1.1 Gesunde und kranke Kaninchen
Gesund ist ein Kaninchen, wenn seine Lebenserscheinungen (Ernährung, Stoffwechsel, Bewegung, Fortpflanzung, psychische Tätigkeit) regelmäßig vor sich gehen und die Organe bzw. Körperteile normal gebaut sind.
Abweichungen vom normalen (physiologischen) Zustand der Körperteile bzw. Organe und deren Tätigkeit mit oder ohne Behinderung lebenswichtiger Organfunktionen, Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, Schmerzen und andere Störungen sind Ausdruck oder Folgen krankhafter Zustände im Organismus. Solche können auf einzelne Körperteile beschränkt bleiben (lokaler Krankheitsprozeß) oder infolge ausgedehnter Funktionsstörungen der Organe zur Allgemeinkrankheit mit oder ohne Todesfolge werden. Als krankhafte Störungen treten auf:
1. Veränderungen oder Fehler im Aufbau der Körperzellen, Gewebe oder Organe, z. B. Zusammenhangstrennungen der Haut und Muskeln (Wunden), Umfangsvermehrungen an einzelnen Körperteilen oder Organen (Geschwulstbildung, Leberschwellung u. a.).
2. Veränderungen in Menge und Beschaffenheit der Zellbestandteile (Fettablagerung in Zellen, Arterienverkalkung u. a.).
3. Störungen der physiologischen Tätigkeit der Körperteile bzw. Organe (Durchfall, beschleunigte Atmung, Krämpfe, Bewusstseinsstörung, Lähmung, Schmerz u. a.).
1.1.1 Krankheitsursachen können sein:
1. Ungünstige Erbanlagen
(Folge: Erbkrankheit, Konstitutionsmangel, Krankheitsanfälligkeit).
2. Fütterungsfehler
a) Unter- oder Überversorgung mit Nährstoffen (Folge: Mangelkrankheit, Unterernährung, Hungertod, Fettsucht),
b) Verfütterung schädlicher, verunreinigter oder verdorbener Futtermittel (Folge: Vergiftungen, Magen-Darm-Erkrankungen),
c) Fehler in der Futterauswahl und Fütterungstechnik (Folge: Entwicklungsstörungen, Magen-Darm-Erkrankungen), d) Unterversorgung mit Wasser (Folge: Exsikkose, Stoffwechselstörungen, Verdurstung).
3. Haltungsfehler
a) Ungünstige stallklimatische Bedingungen (Folge: Unterkühlung, Entwicklungsstörungen bei Jung- und Masttieren, Anfälligkeit für Erkrankungen der Atmungsorgane, Hitzschlag, Erstickungstod),
b) Ungeeignetes Baumaterial für Käfige bzw. Buchten und Stalleinrichtungen, unzweckmäßige oder schadhafte Drahtgewebe als Gehegeboden (Folge: Verletzungen),
c) mangelhafte Hygiene (Folge: erhöhte Infektionsgefahr).
4. Mikroorganismen und Parasiten
a) Bakterien, Viren, Pilze, Protozoen (Folge: spezifische Infektionskrankheiten wie Pasteurellose, Myxomatose, Kokzidiose u. a.),
b) Ektoparasiten (Hautschmarotzer), z. B. Milben, Flöhe u. a. und Endopa-asiten (Innenschmarotzer), z. B. Magen-Darm-Würmer, Leberegel u. a. (Folge: Räude, Darmerkrankungen, Entwicklungsstörungen, erhöhte Krankheitsanfälligkeit).
5. Giftstoffe, wie Pflanzenschutz-, Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel
(Folge: Vergiftungen, Magen-Darm-Entzündungen, Haut- und Schleimhautschäden u. a.).
6. Gewalteinwirkungen, z. B. Schlag, Stoß, Dehnung
(Folge: Verletzungen, Brüche, zentralnervöse Störungen, Lähmungen, Verblutung). Bei der Entstehung von Krankheiten wirken oft mehrere Faktoren zusammen (z. B. Fütterungs- und Haltungsfehler als Wegbereiter für Infektionskrankheiten).
1.1.2 Krankheitsvorbeugung:
Das Spektrum der bei Kaninchen vorkommenden Krankheiten ist breit, Haltungsform und Altersgruppierung innerhalb der einzelnen Bestände wie auch die weitgehende Ausgeglichenheit des derzeitigen Zuchtmaterials haben aber dazu beigetragen, dass einige Krankheitskomplexe häufig, andere dagegen nur selten beobachtet werden. Bei älteren Tieren wird ein vielfältiges, meist auf Erkrankungen einzelner Organe zurückgehendes Krankheitsbild angetroffen, die Zahl der Erkrankungs- und Todesfälle ist aber gering. Wirtschaftlich und züchterisch bedeutungsvoll sind dagegen bestimmte, durch umweltbedingte Faktoren (Haltungs- und Fütterungsfehler) begünstigte Erkrankungen, die besonders unter Jungkaninchen hohe Verluste fordern, und Infektionskrankheiten, von denen alle Tiere eines Bestandes betroffen sein können. Krankheitsvorbeugende Maßnahmen dürfen sich deshalb nicht auf einzelne Tiere beschränken, sondern müssen immer den Gesamtbestand berücksichtigen.
Die Krankheitsvorbeugung erstreckt sich auf:
1. Die Haltung: Haltung der Tiere in trockenen, gut belüfteten (Zugluft vermeiden!), möglichst temperierten Räumen (15-18 °C, 60-70% rel. Luftfeuchtigkeit), Stalleinrichtungen (Käfige, Futter- und Wasserbehälter u. a.) dem Alter und Nutzungszweck der Tiere anpassen, Haltung der Tiere möglichst auf Drahtrosten, sonst häufiger Einstreuwechsel. Unterbringung der Tiere in kleinen Stalleinheiten. Überbesatz vermeiden, räumlich getrennte Aufstallung von Zucht- und Jung- bzw. Masttieren (Zuchttiere immer zuletzt versorgen!). Bei Masttierhaltung die „all in-all out-Methode“ (gleichzeitige Ein- und Ausstallung aller gleichaltrigen Tiere) anwenden.
2. Die Fütterung: Bereitstellung eines dem Nährstoff-, Energie-, Vitamin- und Mineralstoffbedarf der Tiere entsprechenden Futters. Vermeidung der Verfütterung von verdorbenen, schädlichen und verunreinigten Futterstoffen. Bereitstellung von frischem Wasser in ausreichender Menge zur beliebigen Aufnahme.
3. Die Züchtung: Tiere mit mangelnder Gesundheit oder körperlichen Mängeln von der Zucht ausschließen.
4. Die Stallhygiene: Regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Stallanlage, Futter- und Wasserbehälter. Laufende Ungeziefer- und Schadnagerbekämpfung.
5. Die spezifische Infektionsabwehr: Schutzimpfung (Myxomatose) und vorbeugender Arzneimitteleinsatz über das Futter oder Trinkwasser (Dysenterie, Kokzidiose).
6. Die Vermeidung der Erregereinschleppung und -ausbreitung: Quarantäne neuerworbener und von Ausstellungen zurückkommender Kaninchen, Isolierung kranker Tiere, Einschränkung des Personenverkehrs.
1.1.3 Krankheitserkennung:
Hinweise auf Erkrankungen geben das veränderte Verhalten eines Tieres, Störungen in seinen Lebensabläufen und Organfunktionen, von der Norm abweichende Gestalt und Größe der Körperteile und Organe sowie Veränderungen in der Beschaffenheit der Ausscheidungen. Zur Erkennung eines krankhaften Zustandes ist deshalb eine regelmäßige und genaue Beobachtung des Tieres und seiner Ausscheidungen notwendig, um normales von gestörtem Verhalten unterscheiden zu können. Die festgestellten Veränderungen lassen Rückschlüsse auf Art und Verlauf der Erkrankung zu.
Gleichartige Krankheitserscheinungen können aber durch ganz unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden, so dass aus ihnen allein oft nicht auf die Krankheitsursache geschlossen werden kann. Die Kenntnis der Ursache aber ist die Voraussetzung für die erfolgreiche Bekämpfung einer Krankheit.
Sofern aus den klinischen Symptomen die Ursache nicht zu erkennen ist, muss eine Klärung durch die Sektion und gegebenenfalls durch eine feingewebliche (histologische), bakteriologische, parasitologische oder toxikologische Untersuchung herbeigeführt werden. Einige dieser Untersuchungen werden von praktizierenden Tierärzten vorgenommen, andere sind nur in entsprechend eingerichteten Labors (siehe Seite 25) durchzuführen.
Dem Kaninchenhalter wird es oft nicht möglich sein, die Ursache einer Erkrankung zu erkennen, wohl aber zu beurteilen, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder ob mit einer ansteckenden Krankheit, die seinen gesamten Bestand gefährden kann, zu rechnen ist. In allen Zweifelsfällen sollte möglichst frühzeitig ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Kranke Tiere sollten umgehend von den übrigen Kaninchen getrennt und möglichst in einen anderen Raum umgesetzt werden. Sie sollten eingehend untersucht und nur dann behandelt werden, wenn ihre vollständige Heilung möglich erscheint.
Die folgende alphabetische Auflistung von Krankheitszeichen (Symptome) soll dem Kaninchenhalter und -züchter Hinweise zur Erkennung von Krankheiten geben und ihn veranlassen, vorbeugende Maßnahmen einzuleiten, bevor ein Tierarzt die genaue Diagnose gestellt hat und eine Behandlung vornimmt.
Diagnosehilfe
| Krankheitszeichen bzw. krankhafte Veränderung | Verdacht auf |
| Abmagerung, unregelmäßige Futteraufnahme | chronisch verlaufende Infektionskrankheiten; Parasitenbefall; chronische Organkrankheiten; Geschwulsterkrankungen; Fremdkörper |
| Atembeschwerden | Ansteckender Schnupfen; Lungenentzündung; Tympanie; Magen-Darm-Erkrankungen; ungünstiges Stallklima (zu warm, zu wenig Frischluft) |
| Auftreibung des Rumpfes | Trommelsucht (Bauchdecken hart und gespannt); Magenüberladung (Bauchdecken weich, Bauch stark aufgetrieben); Kokzidiose |
| Augenveränderungen | Myxomatose (starke Schwellung der Lider, eitrige Bindehautentzündung); Pasteurellose (wässriger bis schleimig-eitriger Ausfluss); Bindehautentzündung durch ätzende oder toxische Substanzen; Treponematose; Kopfräude; Vitamin-A-Mangel |
| Blutarmut (Anämie) | starker Parasitenbefall; Eisen- und Mineralstoffmangel |
| Durchfall | akute Magen-Darm-Entzündung verschiedenster Ursachen wie Fütterungsfehler, Parasitenbefall (Kokzidiose, Darmwurmbefall), bakterielle Infektionen (Dysenterie, Pasteurellose, Salmonellose u. a.); Vergiftungen |
| Erregungszustände | Infektionen des Gehirns (Listeriose, Borna-Infektion, Encephalitozoon-Infektion); Vergiftungen, Hitzschlag |
| Fehlgeburt (Abort) | Infektionskrankheiten (Listeriose, Rodentiose u. a.); Unfall |
| Fruchtbarkeitsstörungen | Treponematose; Vitamin-A-Mangel; Vitamin-E-Mangel; Mineralstoffmangel |
| Gesäugeschwellung (auch Säugeunwilligkeit) | Milchstauung; Milchdrüsenentzündung (Staphylokokken-, Streptokokken Infektion u. a.); Puerperal Sepsis |
| Veränderungen an den Geschlechtsorganen | Treponematose (eitriger Ausfluss, geschwürige Knoten, Schorfbildung); Myxomatose (fest-weiche Schwellungen); Nekrobazillose (geschwürige Knoten); Wunden und Abszesse nach Verletzungen; Endometritis |
| Gleichgewichtsstörungen | traumatische Einwirkungen (Schlag, Sturz); Infektionen des Gehirns oder der Gleichgewichtsorgane wie Listeriose (Dreh- und Manegebewegungen), Borna-Infektion; Ohrenentzündungen (Pasteurellose, Streptokokken Infektion, Ohrräude); Vergiftungen |
| Haut- und Fellschäden | Myxomatose (derbe Knoten an Kopf, Ohrgrund, Rücken und den Geschlechtsöffnungen); Staphylokokken Infektion (eitrige, derbe Knoten oder flächige Schwellungen am Rumpf); Nekrobazillose (nässende Geschwüre an Kopf, Hals, Geschlechtsorganen und Sohlenflächen); Trichophytie (Haarausfall, Schuppenbildung, Hautentzündung); Räude (Borken- und Schuppenbildung, Verfilzung der Haare, Haarausfall); Antibiotika-Unverträglichkeit (Haarausfall); Hautentzündung verschiedener Ursachen (Streptokokken-, Pasteurelleninfektion u. a.); Verätzungen, Verletzungen; Biotinmangel; Mineralstoffmangel |
| Husten | Ansteckender Schnupfen; Lungenentzündung; Lungenwurmbefall; Reizung der Atemwege durch Luftverunreinigungen (Ammoniak, Rauch, Staub) |
| Juckreiz | Räude; Ektoparasitenbefall (Milben, Läuse u. a.) Trichophytie, Verätzungen |
| Kaubeschwerden | Gebissanomalien; Zahnfachentzündung; Erkrankung der Kiefer |
| Knochenveränderungen | Knochenbruch nach traumatischer Einwirkung; Rachitis (Auftreibungen im Bereich der Rippen, Verbiegung der Beinknochen); Aktinomykose (harte, beulenartige Auftreibungen im Kieferbereich) |
| Kopfschütteln | Ohrräude; traumatische Einwirkungen (Sturz, Schlag); Vergiftungen |
| Krämpfe | Infektionen des Gehirns (Listeriose, Borna-Infektion, Pasteurellose, Encephalitozoon-Infektion); Vergiftungen; Vitamin-B-Mangel |
| Kreislaufversagen | Vergiftungen; Wärmestauung; Trächtigkeitstoxämie |
| Lähmungen | traumatische Einwirkungen (Schlag auf Kopf oder Wirbelsäule); Infektionskrankheiten (Listeriose, Toxoplasmose, Encephalitozoon-Infektion); Vergiftungen; Schüttellähmung; Syringomyelie; Vitamin-B-Mangel; starker Bandwurmbefall |
| Lichtempfindlichkeit | Bindehautentzündung verschiedenster Ursachen; Myxomatose; Listeriose; Pasteurellose; Antibiotika-Unverträglichkeit |
| Lippenveränderungen | Myxomatose (Schwellung im gesamten Lippenbereich); Treponematose (Knötchen und Geschwüre, gleichzeitig typische Veränderungen an den Geschlechtsorganen); Nekrobazillose (Schwellung, Rötung, Geschwüre); Verätzungen (nässende Geschwüre); Verletzungen; Trichophytie (Schorfbildung, Blutungen); Kopfräude (Schuppen, Borken); Stomatitis vesiculosa (Bläschen) |
| Nasenausfluss (auch Niesen) | Ansteckender Schnupfen; Myxomatose; Vitamin-A-Mangel |
| Ohrenveränderungen | Ohrräude (Ohrmuschel und äußerer Gehörgang mit trockenen oder klebrigen, z. T. borkigen oder scholligen, gelb-braunen Massen ausgefüllt); Myxomatose (knotenförmige Anschwellungen an Ohrgrund und Ohrmuschel); Treponematose (geschwürige Knoten, gleichzeitig typische Veränderungen an den Geschlechtsorganen); Verletzungen nach traumatischen Einwirkungen |
| Scheidenausfluss | Gebärmutterentzündung |
| Schiefhalten des Kopfes | traumatische Einwirkungen (Schlag, Sturz); Listeriose; Borna-Infektion; Mittelohrentzündung (Pasteurellose, Streptokokken Infektion u. a.); Erbkrankheit |
| Speichelfluss | Nekrobazillose; Fremdkörper im Mundhöhlen-Rachenbereich; Gebissanomalien; Vergiftungen; Stomatitis vesiculosa |
| Unruhe | Brunsterregung; Vergiftungen; ungünstiges Stallklima; Hunger |
| Verstopfung | chronische Magen-Darm-Erkrankungen der verschiedensten Ursachen wie Fütterungsfehler, Parasitenbefall (Darm- und Gallengangskokzidiose), bakterielle Infektionen; fieberhafte Allgemeininfektionen |
| Wassersucht | Leberegel- und Darmwurmbefall (Bauchwassersucht); Streptokokken Infektion (Hautwassersucht) |
| Zittern | Borna-Infektion; Schüttellähmung; Encephalitozoon-Infektion; Vergiftungen; Wärmestauung |
1.1.4 Behandlung:
Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist die einwandfreie und möglichst frühzeitige Erkennung (Diagnose) einer Krankheit. Die Kenntnis der Krankheitsursache ist vor allem notwendig, um Behandlungsverfahren bzw. Medikamente auszuwählen, die zu ihrer Heilung am wirksamsten sind. Eine ziellose oder unzweckmäßige Behandlung verzögert den Heilungsprozess, steigert bei ansteckenden Krankheiten das Infektionsrisiko sowie die Gefahr der Erregerverschleppung und verteuert durch den nutzlosen Einsatz von Medikamenten die Behandlung.
Die Möglichkeiten zur Behandlung von Krankheiten beim Kaninchen werden begrenzt durch die Art und Schwere der Erkrankung sowie durch den wirtschaftlichen Wert des Tieres und dessen Verwendungszweck (Zucht, Mast, Liebhaberei). Grundsätzlich sollte eine Behandlung nur vorgenommen werden, wenn die vollständige Heilung bzw. bei Zuchttieren die Erhaltung der Zuchtfähigkeit möglich erscheint.
Die Behandlung hat mit spezifisch wirksamen, gegen die Krankheitsursache gerichteten Mitteln zu erfolgen und darf sich nicht auf die Beseitigung der klinischen Symptome beschränken. Sofern eine ansteckende Krankheit vorliegt, sind nicht nur die klinisch kranken, sondern alle gefährdeten Tiere des Bestandes in die Behandlung einzubeziehen.
Der Kaninchenhalter wird sich in diesen Fragen von einem Tierarzt beraten lassen müssen und auf ihn nicht verzichten können, zumal viele Medikamente rezeptpflichtig und nur auf Verordnung eines Tierarztes durch ihn oder aus Apotheken zu beziehen sind. Dosierung, Art und Häufigkeit der Arzneimittelverabreichung sind unbedingt zu beachten. Über das Ergebnis der Heilbehandlung ist der Tierarzt zu informieren.
Mit Medikamenten behandelte Kaninchen dürfen meist erst einige Tage nach Absetzen der Präparate geschlachtet und als Lebensmittel verwendet werden. Die Länge dieser sog. „Absetzfrist“ ist für die einzelnen Medikamente unterschiedlich.
Arzneimittel können verabreicht werden über das Wasser: Nur bei ungestörter Wasseraufnahme und bei voll wasserlöslichen Präparaten möglich. Während der Behandlung kein Nassfutter verabreichen!
über das Futter: Nur bei ungestörter Futteraufnahme möglich. Einmischen des Präparates in das Fertigfutter (Medizinalfutter) oder in kleine Futterrationen (Haferflocken, Kleie u. a.). Verabreichung nach mehrstündiger Hungerzeit, um eine rasche und vollständige Aufnahme des medisierten Futters sicherzustellen; mittels Magenschlund-Sonde: Einzelbehandlung, auch bei gestörter Futter- und Wasseraufnahme möglich. Die Sonde (Gummi- oder Kunststoffschlauch) vorsichtig einführen, Sitz durch Einträufeln einiger Tropfen Wasser prüfen (bei Eingabe in die Luftröhre sind die Tiere unruhig und husten); durch Injektion: In die Bauchhöhle (Kaninchen an den Hinterläufen hochhalten); unter die Haut im Schulterbereich; in die Muskulatur (Oberschenkel); evtl. in die Vene (Ohrrand).
2. und letzter Teil folgt im Jahrbuch 1986






