Bild folgt
Bild folgt

Der Gradmesser für die deutsche Kaninchenzucht war, ist und bleibt für immer die Ausstellung. Denn hier tritt öffentlich in Erscheinung, ob die einzelnen Rassen züchterisch in Quantität und Qualität auf breiter Basis verbessert wurden. Um diese Verbesserungen züchterisch weiter durchführen zu können, bedürfen wir allgemein der finanziellen Unterstützung des Staates, weil unsere eigenen Mittel aus den Mitgliederbeiträgen weitaus nicht ausreichen. Dies haben auch unsere Staatsstellen rechtzeitig erkannt und stellen uns jährlich wieder Mittel zur Förderung des gesamten Ausstellungswesens und zur Tierzuchtversteigerung“, also zum billigen Ankauf von besten, hochbewerteten Zuchttieren zur Verfügung. Durch diese Unterstützung ist es überhaupt möglich, die Förderung und Verbreitung der Rassekaninchenzucht auf breiter Landesbasis voranzutreiben. Zur Abhaltung und Durchführung einer Kaninchen-Ausstellung sind aber unbedingt Ausstellungskäfige notwendig, deren Beschaffung und Ausleihung den Ausstellungsleitungen größtenteils nicht nur Sorgen bereiten, sie sind auch mit großen Kosten in Form von Transportkosten und Leihgebühren verbunden.

Deshalb sollten sich die Landesverbände, Regierungs-Bezirksverbände, Kreisvereine und Ortsvereine immer mehr mit dem Gedanken befassen, sich eigene Käfige zu kaufen. Da dieser Ankauf nicht ohne weiteres möglich ist, weil die Kosten sehr hoch sind, möchte ich nachstehend einige Wege aufzeichnen, die zum Erfolg führen können und den einzelnen nicht belasten. Beim Ankauf von einzelnen 3teiligen Käfigen jährlich ist besonders darauf zu achten, dass diese nur von ein und derselben Firma bezogen werden, damit das Zusammenpassen und die spätere Einheitlichkeit gewährleistet ist.

Die Ortsvereine müssen ihre Jahres-Beiträge für jedes Mitglied auf mindestens 12.- DM, also monatlich 1.- DM erhöhen, damit sie sich von Jahr zu Jahr Rücklagen zur Käfigbeschaffung ansammeln können. Ferner sind in diesen Vereinen Mitglieder, die nur angesprochen zu werden brauchen und denen es nicht darauf ankommt, ob sie einen Teil ihres Geldes auf der Bank liegen haben oder ob sie ihren Verein mit einer Anleihe bedenken und der Verein dafür als Bürgschaft die neuen Käfige so lange dem Geldgeber übereignet, bis er in der Lage ist, das erhaltene Darlehen wieder zurückzuzahlen.

Ferner können die Überschüsse bei Ausstellungen mit Verlosung, Tierverkäufen, Veranstaltungen wie Züchtertreffen, Vereinsausflüge, Weihnachtsfeiern mit Verlosung, Faschingsveranstaltungen usw. mit verwendet werden. Der Verein kann auch Anteilscheine à 50.- DM und weniger an seine Mitglieder herausgeben und so lange mit seinen neuen Käfigen diesen Anteilschein-Besitzern gegenüber haften, bis er diese wieder einlösen kann. Auch einmalige „Sonder-Beiträge“ im Jahr in Höhe von 2.- bis 5.- DM pro Mitglied können die Anschaffungskosten der Käfige herbringen. Auf diese Weise könnten sich auch die Regierungsbezirksverbände und Kreisvereine helfen.

Anders dagegen können die Landesverbände verfahren. Sie haben die Möglichkeit, bei den Landwirtschaftsministerien oder Kammern begründete Eingaben auf Bezuschussung zu machen, da in ihrem Landesverband das gesamte Ausstellungs- wesen „gehoben und gefördert“ werden kann.

Auch haben sie die Möglichkeit, ihre Jahresbeiträge für ein, zwei oder drei Jahre, um 1.- DM für diesen Zweck zu erhöhen und diese Beiträge jedoch nur für den Käfigankauf zu verwenden. Dieses Verfahren dürfte meines Erachtens das aller- beste sein, weil der Landesverband schon in ganz kurzer Zeit zu zusätzlichen Mitteln kommt und bereits nach einem Jahr unter Berücksichtigung des Staatszuschusses schon einen Teil der Ausstellungskäfige ankaufen kann. Diese Aktion muss sich natürlich jährlich so lange wiederholen, wie diese die Generalversammlung des betreffenden Landesverbandes genehmigt hat. Die gesamte Verbandsleitung muss sich bei jeder Gelegenheit für diese Aufgabe einsetzen, den Vereinen und Gliederungen ist die befristete Beitragserhöhung zu erläutern und zu begründen. Dann wird sich kein Mitglied mehr ausschließen können.

Eine etwas umständlichere Form zur Beschaffung von zusätzlichen Mitteln der Landesverbände zum Ankauf von Käfigen, mit Drahtzwischenwänden, die nicht größer als 60 X 60 cm je Bucht sein sollen, ist die Herausgabe von „Bausteinen“. Die Generalversammlung des Landesverbandes beschließt auch diese. Diese Blocks können in einer Eintrittskartenfabrik ohne Mehrkosten und mit dem Text des betreffenden Landesverbandes bedruckt und hergestellt werden. Diese Blocks werden den Vereinen im Verhältnis zur Mitgliederzahl zugesandt. Der Verein verkauft diese „Bausteine zur Beschaffung von Ausstellungskäfigen“ nicht nur an seine Züchter und Mitglieder, sondern diese wiederum setzen die Bausteine für -.50 DM das Stück in Freunden- und Bekanntenkreisen weiter ab. Es ist so gedacht, dass bei Tierkäufen, sei es als Zucht-, Ausstellungs- oder Schlachttieren, mindestens zusätzlich einige Bausteine mit abgenommen werden müssen. Auch können die Mitglieder diese bei familiären Anlässen oder sonstigen freudigen Ereignissen oder Begebenheiten an Freunde, Fremde usw. absetzen. Sind die erhaltenen Bausteine verkauft, wird das Geld geschlossen an den LV-Kassierer abgeführt, der es auf ein Sonderkonto „Käfige“ verbucht. Sind dann genügend Gelder eingegangen, so wird derselbe Weg beschritten, der bereits unter Beitragserhöhung aufgeführt wurde. Der Landesverband Bayern hat leider nicht auf seinen Kassierer gehört und in der Generalversammlung beschließen lassen, dass die Käfigbeschaffung nicht mit Hilfe durch vorübergehende Beitragserhöhung“, sondern durch ,,Bausteine“ erfolgen soll. Wie bereits eingangs ausführlich berichtet, ist diese Aktion sehr mühsam und nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt. Da die Anschaffungskosten von neuen Käfigen sehr hoch sind, hat mein Verband vorerst 94 Stück kompl. Käfige mit 3 Buchten Holzböden und Ständern bestellt und ausgeliefert erhalten (Fabrikat Krippner & Meid, Fulda). Diese 282 Einzelbuchten kosten dem Verband genau 5 843.25 DM frei Bayreuth unter Berücksichtigung des Barzahlungs-Kassa-Skontos. Diese Buchten sind 60 X 60 cm groß und mit Drahtzwischenwänden versehen. Da die Beiträge der verkauften „Bausteine“ langsam und in kleinen Summen von den Vereinen und Kreisvereinen eingehen, musste der Verband, um überhaupt einmal einen Anfang machen zu können, noch den 25%igen Staatszuschuss vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Anspruch nehmen, denn sonst wäre für dieses Jahr die Anschaffung nicht möglich gewesen. Der Verband muss nun die Aktion „Bausteine“ noch für weitere Jahre fortsetzen, damit er wenigstens zu 1000 eigenen Buchten kommen kann. Eine Beitragserhöhung pro Mitglied im Jahr um 1.- DM hätte im ersten Jahr bereits rund 13. 300.- DM gebracht, und er hätte dafür fast 6 000 Buchten erhalten können, so dass die Aktion nach 2 Jahren hätte abgeschlossen werden können.

Zugegeben, dass die Anschaffung von Ausstellungskäfigen heute sehr viel Geld kostet; doch auch wir müssen mit der sind gestiegen, die Preise klettern weiter in die Höhe, die Käfige vielleicht einmal wieder billiger werden. Die Löhne sind gestiegen, die Waren klettern weiter in die Höhe, die Vereins-Beiträge müssen gleichfalls angepasst und erhöht werden, und wenn die Vereine ihre Mittel wertbeständig anlegen wollen, dann müssen sie sich jetzt Käfige kaufen. Diese wer- den jährlich immer und immer wieder benötigt und bilden ein schönes Vereinsvermögen, Natürlich ist darauf zu achten, dass diese Käfige auch sauber, trocken und richtig gelagert werden und dass sie nicht beschädigt werden können.

Der Verband muss nunmehr versuchen, dass ihm der 25%tige Zuschuss des Staatsministeriums für die weiteren Jahre erhalten bleibt, weil er aus eigener Kraft allein mit den „Bausteinen“ keine Käfige ankaufen kann. Die „Bausteine“ sind eben eine sehr langwierige Geldbeschaffungsaktion, die sehr langsam und erst in einigen Jahren zum vollen Erfolg führen werden.

Vielleicht kann die Generalversammlung des Landesverbandes im Frühjahr 1963 sich entschließen, dass die „Bausteine“ durch eine „befristete Beitragserhöhung“ abgelöst werden.

 

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein