln, sich mit Bernhardt Rittmann Sparringskämpfe liefern, aber am Ende dieser Amtsperiode dürfte man auch feststellen, dass in der Zwischenzeit wieder einiges zum Wohle der deutschen Kaninchenzucht geleistet worden ist.
Die damit aufgebrachte Summe soll zur Vervollständigung der Inneneinrichtung des Versuchsstalles in Celle verwendet werden.
Von Westfalen war ein Antrag eingebracht worden, die Sammlungswettbewerbe bei Jungtierschauen wieder einzuführen, jedoch ohne Leistungspunkte. Hintergrund dieses Antrages war, dass viele Vereine wegen Lokalschwierigkeiten keine Lokalschau mehr durchführen können und deshalb gezwungen sind, nur eine Jungtierschau zu veranstalten. Beiden Anträgen wurde zugestimmt.
Auch Anträge standen an, so ein Dringlichkeitsantrag des Präsidiums, der die Erhebung eines einmaligen Beitrages im Jahre 1973 in Höhe von 0,30 DM pro Mitglied an den ZDK vorsah.
Die Geburtstagsfeier des DPV wurde durch die Wiederwahl von Wilhelm Stumpf zum DPV-Vorsitzenden abgerundet. Trotz seines Alters von über 70 Jahren hat er sich erneut der Verantwortung gestellt. Bedauert wurde in diesem Zusammenhang allerdings, daß der Nationalstolz die Einführung eines Europastandards schwer behindere.
Der Gesetzgeber war 1972 auch nicht untätig und hat mit Datum 24. Juli 1972 das neue Tierschutzgesetz beschlossen. Damit wurde das Tierschutzgesetz aus dem Jahre 1938 durch eine modernere Form abgelöst und gleichzeitig der Schutz des Tieres verstärkt. Dass diese Gesetzesvorlage ohne nennenswerte „Kämpfe“ vorgenommen werden konnte, spricht an sich dafür, dass das Empfinden für den Tierschutz zu damaliger Zeit, je nach persönlicher Ansicht, entweder nicht ausgeprägt genug oder noch normal war.
Mit 67 Lebensjahren verstarb im Herbst 1972 Michael Kaltenegger, Kassierer des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter e.V. Kurt Binder schrieb im Nachruf: „Viel zu früh hat er uns mit seinen 67 Lebensjahren verlassen. Mit einem Charakter voller Festigkeit und Ehrlichkeit hat er die Finanzen unseres Zentralverbandes verwaltet und betreut, als wenn es sein eige nes Geld gewesen wäre. Ein Freund ist von uns gegangen, dessen Name auch als Züchter, insbesondere durch seine langjährige Angorazucht, unvergessen bleiben wird. Seine Tätigkeit als Preisrichter wurde überall geschätzt. Am offenen Grab habe ich von ihm Abschied genommen. Es war sehr schwer, denn er war mehr als ein Freund, er war ein Bruder, mit dem man noch gerne viele Jahre zusammengearbeitet und gelebt hätte.“
Den Jahresabschluss 1972 bildete die 5. Bundes-Rammlerschau am 16./17. Dezember 1972 in Kassel. Hier stellte Vizepräsident Walter Kölz als Neuzüchtung zwei- und dreifarbige Scheckenrexe aus. Berichterstatter für diese Veranstaltung war Jochen Weishaar, ein anerkannter Fachschriftsteller, der leider viel zu früh von uns ging.
Fast 1.600 Tiere haben sich dem Wettbewerb gestellt, und die stärkste beschickte Rasse waren, wie so oft, „Blaue Wiener“. Bei der Eröffnung wurde erneut auf den Wert der Kaninchenfleischerzeugung eingegangen und besonders wurde ein Rekord bei den Angorakaninchen erwähnt. Eine Häsin erreichte eine Wollleistung von 1.409 g pro Jahr.
Der Europaverband lud am Jahresanfang 1973 nach Zürich zur Europaschau ein. 1.300 Tiere aus Deutschland repräsentierten unsere Zucht erfolgreich. Bewertet wurden die Tiere allerdings nicht nach einem Europastandard, sondern nach dem deutschen Standard. Und nicht deutsche Preisrichter bewerteten die Tiere, sondern Schweizer Preisrichter, die man zuvor auf den deutschen Standard eingeschworen hatte. Dass dadurch alles etwas hakte, sei nur am Rande erwähnt. Für die Aussteller und Besucher war es trotzdem ein Erlebnis.
Kurt Binder wäre nicht so eine Persönlichkeit, wenn er aus einem Ausweg keine Lösung sehen würde. Im Rahmen seiner von ihm gelenkten Demokratie wurde Heinrich Kuhn, Leitershofen, zum Kassierer des ZDK bestellt und dem Präsidium anempfohlen. Heinrich Kuhn trat damit die Nachfolge von Michael Kaltenegger an und bedurfte nur noch der Bestätigung auf der ZDK-Tagung 1973 in Pirmasens.
Ein Großer des ZDK, Vizepräsident Walter Kölz, feierte am 05. März 1973 seinen 60. Geburtstag und sein 50-jähriges Züchterjubiläum. Sein Wirken wurde ausführlich gewürdigt von Redakteur Walter Schwarz.
In Bayern tritt 1973 neben Hermann Lederer und Heinrich Kuhn ein weiterer Mann an die Öffentlichkeit. Ludwig Göhringer wird zum zweiten LV-Kassierer gewählt. Bei der bayerischen Tagung beschloss man weiterhin, dass für das Herdbuch in Bayern in Zukunft keine besondere Kennzeichnung mehr erfolgen darf. Zu verwenden sind danach nur noch die Kennzeichen der Ortsvereine, da sonst die Tiere bei Ausstellungen als gekennzeichnet gelten und von der Bewertung ausgeschlossen werden.
Es war in weiten Teilen der Bundesrepublik unbekannt, dass in Bayern z. B. spezielle Kennzeichen für die Herdbuchzucht und im Rheinland spezielle Kennzeichen für die Clubs verwendet wurden. Georg Nietzer, ein bayerisches Original und Landesvorsitzender, gab auch seine Grundsätze zur Einführung der von Kurt Binder propagierten Ohrmarken zum Besten. Er sagte: „Wir sind grundsätzlich gegen alles, was nicht von uns kommt.“
Die ZDK-Tagung 1973 in Pirmasens hatte Arno Dietrich zum Organisator.
Der ZDK setzte auch hier Akzente und investierte erstmals in ein Amt — Obmann für Öffentlichkeitsarbeit. Die Mitgliederstatistik weist eine weitere Steigerung auf, denn 95.190 Mitglieder sind jetzt organisiert.
Um aber die Zusammenarbeit zwischen den deutschen Kleintierzüchtern allgemein zu verbessern, wird Karl Schmidt aus Hannover mit der Öffentlichkeitsarbeit betraut.
Wiedergewählt wurde Walter Kölz und einstimmig gewählt wurde Heinrich Kuhn, Leitershofen, zum Nachfolger des unvergessenen Michael Kaltenegger. Beendet wurde auch die Diskussion um eine Änderung der Kennzeichnung der Kaninchen. Man war Überlegungen nachgegangen, Ohrmarken oder eine bundesweite Registratur einzuführen. Ziel der Änderung war, dass die Kennzeichen nur mit einer Gebühr versehen an den Züchter gegeben werden. Der ZDK, die Landesverbände usw. hätten somit einen erheblichen finanziellen Vorteil gehabt und es wäre vielleicht unterblieben, den Mitgliedsbeitrag ab 1974 um 20 Pfennige zu erhöhen.
Wiedergewählt wurde auf dieser Tagung auch Werner Pockrandt. Neben Kaninchen galt seine Liebe aber auch der Paläontologie. Er ist sogar mit einer Entdeckung wissenschaftlich verewigt: „Otolithus pockrandti“.
Wie einfach die Zeit war, mag man daran erkennen, dass im Rahmen einer Sitzung des DLG-Ausschusses für Kaninchenzucht und -haltung sogar ein Tierversuchslabor besichtigt werden konnte. Die Fa. Thomae öffnete die sonst verschlossenen Stallungen zur Besichtigung.
Im badischen Landesverband kann Willi Zimmermann als Landesverbandsvorsitzender positive Bilanz ziehen. Bei der Tagung 1973 des Landesverbandes wurde Rudi Mitschele zum neuen Landesobmann für Clubs und Leistungszucht und Oskar Leicht zum neuen Beisitzer für Nordbaden gewählt.
Mit einem Paukenschlag endete das Jahr 1973. Kurt Binder wurde neuer Präsident des Europaverbandes für Kleintierzucht. Als Wahlverfahren bediente man sich damals der Briefwahl.
Der Schnupfenbekämpfung widmet man im Rheinland einen breiten Raum. In Zusammenarbeit mit dem Tiergesundheitsamt Hannover und Dr. Krüger ist ein stallspezifisches Vakzine entwickelt worden, das auch in erkrankten Beständen nachweisbare Erfolgsaussichten hat. Die rheinischen Herdbuchzüchter stimmten zu, dieses Vakzine durch das Tiergesundheitsamt Bonn in den Beständen einzusetzen. Treten trotz Einsatzes noch Krankheitsfälle auf, so sollen die Köpfe der getöteten Kaninchen an das Tiergesundheitsamt Hannover eingesandt werden mit dem Ziel, weitere Erregerstämme des Schnupfens zu isolieren.
Stuttgart ruft zur 11. Bundes-Kaninchenschau. Schon im Vorfeld wird deutlich, dass diese Veranstaltung wieder Akzente setzen wird. Walter Kölz, dem die Ausstellungen ganz besonders am Herzen liegen, wird alles daransetzen, die Vorgaben umzusetzen. Ihm zur Seite steht Manfred Rommel als stellvertretender Ausstellungsleiter. Rund 15.000 Kaninchen stellten sich dem Wettbewerb. Überschattet wurde die Veranstaltung von einem eventuellen Sonntagsfahrverbot, welches bereits viele Vereine Ende 1973 in Schwierigkeiten gebracht hatte. Ursächlich für dieses Fahrverbot war eine Krisensituation auf dem Ölmarkt. Unter dem Motto „freie Fahrt für frohe Laune“ konnte die Ausstellungsleitung noch einen ausverkauften Festabend für ca. 2.500 Personen bieten.
Auf der Bundes-Kaninchenschau fand noch ein Treffen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rexzüchter-Clubs statt. Werner Pockrandt, der diesem Verband vorstand, stellte sein Amt hier zur Verfügung. Ebenfalls zurück trat Harald Jung. Nur Helmut Meisch, Vater der heutigen Leiterin der Frauengruppen im ZDK, Karin Golus, blieb weiterhin im Amt. Als Nachfolger von Werner Pockrandt wurde Willi Kirchner vorgeschlagen und gewählt.
Neuzüchtungen machten auch von sich reden. So das Rhönkaninchen, das Separatorkaninchen und das Saphir-Nerzkaninchen. Das letztere wurde allerdings nur auf der Siegerschau in Leipzig vorgestellt.
Am 06. April 1974 verschied unerwartet der Vorsitzende des deutschen Preisrichterverbandes, Wilhelm Stumpf, im Alter von 76 Jahren. Sein Tod riss eine große Lücke in den DPV. Aber nicht nur als Funktionär, sondern auch als Mensch wurde er vermisst. Sein Lebensinhalt war die Kaninchenzucht und deren Organisation. Zum heutigen Ansehen hat Wilhelm Stumpf wesentlich beigetragen und nicht unwesentlich ist sein Wirken als Mitglied des DLG-Ausschusses für Kaninchenzucht und -haltung und als Preisrichter bei den vielen DLG-Schauen. Der Landesverband Rheinland-Pfalz und auch der DPV sowie der ZDK werden ihm sicherlich einen Ehrenplatz in der Erinnerung einräumen.
Mit 98.000 Mitgliedern erreicht der ZDK nur knapp sein Ziel — das 100.000. Mitglied. Zur ZDK-Tagung 1974 in Cuxhaven konnte Präsident Binder nur noch den Wunsch äußern, dass im Laufe des kommenden Jahres die Schallmauer zu durchbrechen ist.
Die Kassenlage des ZDK ist durchaus zufriedenstellend. Besonders hohe Ausgaben waren bei der Bundesschau mit 15.000 DM sowie bei den Europaschauen in Zürich und Hertogenbosch mit 4.450 DM festzustellen. Die vom ZDK zu erstattenden Reisekosten für die Teilnehmer der ZDK-Tagung in Pirmasens betrugen fast 9.000 DM. Für Lehrschriften wurden 18.000 DM und für sonstiges Werbematerial und Ehrenpreise 9.000 DM ausgegeben.
Bei der Tagung der Club-Obmänner wurde über die Tätowierung der im Club gezüchteten Tiere diskutiert. Es herrschte keine einheitliche Meinung, auch über die Pflicht, ein Einzelzuchtbuch zu führen. Bei den Wahlen im Clubbereich gab es keine Überraschungen. ZDK-Club-Obmann Hermann Göbels wurde einstimmig wiedergewählt und nach einem Verzicht auf eine erneute Kandidatur von Manfred Rommel wurde Hermann Lederer stellvertretender Club-Obmann im ZDK.
Bei den Preisrichtern hat sich durch den plötzlichen Tod von Wilhelm Stumpf eine Neubesetzung ergeben. Neuer Vorsitzender des DPV wurde Albert Maute, während Heinz Posthoff zweiter Vorsitzender wurde. Technischer Leiter des DPV wurde Johannes (Jonny) Riekemann. Walter Furlan war weiterhin Kassierer und Pirmin Braun führte weiterhin die Protokolle. Angedacht wurde auch die Einführung eines Europa-Preisrichters. Diese Bezeichnung wurde allerdings mit einer zweiten Prüfung verbunden. In dieser Prüfung sollten dann Kenntnisse nachgewiesen werden im europäischen Zuchtwesen.
Angenommen wurde trotz geharnischter Proteste einiger Landesvorsitzenden, an der Spitze B. Rittmann, der Antrag auf Erhöhung des Honorars für Bewertungen auf 60 DM.
Im Saarland vollzog sich ein Vorstandswechsel. Josef Schöner wurde Ehrenvorsitzender und Alfred Koch übernahm die Spitze des Landesverbandes. Werner Nehren wurde Geschäftsführer.
Bei den Frauengruppen im ZDK vollzog sich ebenfalls ein Wechsel. Frau Gustel Schrimpf kandidiere nicht mehr. Ihr Amt übernahm Irmgard Theel aus Schleswig-Holstein. Die Frauengruppen konnten noch positive Zahlen aufweisen. So stieg von 1972 bis 73 die Zahl der Mitglieder von 5.303 auf 5.605.
Mit der 6. Bundes-Rammlerschau in Neumünster unter der Leitung von Johannes Geerdts verabschiedete sich das Jahr 1974. Trotz einwandfreier Vorgaben war die Beschickung durchaus noch steigerungsfähig. Es wurde allgemein bedauert, dass die angebotenen Möglichkeiten nicht in vollem Umfang genutzt wurden. Einen Lichtblick gab es allerdings, das Jahr 1974 schloss mit 101.615 Mitgliedern ab. Damit war die Zielvorgabe von Kurt Binder erfüllt.
Im Jahr 1975 konnten einige herausragende Persönlichkeiten einen runden Geburtstag feiern. Das siebte Lebensjahrzehnt vollendeten der Landesvorsitzende von Kurhessen, Heinrich Brethauer und Werner Pockrandt.
Vom 12. bis 16. Juni 1975 stand Ihringen am Kaiserstuhl als Austragungsort der ZDK-Tagung 1975 im Mittelpunkt.
Beschlüsse standen an, so u. a. keine Jugendgruppen in der Cluborganisation zuzulassen oder pro Rasse und Landesverband nur in einem Club zu arbeiten. Künftig wird es in jedem Landesverband nur noch einen Hauptclub geben, der sich allerdings aus Sektionen oder Gruppen zusammensetzen kann.
Sehr stark wurde die Abschaffung der Geschwistersammlung oder Zuchtgruppe diskutiert. Dies sollte insbesondere für die Scheckenrassen und Farbenzwerge gelten. In der Diskussion wurde dann doch noch der Beschluss gefasst, die Abschaffung auf alle Rassen auszudehnen. Man wollte damit dem Gerangel ein Ende machen, das immer wieder die Echtheit der Wurfgeschwister bei spalterbigen und wurfschwachen Rassen anzweifelt. Kurt Binder ging in seinem Bericht auch auf die Standardkommission ein. So meinte er, dass einige Unentwegte glaubten, durch die personelle Zusammensetzung der Standardkommission eine Verbesserung des Standards erreichen zu können. Fast 1 8 Jahre lang seien es drei bei einer ZDK-Tagung ausgesuchte Züchter gewesen, die in der Standardkommission tätig waren. Diese Züchter hätten ihre Arbeit ebenso gut ausgeführt wie die nunmehr fünf der Standardkommission angehörenden Mitglieder.
Der Landesverband Hamburg hatte einen Antrag eingebracht, der sich mit der Vergrößerung der Standardkommission befasste. Es wurde vereinbart, insgesamt zwei Stellvertreter zu wählen, die bei Ausfall der gewählten Mitglieder der Standardkommission hinzugezogen werden sollen.
Schwierig war es, die ZDK-Tagung 1977 unterzubringen. Eine Bewerbung lag noch nicht vor. Allerdings war der Landesverband Rheinland durchaus bereit, hier einzuspringen, zumal auch die Bundesschau 1976 in den Gruga-Hallen in Essen zur Durchführung kommen sollte.
Der Landesverband Württemberg-Hohenzollern führte vom 28. bis 29. Juli 1975 in Nufringen sein Il. Landes-Jungendtreffen durch. Hier trafen sich auch die Obmänner für Jugendarbeit der einzelnen Landesverbände. Werner Pockrandt, der langjährige ZDK-Jugendobmann, legte hier sein Amt nieder. Nachfolger wurde Otto Biertümpfel, Hessen-Nassau.
Werner Pockrandt begründete seinen Rücktritt so: Man braucht einen Jugendobmann, der, nicht zu alt, in der Lage ist, die anfallenden Arbeiten zu bewältigen. Die Ernennung zum Ehrenjugendobmann lehnte er ab, und daraufhin wurde auch dieser Antrag zurückgezogen. Eine traurige Nachricht beendete das Berichtsjahr 1975. Am 20. Oktober 1975 verstarb Werner Schmahl. Er war es, der nach dem zweiten Weltkrieg das Fachorgan „Süddeutscher Kleintier-Züchter“ initiierte. Als Mann der ersten Stunde hat er sich an der Berichterstattung aus der Kleintierwelt andauernde Verdienste erworben.
Nachfolger von Werner Schmahl wurde Walter Schwarz, der dann den ZDK jahrzehntelang aktiv begleitete.
Unmittelbar vor dem Weihnachtsfest 1975, am 19. Dezember, wurden die Bemühungen des ZDK-Präsidenten besonders gewürdigt. Er erhielt die Auszeichnung, die landläufig als Bundesverdienstkreuz bezeichnet wird. Gleichzeitig erhielt er die Goldene Plakette des ZDK für seine jahrzehntelangen herausragenden und vor allem erfolgreichen Bemühungen.
Am 07. und 08. Februar 1976 war ein weiterer Höhepunkt für den ZDK zu finden. Die 12. Bundes-Kaninchenschau wurde in Essen durchgeführt und wurde mit 13.500 Kaninchen beschickt. Herman Göbels, Vorsitzender des Landesverbandes rheinischer Kaninchenzüchter und gleichzeitig Club-Obmann des ZDK, fungierte als Ausstellungsleiter.
Für große Verdienste um die Förderung der Kaninchenzucht ernannte Präsident Binder den Schirmherrn der Veranstaltung, Dr. Deneke, Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Nordrhein-Westfalen zum Ehrenmeister des ZDK. Ein weiterer Förderer aus dem nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerium, Ministerialrat Dr. Deselaers, erhielt die ZDK-Medai11e.
Für die Aussteller und für die Mitarbeiter war es eine gelungene Veranstaltung. Im Nachhinein stellte sich zu dieser Bundesschau auch Unerfreuliches ein, was den Landesverband Rheinland vor eine Zerreißprobe stellte.
Emsig ist der ZDK auch bemüht, einen Impfstoff gegen Myxomatose zur Zulassung zu bekommen. Auch die Bekämpfung des Schnupfens wird mit einem Präparat — Erythrocin — als Bekämpfungsmittel angegangen.
Die Kaninchenzucht wird auch gesellschaftsfähig. So hat ein emsiger Förderer unserer Organisation, der damalige hessische Landwirtschaftsminister Willi Görlach, bei einem Interview ausgeführt: „Kaninchenzucht ist nicht nur ein Hobby, sondern eine Lebensphilosophie.“
Die Jahrestagung 1976 fand vom 17. bis 21. Juni in Hemer im Landesverband Westfalen-Lippe statt. Hier wurde beschlossen, ab 01. Oktober 1976 drei verschiedene Zuchtgruppen zuzulassen, die es den Züchtern von spalterbigen Rassen leichter machen sollten, an Meisterschaftswettbewerben erfolgreich teilzunehmen. Auch sollte dann ein Schlusspunkt unter die uralten Verdächtigungen von erfolgreichen Züchtern spalterbiger Rassen gezogen werden. Die bisherigen Leistungspunkte bei den Sammlungen werden ersatzlos gestrichen. Eingeführt werden allerdings die halben Punkte bei der Tierbeurteilung.
Der Europastandard für Kaninchen wird vom ZDK-Präsidenten und Präsidenten der EE, Kurt Binder, angekündigt. Dass Kurt Binder anlässlich dieser Tagung auf eine 20jährige erfolgreiche Arbeit als ZDK-Vorsitzender und ZDK-Präsident zurückblicken konnte, erklärten die vielen Blumengebinde.
Auszeichnungen wurden reichlich überreicht, so die Goldene ZDK-Plakette an Dr. Heinrich Niehaus, Bundesforschungsanstalt Celle. Zu Ehrenmeistern wurden ernannt Josef Schöner, LV-Saar, Kurt Smolinski, LV Berlin, Frau Erna Rittmann, LV Westfalen-Lippe und Frau Centa Hauser, LV Bayern.
In Schleswig-Holstein wechselte die Führung des Landesverbandes, Ein alter Kämpfer im ZDK, der viele Stürme überdauerte, Johannes Geerdts, übergab die Landesverbandsführung an Klaus Bochentin. Im gleichen Jahr wurde Johannes Geerdts noch mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet,
Nachdem sich kein anderer Bewerber gefunden hatte, war seinerzeit der Landesverband
Rheinland als Ausrichter für die ZDK-Tagung 1977 eingetreten. Im Juni 1977 war Bad Honnef Tagungsort des ZDK. Diese Tagung stand unter einem schlechten Stern, da die Schwierigkeiten, die aus der Bundesschau 1976 in Essen entstanden waren, zum Rücktritt von Hermann Göbels von den Ämtern im Landesverband und im ZDK geführt haben, Im Landesverband rheinischer Kaninchenzüchter war Franz Jakobs Nachfolger geworden, der mit dieser Tagung einen Sprung in das kalte Wasser tat. Vor Ort wurde die Tagung vom Kreisvorsitzenden Karl Werner und Adolf Rudolph ausgerichtet. Schwierigkeiten gab es auch bei den Quartieren, da die zugesagten Betten aus den Kurhotels plötzlich nicht mehr verfügbar waren, Das Wetter meinte es allerdings gut mit den Delegierten und richtungsweisende Beschlüsse sind auch gefasst worden. Es waren Wahlen notwendig, Manfred Rommel wurde neuer ZDR-Club-Obmann und Walter Kölz erneut Vizepräsident des ZDK.
Die Preisrichter erhöhten ihre Honorare, und zwar gestaffelt nach den Bewertungstagen. An den Wochenenden wurde das Honorar um 10 DM reduziert, Für die Gesamtwoche betrug jetzt das Honorar 70 DM.
Herausragende Verdienste wurden durch die Ernennung zum ZDK-Ehrenmeister anerkannt. So wurde Gustav Mehler, Hessen-Nassau, der den Landesvorsitz an Erich Schäfer abgegeben hatte, diese hohe Auszeichnung überreicht, während Erich Schäfer selbst zum Meister der Rassekaninchenzucht ernannt wurde.
Auch die Preisrichter haben traditionell ihre Tagung mit der ZDK-Tagung verbunden. Neben der Honorarerhöhung wurde über die Anzahl der zu bewertenden Tiere je Preisrichter beschlossen. Bei Jungtierschauen durfte ein Preisrichter bis zu 100 Tiere, bei Tischbewertungen und Ortsschauen 90, ab Kreisschauen 80 und bei Sammlungswettbewerben 60 Tiere bewerten. Bei Erzeugnissen wurde die Höchstzahl auf 40 Produkte festgelegt.
Bei einer Lokalausstellung mit drei bis sechs Preisrichtern muss ein Obmann bestimmt werden. Sind mehr als sechs Preisrichter bei einer Veranstaltung zugegen, so ist ein weiterer Obmann nochmals zu bestimmen. Grundsätzlich muss allerdings bei allgemeinen Ausstellungen ein Obmann eingesetzt werden.
Kaum war die Tagung beendet, so erreichte im Juli 1977 die deutsche Züchterwelt eine erschreckende Mitteilung. Am 25. Juli 1977, kurz vor Vollendung seines 69. Lebensjahres, war Kurt Binder an einer heimtückischen Krankheit verstorben. Eine der Säulen der deutschen Kaninchenzucht, im In- und Ausland geschätzt und geachtet, war nicht mehr. Seine herausragenden Leistungen, seine Visionen und auch seine Tatkraft wurden ausführlich gewürdigt.
Anlässlich der Beerdigung von Kurt Binder am 29. Juli 1977 in Oldenburg wurde eine notwendige Präsidiumssitzung durchgeführt. Hierbei wurde der Vizepräsident Walter Kölz einstimmig mit der Leitung der Geschäfte des ZDK bis zur nächsten ZDK-Tagung beauftragt,
Schwierigkeiten bei der Haltung von Kleintieren machte das Zusammengehen der deutschen Kleintierzüchterverbände erforderlich, um das Ziel, Änderungen der Baunutzungsverordnung, zu erreichen. Dieses Ziel wurde in einer Plenarsitzung des Bundesrates am 15.07.1977 erreicht und damit eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, um auch Kleintiere in Wohngebieten halten zu können.
Für 1978 kündigten sich zwei Großereignisse an. Den Auftakt bildete die 16. Europaschau am 14. und 15. Januar 1978 in Wels. Hier waren insgesamt 3.744 Tiere von 775 Ausstellern gemeldet. Das Gros der Ausstellungstiere kam mit 1.601 aus Bayern, gefolgt von Württemberg mit 611, Baden 431 und dem Rheinland mit 301 Tieren.
Für den ZDK bildete die 13. Bundes-Kaninchenschau in Stuttgart auf dem Killesberg den gelungenen Jahresauftakt. 23.374 Tiere sowie 450 Erzeugnisse bewiesen das hohe Leistungsniveau der organisierten deutschen Kaninchenzucht. Es war auch ein Anliegen von Walter der die Ausstellungen in den Mittelpunkt des Geschehens stellte. Dies auch im Gegensatz tu seinem Amtsvorgänger Kurt Binder, der die wirtschaftliche Seite der Kaninchenzüchter immer besonders mit herausstellte. Diese Umorientierung führte bei den Kaninchenausstellungen tu ungeahnten Höhepunkten. Der Besuch der 13. Bundesschau übertraf alle Erwartungen, Man hatte das Gefühl, dass mit diesem Beschickungsergebnis ein Limit erreicht war, was nicht überschritten werden sollte.
Zur Vorbereitung der ZDK-Tagung 1978 in Merzig wurde in Hemsbaeh, Baden, eine Erweiterte Präsidiumssitzung abgehalten. Auf dieser Sitzung wurden die Kandidaten Vorstandsämter im ZDK benannt. Als Präsident wurde Walter Kölz vorgeschlagen, als Vizepräsident Heinz Posthoff, als Schriftführer Oskar Leicht und Arno Dietrich für das Amt des Schulungsobmannes.
Auf dieser Tagung schied auch Ludwig Hörner, der langjährige aus gesundheitlichen Gründen aus.
Der Vergabemodus von ZDK-Ehrenpreisen wurde geändert. Statt einem Bargeldpreis von 15 DM sollen künftig Medaillen bereitgestellt werden.
Auch die fantasievollen Bezeichnungen von allgemeinen Schauen sollen etwas eingeschränkt werden. Es wurde vereinbart, bei allgemeinen Schauen in der Bezeichnung alles zu unterlassen, was diese Veranstaltung über das Niveau einer Kreisschau hinaushebt,
Die Tagung in Merzig bestätigte die im Vorfeld gefassten Empfehlungen, Bei der Wahl des Vizepräsidenten war Georg Nietzer Wahlleiter. Er bat in der Jahreshauptversammlung um Vorschläge, und hier wurde der Name Posthoff und auch der Name Rektor gerufen. Doch Georg Nietzer verstand angeblich immer nur den Namen Posthoff. Er machte das so humorvoll, dass kein Unmut aufkam. Übrigens hatte Günter Rektor da auf eine Kandidatur verzichtet. Er war gerade Vorsitzender des Landesverbandes Weser-Ems geworden.
Die Bilanz der Mitgliederzahl im ZDK war weiterhin positiv. Sie stieg auf 121.863 Mitglieder an. Hierbei ist die Jugend noch nicht erfasst. Mit der Jugend erreicht der ZDK jetzt fast 150.000 Mitglieder.
Bestätigt wurden bei dieser Tagung erneut in ihren Ämtern Wilhelm Berkenkamp als Angoraobmann und Adolf Rudolph als Herdbuchobmann.
Neben dem ZDK entstand eine neue Organisation, die sich mit der wissenschaftlichen Betreuung des Kaninchens befasste. Am 31. Mai 1978 wurde in Celle die deutsche Gruppe der WRSA (World Rabbit Science Association) gegründet. Vorsitzender wurde Prof. Dr. Lölinger vom Institut für Kleintierzucht der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft Braunschweig-Völkenrode (frühere Bundesforschungsanstalt für Kleintierzucht).
Der europäische Verband für Geflügel-, Tauben- und Kaninchenzucht feierte am 06. Mai 1978 in Luxemburg sein 40jähriges Bestehen. Mit dem ZDK-Präsidenten Walter Kölz nahmen Heinrich Kuhn und erstmals Adolf Rudolph an dieser Tagung teil. Im Vorfeld war davon die Rede, daß Walter Kölz evtl. Vizepräsident in der EE werden sollte. Doch dies wurde von anderer Seite verhindert und sogar der Vorschlag, zwei Vizepräsidenten zu benennen, fiel durch. Etwas enttäuscht reiste Walter Kölz nach der Haupttagung und die beiden anderen Präsidiumsmitglieder hielten die Fahne des ZDK hoch und gewannen dabei sogleich Einblick in die Struktur des Europaverbandes.
Mit der 7. Bundes-Rammlerschau am 13. und 14. Januar 1979 startete der ZDK hoffnungsvoll. Mit einem Rekordergebnis von 4.645 Zuchtrammlern konnte Ausstellungsleiter Arno Dietrich mehr als zufrieden sein. Ursächlich für diesen Beschickungsrekord wurde die Einführung eines von Arno Dietrich initiierten Sammlungswettbewerbes zu Bundes-Rammlerschauen angesehen. Hauptthema bei den Reden war wiederum die gewünschte Anerkennung des ZDK als gemeinnützige Organisation. Dem Erfolg der Veranstaltung konnte auch der frühe Wintereinbruch nichts anhaben.
Nach langer Zeit tagte am 07. April 1979 in Berlin das Erweiterte ZDK-Präsidium. Zur außergewöhnlichen Ortswahl hat sicherlich ein Zuschuss des Bundesministeriums beigetragen, den A. Rudolph vermittelte. Auf dieser Sitzung wurde auch der Drucksachenvertrieb behandelt. Ein Vertrag zwischen Frau Marianne Binder und dem ZDK regelte die Rechte und Pflichten und vor allem die Höhe des jährlich zu zahlenden Förderbeitrages. Auch die Diskussion um die Beitragserhöhungen, die anlässlich der ZDK-Tagung vom 07. bis I l. Juni 1979 in Wilhelmshaven beschlossen werden sollte. Natürlich fehlte auch wieder das Thema „Gemeinnützigkeit“ nicht auf der damaligen Tagesordnung. Sämtliche Bonner Bundestagsabgeordneten erhielten ein ausführliches Schreiben des ZDK in die jeweiligen Briefkästen zugestellt. Damit sollte vermieden werden, dass sich eventuell Bundestagsabgeordnete bei Schaueröffnungen damit entschuldigen, nichts über die Gemeinnützigkeit in Erfahrung bringen zu können.
Noch vor der ZDK-Tagung in Wilhelmshaven erhielt Karl Schmidt, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im ZDK, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Die ZDK-Tagung erhielt Besuch vom Bundesminister Dr. Ehrenberg, der eindeutig feststellte, dass der ZDK die Gemeinnützigkeit verdiene. Dies sagte er auch als Minister für Arbeit und Sozialordnung. Günter Rektor hatte als verantwortlicher Organisator wieder einmal alle Register seiner guten Beziehungen gezogen. Beschlossen wurde auf Antrag von Baden, dass bei der Kennzeichnung von Tieren, die von Jungzüchtern erzüchtet wurden, das „J“ hinter dem Kennzeichen des Landesverbandes zu stehen habe. Bei den Preisrichtern wurde vereinbart, das Honorar jetzt einheitlich für alle Tage auf 70 DM festzulegen. Auf dieser Tagung verabschiedete sich auch Georg Nietzer, langjähriger Vorsitzender des Landesverbandes Bayern. Für seine langjährige erfolgreiche Arbeit erhielt er die ZDK-Plakette in Gold. Elsbeth Kölz feierte anlässlich der ZDK-Tagung in Wilhelmshaven ihren Geburtstag.
Anlässlich der Europatagung in den Niederlanden besuchte Walter Kölz mit ZDK-Schriftführer Oskar Leicht den Beitrag des ZDK auf der Bundesgartenschau in Bonn. Gleichzeitig fand ein Gesprächstermin mit Bundeslandwirtschaftsminister Ertl statt, in dem Walter Kölz erneut auf seine Forderung zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit einging. Das Treffen war dem „DKZ“ sogar ein Titelbild wert.
Der ZDK führt einen neuen Standard als Ringbuch ein und erweitert gleichzeitig die bisherigen sechs Positionen der Bewertungsurkunde um eine weitere. Diese Position befasst sich nur mit dem Pflegezustand. Die Verlagsrechte des neuen Standards übernimmt erstmals der ZDK nach einer Ausschreibung selbst.
Den Jahresabschluss bildete die 17. Europaschau vom 10. bis 11. November 1979 in Straßburg. Leider wurden die hervorragenden Arbeiten durch ein großes Missgeschick bei der Abfertigung der Tiere durch französische Zollstellen zunichte gemacht. Insgesamt 138 Kaninchen konnten nur noch verendet aus den Transportbehältern geholt werden. Ursächlich war aber auch, dass in der Regel die Transportbehälter nicht genug Lufteintritte aufwiesen und nicht groß genug waren. Der ZDK entschädigte die Tierverluste. Die negativen Aspekte sollten aber nicht überbewertet werden, zumal die Veranstaltung mit einem Rekord aufwartete. 4.560 Kaninchen von fast 1.000 Ausstellern haben sich an der Veranstaltung beteiligt. Hierbei ist auch der Stand mit Erzeugnissen der badischen Frauengruppen zu erwähnen. Für diese Demonstration ernteten die Aussteller nur Lob. Trotz allem war Straßburg ein Ereignis und hat mit dazu beigetragen, Europaschauen zu etablieren.
Die 80er und 90er Jahre
Mit der 14. Bundes-Kaninchenschau am 09. und 10. Februar 1980 in Hannover startete der ZDK in das neue Jahrzehnt. Die Beschickung übertraf die norddeutschen Erwartungen. Insgesamt 21.006 Kaninchen und 550 Erzeugnisse stellten sich dem Wettbewerb. Das Schaufenster der deutschen Kaninchenzucht, in der 153.000 Mitglieder organisiert sind, zeigte sich dem Verband durchaus würdig.
Auch persönliche Verdienste wurden gewürdigt. Bundesminister Josef Ertl überreichte Gustav Mehler, Ehrenvorsitzender des Landesverbandes Hessen-Nassau, das Bundesverdienstkreuz.
Heilbronn war im Juni 1980 Austragungsort der ZDK-Tagung. Die Verantwortung vor Ort lag in den Händen von Karl-Heinz Halter. Zur Vorbereitung fand wiederum, wie alljährlich, eine Erweiterte Präsidiumssitzung statt. Diesmal war Erlensee im Hessischen Austragungs- und Vorbereitungsort. Ein neues Gesicht tauchte auch dort auf, und zwar Hermann Häfker, der im Landesverband Hannover die Nachfolge von Karl Schmidt als Landesvorsitzender angetreten hatte. Bei der Tagung in Heilbronn hat der ZDK leider sein Ziel — Anerkennung der Gemeinnützigkeit — noch nicht erreicht. Trotzdem wird dieses Ziel nicht aufgegeben und von Präsident Kölz eifrig weiterverfolgt.
Die erfolgreichen Arbeiten von Karl-Heinz Halter fanden auch 1980 einen Niederschlag in der Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik.
Ab dem 01.01.1981 wird der Drucksachenvertrieb nur noch in Regie des ZDK getätigt. Mit der Bewirtschaftung wurde Frau Margot Kuhn gegen eine entsprechende Entschädigung vom ZDK-Präsidium beauftragt. Im Vorfeld hatte Frau Marianne Binder als Inhaberin des Oldenburger Drucksachenvertriebes zum 31.12.1980 den mit dem ZDK bestehenden Vertrag gekündigt. Mit der Übernahme des Drucksachenvertriebes ist dieser somit jetzt eindeutig ein Teilbereich des ZDK. Die 7. Bundes-Rammlerschau hat allen Teilnehmern im ZDK derart gut gefallen, so dass Arno Dietrich sogleich mit einer Neuausgabe der 8. Bundes-Rammlerschau vom 07. bis 08. Februar 1981 in Pirmasens beauftragt wurde. Nochmals konnte entgegen der vergangenen Schau eine Steigerung in der Beschickungszahl erreicht werden. Ca. 1.200 Ausstel1er meldeten 6.116 Rammler. Eine Neuerung gab es auch. Erstmals sind die Tiere bei einer Bundesveranstaltung vor dem Einsetzen gewogen worden.
Zur Vorbereitung der ZDK-Tagung vom 12. bis 15. Juni 1981 in Büdingen fand im März in Baunatal eine Erweiterte Präsidiumssitzung statt. Diese Sitzungen sind mittlerweile eine gängige Einrichtung geworden und werden als „kleine ZDK-Tagung“ betrachtet, obwohl dies nicht beabsichtigt war und ist. In der Fachzeitschrift wurde der Bericht wie folgt getitelt: Erst tagten, dann tanzten sie.
Für die ZDK-Tagung 1981 zeichnete Adolf Kaiser-Toki verantwortlich.
Trotz emsigster Bemühungen konnte Walter Kölz die Erreichung seines Lieblingszieles — die Gemeinnützigkeit — wiederum nicht melden. Dementsprechend ging er in der Haupttagung auch die anwesenden Politiker an, die dann einmütig erklärten, dass auch sie gern dem ZDK die Gemeinnützigkeit zuerkennen möchten — aber es waren Lippenbekenntnisse.
Die Wahlen bereiteten keine Probleme. Einstimmig wurde Heinz Posthoff für vier weitere Jahre wiedergewählt. Bestätigt wurde ZDK-Club-Obmann Manfred Rommel.
Karl Schmidt gehörte 1981 dem Präsidium 23 Jahre an. Zuletzt bekleidete er dort das Amt eines Obmannes für Öffentlichkeitsarbeit. Mit dieser Tagung schied er aus dem Präsidium aus. Zu seinem Nachfolger wurde Günther Callies, Landesverbandsvorsitzender von Hamburg, gewählt.
Bei der Tagung der Preisrichter ist eine Neuregelung bei der Fahrtkostenerstattung verabschiedet worden. Ab neuer Saison müssen die Preisrichter 40 Pfennig pro gefahrenen Kilometer und 10 Pfennig pro Kilometer für den Mitfahrer bei einer Bewertungsübernahme berechnen. Falls ein Preisrichter nicht danach verfährt, so droht ein entsprechendes DPV-Bußgeld.
Die Europaschau in Amsterdam, die aufgrund der Probleme von Straßburg jetzt nach einem anderen Modus durch den ZDK unterstützt wird, konnte insgesamt 15.489 Tiere melden. Vom ZDK standen dort I .999 Tiere. Verantwortlicher Kontaktmann des ZDK war bei dieser Veranstaltung Adolf Rudolph, der in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Kleve die Grenzformalitäten problemlos regelte.
Die 15. Bundes-Kaninchenschau vom 13. bis 14. Februar 1982 war der Start in ein neues erfolgreiches Jahr. 4.400 Aussteller und Ausstellerinnen meldeten 25.500 Kaninchen und 500 Nr. Erzeugnisse. Die Messehallen auf dem Killesberg in Stuttgart waren damit völlig ausgelastet. Walter Schwarz, Redakteur der Fachzeitschrift „Deutscher Kleintierzüchter“, taufte den Killesberg in „Monte Cuniculi“ um. Damit hatte sich Stuttgart zu einem Mekka der Kaninchenzüchter fest entwickelt. Neben der günstigen Lage zu den mitgliederstärksten Landesverbänden war es natürlich auch die Mannschaft, die Ausstellungsleiter Walter Kölz um sich scharen konnte.
Am 22. Mai 1982 tagte der Europäische Verband für Kleintierzucht (EE) in Königswinter. Die Ausrichtung der Tagung hatte der ZDK übernommen, der seinerseits A. Rudolph mit der Arbeit betraut hatte. Bei dieser Veranstaltung waren Wahlen angesagt, zum einen, weil der bisherige Präsident Alex Wiltzer verstorben war und zum anderen, weil es die Statuten es vorschrieben. Zum neuen Präsidenten wurde der Niederländer Ritzema van Ikema gewählt. Vizepräsident wurde Wilhelm Schönefeld, Präsident des Bundes deutscher Rassegeflügelzüchter, und neuer Kassierer wurde Heinrich Kuhn, Kassierer des ZDK.
Im Juni 1982 stand Nürnberg ganz im Zeichen der ZDK-Tagung. Der bayerische Landesvorsitzende Ludwig Göhringer und der örtliche Ausrichter Werner Pittermann hatten sich mit ihren Mitarbeitern die größte Mühe gegeben, die zahlreichen Gäste zufriedenzustellen. Auf dieser Tagung wurde Walter Kölz für seine 25jährige Mitgliedschaft im Präsidium besonders geehrt.
Bei den Ergänzungswahlen gab es keine Überraschungen. Oskar Leicht wurde einstimmig als ZDK-Schriftführer wiedergewählt, Hermann Lederer als ZDK-Club-Obmann, Adolf Rudolph als ZDK-Herdbuchobmann und Peter Hoefer als ZDK-Angoraobmann bestätigt.
Die Mitgliederzahl ist immer noch ein Grund zur Freude. Gegenüber dem Vorjahr erfolgte eine Zunahme um fast 2.000 Mitglieder, so dass mit Jahresschluss 1981 insgesamt 158.049 Mitglieder im ZDK organisiert waren.
Den Jahresabschluss bildete die 9. Bundes-Rammlerschau, die in Essen, Landesverband Rheinland, durchgeführt wurde. Ausstellungsleiter war Franz Jakobs, der es als eine wesentliche Aufgabe ansah, den Landesverband Rheinland wieder in die Reihen der Ausrichter von Bundesveranstaltungen aufnehmen zu lassen. Diese Veranstaltung fand zusammen mit der Landesverbandsschau statt und erreichte eine Gesamtbeschickung von 9.327 Tieren und 134 Nr. Erzeugnisse. Mit nur 4.653 Rammlern hat die Veranstaltung nicht den Stand der letzten Bundes-Rammlerschau erreicht. Der Besuch litt leider unter plötzlich einsetzendem starken Schneefall, trotzdem konnte der Ausstellungsleiter ein zufriedenes finanzielles Endergebnis melden, wobei das für ihn nicht das Wichtigste war, sondern wichtig war ihm und allen Mitarbeitern die Zufriedenheit der Aussteller und Besucher.
1983 feierte Präsident Kölz seinen 70. Geburtstag. Rund 150 Gäste hatte er nach Stuttgart eingeladen. Es war ein großer Tag für Walter Kölz, der mit Glückwünschen und Geschenken fast zugedeckt wurde und überdies noch Ehrungen von staatlicher Seite erfahren durfte, wie sie bisher einem Repräsentanten eines Kleintierzuchtverbandes noch nicht zuteilwurden: Der Bonner Staatssekretär Georg Gallus überreichte ihm im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministers Josef Ertl für besondere Verdienste die „Prof. Niklas-Medaille“. Dass es hierzu noch weitere Ehrungen gab, wie die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, soll nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden.
Baunatal bei Kassel war vom 17. bis 20. Juni 1983 Tagungsort des ZDK. Hierbei konnte immer noch kein erfolgreicher Abschluss des Kampfes um die Gemeinnützigkeit festgestellt werden. Ungeachtet dieser negativen Seite hatte der ZDK erfreuliches zu bieten. Über 3.000 neue Mitglieder konnten in unsere Reihen aufgenommen werden, so dass jetzt 161.301 Mitglieder im ZDK organisiert sind. Die satzungsgemäß anstehenden Wahlen überraschten im Ergebnis nicht. Einstimmig wurden wiedergewählt Heinrich Kuhn, Irmgard Theel und der ZDK-Jugendleiter Otto Biertümpfel.
Um das Informationsbedürfnis der Mitglieder zu befriedigen, hat der ZDK eine Dia-Serie erstellt und den Landesverbänden ausgehändigt.
Nach dem Ausscheiden von Willi Kirchner als Obmann für Kurzhaar im ZDK wurde dieses Amt ersatzlos gestrichen. Präsident Kölz dankte Willi Kirchner für seinen uneigennützigen und emsigen Einsatz mit einer ZDK-Plakette. Der Aufgabenbereich wird künftig vom Obmann für Clubs im ZDK wahrgenommen.
Trotz anstrengender Tagung kam auch der Humor nicht zu kurz, so soll es beim Empfang im Rathaus im Nachhinein eine „Scheintrauung“ zwischen Irmgard Theel und Karl-Arnold Meyer, Landesvorsitzender von Bremen, gegeben haben. Redakteur Walter Schwarz soll bei dieser Einlage nicht unbeteiligt gewesen sein.
Für den ZDK stand die Beteiligung an der Europaschau vom 25. bis 27. November 1983 in Verona an. Als Kontaktmann wurde A. Rudolph beauftragt.
Die Tagung schloss der ZDK-Präsident Kölz mit einem gemeinsamen Lied: „Wenn Freunde auseinander gehen“ und seinem Spezialschlachtruf: „Herrgott, send‘ mir Kerle“.
Die Europaschau in Verona, an der sich der ZDK mit 2.156 Tieren beteiligte, erwies sich, trotz aller positiven Aspekte, für den ZDK als ein teures Vergnügen. Im Gegensatz zu der reibungslosen Abwicklung in Amsterdam verursachte Verona ganz erhebliche organisatorische Probleme. Es war mustergültig im Aufbau, aber schlecht in der Organisation. Und dass letzten Endes der ZDK noch Tausende von Marken zuschießen musste, lässt die Sache in keinem besseren Licht erscheinen. Erwähnen muss man allerdings, dass für jedes Kaninchen ein neuer Käfig mit Kunststoffrosten, Tränknippel und Futterautomaten zur Verfügung stand. Dazu noch der einreihige Aufbau, der das Gesamtbild noch positiv abrundete.
Hannover führte am I l. und 12. Februar 1984 die bundesdeutsche Elite der Kaninchen vor. Die 16. Bundes-Kaninchenschau wurde durchgeführt, ein Rekord in der Beschickung konnte zwar nicht erreicht werden, aber der Besuch der Veranstaltung setzte Maßstäbe. Der Landesvorsitzende von Hannover, Hermann Häfker, hatte es verstanden, gute Mitarbeiter für eine einwandfrei funktionierende Schau zu finden. Insgesamt ca. 17.000 Kaninchen aus 154 Rassen und Farbenschlägen stellten sich der Jury. Hierbei wurde 137-mal das Höchstprädikat „Vorzüglich“ vergeben. Die Versorgung der Tiere gestaltete sich zu dieser Zeit noch sehr arbeitsaufwendig. Tonnenweise mussten Möhren an die Tiere verteilt und eine entsprechende Heugabe gereicht werden.
Otto Biertümpfel, ZDK-Jugendleiter, führte vom 22. bis 24. Juni 1984 in Kirchhain das I. Bundesjugendtreffen durch. 1.145 Jugendliche und Betreuer nahmen daran teil. Die Premiere für eine derartige Veranstaltung war durchaus gelungen und hat zu weiteren Taten angespornt. Der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit, Callies, proklamierte in diesem Zusammenhang im ZDK das „Jahr der Jugend.“ Gleichzeitig wurde auch die Jugendlehrschrift Nr. 4 herausgegeben.
Nach längerer Abstinenz hatte auch der ZDK wieder eine Statistik erstellt. Insgesamt
1.151.781 Tiere wurden erfasst.
Diese Gesamttierzahl gliedert sich prozentual in folgende Rassengruppen:
1. Große Rassen 10,13 %
2. Mittelgroße Rassen 45,43 %
3. Kleine Rassen 33,56 %
4. Kurzhaar-Rassen 8,10 %
5. Langhaar-Rassen 2,78 %.
Münster in Westfalen war vom 14. bis 17. Juni 1984 Austragungsort der ZDK-Tagung. Die Berichterstattung darüber litt etwas unter einem Arbeitskampf in der Druckindustrie, so dass unsere Fachzeitschrift „Deutscher Kleintierzüchter“ erstmals seit seinem Erscheinen nach dem Krieg eine „Notausgabe“ herausbrachte. Heinz Posthoff und seine Mitarbeiter, die für die Ausrichtung verantwortlich zeichneten, wurden allerdings von diesem Streik nicht ernsthaft berührt. Erneut konnte der ZDK seinen Mitgliederstand steigern. Nach dem Zugang von 7.295 Neumitgliedern gehörten 163.424 Mitglieder zum ZDK. Trotz dieses Zuwachses und auch trotz vieler Versprechungen von Politikern wurde die angestrebte Gemeinnützigkeit noch nicht erreicht. Das Land Baden-Württemberg hatte in dieser Angelegenheit einen Vorstoß unternommen und es beim Bundesrat erreicht, dass ein entsprechender Gesetzentwurf beim Bundestag eingebracht wird. Schwierigkeiten bereitet allerdings nach wie vor das Bundesfinanzministerium. Der hohe Mitgliederzuwachs versetzte den ZDK auch in die Lage, die finanzielle
Seite des Verbandes zu stärken. Die Ausgabenpositionen betrugen 1983/84 insgesamt 155.604,24 DM zu einem Vertrauensbeweis für Walter Kölz wurde die anstehende Wahl des Präsidenten. Das Ergebnis war ganz klar und eindeutig: einstimmig. Ebenso einstimmig wiedergewählt wurde Arno Dietrich als Schulungsobmann des ZDK.
Präsident Kölz konnte auch noch mitteilen, dass zwei Mitglieder des Präsidiums in den Ausschuss für Kaninchenzucht und -haltung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft gewählt wurden: Peter Hoefer mit der Fachrichtung Angora und Adolf Rudolph mit der Fachrichtung Normal- und Kurzhaar.
Das Jahr 1984 ist auch ein Jubiläumsjahr für die Angorakaninchen. seit 50 Jahren finden Stationsprüfungen für Angorakaninchen statt. Die erste Stationsprüfung wurde im Jahr 1934 in Kiel-Steenbek durchgeführt. In den 50 Jahren der Leistungsermittlung hat sich der durchschnittliche Jahreswollertrag von damals 300 bis 340 g in etwa vervierfacht. Im Jahr 1983 betrug an den Stationsprüfungen in der Bundesrepublik Deutschland – Futterkamp, Kitzingen, Krefeld-Großhüttenhof und Neu-Ulrichstein – die aus der Prüfungsschur durchschnittliche Jahreswolleistung 1.146 g bei den weiblichen und 978 g bei den männlichen Prüfungstieren. Die bislang höchste jährliche Wollleistung wurde bei den weiblichen Tieren mit 1.772 g und bei den männlichen Tieren mit 1.768 g ermittelt.
Die Textilverarbeitung von Angorawolle hat sich enorm ausgeweitet. Diese Entwicklung hat in den vergangenen Jahren zu einer starken Belebung der Nachfrage nach Rohwolle geführt, die den Weltmarktpreis auf über 100 US-Dollar je kg der Wolle erste Sorte steigen ließ.
Beim Europäischen Verband (EE) verstarb unerwartet der Präsident Ritzema van Ikema. Es war für den Europäischen Verband ein besonders herber Verlust, einen derart profilierten Mann zu verlieren, der auch noch neben seiner wissenschaftlichen Laufbahn im diplomatischen Dienst tätig war.
Zu seinem Nachfolger wurde Ernst Suter-Marmillod aus der Schweiz gewählt. Dieser hatte bisher als Generalsekretär amtiert und zu seinem Nachfolger wurde Adolf Rudolph neuer Generalsekretär des Europäischen Verbandes für Geflügel- und Kaninchenzucht. Somit waren jetzt zwei Präsidiumsmitglieder des ZDK (Heinrich Kuhn und Adolf Rudolph) im Präsidium des Europaverbandes vertreten. Von der Seite der Kaninchenzüchter wurde dies besonders begrüßt, da man sich zu dieser Zeit noch von den „gefiederten Freunden“ etwas unterdrückt fühlte. Der neue EE-Präsident Ernst Suter-Marmillod wurde anschließend in Paris mit dem höchsten französischen Landwirtschaftsorden ausgezeichnet — Commandeur de I’Ordre du Mérite Agricole.
Das ereignisreiche Jahr 1984 klingt mit der 10. Bundes-Rammlerschau am 01. und 02. Dezember 1984 in Osnabrück aus. 4.864 Rammler wurden zum Wettbewerb gemeldet. Günter Rektor als „Landeschef“ von Weser-Ems und Ausstellungsleiter Springmeyer zeigten Zufriedenheit über diese Beschickung.
Am 03. April 1985 erhielt ein weiteres Präsidiumsmitglied eine der höchsten Auszeichnungen Deutschlands. Heinrich Kuhn, ZDK-Kassierer, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Vorher, vom 15. bis 17. März 1985, waren das Präsidium und die Landesvorsitzenden zum dritten Mal zu einer Tagung nach Berlin gereist. Mit diesen Tagungen in Berlin, die auch noch von staatlicher Seite durch entsprechende Zuschüsse ermöglicht wurden, sollte die Verbundenheit zu den Berliner Züchtern gestärkt und gefördert werden. Letztendlich hat es dem ZDK und auch dem Landesverband Berlin bestimmt gutgetan, sich auf einer Tagung und außerhalb von gesellschaftlichen Zwängen kennenzulernen.
Der Landesverband Hannover hatte es übernommen, die Jahrestagung 1985 vom 13. bis 17. Juni in Verden durchzuführen. Bei dieser Tagung in der Pferdestadt Verden ließ es sich Hermann Häfker nicht nehmen, Präsident Kölz zwecks besserer Übersicht während des Festabends mit einem Pferd in das Festzelt einreiten zu lassen.
Der ZDK weist nunmehr eine Mitgliederstärke von 166.170 auf. Die Tendenz weist nach wie vor nach oben. Die Wahlen bereiteten erneut keine Probleme. Einstimmig wurden Vizepräsident Posthoff und Öffentlichkeitsobmann Callies wiedergewählt. Ebenso einstimmig erfolgte die Bestätigung des Club-Obmannes Hermann Lederer und des Obmannes für Preisrichter, Albert Maute.
Damit die Zwergenzüchter endlich korrekt tätowieren können und vor allem dann, wenn die Tiere die passenden Ohren haben, hatte der ZDK eine Tätozange entwickeln lassen, die Ziffern enthält, die nur 5 mm hoch sind. Das Herdbuch für Normal- und Kurzhaar führte erstmals in Haus Düsse/Westfalen eine separate Tagung durch.
Im Landesverband Baden vollzog sich ein Führungswechsel. Der langjährige Vorsitzende Willi Zimmermann stellte sich nicht mehr zur Wahl und sein Nachfolger wurde ZDK-Schriftführer Oskar Leicht.
Heinrich Kuhn erhielt einen weiteren Orden, und zwar den „Croix de l‘ Ordre du Mérite Agricole“
Klaus Bochentin hatte als Kontaktmann die Durchführung der 20. Europaschau in Herning, Dänemark, mit zu sichern. Die Veranstaltung sollte vom 13. bis 15.12.1985 zur Durchführung kommen.
Einen Führungswechsel gab es ebenfalls in Bremen. Karl Arnold Meyer übergab das Zepter nach einer 28jährigen Amtsdauer an Peter Mickmann.
Die 17. Bundes-Kaninchenschau war für den 14. und 15. Dezember 1985 nach Nürnberg vergeben worden. Leider kollidiert dieser Termin mit der Europaschau in Herning. Trotzdem hat die Veranstaltung in Herning nicht unter einem Beschickungsmangel zu leiden.
Die 17. Bundes-Kaninchenschau im Dezember 1985 in Nürnberg konnte mit 29.000 Kaninchen und fast 500 Nr. Erzeugnissen durchaus eine sehr zufriedenstellende Beschickung melden. Es muss für Präsident Kölz ein durchaus besonderes Erfolgserlebnis gewesen sein, denn derartige Großschauen waren immer sein Ziel. Ausstellungsleiter und Landesverbandsvorsitzender Ludwig Göhringer nebst Mitarbeitern haben diese Mammutschau problemfrei bewältigt. Die hohe Beschickung bewies auch, dass eine andere Veranstaltung — die Europaschau — nicht darunter leiden musste. Präsident Kölz konnte leider wegen der gleichzeitig stattfindenden Bundesschau die Europaschau in Herning nicht besuchen. Der ZDK wurde dort vertreten von Klaus Bochentin als Landesvorsitzender und Präsidiumsmitglied Adolf Rudolph. Die Er öffnung der Europaschau, deren Gestaltung und Organisation setzte Maßstäbe. Maßstäbe setzte auch der Aufbau der Ausstellungsgehege und die Gestaltung des Ehrenpreistisches.
Der Nürnberger Bundes-Kaninchenausstellung muss man allerdings großen Respekt zollen. Der schönste Lohn für die Ausstellungsleitung dürfte allerdings der überwältigende Besuch der Veranstaltung gewesen sein. Auch hier wurden Maßstäbe gesetzt.
Es ist üblich, auf Bundesschauen auch die Neuzüchtungen vorzustellen. Neben Deutsche Großsilber, braun; Separator-Kaninchen, sandfarbig; Burgunder; Weiße Landkaninchen; Silber-Rexen in mehreren Farbenschlägen wurden auch Weiße Hasenkaninchen gezeigt.
Dass diese Veranstaltung auch erstmals über die EDV abgewickelt wurde, macht deutlich, dass auch der ZDK dem Neuen gegenüber aufgeschlossen ist.
Eine traurige Nachricht erreichte die Kaninchenzüchter noch zum Jahresende. Am 05. Dezember 1985 verstarb der langjährige wissenschaftliche Mitarbeiter an der Bundesforschungsanstalt für Kleintierzucht in Celle, Dr. Heinrich Niehaus, nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren. Dr. Niehaus war eine Art Vaterfigur für die Mitglieder des ZDK. Er war Promotor einer systematisch betriebenen Kaninchenfleischproduktion und vergaß dabei aber nie die Basis — die organisierten Züchter des ZDK.
Die Kokzidiose ist immer noch ein Hauptgrund für Verluste in der Kaninchenzucht.
Die Firma Bayer hat 1985 ein Präparat entwickelt, welches bei der Landwirtschaftskammer Rheinland geprüft wurde. Das Präparat Bay Vi 9142 hatte sich bereits bei Masthähnchen und Gänsen bewährt. Die Wirksamkeit bei Kaninchen konnte ebenfalls festgestellt werden.
1985 wurde von Günther Callies als ZDK-Obmann für Öffentlichkeitsarbeit das „Jahr der Frau“ proklamiert. Er hatte schon mehrere derartige Proklamationen gestartet, so das Jahr der Jugend, das Jahr der Behinderten usw. Er wollte damit verdeutlichen, dass sich die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Jahr verstärkt der Arbeit der Frau in der Organisation zuwendet.
Die Angorazüchter konnten sich wieder mit einem Rekord melden. Eine Häsin des ZDK-Obmannes für Angorazucht Peter Hoefer erzielte auf der Prüfungsstation der Landwirtschaftskammer Rheinland in Krefeld-Großhüttenhof den sagenhaften Jahreswollertrag in Höhe von 2.004 g.
Klaus Bochentin hatte sich auf der Europaschau so hervorragend geschlagen und zweifelsfreie Verdienste auf dem Gebiet der Kleintierzucht erworben, so dass er am 21. April 1985 das Bundesverdienstkreuz in Rendsburg überreicht bekam.
Die ZDK-Tagung 1986 wurde aus Anlass des 85jährigen Bestehens des Landesverbandes Rheinland-Pfalz nach Pirmasens vergeben. Regisseur war wiederum Arno Dietrich.
ZDK-Präsident Walter Kölz konnte in seinem Jahresbericht auf die erfreuliche Steigerung der Mitgliederzahl auf nunmehr 168.628 hinweisen. Diese Zahl verbirgt allerdings, dass es erstmals Mitgliedereinbußen in Norddeutschland in nennenswertem Umfang gegeben hat.
ZDK-Schriftführer Oskar Leicht wurde einstimmig wiedergewählt. Ebenso einstimmig bestätigt wurden Herdbuchobmann Adolf Rudolph und Angoraobmann Peter Hoefer. Die neuen Richtlinien für die Clubs sollen innerhalb dieser Organisation nochmals beraten und dann zur Verabschiedung vorgestellt werden.
1986 scheint ein gutes Jahr für den Landesverband Schleswig-Holstein gewesen zu sein. Neben dem amtierenden Landesverbandsvorsitzenden erhielt jetzt eine bundesweit bekannte Dame — Frauengruppenleiterin Irmgard Theel — ebenfalls für ihre herausragenden Verdienste das Bundesverdienstkreuz durch den Landwirtschaftsminister Fleßner überreicht.
Zum Jahresende, am 04. Dezember 1986, verstarb an den Folgen eines tragischen Verkehrsunfalles die Gattin des ZDK-Präsidenten Walter Kölz — Frau Elsbeth Kölz. Der plötzliche Tod nach dem schweren Unfall hat alle, die die liebenswerte Frau Elsbeth Kölz seit Jahren, ja seit Jahrzehnten gekannt haben, tief erschüttert.
Trotz des herben Verlustes, den Walter Kölz erlitten hatte, widmete er sich engagiert seinen weiteren Aufgaben. Eine wichtige Aktion für ihn und auch die Züchterschaft des ZDK war die 11. Bundes-Rammlerschau in Kassel, zu der 8.354 Zuchtrammler gemeldet waren. Dieses Meldeergebnis übertraf alle bisherigen Bundes-Rammlerschauen und zeigte einmal mehr, dass der Wettbewerb gesucht wird. Hier in Kurhessen konnte Ausstellungsleiter und Landesvorsitzender Karl Daßler feststellen, dass die Steigerungsrate gegenüber der 9. Bundes-Kaninchenschau 100 % betrug. Dazu hat sicherlich auch der Werbefeldzug beigetragen, der im Vorfeld dieser Veranstaltung ablief. Erneut wurden bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung alle Tiere gewogen.
1986 hatte ein Reaktorunfall in der Ukraine zu einer radioaktiven Belastung weiter Teile Europas geführt. Das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium hat aus diesem Anlass sogar das Kaninchenfleisch untersuchen lassen. Als Folgerung aus den Untersuchungen war der Ratschlag zu entnehmen, dass der erste Futterschnitt nicht an die Tiere gefüttert werden sollte.
1986/1987 stand auch unter dem Beginn einer engen Zusammenarbeit mit der Provinz Sichuan in China und dem ZDK bzw. dem Landesverband Rheinischer Kaninchenzüchter. 1987 besuchte sogar eine Fachdelegation Nordrhein-Westfalen und informierte sich umfassend über die deutsche Kaninchenzucht. Leider verwechselte der ZDK-Aktivitäten auf dem Gebiet der Kaninchenzucht in Entwicklungsländern immer mit Gewinnstreben, anstatt diese Tätigkeit als weiteres Argument zur Untermauerung der Gemeinnützigkeit zu nutzen.
Für die 21. Europaschau in Belgrad 1987 war Adolf Rudolph auf Einladung der Messeleitung Belgrad vor Ort. Hier wurden alle Formalitäten nach schwierigem Ringen eindeutig abgeklärt und schriftlich fixiert. Dass trotzdem eine Beteiligung des ZDK an der Europaschau in Belgrad nicht zustande kam, hatte seine Ursache in dem später erfolgten Feilschen um die Höhe der Transportkosten. Dieses Feilschen stand eindeutig im Widerspruch zu den Abmachungen, die damals vor Ort getroffen wurden. Der Kontaktmann Gartmayr konnte nur noch eine Absage, aber keinen erfolgreichen Abschluss vermelden. Eine weitere Berichterstattung über diese Veranstaltung ist daher nicht notwendig.
Günter Rektor rief die ZDK-Delegierten vom 11. bis 15. Juni 1987 nach Oldenburg. Zu dieser Tagung waren erstmals auch die Geschäftsführer der Landesverbände eingeladen. Horst Carle hatte für die Teilnehmer ein entsprechendes Manuskript vorbereitet, was späterhin auch gegen eine Gebühr bezogen werden konnte. Ursächlich für die Durchführung der Tagung im Landesverband Weser-Ems war auch dessen 75jähriges Bestehen im Jahre 1987. Eine nette Geste wurde auch notiert. Zur Kranzniederlegung am Grab des früheren ZDK-Präsidenten Kurt Binder hatten sich viele Weggefährten eingefunden.
In ihren Funktionen wurden die ZDK-Frauengruppenleiterin Irmgard Theel und ZDK-Jugendleiter Otto Biertümpfel bestätigt. Einstimmig wiedergewählt wurde ZDK-Kassierer Heinrich Kuhn. Aus ihren Ämtern als Landesverbandsvorsitzende verabschiedeten sich Günther Callies, Landesverband Hamburg, und Kurt Haußmann, Landesverband Rheinland-Nassau.
Die Bundes-Kaninchenschau vom 19. bis 20. Dezember 1987 war für Ausstellungsleiter Karl-Heinz Halter zwar Dreh- und Angelpunkt des Jahres 1987, trotzdem hatte er gleichzeitig den Landesverband zu führen, den er von seinem Amtsvorgänger Walter Kölz übernommen hatte. Dass er aber mit einem Rekordergebnis von 36.120 Kaninchen und 420 Nr. Erzeugnissen sowie 28 Bastelarbeiten konfrontiert werden würde, hatte er nicht vorausgesehen. Diese gewaltige Tierzahl stellte für die Schauleitung und auch für den ZDK die Grenze der Zumutbarkeit dar. Wer hätte gedacht, dass es nach all den Steigerungen bei den Bundesschauen noch eine weitere Steigerung geben könnte.
Auch bei der Bundesschau war die Datenverarbeitung durch den PC eine Grundvoraussetzung, um überhaupt diese große Tierzahl in dem knappen Zeitrahmen bewältigen zu können. Eine hohe Tierzahl bedingt zwangsläufig auch eine entsprechend hohe Besucherzahl. Zeitweise war der Killesberg praktisch zu. Ein Einlass von Besuchern war erst dann wieder möglich, wenn zuvor Besucher das Messegelände verlassen hatten. Auch der Katalog setzte mit fast 900 Seiten eine neue Rekordmarke. Auch die Eröffnung war ein Ereignis und vor allem von einer mitreißenden und humorvollen Rede von Stuttgarts Oberbürgermeister Manfred Rommel geprägt. Dieser begrüßte natürlich auch seinen Namensvetter Manfred Rommel aus der Fraktion der Kaninchenzüchter.
Präsident Kölz nutzte die Gunst der Stunde, um erneut die Gemeinnützigkeit für die Kleintierzüchter einzufordern. Er wurde dabei von den anwesenden Politikern wie Staatssekretär Gallus unterstützt. Landwirtschaftsminister Weiser erntete mit den größten Beifall für die Mitteilung, dass er für die Mitarbeiter beim Käfigabbau ca. 1.200 Flaschen Wein bereitstellen werde.
Der DKZ-Verleger Valdo Lehari hat durch seinen Verlag eine neue Medaille für besondere Leistungen in der Kaninchenzucht gestiftet. Diese Medaille wurde erstmals in Stuttgart vergeben. Erringer war Erhard Schönwitz, Wolfschlugen.
Trotz des enormen Besuches und der Rekordbeschickung ergaben sich für die Schauleitung im Nachhinein finanzielle Probleme. Es kam sogar so weit, dass Präsident Kölz zur Minderung der finanziellen Probleme die 3. Preise nicht an die Erringer auszahlen wollte. Dieses führte bekanntlich zu erheblichen Protesten, und anlässlich einer Erweiterten Präsidiumssitzung in Bremerhaven im Frühjahr 1988 wurde mit der Schauleitung und dem Landesverband Württemberg-Hohenzollern eine Übereinkunft erzielt, so dass die Züchter ihr Preisgeld erhielten und der Landesverband einen Zahlungsaufschub. Die 3. Preise wurden dann aus der Hauptkasse des Landesverbandes gezahlt.
In diese Angelegenheit spielt auch die Präsidentenwahl 1988 hinein. Walter Kölz wollte als über 70jähriger nicht erneut als Präsident amtieren. Das Präsidium des ZDK hatte als Kandidaten Arno Dietrich auserkoren, während aus einer Reihe von Landesverbänden Franz Jakobs in Vorschlag gebracht wurde. Aufgrund dieser Sachlage bildeten sich zwei Fraktionen innerhalb des ZDK, was allerdings die Arbeitsleistung erheblich beeinträchtigte. Beide Fraktionen versuchten mehr oder minder heftig, die Vorzüge und Qualitäten ihrer Kandidaten bekannt zu machen. Mit dem Näherrücken der ZDK-Tagung vom 17. bis 20. Juni 1988 in Homburg, Saar, wurden die „Kämpfe“ immer heftiger. Voller Spannung wurde die ZDK-Haupttagung erwartet. Doch nicht nur die Wahl, sondern auch die Club-Tätowierung war ein Thema. Wiederholt sind Beschlüsse gefasst worden, die es untersagten, sogenannte Spezialtätos für Clubs zu verwenden. Trotz dieser Beschlüsse ist die Verwendung der Tätos weiterhin erfolgt und die Tiere wurden auch, obwohl nach den Beschlüssen mit ungültigen Kennzeichen versehen, einwandfrei bewertet.
Die Präsidentenwahl blieb bis zuletzt spannend. Letztendlich siegte in einer Kampfabstimmung Franz Jakobs mit einer deutlichen Mehrheit, die allerdings von keinem erwartet wurde. Die Landesverbände hatten damit bewiesen, dass sie Herr der Lage sind. Nach der Wahl gingen alle gemeinsam daran, die aufgeworfenen Gräben zuzuschütten und eine Plattform für eine befriedigende Zusammenarbeit zu leisten. Dies wurde insbesondere dadurch deutlich, dass Arno Dietrich einstimmig für das Amt des Schulungsobmannes wiedergewählt wurde. Insgesamt erwies sich Arno Dietrich auch als sehr fairer Verlierer, der sich nicht schmollend in einen Winkel verzog, sondern weiter mitarbeitete. Auch das Präsidium nahm sehr schnell den neuen Präsidenten auf und hat alle vorherigen Vorbehalte in den Papierkorb geworfen.
Walter Kölz wurde aufgrund seiner Verdienste, die er sich in der 31jährigen Tätigkeit im Präsidium erworben hatte, zum Ehrenpräsidenten des ZDK ernannt. Das war durchaus ein Amt ganz nach dem Geschmack von Walter Kölz, den man durchaus als hervorragenden Diplomaten in Sachen Kaninchen mit einem großen rhetorischen Talent beschreiben konnte. Es ist bestimmt ein herausragender Verdienst von Walter Kölz, die Kaninchenzucht und auch deren Mitglieder in weiten Kreisen der Bevölkerung und auch bei Behörden „hoffähig“ gemacht zu haben.
Der neue Präsident, der über seinen Wahlerfolg mehr als erfreut war, führte dazu aus: „Ich weiß, dass ich ein schweres Amt angetreten habe, aber ich will mein Bestes geben, um meinen großen Vorgängern Kurt Binder und Walter Kölz ein würdiger Nachfolger zu sein. Ich verspreche Ihnen Fairness und Toleranz, will einer unter Ihnen und allen ein Freund sein!“
Bei dem Getöse um den neuen Präsidenten ist fast untergegangen, dass Albert Maute, Vorsitzender der Deutschen Preisrichter, am 28. April 1988 das Bundesverdienstkreuz überreicht bekam. In der Kleintierzucht hat sich Albert Maute zahllose Verdienste erworben. So war er von 1952 bis 1962 Vorsitzender des Kreisverbandes Ludwigsburg, der während seiner Amtszeit von 250 auf 1.500 Mitglieder anwuchs. Seit 1961 war er Vorsitzender der Preisrichtervereinigung Württemberg-Hohenzollern. Von 1963 bis 1974 war er Schulungsleiter des DPV. Den Vorsitz des DPV übernahm er 1974 und gab ihn 1990 wieder ab.
Pfingsten 1988 hatte das 2. Bundes-Jugendtreffen des ZDK am „Steller See“ stattgefunden. 1.600 Jugendliche und 200 Helfer haben an dieser Veranstaltung teilgenommen. Leider machte ein umfangreicher Dauerregen dem Organisationskomitee große Probleme. Auch Zusagen über die Anlieferung von wichtigen Toilettenwagen wurden nicht eingehalten, so dass es schon einmal zu lautstarken Auseinandersetzungen kam. Alles dies war aber vergessen, als die Jugendlichen am Abend in die ZDK-Disco gehen konnten.
Am 12. Juli 1988, 15.30 Uhr, erfuhr der ZDK eine Auszeichnung, wie sie eine Kleintierorganisation noch nicht erfahren hatte. Der Bundespräsident Dr. Richard von Weizäcker hatte Walter Kölz das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Ein Bundesverdienstkreuz 1. Klasse stellt dabei etwas Besonderes dar, denn es ist eine der höchsten Auszeichnungen, die ein Bürger erhalten kann. Aufgewertet wurde diese Auszeichnung noch durch die Tatsache, dass Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl diese Auszeichnung persönlich in seinem Arbeitszimmer im Bundeskanzleramt in Bonn überreichte. Abgerundet wurde die feierliche Zeremonie noch durch ein halbstündiges persönliches Gespräch und einen Umtrunk mit dem Bundeskanzler. Zu dieser Ehrung war allerdings nur ein kleiner Personenkreis geladen. Neben dem Ehrenpräsidenten Kölz waren ZDK-Präsident Jakobs, der Sohn des ZDK-Ehrenpräsidenten Gunther Kölz, Frau Strobel, die „rechte Hand“ von Walter Kölz und Adolf Rudolph anwesend.
1988 war auch das Jahr, in dem eine neue Erkrankung der Kaninchen von sich reden machte. Ursächlich hierfür war ein Treffen von Wissenschaftlern, bei dem chinesische Experten über eine rätselhafte Erkrankung bei Angorakaninchen berichteten, die aus Deutschland importiert waren. Aufgrund dieser Berichterstattung aus China wurde diese Erkrankung auch als Chinaseuche, HSK oder als RHD bezeichnet. Die ersten Meldungen kamen aus dem Ausland und dementsprechend wurde im September 1988 die Einfuhr von lebenden Kaninchen aus Bulgarien, Jugoslawien, Polen, Rumänien usw. verboten. In Deutschland wurde die Erkrankung erstmals in einem Kaninchenbestand in Teltow, Nähe Potsdam, festgestellt. Insgesamt sind aus Deutschland ca. 30.000 Angorakaninchen nach China verkauft worden, allerdings ohne Beteiligung des ZDK — leider.
Heinz Posthoff, ZDK-Vizepräsident, erhielt am 30. November 1988 das Bundesverdienstkreuz. Damit war ein weiteres Präsidiumsmitglied vom höchsten Repräsentanten der Bundesrepublik ausgezeichnet worden.
Der Jahresanfang 1989 wurde mit zwei Ereignissen gekrönt, zum einen mit der Europaschau am 14. und 15. Januar 1989 in Wels/Österreich. Alfons Gartmayr war für diese Veranstaltung der zuständige Kontaktmann des ZDK. Er konnte sich freuen, an einer derartigen Veranstaltung mitwirken zu können, denn über 4.000 Aussteller schenkten dem Veranstalter das Vertrauen und meldeten Tiere. Dabei war es äußerst schwierig, überhaupt an den Europaschauen teilnehmen zu können. Umfangreiche Zollformalitäten und Veterinärzeugnisse für Einfuhr und Rückführung mussten vorbereitet und bestätigt sein. Eine Freizügigkeit für die Teilnahme an Europaschauen gab es nicht, da auch Österreich noch nicht der EG angehörte.
Pirmasens scheint zu einer Heimstätte für die Bundes-Rammlerschau zu werden. Die vorangegangenen Bundes-Rammlerschauen, die zum Teil auch in Pirmasens stattfanden, haben zu neuen Taten aufgerufen. So wurde die 12. Bundes-Rammlerschau am 28./29. Januar 1989 in Pirmasens durchgeführt. Ausstellungsleiter war, wie schon vorher, Arno Dietrich, gleichzeitig ZDK-Obmann für Schulung und Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz. 7.065 Rammler waren für diese Veranstaltung gemeldet.
Der Landesverband Baden hatte es vom 15. bis 19. Juni 1989 übernommen, in Offenburg die ZDK-Bundestagung durchzuführen. Dass sich diese Tagung jetzt als Bundestagung bezeichnet, ist auf eine Anregung des ZDK-Schriftführers Oskar Leicht zurückzuführen. Bei der Bewertung von Jungtieren ergab sich eine Änderung, die zu lebhaften Diskussionen führte. Es wurde die Anzahl der positiven bzw. negativen Bemerkungen bei der Bewertung zur Urteilsfindung grundlegend herangezogen. So hieß jetzt die beste Bewertung „Sehr gut in allen Positionen“ -sg 7. Die schlechteste Bewertung, bei der die negativen Einzelurteile beim Tier überwiegen, hieß „b 0″. Es wird folgendes Beispiel angegeben: 3 positive und 1 negative Bemerkung ergeben demnach 2 positive Bemerkungen, da die eine negative Bewertung abgezogen wurde. Das Urteil lautet demnach: „sg 4″. Trotz aller Probleme stand die ZDK-Bundestagung in Offenburg unter einem guten Stern. Oskar Leicht hatte sich nicht nur bemüht, sondern mit seinen Mitarbeitern bei der Ausgestaltung der Tagung Maßstäbe gesetzt. Prominente Gäste wie der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Gerhard Weiser oder der Ehrenpräsident der EE, Ernst Suter-Marmillod, gaben der Tagung die Ehre.
Der ZDK-Vizepräsident Heinz Posthoff wurde einstimmig wiedergewählt. Ebenso einstimmig gewählt wurde als Nachfolger des ausscheidenden ZDK-Obmannes für Öffentlichkeitsarbeit Günther Callies der bisherige ZDK-Herdbuchobmann Adolf Rudolph. Der Ehrenpräsident der EE, Ernst Suter-Marmillod, wurde in Anbetracht seiner Verdienste zum Ehrenmeister des ZDK ernannt.
Bei den Clubs erhielt Hermann Lederer wieder ein einstimmiges Votum für vier weitere Jahre.
Der DPV hatte einen Initiativantrag eingebracht, der die Erhöhung des Preisrichterhonorars von 70 auf 80 DM zum Ziel hatte. Dieser Antrag soll auf die Tagesordnung der nächsten ZDK-Tagung gesetzt werden und soll dann sofort nach Zustimmung in Kraft treten.
Es ist durchaus kein Geheimnis, dass der Öffentlichkeitsarbeiter des ZDK, Adolf Rudolph, ein besonderes Augenmerk darauf richtete, die Verbindung zu den Züchtern Berlins zu festigen und die Berliner Freunde mit einzubeziehen. Aus diesem Grund war vom 25. bis 27. August 1989 Berlin wieder Treffpunkt der Herdbuchzüchter. Zu diesem Datum war die Reise nach Berlin immer noch ein Abenteuer und mit zum Teil schikanösen Behandlungen durch die „Grenztruppen der DDR“ verbunden. Adolf Rudolph trat an dieser Tagung als Obmann zurück und wurde zum Ehrenobmann ernannt. Nachfolger wurde, ohne dass es überhaupt Gegenkandidaten gab, Walter Sartor aus dem Landesverband Hessen-Nassau.
Zur 16. Europaschau, die am 11. und 12. November 1989 in Gent/Belgien stattfinden soll, wird vom ZDK Ernst Dänner als Kontaktmann eingesetzt.
Die RHD, deren Erreger noch nicht in vollem Umfang erkannt ist, bereitet erhebliche Probleme. Nach den gesetzlichen Grundlagen werden Schauverbote erlassen, die die Vereine und den gesamten ZDK praktisch die Grundlage der Daseinsberechtigung entziehen. Eine verbindliche Regelung zu treffen ist äußerst schwierig, da die Bundesrepublik nach einem föderalen System aufgebaut ist und jedes Bundesland somit eigene Entscheidungen trifft. Ein Impfstoff gegen diese Erkrankung, die man als Viruserkrankung einordnete, war noch in der Erprobung.
Positiv verlief dagegen ein Fotowettbewerb der Fachzeitschrift „Deutscher Kleintierzüchter“, bei dem Thomas Alber aus Filderstadt siegte.
Die Europaschau in Gent ist für den Chronisten Rudolph mit einem Ereignis verbunden, das sich unauslöschlich festgesetzt hat. Am 09.11.1989 wurden die Grenzen der DDR geöffnet. Für den ZDK stellten sich durch diese Änderungen der politischen Lage neue Aufgaben auch im Rahmen der Satzung. Eine deutsch/deutsche Zusammenarbeit und grenzüberschreitende Ausstellungen waren zu diesem Zeitpunkt erstmals möglich.
Die 19. Bundes-Kaninchenschau am 24. und 25. Februar 1990 in Stuttgart hat unter dem Ausstellungsleiter Karl-Heinz Halter Maßstäbe gesetzt. Es war nicht so sehr die Beschickungszahl, die durch die RHD mit 16.500 Kaninchen und ca. 250 Erzeugnissen etwas mager ausfiel, sondern der Einsatz zu einem deutsch/deutschen Züchterfest in Stuttgart. Zwar waren die von der DDR hermetisch abgeriegelten Grenzen geöffnet, aber noch immer galt die dortige Währung. Die Züchterfreunde aus der damaligen DDR konnten aber mit diesem Geld (Alu-Chips) in der Bundesrepublik praktisch nichts anfangen. Hier war Hilfsbereitschaft angesagt, die auch in großem Stil umgesetzt wurde. Die dabei gezeigte Kameradschaft war beispielgebend für den ZDK und auch für den Grundgedanken unserer Organisation. Die Veranstaltung in Stuttgart hatte jedenfalls in der DDR ein großes Interesse geweckt und die Ausstellungsleitung bemühte sich, Privatzimmer und Turnhallen für die Unterkunft preisgünstig zu beschaffen. Das ist auch gelungen, und ich glaube, alle Teilnehmer waren voll der Euphorie zur bevorstehenden Wiedervereinigung Deutschlands. Anlässlich der Stuttgarter Bundesschau kam es auch zu einer ersten offiziellen Begegnung mit den Vertretern des VKSK, Alfred Franke und Geschäftsführer Schulz. Von Seiten des ZDK nahmen der Präsident Franz Jakobs und der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit, Adolf Rudolph, teil. Das Wetter spielte auch noch mit, und im strahlenden Sonnenschein wurden außerhalb der Hallen eifrig Züchterfreundschaften gegründet.
Wegen der überregionalen Bedeutung der RHD hatte der Bundesminister für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten mit Wirkung vom 31. Dezember 1989 die Anzeigepflicht für diese Erkrankung eingeführt. Zur Anzeige waren die Besitzer der Tiere verpflichtet und eine Unterlassung stellte eine Ordnungswidrigkeit dar. Daß diese Maßnahme nicht zur Förderung des Ausstellungswesens beitrug und schon bei der Bundesschau für negative Aspekte gesorgt hatte, ist wohl eindeutig.
Jedenfalls war unabhängig von dieser Erkrankung die Bundesschau in Stuttgart ein positives Zeichen für Menschlichkeit und Züchterkameradschaft. Karl-Heinz Halter hat sich hierbleibende Verdienste erworben. Auch der DKZ setzte auf die deutsch/deutschen Partnerschaften. So wurden kostenlos „Kontaktanzeigen“ von Kleintierzüchtern aus beiden Teilen Deutschlands veröffentlicht.
Anfang 1990 wurde endlich ein Impfstoff gegen die RHD zugelassen. Erst die Zulassung dieses Impfstoffes und die verbindliche Zusage des ZDK, in den eigenen Reihen eine spezielle Krankheitsbekämpfung durch die Impfung zu propagieren, hat dazu geführt, dass erhebliche Erleichterungen zugelassen wurden. So wurde eine Impfpflicht verhindert und der Verzicht auf ein Ursprungszeugnis erreicht, wenn die Tiere von einer gültigen Impfbescheinigung begleitet waren. Damit war die Sicherheit gegeben, Ausstellungen planen und durchführen zu können, zumal die RHD 1995 aus der Anzeigepflicht genommen wurde.
Eine entsprechende Information erfolgte von den damaligen Referenten für Tierseuchenbekämpfung des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums, Dr. Zwingmann, anlässlich der ZDK-Bundestagung 1990 in Nümbrecht. Diese Tagung wird von DKZ-Chefredakteur Walter Schwarz wie folgt zusammengefasst beschrieben: Man darf es getrost vorwegnehmen: Die diesjährige ZDK-Bundestagung in Nümbrecht im LV Rheinland stand unter einem guten Stern, waren doch von Ausrichterseite alle Voraussetzungen für ein gutes Gelingen gegeben. Schließlich fand die Tagung im Heimatverband des ZDK-Präsidenten statt und zum andern hatte man mit dem ZDK-Obmann für Öffentlichkeitsarbeit, Adolf Rudolph, einen prädestinierten Lenker vor Ort – seine Heimatgemeinde Much ist nur ganze 11 km von Nümbrecht entfernt, bestens unterstützt von seiner Frau Edith und einigen Landesverbandsvorstandsmitgliedern sowie Mitarbeitern aus dem KV Oberbergischer Kreis. Das umfangreiche Tagungs- und Rahmenprogramm fanden auch durchweg die uneingeschränkte Zustimmung der Teilnehmer. Und ein bisschen stand die Tagung auch unter einem gesamtdeutschen Aspekt: Neben mehreren renommierten DDR-Wissenschaftlern, von denen Prof. Dr. Rudolph von der Universität Rostock und Vet.-Rat Dr. Wolfgang Kötsche vom Bezirksinstitut für Veterinärwesen Gera am Samstag viel beachtete aktuelle Vorträge hielten, nahmen auch der Vorsitzende des neu gegründeten Landesverbandes Thüringen, Günter Ewald, und der Vorsitzende des DDR-Preisrichterverbandes, Alfons Födisch, sowie Dr. Bernhardt an den einzelnen Veranstaltungen teil. Wen wundert es, dass selbst gestandene Männer schlucken mussten, als am 17. Juni, dem Tag der deutschen Einheit, die Kapelle des Musikvereines Heid zur Eröffnung der ZDK-Haupttagung die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland intonierten.
Präsident Jakobs konnte in seinem Bericht mitteilen, dass zum 01.01.1990 insgesamt 175.570 Mitglieder, davon 21.304 Jugendliche dem ZDK angehören. Die Zahl der Frauengruppenmitglieder hat sich gegenüber dem Vorjahr um 414 auf jetzt 13.836 verringert.
Einstimmig wurde, wie überhaupt nicht anders zu erwarten, ZDK-Schriftführer Oskar Leicht wiedergewählt. Beim Landesverband Schleswig-Holstein vollzog sich eine Änderung im Vorsitz. Klaus Bochentin amtierte als Vorsitzender nicht mehr. Sein Nachfolger wurde Günter Mahrt. Auch bei den Preisrichtern gab es eine Änderung im Vorsitz. Der langjährige DPV-Vorsitzende Albert Maute wurde von Günter Rektor abgelöst. Diese Wahl war in der Versammlung der Preisrichter das herausragende Ereignis, zumal im Vorfeld heftige Wahlkämpfe stattgefunden haben. Doch nach der Wahl war dies alles vergessen und keinerlei Zwietracht trübte mehr den harmonischen Tagungsablauf. Trotz der RHD konnten die 1.084 DPV-Mitglieder insgesamt 856.868 Kaninchen und 9.001 Erzeugnisse bewerten. Gegenüber dem Vorjahr hatten, bedingt durch die Schauverbote wegen RHD, 1.704 Schauen weniger stattgefunden.
Dass diese Veranstaltung mit einem gelungenen Kameradschaftsabend der Preisrichter und mit einem Festabend des ZDK verbunden ist, ist eine Selbstverständlichkeit. Beim Festabend des ZDK trat der bekannte Sänger „Heino“ mit seinem Ensemble auf und führte durch ein mehrstündiges Programm.
Zwei Beschlüsse der Tagung sind noch zu nennen: Zum einen wurde der Beitrag von 1,00 DM auf 1,50 DM je Mitglied und Jahr beschlossen. Genehmigt wurde von der Hauptversammlung die Erhöhung des Preisrichterhonorars von 70 auf 80 DM. Eine einhellige Annahme fand auch die Neufassung der ZDK-Satzung, die die besonderen Aspekte zur Erlangung der Gemeinnützigkeit berücksichtigte und gleichzeitig bei den Bezeichnungen der Ämter eine Richtigstellung vornahm. So wurde der Kassierer jetzt endgültig zum Schatzmeister befördert.
Wie es sich schon in Nümbrecht angebahnt hatte, wurde eine Vereinigung des ZDK und der neu gegründeten Landesverbände in der DDR angestrebt. Im Nachhinein kann man durchaus feststellen, dass sich im Zuge der Euphorie auch einige gute Aspekte verloren haben. Es war aber eine derartige Aufbruchstimmung, so dass sich für ein klares Abwägen der einzelnen Punkte in den Zuchtzielen und in der Gestaltung des Standards keine Zeit fand. Es galt die Devise: ganz schnell eine Vereinigung. So mussten beispielsweise die 400 Preisrichter aus der DDR nach dem Zusammenschluss eine Umschulung durch den DPV durchlaufen. Am 28. Juli 1990 hat sich der Arbeitsausschuss des ZDK mit den Vertretern des VKSK; Hermann Nottrodt, Dr. Werner Bernhardt, Karl-Heinz Schuppe und Klaus Schulz im Baunatal getroffen und die Vorgaben für die Vereinigung beider Verbände festgelegt. Damit alles relativ schmerzlos vonstattengehen konnte, war beispielsweise auch die Möglichkeit geschaffen worden, dass Züchter der DDR mit ihren Tieren bei überörtlichen Schauen im Gebiet des ZDK teilnehmen konnten. Bewertet wurde allerdings nicht nach dem Standard der DDR für die sozialistischen Länder, sondern nach dem Standard des ZDK. Auf dem Gebiet der DDR gründeten sich nach und nach alle Landesverbände neu, da die Länder in der DDR als Einheit aufgelöst wurden und es stattdessen nur Bezirke gab. Die Gründungen gingen überall problemfrei über die Bühne, zumal auch die alten Tätozeichen wieder verwendet werden konnten. So wurde in Thüringen wieder das „T“, in Sachsen das „S“ usw. eingeführt. Probleme gab es nur im Landesverband Mecklenburg-Vorpommern. Hier ergab sich aus der Tradition heraus die Verwendung von zwei Kennzeichen, zum einen ein „M“ und zum andern das Kennzeichen „X“. Diese gewachsenen Traditionen stellten das ZDK-Präsidium vor ein großes Problem, da nach dessen Verständnis in einem Landesverband nur ein Kennzeichen Gültigkeit haben konnte. Letztendlich hat sich der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern den Argumenten des Präsidiums nicht verschlossen und eine Kennzeichnung allein mit dem Buchstaben „M“ akzeptiert. Zur Vollständigkeit soll nur noch vermerkt werden, dass sich der Landesverbandsvorsitzende Klaus Bindemann äußerst heftig und bis zuletzt gegen dieses alleinige Kennzeichen gewehrt hat.
Zum Jahresabschluss konnte noch ein neuer Leistungsbeweis für Angorakaninchen gemeldet werden. Auf der Angora-Leistungsprüfung hatte eine Häsin des Züchters Helmut Höfer aus Westfalen einen Rekordertrag bei der Wollleistung zu verzeichnen. Das dortige Schurergebnis erbrachte einen Jahreswollertrag mit 2.232 g Wolle. An diesem Ergebnis hätten die Angorazüchter sicherlich eine größere Freude, wenn nicht die Preise für Angorawolle so drastisch gesunken wären. Von ehemals 140 DM je kg Angorawolle erster Sorte ist der Preis jetzt auf rund 50 DM je kg gefallen.
Nachdem am 03. Oktober 1990 die Vereinigung beider deutscher Staaten vollzogen war, stand auch der Schaffung eines einheitlichen deutschen Kaninchenzüchterverbandes nichts mehr im Wege. Eine gemeinsame Beratung von einem Teil des Arbeitsausschusses des ZDK-Präsidiums und Vertretern des VKSK fand am 24. November 1990 in Sömmerda/Thüringen statt. Vorausgegangen war eine Sitzung des VKSK am 13. Oktober 1990 in Halle und die letzte Versammlung des VKSK am 27. Oktober 1990. Auf der letzten Versammlung wurde über den Antrag der Auflösung des VKSK einstimmig entschieden. Die Landesverbände der Kaninchenzüchter treten dabei die Rechtsnachfolge an. Das Vermögen des VKSK, Abteilung Rassekaninchenzucht, wurde ebenfalls anteilmäßig an die Landesverbände aufgeteilt. Zu dem Vermögen gehörten auch 17.500 neue Ausstellungskäfige. Zur Vermögensaufteilung des VKSK ist ein Beirat gewählt worden, dem auch Dr. Bernhardt angehörte. Er hatte die Aufgabe, die Mittelaufteilung zu überwachen.
Die neu gegründeten Landesverbände in den sogenannten neuen Bundesländern (NBL) haben jeweils einen Antrag auf Aufnahme in den ZDK gestellt. Über diese Anträge soll dann später entschieden werden. Interessant ist noch, dass bei der Begegnung in Sömmerda Karl-Heinz Schuppe darauf aufmerksam machte, dass umfangreiches Material aus der Gründerzeit der Kaninchenzucht vorhanden sei. Präsident Jakobs sagte zu, dass der ZDK ein Archiv für Geschichtsforschung einrichten werde.
Direkt, Anfang Januar 1991 konnte die 13. Bundes-Rammlerschau in der Dortmunder Westfalenhalle durchgeführt werden. Für den Landesverband Westfalen-Lippe war die Ausstellung gleichzeitig mit einer Uraufführung verbunden, da erstmals eine Veranstaltung hier mit dem PC abgewickelt wurde. Zu dieser Veranstaltung wurde erneut ein Beschickungsrekord bei Bundes-Rammlerschauen aufgestellt. Insgesamt 10.638 Tiere stellten sich dem Wettbewerb. Ein Novum war auch die Tatsache, dass zu dieser Veranstaltung keine Impfpflicht gegen RHD bestand. Ursächlich hierfür war der gute Kontakt der nordrhein-westfälischen Kleintierzüchterverbände zu Dr. Zwingmann, Tierseuchenreferent des Landwirtschaftsministeriums, NRW, und die positive Seuchenlage.
Der Landesverband Kurhessen unter dem Vorsitz von Karl Daßler waren Gastgeber der ZDK-Bundestagung vom 13. Juni bis 16. Juni 1991 in Baunatal. Vom DKZ wurde folgendes Resümee gezogen: Deutschlands Kaninchenzüchter aus Ost und West sind im letzten Jahr im Eiltempo unter den Fittichen des ZDK aufeinander zugegangen mit dem erfreulichen Resultat, dass, wie der Verlauf der diesjährigen ZDK-Tagung in Baunatal deutlich zeigte, dass man in der Zwischenzeit schon ganz schön zusammengewachsen ist. Unterschiede waren höchstens in sprachlicher Hinsicht zu verzeichnen. Aber mittlerweile haben wir alle, die mit der Kaninchenzucht zu tun haben, mehr oder minder erfolgreich gelernt, sächsische, märkische, Thüringer und Mecklenburger Zungenschläge zu verstehen. Und unsere Freunde aus den neuen Landesverbänden wird es wohl ebenso mit den Bayern, Hessen, Rheinländern und Ostfriesen ergangen sein. Man hat auch wohl überall erkannt, dass Ost und West in den gemeinsamen Haushalt des ZDK, Fruchtbringendes einzubringen haben. ZDK-Präsident Franz Jakobs sprach das geschichtsträchtige Ereignis der Wiedervereinigung in seinem Jahresbericht an: „Es ist nun unsere gemeinsame Aufgabe, die Züchterfreunde aus den neuen Landesverbänden zu unterstützen und sich als echte Partner zu erweisen. Ich rufe allen alten Mitgliedern zu: Nehmen wir sie herzlich als unsere neuen Freunde auf. Sie gehören zu uns und haben immer zu uns gehört!“
Die Haupttagung wurde, entsprechend der in Nümbrecht begründeten Tradition, mit der gesungenen Nationalhymne eröffnet. Hierzu hatte Karl Daßler extra den Text auf den Tischen der Delegierten verteilen lassen.
Nach den Satzungen waren Wahlen vorgesehen. So standen zur Wahl Schatzmeister Heinrich Kuhn und zur Bestätigung Frauengruppenleiterin Irmgard Theel und ZDK-Jugendleiter Otto Biertümpfel an. Baunatal war auch der Ort, wo erstmalig eine gesamtdeutsche Tagung der Kaninchenzüchter stattfand. Dies stellte auch den DPV vor einige Probleme, da jetzt der Rahmen durch die Erweiterung sehr viel größer geworden war. Das Einschwören der Preisrichter, die in der DDR-Zuchtrichter genannt wurden, ist ohne Probleme und Reibungsverluste erfolgt. Es war eine schwierige Aufgabe, die aber der neue DPV-Vorsitzende Günter Rektor mit seinem Organisationstalent einwandfrei lösen konnte.
Auch bei den veterinärbehördlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der RHD zeigte sich, bedingt durch das emsige Einwirken des ZDK, eine Erleichterung. Zum 01. Juli 1991 ist eine geänderte Bekämpfungsstrategie durch das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium herausgegeben worden. Demnach müssten die Züchter nur noch ihre Zucht- und Ausstellungstiere impfen lassen, während die Masttiere keinerlei Impfpflicht unterlagen. Weiterhin wurde die amtstierärztliche Überwachung bei Vereins- und Kreisschauen aus dem Maßnahmenkatalog genommen.
Mit der 20. Bundes-Kaninchenschau vom 14. bis 15. Dezember 1991 schloss das ereignisreiche Jahr ab. Zum zweiten Mal, nach 1985, hatte sich der Landesverband Bayern mit seinem Vorsitzenden Ludwig Göhringer in den Dienst des ZDK gestellt und eine Bundesschau ausgerichtet. Diese Veranstaltung war gleichzeitig eine Uraufführung, da sie die erste gesamtdeutsche Bundes-Kaninchenschau war. Nahezu 25.000 Kaninchen und 250 Nr. Erzeugnisse wurden zu dieser Veranstaltung gemeldet. Franz Jakobs, ZDK-Präsident, führte dazu aus: „Wir können unter der bewährten Führung des Vorsitzenden des Landesverbandes bayerischer Kaninchenzüchter, Ludwig Göhringer, mit seiner Mannschaft sowie auf einem vorbildlichen Messegelände erwarten, dass nicht nur die Züchter und Beschicker zufrieden sind, sondern auch der Besuch zu einem Erlebnis wird.“ Die Erwartungen wurden in Nürnberg erfüllt und der anwesende Ehrenpräsident der EE, Ernst Suter-Marmillod nebst Gattin Vally, war über das Ausstellungsgeschehen mehr als begeistert.
Aus den Landesverbänden war wiederholt der Wunsch an das Präsidium herangetragen worden, die Risiken der Vereinsarbeit durch eine Haftpflichtversicherung zu reduzieren. Das Präsidium hat diesen Wunsch aufgegriffen und von verschiedener Seite Angebote eingeholt. Gegen einen Betrag von ca. 0,50 DM je Mitglied konnte eine Globalversicherung (Haftpflicht und Rechtsschutz) abgeschlossen werden. Den Landesverbänden, die immer wieder diese Versicherung gefordert hatten, wurde freigestellt, die Absicherung der Vereine entsprechend durchzuführen und eine Versicherung abzuschließen. Möglich war dieser geringe Preis nur dadurch, dass 100.000 Mitglieder als Versicherungsnehmer angenommen wurden. Die Versicherung schloss die gesetzliche Haftpflicht und die persönliche Haftpflicht ein. Im Rahmen dieser Versicherung waren die Kaninchenschauen versichert, die Vorstandssitzungen, die Mitgliederversammlungen und die Vereinsfeste. Die Versicherung erstreckte sich auch auf die gesetzliche Haftpflicht als Eigentümer, Mieter, Pächter, Nutznießer von Grundstücken, Gebäuden und Räumlichkeiten sowie Einrichtungen. Anlässlich der ZDK-Bundestagung vom 18. bis 21. Juni 1992 in Rohrdorf/Oberbayern soll über diese Versicherung beschlossen werden. Diese ZDK-Tagung hatte der Landesverband Bayern übernommen und die Ausrichtung vor Ort dem bundesweit bekannten bayerischen Preisrichterobmann Josef Singer, seiner Frau Hilde und bewährten Oberbayern übertragen.
Erstmals konnte auch in einem weiteren offiziellen Organ des ZDK, der Zeitschrift „Kaninchen“, auf diese Veranstaltung hingewiesen werden. Seit dem 01.01.1992 wurde diese Zeitschrift als Verbandsorgan des ZDK zugelassen (Redakteurin: Gisela Becker).
Das 3. Bundes-Jugendtreffen des ZDK fand vom 05. bis 09. Juni 1992 in Kirchhain statt. 900 Teilnehmer hatten sich gemeldet. Leider machte auch hier wiederum das Wetter erhebliche Probleme, da es so stark geregnet hatte, dass der Boden das Wasser nicht aufnehmen konnte.
Die vorher grüne Wiese verwandelte sich in ein Feld voller Morast und Schlamm. Gummistiefel waren angesagt. Einige Gruppen mussten sogar vorher abreisen, da die Zelte voller Wasser liefen. Organisator vor Ort war Helmut Rieß, Hessen-Nassau.
Von der Bundes-Tagung des ZDK 1992 in Rohrdorf berichtete für den DKZ Martin Platzbecker und für die Zeitschrift „Kaninchen“ Frau Gisela Becker. Hauptpunkt der Tagung war sicherlich die satzungsgemäß anstehende Neuwahl des Präsidenten, die aber ohne Probleme mit einem einstimmigen Votum ablief. Leider fehlte Otto Biertümpfel. Er war erkrankt und hatte wegen der Erkrankung sein Amt als ZDK-Jugendleiter zur Verfügung gestellt. Kommissarisch wurde hier Klaus Zimmermann, LV-Vorsitzender aus Sachsen-Anhalt, mit der Wahrnehmung dieses wichtigen Amtes betraut. Auch die Planungen für einen Videofilm des ZDK laufen auf Hochtouren. Im Jahr 1993 soll dieser Film endgültig in Angriff genommen werden. Alles lief mustergültig und ohne Probleme ab. Höhepunkt war der Auftritt einer urigen bayerischen Stimmungskapelle. Diese Kapelle stellte nicht nur die Organisatoren Josef Singer und Franz Göttlinger zufrieden, sondern alle anwesenden Delegierten und insbesondere den bayerischen Landeschef Ludwig Göhringer.
Auf ein einstimmiges Votum konnte sich auch Arno Dietrich, Schulungsobmann des ZDK, verlassen. Arno Dietrich dankte für das einstimmige Votum mit den Worten: „Es wird mir eine besondere Aufgabe, Ehre und Verpflichtung sein, dass ich mit meiner ausgezeichneten Mannschaft, den Landesverbands-Schulungsleitern, in den nächsten Jahren eine gute Schulungsarbeit in Angriff nehmen werde“.
Bei den Preisrichtern, die ebenfalls tagten, ging eine Ara zu Ende. Nach 31 Jahren im DPV stellte sich Walter Furlan nicht mehr als Kassierer des DPV zur Verfügung. DPV-Vorsitzender Günter Rektor kommentierte diesen Rückzug wie folgt: „Du gehst jetzt als Zahlmeister von Bord des Schiffes DPV, aber 31 Jahre erstklassiger Arbeit für den DPV sind für alle Zeiten unauslöschbar“. Zum neuen Kassierer wurde auf Vorschlag von Walter Furlan der Vorsitzende der rheinischen Preisrichter, Dieter Meister. Der Gegenkandidat, Alfons Födisch aus Thüringen, war bei der Wahl knapp unterlegen. Interessant hierbei ist nur, dass auch Dieter Meister aus Thüringen stammt, und zwar aus der gleichen Stadt wie Alfons Födisch, so wurde letztendlich doch ein Thüringer, unabhängig von der Entscheidung, Kassierer des DPV.
Die Bewertungen haben durch den Zugang von den neuen Bundesländern eine Steigerung erfahren. Nach der Statistik waren es 1991 insgesamt 976.106 Kaninchen. Wird diese Anzahl bereinigt, um einen Vergleich zu früheren Zeiten zu haben, so bleibt immer noch eine Zunahme von 21.607 Tieren. Alarmierend musste allerdings für alle sein, dass die Erzeugnisbewertung drastisch zurückgeht. Waren 1990 noch 9.163 Erzeugnisse zu bewerten, so fiel die Zahl im Jahre 1991 auf 7.703.
Erstmals als Landesverbandsvorsitzender bei einer Bundestagung war Ronald Mertinkus. Ronald Mertinkus hatte im Mai 1992 Erich Schäfer als Vorsitzenden abgelöst. Erich Schäfer wurde zum Ehrenvorsitzenden im LV-Hessen-Nassau ernannt.
Die seit Jahrzehnten bestehenden guten Kontakte des ZDK zum niederländischen Kaninchenzüchterverband, NKB, haben sicherlich dazu beigetragen, dass zur 23. Europaschau in Zuidlaren insgesamt 5.863 Kaninchen aus Deutschland gemeldet waren. Als Kontaktmann arbeitete für den ZDK der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit des Landesverbandes Weser-Ems, Friedrich von Essen. Als Ausstellungsleiter amtierte Jan Kobes. Die veterinärbehördliche und zollrechtliche Abwicklung verlief ohne Probleme. Es war eine gelungene Sache und ein Aushängeschild für den europäischen Gedanken.
Im Landesverband Weser-Ems rief zur 14. Bundes-Rammlerschau. Oldenburg, das auch eine Erinnerung an den unvergessenen Präsidenten des Zentralverbandes, Kurt Binder1977 von uns ging. Am 06. und 07. Februar 1993 stand die Veranstaltung an. Fast 7300 Rammler wurden gemeldet und das ist für die norddeutschen Verhältnisse durchaus ein zufriedenstellendes Ergebnis. Als Ausstellungsleiter arbeitete Gert Wichmann, Schwiegersohn des ehemaligen ZDK-Präsidenten Kurt Binder. Die Schirmherrschaft hatte der niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Karl-Heinz Funke, übernommen. der selbst auch Mitglied eines Kaninchenzüchtervereins in Wilhelmshaven ist.
Am 05. März 1993 feierte ein Großer des ZDK, Ehrenpräsident Walter Kölz, die Vollendung seines 80. Lebensjahres. Sein größter Wunsch war es, noch einen Augenblick das Jahr 2000 zu erleben. Unvergessen sind seine begeisternden Reden und auch sein Schlachtruf: „Herrgott, send‘ mir Kerle“.
Im Mai 1993 feierte dann der amtierende Präsident Franz Jakobs die Vollendung seines 60. Lebensjahres, was in Mönchengladbach auch ausgiebig gefeiert wurde. Sogar ZDK-Ehrenpräsident Kölz gab Franz Jakobs die Ehre.
Auch Auszeichnungen wurden vergeben. So erhielt Günter Rektor, DPV-Vorsitzender, 1993 das Bundesverdienstkreuz vom niedersächsischen Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke überreicht.
Verstärkt sind auch Bemühungen des Tierschutzes zu beobachten, in der organisierten Kaninchenzucht sogenannte Extremzüchtungen auszumachen. Es geht um Zwergkaninchen, Scheckenkaninchen und englische Widder. Der ZDK hat sich stets erfolgreich bemüht, Kontakte mit der Wissenschaft und dem organisierten Tierschutz zu pflegen. Aus diesem Grund sind die Bemühungen meist schon im Vorfeld bekannt und können in fachlichen Diskussionen herabgemildert werden.
Vom 17. bis 20. Juni 1993 hatte der Landesverband Westfalen-Lippe in Attendorn die ZDK-Bundestagung zu Gast. Die Wahlen und Bestätigungen, die ein wesentlicher Bestandteil dieser Tagung sind, verliefen ohne Überraschungen. Heinz Posthoff, der neben dem ZDK-Vizepräsidenten auch das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden im DPV ausübte, hatte zu dieser Tagung sein Amt in der Organisation der Preisrichter aufgegeben. Für den ZDK-Vizepräsidenten wollte er allerdings noch einmal kandidieren. Die Wahl erfolgte erwartungsgemäß einstimmig. Einstimmig erfolgte auch die Wahl des Obmannes für Öffentlichkeitsarbeit, Adolf Rudolph, der auf dieser Tagung auch die Landesobmänner für Öffentlichkeitsarbeit zu einer Nebentagung versammelt hatte. Bestätigt wurde der ZDK-Obmann für Clubs, Hermann Lederer, und der ZDK-Jugendleiter Klaus Zimmermann. Auf der Tagung der Öffentlichkeitsarbeiter wurde der 1. ZDK-Film vorgestellt, der unter Federführung der Öffentlichkeitsarbeiter im ZDK entstand. Thomas Rosenberger, der sich auch passioniert mit der Kleintierzucht befasst, stellte einen Trailer vor.
An dieser Tagung verabschiedete sich auch Hans Benthien aus dem Landesverband Hamburg. Er übergab den Vorsitz des Landesverbandes an Karl Kittendorfer.
Bei den Preisrichtern stand, bedingt durch den Verzicht einer erneuten Kandidatur von Heinz Posthoff zum 2. Vorsitzenden des DPV, eine Neuwahl an. Nachfolger wurde Alfons Födisch, Thüringen. Wirbel gab es auch um die Reihenfolge bei der Preisrichterverpflichtung. Ursächlich für diese Diskussion war ein Beschluss der Standardkommission, die Rangfolge der Preisrichter für den Einsatz bei Schauen festzulegen. ZDK-Präsident Jakobs führte in diesem Zusammenhang aus: „Es hat sich aber doch an der ganzen Form eigentlich nichts geändert. Die Vorsitzenden der Preisrichtervereinigungen schlagen dem DPV-Vorsitzenden die Kollegen vor, und der Beschluss der Standardkommission will nicht bestimmen, in welcher Rangfolge die Kollegen vorgeschlagen werden; es geht doch nur darum, dass die Preisrichter, wenn sie vorgeschlagen sind, in der von der Standardkommission festgelegten Rangfolge eingesetzt werden“.
Auch der Einsatz von Preisrichtern auf Europaschauen kommt ins Gespräch. Hier bereitet die unterschiedliche Auslegung des Europastandards für Kaninchen erhebliche Probleme, die aber laut DPV-Vorsitzenden Günter Rektor durch Schulungen abgestellt werden sollen. Gestritten wird auch darüber, ob sich die Preisrichter künftig als Zuchtrichter wie früher im östlichen Deutschland oder Preisrichter wie bisher im westlichen Deutschland bezeichnen sollen.
Auch die RHD ist nach wie vor gegenwärtig. Mittlerweile hat die Industrie erkannt, dass hier auch ein Millionenpublikum auf einen umfassenden Impfschutz wartet. So sind jetzt mittlerweile drei Impfstoffe gegen RHD in der Bundesrepublik zugelassen.
Ab dem 15. Oktober 1993 wird der 1. ZDK-Film an die Besteller versandt. Zum Preis von 60 DM wird eine Videokassette von 60 Minuten Spieldauer angeboten. Der ZDK ist damit mit einem neuen Medium an alle organisierten Mitglieder herangetreten und hofft, dass dieses Videoband auch entsprechend Verwendung finden kann. Die Bestellung ist mit einer Verlosung verbunden, wobei der erste Preis ein einwöchiger Urlaub für zwei Personen in Südtirol ist.
1993 drehte sich in der organisierten Kaninchenzucht fast alles nur um Nordrhein-Westfalen. Zum einen war die ZDK-Bundestagung unter der Regie des westfälischen Obmannes für Öffentlichkeitsarbeit, Walter Pfeiffer in Attendorn, ein gelungener Lichtblick und zum andern stand auch die 21. Bundes-Kaninchenschau am 18. und 19. Dezember 1993 in Essen an. Im Vorfeld war hierzu eine entsprechende Tierzahlbeschränkung erlassen worden. So durfte jeder Züchter maximal acht Tiere seiner Stammrasse und je eine Zuchtgruppe von eventuell weiteren gezüchteten Rassen vorstellen. Ausstellungleiter war ZDK-Präsident Franz Jakobs, der auch gleichzeitig noch LV-Vorsitzender war. Fast 5.000 Aussteller und Ausstellerinnen leisteten der Einladung nach Essen mit insgesamt ca. 23.000 Kaninchen und 425 Nr. Erzeugnissen Folge. Als Schirmherr konnte Bundesarbeitsminister Norbert Blüm gewonnen werden.
Die Bundesschau war gleichzeitig auch der letzte öffentliche Auftritt von ZDK-Ehrenpräsident Walter Kölz. Kurze Zeit später verstarb Walter Kölz hochbetagt im Alter von fast 81 Jahren. Er hatte dem ZDK seinen Stempel aufgedrückt und insbesondere durch sein hervorragendes Rednertalent und sein diplomatisches Auftreten hat er wesentlich zur Einheitlichkeit im ZDK beigetragen. Er verstand es, alle zusammenzuführen und dann geschlossen der Öffentlichkeit als große Organisation zu präsentieren. Auch sein Talent zur Menschenführung trug dazu bei, daß der ZDK und alle Organisationen immer die Einheitlichkeit gewahrt haben. Er hat Begeisterung gesät und Freunde hinterlassen.
Die 21. Bundesschau, insbesondere deren Eröffnungsgruß wirklich zu Begeisterungsstürmen hin. Die Reden der Ehrengäste motivierten zu Beifallsstürmen, die wiederum die Ehrengäste in ihren Reden beflügelte. Herausragend war auch die getanzte Modenschau, die von rheinischen Damen vorgestellt wurden. Sehr gut war auch die Idee, dem bekanntlich sehr sozial eingestellt Bundesarbeitsminister Norbert Blüm nach der Eröffnungsrede einen Sack voll Pelztieren aus Kaninchenfell zur Weitergabe an ein Waisenhaus zu überreichen. Minister Blüm gab ein eindeutiges Votum für die Vereine ab. Er betonte in seiner Rede, dass er nicht nur Minister für Arbeit, sondern auch für Sozialordnung sei. So wünsche er sich keine Sozialordnung, in der es keine Vereine gäbe und in der der Staat alles regle. Seiner Meinung nach müsste man Kleintierzüchtervereine erfinden, wenn es sie nicht geben würde, weil die Vereine eine Schule des Gemeinsinns seien, denn diese Gesellschaft werde, so Blüm weiter, von Egoismus bedroht. Jeder sei nur noch für sich selbst zuständig. Damit könne man nur mit dem Zusammenhalt von Menschen angehen, die füreinander einstehen und nicht nur für sich leben, sondern auch für die andern.
Ehrengäste der Bundesschau waren auch EE-Ehrenpräsident Ernst Suter-Marmillod und BDRG-Präsident Edwin Vef.
Im Vorfeld war der ZDK bei der Schaffung neuer Werbemittel nicht untätig. Die Öffentlichkeitsarbeiter hatten eine finanzierbare Konzeption ausgearbeitet. Die entsprechende graphische Gestaltung erfolgte durch ein professionelles Büro. Für 1994 wurde der ZDK-Taschenkalender, die ZDK-Krawatte, das ZDK-T-Shirt und die ZDK-Einkaufsbeutel vorgestellt.
Die Politik entdeckte auch die organisierten Kleintierzüchter. So hatte Niedersachsens Ministerpräsident Gerhard Schröder und der dortige Landwirtschaftsminister Funke die Kleintierzüchtervereine zu einer Aussprache über anstehende Probleme eingeladen. Geklagt wurde dort hauptsächlich über die schwierige Handhabung der Steuergesetze, die sich aus der Anerkennung der Gemeinnützigkeit für Kleintierzüchtervereine ergibt. Es scheint so, dass der Wille des Gesetzgebers durch engstirnige Verordnungen im Keim erstickt wird.
Der Landesverband Weser-Ems, Günter Rektor und Christian Ruhr waren Gastgeber der ZDK-Bundestagung vom 15. bis 19. Juni 1994 in Aurich. Die Tagung war geprägt von Harmonie und Gemütlichkeit, hierzu trug sicherlich die großzügige Landschaft Ostfrieslands bei.
Vereinbart wurde, dass die Bundesschau generell Terminschutz genießt. Ausnahmen bedürfen der Zustimmung des Erweiterten Präsidiums. Im Gespräch ist auch die sogenannte ABCD-Bewertung, bei der vier Preisrichter eine Zuchtgruppe bewerten. Zur Sammlung von Erfahrungen, die bereits aus Bayern vorliegen, sollen die Landesverbände die Genehmigung erhalten, Pilotprojekte anlaufen zu lassen. Danach soll über dieses Bewertungssystem separat entschieden werden.
Klaus-Dieter Bindemann, LV-Vorsitzender von Mecklenburg-Vorpommern, brachte ein interessantes Thema ein. Die Rassekaninchenzuchten in seinem Landesverband werden alljährlich durch die immer wieder auftretende Myxomatose stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass vorbeugende Impfungen unerlässlich sind. Bei der Impfung treten an den Einstichstellen immer wieder Kahlstellen oder farblose Flecken auf, die von den Preisrichtern nach dem Standard durch Punktabzug bestraft werden. Nach der Meinung des Landesverbandes sollte man diese Impfschäden tolerieren. Eine einheitliche Meinung konnte allerdings nicht erzielt werden und Nachforschungen sollten erfolgen. Der Landesverband Rheinland hatte den Antrag gestellt, der vorsah, dem stellvertretenden LV-Vorsitzenden für den Fall, dass der 1. LV-Vorsitzende gleichzeitig ZDK-Präsident ist, die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung auf Kosten des ZDK zu ermöglichen. Dieser Antrag wurde umgewandelt, so dass künftig der ZDK für die Stellvertreter der dem Präsidium angehörenden LV-Vorsitzenden die Kosten übernimmt.
Auf dieser Tagung verabschiedete sich auch der langjährige Redakteur des „Deutscher Kleintier-Züchter“, Walter Schwarz. Er erhielt vom ZDK die Goldene Plakette in Anerkennung seiner eigenständigen, aber stets wohlwollenden Berichterstattung.
Bei den Wahlen gab es keine Überraschungen. Einstimmige Wiederwahl von ZDK-Schriftführer Oskar Leicht erfolgte zusammen mit der einstimmigen Bestätigung von Walter Sartor als ZDK-Obmann für Herdbuchzucht.
Auch ein Gast aus dem fernen China, Ran Jianbo, der bei A. Rudolph ein Jahr als Regierungsstipendiat des Landes Nordrhein-Westfalen arbeitete, war anwesend. Ihm wurde vom niedersächsischen Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke ein Ehrenteller überreicht.
Bei den Preisrichtern gab es einige Irritationen, da sie einen Antrag eingebracht hatten, der vorsah, das Honorar von 80 auf 90 DM zu erhöhen. Der Antrag wurde wegen Fristversäumnis nicht angenommen. Angenommen wurde dagegen die neue Satzung des deutschen Preisrichter-Verbandes.
Aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit gab es noch einen besonderen Lichtblick zu berichten: Erstmals war der ZDK offiziell mit einem Stand beim Kinderfest des Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl in Bonn vertreten. Diese Beteiligung wurde außerdem noch genutzt, den ZDK-Werbefilm, um einmalige Bilder zu bereichern.
Im August 1994 stellte sich endlich Frau Petra Köhler vor, die schon längere Zeit in der Redaktion unserer Fachzeitschrift „Deutscher Kleintier-Züchter“ arbeitete.
1994 übergab der Landesvorsitzende von Hannover, Hermann Häfker, den Vorsitz an Ulrich Lappan ab. Hermann Häfker wurde Ehrenvorsitzender.
Am 21. August 1994 verstarb nach einer längeren Leidenszeit der Ehrenvorsitzende der deutschen Preisrichtervereinigung, Albert Maute. Mit ihm ging ein Stück Geschichte verloren. Er hatte in der Gründungsphase des ZDK wesentlich dazu beigetragen, dass in Württemberg die Trennung in Nord und Süd überwunden wurde.
Die Frauengruppen des ZDK tagen nicht nur an den jeweiligen Bundestagungen, sondern auch noch außerhalb. Anlässlich der Tagung vom 16. bis 18. September 1994 in Bruchsal gab Irmgard Theel ihr Amt als ZDK-Frauengruppenleiterin ab, wurde Ehrenvorsitzende und führte dann ihre Nachfolgerin, Karin Golus, in die Geschäfte ein. Karin Golus übernahm damit kein leichtes Amt, denn die Frauengruppen und insbesondere der Altersdurchschnitt und die Mitgliederentwicklung bereiten erheblichen Grund zur Sorge. Zum 01.01.1994 wurden bundesweit 1.007 Frauengruppen mit insgesamt 12.643 Mitgliedern gemeldet.
Gegen Jahresende 1994 sah sich Präsident Jakobs veranlasst, darauf hinzuweisen, dass die Sparsamkeit bei der Durchführung von Schauen nicht zu weit getrieben werden sollte. Vermehrt wurden nämlich Kopien von Bewertungsunterlagen des ZDK eingesetzt, die damit den Ertrag der Drucksachenverteilerstelle reduzierten. Ausdrücklich wurde darauf hingewiesen, dass die Preisrichter verpflichtet sind, nur auf Originalunterlagen das Bewertungsergebnis niederzuschreiben. Zur Sicherung führte der ZDK auch eine fortlaufende Nummerierung der Bewertungskarten ein.
Auch ein neuer Mitarbeiter machte in der Fachzeitschrift von sich reden. Er nannte sich Meckermann und stammte aus Rheinland-Nassau. Leider fand die Art seiner Einlassungen nicht die Zustimmung, insbesondere des Präsidiums. Eigentlich schade, denn die Mitteilungen waren nie beleidigend, sondern eher ironisch oder satirisch.
Mit der 15. Bundes-Rammlerschau vom 28. bis 29. Januar 1995 startete das neue Jahr. Die Ausstellungsleitung lag in den bewährten Händen von Oskar Leicht und Willy Fieß. Insgesamt 202 Rassen und Farbenschläge wurden vorgestellt. 4.902 Rammler stellten sich der Jury. Leider war der ZDK-Präsident Franz Jakobs noch immer erkrankt. Stattdessen musste Vizepräsident Posthoff die Ehrengäste begrüßen. So waren anwesend Prof. Dr. Jacob Bouw, Präsident des Europäischen Verbandes für Geflügel- und Kaninchenzucht, Richard Piccinin, Vorsitzender der Sparte Kaninchen in der EE, EE-Ehrenpräsident Ernst Suter-Marmillod und Gattin Vally. In Vertretung des Schrimherrn der Schau, Minister Dr. Weiser, hielt Staatssekretär Ludger Reddemann die Eröffnungsansprache. Bezüglich der Tierschutzdiskussion führte er aus: „Gemeinsam sind wir gefordert, nicht ideologisch, sondern sachlich die Situation offenzulegen“
Die Privatisierung von Staatsbetrieben, die von Finanzexperten zur Maxime erhoben wurde, hat auch für die Kaninchenzucht erhebliche Auswirkungen. Durch die Privatisierung der Staatsbetriebe kommen auf die organisierte Kleintierzucht erhebliche Transportprobleme zu. Die Post und die Bahn werden ab Juli 1995 keine Tiertransporte mehr durchführen. Diejenigen, die noch transportieren wollen, werden auf Privatfirmen verwiesen. Ob diese Umverlegung auf Privatfirmen allerdings dem Tierschutz dient und sich die Staatsbetriebe aus einer Verantwortung ziehen, ist nicht unumstritten. Der ZDK hatte jedenfalls die Politiker einschließlich Bundeskanzler Kohl informiert. Eine Antwort, die zufriedenstellend gewesen wäre, konnte nicht erwartet werden.
Im Landesverband Weser-Ems übergab der langjährige Vorsitzende Günter Rektor seinen Vorsitz an Christian Ruhr ab. Nach 17 Jahren einer hervorragenden Amtsführung, in der er sein rhetorisches Talent wiederholt unter Beweis gestellt hatte, waren jetzt jüngere Leute gefragt. Sein Amtsnachfolger Christian Ruhr führte bei der Verabschiedung u. a. aus: „Rhetorisch ist Günter einfach der Kaiser in unserer Organisation. Dies kann man mit dem deutschen Fußball vergleichen, da gibt es eben auch nur einen Kaiser“.
Auch im Landesverband Bremen vollzog sich ein Vorstandswechsel. Jonny D. Riekemann gab das Amt an Peter Mickmann weiter.
Karl-Heinz Halter hatte mit seinem Landesverband Württemberg-Hohenzollern vom 14. bis
17. Juni 1995 zur ZDK-Bundestagung eingeladen. Im Rahmen der Aktivitäten des Landesverbandes zum 100jährigen Bestehen war diese ZDK-Bundestagung nach Freudenstadt verlegt worden.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sind mehrere Vorträge hier gehalten worden, so von dem Mitglied der Geschäftsleitung des Verlages Oertel und Spörer, Ermo Lehari mit dem Titel „Steter Tropfen höhlt den Stein“, von Dr. Wieberneit vom Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung an der tierärztlichen Hochschule Hannover eine kritische Betrachtung zur Scheckenzucht. Außerdem waren Dr. Birgit Drescher und Doktorandin Anya Swenson (Otto) vom Institut für Umwelt und Tierhygiene der Universität Hohenheim anwesend. Nachdem Dr. Drescher einen Vortrag zu den Forschungsergebnissen zum Thema Haltung von Rasse- und Hobbykaninchen gehalten hatte, wurde im zweiten Teil des Vortrages ein detaillierter Fragebogen vorgestellt. Dieser Fragebogen beschäftigt sich mit Fragen zur Fütterung, Stallbau, Buchteneinrichtung, Rassenwahl, Verwertung der Tiere usw. Dieser Fragenkatalog soll an die Öffentlichkeitsarbeiter aller Landesverbände verschickt werden, die dann für die entsprechende Weiterleitung und Rücksendung auch verantwortlich sind.
Höhepunkt der Begrüßung war die Rede des Regierungspräsidenten des chinesischen Bezirkes Shizhu. Übersetzt wurde seine Rede von dem Stipendiaten Ran Jianbo. Beide sind Teil einer Delegation, die im Land Nordrhein-Westfalen von Adolf Rudolph betreut wurden. Der Regierungspräsident überreichte Franz Jakobs den Ehrenbrief des Bezirkes Shizhu, der eine sehr hohe und vor allem außergewöhnliche Auszeichnung darstellt. Franz Jakobs dürfte somit der erste Präsident des ZDK sein, dessen Verdienste ausdrücklich von der chinesischen Seite gewürdigt wurden.
Peter Hoefer, ZDK-Obmann für Angorazucht, und ZDK-Präsident Franz Jakobs harmonierten seit einiger Zeit nicht mehr miteinander. Peter Hoefer ist daraufhin von seinem Amt zurückgetreten und hat sogar auf die ihm zuerkannte Ehrung „Ehrenmeister des ZDK“ verzichtet. Nachfolger von Peter Hoefer wurde Horst Geisel vom Landesverband Baden.
In seinem Bericht konnte Franz Jakobs den neuen ZDK-Film ankündigen, der als Lehrfilm konzipiert ist. Außerdem konnte er darauf verweisen, dass ein neues ZDK-Logo in Vorbereitung ist. Hierzu ist ein entsprechender Wettbewerb beabsichtigt. Auch ein umfangreiches Sortiment von Werbeartikeln ist in Vorbereitung.
Angenommen wurde der Antrag des DPV, das Honorar der Preisrichter ab 01.10.95 um 10 DM auf jetzt 90 DM anzuheben.
Besonders gewürdigt wurde die Ehrenmitgliedschaft im Europäischen Kleintierzüchterverband von Heinrich Kuhn. Er hatte sein Amt als EE-Kassierer niedergelegt. Ebenfalls trat der bisherige EE-Präsident Prof. Dr. Bouw nicht mehr als Kandidat an. Sein Nachfolger im Europäischen Präsidentenamt wurde Edwin Vef, Präsident des Bundes deutscher Rassegeflügelzüchter.
Übrigens konnte Heiner Kuhn 1995 das 70. Lebensjahr vollenden. Gelegenheit, mit einem großen Fest Dank abzustatten und mit Freunden zu feiern.
Mit der 22. Bundes-Kaninchenschau am 16./17. Dezember 1995 in Stuttgart schließt das Jahr 1995. Ca. 30.000 Kaninchen und 300 Erzeugnisse wurden dort vorgestellt. Ein Rekordergebnis erzielte die Abteilung Herdbuch mit 1.100 Tieren. Der Landesverband Württemberg-Hohenzollern rundete damit sein Jubiläumsjahr ab. Die Bundesschau funktionierte jedenfalls erheblich besser als die geplante Europaschau in Dänemark. Diese Veranstaltung musste kurzfristig wegen einer Krankheit im Bereich des Geflügels abgesagt werden. Alle Aussteller erhielten eine entsprechende Rückvergütung der gezahlten Beiträge sowie eine Teilnahmemedaille. Eine Möglichkeit, die Veranstaltung in Österreich durchzuführen, wurde vom EE-Präsidium abgelehnt.
Stuttgart war einmal mehr Mittelpunkt des Geschehens im ZDK. Dass sich im Gefolge einer derartigen Veranstaltung ein Verkehrschaos in Stuttgart einstellte, ist an sich ein Normalzustand. Neu war, dass die ZDK-Werbemittel erstmals offiziell angeboten wurden. Gleichzeitig sind die Entwürfe für ein neues Logo des ZDK in der Gesamtheit vorgestellt worden. Vorgestellt wurde auch der ZDK-Lehrfilm am Stand der Firma Ovator, die den Film auch sponserte.
Manfred Arnold, Leverkusen, startete eine Reihe, in der er bekannte Persönlichkeiten aus der Organisation um die Beantwortung von 22 Fragen bat. Er wollte mit diesem Beitrag eine vielleicht bestehende Voreingenommenheit reduzieren und Mitglied und Funktionär einander näherbringen. Leider sind nicht alle Angeschriebenen diesem lobenswerten Wunsch gefolgt.
Die Gesetzgebung erforderte neue Perspektiven und Handlungsweisen. So ist ein entsprechender Sachkundenachweis für das Schlachten von Kaninchen unter bestimmten Voraussetzungen notwendig sowie der Nachweis, sich entsprechend fortzubilden. Die Landwirtschaftskammer Rheinland hat sich dem Wunsch, der aus der Praxis herangetragen wurde, nicht verschlossen und führt seither in Haus Riswick, einer Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung, Seminare durch. Seitens des ZDK nahmen an den Seminaren hauptsächlich die jeweiligen Landes-Schulungsleiter teil. Das Lehrgangsprogramm umfasst die Kennzeichnung, den Transport, Töten, Schlachtkörperzerlegung bis hin zur Fütterung und den betriebswirtschaftlichen Grundlagen. Mit der Teilnahme an den Kursen und den weiterführenden Seminaren besteht bei den entsprechenden Voraussetzungen die Möglichkeit, einen qualifizierten Sachkundenachweis zu erhalten und diesen auf Wunsch auch bei den entsprechenden Voraussetzungen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung der Fachrichtung „Tierwirt“ zu ergänzen.
Das soziale Engagement von Karl-Heinz Halter anlässlich der Bundesschau in Stuttgart hatte auch ehrenvolle Folgen für ihn selbst. Er erhielt von Staatssekretär Reddemann das Bundesverdienstkreuz. Diese Ehrung war gleichzeitig auch der Schlusspunkt für Karl-Heinz Halter im Vorsitz des Landesverbandes Württemberg-Hohenzollern. Sei Nachfolger wurde Manfred Rommel.
Zur Vorbereitung der ZDK-Bundestagung fand erstmals im Landesverband Sachsen eine Klausurtagung des ZDK-Präsidiums und des Erweiterten Präsidiums statt. Wolfgang Oehme, Vorsitzender des Landesverbandes, hatte im Erzgebirge den bekannten Ort Seiffen ausgewählt.
Nach einer Pause von vier Jahren wurde das 4. Bundes-Jugendtreffen im Landesverband Rheinischer Kaninchenzüchter in Euskirchen durchgeführt. Hauptorganisatoren waren der Landesjugendleiter Manfred Kaulich und der Geschäftsführer der Jugendabteilung Erwin Janas. Um es vorweg zu sagen, sie haben sich mit diesem Jugendtreffen ein Denkmal gesetzt. Ca. 800 Teilnehmer waren anwesend und haben eine Zeltstadt im Grünen, direkt neben dem Fluss Erft aufgebaut. Die Vorarbeiten und die Durchführung waren so gut gelungen, dass die Hauptorganisatoren alsbald das Goldene Jugendabzeichen des ZDK erhalten konnten.
Die ZDK-Bundestagung 1996 in Königslutter war im Vorfeld bereits exzellent vorbereitet worden, so dass in der Tagung alles wie vorgesehen ablaufen konnte. Besonders begrüßt wurde in der Runde der Landesverbandsvorsitzenden Bernhard Große vom Landesverband Kurhessen, der Karl Daßler als Vorsitzenden abgelöst hatte. Vom Landesverband Hannover wurde der neue Landesvorsitzende Hans-Heinrich Müller vorgestellt, der gleichzeitig auch Organisator der Tagung war und der wiederum Ulrich Lappan abgelöst hatte. Im Landesverband Rheinland-Nassau hatte Josef Groß das Steuer übernommen und Edgar Haman abgelöst.
Das Thema der Gemeinnützigkeit stand erneut an. Der ZDK konnte hier eine Erfolgsmeldung absetzen, während vier Landesverbände noch immer nicht diesen Status erreichen konnten. Ursächlich für diese Schwierigkeiten ist die unterschiedliche Auslegung der Bestimmungen durch die jeweiligen Finanzbehörden. Der ZDK kann damit den Abschluss seiner Bemühungen feststellen, die 1973 begannen.
ZDK-Jugendleiter Zimmermann konnte stolz von einer Teilnahme von fünf Jugendlichen am Gartenfest des Bundeskanzlers in Bonn berichten.
Die Wahlen bereiteten keine Probleme. Sowohl Präsident Jakobs als auch ZDK-Obmann für Schulung, Arno Dietrich, wurden einstimmig wiedergewählt.
Die ZDK-Bundestagung 1997, die vom Landesverband Berlin- Mark Brandenburg ausgerichtet werden sollte, musste wegen zu hoher Hotelpreise zurückgegeben werden. Auf eine Bitte des Präsidenten hat sich der Landesverband Bayern spontan bereit erklärt und kurzfristig die Tagung übernommen. Noch in der Haupttagung konnte LV-Vorsitzender Göhringer die Bestätigung mitteilen. Probleme dürften hier nicht zu erwarten sein, da vor Ort in Rohrdorf bei Rosenheim ein eingespieltes Team unter der Leitung von Sepp Singer bereitsteht.
Auch die deutsche Einheit fordert einige Konsequenzen in der Bezeichnung von bestimmten Auszeichnungen. So soll künftig statt „Bundesmeister“ der Begriff „Deutscher Meister“ eingesetzt werden.
Ganz im Zeichen des 75jährigen Bestehens standen die Tagungen des deutschen Preisrichterverbandes anlässlich der ZDK-Bundestagung in Königslutter. Das Jubiläumsjahr war auch mit positiven Meldungen verbunden. Die Mitgliederzahl bei den Preisrichtern war mit 1.360 um 15 Mitglieder gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Auch die Anzahl der Bewertungen hat zugenommen. Insgesamt wurden bewertet 1.080.006 Tiere. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von knapp 30.000.
Höhepunkt des Jahres 1996 war die 16. Bundes-Rammlerschau vom 21. bis 22. Dezember in Offenbach. Organisator war Ronald Mertinkus. 9.506 Tiere stellten sich dem Wettbewerb. Die Schirmherrschaft hatte Kanzleramtsminister Bohl übernommen und eröffnete diese Schau auch noch persönlich. Auch chinesische Gäste konnten begrüßt werden, die sich über die Rex-Zucht in Deutschland informieren wollten. Diese Gäste kauften letztendlich 350 Rexkaninchen der Rassen Weiß-Rex und Schwarz-Rex. Diese Tiere wurden vom Landesverband rheinischer Kaninchenzüchter unter Beteiligung vieler Landesverbände nach China verschickt. Sie bilden dort die Grundlage für eine Fellproduktion in China.
Auch der Tierschutz bereitet dem ZDK einige Probleme. Das Angorakaninchen war in den Blickpunkt der Tierschützer geraten und mit Falschmeldungen wurden die Laien verunsichert. So wurde u. a. behauptet, die deutschen Angorakaninchen würden zur Wollgewinnung gerupft. Daß dies schlicht gelogen war, konnten Unkundige nicht wissen, sie nahmen dann aber Abstand vom Kauf von Wollerzeugnissen und Angorawolle. Hilfreich war in diesem Zusammenhang auch nicht die Äußerung von Wissenschaftlern über bestimmte, aber überholte Kriterien in der Angorazucht wie z. B. die sogenannten „Pudelköpfe.“
Franz Jakobs konnte zur 44. LV-Schau des Rheinlandes in Essen eine besondere Ehrung erfahren. Er erhielt vom Präsidenten der Landwirtschaftskammer Rheinland, Wilhelm Lieven, MdL, die Silberne Plakette der Landwirtschaftskammer Rheinland. Das ist die höchste Auszeichnung der Landwirtschaftskammer, die für besondere Leistungen überhaupt vergeben werden kann.
1997 verpflichtet der DKZ auch einen neuen Mitarbeiter, genannt Abakus. Er meldete sich in unbestimmten Abständen mit Auffälligkeiten, verbunden mit der Bitte um Abhilfe.
Rohrdorf war 1997 Tagungsort der Bundestagung. Aber zur Vorbereitung ist es traditionell üblich, in einer Erweiterten Präsidiumssitzung die Unebenheiten anzugleichen. Am 21. März bis 23. März wurde in Mossautal getagt. Hauptpunkte waren hier zum einen die Erkrankungen wie RHD und Myxomatose, der Absatz der ZDK-Werbeartikel, die ABCD-Bewertung und die bevorstehende Wahl des ZDK-Vizepräsidenten. Um dieses Amt kandidieren auf Votum des Präsidiums der bisherige Amtsinhaber Heinz Posthoff und aufgrund eines Vorschlages aus dem Landesverband Kurhessen Ludwig Göhringer.
Mit dem Heft Nr. 13 vom I l. Juli 1997 startete der „Deutscher Kleintier-Züchter“ in eine neue Dimension. Beide Fachzeitschriften, die sich als Verbandsorgan bezeichnen können, erscheinen jetzt in farbiger und vor allem sehr gefälliger Aufmachung.
Die ZDK-Bundestagung, die vom Landesverband Bayern erneut in Rohrdorf durchgeführt wurde, demonstrierte bayerische Gastlichkeit. Josef Singer, Alfons Gartmayr und Franz Göttlinger haben zusammen mit ihren Partnerinnen eine einwandfreie Vorarbeit geleistet und sorgten auch für einen reibungslosen Programmablauf. Geprägt wurde diese Tagung allerdings von der zu erwartenden Wahl zum ZDK-Vizepräsidenten. Mit 102 Stimmen konnte Ludwig Göhringer die Wahl souverän für sich entscheiden. Der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit, Adolf Rudolph, wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Bei der Wahl zum ZDK-Clubobmann gab es allerdings so erhebliche Irritationen, dass die Wahl für ungültig erklärt werden musste. Keiner der vorgestellten Kandidaten konnte die absolute Mehrheit auf sich vereinigen und man hatte dann schlicht versäumt, eine Stichwahl durchzuführen. Hermann Lederer, der an sich vom Amt des ZDK-Clubobmannes entbunden werden wollte, war zu mindestens bis zur nächsten Wahl kommissarisch der alte und neue Chef der Clubs im ZDK. Für besondere Verdienste hatte der ZDK eine Neuerung eingeführt — den Ehrenring. Für langjährige Mitarbeit und in Anerkennung von Verdiensten erhielten Heinrich Kuhn und Hermann Lederer diese neue Auszeichnung vom Präsidenten überreicht.
Die Preisrichter tagten ganz im Zeichen des neuen Standards, dessen Ausführungen allerdings im Vorfeld für einigen Unmut gesorgt hatten. Es war eine Glanzleistung von Arno Dietrich, die Wogen durch eine ausführliche Erläuterung des Standards zu glätten. Ein DPV-Vertrauter, Pirmin Braun — Schriftführer des DPV -, verstarb unerwartet kurz nach dieser Tagung. Über Jahrzehnte war er eine vertraute Erscheinung auf den Treffen und Tagungen.
Im Heimatverband des ZDK-Präsidenten hatte sich auch ein Wechsel vollzogen. Franz Jakobs stellte sich nicht mehr als Landesverbandsvorsitzender zur Verfügung und übergab das Amt auf einstimmiges Votum der Delegierten der Jahreshaupttagung an Hubert Bürling.
Anlässlich der Bundestagung tagten auch die Öffentlichkeitsarbeiter. Hier waren von namhaften Experten Vorträge mit hohem Niveau angesagt. Als Referenten waren zugegen Gion Gross, Präsident der schweizerischen Gesellschaft für Kleintierzucht, Frau Kolb, Geschäftsführerin des deutschen Pelzinstitutes, Andreas Heß, Inhaber der Firma Balance und Frau Gisela Becker, Redakteurin der Zeitschrift „Kaninchen“.
Für die 23. Bundes-Kaninchenschau vom 12. bis 14. Dezember 1997 stellte sich der Landesverband Bayern wiederum in den Dienst des ZDK. Das Messegelände in Nürnberg bot ausreichend Platz, die erwarteten Tierzahlen unterzubringen. Ein Novum war die Eröffnung bereits am Freitag um 14.00 Uhr und dass die Anmeldebogen erstmalig in den Fachzeitschriften zum Kopieren abgedruckt wurden. Die Neuerung wurde auch ohne Probleme angenommen, wie die Tierzahl beweist.
Bedingt durch die Annullierung der Wahl des ZDK-Clubobmannes wurde erneut zu einer Tagung am 31.08.97 nach Fernwald eingeladen. Anlässlich dieser Tagung kandidierten Peter Mickmann, LV Bremen, und Kurt Müller, LV Kurhessen. Peter Mickmann konnte die Wahl für sich entscheiden und war somit nun neuer ZDK-Obmann für Clubs.
26.856 Kaninchen und 241 Nr. Erzeugnisse wurden für die Bundesschau in Nürnberg gemeldet. Die Veranstaltung unter der bewährten Führung von Ludwig Göhringer hat die Erwartungen erfüllt. Der bayerische Landwirtschaftsminister Boklett eröffnete die Schau persönlich und hatte auch die Schirmherrschaft übernommen.
Mit der Durchführung der Erweiterten ZDK-Präsidiumssitzung in Quedlinburg im Landesverband Sachsen-Anhalt startete der ZDK in das Jubiläumsjahr. Klaus Zimmermann hatte als verantwortlicher Organisator eine Unterkunft gewählt, die alle Wünsche zufriedenstellte.
Hauptthema dieser Sitzung war ein Beschluss über die Anwendung der ABCD-Bewertung.
Um organisatorische Mängel möglichst auszuschließen und eine gewisse Einheitlichkeit einzuführen, war eine Gruppe von ZDK-Präsidiumsmitgliedern beauftragt worden, die Richtlinien der Sparten entsprechend zu überarbeiten. Diese Richtlinien liegen als Entwurf vor und sollen nach einigen kleinen Änderungen anlässlich der ZDK-Bundestagung zur Verabschiedung kommen.
Nach einer längeren Anlaufzeit konnten nun endlich, auch aus Anlass des 50jährigen Bestehens des ZDK, die ZDK-Bundestagung 1998 im Landesverband Berlin-Mark Brandenburg durchgeführt werden. Damit erfüllte sich auch ein Traum von LV-Vorsitzendem Ernst Schimanski. Hauptorganisator der Tagung war Manfred Möglich. Vom 17. bis 21. Juni fand diese Tagung in Bogensee statt. Zu dieser Tagung hatte der Landesverband eine entsprechende Festschrift vorbereitet, die auch die Entstehung des ZDK skizzierte. Erstmals wurden bei der ZDK-Tagung die Berichte der Leiterin der Frauengruppen im ZDK sowie der Obmänner den Landesverbänden im Vorfeld zur Einsichtnahme zugestellt.
Die zu erwartenden Wahlen bereiteten keine Probleme. Der ZDK-Schriftführer Oskar Leicht kandidierte erneut und wurde einstimmig gewählt. Die Bestätigung für den ZDK-Clubobmann Peter Mickmann sowie den ZDK-Obmann für Herdbuchzucht in Normal- und Kurzhaar, Walter Sartor, erfolgte ebenfalls einstimmig. Ein Teil der neuen allgemeinen Ausstellungsbestimmungen, die sich mit der ABCD-Bewertung befassten, wurde ebenfalls, wie auch die neuen Richtlinien für die Sparten beschlossen. Ein kleines Jubiläum gab es auch noch: Arno Dietrich schulte seit 20 Jahren im ZDK.
Zur Europaschau vom 20. bis 22. November 1998 in Brünn wird auch vom ZDK eine Beteiligung erwartet. Als Kontaktmann wurde Erwin Leowsky, Jugendobmann des Landesverbandes Bayern, eingesetzt. 1.833 Kaninchen aus dem ZDK waren für den Europa-Wettbewerb gemeldet.
Mit der 17. Bundes-Rammlerschau am 23. und 24. Januar 1999 in Saarbrücken schließt der ZDK sein Jubiläumsjahr ab.




