Marheinz Koch Meppen/Ems – „Das Blaue Jahrbuch“ 1963
Durch das freundliche Entgegenkommen von „Danmarks Kaninavlerforening" bin ich in der Lage, dem deutschen Kaninchenzüchter und -halter über die in Dänemark durchgeführten Mastversuche zu berichten. Agronom H. M. Olsen hat sich als Konsulent und Berater eingehend mit allem befasst, was mit Schlachtkaninchen zusammenhängt. An seine Ausführungen werde ich mich darum im Nachstehenden halten.
Zuchtprinzip: Man züchte niemals mit naheverwandten Tieren, wenn man gute Schlachtkaninchen erzielen will. Inzucht führt sehr schnell zu verminderter Lebenskraft, geringeren Typen und langsamerem Wachstum. Kreuzungen zwischen zwei verschiedenen Rassen ergeben meistens vermehrte Lebenskraft und besseres Gedeihen bei den Tieren. Kreuzungen zwischen zwei weißen Rassen (Albinos) geben ausschließlich weiße Nachzucht, während Kreuzungen zwischen einer weißen (Albino) und einer bunten Rasse durchweg gefärbte Nachkommen erbringen.
Rasse: Als geeignete Rassen können genannt werden die mittelgroßen Landrassen (weiß), die mittelgroßen Wiener (blau), die großen französischen Widder und die sehr großen Belgischen Riesen. Wichtiger als die Rassenwahl ist die Gesundheit, Fruchtbarkeit und Wachstumsfreudigkeit der Stammeltern. Man nehme nicht grobe, kantige Typen zur Mast, sondern Tiere mit harmonischem Körper, abgerundeter Form, breitem Rücken, kräftigen Läufen, welche im Fleischtyp stehen.
Zucht und Produktionsplan: Die Zuchtzeit beginnt im Januar-Februar. Die Häsin trägt ca. 30 Tage, die Jungen können im Alter von 6-8 Wochen entwöhnt werden. Nach wenigen Tagen kann die Häsin dann wieder dem Rammler zu- geführt werden. Auf diese Weise ist es möglich, von einer Häsin jährlich 3 Würfe zu bekommen, in besonderen Fällen sogar 4. Nachstehendes Schema diene der Erläuterung.
Zuchtplan für Schlachtrassen

Schlachtgewicht: Je näher man bei der Mast dem natürlichen Endgewicht kommt, desto höher wird der Futter- verbrauch je kg Zuwachs, aber gleichzeitig verbessert sich die Schlachtqualität wesentlich.
Versuche mit verschiedenem Schlachtgewicht

Werden die Tiere geliefert, die halb so viel wie ihre Eltern wiegen, bekommt man einen zwar niedrigen Futterverbrauch je kg Zuwachs, doch erbringen sie gleichzeitig eine geringere Schlachtqualität und weiterhin Nachteile bei einer im Verhältnis zur gesamten Produktion unnormal hohen Zuchtbelastung. Werden die Tiere länger gehalten als bis zum Gewicht von 70-80% ihrer Eltern, so ergibt sich vielleicht eine bessere Schlachtqualität, jedoch gleichzeitig eine unverhältnismäßig hohe Zunahme des Futterverbrauches.
Der Zuwachs der Jungtiere: Es heißt somit, den größtmöglichen Zuwachs in der kürzesten Zeit zu erreichen. Die Zahlen der Kontrollstation Favrholm zeigen, dass ein gewisser Zusammenhang zwischen Höhe der täglichen Zunahme und Futterverbrauch je kg Zuwachs besteht. Es ist natürlich selbstverständlich, dass nur gesunde Tiere Zuwachs und Rente bringen. Das schnell wachsende Tier hat täglich wohl um 20-25 % mehr Futter verzehrt als das langsam wachsende, doch hat es diese größere tägliche Futtermenge so gut verwertet, dass der Verzehr je kg Zuwachs um die Hälfte niedriger liegt als der Verbrauch an Futter beim langsam wachsenden Kaninchen.
Der Futterverbrauch je Schlachttier: Rechnet man mit einer Tageszunahme von 20 g, so beträgt der Futterverbrauch je kg Zuwachs etwa 4,6 Futtereinheiten. Auf Grund der Rechenschaftsberichte vieler Jahre, welche die gesamte Kaninchenhaltung umfassen, ist es möglich sowohl den Futterverbrauch der Zuchthäsin als auch den ihrer Nachkommen, unter allgemeinen praktischen Verhältnissen, zu berechnen.
Berechnung des Futterverbrauchs

Zur Erzeugung eines Schlachtkaninchens mit 3,5 kg Endgewicht werden somit insgesamt 14 Futtereinheiten benötigt. Da die Zuchthäsinnen durchschnittlich 14,7 Schlachttiere lieferten, beläuft sich der jährliche Futterverbrauch je Zuchthäsin mit Nachkommen auf 74 Futtereinheiten Kraftfutter plus 132 Futtereinheiten Rauhfutter = 206 Futtereinheiten.
Mit anderen Worten heißt das, dass es möglich ist, 21 bis 22 Zuchthäsinnen zu halten und mit ihnen jährlich 300 bis 350 Schlachtkaninchen je Hektar zu erzeugen, falls man mit einem Durchschnittsertrag von 4500 Futtereinheiten rechnen kann.
Das Futter und die Fütterung: Kaninchen sind Nager, welche gern Gebrauch von ihren Zähnen machen wollen. Sie können bedeutende Mengen Halmfutter verwerten, wobei niemals Heu fehlen darf. Im Sommer ist Grünfutter das Hauptnahrungsmittel, und dazu gibt es Kraftfutter und Heu. Im Winter bildet das Heu die Grundlage; dazu reicht man Hackfrüchte Kraftfutter und gern etwas Grünfutter (Markstammkohl, Rosenkohl, Grünkohl).
Die Futterzeiten: Eine einmalige tägliche Fütterung genügt. Säugende Häsinnen sollte man aber doch etwas öfter mit Futter versorgen. Sind die Heuraufen ausreichend groß, so brauchen sie nur ein- bis zweimal wöchentlich gefüllt zu wer- den. Hackfrüchte und Grünfutter müssen täglich gegeben werden. Wird nur einmal am Tage gefüttert, so sollte es gegen Abend vorgenommen werden, da die Nacht die wichtigste Fresszeit für das Kaninchen bedeutet. Eventuelle Futterreste müssen zuvor entfernt werden.
Achtung bei der Futterzuteilung! Grünfutter und Heu gehören in die Raufe, Hackfrüchte auf den Stallboden und Kraftfutter in einen Trog oder in eine Schale. Die Kraftfuttergefäße sollen möglichst schmal und mit hohen Seiten versehen sein, damit die Tiere nicht im Futter kratzen können, wodurch Futterverluste entstehen.
Es ist individuell, was die einzelnen Tiere an gewissen Futtermitteln benötigen, namentlich bei trockenfaserigen Rüben und Rübenblatt. „Das Auge des Herrn mästet sein Vieh", gilt hier ganz besonders. Je besser der Futtermeister seine einzelnen Tiere kennt, ebenso wie ihre Ansprüche an das Futter einschließlich der Menge, desto größer wird der Masterfolg.
Das Kraftfutter: Eine ausreichende tägliche Ration besteht aus 40 g je Jungtier und 100 g je säugender Häsin. Vielleicht bei Häsinnen mit 8-10 Jungen auch etwas mehr. Das Kraftfutter kann verschieden zusammengestellt sein, doch merke man sich als Hauptregel, dass es im Winter mehr Eiweiß enthalten muss als im Sommer, weil die Tiere dort den Hauptanteil als Grünfutter bekommen, während im Winter das Heu dafür herhalten muss.
Futtermischung für Kaninchen:

Diese Mischung besitzt einen Futterwert von ca. 1 Futtereinheit je kg und enthält ca.15% verdauliches Reinprotein. Bekommt man die Mischung in Pressform, so kann man sie mit ganzer oder gequetschter Gerste oder Hafer vermischen. Man braucht 2 Teile Preßkorn und 1 Teil Gerste zur Winterfütterung. Bei Luzernefütterung im Sommer nimmt man das umgekehrte Mischungsverhältnis und in der Übergangsperiode im Herbst halb Preßfutter, halb Gerste.
Grünfutter und Heu: Luzerne, sowohl in grünem als auch in getrocknetem Zustand, ist ein für Kaninchen besonders geeignetes Futtermittel. Ihr Nährwert hängt davon ab, in welchem Entwicklungsstadium die Pflanzen gemäht wurden. Je zeitiger, desto gehaltreicher und desto mehr Kraftfutter kann gespart werden, falls die Tiere solche Luzerne erhalten.
Klee ist ebenso ein gutes Kaninchenfutter. Er eignet sich hervorragend zum Abweiden, also für Freilandgehege. Gras und verschiedene Unkräuter können durch Kaninchen ausgezeichnet genutzt werden. Ein wildwachsender Pflanzenbestand an Zäunen, Grün von Hecken oder Ähnliches kann in manchen Fällen eine gleich gute Wirkung wie die eigentlichen Kulturpflanzen haben. Besonders geeignete Unkräuter sind bekanntlich Löwenzahn u. a., während Brennesseln besser in Form von Heu verfüttert werden.
Für alles Grünfutter gilt, dass es sofort in frischem Zustand gefüttert wird, also nicht in Haufen gelegen und sich erhitzt hat. Eine Tagesration kann auf einmal gegeben werden. Häufig fehlt es an Grünfutter gleich nach dem Mähen; deshalb ist darauf zu achten, dass die tägliche Futtermenge im Nährwert gleich bleibt. Unter Umständen muss zusätzlich Kraftfutter hinzugefügt werden.
Hackfrüchte und deren Blätter: Trockenfaserhaltige Rüben (Beete) sollen, namentlich im Anfang der Futtersaison, vorsichtig verfüttert werden. Größere Portionen als 300 bis 400 g je Tier und Tag sind nicht zu empfehlen.
Steck- und Runkelrüben dürfen in größerer Menge verfüttert werden, doch wird die Sauberkeit des Stalles auf Grund ihres hohen Wassergehaltes beeinträchtigt. Alle Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler geben gern einen scharfen Geruch im Stall.
Rote Wurzeln (Möhren) sind sehr gut für die Tiere, und es lohnt sich, davon so viele anzubauen, dass man sie ein- oder zweimal wöchentlich seinen Tieren reichen kann.
Kartoffeln verfüttert man tunlichst in gekochtem Zustand in den letzten Wochen vor dem Schlachten. Sie sind dann ein vorzügliches Mastfutter. Die Blattköpfe der Roten Beete bilden eine ausgezeichnete Ergänzung zum Futter im Spätherbst. Sie werden in kleiner Menge gefüttert, da sie Durchfall verursachen können.
Wurzelkraut ist ein gutes Futter, wenn es sauber gewonnen wurde. Einsilierte Rübenblattköpfe können während des Winters gute Dienste leisten. Am besten bekommt den Kaninchen eine Silage von zerkleinertem Rübenblatt ohne Zusatz von Säuren. Eine Mischung aus zerkleinertem Rübenblatt und Zuckerrübenabfällen wird gern gefressen, besonders wenn sie mit etwas Kraftfutter gegeben wird.
Diätfutter: Sollten die Kaninchen Durchfall bekommen, dann muss die Menge der Futtermittel mit abführender Wirkung sofort herabgesetzt werden. Dies gilt hauptsächlich für Rübenblatt, jungen Klee und Luzerne, Hafer und Leinsamenkuchen. In einer mehrtägigen Diätpause wird mehr Heu gefüttert, eventuell größere Mengen Gerste als Ersatz.
Ist Verstopfung eingetreten, können etwas größere Gaben Hafer gereicht werden und auch Kleie in der Kraftfuttermischung. Vielleicht gibt man etwas Leinsamen und im übrigen wintertags eine Portion Rosenkohl, Markstammkohl oder Grünkohl.
Wasser: Bei einem vernünftigen Verhältnis von wasserhaltigen und wasserarmen Futtermitteln ist es nicht erforderlich, den Jungtieren Wasser hinzusetzen. Eine Ausnahme bilden die säugenden Häsinnen und vielleicht ganz warme Tage, um alle Tiere zu erfrischen. Ob ein Kaninchen trinkt oder nicht, ist in starkem Maße eine Frage der Gewöhnung.
Die Häsinnen müssen vor Beginn der Trächtigkeit an das Trinken gewöhnt werden, sonst läuft man Gefahr, dass sie nicht trinken, wenn sie wirklich Bedarf an Wasser haben. Süße Milch (Vollmilch) wird gern genommen. Es geht auch einfach mit frischer Magermilch und Buttermilch. In großem Umfange wird nach dicksaurer Magermilch gefragt, doch kann es dabei erforderlich werden, ihr etwas Zucker hinzuzufügen. Dem Trinkwasser kann man eine Spur Chloramin oder Ähnliches zur Desinfektion zusetzen.
Gesundheitszustand: Ein guter Gesundheitszustand kann nur bei guter Lüftung, richtiger Einstreu und passender kräftiger Fütterung erreicht werden. Die Lüftung muss so wirksam sein, dass die Stalluft mehrere Male in der Stunde erneuert wird, doch soll das Ansaugeventil abgeschirmt sein, damit die Tiere keinerlei Zugluft ausgesetzt sind.
Immer müssen die Kaninchen eine trockene Unterlage haben. Wenn es nötig ist, muss gestreut werden. Zweckmäßig ist es, auf den Stallboden zuerst etwas Stallsuperphosphat zu streuen, darüber eine Schicht Feuchtigkeit aufsaugenden Materials wie Spreu oder Torfstreu. Das eigentliche Streuen erfolgt mit Gersten- oder Weizenstroh.
Das Saubermachen des Stalles geschieht, wenn die Käfige leer sind, d. h., wenn die Jungen entwöhnt sind oder die Jungtiere den Weg zur Schlachtreife angetreten haben.
Die Coccidiose: Die Coccidiose ist eine Darmkrankheit, welche junge Tiere, namentlich in der warmen Jahreszeit, befallen kann. Sie zeigt sich in der Regel an mangelnder Fresslust, struppigem Fell und Abmagerung.
Die Coccidien befinden sich im Kot. Die Kaninchen infizieren darum die Einstreu, auf der sie sich befinden, oder die Rasenfläche bei Freilandgehegen. Häufiges und reichliches Streuen oder Wechseln der Rasenfläche ist deshalb eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen.
Eine kräftige und gute Ernährung ist gleichfalls von großer Bedeutung. Ist die Mutter ein gutes Milchtier, werden die Jungen mit 3 Wochen das Nest verlassen und rundgenährt sein. Hat das Muttertier nicht genügend Milch, dann werden die mageren Jungen das Nest schon früher verlassen, und die Gefahr einer späteren Krankheit ist erheblich größer.
Wenn die Jungen anfangen, anderes Futter als die Muttermilch aufzunehmen, soll reichlich, aber nicht zu schwer verdauliches Kraftfutter zur Verfügung stehen. Wenn die Jungen im Alter von 7-8 Wochen entwöhnt sind, müssen sie täglich eine Kraftfutterbeigabe von ca. 40 g je Tier haben und dazu Rauhfutter bester Beschaffenheit, soviel sie mögen. Eine vorbeugende Wirkung hat Furazin, das unter das Kraftfutter gemischt wird, wenn die Jungen das Nest verlassen bis zum Alter von ungefähr 3 Monaten. Von einem 1%igen Konzentrat gibt man 1/2 bis 1% ins Kraftfutter.
Eine direkte und schnell wirkende Bekämpfung einer beginnden Coccidiose kann mit Wasser durchgeführt werden, dem ein Sulfonamid beigemischt wurde. So kann man 1 Esslöffel je Liter Trinkwasser einer 10%tigen Lösung von Sulfabenzpyracin- Natrium nehmen. Die Kur kann 1-2 Tage lang gemacht werden, doch nicht öfter als einmal im Monat. Niemals soll man mehr nehmen, als der Tierarzt verordnet. In den Tagen, in denen ein Sulfonamid in Wasser gegeben wird, reicht man nur Trockenfutter, Kraftfutter und Heu. Das Sulfonamid kann auch dem Futter beigemischt werden. Ein Beifutter mit Antibiotica kann ebenfalls eine vorbeugende Wirkung bei einem Coccidioseangriff, Darmentzündung oder Ähnlichem haben.
Die Coccidiose verursacht in jedem Sommer große Verluste. Bei guter, kräftiger und vielseitiger Ernährung, richtiger Fütterungsordnung und reichlicher, trockener Einstreu, evtl. kombiniert mit medizinischer Behandlung, können die Verluste doch auf ein Minimum herabgedrückt werden.
Der Kaninchenstall: Man kann die Kaninchenställe in zwei Kategorien einteilen:
1. Käfige in einer Reihe und 2. Regalkäfige, also mehrere Buchten übereinander. Die erste Art ist am einfachsten herzustellen, doch kann man mit Regalkäfigen oder auch einer Kombination von Bodenkäfigen und Regalkäfigen einen vorhandenen Raum am günstigsten aus-utzen.
Belichtung und Ventilation: Auf gute Lichtverhältnisse reagieren die Kaninchen ebenso wie auf trockene, frische Luft. Direkter Zug muss dabei vermieden werden, doch ist ein mehrfacher Wechsel der Stalluft wünschenswert.
Eine wirkungsvolle, selbsttätige Ventilation ist in einem Kaninchenstall oft nur schwierig anzuordnen, da die Besetzung immer nur gering sein wird. Selten sind mehr als 10 kg Tiere je qm Bodenfläche anzutreffen, während die entsprechende Zahl in einem normal besetzten Schweinestall viermal so groß und in einem Kuhstall zehnmal so groß ist. Als Folge davon ist die Wärmeabgabe nur so gering, dass die Lüftung nicht funktionieren kann, besonders dann, wenn das Haus nicht richtig und gut isoliert ist. Lässt sich die Stalluft aber nicht reinhalten, muss eine mechanische Ventilation eingebaut werden, selbst wenn die Temperatur dadurch reichlich niedrig bleibt.
Futtergang: In einem Kaninchenhaus darf der Futter- gang nicht schmal sein. 1,25 m bis 1,50 m Breite ist als geeignet anzusehen. Ein zu schmaler Gang erschwert die tägliche Arbeit zu sehr, und eine allzu starke Besetzung der einzelnen Käfige lässt meistens die Produktion absinken.
Die Käfiggröße: Ein Kaninchen ist ein lebhaftes Tier, welches eine gewisse Bewegungsfreiheit braucht. Deswegen dürfen die Käfige auch nicht zu klein sein. Zu kleine Buchten sind auch zu schnell mit Dung gefüllt, werden unsauber und er- fordern wegen öfteres Reinigung einen größeren Arbeitsaufwand.
Die Größe der Bucht für ein Einzeltier muss sich nach der Größe der Rasse richten. Für ein Zuchttier wird ein Platz verlangt, der dreimal die Größe des Tieres nach jeder Seite hin ausmacht, vielleicht sogar noch etwas breiter und dafür weniger tief ist. Ein Tier im Gewicht von 4 kg hat eine Körperlänge von ca. 35 cm.
Die Jungtiere können gemeinsam gehen, und daher ist der Bedarf an Stallgrundfläche je Tier hier nicht so groß. Bei Jungtieren kann man mit 4 Tieren je qm rechnen. Sie können sich dann noch genügend Bewegung verschaffen.
In Regalkäfigen soll die Höhe derart sein, dass ein Tier, auf den Hinterbeinen stehend, sich noch strecken kann. Bei Rassen normaler Größe muss also die Höhe wenigstens 50 cm betragen, gemessen an der Oberkante der Einstreu bis zur Käfigdecke. Ist die Käfighöhe zu gering, dann sind die Platzverhältnisse beengend, wenn bei langen Zwischenräumen des Ausmistens eine hohe Einstreu entsteht.
Der Bau von Bodenkäfigen: Bodenkäfige kann man stationär und beweglich bauen. Im letzteren Fall setzt man einen Drahtgeflechtboden ein, damit man sie in den Grasgarten bringen kann. Bei diesen Käfigen sollte man der Haltbarkeit wegen einen kräftigen Drahtgeflechtboden einsetzen. Zur Sicherheit gegen herumstreunende Hunde darf das Drahtgeflecht der Seitenwände aber auch nicht zu dünn sein. Einzöllige Maschenweite wird überall genommen. Die Käfige wer-den in Dreiecks- oder Vierecksform gebaut und sollen möglichst auseinanderzunehmen sein. So kann man sie leichter transportieren, versetzen und aufbewahren. Übrigens lassen sich diese Sommerkäfige wintertags ausgezeichnet als stationäre Mastkäfige verwenden, wenn man sie auf Böcke stellt.
Ein 3,00 m langer und 2,00 m breiter viereckiger Außenkäfig fasst ca. 25 Jungtiere. Das Dach sollte dreiteilig und zum Öffnen eingerichtet, mit Dachpappe auf eine Holzunterlage genagelt sein. Ein Drittel des Käfigs muss zum Schutz gegen Witterungsunbilden mit Dachpappe umkleidet sein.
Der Bau von Regalbuchten: Man stellt Regalkäfige aus dem Material her, welches einem zur Verfügung steht. Hauptsache ist, dass solide, praktische und billige Käfige gebaut werden. Zunächst wird das Gerüst aus aufrechtstehenden Latten, Längs- und Querlatten errichtet. Danach wird der Boden gelegt aus einem Trägermaterial von Holz mit Beton bestrichen (Mischung 1:3). Die Stärke der Zementschicht richtet sich danach, wie solide die Unterlage ist. Auf einer guten Grundlage kann die Betonschicht 1 bis 1,5 cm stark sein. Längs der Kanten muss eine Hohlkehle den Abschluss bilden. Wenn der Boden als Einheit für die ganze Batterie angefertigt ist, hat das Ganze die Form eines flachen Daches mit niedrigen Kanten, welches wasserdicht ist. Rings um die Stützpfeiler, welche durch die Betonschicht geführt sind, streicht man eine gute Schicht warmen Asphalt zur besonderen Abschirmung. Die Fußböden werden äußerst stabil, wenn alle 30 cm 6 mm starke Rundeisen eingelegt werden. In der Regel baut man gleich drei Stockwerke übereinander im Hinblick auf die Unkosten, die, je Käfig berechnet, höher liegen, wenn nur mit zwei Etagen gebaut wird.
Der Abstand vom Boden zur Decke wird in drei gleichgroße Teile geteilt, und dieses Maß bestimmt, wo die Querständer Platz finden müssen. Legt man auf diese wieder die Längsbretter (Holzunterlage mit Beton), so wird der Abstand der untersten Bucht etwas größer bleiben als der der mittleren und diese wird, wieder etwas höher als die obere Etagenreihe. Durch diese Anordnung wird die unterste Buchtenreihe etwas dunkler. Bei einer Höhe von insgesamt 2,10 m wird somit die Höhe des Abstandes vom Fußboden der untersten Reihe bis zur Unterkante des Fußbodens der mittleren Reihe 0,70 m betragen, der Abstand von Unterkante Mittelboden bis Unterkante Fußboden der obersten Reihe 1,40 m und der Abstand von Unter- kante Fußboden der dritten Etage bis zur Dachunterkante 2,10 m betragen, alle Maße gerechnet vom Fußboden der untersten Reihe nach oben. Im überdachten Raume würde sich dabei die unterste Käfigreihe auf Fußbodenhöhe befinden. Man kann solche Käfige 1,50 m oder 2,00 m tief machen und dann eine Unterteilung nach den vorherrschenden Platzverhältnissen vor- nehmen, wobei natürlich auch die gewählte Rasse eine Rolle spielt. Wenn das Gerippe einschließlich der Böden angefertigt ist, werden die Heuraufen und Zwischenwände der Batterie ein- gesetzt. Die Y-förmige Heuraufe besteht beidseitig aus Drahtgeflecht und wird als Zwischenwand zweier Käfige angeordnet. Unten befindet sich ein Brett, so dass das Heu immer oberhalb der Einstreu ist. Bei geöffneter Tür lässt sich die Raufe leicht füllen.
Käfige für Zuchttiere bekommen natürlich eine feste Zwischen- wand; sonst ist es billiger, Zwischenwände aus einem Brett unten und darüber mit Drahtgeflecht zu machen. Damit beim Öffnen der Buchtentür keine Einstreu herausfallen kann, ist es zweckmäßig, hier ein herausnehmbares Trennbrett anzubringen.
Immer wird es sich bezahlt machen, die Käfige so zu bauen, dass die täglichen Arbeiten leicht und schnell vonstattengehen können und auch das Ausmisten keinen besonderen Zeitaufwand erfordert.
Als Hauptregel gilt, dass man von einem Tier, das in einer Einzelbucht gehalten wird, eine höhere Rente erwarten kann, als wenn mehrere Tiere sich in einer Bucht befinden. Natürlich bringt eine solche Betriebsform aber auch bedeutend mehr Arbeit als die Herdenhaltung.
Eine Rationalisierung bedeuten Fertigställe aus Metall, die leicht zu reinigen und rasch zu desinfizieren sind. Derartige Käfige werden in Dänemark z. B. von der Firma Funki in Hammerun hergestellt. Wo ein passender Raum zur Verfügung steht, ist es ein leichtes, ihn mit solchen Käfigen zu besetzen. Wesentlich ist dann nur die gute Belüftung zu allen Jahreszeiten.
Eine moderne Käfighaltung sichert eine bessere Rentabilität. Gerade so wie ebenfalls bei der jetzigen Hühnerhaltung eine gewaltige Umstellung festzustellen ist, wo die Hennen intensiv in großen Stalleinheiten gehalten werden, muss auch bei der Haltung von Schlachtkaninchen von anderen Voraussetzungen wie früher ausgegangen werden.







