Anleitung zur Kaninchenzucht - Ackermann - 1910
Anleitung zur Kaninchenzucht - Ackermann - 1910

Ackermann, Richard

Anleitung zur Kaninchenzucht

Leipzig, Verlag von Siegbert Schnurpfeil. Preis 50Pfg. – 2. Aufl. 1916, 48 Seiten. Mit 10 Abb.

Akesson, I.:

Lonande kaninskotsel.(Gewinnbringende Kaninchenzucht)

Utg. Av Husmoderus blomsterklubb. 8 p. Stockholm, 1943.

Ahrens, Petra; Wolter, Josef:

Petra Ahrens ist Diplom-Agraringenieurin und hat seit ihrer Jugend-Kaninchenzuchterfahrung. Viele Jahre war sie als Redakteurin beim DKZ (Deutscher Kleintierzüchter) tätig, so dass sie sich berufen fand, in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Josef Wolters diesen Taschenatlas für Kaninchen zu erstellen.

Zum großen Teil gut gelungene Porträts mit vielen Fotos der verschiedenen Farbenschläge informieren über alle charakteristischen Rassemerkmale, Besonderheiten, die Zuchtgeschichte, Nutzung und den Schau- und Zuchtwert aller vom Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter anerkannten Rassen.

In diesem Buch wird anhand von aussagekräftigen Farbfotos und stichwortartigen Beschreibungen alle derzeit im Zentral verband Deutscher Kaninchenzüchter (ZDK) anerkannten Kaninchenrassen vorgestellt. Dabei sind die Entstehungsgeschichte, die wichtigsten Merkmale, leichte und schwere Fehler, Besonderheiten der Häsin sowie die Nutzungsrichtung, die Verbreitung, der Platzbedarf und die Wurfgrüße jeder Rasse aufgeführt.

Mit diesem Taschenatlas hält der Leser somit ein praktisches Nachschlagewerk in der Hand, das kurz und prägnant die wichtigsten Eigenschaften aller Rassen beschreibt. Zudem bietet es dem Neueinsteiger in Sachen Kaninchenhaltung und -Zucht einen kompletten Überblick über die gesamte Rassenvielfalt und die Möglichkeit, das für ihn ideale Kaninchen zu finden. Der Standard des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter galt als Grundlage für diesen Taschenatlas.

Taschenatlas Kaninchen

Taschenatlas Kaninchen - Ahrens - Wolter -2006
Taschenatlas Kaninchen – Ahrens – Wolter -2006

© 2006 Eugen Ulmer KG, 70599 Stuttgart, Druck: Appl, Wemding; pp 125; ISBN-13: 978-3-8001-4928-5 ; ISBN-10: 3-8001-4928-1

Inhaltsübersicht:

Vorwort, Einführung, Erläuterungen zu den Rassenübersichten, Verwendete Symbole, Grundsätzliches zum Ausstellungswesen, Grundlagen der Bewertung, Verschiedene Bewertungsformen, Ablauf des Richtens, Die korrekte Kennzeichnung, Erläuterungen zu den einzelnen Bewertungspositionen, Rassen- und Stichwortverzeichnis, Kaninchenrassen von A bis Z, Adressenverzeichnis und Literaturverzeichnis.

Ambrose, T.J.:

Belgian Hare.

„Fur and Feather”, Idle, Bradford (England).

Dutch Rabbit.

“Fur and Feather”, Idle, Bradford (England).

 

Andrássovich, Géza (Gejza):

Házinyúltenyészés és értékesités (Kaninchenzucht und –verwertung)

mit zahlreichen Textabbild., Budapest 1920. Verlag: „Pátria“, Budapest (ungarisch).

 

Anghi Csaba Géyza:

A gazdasági nyúlfajták birálata. (Die Bewertung der landwirtschaftlichen Kaninchenrassen).

20 p. Pátria nyomda.

Az angóranyúl elbirálása. Die Bewertung des Angorakaninchens.

51 p. Pátria nyomda.

Anvisning för beredning av kanin- och ekorrskinn m. m. S. k. hemberedning.

3 p. Örnsköldsvik, 1941.

Aplqvist, L.:

Uppfödning av angorakaniner.

24 p. Lidköping. 1933.

Arsbok for kaninavl.

1930 – 1933. 100 p. Oslo

Arnberger, M.

Handbuch zur Bearbeitung von Kaninchenfellen auf allerlei Pelzwerk

Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Arnould, Célestin-Camille

La basse-cour.

quatriéme édition, 396 p., 8o, Paris J. B. Baillere et fils. 1933.

Prof. Arnould empfiehlt die Zucht von Rassekaninchen. – „Unser gewöhnliches degeneriertes Hüttenkaninchen ist dasjenige, das unter allen domestizierten Kaninchen am schlechtesten behandelt wurde. Seit langen Jahrhunderten vegetiert es geräuschlos und unbeachtet inmitten dunkler und feuchter Winkel, der frischen Luft beraubt, auf infektiösem Mist schlafend und es begnügt sich mit karger Nahrung, ohne dass sich bisher sein Los gebessert hätte. So also ist noch bis zur gegenwärtigen Stunde die soziale Position des „Meisters Hänschen“! Aber neben diesem (gleich seinen Ahnen) plebejischen, bedauernswürdigen, rachitischen und tuberkulösen „Jacques Bonhomme“ gibt es auch das immer wohlgenährte stattliche Rassekaninchen, das im Schatten seines Stammbaums gemächlich in besserer Verfassung heranwachsen kann.“ – Von den Nutzeigenschaften des französischen Widders hält Arnould sehr wenig; als Fleischkaninchen stellt er den Großnormandiner (Geant normand – Lapin gros normand) in den Vordergrund, eine Kreuzung zwischen belgischen Riesen und gewöhnlichen Kaninchen, den Typ eines verkleinerten und in der Figur verkürzten Belgiers mit kräftigem Kopf und langen Ohren, wie man ihn ja auch bei uns kennt. Die weiblichen Tiere zeigen einen Rest von Wamme. – Champagne-Silber (Lapin argents de Champagne), wir nennen es Helles Großsilber, und die Angorakaninchen erfreuen sich besonderer Empfehlung. – Der (französ.) Widder bringt es in Frankreich mitunter sogar bis auf mehr als 10 kg und der Belgische Riese zuweilen bis auf 12 kg. –

 

LES LAPINS

Races – Clapiers –  Material, Differents Elevages – Alimentation. Viandres – Fourrures – Poils – Peux

Ausgabe 1931

Ashbrook, Frank G.:

How to raise rabbits for food and fur.

(Über Fleisch- und Fellkaninchenzucht, Farmbetrieb etc.) USA.  $ 2,00

Rabbits for food and fur.

Orange Judd Publ. Comp., 1930

 

Bagge, F.P.:

Kaninavl som binaering.

13 oppl. 220 p. Ny utg. ved M. Husby, Oslo, 1943.

 

Bährens, Joh. Christoph:

Unterricht über die Kultur der angorischen Kaninchen, ihre Krankheiten und die letzte Methode, sie vorteilhaft zu benutzen (zitiert nach Joppich).

In dieser Arbeit behandelt der Dr. phil., evangelischer Prediger und Rektor in Schwerte, Joh. Christoph Bährens, im Jahre 1796 umfassend alle Punkte, die für eine nutzbringende Angorazucht in Frage kommen in wirklich vorbildlicher Weise, wobei auch Vergleiche in der Rentabilität zwischen der Viehzucht und der Angorazucht gezogen werden, die gänzlich zugunsten der Angorakaninchenhaltung ausgefallen sind. Es sind dabei die westfälischen Verhältnisse zugrunde gelegt worden und mag folgende Nutzberechnung heute noch interessieren. – Eine Kuh, die in Westfahlen zur Weide getrieben wird, kostet in den Sommermonaten 10 Rthlr. Weidegeld, die Winterfütterung vom Oktober bis Mai ebenfalls dasselbe, ergibt zusammen 20 Rthlr. Der Nutzen einer Kuh an Milch und Butter ist jährlich 36 Rthlr., ergibt einen Überschuss von 16 Rthlr. Dagegen 50 erwachsene Seidenhasen, die ebensoviel fressen wie eine Kuh, bringen alle 6 Wochen 1 ½ Loth Wolle, die ich nur mit 1 ¼ Loth ansetzen will, ergeben zusammen 2 Pfund Wolle. Sie können jährlich achtmal gerupft werden, ergibt 16 Pfund Wolle im Jahr, welche bei dem niedrigsten Preis pro Pfund von 5 Rthlr. zusammen 80 Rthlr. erbringen. Hiervon 20 Rthlr. Unkosten abgezogen, ergibt einen Gewinn von 60 Rthlr. Das Pfund Seidenwolle kostet aber mehr, bisweilen 7 oder auch 8 Rthlr. Und die Kastraten können alle vier Wochen gerupft werden, wie viel beträchtlicher ist also der Gewinn bei einer zweckmäßigen Kultur von Seidenhasen! – Und die Vergleiche zwischen dem Nutzen aus dem Dünger und den Stallkosten sowie dem Zeitaufwand zwischen der übrigen Viehhaltung sind berechnet, so dass daraus ersichtlich ist, welch große Bedeutung man zu damaliger Zeit schon dem Angorakaninchen beigemessen hat. Auch der Verarbeitung der Wolle, der Haltung und Zucht, der Kastration zur besseren Wollgewinnung und leichteren Haltungsart sowie der Krankheiten ist in diesem zeitgenössischen kleinen Werk gedacht. Wohl kein anderes Kaninchen hat in jenen Jahren schon die Beachtung höchster Stellen gefunden, wie das Angorakaninchen. Nach dem Niedergang der Angorazucht zufolge dem traurigen Zeitabschnitt in der Napoleonischen Zeitepoche blieb eine lange Zeit alles ruhig, um dieses wertvolle Kaninchen, das nur, wie andere Kaninchen, in den Viehställen noch vereinzelt gehalten wurde, bis es dann späterhin rein sportlich wieder zu Ehren gelangte, jedoch nach ganz anderen Gesichtspunkten gezüchtet wurde.

 

Bakke, O. N.:

Die viktigste kaninsykdommer.

56 p. Oslo, 1929

 

Banks, Alfred E. (Dr.):

The art of hand spinning.

USA. Pr. $ 1,00

Ein neues Werk über das Handweben von Angorakaninchenwolle. Mit Anhang: „Electric Spinner Construction“und „The Novabench“.

 

Bantau, Adolph:

“Im Interesse der Sache sei auch hier auf ein gemeinnütziges Unternehmen hingewiesen, mit dessen praktischer Ausführung der hiesige Architekt und Civil-Ingenieur, Herr Adolf Bantau, gegenwärtig beschäftigt ist. Es handelt sich, nachdem die Fleischpreise in Berlin seit 20 Jahren um mehr als 100 % gestiegen und für die ärmeren Klassen der Residenz fast unerschwinglich geworden sind, darum, diesem Notstand durch eine wohlschmeckende, gesunde und doch billige Fleischnahrung abzuhelfen. Herr Bantau hofft, dies mit Sicherheit durch eine Zucht ausländischer Kaninchenrasen zu erreichen, deren Einzelgewicht bis auf 10 Pfund steigt. Zur Anlage dieser Zucht hat Herr Bantau unweit Hoppegarten ein Grundstück von etwa 63 Morgen käuflich erworben. Im Interesse dieser Idee hat sich ein Komitee gebildet, das Herrn Bantau mit Rat und Tat zur Hand geht. Es gehören dazu die Herren Direktor Dr. Bodinus, der sich gleichzeitig bereit erklärt hat, die technische Oberaufsicht der Anlage zu übernehmen, Apothekenbesitzer Augustin, Medizinalrat Prof. Dr. Hertwig, Kommerzienrat Jürst, Redakteur Dr. H. Kletke, Restaurateur J. Pinkow, Kommerzienrat Schering, Prof. Dr. Virchow. (Mitteilungen aus Berliner Zeitungen, nachgedruckt in „Die gefiederte Welt“, III. Jahrgang, Berlin 1874, Nr. 5, p. 38; Blätter f. Kaninchenzucht, Hildesheim 1874 Ausg. 6/13)

 

Baumann, Prof.Dr. F.

„Die freilebenden Säugetiere der Schweiz“

1949 (Verlag Hans Huber, Bern,) über d. Wildkaninchen der Schweiz S. 28 u. 176 – 182.

Bechstein, J. M.:

Naturgeschichte der Stubenthiere, Säugethiere, Amphibien, Fische, Insekten, Würmer.

312 p. und Register. 12o. Gotha bey Carl Wilhelm Ettinger, 1797.

Der bekannte Zoologe Joh. Matthäus Bechstein hat sein Buch nicht „für den Naturforscher von Profession“ bestimmt, glaubt aber auch diesem manche neue Bemerkung zu bieten. Wie wir sogleich sehen werden, war Bechstein ein praktischer Angorazüchter. Er lebte in Waltershausen in Thüringen. Dort richtete der Tierhändler Thiem Junghasen zu allerlei Kunststücken ab.

„Nur seit einiger Zeit hat man angefangen, auch an diesem Stubentiere (dem gemeinen Hasen) Vergnügen zu finden, und unser Tierhändler Thiem in Waltershausen zieht jährlich Junge auf, unterrichtet sie im Trommeln und anderen Kunststücken, und verkauft sie alsdann teuer in Berlin und an anderen Orten… Man zieht sie, wenn sie noch klein sind, mit Kuh- oder Ziegenmilch auf, und sie gewöhnen sich bald so an ihren Fütterer, dass sie ihm, wie ein junger Hund, nachlaufen … Einige sehen diese Tiere schon an sich als Hasen gern in der Stube, und vergnügen sich an ihrem Männchenmachen, putzen etc. Andere lieben diejenigen, denen man etwas gelehrt hat. Man benutzt nämlich ihren Trieb, mit den Vorderfüßen zu schlagen, stellt ihnen eine kleine Trommel vor und lässt sie auf derselben trommeln. Hierzu werden sie anfangs vorzüglich dadurch gereizt, dass man sie oft hinter die Ohren schlägt, denn dies Trommeln mit den Vorderfüßen ist eine Art ihrer Vereidigung. Nach und nach tun sie es, so oft man ihnen die Trommel vorhält. Sie setzen sich dabei sehr artig auf die Hinterfüße und halten den Kopf auf die Seite, wie wenn sie selbst recht abhören wollten, ob es recht klinge. Manche Zuhörer, die ein überfeines Gehör haben, finden denn auch wirklich, dass ein solcher Hase einen Zapfenstreich schlägt. Man lehrt sie auch, an einen Stock gehen, ja sogar tanzen und Tabak rauchen. Außerdem machen sie noch von selbst allerhand lustige Stellungen und Gebärden, woran der Liebhaber Vergnügen findet, und lassen sich zur Reinlichkeit gewöhnen, wie die Hunde…“

Nach diesem belustigenden Beitrag zur Nager-Psychologie kommt Bechstein auf das Kaninchen zu sprechen. „… die Farbe der wilden (Kaninchen) ist hasengrau, bald bläulich, bald rötlich gemischt. Die zahmen aber trifft man in allen Farben an. Denn es gibt weiße mit roten Augen, blaue, aschgraue, silbergraue, schwarze, braunrote, gelbe, graue, braune und bunte. – eine nützliche Spielart, welche unter dem Namen Seidenhase, oder Angorisches Kaninchen bekannt ist, hat lange zottige seidenartige Haare, die man zu verschiedenen Zeiten ausruft und kämmt, stammt aus Angora, wie andere feinhaarige Tiere, und wird auch in Deutschland ziemlich häufig angetroffen. Man hat es auch von allen Farben, doch am meisten weiß und aschgrau. – Gewöhnlich werden diese Tiere in eigenen Ställen oder beim Vieh gehalten; der Boden muss aber entweder ausgepflastert oder mit Schalhölzern ausgelegt sein, weil sie gern Löcher in die Erde graben. Um ihre Naturtriebe zur Hilfe zu kommen, macht man ihnen an den Wänden hölzerne lange Kästen mit Eingängen, wie Löcher von Taubenkästen, die man mit Stroh beschüttet, damit sie sich in den selben Nester bauen können.  In großen Städten, wo man keine Ställe dazu anwenden kann, macht man ihnen solche Verschläge auf den Böden und in Kammern. Man muss die Oerter aber dicht mit Stroh bedecken wegen ihres Unrats und sie auch oft reinigen….- Die Seidenhasen sterben auch gern im vierten Monat, wenn man ihnen die ersten Haare nicht wegnimmt; diese werden nämlich zu einem Filz auf dem Leibe und hindern die Ausdünstung und den Knochenwuchs. Auch die Wassersucht, wobei der Kopf aufschwillt und der Leib auffallend aufgetrieben wird, rafft viele weg …- Außer den Vergnügen, das alle zahme Kaninchen, durch ihre Hurtigkeit, Munterkeit, Geselligkeit und außerordentliche Zahmheit, da sie auf den Ruf ihres Herrn nicht nur das Futter aus der Hand nehmen, sondern sich auch streicheln lassen, gewähren, nutzen die Angorischen noch besonders durch ihr schönes Haar, das zu allerhand Strickereien und Webereien, zu Hüten etc. verarbeitet wird. Man hat schon Tücher davon gemacht, die den Englischen an Güte und Wert gleich sind. Um diese Haare zu gewinnen, kämme ich meine Seidenhasen alle 14 Tage und rupfe sie alle 10 bis 12 Wochen, wie die Gänse, doch nicht so kahl, sondern ich richte es vielmehr so ein, dass sie zweirupfig werden, also immer die Hälfte Haare auf dem Leibe behalten…“

Hervorhebenswert scheint mir übrigens noch zu sein, dass Bechstein unter den 67 Säugetierarten, die er in seinem Stubentierbüchlein beschreibt, das Frettchen (Putoius furo) mit kleinem Wort erwähnt.

 

Beck-Corrodi:

Die Kaninchenzucht, ein kurzer Wegbegleiter  zur rationellen Zucht und Pflege der Rasse-Kaninchen, sowie auch zur Produktion von Kaninchenfleisch

Zürich, 1900.

Dritte verbesserte und vermerte Aufl., 1902, im hübchen Umschlag geheftet

80Cts, franco 85 Cts.

 

Beeck, Alfred:

Schlachtkaninchenzucht.

  1. Aufl. 1919.

Beiersdorf, Theodor

Anweisung, Kaninchen- und Ziegenfelle sachgemäß zu behandeln und zu verwerten

Leipzig: Alfred Michelis

 

Berger, Dr. Arthur

Jagd auf Wildkaninchen:  in „die Jagd aller Völker im Wandel der Zeit“.

Verlag Paul Parey, Berlin 1928. pp. 404 – 408

Ernst, griesgrämlich, erscheint uns Mümmelmann, lustig, ewig, beweglich dagegen sein kleiner kurzlöffelige Vetter: das Kaninchen.

Zur Zeit der alten Römer lebte dieser muntere Bursche, wie Plinius und Strabo berichten, nur in Spanien und auf den Balearen. Aber schon damals wurde seine Zeugungsfähigkeit fast verhängnisvoll. So mussten die unglücklichen Bewohner der Balearen den Kaiser Augustus um Hilfe gegen diese Nager, die sie um die ganze Ernte gebracht hatten und in ihren Gärten bedrohten, anrufen, und da gar nichts helfen wollte, erbaten sie sogar Militär, um von dieser Plage befreit zu werden. Es dürfte dies der erste geschichtlich festgestellte Fall von Wildschaden sein. Von ihrer südlichen, mittelländischen Heimat hielten die flinken Bürschchen ihren Siegeszug durch das übrige Europa. Nach Griechenland wurden sie gebracht, nach Frankreich, England, Holland und Deutschland, drangen bis nach Dänemark vor und erst die kalten Winter Schwedens und Russlands boten ihren weiteren Ausdehnungsgelüsten Halt. Wo die Kerlchen aber einmal ihnen zusagenden Boden gefunden hatten, da breiteten sie sich aus, wobei ihnen besonders ihre Genügsamkeit zustattenkam. Möglichst an südlichen, von der Sonne beschienen Hängen graben sie ihre Röhren in den weichen Boden, außen etwas weiter, bequem zu schnellem Einschlüpfen, drinnen in der Erde aber gerade groß genug, dass ein Karnickel durchschlüpfen kann. Dies ist ein recht guter Schutz, denn es verbietet manchen unliebsamen Gästen sich hier einzunisten.

Gewaltig ist die Vermehrung der Kaninchen, Pennant hat berechnet, dass ein Paar in vier Jahren sich auf 1.274.840 vermehren kann, wenn alle Jungen am Leben bleiben und jedes Weibchen siebenmal im Jahre acht Junge setzt. Man kann sich hieraus ein Bild machen, was geschehen würde, wenn alle Kaninchen durchkämen. Glücklicherweise ist bei ihnen aber die Sterblichkeit eine sehr große. Zuweilen wird ja allerdings die Landplage ungeheuer und hat man in solchen Fällen mit allen möglichen Mitteln versucht, ihre Zahl zu vermindern, hat sogar Krankheiten eingeimpft, sie massenweise zu vergiften gesucht u. a. m. Gewöhnlich aber hat die Natur sich schließlich selber geholfen, außer in Gegenden, wo sie vor nicht allzu langer Zeit ausgesetzt waren und die ihnen ganz besonders zusagte, die ihnen namentlich alles, was sie brauchten, reichlich boten wie z. B. Australien. Hier werden sie auf den Feldern in große Drahtnetzanlagen zusammengetrieben und mit Knütteln erschlagen, aber eine Verminderung tritt trotz des alljährlichen Tötens von Millionen nicht ein.

In Deutschland wurden die „Killen“, wie man sie damals nannte, erst im späten Mittelalter heimisch, doch scheinen sie sich nur ganz allmählich akklimatisiert zu haben, sonst wäre es unverständlich, das man einen so ausgedehnten Schutz, wie er ihnen damals gewährte, für notwendig gehalten hätte. Wurden doch, obgleich gewiss in jener Zeit auf den Fluren noch viel reichlichere Deckung als heute vorhanden war, ihretwegen, und um sie vor Wölfen und Füchsen besser zu schützen, Dickichte von Brombeeren, wilden Pflaumen, Ginster, Dornzeug und Wacholder angelegt; namentlich letzteren sollen die Kaninchen ganz besonders geschätzt haben. Dazwischen wurden Wildäcker mit Lattich, Erbsen, Linsen und Rüben bestellt, um für die nötige Äsung zu sorgen. Der Erfolg war allerdings ein über Erwarten „günstiger“. Sie nahmen bald fabelhaft zu und bildeten bereits im 17. Jahrhundert eine solche Plage, dass die Frage eifrig geprüft wurde, ob sie zum jagdbaren Wild zu rechnen wären, oder ob die Jagd auf sie frei sei. Wie der übertriebene Luxus im späteren Mittelalter die merkwürdigsten Blüten trieb, so auch bei der Kaninchenjagd. Die Herrschaften kamen auf den Gedanken, dass dieses kleine Wild auch von kleinen Menschen gejagt werden müsste. Aus diesem Grunde wurden gelegentlich besondere Festlichkeiten abgehalten. Sämtliche Hofnarren und sonstige Zwerge, deren man habhaft werden konnte, sowie Kinder wurden in grüne Jagduniformen gesteckt und mit dem entsprechend kleinen Jagdgerät ausgerüstet. Auch die Hunde waren ausgesucht klein, kurz, es wurde eine allgemeine Miniaturjagd abgehalten.

 

Interessant ist, dass die Kaninchen monogam leben, nicht um das Weibchen raufen wie die Hasenrammler, auch nicht hetzen, überhaupt recht sanfte, freundliche Liebhaber und Gatten sind. Für die Nachkommenschaft wird aufopfernd gesorgt, bis wieder ein neuer Wurf die Mutter veranlasst, nun den jüngsten Sprösslingen ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Mit fünf Monaten sind die frisch gesetzten schon zeugungsfähig, und bald sind Kinder und Enkel im selben Bau.

 

Gejagt wird das Karnickel in Gegenden, wo es sich tagsüber gern an Waldrändern und Gräben aufhält, mit dem Stöber- oder Vorstehdung, vielfach, namentlich in Geländen mit dichten Schonungen, auf Waldtreibjagd. Das ist eine glänzende Übung im schnellen, sicheren Schießen, denn wie die Bälle fliegen die kleinen, grauen Kerlchen über die schmalen Schneisen. Sind sie nicht tödlich getroffen, so rutschen sie noch mit letzter Lebenskraft in die Baue.

 

In neuerer Zeit ist der Anstand in der Nähe der Baue, namentlich an Waldrändern, wenn die kleinen Flitzer zur Äsung auf die Felder rücken, sehr beliebt. Die Jagd wird hier vielfach mit der Kleinkaliberbüchse ausgeübt. Allerdings  empfiehlt es sich, den Kopfschuss anzubringen, da sonst das kleine Geschoß meist nicht schnell genug tödlich wirkt.

 

Die verbreitetste Jagdart ist die mit dem Frettchen, sowohl von Seiten der Jagdberechtigten als der Wilderer, soweit letztere nicht mit ihren vielgeliebten Schlingen arbeiten.

Gewöhnlich werden die zu einem Bau gehörigen Röhren mit Netzen bedeckt und erst einmal die umgebenden Dickungen durchgegangen. Dabei wird meist eine ganze Anzahl Karnickel, die „draußen gelegen haben“, rege gemacht, sie flüchten auf ihre Röhren zu, verstricken sich in den Netzen und werden erschlagen. Bei der sich anschließenden Jagd mit dem Frettchen ist es umgekehrt.

Nachdem man sich im Allgemeinen versichert hat, dass alle zum Bau gehörigen Kaninchen daheim sind, gleichfalls jede Röhre besetzt ist, wird in die Hauptröhre ein Frettchen gelassen. Dieses macht die kleinen, flinken Burschen rege, die in ihrer Angst hinausflüchten wollen und dabei in die Netze geraten.

Gelegentlich hat sich aber ein alter Bock, der die ihm draußen drohende Gefahr vielleicht aus Erfahrung kennt, in die Ecke einer Röhre gedrückt und hier erwischt ihn das Frettchen. Da kommt es nicht selten vor, dass dieses kleine Scheusal dem armen Karnickel die Lichter ausschlägt und sich dann, um an die Schlagader zu gelangen, auf dem Kopf hin eine Rinne zu fressen sucht. Merkwürdigerweise flüchtet das unglückliche Karnickel hierbei nur in den seltensten Fällen, aber gelegentlich habe ich es doch beobachtet, dass ein auf diese Weise geblendeter armer Kerl, das Frettchen am Kopf, noch aus dem Bau fuhr, draußen hin und her sprang, bis das Raubtier abgeschüttelt war, und nun herumtorkelte. Es wird dies meist in alten, weit verzweigten Bauen vorkommen, namentlich, wenn diese zwischen Bruchsteinen liegen, wo da und dort noch ein Spalt vorhanden ist, in das sich das Kaninchen in seiner höchsten Angst zu drücken sucht.

 

Die unterhaltendste Jagd ist zweifellos die mit dem Frettchen an einem sonnenbeschienenen Hang, der gute Übersicht gibt und wenn die Baue nicht benetzt sind. Allerdings müssen es flinke, sichere Schützen sein, Stümper verderben alles, schießen womöglich gelegentlich ein Frettchen mit tot. Die Karnickel kommen blitzschnell aus dem Röhren, namentlich wenn gleichzeitig mit mehreren Frettchen gearbeitet wird, huschen aus einem Loch, um im anderen zu verschwinden. Wer da langsam ist, haut immer hinterher. Kompliziert wird die Jagd dadurch, dass die Frettchen sich gelegentlich an von ihnen erwischten krank geschossenen Kaninchen satt saufen und zur Ruhe legen. Es dauert dann stundenlang, bis sie wieder ans Tageslicht erscheinen.

 

Von allen Frettierern habe ich mit großem Erfolg ein Glöckchenanwenden sehen, auf dessen Klingen hin die Frettchen herauskamen. Auch lockte, namentlich aus Bauen, in denen die Frettchen suchend herumkrochen, meist die Witterung eines hineingehaltenen Sperlings, mit denen die Frettchen gewöhnlich gefüttert wurden, und die zweifellos ihre Lieblingsnahrung bilden.

 

Nach unserem Jagdgesetz ist das Kaninchen nicht als jagdbares Wild anerkannt. Zweifellos ist das trotz der gelegentlichen Störungen im Revier durch Frettierer ein Segen für die Jagdpächter, denn die Kerlchen können einen geradezu unglaublichen Wildschaden anrichten, den ein Pächter eventuell gar nicht bezahlen könnte. Die Landwirte allerdings werden anders denken.

 

Haftbar wird der Jäger erst, wenn er selbst die Nager aussetzt. Ein mir bekannter Herr hatte das ganz heimlich auf seiner Jagd getan, kein Mensch hatte etwas davon gemerkt, denn er hatte die Kerlchen im Rucksack mitgebracht und mit niemand davon gesprochen. Die Bauern schimpften natürlich gewaltig über die plötzlich auftauchenden Schädlinge, der Pächter machte ein ganz unschuldiges Gesicht, aber in einer schwachen Stunde bei einem Jagdessen nach einer besonders erfolgreichen Jagd, plauderte er, natürlich unter dem „großen Siegel der Verschwiegenheit“, sein Geheimnis aus. Bald erfuhren es durch irgendeinen lieben Freund die Bauern, und nun musste der Ärmste zahlen, und alles anwenden, um die Tiere auszurotten. Dass er obendrein seine an sich schöne Jagd nicht wiederbekam, bedarf ja wohl der Erwähnung.

 

Bement C.N.:

The Rabbit Fancier

A Treatise Upon the Breeding, Rearing, Feeding, and General Management of Rabbits: With Remarks on their Diseases and Remedies Drawn from Authentic Sources and Personal Observation, To Which Are Added Full Directions for the Construction of Hutches, Rabbitries, Etc., Together With Recipes for  Cooking and Dressing for the Table.
1858 (1856) 101 pages.

Erschinen im großen Werk von:

A.O. Moore, Agricultural Book Publisher, (Late C.M. Saxton & Co.), No. 140 Fulton Street,   „Moore’s Rural Hand Books“Third Series
Der Kaninchen-Liebhaber;

eine Abhandlung über Fortpflanzung,  Aufzucht, Fütterung und Haltung von Kaninchen:

Mit Anmerkungen zu Krankheiten und Heilmitteln. Erstellt anhand authentischer Quellen und persönlicher Beobachtung,

sowie Anleitung zum Stallbau,  gewerbliche Kaninchenzucht usw., weiterhin Kochrezepte und Auftischen .

Von  C.N. Bement. 1858 (1856) 101 Seiten

 

erschienen in „Moore’s Rural Hand Books“  Third Series.  Gesamtwerk hat ca. 600 Seiten

Bensley, B. A.:

Practical Anatomy of the Rabbit

5 th. edition. Illust. 8°,Philadelphia, 1931

 

Bergien, Dr.:

Die wichtigsten Krankheiten der Kaninchen.

„Wahls Taschenkalender für Kaninchenzüchter“, 1938

Stallhygiene.

„Wahls Taschenkalender für Kaninchenzücher“, 1938.

Zucht- und Kassenbuch

Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

 

Bertelli:

Wissenschaftliche Handhabung der Kaninchenzucht.

Rom, 1936, Referiert in „Forschungsdienst“, Bd. 3, 1937.

Zweckmäßige Ausrichtung der Kaninchenzucht.

Rom, 1936. Referiert in „Forschungsdienst“, Bd. 4, 1937. (Ausführlicher Bericht über Versuche von Bertelli in „Deutsche Landw. Tierzucht“ 1935, S. 240.)

Berthold,  M. K.:

Das Silberkaninchen,

  1. Aufl., Leipzig 1913; 8. Aufl., Leipzig 1919. Verlag Dr. F. Poppe

 

Bertram:

Stark tränende Augen und Schnupfen,

„Kaninchenzüchter“, 24/1930

 

Birkholz, Karl

Volksbuch der Nutzkaninchenzucht.

Eine kurz gefasste praktische Anleitung. Leipzig: Alfred Michelis

 

Bignold, G.:

The Pigeon Fanciers Assistant: containing plain directions for breeding and rearing every description on Fancy Pigeon.

By G. Bignold, Dog, Rabbit, and Pigeon Breeder and Dealer, Leadenhall Market, London. London: 1848.

Der Taubenbibliograph Lyell vermutet, dass diese, von ihm aufgefundene kleine Broschüre (pp. 33 – 64) ein Teil einer größeren Schrift über Hunde oder K a n i n c h e n ist. Gelber Papierumschlag.

 

Bloch, Julius:

Illustriertes Kaninchenbuch – Eine Anleitung zur rationellen und rentablen Kaninchenzucht

  1. Aufl. Aarau, 1904. 2. verm. u. verb. Aufl., Aarau, 1912, 163 p. 20 x 14 cm, mit 46 Rassebildern auf Kunstdruckpapier und zahlreichen Abbildungen im Text;
  2. verm. u. verb. Aufl., neu bearbeitet von P. Staehelin, mit 39 Rassebildern und zahlreichen Abbildungen, 164 p. Aarau, 1918; alle Verlag v. Emil Wirz, vormals I.J. Christensen.

Dieses, auch heute in allen Auflagen weitestgehend unbekannte Buch kannte kurioser Weise ein W.K.Moebes nicht. Bloch war Redakteur der Zeitschrift „Tierwelt“ der Schweizerischen Ornithologischen Gesellschaft mit Sitz Aarau.

Inhalt: Zucht und Pflege / Techn. Ausdrücke / / Die Rassen / Welche Rasse soll ich wählen / Das Schlachten und Abziehen / Kaninchenküche (mit 29 Rezepten) / Krankheiten / Buchführung / Ausstellungen / Vereine.

Vom selben Verfasser, der selbst graue  Silberkaninchen züchtete, erschien im gleichen Verlag:

  • „Rationelle Kaninchenzucht“, – Kurze Anleitung zu Nebenerwerb und zur Produktion von Billig Fleisch mit einem Anhang: „Die Kaninchenküche“. Preis 50 Cts.
  • „Neuere Kaninchenrassen, ihre Zucht Pflege und Bewertung“ mit 15 Rassebildern auf Kunstdruckpapier. Preis 1 Franken

Julius Bloch verfasste auch das heute ebenfalls kaum auffindbare Geflügelbuch, u. a. das „Illustriertes Hühnerbuch: Anleitung zu einer rationellen und rentabeln Hühnerzucht „welches ebenfalls zweimal aufgelegt wurde und 1914 mit der 2. verm. und verb. Aufl. – Aarau: Wirz, 1914. – VIII, 182 p. ill.; 21 cm herauskam.

Blount, W.P. (Dr.)

Rabbit Ailments

Wahrscheinlich über „Fur and Feather“ Jdle, Bredford, Yorkrhire, England zu beziehen.

Bock, H. Hieronymus:

Kreutterbuch.

Straßburg, 1577. Josiam Rihel.

Dieses alte Kräuterbuch enthüllt eine eigenartige Abneigung gegen Kaninchenfleisch. Eine Abbildung zeigt einige Kaninchen (?) unter einem Baum, das andere Bild soll wohl einen flüchtenden Hasen darstellen. Während beispielsweise davon gesprochen wird, dass in den „Höfen als in der Wederawen und sonst viel Tauben“ gezogen werden, findet sich kein Hinweis auf die Domestikation des Kaninchens. Am Rande von Ausführungen über die „Speisekammern“ ist ein Vermerk zu lesen: Hasen und Cuniculen (Kaninchen) nicht gesund. Der Text lautet so: „Viele Leute prangen sehr mit den Hasen und Cuniculen, sind aber um der Wahrheit nicht am gesündesten, denn es sind melancholische Tierlein, macht grob schwer Geblüt.“

 

Bödecker, Dr. phil. E.:

Das Kaninchenbuch, Zucht , Bedeutung und Verwertungdes Kaninchens in der neuzeitlichen Volks-, Land- und Hauswirtschaft, mit Anhang:  Meerschweinchenzucht

  1. Verlag für Gartenbau und Kleinviehwirtschaft Trowitsch & Sohn Frankfurt a.d. Oder; p 48, 28 Abb. im Text

Als noch in den 1860er Jahren ein Schafbestand um die dreißig Millionen Stück in Deutschland gezählt wurde, bevölkerte eine mindestens ebenso große Zahl Kaninchen deren weiträumige Stallungen. Das war eine freie, halbwilde Zucht, die allerdings mit dem Rückgang der Schafhaltung auf unter fünf Millionen Stück vollständig verschwand.

Im Laufe des Winters wurde dann ein paar Male Jagd in und vor den Stallungen abgehalten; die Beute wurde unter den Nachbarn verteilt. Nur wenige Tiere retteten sich in den Sommer, um aufs Neue den Stall zubevölkern, der zu jeder Zeit frisches Fleisch lieferte.

 

Bonansea:

Allevamento del coniglio.

U.T.E.T. Torino, 1913.

 

Bonds, Rubert, M.:

The Angora Rabbit,

USA. Pr. $ 1,00.

Ein modernes Handbuch für Züchter von Angorakaninchen in 15 Kapiteln.

 

Borchgrevink, O.:

Kaniner i krisetid.

  1. oppl., 48 p. Oslo, 1942.

Boswell, Peter:

Bees, Pigeons, Rabbits and the Canary Bird fancier familiary described.

Their habitats, Propensities and Dispositions explained; Mode of Treatment in health and disease plainly laid down, and the whole adapted as a Text.Book for the young Student

117 p. Glasgow: W.R. Mc. Phun; London: Hall, Arnold & Co.; 1840.

1842 Nachdruck von WILEY and PUTMAN, New York; 160p.

Behandelt werden in dem für Schüler bestimmten Büchlein u.a. Bienen, Tauben, Kaninchen und Kanarienvögeln. Es gibt Hinweise zu deren bevorzugten Lebensräumen, Neigungen und Verfügungen. Den Kaninchen sind dioe Seiten 79 – 108 vorbehalten. U.a. werden auf den Seiten 83 bis 85 Aussagen zu „Lop-eared or Fancy Rabbit“ getroffen.

 

Brandelius-Almquist, T.:

Kaninskötsel.

5:te uppl. 79 p. Stockholm, 1942.

 

Braun, G. Dr. Tierarzt

Kaninchen-Krankheiten und deren rationelle Behandlung für praktische Kaninchenzüchter, Kaninchenbesitzer und Liebhaber

1.bis 3. Aufl. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

 

Braun, H.:

Unveröffentlichte Mitteilungen.

 

Brehm, A. E.:

Brehms’s illustrirtes Thierleben

Für Volk und Schule bearbeitet von Friedrich Schödler. Mit 306 Abb. Nach der Natur, ausgeführt unter Leitung von R. Kretschmar. Erster Band. – Die Säugethiere. Hildburghausen. Verlag des Bibliographischen Instituts. 1868.

Diese Ausgabe ist für Kaninchenzüchter nicht bedeutungslos, da sie Schwierigkeiten in der weiteren Akklimatisierung des Angora-Kaninchens erkennen lässt. Auch die Mitteilung über das Widderkaninchen in Deutschland ist von Interesse. Bezüglich der Leporiden begab sich Alfred Edmund Brehm auf Irrwege, wenn er schrieb: „… Jung eingefangene Hasen werden leidlich zahm. Sie gewöhnen sich ohne große Weigerung an alle Nahrung, mit welcher man Kaninchen füttert. Sie sind aber immer sehr zärtlich und sterben leicht dahin. Wenn man ihnen nur Heu, Brot, Hafer und Wasser, aber nie Grünes gibt, leben sie länger. Bringt man junge Hasen zu alten, so werden sie regelmäßig von diesen tot gebissen. Anderen schwachen Tieren ergeht es selten besser. Mit Meerschweinchen allein vertragen sich die Hasen gut; mit Kaninchen paaren sie sich sogar. Die Blendlinge sind wieder fruchtbar; dies hat ganz neuerdings wieder   B r o c a   bewiesen.   R o u x,   ein Kaninchenzüchter von Angoulème, liefert seit einiger Zeit jährlich über tauschend Hasenkaninchen in den Handel. Diese Bastarde sind ebenso wohl fruchtbar mit der väterlichen, als mit der mütterlichen Art, als auch unter sich. Dreiachtel-Bastarde, d.h. diejenigen, welche ein Viertel vom Kaninchen und drei Viertel vom Hasen haben, gewähren die meisten Vorteile. Von diesen Blendlingen hat man bereits durch dreizehn Geschlechter Junge erzielt, und die Fruchtbarkeit hat noch nicht abgenommen. Das Weibchen bringt 5 bis 6 Junge bei jedem Wurf zur Welt und wirft jährlich sechs Mal …“ Die Abbildungen des wilden Kaninchens, ebenso wie die des Hasen und Schneehasen gehören durchaus nicht zu den besten des Buches.

Doch wird, wie gesagt, erfreulicherweise auf das domestizierte Kaninchen eingegangen; ein Auszug folgt hier: „…Unser zahmes Kaninchen ist ganz unzweifelhaft ein Abkömmling des wilden, denn dieses kann man in kurzer Zeit zähmen, jenes verwildert binnen wenigen Monaten vollständig und wirft dann auch gleich Junge, welche die Färbung des wilden an sich tragen. Das zahme Kaninchen hat sehr verschiedene Farben; es ist schwarz, weiß, grau, rot, gelb oder gescheckt… Bei Gelegenheit von Versuchen, die über Trichinen ausgestellt wurden, hat man beobachtet, dass Kaninchen das Fleisch ihrer getöteten Kameraden ganz gern verzehrten… Hier und da sieht man auch Abarten des Tieres, welches nach einigen Erzeugnissen der Zucht, nach anderen die Abkömmlinge von uns unbekannten Arten sein sollen. Solche Spielarten sind das silberfarbene, das russische und das angorische oder Seidenkaninchen. Ersteres ist größer als das unserige, gewöhnlich von bläulichgrauer Farbe mit silberfarbenem oder dunklem Anflug. Das russische Kaninchen ist grau, der Kopf und die Ohren sind braun und zeichnen sich durch eine weit herabhängende Wamme an der Kehle aus. Das angorische oder Seidenkaninchen endlich hat kürzere Ohren und einen sehr reichlichen, weichen Pelz. Das lange, gewölbte Haar reicht oft bis zu dem Boden herab und hat seidenartigen Glanz. Leider ist es sehr zärtlich und verlangt deshalb sorgfältige Pflege. Versuche, es in Deutschland heimisch zu machen, schlugen fehl. Sein Haar eignet sich zu feinen Gespinnsten und hat deshalb einen ziemlich hohen Wert. Ob das Kaninchen mit hängenden Ohren eine Abart des unserigen ist, oder als selbstständige Art angesehen werden muss, ist noch nicht ausgemacht. Seine bedeutende Größe, der dicke, große Kopf und die breiten, platten, schlaff herabhängenden Ohren sprechen für Letzteres, während die Unsicherheit über das Vaterland und die gänzliche Unkenntnis einer wilden Stammart Ersteres als wahrscheinlich erscheinen lassen…“ – Gegen Durchfall empfiehlt Brehm Hafer, welcher mit zerstoßenem Malz gemengt wurde.

Brehm, Alfred:

Brehms Tierleben

Unveränderter Neudruck der vierten vollständig neu bearbeiteten Auflage, herausgegeben von Professor Dr. Otto zur Strassen. Zweiter Band. Neu bearbeitet von Ludwig Heck und Max Hilzheimer. 654 p. Gr. 8. Bibliographisches Institut in Leipzig, 1933. Familie: Hasen im weiteren Sinne (Leporidae) pp. 21-125

Diese Brehmauflage ist für die Hauskaninchenforschung und den Kaninchenliebhaber von größtem Interesse und im Gegensatz zu der vorhergehenden Ausgabe auch von solcher Bedeutung, dass sie, bzw. dieser Band (auf dem Buchrücken als 11. bezeichnet), in keiner Kaninchenfachbücherei fehlen sollte. Geheimer Rat Professor Dr. Ludwig Heck, der langjährige Direktor der Berliner Zoologischen Gartens, hat in seiner bewährten Liebe zum Kleinhaustier den Kaninchen eine besonders eingehende Betrachtung zuteilwerden lassen und für gute Illustrationen Sorge getragen. Die Fotos der englischen Scheckhäsin, des Holländer-Rammlers, des Black- bzw. Blue and tan-Paares, des Angorakaninchenrammlers, der englischen Widderhäsin und des sehr massiv aussehenden Belgischen Riesenrammlers wurden der Leipziger Zeitschrift „Der Kaninchenzüchter“ entnommen. Die Bunttafel des kaninchenartigen Rothasen (Oryctolagus crassicaudatus Js. Geoffr.), im Supplement des Trouessartschen Säugetierkataloges als einzige Art mit den Kaninchen zu derselben Gattung eingereiht, hat Hartig gemalt. Die Farbtöne des Felles in seinem Übergang vom Grau um Rötlichen sind, wie überhaupt seine ganze Erscheinung, höchst bemerkenswert. Die Kaninchennatur des nordamerikanischen „cotton tail“ (Baumwollschwänzchen) – Sylvilagus floridanus Allen (sylvaticus) bejaht Heck mit E.W. Nelson (Nr. 29 der „North American Fauna“). In Kaninchenzeitschriften kennzeichnet man in USA diesen Nager als einen „Vetter“ unseres Wildkaninchens. Sensationell in Fellfarbe – hell und dunkelrot gebändert ist das sumatranische Kurzohr-Kaninchen (Nesolagus neischeri Schl. (Lepus)), das van Bemmelen in seinen 1909 erschienenen Untersuchungen „Über den Unterschied zwischen Hasen- und Kaninchenschädeln“ als „ein Relikt aus der Vorfahrenreihe der eigentlichen Hasen- und Kaninchen“ bezeichnete. Sein Porträt entwarf  K. L. Hartig, der auch die farbige Tafel des Wildkaninchens schuf, auf der uns das im Hintergrund an der Röhre befindliche Tier am besten gelungen zu sein scheint. –

Landois berichtete laut Heck 1899 im Jahresbericht des westfälischen Provinzialvereins für Wissenschaft und Kunst, dass sich ein im Ziegenstall eingesperrtes (französisches) Widderkaninchen angewöhnt hatte, das Euter der Ziege auszusaugen! Geheinrat Heck gibt eine sehr annehmbare Übersicht der Rasse- und Nutzkaninchenzucht. In der Silberkaninchenzucht kennt er noch „als wertvollsten Farbenschlag“ den „mittelgrauen“. Als denkbar eigenartigste und reizvollste Färbung spricht H. die des Russenkaninchens an. Weitaus die größte Bedeutung billigt er dem belgischen Riesen zu, der in Deutschland die „unansehnlichen, weiß gescheckten oder gelben ‚Stallhasen’ verdrängt hat, die unruhig und schlecht mastfähig, im Pferde-, Vieh- oder Holzstall ein unnützes Leben führten, wahllos fortgepflanzt und den Kindern zuliebe nur eben geduldet wurden“.

Der bekannte belgische Rassetierkenner van der Snickt (vgl. „Chasse et Péche“ 1910) prämiierte auf der Ausstellung in Wondelgem bei Gent eine B.R.-Häsin des Züchters Swartelé, welche 9 kg 350 g wog. Heck bezeichnet mit Recht  d a s  K a n i n c h e n  a l s  e i n  h o c h w i c h t i g e s  T i e r, d a s  s i c h  m i t  d e n  v e r s c h i e d e n a r t i g s t e n  I n t e r e s s e n d e s  M e n s c h e n  m i t  d e r  p r a k t i s c h e n  W i s s e n s c h a f t  s o  g u t  w i e  m i t  d e r   w i s s e n s c h a f t l i c h e n  F o r s c h u n g a u f  d a s  e n g s t e  b e r ü h r t.

An Fachliteratur wird zitiert:

Hurst, C. C.:                    

Das Mendelsche Gesetz bei Kreuzungen von weißen Angora- und belgischen Hasenkaninchen,

Bericht in der Londoner LinneGesellschaft, 1905.

Neuendorf, H.:  

Kaninchenbuch.

  1. Beilage der „“.

(-)                                       

Book of the Rabbit.

 

Hasbach, D. H. (Gleiwitz):

Rationelle und einträgliche Kaninchenzucht.

 

Pröpper, L. v.:  

Kaninchenkochbuch.

 

Mahlich:                            (-)

 

Snickt, van der:

„Chasse et Pèche“, 1910.

 

(-):                                     

Erfahrungen über das Schließen der Brutröhren durch die

Kaninchen.

Dezemberfolgen der Zeitschrift „Field“, England, 1909.

 

 

Brems, Julius:

Angora-Kaninen.

Vejledning i Produktion af Angorauld, Klipning og Sortering af Ulden. Avl og Opdraet … 44 p. Kobenhavn, 1941.

Begynderens Kaninbog.

En illustreret Vejledning for Begyndere i Kaninavl. 38 p. Kobenhavn, 1941.

Eksport-Kaninavl.

Haandbog for alt vedrorende Kaniner. 2. Udg. 182 p. Kobenhavn, 1941.

Rex Kaninen.

Vejledning til Rogt, Pleje, Fodring, Avl og Opdraet. Med et Afsnit om de vigtigste Kaningsygdomme af S. Westergaard. 58 p. Kobenhavn, 1931. Verlag: Hage und clausens Forlag – J. Fr. Clausen, Kopenhagen.

 

Brinckmeier, Ed. (Dr.):

Kaninchenbuch.

Praktisches Lehrbuch zur rationellen Anzucht und Pflege der volkswirtschaftlich so überaus wichtigen Kaninchen, im Kleinen wie im Großen, in der Stadt und auf dem Lande und im kleinsten Raume, sowie Vorführung der neuen echten deutschen Rasse.

Preis 1 Mark. Aug. Schröters Verlag, Ilmenau.

 

Bronner, R.:

Das Chinchillakaninchen

  1. Auflage Leipzig 1927.

Bruckmeyers

Der arbeitsame Land- und Haußvater oder: Kurtzer Unterricht  Wie ein Land- und Haußvater seinem Meyerhof anstellen solle / darunter unterschiedliche Viehe halten / solche wohl zu halten / damit sie von aller Kranckheyt befreyet seynd /

herausgegeben von einem Liebhaber des Land-Lebens.

Regenspurg / Im Verlag Christian Bruckmeyers / 1710.

Pergamenteinband d. Zt.,. Größe: 8° (16,5 x 10 x 3 cm). Umfang: (6) Bl., 234 S., 35 Bll.

Dieses Buch handelt hauptsächlich über die Krankheiten des Viehs (Pferde, Rind, Schweine, Ziegen, Kaninchen), aber auch wie man den Krankheiten entgegenwirken kann, welche Mittel es vor knapp 300 Jahren gegeben hat, um das Vieh zu heilen. Weiters über das Geflügel (von den Hühnern, Fassanen, Pfauen, Gänsen, Endten, usw.), ihre Aufzucht, Haltung, etc., die Eigenschaften ihres Fleisches, usw. Weiters ist in diesem Buch ein 27seitiger Bericht über die Tauben, ihre Haltung, Aufzucht, Fütterung u. dgl. enthalten. Ab S. 222 findet sich das Kapitel: „Von der Schlachtung des Viehes / sonderlich der Schweine. Nach S. 234 angebunden: „Der Kleine Sorgfältige Haußhalter / Nebst der Geschäftigen Marta. Worinnen kürzlich angewiesen wird / Was alle Monate durch das gantze Jahr Bey der Haußhaltung und der Garten=Arbeit in acht zu nehmen / Auch / Wie man zu rechter Zeit gegen den Winter sich mit Fleisch versehen / Ochsen und Schweine mit grossem Nutzen schlachten / das Fleisch vor Verderben verwahren / gute Würste und Topf-Pasteten machen, usw. Dieser Teil beschreibt die Gartenpflege, wie das Gemüse zu pflanzen und säen sei, vom Schlachten, von der Pastetenzubereitung, usw.

Brumwell, Captain W.

The Chinchilla & Chinchilla Rex Rabbits – Their Culture for Profit

printed and published by Watmoughs Ltd. Idle and London.  1930

third edition.

Brüggemann, H.:

Ausschlachtungsergebnisse an Kaninchen verschiedener Wirtschaftsrassen.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1940.

Tagesfragen der Kaninchenfütterung,

“Kaninchenzüchter” 4/1935 – “Jahrbuch für Kaninchenzüchter”, 1936.

 Ausnutzungsversuche an Kaninchen als Grundlage neuzeitlicher Kaninchenfütterung.

„Biedermanns Zentralblatt“, B. Die Tierernährung. Bd. 9, 1937.

 

Grundlagen einer neuzeitlichen Kaninchenfütterung. „Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1939.

 

Buffon:

„Herrn von Buffons Naturgeschichte der vierfüßigen Thiere“

Dritter Band. Mit k. k. Hofcensurfreiheit. Troppau, gedruckt bei Joseph Georg Traßler und im Verlag der Kompagnie. 1785. 300 p. 16 handkol. Stiche.

  1. 232 XIII. D a s K a n i n c h e n

 

Zur Nomenklatur:

„Das Kaninchen, Küniglein (Lem.), Künighase (Kram), Königshase, Küllen (b. Heppe), Karnickel, Zwerghase (Ludov und Hallen, Cannickel (Döbel), Kunigle, Kunele, Kunlein Gesn. Hasenkünlein (Müller). Die jungen, Lampreten (Ebend.) Hebr. Saphan. Charld. Thapsa. Griech. Dasupos synax. Arab. Vebar. Pers. Besangerah. Span. Conejo. Ital. Comiglio. Portug. Coelho. Illyr. Kralik oder Krolvk. Poln. Krolik. Schwed. Kanin. Engl. Rabit, Rabbet oder cony. Franz. Lapin. Das Weibchen Lapine, im alter Haze, die Jungen Lapreaux, die zahmen Lapin de clapiers, alt Franz. Connin, Connil, Lat. Cuniculus, Lepusculus, die Jungen Lauriees. Holl. Konyn. Dän. Kanine, Müne …“

 

Oeuvres complètes de Buffon avec les supplemens, augmentées de la classification de G. Cuvier. Tome cinquième. 8o, Paris, P. Duménil, 1835. Typographie de Firmin Didot Frères. pp. 146/148. Abbildungen (Schwarzdruck): Scheckiges Hauskaninchen, weißes Angorakaninchen auf Pl. 18 … Ich ernähre sie mit Weizenkleie, Heu und viel Wacholder. Sie verbrauchen davon eine Wagenladung in der Woche.

Sie essen alle Beeren, Laub und Rinden und lassen nur das dicke Holz übrig.

Oeuvres complètes de Buffon avec des extraits de Daubenton et la classification de Cuvier. 4o. Paris, au bureau de la cociété des publications illustrée. 1839. Abbildungen: Hase, Kaninchen, Rehbock (koloriert). III, page 700. Beschreibung des gewöhnlichen Hauskaninchens, des Silberkaninchens und des Angorakaninchens nach Cuvier. An Farbanschlägen des Angorakaninchens werden aufgeführt: weiß, wildgrau, aschgrau, gelbrot oder schwarz sowie solche mit Fleckung in diesen Farben. Beim Silberkaninchen (Lapin riche) sind Kopf und Ohren „vollkommen schwärzlich“. Vide Tome Sixieme, p. 653 – Table méthodique.)

 

Literaturnachweise,

(die möglicherweise vom deutschen Bearbeiter der zuerst angeführten Ausgabe stammen): p. 233

„Müllers Linn. Naturs. 1.322. Hallens Thiere1.413. Beckm. Nat. Gesch. p. 23. Döbel 1.c.p.31 von Heppe 1.c.p.84. Ludovici Kaufm. Ler. III. p. 850. Lemery Art. Cuniculus p. 378. D. Krünitz gemeinnütz. Vorrath auserles. Aufsätze 1. 65. Hannov. nützl. Samml. 1758, n. 22. Stuttg. Ausz. II. 4S. p. 490. Meyers illum. Thiere p. 52. f. 83. Frankf. Neue Ausz. 68. VIII. Th. p. 571. Pontopp. Norrw. II. p. 20. Kalms Reisen p. 331. 478. Hamb. Mag. XIV. 614. XXIV. 2 St. P. 218. Pennanis Britt. Thierg. Von Hr. v. Murr übers. P. 38. Börners Stadt- und Landwirtsch. I. Th. II B. p. 197.“

Aus dem Text:

 

  1. 240/241. „… Die Hauskaninchen sind von mancherlei Farbe. Doch pflegt bei ihnen die Natur hauptsächlich aus dem Weiß, Schwarz und Grau zu spielen. Die ganz schwarzen sind ohnstreitig die seltensten. Viele haben mancherlei Weiß, andere hingegen allerlei Grau und noch andere vermischte Farben. Die wilden Kaninchen sind alle grau, unter den zahmen ist ebenfalls das Grau die herrschende Farbe. Bei jedem Wurfe trifft man graue Kaninchen und allemal in größerer Anzahl, wenn gleich Vater und Mutter beide weiß, oder schwarz oder auch das eine schwarz, das andere weiß waren. Höchst selten bringen diese drei ihnen ganz ähnliche Jungen; die grauen hingegen, auch unter den Hauskaninchen, pflegen gewöhnlicherweise lauter Junge von dieser Farbe zu setzen. Es geschieht nur selten und gleichsam von ungefähr, dass von ihnen weiße, schwarze oder gemischte Junge fallen …“

 

  1. 264. „Das reiche Kaninchen. Von den sogenannten reichen Kaninchen*) sagt Hr. Daubenton, es habe zum Teil weißes, zum Teil mehr oder weniger dunkles, schieferfarbiges oder braunes und schwärzliches Haar. Die kurzen und sanften spielten ins Mäusegrau, oder ins Schieferartige, das ist ins Blaulichte. An den langen und dichten Haaren bemerkt man zweierlei Farbe. Einige sind schwärzlich oder von sehr dunkler Schieferfarbe, andere so weiß, dass die Mischung des Weißen, Blauen oder Schwarzen, auf unterschiedenen Teilen, sehr verschieden ausfällt. Kopf und Ohren sind fast ganz schwärzlich, man erblickt nur einige weiße Haare daran. Viel häufiger finden sie sich am Hals, auf den Schultern, auf dem Rücken u. s. w. auf dem ganzen Hinterteil des Leibes aber, auf der Brust und am Bauche sieht man vielmehr weiße, als blaue Haare …“

 

*) ‚Reich’: irrtümlich erscheint ‚riche’ mit ‚reich’ übersetzt, gemeint ist das Silberkaninchen. M.

 

 

 

Bungartz, Jean:

Kaninchen-Racen

Illustriertes Handbuch zur Beurteilung der Kaninchen-Racen, enthaltend die Abbildungen der Racen, deren Behandlung, Zucht, Verwertung, Krankheiten etc. Herausgegeben, verfasst und illustriert von Jean Bungartz, Thiermaler. Mit 32 Abbildungen im Text. 8o. Preis Mk. 2,-, Creutz’sche Verlagsbuchhandlung (R. & M. Kretschmann) Magdeburg, 1888.

Kaninchen-Racen

Illustriertes Handbuch zur Beurteilung der Kaninchen-Rassen enthaltend die Rassen der Kaninchen, deren Behandlung, Zucht, Verwertung, Krankheiten etc., etc. Herausgegeben, verfasst und illustriert von Thiermaler Jean Bungartz, Ritter pp. Zweite durchgesehene und vermehrte Auflage. 150 p. 8o. Magdeburg, Creutz’sche Verlagsbuchhandlung, 1902.

 Farbige Kaninchenbilder nach Aquarellen von Jean Bungartz,

Thiermaler, Ritter pp. Naturwahre Farbendrucke von 18 verschiedenen Kaninchen-Rassen. 25×18. Magdeburg, Creutz’sche Verlagsbuchhandlung (R. & M. Kretschmann), o. D. (Nach 1888, gegen 1900?)

Das Kaninchen.

Band 44. Hilfers illustrierte Volksbücher. Eine Sammlung von gemeinverständlichen Abhandlungen aus allen Wissensgebieten. Herausgegeben von der Vereinigung „Die Wissenschaft für Alle“, Hermann Hilger, Verlag, Berlin.

Nutz-Kaninchen-Zucht (Nutzkaninchenzucht)

Handbuch für Nutz-Kaninchen-Züchter, enthaltend alles Wissenswerte über Rassen, Zucht, Pflege, Stallungen, Fütterung usw., nebsteinem Anhang über Kaninchenzucht und Mastanstalt für Städte und größere Gemeinden. Auf Grund 40 jähriger praktischer Erfahrungen bearbeitet von J. Bungartz.

Mehrfacher Neudruck bis 21. Tausend; pp 131; Mit über 64 Abbildungen im Text

  1. verbesserte u. vermehrte Aufl. 1922; pp 136. Mit über 64 Abbildungen. Verlag August Scherl GmbH Berlin

 

Hofmaler Jean Bungartz (Lechenich, Rheinprovinz) hat sich als Maler und Zoologe, Schriftsteller und Züchter während einer langen Zeitspanne – es mögen vier Jahrzehnte sein – den Kleinhaustieren gewidmet und u. a. Werke über Kaninchen, Haustauben, Haushühner, Ziegen und Zierfische veröffentlicht. Zeitweilig wurde von ihm die Zeitschrift für Brieftaubenkunde redigiert. Er illustrierte seine Bücher selbst.

Den Kaninchen brachte er besonderes Interesse entgegen, einiger seiner farbigen Bilder sind in die Weltkaninchenliteratur eingegangen. Mit der Einkreuzung belgischer Riesenrammler suchte er den Landkaninchenschlag zu verbessern. Nicht so befriedigende Ergebnisse brachte die Paarung von Riesenhäsinnen mit deutschen Rammlern. Die Jungtiere aus den Kreuzungen hatten nach ungefähr fünf Monaten bei Mastfutter ein Gewicht von 3 – 3 ½ Kilo.

 

Ad 2: Farbiges Titelbild eines englischen Widders (Franz.: Lapin belier Anglais. Engl.: The Lop-Ear Rabbit. Holl.: Het engelsche ram-konijn.) Ohrenlänge bis 65 cm und mehr. Auf p. 13 Abbildung eines „gemeinen oder deutschen Kaninchens“ auch „Landkaninchen“ genannt, klein mit gedrungenen Formen des Wildkaninchens.

Dann auf S. 18 ein „neues deutsches Kaninchen“ wenig charakteristisch mit „schlankem Körperbau“.

Das belgische Riesenkaninchen soll auf Grund persönlicher Nachforschungen Wasers eine in dem kühleren Klima Belgiens akklimatisierte Reinzucht des französischen Widderkaninchens sein. Waser weist besonders darauf hin, dass die Temperaturverschiedenheiten großen Einfluss auf die Ohrenhaltung haben.

Bungartz beobachtete bei im Freien gehaltenen französischen Widderkaninchen, dass die Ohren viel von ihrer Neigung herabzuhängen einbüßten und sich allmählich, wenn auch nur schwach, zu heben bemühen, während man in nicht ganz sorgfältig betriebenen Zuchten des belgischen Riesen, besonders bei warmer Haltung, auch wieder Tiere antrifft, die schlaffe Ohren haben. Das belgische Riesenkaninchen, dessen Gewicht B. auf 4 – 6 Kilo, bei guter Mästung und in seltenen Fällen auf 7 – 8 Kilo beziffert, steht seiner Ansicht nach in keiner Richtung anderen Zuchtrassen nach. Neben hasengrauen kommen eisengraue in verschiedenen Abtönungen und für Ausstellungszwecke wertlos gescheckte B. R. vor. Ein Normandiekaninchen mit einem Hängeohr (vgl.  Arnoult) wird nicht als besondere Rasse angesprochen.

Die Ohren des franz. Widderkaninchens erreichen eine Länge von je 25 cm und ein Körpergewicht von etwa 4 – 6 Kilo. Die Zeichnung dieses Kaninchens auf p. 32 ist B. gut gelungen. Das „patagonische K.“ macht (Abb. 35) auf uns den Eindruck eines im Beginn der Hängeohrhaltung fixierten Typs.

  1. schildert dann ein etwa 3 kg schweres „Kaninchen von Saint Pierre“ und glaubt dabei an eine „Leporidenschöpfung“ (!), als die es geschäftstüchtige Züchter sehr zur Entrüstung französischer Wissenschaftler auszugeben beliebten. – Bei der Schilderung des Silberkaninchens hält sich B. wohl vornehmlich an das „Book of the Rabbit“. Die mittelfarbige Schattierung ist noch die beliebteste. Betreffs des Angorakaninchens wird auf einen Züchterbrief im Journal l’Acclimation vom Jahre 1883 eingegangen. Ein Kilogramm Haare ergab 2 m „Cachemir“ von 139 cm Breite. 36 Rollen Faden blieben noch übrig. Durchschnittlich 800 – 900 g Haare werden pro Tier jährlich erzielt. Die Jungen können schon im Alter von drei Monaten gerupft werden.

Über Marseille gehen die Haare nach England, wo man bis zu 90 000 m Faden aus dem Kilogramm spinnt. Auf p. 59 bringt Bungartz sein in dem Werk von Waser „Sport- und Schlachtkaninchenzucht“ veröffentlichtes Angorakaninchen-Bild, das auch in dem Fillerschen Kaninchenbuch reproduziert wurde.

Recht interessant sind ferner die Abbildungen des „russischen Angorakaninchens“ und des russischen Kaninchens, das damals in Deutschland und Österreich noch wenig Beachtung fand und von B. mit Recht wegen „seines anmutigen und noblen Äußeren, seiner Genügsamkeit und verhältnismäßig leichten Aufzucht“ gelobt wird. Die Abbildung des Holländischen K. ist dürftig, der englische Standard bewertet als Position 1 die „Flamme oder weißen Gesichtsstreif“ mit 25 Punkten. Das japanische Kaninchen sieht noch ganz anders aus, mit seiner reinweißen Grundfarbe und schwarzer Fleckung, als wir es kennen. Gegen eine moderner werdende Zuchtrichtung sträubt sich Bungartz noch. Waser neigt zu der Ansicht, dass das Stammland des Japanerkaninchens in Ungarn zu suchen ist.

Die Slovenen halten halbwilde Kaninchen in Erdhöhlen „zeumica“. Es sind 2 m tiefe trockene Gruben, oben 17 m, unten 15 m lang sowie oben 5 m und unten 9 m breit. Flach überdeckt mit Ästen, Ruten und Zweigen und mit einer ½ m hohen gewölbten Erdschicht überworfen. In diesem Dach sind durch Latten große Öffnungen hergestellt, welche bei Regenwetter verblendet werden, sonst aber dazu dienen, der Luft und dem Licht sowie dem Besitzer Eingang in die Grube zu gewähren. In solchen Erdwohnungen werden 20 – 24 Zuchttiere untergebracht, unter der Streu oder etwa vorhandenen Brettern sind 1 m lange und 25 cm Durchschnitt haltende Röhren angebracht, an deren Ende sich ein entsprechend großer Nestraum befindet. In der Regel sind die Sandräume mit Sand oder Erde angefüllt, in welchen die Häsinnen ihre Nester scharren. Bereits nach zwei Monaten werden die Jungen von den alten entfernt und geschlechtlich je zu 50 Stück abgesperrt. Die Absperrungen erfolgen ebenfalls in den angelegten Gruben. Getreide erhalten diese Kaninchen nie, sondern im Sommer auf die Dauer von fünf Monaten: Laub, Unkraut aller Art und dergleichen, dagegen während der übrigen Jahreszeit Fichtennadelhäcksel mit abgebrühter Weizenkleie und etwas Knochenmehl. – Das Schwarzlohkaninchen (Black and tan Rabbit), was Squire Fox in Derbyshire in den 80 er aus Holländern, Silberkaninchen und belgischen Hasenkaninchen herausgezüchtet haben, erinnert Bungartz in seiner eigenartigen Färbung an den Dachshund. – Bungartz glaubt an die so fruchtbaren (?) Leporiden, er gesteht jedoch offen, „keine eigenen Erfahrungen in dieser Angelegenheit“ zu besitzen.

 

Er zitiert diesbezüglich:

Hochstetter.

Duncker:

Meyers Conversations-Lexikon 1876.

Krezkovsky, Julius:

„Unsere Kaninchen und der Darwinismus“. Allgemeine Geflügelzeitung, 1883.

Häckel, Ernst, Prof. Dr.

Conrad, Prof. (zitiert von Häckel).

 

Lincke, J. G.:

„Die rationelle Kaninchenzucht: etc.“

 

Auf p. 89 – 92 ein etwas breit angelegter Beitrag über den zähmbaren (aber doch in Gefangenschaft weichlichen und leicht sterbenden) „Alpen- oder Schneehasen“ Lepus vaiabilis (Lepus varronis Mill.) Als Bezugsquelle wird von B. der schwedische Tierhändler B. Dasse in Ystad angegeben.

Eine kuriose, allerdings, wie auch schon B. feststellt, weniger tierfreundliche Mastvorrichtung finden wir auf S. 106, die ursprünglich von dem Mönch Alexis Espanet, einem wohlbekannten Kleintierzuchtpionier und Fachschriftsteller, vorgeschlagen wurde. – Zur öfteren Desinfektion der Ställe empfiehlt B. „Creolin“ von der Firma William Pearson in Hamburg. Bezüglich Zucht und Haltung hat B. recht fortschrittlich (für 1902) anmutende Verschläge. Während der Säugezeit verabreichte er mit gutem Erfolg Ziegenmilch. Er empfiehlt, wenn nicht unbedingt notwendig, die Jungtiere in den ersten Tagen nicht viel anzufassen, damit sie nicht vorzeitig das Nest verlassen. B. hält sehr viel von der Fütterung mit Hafermehrkuchen, der nicht nur in der Aufzucht und Mast die besten Dienste leistete, sondern auch auf die Milchleistung der Häsin von großem Einfluss sein soll. Bei seiner Verfütterung haben sich laut B. Krankheits- und Sterbefälle der Jungtiere auffällig verringert.

Dieser Hafermehlkuchen wurde damals in Langenfeld-Köln hergestellt und für 16 Mark pro 50 Kilo vertrieben, ebenso wie ein von B. selbst zusammengestelltes Weichfutter, von dem man dort 5 Kilo für 3,25 Mark haben konnte. Laut „Melbourne Argus“ muss die australische ausfuhr von Kaninchenfellen bereits 1879 so enorm gewesen sein, dass in dem genannten Jahr in London ca. 2768 Ballen mit mehr als 6 Millionen Kaninchenbälgen zur Auktion kamen. Stoffe aus Kaninchenwolle sah man 1867 auf der Pariser Ausstellung und später Shawis aus Kaninchenbälgen im Kensington-Museum in London. (N. Fr. Presse 1881.) ein festes Sohlleder sollen die lohgar gegerbten Felle älterer Rammler geben, während weißgar gegerbte Felle der Häsinnen ein vorzügliches Oberleder liefern. Felle jüngerer Tiere werden zu „Glaceeleder“ verarbeitet. – Kaninchendünger ist vorzugsweise in schwerem Lehmboden und Gärtnereien schnell wirkend. Der aufgefangene Urin wird bei sofortiger Verwendung mit Wasser vermischt wie Guano gebraucht oder auf den Komposthaufen gebracht.

 

Bei Behandlungsvorschriften in Krankheitsfällen zitiert B. wiederholt Linke. Bei Durchfall rät B. zu sofortiger Diätänderung; in hartnäckigen Fällen: Ein wenig Lapathum acutum unter Kleie und gestampfte Kartoffeln gemischt, auch täglich einige Tropfen Arsenicum bringen nach Bungartz Heilung.

Wiesengras sollte man genau auf etwa enthaltene giftige Pflanzen untersuchen, die sogar noch im Heu manchen unerklärlichen Verlust und manchen Krankheitsfall hervorrufen können. Folgende giftige Pflanzen sind abgebildet: Bilsenkraut, Herbstzeitlose (Frucht), Fingerhut, Hahnenfuß, Herbstzeitlose, Wasserschieling, Küchenschelle, Tollkirsche, Seidelbast, Hundsgleiße, gefleckter Schierling, Stechapfel, Einbeere, Wolfsmilch.

 

Ad. 3. Dieses interessante Bilderalbum, das ich, ebenso wie das Würzburger Wulfsche Werk und das „Book of the Rabbit“ von Kempster W. Knight zu den repräsentativsten Kaninchenbüchern älterer Prägung zähle, stammt direkt aus dem Bungartzschen Nachlaß und wurde mir von seinem Sohn, Herrn Hans Bungartz, der jetzt, wenn ich mich nicht irre, Zoodirektor in Hannover ist, überlassen.

Bei Beschriftung der Tafeln ist die französische und englische Nomenklatur berücksichtigt worden, was meinen vollen Beifall findet. Das wilde Kaninchen auf Tafel Nr. 1 ist mäßig dargestellt, man vermisst die vortreffliche Formtreue, wie sie etwa das Bild von Hartwig in der IV. Brehmauflage (das ganz im Hintergrunde befindliche Tier) aufweist. Nr. 2 „Das deutsche Hauskaninchen“ eine nette Studie, kleiner gedrungener Typ. Eins dieser Tierchen ist schwarz mit weißen Stirnstreifen und ebensolchen Füßen. Nr. 3 „Das neue deutsche K.“ macht den Eindruck eines nicht besonderen Belgiermischlings und verrät m. E. keinen originalen Zug und wirkt schmalbrüstig und zu zart. (Vom öfteren Belgiereinkreuzen verspreche ich mir für die Nutzzucht stets viel, der Plan aber, unbedingt ein   d e u t s c h e s   Kaninchen zu schaffen, wie ihn Tierarzt Duncker und Bungartz hegten und wie ihn 1943 Vetter und Dr. Michel aufgriffen, scheint mir ebenso überflüssig wie notorisch erfolglos zu sein, zumal Akklimationsbemühungen, denen Duncker mit Recht nachging, heute nicht mehr hier aktuell sein dürften.) Nr. 4 „Das lothringische K.“ Ein schweres, kräftiges Kreuzungstier mit einem Stehohr und einem Hängeohr sowie Wamme. Farbe weiß mit brauner Scheckung. Nr. 5. Gelbweißes Holländisches K., natürliche, gut gesehene Stellung, unregelmäßige Farbtönung, schmaler „Ring“, sehr kleine „Fuß-Manschette“. Nr. 6. Englischer gelber Widder, eine interessante Studie, nicht schlecht auch Nr. 7, ein hasengrauer französischer Widder, Nr. 8 „Das patagonische K.“, eine vermutlich aus dem französischen Widderschlag hervorgegangene Rasse in vielfach „eisengrau“ getönter Farbe. Nr. 9 „Das graue belgische oder flandrische Riesenk.“ zeichnet große Körperlänge, der Kopf ist länglicher und schmaler gezeichnet als bei einer zeitgenössischen Abbildung, auf der Stirn weiße Fleckzeichnung. Nr. 10 „Das Hasenk.“ mit dem gewöhnlichen Grau ohne jede Spur von Fuchsrot. Nr. 11 „Das Normandiner K.“ mit einem Hängeohr, scheckig. Nr. 12, das weiße Angorak. recht ansprechend ausgeführt, ohne jedoch die Kopf- und Ohrbehaarung der wohl klimatisch mehr begünstigten damaligen ausländischen Tiere zu zeigen. Nett gesehen die beiden schwarzweißen Russenk. (Lapin Russe de Sibérie, The Himalayan Rabbit) auf Tafel 13, unnatürlich die knallig herausgekommene Farbe des „silbergrauen K.“ (Tafel 14). „Das silberbraune K.“ zeigt bis auf den in der Reproduktion nicht ganz so geratenen Farbton starke Anlehnung an ein englisches Bild (Nr. 15). Nr. 16, das silbercrème K., Nr. 17, „Das schwarzbraune K.“ (Lapin Brun-Noir-The Black an Low Rabbit) – Schwarzes Lohk. – (Black and tan) ist eine feine Studie. Die Außenseite der Vorderläufe ist noch hell, die Außenseite des Schwanzes noch rein weiß. Nr. 18, das japanische Kaninchen noch mit weißer Farbe und dunkler Fleckenzeichnung. Formenmäßig recht natürlich. Reproduktionen dieses Kaninchenalbums findet man im Ratgeber für Kaninchenzüchter (Arnstadt, Germany) Jahrgang 1942, S. 201 (Belgisches Riesenk. und Neues deutsches K.) und in dem italienischen Werk „Coniglicoltura pratica“ von (Dr.) G. Licciardelli – M. Cortese, 13a edizione, Milano 1942. Farbige Wiedergabe des französischen Widders, des schwarzen Lohk., des Braun- und Gelbsilbers.

Burkhardt, F. (Dr.):

Die Kaninchenzucht

Verlag Parey, Berlin. (1924)

 

Burri, R. W., J. Gisi, G. Liechti:

Kleines Schweizer Kaninchenbuch

Eine praktische Anleitung für Kaninchenzüchter und Kaninchenhalter. Bearbeitet von R. W. Burri, J. Gisi, G. Liechti mit 35 Abbildungen im Text. Herausgegeben vom Schweizerischen Kaninchenzucht-Verband. 95 p., 8o. Verlag Schweiz. Kaninchenzucht-Verband S.K.V. Druck: Graphische Anstalt Zofinger Tagblatt A.-G., Zofingen 1943.

Ein prächtiges kleines Spezialwerk! Fein gedruckt auf erstklassigem Papier, mit ausgezeichneten Photostudien von 28 verschiedenen, in der Schweiz gezüchteten und anerkannten Kaninchenrassen.

 

Belgisches Riesenkaninchen, gezüchtet in den Farben hasengrau, dunkelhasengrau und eisengrau, Gewicht 5 – 7 kg.

Weißes Riesenkaninchen, 5 – 6,5 kg.

Schweizer Scheckenkaninchen, Farben schwarz-weiß und blau-weiß, 5 – 6,5 kg. Dieses Schweizer Scheckenkaninchen entspricht der deutschen Riesenschecke, die laut Joppich stark eingekreuzt bzw. in die Schweiz eingeführt wurde. Die Seitenzeichnung besteht, wie das Bild ausweist, aus etwa sechs großen Flecken.

Französisches Widderkaninchen. Farbenschläge grau, eisengrau, madagaskar, weiß, sowie Schecken (Grauschecken jedoch ausgenommen), Gewicht 4,5 – 6,5 kg. 5. Englisches Widderkaninchen, Ohrenlänge 58 – 64 cm, Ohrenbreite 12 – 15 cm, gezüchtet in allen Säugetierfarben, 3,5 – 5 kg.

Champagne-Silberkaninchen mit dunkler Färbung am Maul und an den Füßen. Der französische Originaltyp, welcher einige unregelmäßig verteilte, dunkel schattierte Stellen aufzuweisen pflegt, wirkt in der Gesamtfärbung heller. Die Benennung „Champagne-Silberkaninchen“ wird vollauf der maßgeblichen Namensgebung des Ursprungslandes =   L a p i n   a r g e n t é   d e   C h a m p a g n e  gerecht. Mindestgewicht 4 kg.

Blaues Wienerkaninchen

Weißes Wienerkaninchen

Fauve de Bourgogne, fahlrotes Burgunderkaninchen. Soll ein gutes Kürschnerfell liefern. Mindestgewicht 3,5 kg.

Rex-Kaninchen

Japanerkaninchen

Weißes Hototkaninchen, weiße Fleischrasse, dichtes Fell, dunkle Augen, schwarze Augenringe, 3,5 kg

Dreifarben-Scheckenkaninchen

Hasenkaninchen

Angorakaninchen

Thüringerkaninchen

Chinchillakaninchen (in der Mitte zwischen Gr.-Ch. und Kl.-Ch. Stehend), Mindestgewicht 3 kg.

Schweizer Fuchskaninchen, langhaarige Rasse in diversen Farben

Marderkaninchen

Lohkaninchen, Rasse mit schwarzer, blauer oder brauner Grundfarbe.

Silberkaninchen in grau, gelb, braun und blau, Mindestgewicht 2 kg.

Alaskakaninchen

Havannakaninchen

Holländerkaninchen, zulässig sind alle Säugetierfarben.

Englisches Scheckenkaninchen

Russenkaninchen

Schweizer Fehkaninchen (Perlfeh)

Hermelinkaninchen mit roten oder blauen Augen, Mindestgewicht 1 kg.

 

Die eigentliche Entwicklung der Kaninchenzucht in der Schweiz setzte um die Jahrhundertwende ein. Heute zählt der Schweizerische Kaninchenzuchtverband an 20.000 Mitglieder. 1942 besaß die Schweiz 179.200 Kaninchenhalter mit rund 1 ¼ Millionen Tieren. Als ideeller Wert u. a. hervorgehoben: Kaninchenzucht schafft für viele Mitmenschen, welche die Verbindung mit der Scholle mehr oder weniger verloren haben, wieder wertvollen Kontakt mit dem geheimnisvollen Schaffen der Natur, schlägt Brücken von Lager zu Lager, lenkt von Vergnügungsstätten ab und hält die Familie zusammen.

 

Trotzdem das Kaninchen große Kälte besser verträgt als Sonnenhitze, geben wir ihm im Winter etwas Schutz, indem wir die Gitter der Stalltüren etwa zu Zweidritteln mit leichten Brettern bekleiden. Sehr schön ist das Außenstallmodell in besserer Ausführung auf p. 16.

 

Beim Versand erhält der Schweizer Züchter einen Klebezettel „T i e r e“ für seine Sendung direkt auf dem Postamt oder Bahnhof.

Die Jungen werden von der Mutterhäsin erst nach zehn Wochen – nicht auf einmal – getrennt. In Fällen gesundheitlicher Störungen bei Jungtieren bringt oft schon eine sofortige Umstellung auf reine Heufütterung (nebst Wasser!) in kurzer Zeit Heilung. Beim Heuen beachten: Junges Gras enthält viel mehr Eiweiß als überständiges. Besonders kräftig wird das Heugras, wenn man es nur in kleinen Mengen schneidet und es auf der Terrasse oder sonst auf Stein- oder Holboden dörrt und am ersten Abend sogar unter Dach nimmt, damit es nicht taunass wird.

Sorgsam in Säcken verpackt aufbewahren. Im Winter füttert der Schweizer gern neben Küchenabfällen gelbe „Pfälzerrübli“, weiße und gelbe Kohlrüben, Runkeln und die mehr und mehr verbreiteten Topinambur. Als Beifutter auch getrocknete Rübenschnitzel aus der Zuckerfabrikation, die aber 24 Stunden in etwas gesalzenem Wasser aufgeweicht werden müssen. An nasses Gras werden die Tiere von Anfang an gewöhnt. Das betaute Gras wird geschnitten oder trockenes Gras etwas mit Wasser besprengt, damit die Kaninchen abgehärtet werden.

V o n   R h a b a r b e r b l ä t t e r n   w i r d   a u s d r ü c k l i c h   a b g e r a t e n !

Kartoffelschalen am besten leicht gesotten verabreichen. (Nur von sorgfältig entkeimten Kartoffeln! Möbes.)

Nach der Nährwerttabelle von Prof. Dr. Raebiger enthält Kaninchenfleisch 40,15 % Trockensubstanz mit einem besonders hohen Anteil an Eiweiß. Im Kapitel Krankheiten werden besonders eingehend Vorbeugungsmaßnahmen gegen die gefürchtete Kaninchenseptikämie und Kokzidiose erläutert.

An Literatur wird aufgeführt:

 

Als Standardwerk „Die Kaninchenzucht in der Schweiz“, bearbeitet von A. Tschan. Lehr- und Handbuch, herausgegeben vom Schweizerischen Kaninchenzuchtverband.

Schweizerischer Standard für die Bewertung der Rassekaninchen (erhältlich im Drucksachenverband des Schweizerische Kaninchenzuchtverbandes).

 

Die offizielle Fachzeitung des Verbandes ist „Die Tierwelt“. Der Verband führt auch eine gut fundierte Versicherung für Kaninchen, die bei Verlusten durch Raub und Eingehen namhafte Beträge auszahlt.

Busch, Alfred.:

Warum kennzeichnen wir unsere Kaninchen?

Opitz, Bielefeld

Busch betrieb eine „Lehr u. Versuchs-Zuchtanstalt für Seidenkaninchenzucht“ in Neusorg/ Oberpfalz, er brachte verschiedene  Schriften heraus

Busch, Martha

Grosses Kaninchen Kochbuch

Ensslin & Laiblins Verlagsbuchhandl., 1919

Eine Sammlung erprobter Koch-, Brat- und Backvorschriften zur schmackhaften Zubereitung des Kaninchenfleisches.

Überschlägiger Inhalt: wer soll und kann Kaninchenzucht betreiben,  welchen Nährwert hat K.-fleisch, wie viel Fleisch liefert ein Kaninchen,  welche Rasse wählen wir, wie mäste ich ein K., das Kastrieren der männlichen K., wann und wie wird das K. geschlachtet, was ist bei der ersten Zubereitung zu beachten, Verwendung des Felles, Wolle, Kaninchensuppen, Kaninchenbraten, Kaninchenbraten auf süddeutsche Art , Brotaufstriche aus Kaninchenfett u.v.m.

Carlsson, C. F.:

Rad och anvisningar for en praktisk och lönande kaninodling

2: a uppl. 100 p. Hedemora, 1934.

Carlsson, F.:

Rad och anvisningar for en lönande palskaninodling samt en kortare beskrivning rörande minkavel

60 p. Hedemora, 1930.

 

Charon, Ad. J.

„LAPINS LAPEREAUX & Cie“

  1. 320. Paris 1925, Librairie Agricole de la Maison Rustique

 

Ad. J. Charon:
Ingénieur Agricole, Ancien, Professor à l’ Institut Agricole de Beauvais, Secrétaire de la Rédaction du Journal d’ Acriculture Practique.

PRÈPACE par  J. Capus, depute, Ancien Ministre de l’ Agriculture

 

Castle, William E.:

Ein amerikanischer Zoologe (Harvard University), machte speziell Versuche mit Ratten. Er zeigte (1931), dass Zahmheit und Wildheit erblich sind. Die Paarung einer gewöhnlichen dunklen wilden Ratte mit einem zahmen Albino ergab in der ersten Generation Nachzucht, die so wild wie der wilde Elternteil war. Auch viele andere vererblichen Züge wies er bei Ratten, K a n i n c h e n  usw. nach.

Castle, W. E.:

Das Rexkaninchen. „J. of Heredity“

Vol. 20, 1929. Referiert in „Züchtungskunde“, Bd. 5. 1930.

Castle, W. E. und Law, L. W:

“Satin”, eine Haarmutation des Kaninchens. “J. Heredit. Washington“

  1. Referiert in „Forschungsdienst“, Bd. 3. 1935.

Chenevard, W.:

L’Elevage moderne du Lapin.

Nouvelle édition. 1 vol. In -18. Avee 28 figures. 128 p., Paris, Librairie J. B. Bailliere et fils. 1927

L’Allevamento moderno del coniglio,

Catania, 1917.

Christoffersen, P.:

Rationel Pelkaninavl

Vejledning for Begyndere Udg. Dansk Pelskaninavlerforening. 72 p. Holbaek, 1929.

Cornevin, Ch.:

Les petits Mammifères de la basse-cour et de la maison

8o. Abec fig., 300 p., Paris, Librairie J. B. Baillere et fils. 1897.

 

Cornman, Charles T

Rabbit culture and standard; a complete and official standard of all all the rabbits

  1. 1914 by INTEM PUBLISHING CO, Sellersville, Pa.; 96 p.

Dieses1914 herausgegebene Buch wurde vom „National Pet Stock Association of Amerika“ und dem „New Zealand Red Hare Club of Amerika“, als ihr offizieller Standard angenommen.

Cronberger, A.:

Die Vorteile planmäßiger Zuchtwahl. Die „Linienzucht“

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“ 18/1930.

Chun, Carl

„Pringlea antiscorbutica“: (Kerguelen Kohl)

In dem Werk „aus den Tiefen des Weltmeeres“, Jena 1903, wird diese endemische Pflanze auf p. 272 mit folgender Beschriftung abgebildet: „Pringlea antiscorbutica an steilen, für die   K a n i n c h e n   unzugänglichen Felswänden“.

Antiscorbutica Pringlea gehört wie der allgemeine Kohl zu der Familie Brassicaceae .

Es wurde nach dem Kerguelen Insel, Ort seiner Entdeckung benannt. Seine lateinische Namensgebung wird abgeleitet  von  Sir John Pringle, Präsident der königlichen Gesellschaft.

 

‚CUNICULUS‘

THE PRACTICAL RABBIT KEEPER

verfasst unter dem Pseudonym ‚CUNICULUS‘ unter Mitarbeit mehrerer anderer Liebhaber. Ausgabe ist undatiert, aber mit Sicherheit zwischen 1878 und 1883 bei CASSELL, PETTER, GALPIN & Co., LONDON (denn nur zwischen diesem Zeitraum führte der Verlag diesen Namen) herausgegeben.

Leineneinband mit geprägten goldhinterlegtem Englischen Widder

216 Seiten mit 22 Illustrationen

Das Buch ist eine umfassende Arbeit für Freizeit- und gewerbliche Zucht und Haltung von Kaninchen. Illustriert mit acht ausgezeichneten, doppelseitigen „Chromo Plates“ der wichtigsten Arten von Kaninchen aus jenen Jahren und vielen weiteren Bildern.

Inhaltsverzeichnis:

I – RABBIT COURTS, RABBITRIES, AND HUTCHES – PAGE 1

II – SELECTION OF STOCK – PAGE 24

III – MANAGEMENT OF THE RABBITRY – PAGE 28

IV – FOOD AND FEEDING – PAGE 36

V – BREEDING – PAGE 56

VI – EXHIBITING RABBITS – PAGE 73

VII – THE LOP-EARED RABBIT – PAGE 91

VIII – THE DUTCH RABBIT – PAGE 109

IX – THE HIMALAYAN RABBIT – PAGE 118

X – THE ANGORA RABBIT – PAGE 127

XI – THE SIBERIAN AND THE POLISH RABBITS – PAGE 133

XII – THE SILVER-GREY RABBIT – PAGE 139

XIII – THE SILVER-CREAM RABBIT – PAGE 148

XIV – THE BELGIAN HARE RABBIT – PAGE 155

XV – THE LEVIATHAN BREEDS OF RABBITS – PAGE 165

XVI – FRENCH RABBITS – PAGE 170

XVII – RABBITS AS FOOD – PAGE 178

(B.P.)

Dahlström, J. I.:

Handbok i kaninskötsel

(Ny uppl.) 138 p. Stockholm, 1942.

Danneel, Rolf (Königsberg):

Die Wirkungsweise einiger Gene für Fellfärbung beim Kaninchen

Zoologischer Anzeiger, 12. Suppl., 41. Jahresver.

 

Dansk Kanin Standard

Udarb. Af Standard-Udvalget med Aenringer fra Lokalforeningerne. Udg. Af Foreningen til Kaninavlens Fremme i Danmark. 58 p. Kobenhavn, 1928.

 

Kaninens Rogt og Pleje. Kaninkodet som Naeringsmiddel. Udg. Af Danmarks Kaninavlerforening. 2. Udg. 62 p. Aarhus, 1942.

Darwin, Charles (M. A., F. R. S. etc.):

The variation of animals an plants under domestication

Vol. I. 43 illustrations, 412 p. 8. Vol. II. 488 p. 8. London: John Murray, Albemarie Street 1868.

De la variation des animaux et des plantes

Paris, 1868. (Übersetzung: Moulinié).

Entstehung der Arten.

Übersetzt von L. L. Ratschinsky, 1864. (Russisch. Zitiert nach Westenrik).

Bariazione degli animali

Torino, 1876.

Das Variiren der Tiere und Pflanzen im Zustande der Domestication

Aus dem Englischen übersetzt von J. Victor Carus. In zwei Bänden. (1. Bd. Mit 43 Holzschnitten).

 

Zweite, durchgesehene und berichtigte Ausgabe. Stuttgart, E. Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung (E. Koch), 1873.

 

Dass Darwin gerade auch so eingehend bei dem   K a n i n c h e n   eine Reihe von Veränderungen infolge der Haustierwerdung nachzuweisen bemüht war, begrüßen wir ungemein. Seine hochinteressanten Ausführungen haben wir daher zu einem nicht geringen Teil in dieses Werk übernommen. Die hohen Qualitäten seiner Forschung werden unter anderem in der Leporiden-Frage besonders erkennbar, in der auch Darwin zunächst vermutlich auf Grund eines Aufsatzes von P. BROCA falsch orientiert wurde. Immerhin kamen ihm die angeblichen Erfolge „merkwürdig“ vor und nur „zögernd“ fand er sich bereit, sie in den Kreis seiner Untersuchungen positiv einzubeziehen, jedoch, wie gesagt, nur mit Einschränkungen und mit der viel sagenden Feststellung: „Nichtsdestoweniger können die hauptsächlichen Verschiedenheiten in den Skeletten der verschiedenen domestizierten Rassen aus einer Kreuzung mit dem Hasen nicht herrühren.“ Demgegenüber ist es erstaunlich, mit welcher unbekümmerten Ahnungslosigkeit Wissenschaftler 45 Jahre später trotz großer biologischer Verschiedenheiten von Leporiden sprechen, „die fruchtbarer“ als alle reinen Kaninchenrassen sind“ und sich dabei auf unwissenschaftliche und noch dazu längst widerlegte Berichte berufen. Doch geben wir nun hier Darwin das Wort:

 

„… Mit Ausnahme eines einzigen sind, soviel ich weiß, alle Zoologen der Ansicht, dass die verschiedenen domesticirten Rassen des Kaninchens von der gewöhnlichen wilden Art abstammen. Ich werde sie daher sorgfältiger als in den früheren Beispielen beschreiben.

Prof. Gervais (1) gibt an, dass das ächte wilde Kaninchen kleiner als das zahme sei; seine Körperproportionen seien nicht absolut dieselben; sein Schwanz sei kleiner, seine Ohren seien kürzer und dichte mit Haaren bedeckt und diese Charactere, um von der Färbung ganz zu schweigen, widersprechen jeder einzeln der Annahme, welche beide Tiere unter der gleichen spezifischen Benennung zusammenfasst“. Wenige Zoologen werden mit diesem Schriftsteller übereinstimmen, dass so leichte Differenzen hinreichen, das wilde und zahme Kaninchen als besondere Species voneinander zu trennen. Es wäre doch außerordentlich, wenn strenge Gefangenschaft, vollständige Zähmung, unnatürliche Nahrung und sorgfältige Züchtung, wenn alle diese durch viele Generationen forterhaltenen Verhältnisse nicht wenigstens irgendeine Wirkung hervorgebracht hätten! Das zahme Kaninchen ist seit sehr langer Zeit schon domesticirt worden. Confucius zählt die Kaninchen unter den Tieren auf, welche würdig sind, Göttern geopfert zu werden und da er ihre Vermehrung beschreibt, wurden sie wahrscheinlich schon zu dieser frühen Periode in China domesticirt. Sie werden von mehreren klassischen Schriftstellern erwähnt. Im Jahre 1631 schreibt Gervaise Markham: ‚Man soll nicht wie bei anderem Vieh auf ihre Form sehen, sondern auf ihren Werth; nur wähle man die Böcke und die größten und besten Kaninchen aus, die man erhalten kann, und in Bezug auf den Werth des Felles wird das für das wertvollste gehalten, welches die gleichmäßigste Mischung von schwarzen und weißen Haaren hat, doch so, dass das Schwarz mehr als Weiß abschattiert. Der Pelz sei dick, tief, glatt und glänzend …. Diese sind am Körper viel fetter und größer und wenn eine andere Haut 2 oder 3 Pence wert ist, so sind diese zwei Schilling wert.’ Aus dieser ausführlichen Beschreibung sehen wir, dass silbergraue Kaninchen in England zu jener Zeit schon existierten, und was noch wichtiger ist, wir sehen, dass die Zucht oder Zuchtwahl der Kaninchen schon damals betrieben wurde. Aldrovandi (2) beschreibt 1637 nach der Autorität mehrerer alten Schriftsteller (wie Scaliger 1557) Kaninchen von verschiedener Farbe, einige ‚wie ein Hase’, und fügt hinzu, dass P. Valerianus (der im hohen Alter 1558 starb) in Verona Kaninchen sah, die viermal so groß waren als unsere (2).

 

Die Tatsache, dass das Kaninchen schon zu alter Zeit domestiziert worden ist, führt uns darauf, nach der ursprünglichen Stammform in der nördlichen Hemisphäre und allein in den wärmeren gemäßigten Gegenden der alten Welt zu suchen. Denn das Kaninchen kann ohne Schutz in so kalten Ländern wie Schweden nicht leben; und ist es auch auf der tropischen Insel Jamaika verwildert, so hat es sich dort nie bedeutend vermehrt. In den warmen gemäßigten Teilen von Europa existiert es jetzt und hat schon lange existiert; denn in mehreren Ländern sind fossile Überreste gefunden worden (3). In diesen Ländern verwildert das zahme Kaninchen leicht und wenn verschieden gefärbte Arten frei sich selbst überlassen werden, so kehren sie meist zu der gewöhnlichen grauen Farbe zurück (4). Werden die wilden Kaninchen jung eingefangen, so lassen sie sich zähmen, obgleich der Prozess im Allgemeinen sehr mühsam ist (5). Die verschiedenen domestizierten Rassen werden oft gekreuzt; man hält sie für vollkommen fruchtbar mit einander, und von den größten domestizierten Arten, mit enorm entwickelten Ohren bis zu der gewöhnlichen wilden Art lässt sich eine vollständige Stufenreihe nachweisen. Die Stammform muss ein grabendes Tier gewesen sein, und es ist diese Lebensweise, so viel ich finden kann, keiner andern Art der großen Gattung Lepus eigen. Nur eine wilde Art ist mit Sicherheit in Europa bekannt …

 

Es gibt viele Zuchtrassen, welche ihre Charaktere mehr oder weniger rein fortpflanzen. Jedermann hat die  h ä n g e o h r i g e n  (dieses und alle im Folgenden gesperrt gedruckten Worte sind von mir hervorgehoben. Möbes) Kaninchen auf unsern Ausstellung gesehen.

V e r s c h i e d e n e   v e r w a n d t e   U n t e r r a s s e n   w e r d e n   a u f   d e m   C o n t i n e n t   g e z ü c h t e t, wie die so genannte andalusische, von welcher man sagt, dass sie einen großen Kopf mit einer runden Stirn besäße und eine bedeutendere Größe erreichte als irgend eine andere Art. Eine andere große Pariser Rasse wird Rouennai genannt und hat einen viereckigen Kopf. Die so genannten patagonischen Kaninchen haben merkwürdig kurze Ohren und einen großen runden Kopf. Obgleich ich nicht alle diese Rassen gesehen habe, so möchte ich doch daran zweifeln, dass sie in der Form ihrer Schädel irgendwie ausgesprochene Verschiedenheiten darbieten (8).

E n g l i s c h e   h ä n g e o h r i g e   K a n i n c h e n   w i e g e n   o f t   8 – 10 Pfd.   u n d   e in s   i s t   a u s g e s t e l l t   g e w e s e n,   w a s   18 Pfd.  w o g;  dagegen wiegt ein ausgewachsenes wildes Kaninchen nur ungefähr 3 ¼ Pfd. Der Kopf oder Schädel ist bei allen den großen hängeohrigen Kaninchen, die ich untersuchte, im Verhältnis zu seiner Breite viel länger als beim wilden Kaninchen. Viele von ihnen haben bewegliche quere Hautfalten oder Wammen unten am Halse, welche so weit vorgezogen werden können, dass sie fast bis zur Spitze der Kiefern reichen. Ihre Ohren sind fabelhaft entwickelt und hängen auf beiden Seiten des Gesichtes herab. Ein Kaninchen wurde ausgestellt, dessen beide Ohren von der Spitze des einen bis zur Spitze des andern gemessen 22 Zoll der Länge nach maßen und jedes Ohr war 5 3/8 Zoll breit. Bei einem wilden Kaninchen fand ich die Länge der beiden Ohren von Spitze zur Spitze 7 5/8 Zoll, die Breite nur 1 7/8 Zoll.   D a s   b e d e u t e n d e   K ö r p e r  g e w i c h t   der großen Kaninchen und   d i e   u n g e h e u r e    E n t w i c k l u n g   i h r e r   O h r e n   sind Eigenschaften, welche Preise erlangen und sorgfältig bei der Zuchtwahl berücksichtigt worden sind.

 

Das hasenfarbige (gemeint ist wohl das Hasenkaninchen ‚the Belgian Hare’; Möbes) oder wie es zuweilen genannt wird, das belgische Kaninchen, weicht mit Ausnahme der Färbung in nichts von den anderen großen Rassen ab. Mr. J. Young von Soufhamton, ein großer Züchter dieser Rasse, teilt mir mit, dass alle von ihm untersuchten weiblichen Exemplare nur sechs Zitzen hatten und bei zwei Weibchen, die in meinen Besitz kamen, war dies allerdings auch der Fall. Mr. B. P. Brent versichert mich indess, dass die Zahl bei anderen Hauskaninchen variabel sei. Das gemeine wilde Kaninchen hat stets 10 Zitzen. Das Angora-Kaninchen ist durch die Länge und Feinheit seines Pelzes merkwürdig, welcher selbst auf den Fußsohlen eine beträchtliche Länge hat. Dies ist die einzige Zucht, welche in ihren psychischen Eigenschaften verschieden ist; denn man sagt, dass es viel geselliger sei, als andere Kaninchen; auch zeigt das Männchen keine Lust, seine Jungen zu erstören (9). Aus Moskau erhielt ich zwei lebendige Kaninchen, ungefähr von der Größe der wilden Art, aber mit langem weichem, etwas von dem Angora verschiedenem Pelz. Diese Moskau-Kaninchen hatten rote Augen und waren schneeweiß mit Ausnahme der Ohren, zweier Flecke in der Nähe der Nase, der oberen und unteren Fläche des Schwanzes und der hinteren Tarsen, welche schwarzbraun waren; kurz sie waren nahezu so wie die so genannten Himalaya-Kaninchen gefärbt, die ich gleich beschreiben werde, und wichen von ihnen nur in dem Charakter ihres Pelzes ab. Es gibt nur zwei andere Rasse, welche in der Farbe rein züchten, in anderer Beziehung aber abweichen, nämlich silbergraue und Chinchillas. Endlich möchte ich noch das Nicard oder holländische Kaninchen erwähnen, welches der Färbung nach variiert und seiner geringen Größe wegen merkwürdig ist; manche Exemplare wiegen nur 1 ¼ Pfd. Kaninchen dieser Rasse geben ausgezeichnete Ammen für andere und zartre Arten ab (10).

 

Gewisse Charaktere sind merkwürdig schwankend oder werden von zahmen Kaninchen nur sehr schwach fortgepflanzt. So teilt mir ein Züchter mit, dass er bei kleinen Arten kaum je einen ganzen Wurf derselben Farbe gezüchtet habe. Bei den großen hängeohrigen Rassen ist es wie eine bedeutende Autorität (11) meint, unmöglich, der Farbe nach rein zu züchten; durch sorgfältige Kreuzung ist aber in dieser Beziehung viel zu erreichen. Der Züchter muss wissen, wie seine Muttertiere gezüchtet sind, d. h. er muss die Farbe von deren Eltern kennen.’ Wir werden indess sofort sehen, dass gewisse Farben echt überliefert werden. Die Wamme wird nicht streng vererbt. Langohrige Kaninchen, deren Ohren platt auf beiden Seiten des Gesichts herabhängen, vererben diesen Charakter durchaus nicht echt. Delamer bemerkt, dass ‚bei Spielarten von Kaninchen, wenn auch beide Eltern vollkommen sind, vorschriftsmäßige Ohren haben und hübsch gezeichnet sind, die Nachkommen doch nicht unabänderlich in gleicher Weise erscheinen’. Wenn einer der Erzeuger oder beide Lappohren sind, d. h. Ohren haben, welche rechtwinklig abstehen, oder wenn einer der Erzeuger oder beide Halbhängeohren sind, d. h. nur ein hängendes Ohr haben, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass Nachkommen beide Ohren entschieden hängend haben, beinah ebenso groß, als wären beide Eltern ebenso ausgezeichnet. Man hat mich aber versichert, dass, wenn beide Eltern aufrechte Ohren haben, kaum irgendeine Wahrscheinlichkeit besteht, Hängeohren zu erzielen. Bei einigen Halbhängeohren ist das herabhängende Ohr breiter und länger als das aufrechte (12), so dass hier der ungewöhnliche Fall eines Mangels von Symmetrie auf beiden Seiten eintritt.

D i e s e   V e r s c h i e d e n h e i t   i n   d e r   S t e l l u n g   u n d   G r ö ß e  d e r   b e i d e n   O h r e n   w e i s t   w a h r s c h e i n l i c h   d a r a u f        h i n, d a s s   d a s   H ä n g e n   d e s   O h r e s   e i n e   F o l g e   s e i n e r  g r o ß e n   L ä n g e   u n d   s e i n e s   g r ö ß e r en   G e w i c h t s   i s t,  w o b e i   o h n e   Z w e i f e l   a u c h   d i e   i n f o l g e   d e s   N i c h t g e-b r a u c h s  e i n t r e t e n d e   M u s k e l s c h w ä c h e  a l s   b e g ü n s t i  g e n d e s   M o m e n t   w i r k t.

Anderson (13) erwähnt eine Rasse, die nur ein einziges Ohr hat und Prof. Gervais eine andere ohne Ohren.

 

Der Ursprung der Himalaya-Rasse (zuweilen auch chinesische oder polnische oder russische genannt) ist so merkwürdig an sich, als auch insofern sie auf die Gesetze der Vererbung Licht wirft, dass er im Detail gegeben zu werden verdient. Dieses niedliche Kaninchen ist weiß, mit Ausnahme der Ohren, Nase, aller vier Füße, und der oberen Seite des Schwanzes, welche braunschwarz sind; da diese Tiere aber rote Augen haben, so können sie als Albinos angesehen werden. Es sind mir mehrere Berichte zugekommen, dass sie vollkommen rein züchten. Nach ihren symmetrischen Zeichnungen wurden sie zuerst als spezifisch verschieden aufgeführt und wurden provisorisch L. nigripedes (14) genannt. Einige gute Beobachter glaubten in ihrer Lebensweise eine Verschiedenheit nachweisen zu können und behaupteten fest, dass sie eine neue Species bildeten. Ihr Ursprung ist nun wohlbekannt. 1857 führt ein Schriftsteller (15) an, dass er Himalaya-Kaninchen in der folgenden Weise erhalten habe. Vorher ist es aber nötig, kurz zwei andere Rassen zu beschreiben. Silbergraue haben allgemeinen schwarze Köpfe und Füße und ihr feiner grauer Pelz ist mit zahlreichen schwarzen und weißen Haaren untermischt. Sie züchten vollkommen rein und sind schon längst in Gehegen gehalten worden. Brechen sie aus und kreuzen sich mit gemeinen Kaninchen, so ist das Erzeugte, wie mir Mr. Wyrley Birch in Wretham Hall mitteilt, nicht eine Mischung der beiden Farben, sondern die Hälfte der Brut hat die Farbe des Vaters, die andere Hälfte die der Mutter. Zweitens haben Chinchillas oder zahme Silbergraue (ich will den ersten Namen beibehalten) einen kurzen blässeren maus- oder schieferfarbigen Pelz, untermischt mit langen schwärzlichen schieferfarbenen und weißen Haaren (16). Diese Kaninchen züchten vollkommen rein. Der oben erwähnte Schriftsteller nun hatte eine Zucht Chinchillas, die mit dem gewöhnlichen schwarzen Kaninchen gekreuzt worden war, und ihre Nachkommen waren entweder schwarz oder Chinchillas. Diese letzteren wurden wieder mit anderen Chinchillas gekreuzt (die ihrerseits mit Silbergrauen gekreuzt worden waren) und aus dieser komplizierten Kreuzung wurden Himalaya-Kaninchen erhalten. Nach diesen und anderen ähnlichen Angaben wurde Mr. Bartlett (17) veranlasst, im zoologischen Garten einen sorgfältigen Versuch anzustellen, und fand, dass er durch einfache Kreuzung von Silbergrauen mit Chinchillas stets einige Himalaya-Kaninchen erhalten konnte, und trotz des plötzlichen Ursprungs der letzteren züchteten sie doch, wenn sie getrennt gehalten wurden, vollkommen rein.

 

Die Himalaya sind gleich nach ihrer Geburt vollkommen weiß und wahre Albinos. Aber im Verlauf von wenigen Monaten erhalten sie allmählich ihre dunklen Ohren, Nase, Füße und Schwanz. Wie mir aber Mr. W. A. Wooler und W. D. Fox mitteilten, werden gelegentlich Junge von sehr blassgrauer Färbung geboren und der erstgenannte Herr hat mir Exemplare derartiger Pelze übersandt. Der graue Ton verschwindet indessen, wenn sich das Tier der Reife nähert. Bei diesen Himalayas besteht daher eine auf die frühe Jugend beschränkte Neigung, zu der Färbung der erwachsenen silbergrauen Stammform zurückzukehren. Dagegen bieten Silbergraue und Chinchillas während ihrer frühesten Jugend einen merkwürdigen Kontrast in ihrer Färbung dar, denn sie werden vollkommen schwarz geboren, nehmen aber bald den ihnen charakteristischen grauen oder Silberton an. Dasselbe trifft bei Schimmeln ein, welche, solange sie Füllen sind, meist beinahe schwarz sind, bald aber grau und dann weißer und weißer werden mit der Zunahme des Alters. Die gewöhnliche Regel ist daher, dass Himalayas weiß geboren werden und später an gewissen Stellen ihres Körpers sich dunkler färben, während Silbergraue schwarz geboren und später mit weiß gefleckt werden. Es treten indessen in beiden Fällen gelegentlich Ausnahmen einer direkt entgegen gesetzten Natur ein; denn zuweilen werden in Gehegen Silbergraue geboren, die wie mir Mr. W. Birch sagte, rahmfarbig sind; diese jungen Tiere werden aber zuletzt schwarz. Umgekehrt produzieren die Himalaya, wie ein erfahrener Liebhaber (18) anführt, zuweilen ein einziges schwarzes Junges in einem Wurf; solche werden aber vor dem Ablauf zweier Monate vollkommen weiß.

 

Fassen wir den ganzen merkwürdigen Fall zusammen: Wilde Silbergraue kann man als schwarze ansehen, welche in einer frühen Lebenszeit grau werden. Werden diese mit gemeinen Kaninchen gekreuzt, so sollen die Nachkommen nicht eine Farbenvermischung darbieten, sondern nach einem der beiden Eltern schlagen und in dieser Beziehung sind die schwarzen und Albino-Varietäten der meisten Säugetiere ähnlich, welche ihre Färbungen oft in derselben Weise vererben. Werden sie mit Chinchillas gekreuzt, d. h. mit einer blässeren Subvarietät, so sind die Jungen zuerst reine Albinos, werden aber bald an gewissen Teilen ihres Körpers dunkelfarbig und dann Himalayas genannt. Doch sind zuweilen die jungen Himalayas anfangs entweder blassgrau oder vollständig schwarz, werden aber in beiden Fällen nach einiger Zeit weiß. In einem späteren Kapitel werde ich eine ziemliche Menge von Tatsachen anführen, welche zeigen, dass wenn zwei in der Färbung von ihrer Stammform abweichende Varietäten mit einander gekreuzt werden, die Neigung bei den Jungen sehr stark wird, zu der ursprünglichen Stammfarbe zurückzuschlagen; und was sehr merkwürdig ist, dieser Rückschlag tritt gelegentlich nicht vor der Geburt, sondern während des Wachstums des Tieres auf. Ließe sich daher zeigen, dass Silbergraue und Chinchillas das Erzeugnis einer Kreuzung von einer schwarzen und Albino-Varietät mit innig vermischter Färbung seien – eine Ausnahme, die an sich nicht unwahrscheinlich ist und von dem Umstande unterstützt wird, dass in Gehegen die Silbergrauen zuweilen rahmfarbige, endlich schwarz werdende Junge erzeugen -, dann würden alle oben erwähnten paradoxen Tatsachen über die Farbveränderungen bei Silbergrauen und deren Nachkommen, den Himalayas, unter das Gesetz des Rückschlages fallen, eines zu verschiedenen Wachstumszeiten und in verschiedenen Graden auftretenden Rückschlages entweder in die ursprüngliche Albino-Stammvarietät.

 

Es ist auch merkwürdig, dass die Himalayas reinzüchten, trotzdem sie so plötzlich entstanden sind. Da sie aber in ihrer Jugend Albinos sind, so gehört der Fall unter eine sehr allgemeine Regel. Albinismus ist nämlich als streng erblich bekannt; ich erinnere an weiße Mäuse und viele andere Säugetiere, selbst an weiße Blüten. Man könnte aber fragen, warum kehren nur die Ohren, der Schwanz, die Nase und Füße und kein anderer Teil des Körpers zu der schwarzen Färbung zurück? Dies hängt offenbar von einem Gesetz ab, welches sehr allgemein gültig ist, dass nämlich vielen Arten einer Gattung eigene Charaktere (und dies weist allerdings auf eine lange, gemeinsame Vererbung von dem alten Urerzeuger der Gattung hin) der Variation widerstehen oder nach dem Verluste wieder erscheinen, und zwar beides beständiger als Charaktere, welche auf die einzelnen Spezies beschränkt sind. In der Gattung Lepus nun hat die Mehrzahl der Arten die Ohren und die Oberfläche des Schwanzes schwarz gefärbt und die Beständigkeit dieser Zeichnungen sieht man am besten bei den Arten, welche im Winter weiß, werden. So hat der L. variabilis in Schottland (19) in seinem Winterkleide einen gefärbten Fleck auf seiner Nase und seine Ohrspitzen sind schwarz. Der L. tibetanus hat schwarze Ohren, die Oberfläche des Schwanzes ist grauschwarz und die Fußsohlen sind braun. Bei L. glacialis ist der Winterpelz rein weiß mit Ausnahme der Fußsohlen und der Ohrspitzen. Selbst bei den verschiedenen gefärbten Spielarten der Kaninchen können wir oft an denselben Teilen die Neidung beobachten, sich dunkler zu färben als der übrige Körper. Auf diese Weise scheint mir das Auftreten der verschieden gefärbten Zeichnung an dem Himalaya-Kaninchen, wenn es alt wird, verständlich zu werden. Ich kann einen nahen analogen Fall anführen. Spielarten von Kaninchen haben sehr oft einen weißen Stern an der Stirn und der gewöhnliche englische Hase hat in der Jugend, wie ich selbst beobachtet habe, meist einen ähnlichen weißen Stern an der Stirn.

 

Werden verschieden gefärbte Kaninchen in Europa freigelassen und hierdurch in ihre natürlichen Bedingungen gebracht, so kehren sie meist zur ursprünglichen grauen Farbe zurück. Dies kann zum Teil eine Folge der allen gekreuzten Tiere eigenen Neigung sein, in ihren ursprünglichen Zustand zurückzukehren; doch herrscht die Neigung nicht immer vor. So werden silbergraue Kaninchen in Gehegen gehalten und züchten rein, trotzdem sie fast in einem Naturzustand leben. Es darf aber ein Gehege nicht mit silberrauen und gemeinen Kaninchen bestockt werden, sonst werden in wenig Jahren nur gemein Graue übrigbleiben. Verwildern in fremden Ländern unter verschiedenen Lebensbedingungen Kaninchen, so kehren die durchaus nicht immer zu ihrer ursprünglichen Farbe zurück. Die wilden Kaninchen von Jamaika werden beschrieben als ‚schieferfarbig, dicht mit weißen Flecken am Hals, an den Schultern und auf dem Rücken besetzt, die unter der Brust und dem Auge zu blauweiß werden. Auf dieser tropischen Insel waren aber die Bedingungen ihrer Vermehrung nicht günstig und sie haben sich nie weit verbreitet. Wie ich von Mr. R. Hill höre, sind sie in Folge eines großen Waldbrandes jetzt ausgestorben. Auf den Falkland-Inseln sind Kaninchen während vieler Jahre verwildert; in gewissen Teilen sind sie äußerst zahlreich, sie haben sich aber nicht allgemein verbreitet. Die meisten haben die gewöhnliche graue Farbe. Wie mir Adm. Sulivan mitteilt, sind einige wenige hasenfärbig und viele schwarz, oft mit nahezu symmetrischen weißen Flecken auf dem Gesicht. Lesson hat hiernach die schwarze Varietät als eine distinkte Art und dem Namen L. maghellanicus beschrieben, dies ist aber, wie ich anderswo gezeigt habe, ein Irrtum (22). In neuerer Zeit haben die Seehundsjäger einige der weiter abliegenden Inseln der Falklands-Gruppe mit Kaninchen bestockt. Auf der Pebble Islet ist eine große Zahl hasenfarbig, wie ich von Adm. Sulivan höre, während auf dem Rabbit-Islet eine große Anzahl von einer bläulichen Farbe ist, die man an anderen Orten nicht sieht. Auf welche Weise sich die auf diese Inseln gebrachten Kaninchen färbten, ist nicht bekannt.

 

Die auf Porto Santo bei Madeira verwilderten Kaninchen verdienen eine ausführlichere Beschreibung. Im Jahre 1418 oder 1419 hatte J. Gonzales Zarco zufällig ein weibliches Kaninchen an Bord, welches während der Reise Junge geworfen hatte, und alle diese setzte er auf die Insel. Diese Tiere vermehrten sich so rapid, dass sie eine Plage wurden und faktisch das Aufgeben der Niederlassung veranlasst haben. Siebenunddreißig Jahre später beschreibt sie Cada Mosto als unzählig. Auch ist dies nicht überraschend, da die Insel weder von einem Raubtier noch irgendeinem Landtier bewohnt war. Die Charaktere des Mutter-Kaninchens kennen wir nicht; wir haben aber allen Grund zur Annahme, dass es das gewöhnliche Hauskaninchen war. Die pyrenäische Halbinsel, von der Zarco ausgesegelt war, war, wie bekannt ist, seit der frühesten historischen Zeit dicht von der gewöhnlichen wilden Art bewohnt. Da diese Kaninchen zur Nahrung an Bord genommen waren, so ist es unwahrscheinlich, dass sie irgendeiner besonderen Zucht angehörten. Dass die Rasse vollkommen domestiziert war, beweist der Umstand, dass das weibliche Tier während der Reise warf. Auf meine Bitte hat Mr. Wollaston zwei dieser wilden Kaninchen mitgebracht und später her Mr. Haywood mir drei weitere Exemplare in Salzwasser und zwei lebend geschickt. Diese zu verschiedenen Zeiten gefangenen Exemplare gleichen einander vollständig; sie waren erwachsen, wie der Zustand ihrer Knochen ergab. Obschon die Lebensbedingungen auf Porto Santo offenbar den Kaninchen äußerst günstig sind, wie ihre außerordentlich rapide Vermehrung beweist, so weichen sie doch auffallend in ihrer geringen Größe von den wilden englischen Kaninchen ab. Vier englische Kaninchen, von den Schneidezähnen bis zum After gemessen, variierten zwischen 17 und 17 ¼ Zoll Länge, während zwei Porto-Santo-Kaninchen nur 14 ½ und 15 Zoll lang waren. Die Größenabnahme zeigt sich aber am besten durch das Gewicht. Vier wilde englische Kaninchen wogen im Mittel 3 Pfd. 5 Unzen, während eines der Porto-Santo-Kaninchen, welches vier Jahre lang im zoologischen Garten gelebt hatte, aber mager geworden war, nur 1 Pfd. 9 Unzen wog. Einen noch deutlicheren Beweis gibt der Vergleich der sorgfältig gereinigten Extremitätenknochen eines auf der Insel getöteten Porto-Santo-Kaninchens mit demselben Knochen wilden englischen Kaninchens von Mittelgröße dar: Sie wichen im Verhältnis von beinahe fünf zu neuen voneinander ab. Das Porto-Santo-Kaninchen hat also fast 3 Zoll in der Länge und beinah die Hälfte im Körpergewicht abgenommen. Der Kopf hat nicht im Verhältnis zum Körper an Länge abgenommen und die Kapazität der Hirnschale ist, wie wir später sehen werden, eigentümlich variabel. Ich präparierte vie Schädel und diese glichen einander mehr, als es gewöhnlich die Schädel wilder englischer Kaninchen tun. Der einzige Unterschied in der Struktur, den sie darboten, bestand darin, dass der Supraorbitalprozess der Stirnbeine schmäler war. – Der Färbung nach weicht das Porto-Santo-Kaninchen beträchtlich vom gewöhnlichen Kaninchen ab. Die Oberfläche ist röter und nur selten von irgendwelchen schwarzen oder schwarzspitzigen Haaren untermischt. Die Kehle und gewisse Teile der unteren Fläche sind meist, statt rein weiß zu sein, blassgrau oder bleifarben. Die merkwürdigste Verschiedenheit liegt aber in den Ohren und dem Schwanz. Ich habe viele englische Kaninchen frisch untersucht, ebenso die große Sammlung von Häuten aus verschiedenen Ländern im britischen Museum. Alle haben die Oberfläche des Schwanzes und die Spitzen der Ohren von schwarzgrauem Pelz bedeckt und in den meisten Werken wird dieser als einer der spezifischen Charaktere des Kaninchens angeführt. Bei den sieben Port-Santo-Kaninchen war die Oberfläche des Schwanzes rotbraun und die Spitzen der Ohren hatten keine spur von schwarzer Einfassung. Hier stoßen wir aber auf einen eigentümlichen Umstand. Im Juni 1861 untersuchte ich zwei von diesen kürzlich erst dem zoologischen Garten übersandten Kaninchen, und ihre Schwänze und Ohren waren gefärbt, wie oben beschrieben.

 

Als mir aber im Februar 1865 eins derselben tot geschickt wurde, waren die Ohren deutlich schwarzgrau eingefasst und die Oberfläche des Schwanzes war schwärzlich grau: Der ganze Körper viel weniger rötlich. Unter dem englischen Klima hatte daher dieses individuelle Kaninchen die eigentümliche Färbung seines Pelzes in beinahe vie Jahren wieder erlangt.

 

Die zwei kleinen Porto-Santo-Kaninchen hatten, als sie in dem zoologischen Garten lebten, ein merkwürdig verschiedenes Ansehen von der gewöhnlichen Art. Sie waren außerordentlich wild und lebendig, so dass viele Leute, als sie dieselben sahen, ausriefen, dass sie mehr großen Ratten als Kaninchen glichen. In ihrer Lebensweise waren sie in einem ungewöhnlichen Grade nächtlich und ihre Wildheit ließ nicht im geringsten Grade nach. Der Oberaufseher, Mr. Bartlett, versicherte mir geradezu, dass er nie ein wilderes Tier unter seiner Pflege gehabt habe. Wenn wir bedenken, dass sie von einer domestizierten Rasse abstammen, ist die Tatsache eigentümlich. Mich überraschte sie so sehr, dass ich Mr. Haywood bat, an Ort und Stelle Erkundigungen einzuziehen, ob sie von den Eingeborenen viel gejagt oder von Habichten oder Katzen oder anderen Tieren verfolgt würden. Dies ist aber nicht der Fall und für ihre Wildheit lässt sich keine Ursache beibringen. Sie leben auf dem zentralen, höheren felsigen Lande und in der nähe der Uferriffe, und erscheinen, da sie äußerst scheu und furchtsam sind, nur selten in den tieferen und kultivierten Distrikten. Sie sollen 4 – 6 Junge in einem Wurf hervorbringen, ihre Brunstzeit ist im Juli und August. Endlich konnte, und dies ist eine merkwürdige Tatsache, Mr. Bartlett es nie erreiche, dass diese beiden Kaninchen, beides Männchen, sich mit den Weibchen mehrerer Rassen, die wiederholt zu ihnen gebracht wurden, vertrugen oder begatteten.

 

Wäre die Geschichte dieser Porto-Santo-Kaninchen nicht bekannt, so würden die meisten Zoologen in Anbetracht ihrer sehr geringen Größe, ihrer oben rötlichen, unten graulichen Färbung, weder mit schwarzem Schwanz noch mit schwarzen Ohren, sie als distinkte Spezies aufgeführt haben. Sie würden in dieser Ansicht durch die Beobachtungen der lebenden Exemplare im zoologischen Garten und dadurch, dass sie mit anderen Kaninchen sich zu paaren weigerten, sehr bestärkt worden sein. Und doch ist dieses Kaninchen, welches, wie wir kaum zweifeln können, für eine distinkte Spezies erklärt worden wäre, sicher um das Jahr 1420 entstanden. Endlich sehen wir, nach den drei Fällen von auf Porto Santo, Jamaika und den Falkland-Inseln verwilderten Kaninchen, dass diese Tiere unter neuen Lebensbedingungen nicht zu ihrem ursprünglichen Charakter zurückkehren oder diesen behalten, wie so allgemein von den meisten Schriftstellern behauptet wird.

 

O s t e o l o g i s c h e   C h a r a k t e r e    …. S c h ä d e l.

Ich habe sorgfältig die Schädel untersucht: Von zehn großen hängeohrigen Liebhaber-Rassen und von fünf gemeinen zahmen Kaninchen, welche letztere von den Hängeohren nur darin abweichen, dass sie keinen so großen Körper und Ohren, beides aber größer als das wilde Kaninchen hatten.

 

Was zuerst die zehn Hängeohren betrifft, so war bei allen der Schädel im Verhältnis zu seiner Breie merkwürdig verlängert. Bei einem wilden Kaninchen war die Länge 3,15 Zoll, bei einer großen Liebhaber-Varietät 4,30 Zoll. Dagegen war die Breite der das Gehirn einschließenden Schädelkapsel bei beiden fast genau dieselbe.

 

Selbst wenn man die weiteste Stelle des Jochbogens als Maßstab zur Vergleichung annahm, waren die Schädel der Hängeohren im Verhältnis zu ihrer Breit ¾ Zoll zu lang. Die Höhe des Schädels hat fast in demselben Verhältnis wie die Länge zugenommen, nur die Breite ist nicht vergrößert worden. Das Hinterhaupts- und Scheitelbein, welche das Gehirn einschließen, sind sowohl in der Längs- als Querrichtung weniger gebogen als beim wilden Kaninchen, so dass die Form des Cronium etwas verschieden ist. Die Oberfläche ist rauer, weniger nett skulpturiert, die Nahtlinien vorspringender.

 

Wenn man auch die Schädel der großen hängeohrigen Kaninchen mit denen des wilden Kaninchens verglichen im Verhältnis zu ihrer Breite sehr verlängert sind, so sind sie doch im Verhältnis zur Körpergröße durchaus nicht verlängert. Die von mir untersuchten Hängeohren warn zwar nicht fett, aber doch mehr als zweimal so schwer als wilde Exemplare; und doch war der Schädel noch weit unter zweimal so lang. Selbst wenn wir den noch richtigeren Maßstab der Körperlänge von der Nase bis zum After annehmen, so ist der Schädel im Mittel um 1/3 Zoll kürzer als er sein sollte. Andererseits ist der Kopf des kleinen verwilderten Porto-Santo-Kaninchens im Verhältnis zur Körperlänge ungefähr ¼ Zoll zu lang …

 

An allen Schädeln der großen hängeohrigen Kaninchen ist der knöcherne Gehörgang auffallend größer als beim wilden Kaninchen. Bei einem Schädel, der 4,3 Zoll lang, aber kaum breiter als der Schädel eines wilden Kaninchens war (der nur 3,15 Zoll lang war), war der längere Durchmesser des Gehörganges genau zweimal so groß. Die Mündung ist zusammengedrückter und sein dem Schädel zunächst gelegener Rand steht höher als die äußere Seite. Der ganze Gehörgang ist mehr nach vorn gerichtet; da bei der Zucht hängeohriger Kaninchen die Länge der Ohren und das damit zusammenhängende Herabhängen und platt auf dem Gesichtliegen derselben die hauptsächlichsten auszeichnenden Merkmale sind, so kann man kaum daran zweifeln, dass die große Veränderung in der Größe, Form und Richtung des knöchernen Gehörganges im Verhältnis zu demselben Teil beim wilden Kaninchen von der fortgesetzten Zuchtwahl von Individuen abhängt, welche immer größere und größere Ohren haben. Der Einfluss des äußeren Ohres auf den knöchernen Gehörgang zeigt sich deutlich an den Schädeln von Halbhängeohren (im Original: Hinweis auf „Fig.5“; Möbes), bei denen das eine Ohr aufrecht steht, während das andere und längere herabhängt; denn in dieses Schädeln (von denen ich drei untersuchte) fand sich ein deutlicher Unterschied in der Form und Richtung des knöchernen Gehörganges auf beiden „Seiten …

 

D i e   W i r k u n g e n   d e s   G e b r a u c h e s   u n d   N i c h t g e b r a u c h e s   v o n     T e i l e n.

… Das Angora-Kaninchen bietet den merkwürdigsten Fall dar. Dieses Tier trägt in seiner rein weißen Farbe und der Länge seines Seidenpelzes den Stempel langer Domestikation an sich. Es hat einen beträchtlich längeren Kopf und Körper als das wilde Kaninchen, aber die wirkliche Kapazität seines Schädels ist geringer als die von dem kleinen wilden Porto-Santo-Kaninchen. Nach der Länge des Schädels gemessen ist die Kapazität nur halb so groß wie sie hätte sein sollen. Ich habe dieses individuelle Tier lebendig gehalten und es war weder ungesund noch Idiot. Dieser Fall mit dem Angora-Kaninchen überraschte mich so sehr, dass ich alle Maße wiederholte, sie aber korrekt gefunden habe. Ich habe die Schädelkapazität des Angora-Kaninchens mit der des wilden nach anderen Maßstäben verglichen, nämlich nach der Länge und dem Gewichte des Körpers und nach dem Gewicht der Extremitätenknochen; aber nach allen diesen Maßstäben erscheint das Gehirn viel zu klein, wenn auch in einem geringeren Grade, wenn man den Maßstab der Extremitätenknochen anlegt, und dieser letztere Umstand erklärt sich wahrscheinlich dadurch, dass die Gliedmaßen dieser so lange schon domestizierten Zucht durch ihre lange dauernde untätige Lebensweise bedeutend durch ihre lange dauernde untätige Lebensweise bedeutend an Gewicht reduziert worden sind. Ich gelange daher zu dem Schluss, dass bei der Angora-Rasse, welche von anderen dadurch abweichen soll, dass sie ruhiger und sozialer ist, die Schädelkapazität wirklich eine merkwürdige Reduktion erlitten hat….“

 

Von Darwin gegebene Literatur-Nachweise zu vorstehenden Auszügen aus seinem Werke:

 

  1. Gervais, Hist.

Nat. des Mammiféres. T. I. 1854, p. 288.

 

  1. Aldrovandi,

De Quadrupedibus digitatis. 137, p. 383.
In Bezug auf   C o n f u c i u s  und  M a r k h a m   s. den Verfasser eines Aufsatzes in: Cottage Gardener. 22. Jan. 1861, p. 250.

 

Owen,

British Fossil Mammals p. 212.

 

Bechstein,

Naturgesch. Deutschlands. 1801. Bd. 1, p. 1133.
Ähnliches habe ich aus England und Schottland gehört.

 

  1. S. D e l a m e r,

Pideons and Rabbits,

1854, p. 133,
Sir J. S e b r i g h t (Obvervations on Istinct.
1836, p. 10) betont die Schwierigkeit sehr stark. Doch ist diese Schwierigkeit nicht ohne Ausnahme vorhanden, da ich zwei Berichte von vollkommener Zähmung und Züchtung des wilden Kaninchens erhalten habe.
s. auch P. B r o c a  in: Journ. De la Physiologie T. II, p. 368.

 

Sie sind kurz beschrieben in:

Journal of Horticulture

  1. Mai 1861, p. 108.

Journal of Horticulture

1861, p. 380.

 

Journal of Horticulture

  1. Mai 1861, p. 169.

Journal of Horticulture

1861, p. 327.

In Bezug auf die Ohren s.  Delamer Pigeons and Rabbits. 1854, P. 141, ferner Poultry

Chronicle. Vol. II, p. 499, dass. 1854, p. 586.

 

Delamer,

Pigeons and Rabbits

  1. 136. s. Auch Journal of Horticulture, 1861, p. 375.

An account of the different kinds of Sheep in the Russian dominions.

  1. p. 39.

Proc. Zool. Soc. 23 Juni 1857,

  1. 159.

Cottage Gardener 1857,

  1. 141.

Journal of Horticulture,

  1. Apr. 1861, p. 35.

Mr. Bartlett,

in Proc. Zool. Sec. 1861,

  1. 40.

Phenomenon in Himalaya Rabbits,

in: Journal of Horticulture,

1865, 27. Jan. P. 102.

 

  1. R. Waterhouse,

Natural history of Mammalia, Rodents

1864, p. 52, 60, 105.

 

Delamer,

On Pigeons and Rabbits,

  1. 114.

Gosse’s Sojourn.

In Jamaica,

1851, p. 441,

nach Beschreibung eines ausgezeichneten Beobachters R.  H i l l. Dies ist der einzige bekannte Fall von Verwilderung eines Kaninchens in einem warmen Lande. In Loanda können sie indessen gehalten werden
(s. L i v i n g s t o n e, Travels p. 407). In einzelnen Teilen von Indien gedeihen sie und züchten ganz gut, wie mir Mr. Blyth mitteilt.

 

Darwin,

Journal of Researches

  1. 193 und Zoology of the Voyage of the Beagle. Mammalia, p. 92.

Kerr,

Collection of Voyages,

Voll. II, p. 177; wegen   C a d a  M o s t o  s. P. 205.

Nach einem 1717 in Lissabon erschienenen Werke eines Jesuiten: ‘Historia Insulana’ wurden die Kaninchen 1420 ausgesetzt. Manche Autoren glauben, dass die Insel 1413 entdeckt wurde.

 

Etwas ähnliches ist auf der Insel Lipari vorgekommen, wo nach  S p a l l a n- z a n i  (Voyage dans les deux de l’ile de Lipari sont plus petits que ceux qu’on Siciles, citiert von  G o d r o n, de l’espèce, p. 364) ein Bauer einige Kaninchen aussetzte, die sich ungeheuer vermehrten. Aber, sagt S p a l l a n z a n i, les lapins élève en domesticité’. –

Daun, A. W.:

Angorakanin.

Enkel handledning i angorakaninens skötsel och vard m. m.

8 p. Trelleborg, 1933.

 

Dearborn, N.:

Rabbit Raising.

Washington, 1920. Dept. Agr. Biol. Surv.

 

 

 

Delamer, Eugene Sebastian:

Pigeons and Rabbits in their wild, domestic and captive states.

8o. by G. Routledge & Co., London, 1854. pp. I – VII and 1 – 151. –

“Delamer” ist Pseudonym für den Reverend Edmund Saul Dixon (1809-93); das Werk erreichte viele Auflagen.

 

Demarchi:

Allevamento rezionale del coniglio.

Torino, 1898.

Demoll:

Die Edelpelztierzucht. München,

  1. 4o. Mit 168 Illustrationen.

Enthält u. a. A. Will: Pelzkaninchen.

 

Desvemays:

La basse-cour, le pulailler, le pigeonmer,  l e   c l a p i e r.

(Vor 1924).

 

Deutschenau, Karl:

Der praktische Kaninchen- und Taubenzüchter.

Möllers Bibliothek für Gesundheitspflege und Volksaufklärung, Hauswirtschaft und Unterhaltung. Heft 86. 29 p. 12o. Verlag von Wilhelm Möller, Oranienburg bei Berlin. Ohne Jahr, etwa gegen 1910.

Der Preis dieses kleinen Werkes betrug nur 20 Pfennig! Auf vier ganzseitigen Tafeln sind abgebildet: Blaue Wiener, Silberkaninchen, Rheinisches Scheckenkaninchen, Französische Widder. Überraschend gut gelungen die Strichzeichnungen des Blauen Wieners und des französischen Widders (scheckig). Zweifellos wurde der Blaue Wiener nach dem Bild von Schöner in dem wundervollen Tafelwerk von Arthur Wulf kopiert. Genau wie Wulf bezeichnet Deutschenau das Blaue Wiener-Kaninchen als „schönes nutzfähiges Kaninchen“, dessen Fell für die Kürschnerei hohen Wert hat“. Vor der Verfütterung von Runkel und Zuckerrübenblättern glaubt der Verfasser warnen zu müssen, da Durchfall oder Speichelfluss zu befürchten sind. (In einem mir bekannten Falle trat Speichelfluss bei einem ausgewachsenen Fr. Widderrammler ein, der u. a. Disteln erhalten hatte. Möbes.)

Dorn, Friedrich Karl (Dr. med. vet.):

Das Riesen-Kaninchen.

Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig O.5,  Augustenstraße 22 (Manuskript).

Eine Lese- sowie Illustrationsprobe wurde in Nr. 1 des „Der Kaninchenzüchter“ vom 30. September 1946, pp. 2 – 5, veröffentlicht. „… Unter allen Kaninchenrassen, herausragend durch seine Länge und Größe, imponierend durch sein Gewicht, ansprechend durch seine stolze Haltung, abwechslungsreich durch seine Farbenschläge, stellt es den Aristokraten dieser Tierart dar…“ Der Verfasser spricht sich gegen die einseitige Beachtung der Körperlänge als Hauptzuchtziel aus und bekennt sich zu dem Ziel seines Buches „auf die Herauszüchtung eines erstklassigen Riesenfelles hinzuweisen“. Von ihm ging auch die Initiative für diese Bibliografie des Kaninchens aus, als er seinerzeit schrieb: „Wir brauchen eine Kaninchenbibliographie von Werner K. G. Möbes“!

Den Literaturnachweis für das Dornsche Werk lassen wir nachstehend folgen:

 

A u s   d e m   S c h r i f t u m

Zitiert nach Dr. Karl Dorn aus: Das Riesen-Kaninchen

 

Beler-Zunker,

Sammelberichte über die mit Mitteln des Reichs- und Preußischen Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft durchgeführte Forschungsarbeit auf dem Gebiete der Geflügelkrankheiten

 Verlag Fitz Pfenningstorff Berlin 136.

 

Bittorf, Adam, Philippstal,

Das Trinken unserer Kaninchen. Kaninchenzüchter

1940, S. 130.

 

Braun-Bergien,

Kaninchenkrankheiten, 6. Auflage, 1944. Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.

 

Brüggemann, H.,

Ausschlachtungsergebnisse an Kaninchen verschiedener Wirtschaftsrassen,

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1940, S. 301.

 

Burmeister,

Haltung und Pflege des Kaninchens,

Verlag Hochmeister und Thal, Leipzig.

 

Dammann,

Gesundheitspflege der landwirtschaftlichen Haussäugetiere,

Verlag P. Parey, Berlin, 1901.

 

Dotterweich,

Temperaturabfall geschorener Kaninchen.

 

Dorn, K.,

Ohrmarke oder Tätowierung?

Rundschreiben, Verlag Dr. F. Poppe.

 

Das Deutsche Riesenkaninchen,

Kaninchenzüchter 1942 Nr. 7/8.

 

Die Spirochätose des Kaninchens,

Kaninchenzüchter 1942 Nr. 17/18.

 

Die Spirochätose des Kaninchens,

Deutsche Tierärztliche Wochenschrift 1944 Nr. 9/10.

 

Milchmangel bei Häsinnen,

Kaninchenzüchter 1942 Nr. 21/22.

 

Sterilität der Häsinnen,

Kaninchenzüchter 1942 Nr. 25/26.

 

Darmkrankheiten infolge Fütterungsfehler,

Kaninchenzüchter 1942 Nr. 33/34

 

Die Kozidiose des Kaninchens,

Kaninchenzüchter 1943 Nr. 7

 

 

Dreyer,

Praktische Kaninchenfütterung,

Jahrbuch 1940 S. 122.

 

Dreyer und Fangauf,

Über die Anwendung von Ohrmarken beim Kaninchen,

Archiv für Kleintierzucht Heft 4/5, 1940.

Fütterungsversuche,

Kaninchenzüchter 1940 S. 122 und 201.

 

Ellenberger-Scheunert,

Vgl. Physiologie der Haussäugetiere,

Verlag P. Parey, Berlin 1910.

 

Ehrlich,

Die wichtigsten Aufzuchtskrankheiten der landwirtschaftlichen Nutztiere,

Verlag Molkereizeitung Hildesheim 1932.

 

Fangauf und Dreyer,

Über die Anwendung von Ohrmarken beim Kaninchen.

Archiv für Kleintierzucht 1940 Heft 4/5

 

Fangauf und Immenkamp.

Vgl. Aufzucht bei verschiedenen Kaninchenrassen zur Feststellung des Futterverbrauches und der Gewichtsaufnahme,

Archiv f. Geflügelkunde 1939, S. 185.

 

Filler, José,

Unsere Kaninchen, Handbuch der Kaninchenzucht,

Verlag Fritz Pfenningstorff, Berlin 1942.

 

Fischer, Max,

Briefe zur Geschichte des Standards und Vorschlag für den Standard des Riesenkaninchens

 

Flügge, F. u. Krallinger, H. F.,

Beobachtung und Variation und Vererbung der Zitzenzahl beim Kaninchen,

Züchtungskunde 1939.

 

Gadsch, W.,

Was lehrt die fünfte Reichskleintierschau?

Der Deutsche Kleintierzüchter, Lfg. 11 v. 1. 3. 39

 

Gadsch, W.,

Vor- und Nachteile der verschiedenen Rassen

Jahrbuch für die Kaninchenzüchter 1941.

 

Guenther, D. F.,

Die Kaninchenzucht der Nachbarländer Deutschlands.

Tierärztliche Mitteilungen Nr. 21/22 und 25/26, 1942.

 

Betrachtungen über die Verbesserungen des Erbgutes in der Kaninchenzucht.

Tierärztliche Mitteilungen Nr. 51/52, S. 541, 1942.

 

Heintz, J.,

Wiegen und Messen,

Kaninchenzüchter 31/1911.

 

Herm, A.,

Futterverbrauch,

Kaninchenzüchter v. 10.4.1940.

 

Hofmann, Ignatz,

Zuchtwert der Belgischen Riesenhäsin.

Kaninchenzüchter v. 5.6.40, S. 178

 

Milchverhaltung,

Kaninchenzüchter 1941, S. 179.

 

Wirtschaftlichkeit des Riesenkaninchens,

Kaninchenzüchter 23/1940.

 

Holecek-Holleschowitz, Carl,

Angewandte Tierzucht auf Rassenbiologischer Grundlage.

Springer-Verlag, Wien 1939.

 

Jäger, Joh.,

Die Kaninchenfütterung.

Beitrag im Buch Unsere Kaninchen S. 485.

 

Joppich, F.,

Feststellungen über die Zitzenzahl bei den deutschen Angorakaninchen.

Der Deutsche Kleintierzüchter 1940 Nr. 4/5

 

Die Kaninchenrassen,

Beitrag in Unsere Kaninchen. 1942.

 

Dichte Stallböden,

Kaninchenzüchter 1939, S. 167.

 

Krallinger, H. F. und Flügge, F.,

Beobachtungen und Variation und Vererbung der Zitzenzahl bei Kaninchen,

Züchtungskunde 1939.

 

Kosmiel, K.,

Tätowierung (Vorschlag von K. Königs),

Preisrichter-Verbandsbuch II. Teil.

 

Kolberg, Josef,

Wirtschaftlichkeit,

Kaninchenzüchter 1940, S. 59

 

Wirtschaftstyp des Riesen, Briefwechsel.

 

Kroll, W.,

Erbfaktoren einer Kaninchenrasse und ihre Anlage zur Epilepsie,

Diss., Hannover 1941.

 

Lehmann, Arthur,

Briefwechsel über die Kaninchenzucht.

 

Lehmann, Franz, Prof.,

Der Nährwert der Futtermittel für Kaninchen.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter 1941, S. 212.

 

Übersicht der Futtermittel in Prozenten zur Trockensubstanz. 

Jahrbuch 1941. S. 222.

 

Der gegenwärtige Stand der Forschung über die Ernährung des Kaninchens.

Jahrbuch 1941, S. 217.

 

Über den Futterwert der Unkräuter.

Jahrbuch 1941, S. 229.

 

Linke, J.G.,

Die rationelle Kaninchenzucht und ihr volkswirtschaftlicher Wert,

  1. Auflage, 1894.

 

Loudwin,

Fellpflege,

Redner-Unterrichtsbriefe v. 31.8.1937.

 

Lüthge, Heinrich,

Maßnahmen zur Förderung der Tierzucht,

Berlin, 1943.

 

Marin, H.,

Entwicklung der Riesenrasse,

Kaninchenzüchter Nr. 12, 1911.

 

Marpmann, Karl,

Das Belgische Riesenkaninchen,

Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig, 8. Auflage, 1920.

 

Wie züchte ich große und lange Riesen?

Kaninchenzüchter Nr. 14, 1905.

 

Die Farben des Belgischen Riesen,

Kaninchenzüchter Nr. 40. 1905.

 

Nachtsheim, H., Prof. Dr.,

Die Ovulation beim Kaninchen.

Kaninchenzüchter 1940, S. 266.

 

Grundlagen der Vererbung,

Jahrbuch 1936.

 

Referat über Fangaufs Aufsatz betr. Ohrmarke und Täto-Berichte über wiss. Biologie Bd. 55/1940, S. 241.

 

Kaninchenzucht.

Bericht in Stang-Wirth, Tierheilkunde und Tierzucht 1927, Enzyklopädie, Verlag Urban und Schwarzenberg, Wien.

 

Verhandlungsberichte über den 1. lnternationalen Kaninchenzüchter-Kongress.

 

Nehring, K. und Schramm, W.,

Über die Ausnützung verschiedener Futterstoffe durch Kaninchen.

Biedermanns Zentralblatt für Agrikulturchemie und rationellen Landwirtschaftsbetrieb, Band 11/1939.

 

Padochleva,

Die Regulation der Sexualfunktion beim Kaninchen.

Tierärztliche Mitteilungen Nr. 25/1942 S. 267.

 

Poppe, Emil,

Englandberichte über die Kaninchenzucht.

Kaninchenzüchter 1906/08.

 

Presser, Ernst,

Das Weiße Riesenkaninchen,

Verlag Dr. F. Poppe.

 

Seifried, Oskar, Prof.,

Die Krankheiten des Kaninchens,

Verlag Springer, Berlin, 1937.

 

Seidel, Karl,

Die Krankheiten des Kaninchens,

Verlag Schoetz, Berlin, 1935.

 

Seck, Paul,

Beitrag zur Bekämpfung der Kokzidiose,

Kaninchenzüchter 1943 Nr. 13/14.

 

Sutermeister, M.,

Das flandrische Riesenkaninchen.

Verlag Dr. F. Poppe.

 

Sprehn,

Der ansteckende Schnupfen und Versuche zur Behandlung.

Pelztierzucht 1930 Nr. 6.

 

Spitzenpfeil, Karl,

Das Weiße Riesenkaninchen.

Verlag Dr. F. Poppe.

 

Starke, Paul,

Das flandrische Riesenkaninchen, seine Zucht und Pflege,

Verlag Wahl, Leipzig 1896.

 

Praktische Kaninchenzucht,

  1. Auflage, von Wischer, Verlag Dr. F. Poppe.

 

Stautner, Else,

Vererbung der Zitzenzahl,

Kaninchenzüchter 1940 Nr. 25.

 

Stuhr,

eine Forderung an unsere Tierhaltung für das Jahr 1943.

Der deutsche Heimstättensiedler, Nr. 1/1943.

 

Stang-Wirth,

Tierheilkunde und Tierzucht.

Verlag Urban und Schwarzenberg, Berlin-Wien. (Tierheilkunde und Tierzucht. Enzyklopädie der praktischen Nutztierkunde. 10 Bde. Und Sachverzeichnis. Berlin 1926 – 32. Mit 250 teils farbigen Tafeln und zahlreichen Abb.)

 

Schaube,

Vgl. Haaruntersuchungen am Kaninchenfell im Hinblick auf den Einfluss der Umweltfaktoren und unter Berücksichtigung der Pelzqualität.

Diss. Breslau 1931.

 

Schmidthofer,

Wirtschaftlichkeit des Riesen,

Kaninchenzüchter 1940, S. 346.

 

Schmitt, H. G.,

Schwere Schädigungen durch die Ohrmarkenkennzeichnung bei Kaninchen.

Reichstierschutzblatt Nr. 2/1942.

 

Kennen wir unsere Nutztiere?

Forschungsdienst der Deutschen Landwirtschaft Bd. 17 Heft 5/1944. Verlag J. Naumann, Berlin.

 

Das Wärmehaltungsvermögen de Angorakaninchen.

Deutsche Tierärztliche Wochenschrift Nr. 39/40 von 1944.

 

Tunger,

Die Versandkiste für Kaninchen,

Jahrbuch 1942.

 

Tegtmeyer,

Tränke der Kaninchen.

Deutscher Kleintierzüchter 1938 Nr. 6 S. 8.

 

Züchterische Auswertung der Angorawollleistungsprüfungen und die Nutzbarmachung ihrer Ergebnisse für die Wirtschaftszucht.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter 1940.

 

Voigt, W.,

Kaninchenzucht zur Fleisch- und Pelzgewinnung.

Verlag Bechthold, Wiesbaden.

 

Wahrmund, Otto,

Die Reichsbewertungsbestimmungen 1927.

Kaninchenzüchter 1929 Nr. 27.

 

Wächtershausen, J.,

Bewertungsbestimmungen für den Riesen,

Kaninchenzüchter 1929 Nr. 23.

 

Wegener, W.

Der Futterverbrauch des Riesen,

Kaninchenzüchter 1943 Nr. 43.

 

Winter, Heinrich, sen.

Persönlicher Austausch über seine Lebenserfahrungen in der Kaninchenzucht.

 

Rassekaninchenzucht

Ein Handbuch für Züchter, Zuchtrichter und Studierende.

  1. 540 pp. Zahlreiche Zeichnungen und Abbildungen.

Die Zeichnungen von Siegfried Siebert.8 Tafeln mit Photos, darunter vier Tafeln mit Naturfarbphotos. Format  35x 18 cm.1.Auflage. Neumann Verlag, Radebeul l, Dr. Schmincke-Allee 19 DDR. Ganzleinen, Preis DM 18,80.

Textlich und illustrativ wohl das modernste Kaninchenwerk. Der Autor ist durch umfassende, wissenschaftlich gründliche und weit verbreitete Bücher über Kaninchen, Brieftauben und Hunde bestens bekannt.

In seiner Publikation ist der bereits in dem ersten Band der Kaninchenbibliographie ausgesprochene Wunsch, die gemalten Kaninchenbilder durch neuzeitliche Farbphotos zu ersetzen, zur Wirklichkeit geworden.

Die Auswahl der Photos stellt der großen Fachkenntnis des Autors das beste Zeugnis aus. Vom Coverphoto angefangen.

„Die Züchter, so führt der Verfasser aus, müssen ihre Rassen so weiterfördern, dass sie höchste Nutzleistungen bringen“; Das Buch soll der Züchterschaft Wege weisen, die den Fleischgewinn in den Zuchten steigern und die Fellqualität verbessern. Dementsprechend nimmt die Beurteilungslehre einen breiteren Raum ein.

Die liebevolle Ausarbeitung des rassekundlichen Abschnittes beweist aber auch, wie sehr dem Verfasser daran liegt, die Freude an der Viel­falt der Farben- und Zeichnungsrassen und auch Verständnis für extreme Formenrassen zu erhalten und zu beflügeln. Dass die Behandlung und Gliederung des Stoffes dieser Enzyklopädie nach den heutigen Erkenntnissen up to date gebracht ist, was auch für den bibliographischen Teil gilt, ist bei einem Autor wie Dorn nicht anders zu erwarten.

Es darf an dieser Stelle noch einmal gesagt werden, dass es den Anregungen von Dr. Dorn, Veterinärrat in Leipzig (DDR) überhaupt zu verdanken ist, dass eine Bibliographie des Kaninchens zustande kam. Seine handschriftliche Medikation für mein Exemplar des obigen Buches lautet: „In großer Freude über das „Wiederauftauchen“ seines verehrten Herrn Werner K.G. Möbes in alter Verbundenheit überrecht vom Verfasser. Leipzig, den 12.12.67

Wege zum Erfolg in der Kaninchenzucht

dargestellt an der Haltung, Fütterung und Zucht des deutschen Riesenkaninchens belgischerer Abstammung.

Ein Lehrbuch für den Kaninchenzüchter von Friedrich Karl Dorn. Dr. med. vet.

  1. l-302 und 1-16 (Bilderanhang). Hermann Haase Verlag, Berlin 1949. Satz: Leipziger Druckhaus, Leipzig Druck und Einband: C. Schröter, Leipzig C. 1. Kreutzstr. 12.

 

Dieses ausgezeichnete grundlegende Werk lässt sich am besten, mit der wirtschaftlich-züchtungswissenschaftlichen Studie ver­gleichen, welche Dr. Rudolf Wolf seinerzeit über das Faverolleshuhn schrieb. Es hat den großen Vorzug, von einem enthusiastischen Züchter des belgischen Riesenkaninchens geschrieben zu sein, der zugleich als Veterinärmediziner Ruf besitzt. Einer, der gründlichst mit der Materie vertraut ist, weist hier neuzeitlich gangbare Wege. Seine Kenntnis aller Einzelheiten, bis in die Organisationsfragen hinein, überrascht. In der Ormarken-Angelegenheit erteilt er denen, die ihr geschultes Wissen opportunistisch einsetzten, eine vernichtende Absage, mit der von Dorn eingehend begründeten und vorge­schlagenen Benennung des belgischen Riesenkaninchens (vgl. Titel) Kann ich mich nicht einverstanden erklären.

Das Werk, über dessen Manuskript bereits an anderer Stelle referiert wurde, ist in fünf Teile gegliedert: Die geschichtliche Entwicklung des Riesenkaninchens. Die Rasselehre. / Die Zuchtlehre /Gesundheitslehre./ Von den Krankheiten./ Register mit dem ebenfalls schon abgedruckten umfangreichen Literaturnachweis etc.

Auf p.111 unterstreicht der Verfasser mutig: „in fast allen Büchern über die Kaninchenzucht werden die Erbregeln des Näheren erläutert, die Mendel an Erbsen erkundet hat. Nach meiner Ansicht hat ihre genaue Kenntnis nur mehr akademische Bedeutung …..  deren Resultate nur auf dem Wege der engsten Inzucht zu erreichen sind… Auf  der anderen Seite soll aber das Ergebnis der Mendelschen Forschung nicht ganz übergangen werden.“

Und auf p 167 betont Dorn: „Das wichtigste Moment …. ist die Erbmasse. Wo das Längenwachstum als Erbfaktor nicht vorhanden ist, da nützt die fette Aufzucht in der Säuglingszeit wenig.“

Auf die Anwendung von Sulfonamiden zu sprechen kommend, rechnet Dr. Dorn damit, „dass die Kokzidiose durch das Vorhandensein von Eleudron und Kokzidiol in kurzer Zeit ihren Stachel verloren haben wird.“

Man darf gespannt  darauf sein, ob die Heilwirkung von Sulfonamiden auch nach jahrelanger Anwendung nicht nachlassen wird. Das sind nur so einige Streiflichter. Vortrefflich ist auch der Bilderanhang. Dieser bekräftigt, mit welcher Liebe der Verfasser dem Belgischen Riesenkaninchen hier ein Denkmal gesetzt hat. Die Walzform der hasengrauen Häsin Bergfee (Tafel 6) wird lediglich noch durch Spitzentiere der weißen Neuseeländerzucht übertroffen.

 

Dorner, Istvaán (Stephan):

Angóranyúltenyésztés (Angorakaninchenzucht)

52 p. Verlag Vorösváry kiadás, Budapest.

 

Dotterweich, Prof.:

Unveröffentlichte Mitteilungen.

 

Dreyer:

Wirtschaftliche Angorahaltung.

Broschüre 1940.

Gewährleisten die bestehenden Einrichtungen zur Förderung der Angorakaninchenzucht, insbesondere zur Leistungssteigerung einen möglichst schnellen Erfolg und genügen dieselben den bestehenden Anforderungen?

Unveröffentlicht.

Praktische Kaninchenfütterung.

„Jahrbuch f. Kaninchenzüchter“, 1940

Beobachtungen über Störungen des Wollwachstums bei Angorahäsinnen.

Unveröffentlicht.

Wollleistung und Stärke der Würfe beim Angora.

„Ratgeber f. Kaninchenzüchter“, 16/1940

Das Schlachten von Kaninchen und die Behandlung der Felle.

Unveröffentlicht.

Ein Beitrag zur Haltung von Angora-Kastraten.

„Ratgeber f. Kaninchenzüchter“, 40/1940

Meine Erfahrungen in der Kaninchenfütterung.

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“. 1940

Angorakaninchenhaltung.

Rundfunk.

Bericht über die Lehrgänge für Arbeitsdienstführerinnen über die Haltung von Angorakaninchen.

Fachpresse, Rundfunk.

Wirtschaftseigene Futtergrundlage.

Ausbildungslehrgang der Landesfachgruppe Kaninchenzüchter in Dessau.

Das Angorakaninchen, seine Haltung und Pflege.

Ausbildungslehrgang der Landesfachgruppe Kaninchenzüchter in Dessau.

Dumek, J.:

Nejvice a nejlacinéjsiho masa mozno chovem krállkú docilit (Das meiste und billigste Fleisch ist durch Kaninchenzucht zu gewinnen.)

Abhandlung in „Hospodárská citanka“ (Landwirtschaftliches Lesebuch), 1877, desselben Autors (vgl.: V. Kálal, p.).

Duncker, H. C. J.:

Welche Kaninchenrassen eignen sich am besten zur Zucht in der Landwirtschaft?

„Monatsblatt des Badischen Vereins für Geflügelzucht“, 1875, H. 1. pp. 2ff. –

Duncker weist darauf hin, dass das Angorakaninchen gegen unser Klima noch sehr empfindlich ist.

Die rationelle Kaninchenzucht oder die Prinzipien der allgemeinen Tierzucht und Tierpflege in ihrer Anwendung auf das veredelte Kaninchen.

Mit einer lithographierten Tafel. 130 p., Bernau b. Berlin. Selbstverlag, 1875.

Deutsche Kaninchen. Vorschläge zur Hebung und Förderung der Kaninchenzucht in Deutschland.

30 p. Verlag: E. Schotte & Voigt, Berlin, 1875. –

  1. C. J. Duncker, Tierarzt 1. Kl. in Bernau, hatte seine „Rationelle Kaninchenzucht“ dem „um die Einführung der Kaninchenzucht in Deutschland hochverdienten“ Kammer-Assessor C. Rasch in Hildesheim gewidmet. Rasch war der Herausgeber der von der Gerstenbergerschen Buchhandlung verlegten „Blätter für Kaninchenzucht“, die 1874 in Hildesheim gegründet wurden. – Duncker gibt einen Literaturnachweis, der sechs Werke und drei Zeitschriften aufweist. – Die Grundprinzipien der allgemeinen Tierzucht nehmen in seinem Buche einen großen Platz ein. Hierbei hat Duncker insbesondere auf das Werk seines Lehrers V. Prosch, Professor an der Veterinär- und Landwirtschaftlichen Hochschule in Kopenhagen – „Huusdyravlens almindelige Love“ und auf „Faarets Avl. Og Pleie“, Kjöbenhavn, Reitzels Verlag – zurückgegriffen. Probleme wie z. B. das der Telegonie (Imprägnationstheorie) werden ausführlich behandelt. – Den Berichten über Leporiden gegenüber empfiehlt Duncker Vorsicht. Er kennt u. a. den „Dachsbelier“, ein entartetes Widderkaninchen und das „Lapin americaine“, ein feldhasengroßes Kaninchen mit besonders starkem Kopf und vorgewölbter runder Stirn, das in Amerika bis 10 kg schwer gezüchtet wurde und zur Entwicklung des belgischen Riesenkaninchens beigetragen hat. Das Widderkaninchen ist, wie der Autor annimmt, von Algier aus nach Frankreich eingeführt worden. – Die Lieblingsidee Dunckers war die Schaffung eines deutschen Kaninchens erstens durch Reinzucht und allmähliche Akklimatisation größerer eingeführter Rassen, wie des französischen Widders und des belgischen Riesenkaninchens, zweitens durch Kreuzungen kleinerer Rassen mit den oben genannten. – Der Verleger des Dunckerschen Werkchens „Deutsche Kaninchen“ scheint der Hofbuchhändler E. Schotte gewesen zu sein, welcher Präsident des alten berlinischen Geflügelzüchtervereins „Cypria“ war und als großer Kleintierfreund galt.

Dvorak, L

Kaninchenhaltung – Kaninchenzucht

VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin 1. Auflage 1975. 256 Seiten, 86 Abb., 11 Tabellen, Hardcover,

Aus dem Inhalt: Bedeutung und Entwicklung der Kaninchenhaltung und Kaninchenzucht, Wichtigste anatomische und physiologische Merkmale, Kaninchenrassen, Beschreibung der einzelnen Kaninchenrassen, Vermehrung und Züchterische Arbeit, Ställe und Grundsätze der Haltung, Ernährung, Fütterung, Futtermittel, Ursachen und Behandlung häufiger Krankheiten, Produkte der Kaninchenhaltung und ihre Bewertung

Eckardt, Isaak:

Anleitung zur rationellen und einträglichen Kaninchenzucht unter besonderer Berücksichtigung französischer, englischer und anderer ausländischer Rassen mit Anweisung zur Behandlung erkrankter Kaninchen sowie zur schmackhaften Zubereitung des Fleisches.

  1. p. München. Theod. Ackermann, 1874.

Eckardt war Lehrer in Oberreichenbach in Bayern und züchtete Widder, Normandiner und eine sogenannte „englische Rasse“, die sich nach der Beschreibung als Himalayakaninchen entpuppt. Er kennt dafür auch die Bezeichnung „Chinesisches Kaninchen“. Kaninchen-Großzuchten wurden in Berlin und Wien gegründet. In Berlin wurde dafür 63 Morgen von dem Architekten Adolf Bantau angekauft und ein Komitee gebildet, dem der Berliner Zoodirektor Dr. Bodinus und Prof. Dr. Virchow angehörten. Die andere große Farm war in Großenzersdorf bei Wien von A. Russo und J. L. Petruchino eingerichtet worden. Nicht weniger als 8000 Häsinnen hielt man dort. – Eckardts Buch ist fachkundig geschrieben und wird auch von Duncker zitiert.

Eckstein:

Das Kaninchen.

Verlag Neumann, Neudamm, 1917.

Eder, H.:

Das Kastrieren der Rammler.

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“, 32/1930.

 

Ehik Gyula (Julius), (Dr.):

A házinyúl (Das Kaninchen).

  1. Kapitel des Buches: Prémes állotok ezüstróka, nyérs, nyest, szkunk, nutria, házinyúltenyésztése (Pelztierzucht) in Serie: Népszerü természettudományi könyvtár Nr. 17 (Populare naturwissenschaftliche Bibliothek). Verlag: Magyar Természettudományitársulat (Ungarischer Naturwissenschaftlicher Verein). Budpaest 1934. – pag. 106 – 188 mit 20 Textfig. (ungarisch).

 

Eickel, J.:

Ergebnisse der Zuchtarbeit in der Kaninchen-Rammlerzucht-Station Hamm.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1941.

Widerstandskraft und Gesundheit.

„Jahrbuch für Kaninchen-züchter“, 1941.

Heu- und Grünfutterraufe, gehäckseltes Grünfutter, Silofutter.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1938.

Rammlerzuchtstationen in der deutschen Wirtschaftskaninchenzucht.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1938.

Ehrentraut, E.

Das blaue Wiener Kaninchen

  1. Abb. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Espanet, Alexis:

De l’éducation du lapin domestique.

1866.- 4. edition, Bruxelles, 1866.

 

 

Faelli, Ferrucio, Prof.:

Animali da cortile (Hoftiere). Quarta edizione rivedula.

495 p. Milano, Ulrico Hoepli, 1939.

Dieses Werk (Zwölftelformat), das in 1. Aufl. 1904 erschien, enthält einen recht ansehnlichen Literaturnachweis; auf pp. 397 – 449 werden die Kaninchen behandelt. – Farbige Bilder aus den Werken von Bungartz und Knight sind hier in Schwarzdruck reproduziert. – Von großer Belesenheit zeugen die Ausführungen über den Ursprung und die Kulturgeschichte des Kaninchens. Auch die Ergebnisse paläontologischer Studien werden berücksichtigt.

Fangauf, R.:

Grundzüge der Kaninchenfütterung in Deutschland.

„Der Deutsche Kleintierzüchter“, 1940.

Heubereitung beim Kleintierhalter.

Merkblatt.

Bereitung von Sauerfutter beim Kleintierhalter.

Merkblatt.

Einmieten der Wurzelfrüchte beim Kleintierhalter.

Merkblatt.

 

Fangauf, R. und Burgmer:

Das Unkraut – unsere unerschöpfliche Futterquelle.

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“, 1937, S. 374.

Versuchsberichte.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1937, S. 170.

Lässt sich durch Lebertran und durch einen Mineralzusatz der Wollwuchs bei Angora steigern?

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“, 1937, 10. Woche.

Wie hoch ist der Verzehr von Sauerfutter bei Kaninchen?

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1938, S. 189.

Fangauf, R., Burgmer und Immenkamp:

Über die Höhe der Kraftfutterzulage bei den Angora.

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“, 1938, 8. Woche

Fangauf, R. und Dreyer:

Ist auch bei Normalhaar-Kaninchenrassen eine Leistungsprüfung möglich?

„Archiv für Kleintierzucht“, 1940, S. 21 – 47.

Über die Höhe der Kraftfutterzugabe bei Normalhaar-Kaninchenrassen.

„Archiv für Kleintierzucht“, 1940, S. 234 – 256.

Über die Bedeutung und die Höhe der Heugabe bei Kaninchen.

Unveröffentlicht.

Der Futterverzehr der Häsinnen während der Zuchtruhe, der Trächtigkeit und der Säugezeit.

Unveröffentlicht.

Fangauf, R. und Immenkamp:

Vergleichende Aufzucht bei verschiedenen Normalhaar-Kaninchenrassen zur Feststellung des Futterverbrauches und der Gewichtsaufnahme.

„Archiv für Geflügelkunde“, 1938, S. 185 – 203.

Fangauf, R. (Dr.) und Diplomlandwirt Fangauf,  K.W.

Kaninchenzucht und  Kaninchenhaltung

49 p. 24 Abbildungen und Stall- Skizzen nebst Baubeschreibung. Preis DM 0,80. Verlag Eugen Ulmer, (14a) Ludwigsburg.

Dr. R. Fangauf (Lehr- und Versuchsanstalt für Kleintierzucht, Kiel-Steenbeck) gilt als ausgezeichneter Sachkenner und ist vielfach mit wertvollen wissen­schaftlichen Abhandlungen hervorgetreten, mehrfach hatte er sich aber einer, u.a. durchaus berechtigten Kritik ausgesetzt,  die Dr. Friedrich Karl Dorn in seinem großartigen Werk „Wege zum Erfolg in der Rassekaninchenzucht“ 1949 in ziemlich scharfer Form zum Ausdruck brachte. Dorn machte sich damit zweifel­los zum Sprecher der deutschen Züchter, er bemängelte (p.85 I.c.) die Behauptung Fangaufs (1938), dass näm­lich die Kaninchenhaltung nicht um ihrer selbst willen Getrieben wird, sondern der Verwertung von Abfällen dient, die sonst unausgenutzt verkommen. Zu der Zeit, als man den Züchtern die Einführung der Ohrmarke ge­waltsam auferlegen wollte, gab Fangauf mit Dreyer über die Ohrmarke ein Gutachten ab, das wie Dorn ausführte, für den wissenschaftlich geschulten Praktiker geradezu „ein Schlag ins Gesicht“ war. (p. 131 I.C.). Und offen­bar bewegte sich ein Referat von Prof. Dr. Nachtsheim in gleichen Rahmen.  (Berichte über die wissenschaft­liche Biologie, Bd. 55/1914, S. 241). In Übereinstim­mung mit Nachtsheim lehnt Dorn die Ohrmarke ab und kommt kompromisslos zu folgender Formulierung: „wenn andere Arbeiten in Steenbeck auch so wenig be­gründete Werturteile ergeben haben sollten…., dann müsste man allerdings am wissenschaftlichen wert solcher Veröffentlichungen zweifein“ (p 131, 1.c.)

Fehr, J. C.:

Chinchilla rabbits and all about them.

Indianopolis, 1929.

Fehr, John:

Rabbit Judging Manual.

Pr. $ 1,00 (Kaninchenpreisrichter-Handbuch) U.S.A.

Fekete, László (Ladislaus), (Dr.):

A házinyúl korszerü takarmányozása (Die moderne Fütterung des Kaninchens).

A házinyúltenyésztés egészégtana (Die Hygiene der Kaninchenzucht) (ungarisch).

A házinyúltenyésztés egészségtana/az ól, takarmányozá, tenésztés és nevelés egészségtana (Die Hygiene der Kaninchenzucht)

  1. 1 – 107. (Mit 18 Fig.) Verlag „Patria“ irodalmi vállalat és nyomdai részvénytársaság.

Felden, Emil.:

Die Kaninchenzucht.

Mit 17 Abbild., 2. Aufl. 1917; 3. Auflage. 1921. Eugen Ulmer, Stuttgart,

Felden war Pastor an St. Martini in Bremen und wählte u.a. Ibsen Stücke als Predigtvorlagen. Er war aber auch Verfasser einer Reihe von philosophischen Werken

 

Filler, José:

Noch bessere Zuchtergebnisse.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1940.

Von der Kaninchenhaltung zur Kaninchenzucht.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1941.

 

Filer, José:

Unsere Kaninchen – Handbuch der Kaninchenzucht.

Auf Veranlassung der Rfg. Kaninchenzüchter e.V. im Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter e.V. unter Mitwirkung führender Persönlichkeiten der deutschen Kaninchenzucht und ihrer Organisationen herausgegeben von Dr. José Filler. Mit 39 farbigen Abbildungen und über 220 Textabbildungen, Zeichnungen und Tabellen. 660 p. 8o. Berlin 1942. Verlag Fritz Pfennigstorff.

Das modernste und größte deutsche Kaninchenwerk. Es soll nur in der geringen Auflage von 600 Exemplaren herausgekommen sein, welches als Ehrenpreis  des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet  der Kaninchenzucht ausgegeben wurde.BP

Über den „unerhörten Aufschwung“ der deutschen Kaninchenzucht seit der Machtergreifung als obligatorische nazistische Phraseologie kann man wohl zur Tagesordnung übergehen. Laut Vetter wurde der Anteil verschiedener (zahlreicher) Liebhaberrassen ungefähr 1934 von 62,3 % bis 1939 auf den Stand von 12,1 gebracht! Dr. K. Michel referiert über die Entwicklung der Kaninchenzucht in Deutschland und gibt z. T. sehr interessante historische Daten. Wischer, ein bekannter Fachmann, schreibt über Anatomie etc. des Kaninchens. Das Kernstück des Buches bildet die Abhandlung über Kaninchenrassen von Friedrich Joppich, einem höchst geschätzten Experten auf diesem Gebiet. Es werden ungefähr 75 Rassen beschrieben (pp. 92 – 225). Der belgische Riese wird als „deutscher“ Riese angesprochen, ebenso wie schon früher aus dem französischen Widder ein „deutscher“ wurde. Diese durchaus unangebrachte Umtaufe ist auf das Entschiedenste abzulehnen. Wie sagte doch der große Naturforscher Buffon: „Ne multipliez pas les noms sans nécessité!“ – Die Entstehung dieser Riesenrasse führt Joppich auf Mutation zurück. Durch Zuchtauswahl besonders großer Tiere und entsprechende Haltung und Fütterung war es möglich, erstaunlich schwere Tiere zu züchten. Herr Joppich schildert die allmähliche Gewichtssteigerung, die 9 kg und noch mehr erreichte. Gewisse Überzüchtungserscheinungen blieben nicht aus. Der meist schwächere Albinoschlag wurde früher getrennt als „weißer Riese“ geführt. An Farbenschlägen zählt Joppich auf: Grauwildgrau, hasengrau, dunkelgrau, eisengrau, weiß, schwarz, blaugrau, chinchillafarbig. Nach „Der Praktiker“ in „Tier-Börse“ (Freital I), Nr. 23 vom 5. Juni 1931, p. 337, trat der Flandrische Riese in zwei blauen Abarten auf; davon mussten die dunklen am ganzen Körper möglichst gleichmäßig gefärbt sein, während die hellen weißen Bauch haben sollten. Beliebt wurden sie indes kaum, da die Farbe doch zu unrein war.

 

Das in England als „Flemish Giant“ gezüchtete Kaninchen hat laut Joppich nie die Größe unserer Riesen erreicht. (Nach Kempster W. Knight (1889) wurden die Femischen Riesen in England mit (widderblütigen?) „Patagoniern“ und belgischen Hasenkaninchen gekreuzt. Das Gewicht wurde auf 12 bis 18 (engl.) Pfund geschätzt, durchschnittlich betrug es etwa 12 bis 14 Pfund.) Herr Joppich will die Größengrenze immer dahin verlegt wissen, wo die Fruchtbarkeit und Zuchttauglichkeit der Tiere in Frage gestellt ist oder aufhört. (Nach Prof. Arnould, Frankreich, kann man nicht selten Exemplare sehen, die 10 bis 12 kg wiegen. Der englische Züchter Mr. J. M. Abbot Thuxton, Norwich scheint knapp 15 Pfund als annehmbare Höchstgrenze anzusehen.)

 

Die farbige Darstellung eines hasengrauen belgischen Riesen wirkt im Kopfansatz etwas schematisch, auch sind m. E. die Farbnuancen in der Reproduktion nicht gerade natürlich herausgekommen, während beispielsweise der belgische Riese des „Wulffschen Albums“ als viel älteres Bild hohen künstlerischen Ansprüchen gerecht wird. – Auf Seite 95 gibt Joppich für etwa 30 Rassen Gewichtsbreite, Züchtungsdaten und Herkunftsland an. Auch ist er sonst überall mit großem Fleiß bemüht, neben seinen umfassenden praktischen Erfahrungen durch entwicklungsgeschichtliche Forschungen den Stoff zu bereichern, ein Bestreben, in dem ihm Tegtmeyer auf p. 605 in Bezug auf das Angorakaninchen nacheifert. Auf die ausländische Kaninchenzucht wird gebührend eingegangen. J. schildert u. a. die französichen weißen Rassen, Blanc du Bouscat, Blanc de Termonde, Blanc de Vendée und Blanc de Hotot; Belgien: Bleu de Saint-Nicolas und Wachtenbek-Kaninchen, Petit Gris de Hal; Holland: Deilenaar, Gouvenaar (laut Joppich mit hellfarbigem Marburger Feh identisch); England: Astrex. – Astrachanrex – als Neuzüchtung; Schweiz: Schweizer Langhaar, Schweizer Feh, Chinchilla (in der Größe zwischen Groß- und Kleinchinchilla liegend); Schweden: Schwedisches Pelzkaninchen (gleicht dem Schwarzen Wienerkaninchen, mit ganz schwacher Silberung), Weißes Landkaninchen.

 

Die Reproduktion der Fotos reicht nicht ganz an die des Willischen Werkes heran, was wohl nicht zuletzt auf die bessere Papierbeschaffenheit des letzteren Buches zurückzuführen sein dürfte. Einen besonderen Anziehungspunkt bilden die farbigen Tafeln, welche nach Aquarellen meines Freundes Kurt Zander († 14. Sept. 1946) gedruckt wurden. Dieser Künstler hatte bereits die III. Auflage des Pfenningstorffschen Werkes „Unsere Kaninchen“ mit farbigen Illustrationen ausgestattet. Diesmal schuf er Angora, Französische Widder (D. W.) hasengrau und weiß, champagne-Silber (H. Gr.-S.), Deutsche Großsilber, dunkelschattiert, Groß-Chinchilla, Wiener, blau, Wiener, weiß, belgischer Riese, hasengrau, weiß. Deutsche Riesenschecke, schwarzweiß, Englische Widder, Meißner Widder, mittelschattiert, Wiener, grau, Roter Neuseeländer, Japaner, Rheinische Schecke, Alaska, Havanna, Thüringer, Hasen-Kaninchen. Marburger Feh, Marderkaninchen, Luxkaninchen, Kleinsilber, schwarz mittelschattiert, Englische Schecke, schwarzweiß, Holländer, schwarz, Lohkaninchen, schwarz (Black and tan), Klein-Chinchilla, Russenkaninchen, Hermelin. Kurzhaar, biberfarbig (Castorrex). Einige der Bilder lassen den Wunsch aufkommen, dass in einer hoffentlich nicht all zu fernen Zeit auch das Farbfoto und insbesondere kolorierte Fotos für farbige Kaninchenillustrationen herangezogen werden. Die entzückende Stämmigkeit, Dickköpfigkeit und Kurzohrigkeit des Klein-Chinchilla würde so beispielsweise mehr zur Geltung kommen, das mitunter Hölzerne der Darstellungen schwinden. Die Farbe des Champagne Silber K. (Helles Großsilber) ist gut herausgefunden, aber lebenswahrer scheint mir ein altes Zandersches Bild des „Französischen Riesensilberk.“ zu sein, dass in Schreibers Atlas der kleinen Wirtschaftssäugetiere, herausgegeben von Arthur Wulf (1921), zu finden ist.

Von diesen kleinen Beanstandungen abgesehen, bieten diese farbigen Bilder eine freudig begrüßte Bereicherung unserer nicht sehr zahlreichen farbigen Kaninchenporträts moderner Ausführung, für die wir immer wieder den Herren Zander und Joppich zu danken haben. Sehr schmissig und wohlgetroffen ist die Linienführung beim Castorrex und Hermelin. Auch Reisenschecke, Havanna und Angora gefallen ausnehmend. Es ist eigenartig, dass die Leistungen hervorragender Kaninchenmaler, wie Zander, Neunzig, Schöner und Bungartz sehr unterschiedlich sind. Vielleicht fehlte hier ein wenig die jahrhundertalte Praxis und Erfahrung, wie sie etwa die Geflügelmaler besitzen. In England kam zum ersten Mal ein Kaninchenwerk mit   f a r b i g e n   Bildern 1881 heraus und in Deutschland erschien das Farbenwerk von Jean Bungartz etwa in den neunziger Jahren. – Laut Michel (p. 45) ist die Entwicklung der Fellrassen weitgehend durch die Nachtsheimschen genetischen Analysen der Rassenmerkmale des Kaninchens, insbesondere der Merkmale des Haarkleides beeinflusst worden.

 

Nach Johannes Jaeger (Landwirtschaftsrat in Halle-Cröllwitz), von dem der Beitrag über Kaninchenfütterung stammt, biete der Mais als Grünfutterpflanze nur Vorteile, wenn frühreife Sorten (z. B. badischer Mais) angebaut werden. Die Jaegersche Abhandlung ist gründlich sowie leicht verständlich geschrieben, überall für den Praktiker einleuchtend! – Dr. Schürmann übernahm die Bearbeitung des veterinärmedizinischen Teiles. Manche Krankheit bedarf zu ihrer Ermittlung histologischer bzw. bakteriologischer Untersuchungen und der medizinischen Schulung. Gute farbige Abbildungen von gesunden und kranken Kaninchenorganen. Dr. Filler referiert über Züchtung, Wilscher über Anatomie des Kaninchens, Krumbiegel über Ausstellungen, Gadsch über Betriebsweise, Eickel über Aufzucht, Helene Wellerhaus und Ludwin über Verwertung der Kaninchenprodukte und Tunger über Preisrichterwesen.

 

Filler, J.:

Noch bessere Zuchtergebnisse.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1940.

Von der Kaninchenhaltung zur Kaninchenzucht.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1941.

 

Bericht

„Flandrische Riesenkaninchen“:

Aus einem Bericht über die 1. Allgemeine Geflügelausstellung des Vereins „Fauna“ zu Düsseldorf. „Die gefiederte Welt“ Berlin 1874, Nr. 36 p. 292. Flandrische (= belgische M.) Riesenkaninchen.

 

Durch ein Paar des Zool. Gartens in Gent und drei Stück des Herrn Donny Sapin in Gent in schönen und wirklich rieseigen Exemplaren vertreten. Erstere wurden trotz des hohen Preises (21 Thlr.) sofort angekauft und ebenso kurz nachher die anderen drei Stück – Lapins belliers (Widderkaninchen). Durch 2 Nummern des Herrn Fehling in Rheydt sehr gut vertreten, außerdem verdienen noch die Beliers des Herrn Dahm in Elberfeld und die des Herrn Birlenbach in Diez erwähnt zu werden. – Normandiner – (Hasenkaninchen). Von Herrn Witsch in Dülken in einem Paar alter und einem Weibchen mit vier Jungen ausgestellt. – Lapins á fourrure riche. Diese neuere, durch ansehnliche Größe und feines dichtes Pelzwerk ausgezeichnete Rasse, von meist eisengrauer Färbung mit dunkler Schnauze war durch zwei schöne Paare des Zool. Gartens zu Antwerpen und zwei desgl. des Zool. Gartens zu Gent sehr gut vertreten. – Die Batavischen (chinesischen) Kaninchen des Herrn Daubenspeck in Düsseldorf fanden wegen ihrer auffallenden Zeichnung viel Beifall. Lapins garenne, Seidenkaninchen, persische Wollhasen, Silberkaninchen usw.; es ist nur eine persische Wollhäsin des Herrn Witsch in Dülken besonders hervorzuheben. Als Preisrichter für Kaninchen waren auf dieser Ausstellung tätig:

Direktor N. Funck aus Köln, Direktor van der Snickt aus Gent und Professor W. Caphausen.

Frank, A.:

Verstopfung oder Darmentzündung?

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“, 15/1930.

Friederichs, H. F.:

Das Vorkommen eines Bandwurms als Finne und als geschlechtsreifes Tier bei Kaninchen.

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“, 39/1930.

Frölich, G. (Prof. Dr.) und Diplomlandwirt M. Tegtmeyer:

Die Angora-Leistungsprüfungen. Aufgaben, Entwicklung und Ziele nach den Ergebnissen zweijähriger Versuchsarbeit auf diesem Gebiet im Tierzucht-Institut der Universität Halle.

Kühn Archiv. Arbeiten aus den landwirtschaftlichen Instituten der Universität Halle, herausgegeben von Prof. Dr. G. Frölich, der  Universität Halle, Prof. Dr. Th. Roemer und Prof. Dr. E. Woermann. Band 51, zugleich vierzehnter Sonderband für Tierzucht – Heft 1 herausgegeben von Prof. Dr. G. Frölich. Aus dem Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Universität Halle (Saale). (Mit 3 Tafelanlagen etc.) 68 p. 8o. Berlin. Verlagsbuchhandlung Paul Parey. Verlag für Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwesen, SW 11, Hedemannstr. 28 u. 29. 1938.

Aus der „Geschichte der Angorakaninchen-Wollleistungsprüfungen am Tierzuchtinstitut“ erhellt die interessante Initiative, welche von dem Privatdozenten Dr. Tänzer (gestorben?) ausging, der u. a. zur Erforschung der Angorazucht eine Studienreise nach England unternahm. Tänzers Richtlinien für eine Prüfung der Wollleistung sind überaus wissenswert, was auch von der Stellungnahme der Verfasser bezüglich der Fragen der Grannenlosigkeit, der Innenstallungen und der Drahtböden ohne Einstreu gilt. (Maschenweite 15 mm, Drahtstärke 2 mm und erhöhtes Sitzbrett im Hintergrund.) Im Tierzucht-Institut wurden später das ganze Prüfungsjahr hindurch auf Stroh über dem Drahtrost – unter diesem Einstreu von Torf – Angorakaninchen gehalten. Die bedeutende Rolle, welche Klimaverhältnisse und Unterschiede in der Fütterung spielen, wird gebührend hervorgehoben. Eine tägliche Gabe von Lebertran – drei Tropfen wochentags je Tier – wird empfohlen. Trinkwasser wurde von jedem Versuchsangorakaninchen – im durchschnitt etwa 1/8 Liter – zu jeder Jahreszeit und bei jeder Fütterungsweise gern aufgenommen. Die Verfasser neigen zu der Ansicht, dass der Grad der Ausprägung der Wollbüschel an Stirn und Kopf nicht als verlässliches Kennzeichen der Wollleistung anzusehen ist. Ausgezeichnet sind diese Merkmale bei dem auf p. 18 abgebildeten Rammler. Die Schur ist die humanste Wollerntemethode. Durch eine Prüfung der Wollleistung bei möglichst weitgehender Gleichgestaltung der die Leistung beeinflussenden Umweltfaktoren sollen züchterisch verwertbare Anhaltspunkte über die erblich bedingten Anlagen für die Wollleistung der Tiere gewonnen werden. (Dies aber erst bei über 8 Monate alten Tieren? Möbes) Das Körpergewicht soll nur in Verbindung mit der Wollleistung gewertet werden. Als Spitzenleistung wurden von einer Häsin 511,5 g Wolle als Jahresgesamtertrag erzielt, dem ein Gesamtdurchschnitt (21 Tiere) von 360,9 g gegenübersteht. Unter den Angorakaninchen gibt es Tiere mit guter Wollleistung, die bei sauberer Haltung in genügend großen Ställen „offensichtlich ohne jede Vliespflege auskommen“ (p. 35). Ein Warmluftgebläse zur Vliespflege beim Angorakaninchen wird als Abb. 9 gezeigt. Abb. 5 ein sehr typischer Angorarammler, Abb. 3 die Spitzenhäsin 549 T 14 (allerdings nach der Schur). Eine sehr schöne Aufnahme ist auf Seite 30 – Angorakaninchen – Leistungsstall des Tierzucht-Instituts der Universität Halle (Saale) reproduziert.

Nur bei einer mehrere Generationen hindurch abgehaltenen Wollleistungsprüfung wird man mit Hilfe der Leistungsprüfungsergebnisse vererbungssichere Familien, Blutlinien und Zuchten gewinnen, die zur Verbesserung der gesamten Zucht des Landes dienen können. Literaturnachweis:

 

Tänzer, E. (Dr.):

Die Leistungsprüfung in der Angorakaninchenzucht.

Der Kaninchenzüchter, Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig, 39. Jahrgang 1933 Nr. 14.

 

Die Wollleistungsprüfungen in Halle.

Landwirtschaftliche Pelztierzucht, Verlag M. und H. Schaper, Hannover 1933, Heft 8.

 

Leistungszucht biem Angorakaninchen.

Der Kaninchenzüchter. Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig, 38. Jahrgang 1932, Nr. 6.

 

Tegtmeyer, M.:

Beobachtungen über das Wollwachstum bei Angorakaninchen.

Der Pelzkaninchenzüchter und Fellsammler. W. Schmidt, Arnstadt (Thür.). 14. Jahrgang 1936, Nr. 12.

 

Bericht über die Erfahrungen und Ergebnisse der Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung des Tierzucht-Instituts im ersten Prüfungsjahr auf dem VI. Weltgeflügelkongresses.

Verlegt durch das Generalsekretariat des VI. Weltgeflügelkongresses, Berlin-Leipzig, Band III, Seite 513, 516, 519.

Frölich, G. (Prof. Dr.) und M. Tegtmeyer:

Die erste Leistungsschur am Tierzucht-Institut der Universität Halle (Saale).

Der Pelzkaninchenzüchter und Fellsammler. Verlag W. Schmidt, Arnstadt, Thüringen, 14. Jahrgang 1936, Nr. 4.

 

Tänzer, E. (Dr.):

Das Angorakaninchen.

Verlag M. und H. Schaper, Hannover 1932.

 

Fangauf, R. (Dr.) u. Richter, K.:

Richtlinien für die Durchführung von Angoraleistungsprüfungen.

1936 (unveröffentlicht).

 

Fangauf, R. (Dr.) u. J. Burgmer:

Die Kraftfuttergabe bei der Wollerzeugung.

Ratgeber für Kaninchenzüchter. Verlag W. Schmidt, Arnstadt (Thür.), 15. Jahrgang 1937 Nr. 10.

 

Läßt sich durch Lebertran und durch einen Mineralzusatz der Wollwuchs bei Angora steigern?

Ratgeber für Kaninchenzüchter. Verlag W. Schmidt, Arnstadt (Thür.), 15. Jahrgang 1937, Nr. 10.

 

Bericht über die 3. Angoraleistungsprüfung in Kiel-Steenbek.

Ratgeber für Kaninchenzüchter. Verlag W. Schmidt, Arnstadt (Thür.), 15. Jahrgang 1937, Nr. 19.

 

Burmeister:

Was uns Angorazüchter alle angeht.

Der Pelzkaninchenzüchter und Fellsammler. Verlag W. Schmidt. Arnstadt (Thür.), 14. Jahrgang 1937, Nr. 35.

 

Nestmann, A.:

Rund um das Angorakaninchen.

Der Kaninchenzüchter. Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig. 42. Jahrgang. 1936, Nr. 18.

 

Seidel, K. (Dr. med. vet.):

Die Krankheiten des Kaninchens.

Verlag R. Schoetz, Berlin 1935.

 

Seifried, O. (Prof. Dr.):

Die Krankheiten des Kaninchens,

Verlag Julius Springer, Berlin 1937.

 

Wandhoff:

Stellungnahme zu den von Kiel-Steenbek herausgebrachten Richtlinien für die Durchführung von Angoraleistungsprüfungen.

1936 (unveröffentlicht).

 

Wischer, M.:

Wirtschaftliche Angorakaninchenzucht.

  1. Auflage. Verlag F. C. Mayer, München 1937.

Mitteilung über Kahlrücken bei Angora nach der Schur im Sprechsaal des Kaninchenzüchters. Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig. 43. Jahrgang, 1937, Nr. 26.

 

Weitere Literaturnachweise über Angorakaninchen-Wollleistungsprüfungen aus dem Tierzucht-Institut der Universität Halle (Saale):

Vgl. p. 66 – 67 der Abhandlung von Fröhlich-Tegtmeyer, wie oben angeführt

Frölich, Prof. und Tegtmeyer, M.:

Die Leistungsschur der 1. Angorakaninchen-Leistungsprüfung am Tierzucht-Institut der Universität Halle (Saale).

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“, 4/1936.

Die 2. Leistungsschur der 1. Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung am Tierzucht-Institut der Universität Halle (Saale).

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“, 24 – 25/1936.

Die Angora-Leistungsprüfungen. Aufgabe, Entwicklung und Ziele nach den Ergebnissen zweijähriger Versuchsarbeit auf diesem Gebiet im Tierzucht-Institut der Universität Halle (Saale).

„Kühn-Archiv“, Bd. 51, 1938, S. 1 – 68.

 

Fries, Martin:

Die Kaninchenzucht.

Mit 8 Abbildungen. 127 p. 12°, Selbstverlag. Stuttgart, 1872.

Wie so mancher der Kaninchenschriftsteller ist Fries mir ein “alter Bekannter“ (Fries, zeitweilig Wirtschaftsdirektor im rheinhessischen Schmitthausen und Gutsverwalter in Oedheim bei Heilbronn, war ein fruchtbarer Autor auf dem Gebiet der Landwirtschaft. Er veröffentlichte das Handbuch der praktischen Landwirthschaft 1851, u.a. auch Werke zum Hopfen- u. Zuckerrübenanbau sowie über Geflügelzucht. Alles im Selbstverlag) , auch er ist der Verfasser von Werken auf anderen Gebieten der Kleintierzucht. – Auf drei Tafeln seines Werkes werden sechs Kaninchen abgebildet. Einige Rassen dürften nur als lokale Schläge anzusehen sein. „Das chinesische Kaninchen“ (Himalajakaninchen) besitzt keine Nasenzeichnung, was vielleicht auf eine gewisse Uneinheitlichkeit in der Zucht des Russenkaninchens zur damaligen Zeit schließen lässt. Jedenfalls soll es bei seiner ersten Einführung im Londoner Zoo als „Blacknosed Rabbit from China“ signiert worden sein.

Fulton, N.:

Angoraboken. Handledning i skötseln av angorakaniner för Unproduktion.

2: a uppl. 56 p. Halmstad, 1943. (Fritzes praktiska bibliotek. 3.)

Anvisninger för skötseln och tillvaratagande av ullen fran angorakaniner,

7 p. Eskilstuna, 1929.

Gadsch, W.:

Vor- und Nachteile der verschiedenen Kaninchenrassen.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1941.

Gall, C.:

Die Kaninchenzucht.

Wien, 1922.

Gärtner, R. (Dr.):

Kleintierzucht.

250 p., 81Abbild., 8o. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1925. Erschien als Bd. 8 der „Tierzuchtbücherei“, herausgegeben von Prof. Dr. Zorn.

Dr. R. Gärtner, Privatdozent an der Universität Breslau, erklärt (p. 223) die Entstehung des Widderkaninchens so, dass, wie bei anderen Haustieren, auch bei dem Hauskaninchen das Hängeohr als eine frühzeitige Domestikationserscheinung auftrat und dass aus einer derartigen hängeohrigen Varietät erstmals in Frankreich ein hängeohriges Hauskaninchen als sogen. Französisches Widderkaninchen zu einer feststehenden Rasse herausgezüchtet wurde. – „In Frankreich nannte man diese Widder zunächst auch patagonische oder andalusische Kaninchen, später aber bald allgemein lapin-belier“

Gaßner, Erich:

Das Alaskakaninchen.

Leipzig, 3. Auflage. Verlag Dr. F. Poppe

Gagol, Eugen:

Le Leporide et le lapin Saint-Pierre.

Brosch. Gr. 8o. 72 p. Paris, Librairie agricole de la Maison rustique.

Lapins, lievres et leporides.

(Bibl. Du Cullt.) In – 18.15, grav., 180 p. Paris, Librairie agricole de la Maison rustique.

Gerber, Robert

„Nagetiere Deutschlands“

1952 („Die Neue Brehm-Bücherei“ Heft 27, Akad. Verlagsgesellschaft Geest & Portig K.G. Leipzig,) über d. Wildkaninchen S. 16-20 (mit einem Lichtbild u. einer vergl. Zeichnung der Schädel von Hase und Kaninchen.

Gerhardt, M.:

Das Kaninchen (Stammart und Rassen. Anat.).

Verlag Klinkhardt, Leipzig, 1909, 8o. fig.

 

Giebel, C. G. (Dr.):

Die Naturgeschichte des Tierreichs.

  1. Band: Säugetiere. Mit 926 Abbildungen. Leipzig, Verlag von Otto Wiegand, 1859.

Der Verfasser spricht von mehreren Spielarten des Kaninchens, darunter von dem silberfarbigen und angorischen Kaninchen. Er gibt die Abbildung eines scheckigen hängeohrigen Kaninchens als „Spielart“ und sagt, dass diese Rasse in England beliebt und dort gezüchtet würde.

GIBSON, Charles Shepheard:

Breeding and care of rabbits for exhibition and market

1918 Detroit, USA; 5, Aufl., 95 p, veröffentlicht durch den Verfasser.

Gibson war Sekretär und Richter der „NATIONAL PET STOCK ASSOCIATIN OF AMERIKA“, er beschreibt umfassand alle Themen welche die Kaninchenzucht seiner Zeit ausmachten.

Gilbert, Allan:

American Angora Handbook.

Ein lückenloses Werk über die Angorazucht. U.S.A. De Luxe edition. Pr. $ 1,50.

Goldfuss, Prof. Dr. August

„Grundriss der Zoologie“ 1826

(Verlag Johann Leonhard Schrag, Kirnberg )

über Wildkaninchen S. 674, über d. Meerschweinchen S. 670 Systematik der damaligen Zeit mit kurzer Beschreibung der Tiere).

Goos, A.:

Kaninbogen.

En Vejledning til Rogt og Pleje samt okonomisk Opdraet af kaniner til Slagtebrug …

  1. forogede Udg. 118 p Kobenhavn, 1931.

Goos, A.:

Vejledning i Kaninavl for Begyndere.

26 p. Kobenhavn, 1929.

Grathwohl, Karl; Hothum, Georg; Wilde, Otto:

   Unsere Kaninchenrassen

Illustriertes Handbuch der Kaninchenzucht. 1954.

200 pp.,16 Farbtafeln. Verlagshaus Reutlingen. Oertel & Spörer.

Man kann dem Verlag nur gern bestätigen, dass die drei Autoren durch frühere Publikationen bestens in der einschlägigen Fachliteratur bekannt sind. Wir haben es hier mit einem gut angelegten Werk zu tun. Nach der eingehenden Behandlung der Kaninchengenetik die Rassenkunde als Hauptteil des Buches. Unleugbar geben die von dem bekannten Tiermaler C. Witzmann gemalten farbigen Kaninchen Portraits dem Werk einen attraktiven Anstrich, sehr ähnlich dem Pfenningstorff’schen großen Handbuch (1942). Unter den ausländischen Rassen fehlen noch die weißen Neuseeländer und die Californians, was nicht Wunder nimmt. Haben wir doch damals auch erst den englischen Autor Mr. Sandford, an dessen Werk wir mitwirkten, auf die erstere Rasse aufmerksam gemacht

Grasers

Naturwissenschaftliche und landwirtschaftliche Tafeln.

Nr. 28 mit 24 Abbildungen. Grasers Verlag Nachtf., Schreiber & Co., München.

Diese in Mehrfarbendruck hergestellte Tafel der Kaninchenrassen (K. Neunzig) soll zur Selbstbelehrung und als Anschauungsmittel für Schulen usw. dienen.

 

Grasnick, E.:

Kleintierzucht und –haltung.

148 p. Frankfurt (Oder). Landwirtschaftlicher Verlag, Grasnick. Über Kaninchen pp. 61 – 89.

Diese unter Mitarbeit des Zentralverbandes der Kleintierzüchter zustande gekommene Schrift enthält sehr gute Fotos.

Green, D. M.:

Rabbit skins for fur.

Washington, 1927. Farmer’s Bull. Nr. 1519.

Chinchilla-Rabbits for food and fur

Washington, 1928.

Greenfood for Rabbits and Cavies.

“Fur and Teather”, Idle, Bradford (England)

Gremo, A. G.: son:

Kort handledning i kaninskötsel.

6: e oförändrade uppl. P. Uppsala, 1942.

Gruenhaldt, Otto:

Billig Fleisch oder die Nutz-Kaninchenzucht als Mittel zur wohlfeilen Volksernährung und als Nebenerwerb.

Anleitung zur Kaninchenhaltung, Zucht und Mast sowie zur Verwertung ihrer Erzeugnisse. Auf Grund langjähriger Erfahrungen bearbeitet von Otto Gruenhaldt.

  1. Auflage. Richard Carl Schmidt & Co., Leipzig (vor 1903).

Grünewaldd, Anton:

Das holländische Kaninchen, Anleitung zur Züchtung korrekter Ausstellungstiere

  1. Aufl. 1905,Verlag Dr. Poppe Verlag Dr. Poppe, Pappeinband d.Z. 20×13,5cm p 44, 7. Abb.

Das holländische Kaninchen, Anleitung zur Züchtung korrekter Ausstellungstiere

  1. verbesserte Aufl. Verlag Dr. Poppe Verlag Dr. Poppe, 21x14cm p 40, div. Abb.

Hagelin, K. F.:

Kaninen är ett värdefullt husdjur. Nagra upplysningar till intresserade, lämnade av sveriges kaninavelsföreningars riksförbund.

8 p. Malmö, 1935.

Kött- och pälskaniner.

Handbok i rationell uppfödning. 10:e uppl. 167 p. Stockholm, 1943.

Halle, Johann Samuel:

„Die Angorische Kaninchenzucht“

Fortgesetzte Magie, oder, die Zauberkräfte der Natur, so auf den Nutzen und die Belustigung angewandt worden

Berlin, Joachim Pauli, 1785-1797; ein Band Wien, Johann Thomas von Trattner. 1. Auflage (Band 1 des Grundwerkes in 2. Auflage). 13 Bände. Ca. 21,5 x 13 cm. Mit 89 mehrfach gefalteten Kupfertafeln. Einfache kartonierte Einbände bzw. Pappbände

J.S. Halle (1727-1810) lehrte Geschichte an der kgl. preuß. Kadettenanstalt in Berlin. Das Grundwerk „Magie, oder, die Zauberkräfte der Natur, so auf den Nutzen und die Belustigung angewandt worden“ (Bände 1-4) mit dem Register im 4. Band; die Fortsetzung, „Fortgesetzte Magie, oder, die Zauberkräfte der Natur, so auf den Nutzen und die Belustigung angewandt worden“,  erschien in 13 Bänden

Band 6: (1794). 598 S.. Mit gestochener Titelvignette und 6 gefalteten Kupfertafeln enthält den  Beitrag: Die Angorische Kaninchenzucht

Hammond, J.:

The processes of Reproduction in the Rabbit. (Der Vorgang der Fortpflanzung beim Kaninchen.)

 

Hasbach, D. H.:

Die rationelle und einträgliche Kaninchenzucht

  1. u. 4. Auflage, bearbeitet von P. Mahlich 1908

 

Harting, James Edmund:

The Rabbit

Erstmals 1898 erschienen bei Logmans, Greenand Co. für „Fur, Feather & Fin Series“

pp 256, 10 Illustrtionen

Reprint 1986 Introduction  Fur, Feather & Fin Series©John Southern

Beschreibung des Wildkaninchens, seine Vermehrung und Jagd mittels Frettchen und Greif, sowie Zubereitung in der Küche.

 

Haugen, K.:

Veiledning i kaninavl.

Utg. Av Norges kaninavlstörbund. 48 p. Oslo. 1943.

Hauser, M.:

Králik´rský slovnik (Wörterbuch für Kaninchenzüchter).

Separatdruck in der Bücherei „Králikár ceskoslovanský“ (Böhm.-Slawischer Kaninchenzuüchter), 1908.

Havemann, Ferd.:

Die rationelle Riesen-Kaninchenzucht.

Ein Handbuch für angehende Züchter.

Mit vielen Abbildungen von Rassekaninchen und einem Anhang: Die Pariser Kaninchenküche.

Ernstsche Verlagsbuchhandlung, Leipzig.

 

Anleitung und Grundriss zu R. Séguins französischer Kaninchenzucht, um mit geringeren Kosten in der Zucht des zahmen Kaninchens einen überall einträglichen Erwerbszweig zu begründen. – Nach R. Séguins französ. Manuskript. Zweite verbesserte Auflage mit einem Anhang: Die Pariser Kaninchenküche. 44 p. 8o. Quedinburg und Leipzig, 1874. Verlag der Ernstschen Buchhandlung.

Séguin war der Besitzer einer großen Kaninchenzüchterei in Perache-Lyon und mit dem Verfasser, der in Asniers bei Paris wohnte, befreundet. – Es wird empfohlen, die Haltung im Freien, die Skizze eines „Kaninchenhofes“ ist beigefügt; Lapius de garenne und Kreuzungen von „belier“ (Widder) und „garenne“. – Ausgewachsene französische Widder werden mit 5 bis 10 Taler (Rammler) und 5 bis 6 Taler (Häsinnen) angeboten.

Heintz, Josef:

Das Blaue Wiener Kaninchen

  1. Aufl. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Das Rheinische Scheckenkaninchen

  1. Abb. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Das Englische Scheckenkaninchen

  1. Abb. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Das Französische Silberkaninchen – Anleitung zur erfolgreichen Zucht dieser alten  französischen Rasse nebst Beschreibung und Geschichte nach französischen Quellen

  1. Aufl. (1917?) – 32 Seiten – Band 20 der Reihe
  2. 20 x 13,9 cm
  3. Aufl. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Heck, Ludwig (Dr.) et al.:

Das Tierreich.

  1. Band, Neudamm 1897, pp. 1100 – 1105.

Abgebildet sind Englischer Widder und Belgisches Riesenkaninchen. Das Gewicht des letzteren erreichte laut Heck an 14 Pfund.

 

Hennig, Franz, Dipl.-Nat.-Ök.

Zeitgemäße Kaninchenzucht.

Mit 18 Aufnahmen und über 40 Abbildungen. Bücherei des Praktischen Wegweisers. Band 7. 126 p. 8°. Mit 77 Abb. Verlag Scherl, Berlin SW. 1936

Druck August Scherl, GMBH. Berlin SW.68, kartoniert.

Das geschmackvoll herausgebrachte Werk eines einst großen Verlages, eindrucksvoll die Kopfstudie eines Bl. Wiener Rammlers auf dem Umschlagdeckel. Das Druckpapier dieses, als Band Nr. 7 der „Bücherei des Praktischen Wegweisers“ erschienenen Buches ist allerdings nur von durchschnittlicher Qualität.

Kaninchen werden auf dem Lande weitaus weniger ge­halten als am Rande der größeren Städte und inner­halb kleiner Städte selbst, auch inmitten ausgedehnter Industriegebiete und nicht zuletzt längs der zahllosen Eisenbahnstrecken auf fast jeder Beamtenstelle. Die Kaninchenzucht braucht auch vor dem Häusermeer der Großstadt nicht haltzumachen, wenn die Frage nach der Unterbringung der Tiere und der Futterversorgung dem nicht entgegensteht.

Auf p.10 der übersetzte – Auslauf eines Farmbetriebes.

Nach dem Zurichten der Felle ist das Veredeln auf Biberette, Seal, Maulwurf, Nutria, Nerz, Patagonisch blau  und Leopard (dunkel), zudem, bei weißen Fellen auf Leopard (hell) Beige und Bleuté in Gebrauch.

Am 5. Dezember 1925 bezifferte sich der deutsche Kaninchen­bestand auf 2.960.725 Stück.

Über die Gewichtszunahme der Jungtiere werden nach einem, vom Verlag Dr. F. Poppe in Leipzig herausgegebenen Merk­blatt auf pp. 27-29 eingehende Mitteilungen gemacht. Bei der Fleischerzeugung ist es wirtschaftlich am vor­teilhaftesten, die Tiere mit 6 Monaten zu schlachten.

Auf p. 28 ein „Deutscher Widder“ , großartig in Kopf und Krone . – Schon das Wildkaninchen kann uns in der Färbung recht unterschiedlich entgegentreten, und zwar außer in dem bekannten fahlen Grau noch in Blaugrau, fahlgelb, blauschwarz und sogar in tieferem schwarz. Die Frage der Paarung von Hase und Wildkaninchen bejaht Hennig ein für allemal (! Möbes)  nach „verschiedentlich gemachten einwandfreien Beobachtungen und auch sonst gelungenen Feststeilungen“. Hängeohren treten auch beim Kaninchen, ebenso wie beim Hund und Schwein, als Folge des Haustierwerdens auf. Sehr gründlich referiert Hennig über körperliche Mängel (pp.41/42). Hervorragend ist der auf pp. 43-52 gegebene Einblick in das Organsystem.- Auf p. 50 die Abbildung eines Hasenornaments an einem Kreuzgangfenster des Domes zu Paderborn.- Seine sehr typische Aufnahme einer grauen Belg. Riesenhäsin. Ganz begeistert war ich über die Aufnahme der deutschen Riesenscheckenhäsin auf p. 58. Dieses Photo rechnet zu den Höhepunkten des Werkes, denn man kann sich hier einen wirkliche Begriff von dieser „Riesin“ machen, die auch in Bezug auf Form und Zeichnung höchsten Ansprüchen genügt, haben dürfte. – Nach Hennig steht der Kurzohrwidder  (Stammland Frankreich) im Vordergrund unserer heimischen Kaninchenzucht. Sine sehr gute weiße Häsin, wird auf p. 59 abgebildet. Der Verfasser glaubt annehmen zu können, dass das engl. Widderk. seinerzeit (?) in England aus dem franz. Widderk. herausgezüchtet worden ist. Auf p. 63 eine recht gut geformte Champagne- Silberhäsin. Wenn dem Verfasser die Bezeichnung „Französisches Silberk. „Etwas zu fremdartig“ anmutet, so können wir darin mit ihm nicht conform gehen.

Weitere Fotos, so die gedrungene, mit kräftigem Kopf aus­gestattete  Goß- Chinchillahäsin auf p. 65, die blaue  Wienerhäsin, der Havannarammler (p. 71) und – typisch die Hasenk. Häsin, auf p.70, der Schwarzlohrammler, die Link’sehen Angorak. etc. reproduzieren fraglos erstklas­siges Material der 30er Jahre, wobei freilich der Fortschritt, wie ihn die, von Herrn Friedrich Joppich für sein Werk „Die einfarbigen Kaninchenrassen“ (Hermann Haase Verlag, Berlin 1949) herausgesuchten Angoras verkörpern, in die Augen springt. Dass der Verfasser auf p. 85 die „Sportzucht“ (1936) verteidigt, ist ihm hoch anzurechnen.

Als Neuzüchtungen führt Hennig an: Blauäugiger weißer (franz. Deutscher Widder, schwarze, graue, gelbe und braune Wiener-Blau und Silbermarder, Havannasilber (zu den Kleinsilberkaninchen gehörend), Braunloh und Fehloh, Wollrex, braunäugiges Hermelinkaninchen und in Zwergform ein blaues Kaninchen , ein Chin­chillakaninchen sowie ein Widderkaninchen. Bezüglich des Stallbodens heißt es auf p. 94: Betonmulden (mit Drahtgeflechteinlage) sind zwar unverwüstlich, freilich aber auch schwer und zerbrechlich.Nach Architekt G. Bönicke sind 5 – 10 mm starke Asbestzementplatten empfehlenswert. Die Bodenplatte wird einige Zentimeter nach hinten geneigt und der aufliegende Boden­rost durch Keile in waagerechter Lage gehalten. Auf p. 101 eine gute Abbildung einer Tätowierzange. (Muster H. Hauptner, Instrumentenfabrik für Tiermedizin und Tierzucht). Dem Auslaufraum ist eine sogar noch größere Bedeutung zuzumessen als es hier auf p. 98 geschieht.

Hink, August:

Milch, Fleisch, Eier und Fett durch Kleintierzucht in Eigenheim, Heimstätte und Siedlung.

 Kurzgefasste Anweisung zur Zucht und Haltung von Ziegen, Schweinen, Kaninchen und Geflügel nach neuesten Grundsätzen und Erfahrungen von August Hink, Tierzuchtinspektor a. D., Freiburg i. B.

Zweite verbesserte Auflage. Mit 13 Abbildungen. 60 p. 8o. Stuttgart 1919. Verlagsbuchhandlung von Eugen Ulmer. Verlag für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau. (Über Kaninchen pp. 25 – 34.)

Abbildungen: Fotos (Belgischer Riese – Abb. 6 – und Deutscher Schecke – Abb. 7) nach Illustrationen im Jahrbuch der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. In Frankreich züchtet man seit Jahrzehnten ein bis 12 Pfund schwer werdendes, großwüchsiges Silberkaninchen, das sich in der Schweiz und dann auch bei uns bald einführte und nicht nur viel Fleisch, sondern auch ein hoch bezahltes Fell liefert (Französisches Riesen-Silber).

Hodgson, R. G.:

Raising Fur Rabbits.

Toronto, 1927 ff.

 

Hoie, J.:

Fjorfe- og kaninhold. En bok for skole og praksis.

119 p. Oslo, 1936. (Separate from Holtsmark, B.: Husdyrlaere.) Kaninens foring.  Utg. av Foreningen til dyrenes beskyttelse. 7 p. Oslo, 1938.

Hochstetter, W.:

Das Kaninchen, dessen Beschreibung, rationelle Behandlung und Züchtung.

  1. Auflage, 55 p. Stuttgart, Verlag Schickard & Ebner. Ohne Jahr, etwa 1874 erschienen.

Der Verfasser ist 1825 geboren, war Universitätsgärtner in Tübingen und züchtete schon als elfjähriger Junge in großer Zahl, welche – die Fleischpreise waren sehr niedrig – meistens als „Spielzeug“ für Kinder gehalten wurden. Hochstetter führt sechs Rassen auf. Ausgezeichnet sind seine Kenntnisse der französischen Kaninchenzucht und sein Wissen über die aus Frankreich eingeführten Zuchtprodukte, bei denen er sehr gut die Spreu vom Weizen zu sondern vermag. Die Franzosen züchteten damals „mit weit größerer Vorliebe“ die „lapins de garenne“ (Gehegekaninchen) als Widder. In diese Gehegekaninchen wurden von Zeit zu Zeit wieder wilde Kaninchen eingekreuzt. – Einen breiten Raum nehmen die Ausführungen über die Leporiden ein, von denen angeblich soviel gezüchtet wurden, dass Herr Alfred Roux in einem Jahr mehr als tausend davon verkaufen konnte. Wenn schon „gelehrte Zoologen diese ganze Geschichte als Humbug darstellen“, so ist offenbar Hochstetter dieser Mystifikation zum Opfer gefallen. In Frankreich erhob bereits, wie ich aus einem in meinem Besitz befindlichen Sitzungsbericht der „Societe Imperiale Zoologique d’acclimation“ vom 20. Februar 1863 ersehe, seine warnende Stimme Dr. Pigeaux angesichts dieser massenweisen Produktion von Leporiden, „…einer offensichtlichen Täuschung, dont. la Societe d’ acclimation doit savoir se sauvegarder, qu’elle ne doit pas surtout couvrir de son patronage“. Auf Grund verschiedener Beobachtungen kam man zu der Überzeugung, dass diese „Leporiden“ wahrscheinlich ganz einfach eine besondere Kaninchenrasse seien (Bullet, d. Soc. d’acclim. 1863, p. 131). Hochstetter glaubte jedenfalls fest an das Hasenblut in seinen Leporiden, wie etwa mancher Taubenzüchter zu der (irrigen) Auffassung neigt, dass in der domestizierten Columba livia sehr wohl das Blut der Columba oenas fließen mag. – Unter den von Hochstetter seinem Werke beigefügten guten Abbildungen ist besonders das Widderbild von entwicklungsgeschichtlicher Bedeutung. – Sein Buch ist ins Schwedische übertragen worden.

Hochstrasser, Dr. Gerhardt :

Banater Landkaninchentyp.

Der Autor beschreibt diesen Kaninchentyp in der  Neue Banater Zeitung. XII.Jhrg.Nr.1777, 1778 – vom 2. und 5. August  1968. (Rumänien)

Hochstrasser ist bereits mehrfach mit osteologischen und histologischen Beiträgen in deutscher und Schweizer Fachpresse hervorgetreten.

Seine Anschrift: Timisoara IV. Str. Ranghet 13 A, Romania , Rumänien

Festhalten der Nahrung mit den Vorderfüssen beim Hauskaninchen, Oryctolagus cuniculis ‚familiaris‘.

„Sonderdruck aus „Saugetierkundliche Mitteilungen“ BLV Bayer. Landwirtschaftsverlag München 15, 16 Jhrg. , Heft,  S. 182-183, Mai 1968

Obwohl die Lagomorpha im Gegensatz zu den Rodentia die Nahrung beim Fressen nicht mit den Vorderfüssen festhalten, treten manchmal Hauskaninchen auf, die es dennoch tun, eine wohl vererbte und durch individuelle Erfahrung verstärkte Reaktion.

 

Hofer, D.:

Spezielle Naturgeschichte der Haustiere.

Ein praktisches Handbuch für Tierärzte, Landwirte und alle Freunde der Haustiere von Dr. D. Hofer, königlicher Professor,

184 p. 8°. Regensburg. Verlag von Georg Joseph Manz. 1852.

Der Verfasser (München) vermisst in der Literatur ein Buch über die Naturgeschichte der Haustiere und will diesem Stoff seine „längst vermisste Stelle“ in der Landwirtschaft und Tierheilkunde anbahnen. Er benutzte u. a. Werke von Weckherlin, Papst, Wagner und Grognier. In der Auswahl der Tiere, die hier „im engeren und weiteren Sinne“ von Interesse sein können, übernimmt sich Hofer etwas. So hat er zwar Eichhörnchen und Hase angeführt, während das wilde und das domestizierte Kaninchen überhaupt nicht erwähnt wird! Lediglich auf p. 163 ist von Haematopinus ventricosus (Kaninchenlaus), und Pulex canis (Hundefloh, der auch auf Kaninchen übergeht) die Rede. Trotzdem ist sein Werk sonst sehr gut angelegt.

Holländerkaninchen in New York:

Mitteilungen von Herrn Joseph Ettlinger, Deer Par, N.Y.U.S.A. entnehme ich: „Mein Sohn hat Holländer Kaninchen – schwarz, blau und schokoladenfarbig -. Diese Rasse ist hier zahlreich vertreten. Auf einer Schau findet man 100 und mehr feine Holländer Kaninchen“. (18. Juni 1947).

Hoffmann, J.A. Dr.med.vet

Hodenkrebs bei einem Kaninchen

Sonderabdruck aus der „Berliner u. Münchner Tierärztlichen Wochenschrift.Jg.1954,Nr.21, 3. 550 (Verlag Paul Parey, Hamburg – Berlin.

Bei einem vier Jahre alten, wegen Spirochätose behandelten Kaninchenrammler der Kleinchinchillarasse wurde am linken Hoden eine 44 g schwere Geschwulst festgestellt, die bei der histologischen Untersuchung an der Universität Leipzig sich als Adenokarzinom erwies. Bezüglich der Atiologie steht nur so viel fest, dass das Karzinom endogen von selbst entstanden ist. Der Tumor ist der erste (1954) in der Fachliteratur beschriebene Fall von Hodenkrebs des Kaninchens. Sulfonamide hatten auf das Hodenkarzinom keinerlei Heilwirkung.

Anschrift des Verfassers : Hermsdorf (Thüringen) DDR. Kreis Stadtroda, Karl- Marx-Allee 87. Kaninchenfreund, kennst Du deine Tiere?

Holtsch, Paul:

Verzeichnis empfehlenswerter Schriften über Geflügel-, Sing- und Schmuckvogel-Pflege und -Zucht, über Vogelschutz, Kaninchen- und Bienenzucht

(gegen 1881 erschienen).

 

Hothum, Georg:

Die Edelpelz-Kaninchenzucht als Existenz.

Augsburg, 1930. 332 p.  Mit mehreren zum Teil farbigen Tafeln und Abbildungen.

Herausgabe und Vertrieb des Buches geschah durch die Gattin (Helma) des Verfassers, welcher die Leitung der „Edelpelzkaninchenzucht“  Edelka e.G.m.b.H.  in Augsburg und das Direktorium der „Edelpelz-Kaninchenfarm A. Imerz“ in Langenneufnach / Schwaben innehatte. Die größte Bedeutung dieses Werks dürfte in der  Masse des Bildmaterials liegen, welches z.T. einmalige Fotos von nicht mehr existenten Rassen  und Zuchtanlagen belegt.

House, C. A.:

Rabbit-Keeping for Beginners.

„Fur and Feather“. Idle, Bradford.

Rabbits for Food.

“Fur and Feather”. Idle, Bradford, England.

House, Charles Arthur and Watson, Allan:

Rabbits and all about them, a treatise on the breeding of exhibition and table rabbits

1914, “Fur and Feaher”. Idle, Bradford, England.

Umfassende Beschreinbung der gesamten Kaninchenzucht in 20 Kapiteln, mit 23 zum Teil ganzseitigen s/w Abbildungen. 179 p.

Charles Arthur House verfasste u.a. „Cats, Show & Pet“, „Cavies, ther varieties, breeding an management“ etc. .

Allan Watson war Assitant Editor (Redakteur) für „Fur and Feather“

Howden, A. S.

Tan Rabbit

Wahrscheinlich über „Fur and Feather“ Jdle, Bredford, Yorkrhire, England zu beziehen.

Huperz, Dr. med. Th.

Die Geflügel und Kaninchenzucht , nach englischen und französischen Grundsätzen und Erfahrungen

Bonn, 1881. Verlag von Emil Strass. 191 p. 18 s/w Abbildungen 2 Klapptafeln

Huperz , Secretair der Lokal-Abtheilung Neuwied des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen.

Eine absolute Rarität für den Freund der Kaninchen- bzw. der Geflügelzucht stellt dieses der ersten Werke des bekannten Fachschriftstellers dar, weil  mit noch unverfälschtem Text. Viele nachfolgende Auflagen, die von anderen Schreibern überarbeitet wurden, weichen doch stark ab.

Dieses Werk berichtet  über alles, was zur damaligen Zeit auf dem Gebiet der Geflügel- und Kaninchenzucht aktuell und wissenswert war! Der Leser wird erstaunt sein, wie hochinteressant  und scheinbar zeitlos diese Zeilen sind. Einige Kapitelüberschriften mögen einen kleinen und unvollständigen Eindruck zu diesem tollen Buch geben:  Hühnerassen mit allen Untergliederungen; Die Hühnerhaltung; Die Hühnerzucht; Truthühner und Perlhühner; Enten und Gänse; Tauben;  Kaninchen – ihre Naturgeschichte; Rassen & Kreuzungen; Der Kaninchenstall; Die Zucht, Fütterung und Mast usw. usw…. Der Clou des Buches sind die zweit ausklappbaren s/w Falttafeln am Ende des Werks. Zum einen mit Kaninchenrassen zum anderen mit Geflügelrassen. Sicherlich stellt dieses Buch eine echte Rarität dar. Und weil heute kaum einmal angeboten, ist es nicht nur Sammlerstück, sondern eine Wissensquelle einer jeden Fachbuchsammlung, die unsere wunderschöne Freizeitbeschäftigung bestens dokumentiert.

Ida, Z.:

Eine experimentelle Studie über den Fettstoffwechsel nach der Kastration beim Kaninchen.

Über die Korrelation zwischen dem Verlauf der „Kastrations-hypercholesterinämie und einigen endokrinen Organen.

„Trans. jap. path. Soc.“, 20, 1930.

Jaeger, J.:

Wie heile ich Krankheiten?

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“ – Rundfunk.

Die wirtschaftseigene Futtergrundlage.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“ – Rundfunk.

Pflege, Stallung und Fütterung der Angorakaninchen.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“ – Rundfunk.

Aufzucht und Futterfragen in der Kaninchenzucht.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“ – Rundfunk.

Gesunde Futtergrundlage.

“Jahrbuch für Kaninchenzüchter“ – Rundfunk.

Kaninchenfütterung, wie sie sein soll.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“ – Rundfunk.

Mehr Widerstandskraft.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“ – Rundfunk.

Grundsätzliches über die Fütterung der Kaninchen.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“ – Rundfunk.

 

 

Jahrbuch  für Kleintierzüchter

1947.

Herausgeber Hermann Haase, Berlin N 54, Zionskirchstr. 18.

Johansson,:

Förteckning över pälsdjurslitteratur.

50 p. Malmö, 1945.

(Separate from Svensk Pälsdjurs- och skinnkalender, 1945.)

Johansson, Ivar (Prof.):

Förteckning över Pälsdjurslitteratur, Redigerad av Professor Ivar Johansson Lantbrukshögskolan Särtryck ur Svensk Pälsdjurs och Skinnalender.

50 p. 8°. 1945 (Stockholm?) Malmö – Sydsvenska Dagbladets Aktiebolag.

Professor Johansson (Landwirtschaftliche Hochschule, Uppsala) hat in verhältnismäßig kurzer Zeit im Auftrag der Redaktion des Schwedischen Pelztier- und Fellkalenders unter Mitarbeit von cand. phil. Astrid Guillemot und stud. agr. Bengt Rättzén ein Verzeichnis über Veröffentlichungen betr. Pelztiere und Fellbranchen zusammengestellt. Es umspannt etwa die Zeit zwischen 1926 – 1944. Berücksichtigt sind u. a. dänische, norwegische und schwedische Arbeiten usw. über Kaninchen. Das Verzeichnis umfasst u. a. Bücher, Zuchtbücher und Broschüren, Zeitschriften, Publikationen von Instituten, Artikel skandinavischer Zeitschriften über Aufzucht, Rassenbiologie, Veterinärmedizinisches, Fütterung, Futtermittel, Vitamine u. s. w., u. s. w.

Ein großer Teil der einschlägigen Abhandlungen wurde bereits in das vorliegende Werk aufgenommen.

Nachdem jetzt das Originalverzeichnis vorliegt, können noch folgende Titel angeführt werden:

 

Heinichen, W. u. Schöps, P.:

Wirtschaftsfragen zur Kleintier- und Pelztierzucht.

1933, 16 p. Leipzig, (Bibl. f. Kleintier. und Pelztierzucht 1.)

Johannson, H.:

Vára mindre päsdjur. Handledning i uppfödning av kaniner, mink, skogsmärd, fiskmärd, samt pälsning och taning av dessa rasers skinn.

1942, 5:e uppl. 128 s. Flen.

Kalender:

för Pälsdjursuppfödning, päls-, skinn- och lädervarufabrikation, beredning, färgning, garvning, engrosoch detaljhandel (omslagstit. Svensk pädodjurs- och skinnkalender) 1943 –

Stockholm 1942. –

Letschert, G.:

Drahtzaun-Montage und Pelztierzuchtgehege.

  1. 96 p. Halle.

 

Lochte, Th.:

Atlas der menschlichen und tierischen Haare.

1938, 300 p. Berlin.

 

Laerebog i Husdyrbruk:

  1. Haraldseid, 3. Fjörfe, kaniner, bier og pelsdyr.
  2. (Bokmäl) 245 s. Oslo.

 

Patton, H.:

More fur-bearing animals; incl., the angora wool rabit, fitch, nutria and fisher; with revisions on the silver fox, mink and muskrat; supplementary to Raising fur-bearing animals.

  1. 191 p. Chicago.

 

Raising fur-bearing animals.

466 p. Chicago.

Rutz, F.:

Bestimmungsschlüssel für die Haare der Haussäugetiere, des heimischen Wildes und der in Deutschland gezogenen Pelztiere.

30 p. Diss. Berlin.

 

Schöps, P. u. Tänzer, E.:

Entstehung und Grundlagen der Pelztierzucht in Deutschland.

1927, 72 p. Leipzig. (Schriften d. Reichs-Zentrale f. Pelztier- und Rauchwaren-Forschung. H. 3.)

 

Tänzer, E.:

Haar- und Fellkunde.

  1. 20 p. Leipzig.

Arbok for Norsk Pelsdyravl:

  1. 220 p. Oslo.

 

Oehlin, T.:

Pälsdjurs- och fjäderfäboken.

1930, 40 p. Stockholm.

Es folgen etwa 47 Titel betr. Gerben, Färben und Fellhandel. Ich zitiere:

Grasser, G.:

Führer durch die Gerbereipraxis.

1934, 380 p. Leipzig.

Schirmer, H.:

Die Technik der Kürschnerei.

Das Standardwerk der Fellverarbeitung.

1928, 232 p. Leipzig.

 

Bibliographisches, Kataloge usw., 11 Titel. Hiervon soll zitiert werden:

 

Bibliography on Fur Breeding: 1931.

Imperial bureau of animal genetics. (Maskinskr.) Edinburgh.

Reichs-Zentrale für Pelztier- und Rauchwaren-Forschung.

Bibliotheks-Katalog. Leipzig 1936. Nachtrag. Abgeschlossen per 30. September 1943. Leipzig 1943.

 

Zeitschriften über Pelztiere, Rauchwaren-Industrie und Handel. Etwa 135 Fachblätter. Zitiert werden:

 

Kleintier und Pelztier.

Zentralblatt für Kleintierkunde und Pelztierkunde. Leipzig. 1936.

Rev- og Kaninavlen. Nordisk tidsskrift for import og eksport (Norsk) Norwegen.

Erschien nur bis 1928.

 

14 skandinavische Kaninchenzeitschriften (vgl. unter Kaninchenzeitschriften.)

Dsgl. 6 Veterinärzeitschriften.

Auf p. 27 werden 16 wissenschaftliche Institute für Pelztierforschung

angeführt:

Kanada (2), Dänemark (1), Norwegen (2), Russland (3), Schweden (1), Deutschland (6), U.S.A. (1). Gleichzeitig werden verschiedene Mitteilungsblätter dieser Institute angegeben. Vgl. auch pp. 28 – 30 (Publikationen kanadischer und amerikanischer Institute über Versuche mit Pelztieren).

 

Artikel über Pelztiere in skandinavischen Fachblättern (Pr. 31/50). Von den schätzungsweise 550 Abhandlungen sollen hier zitiert werden:

Haereid, O.:

  1. Kunstig brunst hos ware husdyr. Norsk Pelsdyrblat 5, (8): 169 – 170.

 

Olsson, E.:

  1. Sulfonamidpreparaten och deas användning hos pälsdjuren. Vára Pälsdjur 13 (13): 289 – 291: Norsk Pelsdyrblad 16 (22): 395 – 397.

 

Olsson, E.:

  1. Serum och vaccia. Vära Pälsdjur 14 (13) 278 – 279.

 

Momberg-Jörensen, H. C.:

  1. Tuberkulose hos pälsdjur. Vära Pälsdjur 14 (12): 258; Norsk

Pelsdyrblad 17 (15 – 16): 188 – 189.

 

Olsson, E.:

  1. Paratyfus-Calmonellainfektion. Vära Pälsdjur, 11 (8): 153 – 156. Norsk Pelsdyrblad 18 (16): 195 – 199.

 

Hegnell, N.:

  1. Nytt botemedel mol coccidiosen. Pälstidningen 3 (15): 3. (Aus Svensk Vet.-tidskr.)

 

Johnssen, C. J.:

Kaninchenzucht. (Appendix o Five, I.: Geflügelzucht in Norwegen. Oslo) 1936.

 

Johnssen, C. J. und Stokke, A.:

Veiledning i kaninavl. Utg av Norges kaninavlsforbund. 47 p. Oslo, 1940.

 

Jonason, O.:

Castorres-kaninen. 24 p. Sundsvall, 1929.

 

Joppich, Friedrich:

Unsere Kaninchen-Wirtschaftsrassen.

Mit 30 Abb. 88 p., 8o. Verlag Fritz Pfenningstorff, 1. Aufl. Berlin, 1942.

  1. Aufl. 1944, 87p. , 29 Abb., Druck bei A. Edelmann, Leipzig C1

Eine Rassebeschreibung mit Anleitung für erfolgreiche Zucht unter besonderer Berücksichtigung der zeitgemäßen Forderungen zur Leistungssteigerung. – Glanzstücke dieses Werkes sind m. E. die Ausführungen über das Angorakaninchen und Chinchillakaninchen. – In flüssiger Darstellung erweist sich der Verfasser gleich gut als Historiker, Bibliograph und nicht zuletzt als erfahrener praktischer Züchter.

 

Kaninchen. Zucht und Haltung.

22 p. 8o Heft 48. Der Bauernfreund. Schriftenreihe der Deutschen Verwaltung für Land- und Fortwirtschaft Berlin. Deutscher Zentralverlag Berlin C 2, 1946.

In dieser kleinen Schrift konnte nur das Wichtigste über die Kaninchenzucht gestreift werden, jedoch geschieht das durch einen Experten auf diesem Gebiet.

Auch für bäuerliche Betriebe ist das Kaninchen ein nutzbringendes Haustier. Farmbetriebe für Erwerbszwecke haben sich nach den Erfahrungen des Verfassers bisher nicht bewährt. 1942 besaß man in Deutschland 28.403.000 Kaninchen. Während der Zuchtperiode empfiehlt J. eine dreimalige tägliche Fütterung. Unter dem Rauhfutter nimmt, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, Haferstroh den ersten Platz ein. – Durchweg sind die Kaninchen, vor allem die Zuchttiere, zu eng eingesperrt. Außenställe müssen zugdicht sein, möglichst mit der Front nach Südosten bis Osten. Alte erprobte Häsinnen sollte man zur Zucht behalten und es nicht jedes Jahr neu mit jungen Tieren versuchen. Gute Zuchttiere können 4 – 5 Jahre und noch länger erfolgreich verwendet werden. Das Absetzen der Jungtiere erfolgt im alter von 8 – 10 Wochen. Wundervolle Nutzformen verkörpern die Fotos des Weißen Wiener-Rammlers und der Kleinchinchillahäsin auf Seite 15.

 

Bei Durchfall empfiehlt J. außer pulverisierter Holzkohle und Heu das Verfüttern von  g r ü n e n   W e i d e n-  o d e r   E i c h e n z w e i g e n.

 

Joppich, Friedrich:

Unsere Kaninchen als Helfer.

Anleitung für Halter und Züchter zur wirtschaftlichen Gestaltung einer Kaninchenzucht.

Mit 30 Abbildungen. 100 p. 8o. Deutscher Bauernverlag GmbH., Berlin 1946.

Besonders das Kaninchen ist dazu geeignet, in Notzeiten als Helfer Lücken der Versorgung zu überbrücken, und hat auch beim Bauern Eingang gefunden. (1942 hatte Deutschland einen Bestand von 28.403.000 Kaninchen.)

Als Einstreu in die Stallecken empfiehlt J. Torfmull, der den Urin aufnimmt, den Geruch bindet und den Dung wertvoller macht.

Auf p. 17 Abbildung eines Stalles für Innenräume mit Dungschubladen. Die Futterraufenfrage wird eingehend behandelt, und wir wollen dem hinzufügen, dass die Innenraufe von manchem Züchter auf Grund von Schadensfällen abgelehnt wird. Auch Joppich verlangt einen Deckel für die Innenraufe. – Neben Außenraufen kennt er für größere Zuchtanlagen Futterschächte, die zwischen den Buchten eingebaut sind. Verschiedene Fellspanner werden auf S. 28 reproduziert.

In jeder Rasse gibt es gute und schlechte Stämme. Ganz ausgezeichnet in ihrer prägnanten Formulierung ist die Rassenübersicht, welche Joppich auf pp. 25 ff. gibt. Unter den Farbenschlägen des „Deutschen Widders“ (Französ. Widder) werden genannt: Schwarz, blau, chinchillafarbig, sowie gescheckte Tiere in schwarzweiß, blauweiß und grauweiß, seltener andere Schecken. Die Farbe der Blauen Wiener: Mittel – bis satt – taubenblau. Das Holländer-Kaninchen: „… selten auch braun und japanerfarbig“.

Die Fotos des Großchinchilla-, des Blauen Wiener-Rammlers und der Weißen Wiener-Häsin setzen prächtige Nutzformen ins beste Licht. – Auf Drahtrosten gehaltene Angora sind immer sauber in Wolle. Selbstverständlich ist in der Zuchtzeit Einstreu nötig.

Manche Frage wissenschaftlicher Art über die Kaninchenfütterung im Ganzen bedarf noch der Klärung. „Wir sind noch nicht so weit wie auf dem Gebiet der Großtier- und Schweinezucht oder der Geflügelhaltung.“ Sehr aufschlussreich die Nährwerttabelle der Futtermittel für Kaninchen nach Prof. Dr. Dr. h. c. Lehmann, Göttingen +, wobei der hohe Eiweißgehalt von Erdnusskuchen und Sojaflocken auffällt. Interessante Forschungsergebnisse von Dr. Fangauf und Prof. Dr. Mangold über Nährstoffverhältnis und Ballastfutter. Mit den Giftpflanzen soll man laut Joppich nicht zu ängstlich sein, er warnt aber vor Nachtschattengewächsen. (In der Tat verwenden mein Bruder und ich stets nur Schalen von sorgfältig entkeimten Kartoffen. M.) Zu den von J. als zum Anbau lohnend angesehenen Pflanzen gehört „Rapko“, aus Raps und Krauskohl herausgezüchtet, sowie Markstammkohl, ein reiner Futterkohl und Chicorée, Mais, Sonnenblume u. a.

Das Kapitel Fütterung und „Schaffung von Futterreserven“ birgt eine Fülle wertvollster Hinweise.

Die zwischen Februar und April fallenden Würfe sind die besten.

Gehegezucht: Für Tiere, die später in der Zucht Verwendung finden sollen, ist die Gehegezucht nur zu empfehlen. Freilandtiere aber in Großgehegen verwildern sehr schnell, sind arm an Fleisch, ohne Fettbildung, auch ist das Fell infolge der ständigen Rauferein fast immer beschädigt.

Auf p. 76 eine Gewichtsaufstellung verschiedener Kaninchenrassen für das Alter vom ersten bis zum zehnten Monat. Bei Riesenkaninchen wurde angegeben: 750, 1600, 2625, 3625, 4500 5000, 5500, 5900, 6200, 6500. Also 500 Gramm über dem „Normalgewicht“.

Nach Prof. Raebiger enthält Kaninchenfleisch 40,15 % Nährwerte und nur 59,85 % Wasser.

Mit einiger Übung kann auch die Angorawolle selbst versponnen werden.

Besondere Verdienste um die Erforschung und Bekämpfung von Kaninchenkrankheiten haben sich die Herren Prof. Dr. Seifried (München) und Dr. habil. Schürmann (Bonn) erworben.

Das wertvollste aufschlussreiche Werk eines sehr erfahrenen Praktikers.

Bedeutung einer internationalen Verständigung auf dem Gebiete des Prämiierungswesens.

„Kaninchenzüchter“, 37/1930 – „Ratgeber für Kaninchenzüchter“, 35/1930.

Das nützliche Kaninchen

Fibel für Jung und Alt.

von Friedrich Joppich. Geschäftsführer der Fachabteilung Kaninchenzüchter. Sitz Berlin.  16 Seiten. Landbau Verlag, Berlin. (Joachim Hammer, Berlin-Schöneberg, Berchtesgadener Str. 8.)

Gibt in Versen ausgezeichnete Winke eines Berufenen. Illustriert

Die einfarbigen Kaninchenrassen –

Die bedeutendsten einfarbigen Kaninchenrassen unter besonderer Berücksichtigung der Wirtschaftsrasse

Ausführliche Rassebeschreibung mit Anleitung für die praktische Zucht unter Betonung der zeitgemäßen Forderung zur Leistungssteigerung mit 24 Bildern und Zeichnungen. 96 Seiten 8°.  Hermann Haase Verlag Berlin. 1949

Ausgezeichnetes Bildmaterial. Sachkundig und interessant geschrieben.

 

Die Farben- und Zeichnungskaninchen

mit Berücksichtigung der übrigen sportlich gezüchteten sowie seltenen Kaninchenrassen und einem Anhang über die Meerschweinchen

Ausführliche Rassebeschreibung mit 22 Bildern und drei Zeichnungen. 75 Seiten 8°.  Hermann Haase Verlag Berlin. 1949

Juhre, Fritz; u.a. :

Kleintierzucht und Kleintierhaltung

Ein Leitfaden für die Praxis

211 Abbildungen und 8 Farbtafeln. 483 p. 8°. Deutscher Bauernverlag. Berlin. 1950.

 

Pp. 273/334. „Die Kaninchen“. Von Friedrich Joppich und Fritz Juhre. Sehr gut geschrieben und vorzüglich, illustriert. Kolorierte Tafeln 5a und 5b. : Groß- Chinchilla, Weißer Wiener, Schwarzloh, Helle Groß- Silber, Deutsche Riesenschecke, Holländer. Gemalt von A. Recksiegel. Attraktiv ausgeführt, ohne aber die farbige Kaninchendarstellung um eine neue Note zu bereichern. Photos Nr. 121-158. Zur Abb. Nr. 130 (Rotes Neuseeländer – Kaninchen) soll noch ergänzend bemerkt werden, dass man in U.S.A. weiße  N. herausge­züchtet hat, die in ihrer Walzennutzform, alles bislang Erreichte in den Schatten stellen.

Kálal Jan Vaclav:

Kralikarstvi

Prakticka prirucka pro chovalete kraliku: 77 p. 8° Agrarni nakladatelska spolecnost s r. o. v Praze, 1944.

 

(Sammlung: „Bessere Wirtschaft“ Band 18.) Ing. Vaclav Kalal, Kaninchenzucht, ein praktisches Handbuch für Kaninchenzüchter. Mit 47 Abbild. und einer Beilage, Agrar – Verlags – Gesellschaft, Prag, 1944. Mit einem Vorwort des Ministers für Land- und Forstwirtschaft, 8. Aufl. – Inhaltsverzeichnis: Vorwort des Verfassers p. 9; Wirtschaftliche Bedeutung der Kaninchenzucht p. 11; Idealwerte der Kaninchenzucht p. 13; Zur Entwicklung der böhmischen Kaninchenzucht p. 14

(Übersetzung anschließend); Einstallung der Kaninchen p. 15; Verschiedene Stalltypen p. 21: Inneneinrichtung des Stalles p. 22; Unterbringung im adapt. Viehstall p. 24, dazu Abbild. 10; Kaninchenrassen p.24; Rassenwahl p. 27; Kleine Rassen p. 29; Mittlere Rassen p. 33; Große Rassen (Riesen)  p. 40; Zuchtauswahl p. 42;

Zuchtarten (Verwandtschaftszucht, rassenreine Zucht) p. 44; Allgemeine Zuchtgrundsätze p. 45; Fütterung p. 46; Futtermittel für Kaninchen p. 50; Fütterung und Pflege trächtiger und säugender Häsin p. 51; Absetzen und Aufzucht der Jungtiere p. 54; Pflege des Angora-Kaninchens p. 55; Mästen und Schlachten p. 56; Kaninchenfleisch und –fett p. 58; Verwertung des Kaninchenfelles p.60; Wie sollen die Felle gespannt und getrocknet werden? p. 62; Verwendungs- und Zurichtungsarten des Felles p. 64; Verwertung der Angorawolle p. 68; Kaninchendünger p. 72; Kaninchen–Krankheiten p. 72.

Der größte Teil der Abbildungen stammt von Doz. Dr. Hlouska.

 

Übersetzung des Abschnittes (p.14/15):

Zur Entwicklung der böhmischen Kaninchenzucht. Das Kaninchen ist das jüngste Haustier. Die Domestikation erfolgte im südwestlichen Teil Europas (Spanien, Italien, Frankreich) in später Altzeit.

Nach Mitteleuropa gelangte das Kaninchen erst im Mittelalter und wahrscheinlich als Hauskaninchen noch vor dem Wildkaninchen. – Obwohl der Kaninchenzucht im westlichen Europa große Aufmerksamkeit gewidmet wurde, ist sie in böhmischen Ländern bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts vernachlässigt worden.

In Viehstallungen unter den Futtertrögen ist das „böhmische Kaninchen“ mehr als Spielzeug für Kinder oder zur Belustigung für das Gesinde geduldet worden, ohne Beachtung der wirtschaftlichen Nutzung.

 

Die ersten unserer landwirtschaftlichen Schriftsteller, die auf die wirtschaftliche Bedeutung der Kaninchenzucht aufmerksam machten, waren Franz Fuß (1810), Franz Spatny (1864), Dr. F. Stanislaus Kodym (1869) und besonders Emanuel Ant. Meliš, der im Jahre 1873 das erste Kaninchenbüchlein in tschechischer Sprache „Chov králíků“ (Die Kaninchenzucht) heraus gab.

 

Nach dem Jahre 1870, zugleich mit dem Aufschwung der Kaninchenzucht in Deutschland, wurde ihr auch bei uns erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. In dieser Zeit kamen auch die ersten Importen der edlen Rassen aus Frankreich, Belgien und England (Englische und Französische Widder, Belgische Riesen, das Silberkaninchen). Man hörte auf, die Kaninchen in Viehställen zu halten und baute ihnen eigene Stallungen. Bis zu den neunziger Jahren zeigt die Kaninchenzucht in Böhmen mehr sportlichen Charakter.

 

Erst Johann Wenzel Kálal (Onkel des Verfassers Ing. V. Kálal, der nach dem Verlust seines Vaters von ihm erzogen wurde) hat die böhmische Kaninchenzucht auf eine solide wirtschaftliche Grundlage gestellt und wurde so ihr verdienstvollster Gründer und Pionier. Er gründete 1898 den ersten böhmischen Kaninchenverein und 1902 die Zeitschrift „Králikár ceskoslovanský (Böhmisch-slavischer Kaninchenzüchter), welche Zeitschrift, abgesehen von einer Unterbrechung im Weltkriege, bis 1934 erschien und von Stanislaus Komzák redigiert wurde (Komzák übernahm die Zeitschrift nach dem Tode Kálals).

 

Nachfolgerin in der ehemaligen (im Jahre 1912 gegründeten) „Ustredni jednota králikáru ceskoslovanských“ (Zentralvereinigung der böhmisch-slaw. Kaninchenzüchter) war die „Ceskomoravská jednota chovatelu v. Praze II. Kremencová 6 (Die Böhmisch-mährische Union der Kaninchenzüchter in Prag II. Kremenecgasse 6) welche bis zum Jahre 1942 eine spezielle Kaninchenzeitung “Zájmy králikáru“ (Interessen der Kaninchenzüchter) herausgab.

Im Jahre 1943 wurde die Organisation der Kaninchenzüchter „angegliedert“.

Von anderen Zeitschriften, die Abhandlungen über Kaninchenzucht bringen, verdienen genannt zu werden: „Rádce z. Predmosti“ (Ratgeber aus Pschedmost (jetzt offizielle Zeitung der Vereinigung der Kaninchenzüchter; der den Kaninchen gewidmete Teil wird von Ing. Kálal redigiert). Hier wird auch der größte Teil der Aufsätze des tschechischen Spezialzüchters von französischen Widdern, Karel Vojta, veröffentlicht, von dem bei Kriegsende das druckfertige Manuskript eines Werkes über französische Widder vorlag. „Ceskomoravský rolnik“ (Böhmisch-Mährischer Landwirt), „Nás chov“ (Unsere Zucht).

 

Pocátky ceského králikárstvi a zivotni dilo Jana v. Kálala… Zvlástni otisk z cakopisu „Vestnik Ceské akademie zemedelské“, Rocnik XVI. 1940, cis. 4 – 5.

 

(Ing. V. Kálal: Anfänge der böhmischen Kaninchenzucht und das Lebenswerk des Johann Wenzel Kálal, zum 75. Geburtstagsjubiläum des J. V. Kálal, Separatdruck aus der Zeitschrift „Verkündigungsblatt der Tschechischen Landwirtschaftlichen Akademie“ Jahrgang XVI. 1940, Nr. 4 – 5, mit einem Bilde des Jan V. Kálal. Übersetzung:

 

Zu den historischen Anfängen der böhmischen Kaninchenzucht.

 

Die Domestikation des Wild-Kaninchens wurde in den französischen Klöstern durchgeführt. Von hier verbreitete sich die Zucht in die westeuropäischen Länder. In Frankreich, England und Belgien sind die ersten Edelrassen des Haus-Kaninchens herausgezüchtet worden (französische Widder-Kaninchen, Belgische Riesen, englische Widder), die die Grundlage der rationellen Zucht in Mitteleuropa geworden sind. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts behielt die Zucht dieser Länder den Vorrang, um ihn zu Anfang des 20. Jahrhunderts an Deutschland abzutreten. – Bis zu den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde in den böhmischen Ländern das böhmische Stallkaninchen mit dem Großvieh gehalten; es war teils einfarbig (weiß, schwarz, grau, gelb, hasenfarbig), teils gescheckt. Bis zu diesem Zeitpunkt kann man von einer Kaninchenzucht bei uns nicht sprechen. Das Kaninchen wurde eher als Spielzeug der Kinder geduldet, als zu Nutzzwecken gezüchtet.

 

Erst nach den siebziger Jahren beginnt man auch bei uns, dem Beispiel der westlichen Länder folgend, die Zucht der fremden Edelrassen vom anderen Vieh separat zu betreiben. – Die Anfänge der böhmischen Kaninchenzucht sind mit dem Namen des Dr, F. St. Kodym eng verbunden. Zum ersten Male hat er im Jahre 1869 in der böhmischen Fachliteratur auf die fortgeschrittene Kaninchenzucht der westeuropäischen Länder erfolgreich aufmerksam gemacht in einer vierseitigen Abhandlung „Opostovani Králìkù“ (Von der Kaninchenzucht). In seinem populärsten Werke „Uvod do hospodárstvi“ (Einführung in die Wirtschaft), das auch unter dem Titel „Hospodárskácitanka“ (Landwirtschaftliches Lesebuch) bekannt ist. An Beispielen aus Frankreich und Belgien zeigte Kodym die wirtschaftliche Bedeutung der Kaninchenzucht und forderte die böhmischen Landwirte auf, sie einzuführen. Seine Abhandlung schloss mit folgenden Worten: „Wäre es nicht angebracht, an Ähnliches auch bei uns zu denken, damit aus dem bisherigen Spielzeug eine Industrie entstehe, welche, von anderem abgesehen, unserem arbeitenden Volke mehr Fleischnahrung liefern würde?“ –

Das Interesse, das Kodym erweckte, zeigte sich tatsächlich in den Jahren 1870 – 1880 erfolgten ersten Importen edler Kaninchenrassen aus Frankreich. Obwohl der preußisch-französische Krieg in den Jahren 1870/71 einen wichtigen Markstein in der Kaninchenzucht Mitteleuropas setzte und deutsches Interesse daran auch auf uns übertragen wurde, ist zu betonen, dass wie die deutsche so auch die böhmische Kaninchenzucht die ersten Beispiele und Muster in Frankreich gesucht und gefunden hat, von wo auch in den folgenden Jahrzehnten die überwiegende Mehrzahl der Zuchtkaninchen als reinrassiges Zuchtmaterial importiert wurde. Der deutsche Einfluss auf unsere Zucht wirkt sich erst Ende des 19. Jahrhunderts aus.

 

Besonders war es der Fabrikant J. V. Mastny aus Lomnitz, der viele fremde Länder besuchte und die ersten französischen Widder importierte. Von den ersten Züchtern und Verbreitern der fremden Rassen sind zu nennen: der Pardubitzer Notar J. Richter, welcher auf seinem Hofe in Sam eine große Kaninchenzucht errichtete, J. Körschner aus Wesetz, der Fabrikant Hornych aus Lomnitz, F. Borovec aus Chrudim und der Redakteur der Zeitschrift „Svet zvirat“ (Die Tierwelt), V. Fuchs aus Jitschin, der hauptsächlich das englische Widder-Kaninchen einführte. Wie anders nicht zu erwarten war, ist diese Anfangszeit der böhmischen Kaninchenzucht durch das Interesse für fremde, große und auffallende Rassen gekennzeichnet und nützt hauptsächlich die Sportinteressen aus. Nicht Fleisch- oder Fellerzeugung, sondern überhängende, anomal lange und breite Behänge des englischen Widders – bei uns „Amerikaner“ genannt – waren die wirksamste Propaganda für die Kaninchenzucht in unseren Ländern, obzwar gerade diese Rasse, die mit großer Reklame empfohlen und auch in der Landwirtschaftlichen Presse inseriert wurde, doch am wenigsten für die angestrebte bäuerliche Nutzzucht geeignet war. Die geforderten Preise waren auch unglaublich hohe. So ist in den Jahren 1880/90 für drei Monate alte Nachzucht ein Betrag von 10 Gulden, für sechs Monate alte 15 Gulden und für ausgewachsene, ca. ein Jahr alte Tiere sogar 25 Gulden gefordert worden.

Die eingeführten Tiere wurden mit dem böhmischen Stallkaninchen gekreuzt und ganz langsam ging man zur selbständigen Einstallung über. Anfangs allerdings in sehr unhygienischen Kisten und Ställen. Die eigentliche Rassentechnik wurde noch sehr vernachlässigt. – Die böhmische Kaninchenliteratur vor J. V. Kálal. – Bald nach Kodyms Hinweis auf die Kaninchenzucht veröffentlichte der verdienstvolle böhmische Landwirtschafts-Journalist und Pionier Emanuel Anton Meliš (1872) in der Zeitschrift „Slovan“ (Der Slawe) eine Reihe von Abhandlungen über sie. Ein Jahr später gab er diese Abhandlungen in einem Büchlein zusammengefasst unter dem Titel „Chov králikú auch jak je mozno skrovným penéznim nákladem docici rocné 500 % cistého zisku“ (Die Kaninchenzucht oder: Wie ist es möglich, mit bescheidenem geldlichen Aufwand 500 % Reingewinn zu erzielen) heraus. Verlag: Th. Mourek, Prag. In diesem Werke zergliedert er die ökonomische Seite der Kaninchenzucht, wie es lange nach ihm keiner der zahlreichen Autoren der Kaninchenschriften getan hat.

Das Büchlein ist das erste selbständige Kaninchenwerk in böhmischer Sprache und unser erstes Züchterhandbuch. Sein Widerhall war im Ganzen sehr gering. Melis schrieb später noch in der Zeitschrift „Zivéna“ über Kaninchenzucht. – Bemerkenswert ist, dass in der 2. Auflage des „Uvod do hospodárstvi“ (Einführung in die Wirtschaft) von Kodym aus dem Jahre 1879 das Kapitel „O péstováni králikú“ (Von der Kaninchenzucht) ausgelassen wurde. – Das zweite selbständige böhmische Kaninchenwerk ist das Büchlein des Landesornithologen MU/Dr. VI. Sir, „Králiárstvi“ (Die Kaninchenzucht), 50 p. Kleinformat, Verlag Reinwart, Prag, 1887. Sirs Werk erfreute sich großer Beliebtheit. Die zweite Auflage hat (1898) J. V. Kálal umgearbeitet und ergänzt. Sirs Werk hat das Aufblühen der böhmischen Kaninchenzucht wirksam gefördert. Er beschrieb sieben Rassen (Hauskaninchen, Gehegekaninchen, gewöhnliche französische Kaninchen, Silbergraues, Widder-, Angora- und Hasenkaninchen, damit meinte er die Kreuzung Hase/Kaninchen, den Leporiden), Kaninchenstallungen, Fütterung und Zuchtgrundsätze. Weiter behandelte er ausgiebig den Ertrag aus der Zucht, die Fellverwertung und fügte einige Kochvorschriften für das Kaninchenfleisch bei. Erschöpfend befasste er sich mit den Kaninchenkrankheiten und zitierte aus dem Melis – Büchlein die Kalkulationen über die Rentabilität der Zucht. Sirs Werk erreichte drei Auflagen. – Die beiden ersten böhmischen Kaninchenwerke – Melis und Sir – haben ihre Pionier- und Propaganda-Aufgaben voll erfüllt, besonders tat dies das Werk Sirs. Sie erweckten lebhaftes Interesse für die Kaninchenzucht. Beide Werke haben einen gemeinsamen Fehler: Sie fußen nicht auf eigenen Züchtererfahrungen und Fachwissen, sondern sind im Großen genommen nur erweiterte, ergänzte und unseren Verhältnissen angepasste Übersetzungen fremdsprachiger Kaninchenwerke, besonders des von W. Hochstetter. – In den Jahren 1880 – 1890 finden wir immer öfter Abhandlungen über die Kaninchenzucht. Der landwirtschaftliche Wanderlehrer des Landwirtschaftsrates, J. Dumeck, hat in seinem 1877 erschienenen Werke  „Hospodárská citanka“ (Das landwirtschaftliche Lesebuch) – erwähnenswert ist, dass viele verschiedene Autoren ihre Werke mit dem gleichen Titel versahen – eine Propaganda-Abhandlung veröffentlicht „Nejvice a nejlacinéjsiho masa mozno chovem králikú docilit“ (Das meiste und billigste Fleisch kann man durch die Kaninchenzucht bekommen). – Johann Wenzel Kálal, Gründer und Pionier der böhmischen Kaninchenzucht. – In diesem Jahre (1940) wird es 75 Jahre, dass am 22. Mai 1865 in Bernalitz bei Tábor J. V. Kálal geboren wurde. Sein Vater, Franz Kálal, Halbbauer in Bernarlitz Nr. 37, war ein Bruder des Pädagogen und Propagandisten der slawischen Gegenseitigkeit, des Schriftstellers Karl Kálal. In Pisek absolvierte er im Jahre 1885 die Mittelschule, aber ungünstige Familienverhältnisse (zehn Geschwister) zwangen ihn, statt, wie es sein Wunsch war, Medizin zu studieren, am 1. Januar 1886 eine Lehrstelle an der zweiklassigen Volksschule in Tschernowitz bei Bad Bechyng anzunehmen. Bald erfreute er sich großer Beliebtheit nicht nur bei seinen Schülern, sondern auch bei den Bauern. Er war einer der Schullehrer, die sich nicht nur auf die Schule beschränkten; er arbeitete unermüdlich bildend und wirtschaftlich auch außerhalb der Schule, besonders auf dem Gebiete des Wiesen-, Obst- und Gartenbaus. In den Jahren 1886 -1895 war er regelmäßiger Teilnehmer an den Obst-, Wiesen-, Weinbau-, Landwirtschaft-, und pomologischen Lehrgängen, welche von den Landwirtschaftsschulen in Pisek, B.-Budweis, Troja, Melnik und der Landwirtschaftlichen Akademie in Tábor veranstaltet wurden. Bei einem dieser Lehrgänge hat eine winzige Episode über sein ganzes Lebenswerk entschieden (Wiesenbau-Lehrgang vom 5. – 31. August 1889 in B.-Budweis). Einer der im gleichen Internate wohnenden Kursteilnehmer riss Witze über einen Kaplan, der Angora-Kaninchen züchte, die Wolle ausbürste und aufbewahre. Dies brachte Kàlal auf den Gedanken, sich das Buch Sirs, das er in einer Buchhandlung im Schaufenster gesehen hatte, zu kaufen. Dieses Werk hat Kálal der Kaninchenzucht gewonnen. Sehnsucht nach Heimat brachte Kálal in seinen Geburtsort Bernarlitz, wo er ab 1. März 1891 an der fünfklassigen Volksschule – eine Zeit als Leiter – bis zu seiner Pensionierung tätig war. Im selben Jahre verheiratete er sich mit Anna Frenzl, Tochter eines Kürschnermeisters aus Dobronitz bei Bechyng, an welcher er eine vorbildliche Gattin und geduldige Mitarbeiterin fand. Sein eigenes Haus, Nr. 151 in Bernatitz, wo er Kaninchenzucht betrieben und seine Fachwerke geschrieben hatte, verkaufte er 1900 an die Gemeinde Bernartitz und baute nach eigenen Entwürfen unter persönlicher Aufsicht ein neues Familienhaus, Nr. 5 in Bernartitz, dessen Giebel er der vielsagenden Parole „Espanets Andenken“ versehen ließ. Beim Hause hatte er einen (4 Joch) großen Garten und geräumige Kaninchenställe für die „Prikladná stanici králikárská“ (Vorbildliche Kaninchenstation) angelegt. Diese Zuchtstation ist alljährlich von hundert Besuchern und zahlreichen Exkursionen aufgesucht worden und ist das beste, bei uns für die Verbreitung der Kaninchenzucht größtes Interesse erweckende Mittel geworden. Von hier aus versandte er seine im eigenen Verlage herausgegebene Fachliteratur in die Welt hinaus. Ebenso ist hier seine Fachzeitschrift „Králikat ceskoslovankský“ (Der böhmisch-slawische Kaninchenzüchter) erschienen. Für die Schuljahre 1904/05 war er von den Schulämtern beurlaubt (natürlich musste er seinen Vertreter selbst bezahlen), so dass er sich als Wanderlehrer für Kaninchenzucht völlig der Vortrags- und Propagandatätigkeit widmen konnte.

 

1910 unternahm er eine Studienreise an die Wiege der Kaninchenzucht, Frankreich und Belgien. Sehr oft fuhr er nach Deutschland, um aus eigener Anschauung die Kaninchenzucht dort kennen zu lernen. Hauptsächlich interessierten ihn die Leipziger und Dresdener Fellindustrie. Ebenso wie an seinem ersten Tätigkeitsort so auch in Bernartitz wirkte Kálal eifrig in der Gemeindeselbstverwaltung, im „Sokol“ (einem tschechischen Turnerverband) und nach dem Weltkriege als Redner auf politischen Versammlungen und bei Volksaufmärschen. Als Gemeindehistoriker verfasste er für seinen Geburtsort, unterstützt von seiner Tochter Vlasta (jetzt MU Dr. Vlasta Kálal-di Lotti) eine vorbildlich und sorgsam ausgearbeitete Chronik des Städtchens Bernartitz. Wegen seines unnachgiebigen Nationalismus hatte er im Weltkriege zu leiden; vom Militärkriegsgericht wurde er zu 18 Monaten schweren Kerkers (Zuchthaus; M.) verurteilt, er wurde vorzeitig pensioniert und Gehalt und Pension wurden ihm abgesprochen. Nur dem energischen und unerschrockenen eingreifen des Richters, JUDR. Franz Fric (Kaninchenzüchters), hatte er es zu verdanken, dass er seine Strafe nicht antreten musste. Zu Ende seines Lebens übersiedelte er von Bernartitz nach Pisek, wo er ein Haus gekauft hatte, wo ihn mitten in der Arbeit – er war durch Umstände gezwungen, die Zeitschrift „Králikár“ wieder herauszugeben und zu leiten – der Tod ereilte.

 

Am Samstag, dem 10. September 1927, war er nach Pilsen gefahren, um dort am folgenden Tage im Kaninchenzüchterverein einen Vortrag zu halten; da meldete sich unerwartet heftig ein altes Leiden. Der Vortrag musste abgesagt werden und am 11. September 1927 nach seiner Rückkehr aus Pilsen ist J. V. Kálal in Pisek gestorben. Seine sterblichen Überreste wurden am 15. September 1927 im Krematorium zu Prag (Olschau) eingeäschert und die Urne auf dem Piseker Friedhof zur ewigen Ruhe beigesetzt.

 

Kálals Kaninchen-Fachwerke. Es war nicht so schwierig, das Interesse an der Kaninchenzucht zu wecken, viel schwieriger war es, es zu erhalten, wirtschaftlich auszubauen und ihr gesunde Formen und klare Ziele zu geben, die Kaninchenzucht von Oberflächlichkeit, Dilettantentum, Reklamephrasen und Spekulationsparolen zu säubern und aus ihr einen soliden Bestandteil der Kleintierzucht zu bilden, wie es die Geflügelzucht schon war. Wenn dies Kálal im großen Ganzen gesehen gelungen ist, so verdankte er es seinen persönlichen Qualitäten: unermüdlicher Arbeit, übergroßer Geduld, äußerster Aufopferungsfähigkeit, mehr als durchschnittlicher Genauigkeit und der Zweckmäßigkeit seiner Methoden, die er bei der Verbreitung und Verbesserung des bis dahin scheinbar bedeutungslosen Wirtschaftszweiges geschickt in Anwendung brachte. Vor allem schaffte er sich in langjähriger Praxis, durch gründliches Fachstudium solide Quellen für seine Pionier-, Propaganda-, Literatur-, Organisations- und Züchter-Tätigkeit. Seine Fachschriften, die einen bedeutenden Anteil an der Verbreitung der böhmischen Kaninchenzucht haben, sind aus der Praxis für die Praxis geschrieben und zeichnen sich durch Form und Inhalt aus, sie überzeugten, gewannen, belehrten und führten.

 

Das erste Werk Kálals, „Racionelni chov králikú ve cluzbách malorolnika“ (Rationelle Kaninchenzucht im Dienste des Kleinbauern), erschien 36seitig 1896 bei Reinwart in Prag. Die zweite Auflage dieser Schrift erschien unter dem Titel „Racionelni králikártvi“ (Rationelle Kaninchenzucht). Es war eine kurze, populäre Anleitung zur Kaninchenzucht und beinhaltete Grundsätze für Zuchtauswahl, Belehrungen über Stallbauten und Fellgerbung. Wie schon der Titel (der 1. Auflage; M.) besagt, war das Werk für den Gebrauch des Kleinbauern geschrieben. An diese Kreise hat Kálal besonders gedacht, wenn er die Parole prägte: „Geben wir unserem Volke Fleisch, damit es Blut in die Adern und Kraft in die Arme bekommt“. Leider muss zugegeben werden, dass es gerade diese Kreise waren, in denen das Interesse für die rationelle Kaninchenzucht ein minimales war und lange blieb. Wie schon gesagt, ist im Jahre 1898 die 2. Auflage des „Králikárstvi“ (Kaninchenzucht) von Sir bei Reinwart erschienen, die von Kálal umgearbeitet und ergänzt wurde. Es erschien noch eine 3. Auflage des Buches. Seine anderen Schriften hat Kálal in eigenem Verlag herausgebracht und er sorgte auch für deren Verbreitung selbst. Wie die Erfahrung zeigte, geschah dies zum Vorteil der Kaninchenzucht. Es handelt sich um folgende Schriften:

 

  1. „Králik, jeho odrudy, vyznam n´rodohospodárský a pomucky k povzneseni králikárstvi (Das Kaninchen, seine Abarten, nationalwirtschaftliche Bedeutung und Behelfe zur Förderung der Kaninchenzucht). 1898, 2. Auflage 1908. 110 p. Großformat.

Das Werk behandelt:

Beschreibung der Rassen, private und nationalwirtschaftliche Bedeutung der Kaninchenzucht mit überzeugenden Hinweisen auf die fremdländischen Kaninchenzuchten. Es war bis in die jüngste Zeit das umfangreichste böhmische Kaninchenwerk.

„Kuchyne pestitelu králiku“ (Küche der Kaninchenzüchter). Praktische Anleitung, auf vielerlei Art schmackhafte und nahrhafte Speisen aus dem Kaninchenfleisch zweckmäßig zu bereiten. 72 p. Broschürenformat. Im Jahre 1907 erschien die 3. Auflage, betitelt: „Kuchyne králikaru“ (Küche des Kaninchenzüchters).

„Klálik flanderský ci belgický“ (das flandrische oder belgische Kaninchen). Eine ausführliche Abhandlung über die größte Rasse eines Nutz- und Sportkaninchens, seine Eigenschaften und Zucht nach Vernunftgrundsätzen. 68 p. 1. Aufl. 1899. 2. Auflage 1908, die sehr bald vergriffen war. Dies war die erste böhmische Kaninchen-Monographie und hat die Zucht des belgischen Riesen wirkungsvoll progagiert.

„Chov králiku podle zásad rozumových“ (Die Kaninchenzucht nach Vernunftgrundsätzen). Eine praktische Anleitung zur Kaninchenzucht, – einstallung, -vermehrung, -fütterung, -Produktionsverwertung und Beschreibung der Kaninchenkrankheiten. 80 p., 22 Abbild. Es war die populärste Schrift in unserer Literatur, wie es seine 4. Auflage 1915 bezeugt.

„Rádce králikkárú v nejdulezitejsich otázkách chovu králiku“ (Ratgeber für den Kaninchenzüchter in den wichtigsten Fragen der Kaninchenzucht). 64 p., 1907. Den die ansteckenden Krankheiten behandelnden Abschnitt schrieb Univ.-Ass. MUDr. Boucek. Neben einer gedrängten Beschreibung der Rassen behandelt diese Schrift hauptsächlich die Fellverarbeitung und –bearbeitung zum Pelzwerk. In dieser Beziehung hat das Büchlein noch heute seinen Wert behalten.

„Kapesni kalendar králikáre“ (Taschenkalender für Kaninchenzüchter). Für 1907, 1908 war es ein gewagtes Unternehmen; trotz des wertvollen  Inhaltes und seiner geschmackvollen Ausstattung hat der Kalender nicht den verdienten Absatz gefunden.

 

In der Bücherei „Králikár ceskoslovanský“ (Böhmisch-slawischer Kaninchenzüchter) erschienen einige weitere kleine Abhandlungen, meistens Separatdrucke, wie z. B.: MUDr. L. Seiba: „Vyzivnost králiciho masa“ (Nährwert des Kaninchenfleisches) 1902, M. Hauser: „Králikárský slovnik“ Wörterbuch des Kaninchenzüchters) 1908 u. a.

Der Böhmisch-Slawische Kaninchenzüchter und andere

K a n i n c h e n – Z e i t s c h r i f t e n.

In der Geschichte der böhmischen Kaninchenzucht nimmt einen besonderen Platz ein die Zeitschrift “Rozhled králikárký“ (Kaninchenzüchter-Rundschau), die vom Jahre 1901 ab in Teltsch (Mähren) von dem Musikinstrumentenmacher Anton Kopecký herausgegeben wurde. Diese Zeitschrift bezeichnete sich im Untertitel stolz als „Zentralblatt der mährischen, böhmischen und schlesischen Züchter und Besitzer von Kaninchen, Geflügel und Singvögeln“. Dass es sich nicht um eine spezielle Kaninchen-Zeitschrift handelte, ist daraus zu ersehen, dass der 1. Jahrgang Abhandlungen über Geflügel, Tauben, Ziegen, Singvögel, Fasane, Hunde, Schweine und andere Zuchten brachte. Kopecký hat sogar die  böhmischen Landwirte aufgefordert, Frösche zuzüchten und Froschfarmen anzulegen. Wenn wir diese Zeitschrift durchblättern, stellen wir fest, dass der Redakteur und Herausgeber zwar ein unternehmungslustiger Geschäftsmann war, der sich eine große Kaninchenzucht zulegte und Handel trieb, können jedoch nicht fassen, wie dieser Mann, dem die primitivsten Regeln der Rechtschreibung unbekannt waren, der nicht imstande war, einen Satz richtig zu schreiben, dem jegliche Fachkenntnis fehlte und der in seine Zeitschrift jeden Unsinn und Artikel aufnahm, die ihn selbst lächerlich machten, sich getraut hat, eine Zeitschrift zu leiten und wieso diese sogar sechs volle Jahre prosperieren konnte. Kálal nannte sie „Die Spatzen-Rundschau“ oder „Kaninchenwitz“. Davon abgesehen hat Kopeckýs  „Rozhled králikárský“ der böhmischen Kaninchenzucht wertvolle Dienste geleistet. Bevor lJ. V. Kálal seine Zeitschrift herausgab, veröffentlichte er seine Abhandlungen in den verschiedensten Zeitschriften wie: „Milotický hospodal“ (Milotitzer Landwirt), „Ceské listy hopodárské“ (Böhmische Landwirtschaftsblätter) u. a. Das Jahr 1902 war sehr reich an neuen Zeitschriften der böhmischen Fachliteratur, von denen manche noch heute bestehen, manche aber bald ihr Erscheinen einstellen. 1902 erschien die Zeitschrift „Chov hospodárských zvirat“ (Zucht der Wirtschaftstiere), geleitet von dem Tierarzt J. Taufr in Wal.-Meseritsch, „Uzitecné listy“ (Lehr-Blätter) in Mähr.-Weißkirchen. „Chov drobného zvirectva“ (Zucht der Kleintiere), letztere Zeitschrift wurde das erste Halbjahr in einer Auflage von 5000 bis 10000 Exemplaren kostenlos abgegeben. Zu diesen Zeitschriften gesellte sich der „Králikár ceskoslovanský (Böhmisch-Slawische Kaninchenzüchter), herausgegeben von J. V. Kálal in Bernartitz bei Tábor als die erste böhmische, ausschließlich der Kaninchenzucht gewidmete Zeitschrift, die sich eine zahlreiche Gemeinde von Lesern und Mitarbeitern erwarb und durch ihr hohes Niveau die Anerkennung auch anderer Kreise gewann.

Kálal hat im 1. Jahrgang die Aufgabe der Zeitschrift wie folgt umrissen:

„Keine übertriebene Reklame findet hier Platz. Die Abhandlungen werden einer nüchternen Wirklichkeit und Tatsachen gewidmet werden. Der Aufgabe, die Kaninchenzucht zu heben, kann man nur durch Ehrlichkeit, Wahrheit und strengste Reellität gerecht werden“. Diese Aufgabe hat die Zeitschrift „Kaninchenzüchter“ unerbittlich erfüllt, wenn auch ihrem Leiter und Herausgeber dadurch Schwierigkeiten entstanden und viele Züchter-Spekulanten seine persönlichen Feinde wurden. Die Erziehung der Züchter zur Seriosität nahm keine Rücksicht auf den eigenen Nutzen des Herausgebers. Ohne die Interessen und Liebhabereien einzelner zu berücksichtigen, bemühte er sich, der Kaninchenzucht eine Wirtschaftsprägung zu geben, sie von fantastischen Bezeichnungen und Sportausartungen zu befreien und aus ihr das zu formen, was sie eigentlich sein sollte und Kálal erreichen wollte. „Ein Stück wirtschaftlicher Selbsthilfe des kleinen Mannes“. Viel böses Blut ist durch diesen Standpunkt entstanden und auf den Seiten des „Kaninchenzüchters“ erschienen daher viele Diskussionen und Polemiken.

Kálal hat durch Worte, Beispiele und Hinweise die rationellen Zuchtgrundsätze gelehrt. Er forderte die Züchter auf, sich zu spezialisieren und bewies, dass Züchten dasselbe wie Verbessern bedeuten müsse. Er erklärte ausdrücklich, dass der Züchter die Rasse, nicht aber die Rasse den Züchter macht. Hart und unpopulär stellte er sich gegen das Fieber, neue Rassen herauszüchten zu wollen oder immer neue einzuführen. Oft hat er sich beschwert: „Die Züchter sind ganz  besessen und fiebern danach, etwas Neues herauszuzüchten und kreuzen rücksichtslos alles, was ihnen unter die Hände kommt“.

Auf die Frage, welche Rasse für die Fleisch- und Fellnutzung die beste sei, hat er immer geantwortet: „Die, welche den besten und verständigsten Züchter hat!“ Von der Kaninchenzucht hat Kálal verlangt, dass sie zur Verbesserung der Existenzmöglichkeit des kleinen Mannes diene, den Fleischanteil auf seiner Speisekarte erhöhe und ihn mit billigem doch qualitativ gutem Pelzwerk versehe.

 

Er musste deshalb vielen, die durch Empfehlung fremder, für die Nutzzucht damals noch ungeeigneter Rassen die erstrebten Ziele in Misskredit brachten, entgegentreten. Den Standpunkt, zu welchem wir später auch in der Geflügelzucht gelangten, nämlich, das Eigene zu verbessern und kein Wunder vom Fremden zu erwarten, vertrat er vom Anfang seiner Tätigkeit an, wenn er auch einen durchschlagenden Erfolg nicht erzielen konnte. Er schrieb darüber 1910 in seiner Zeitschrift: „Ob ich wollte oder nicht, ich musste das Interesse an fremden Rassen wecken, die ich alle bis zu dieser Zeit gezüchtet hatte und deren Licht- und Schattenseiten ich kannte. Achtzig Prozent dieser edlen Kaninchen waren mit Nasenkokzidiose behaftet. Ich war überzeugt, dass für den böhmischen Kaninchenzüchter, besonders für den Anfänger, das Böhmische Kaninchen, das verbesserungs- und veredelungsfähig war, die beste Zuchtrasse wäre. Doch die Zeit war nicht dafür. Man hörte nur auf das Fremde; was einen fremden Namen hatte, darum hat man sich gerissen. Ein und dieselbe Rasse führte einige verschiedene Namen. Ich bin überzeugt davon, dass die Veredelung des einfarbigen (schwarzen oder weißen) Böhmischen Kaninchens die dankbarste Aufgabe gewesen wäre. Aber wir wären keine Böhmen, wenn wir das Eigene, zwar vernachlässigte doch veredelungsfähige in Ehren halten würden“. Ihrer Sache hat die Zeitschrift „Králikal“ als illustrierte Monatsschrift gut gedient. Sie wurde frisch und leicht verständlich geschrieben. Den Kontakt zwischen Lesern und Redakteur beweist am anschaulichsten die reichhaltige Beratungsspalte. Die Dienste des Blattes waren allseitig. Zur Sicherung der Realität beim Ein- und Verkauf führte Kálal ein Depositsystem ein. Um die Felle, welche bis zu dieser Zeit als Abfall betrachtet wurden, besser verwerten zu können, übernahm die Redaktion die Vermittlung des Gerbens und Zurichtens, was in den größten Fabriken Deutschlands durchgeführt wurde, da die Versuche, die Felle im eigenen Lande zu verarbeiten, fehlschlugen. Es war eine große Arbeit, ganze Wochen und Monate hindurch Fellsendungen der Leser entgegen zu nehmen, sie zu sortieren, zu kennzeichnen, zu lagern, manchmal auch nachzutrocknen, sie an die ausländischen Firmen zu versenden, umfangreiche Korrespondenz mit den Lesern zu führen und schließlich die fertige Ware wieder von Bernartitz aus an die Einsender zurückzuschicken. Es war eine übergroße, oft nur wenig dankbare Aufgabe. Kálal hat hektographierte Anleitungen über die Fellbehandlung nach dem Abziehen, seine Qualität und die Veredelungsmöglichkeiten angefertigt und an die Interessenten versandt. Unermüdlich hat er im „Králikár“ überzeugt, hat belehrt und die Ergebnisse stellten sich auch ein. Je länger, desto seltener kamen Felle verstunken, schlecht getrocknet, mit schütterer Unterwolle oder Felle von in der Haarung befindlichen Tieren an. Bisweilen war die ganze Familie mit dem Versand der Felle beschäftigt.

 

Die Zeitschrift „Králikaár ceskoslovanský“ hat gute und böse Zeiten durchgemacht. Sie erschien, ununterbrochen unter Leitung und im Verlage Kálals von 1902 bis Ende 1914, als der Weltkrieg eine unfreiwillige Unterbrechung verursachte. Nach dem Kriege erschien sie anfangs wieder unter Kálals Leitung als Beilage der „Zvirena“ (Die Tiere) und zwar 1920 – 1924. Im Jahre 1925 selbständig in Pardubitz unter der Redaktion des erfahrenen Kaninchenzüchters St. Komzák. 1927 hat Kálal wieder Verlag und Leitung übernommen und die Zeitschrift erschien in Pisek. Auch unter Komzák wurde die von Kálal gegebene Richtung und das Niveau bewahrt. Die Umstände zwangen leider Komz´k, der nach dem Tode Kálals (1927) die Redaktion wieder übernahm, Ende 1934 die gute Tradition der Zeitschrift, die 25 Jahre, davon 23 selbständig, erschien, zu unterbrechen.

 

In den Jahren 1908 – 1913 erschien die Zeitschrift „Moravský králikál“ (Mährischer Kaninchenzüchter), welche 1910 auf „Ceskomoravský králikár“ (Böhmisch-Mährischer Kaninchenzüchter) umbenannt wurde. Diese Monatsschrift war das Organ der „zemské sdruzeni králikárských spolku moravských“ (Landesvereinigung der mährischen Kaninchenzüchter-Vereine) und erschien in der Folge in Honetitz, Kremsier, Brünn, Lettowitz. In der Leitung lösten sich: Urbásek, Pechtor, Táborský-Rosický, Soldán. Das Niveau war gut, aber zur Verbreitung der Kaninchenzucht hat diese separate Aktion nicht beigetragen, denn die Kräfte der böhmischen Kaninchenzucht waren für die Erhaltung einer qualitativ und ausstattungsgemäß guten Zeitschrift nicht ausreichend.

 

In der Herausgabe einer speziellen, selbständigen Zeitschrift durch J. V. Kálal hat die böhmische Kaninchenzucht den Vorrang vor den Franzosen, Belgiern und Engländern und reiht sich gleich hinter Deutschland ein. Der Reichsbund der Kaninchenzüchter-Vereine ist 1892 gegründet worden; nur zehn Jahre später wurde der Grundstein zu der zentralen  böhmischen Kaninchenzüchter-Organisation gelegt. Es war wieder J. V. Kálal, der auch in dieser Hinsicht tätig war. Im Jahre 1898 gründete er den „I. ceský spolek pestitelu“ (1. Böhmischer Verein der Kaninchenzüchter) in Bernartitz und 1902 gelang es ihm, unter Mitarbeit des Ing. Nechleba aus Laun die zentrale Kaninchenzüchter-Organisation zu gründen.

 

Anlässlich der Südböhmischen Landwirtschafts-, Industrie- und Nationalbeschreibungs-Ausstellung fand am 24. August 1902 in Tábor die erste Tagung der Kaninchenzüchter-Vereine der böhmischen Länder statt, die mit einer Ausstellung der edlen Rassekaninchen, Pelze, Felle und Kaninchen-Erzeugnisse verbunden war. Als Vorsitzer-Stellvertreter fundierte der Schriftsteller Prof. K. Klostermann aus Pilsen, der auf seinen Reisen durch Frankreich ein leidenschaftlicher Kaninchenzüchter geworden und persönlich mit Kálal freundschaftlich eng verbunden war. Auf dieser Tagung sprach auch JUDr. Erwin Baron Nádherný aus Cholowin, der das Protektorat der zu gründenden „Ustredni jednota králikárú ceskoslovanských“ (Zentralvereinigung der Böhmisch-slawischen Kaninchenzüchter) übernahm. Auf der Táborer Tagung wurde ein Fünfer-Ausschuss gewählt, der die Vorarbeiten abschloss, und am 12. April 1903 fand im Restaurant Chodera in Prag die Gründungsversammlung statt. Die UJKC war eine Vereinigung zur Hebung der Kaninchenzucht in den böhmischen Ländern, deren Tätigkeit in den ersten Jahren sehr intensiv war, später aber an der unheilbaren slawischen Krankheit  – Uneinigkeit und Disziplinlosigkeit – litt. Wie in Böhmen, so auch in Mähren vergrößerte sich die Zahl der Kaninchenzüchter-Vereine. 1900 wurde in Zborowitz (Mähren) der „1. Kaninchenzüchter-Verein“ gegründet. Der erste Vorsitzende der UJKC war Ing. Nechieba, Stellvertreter J. V. Kálal, Schriftführer J. Kremár. Im Rahmen der UJKC hat Kálal lange Jahre gearbeitet, teils als Vorsitzer-Stellvertreter, später als Vorsitzender. Auf der Hauptversammlung der UJKC im Jahr 1907 verzichtete Kálal auf den Vorsitz und wurde in Würdigung seiner Verdienste um die böhmische Kaninchenzucht zum Ehrenmitglied gewählt.

 

Die Vortrags- und Organisationstätigkeit Kálals war sehr umfangreich. Im Laufe seines Lebens hielt er viele hundert Vorträge und Lehrgänge und war ein gerne gehörter Redner. Die Anschaulichkeit seiner Vorträge unterstützte er durch eine Kollektion von Kaninchen-Erzeugnissen (Fell-Imitationen, Pelzen), welche ihn auf allen Vortragsreisen begleitete und das Staunen der Zuhörer erregte. Diese Kollektion war stets der Mittelpunkt jeder Ausstellung. Auf vielen solchen hat sich Kálal eine unübersehbare Reihe von Auszeichnungen, Diplomen, Medaillen für ausgestellte Kaninchen, Kaninchen-Literatur und –Erzeugnisse geholt. Noch zahlreicher waren die Ausstellungen, bei denen er als Preisrichter fungierte. Zur Propaganda benutzte er jede sich bietende Gelegenheit und seine farbigen Plakate, Reklame-Kalender mit Rassenbeschreibungen und Kaninchen-Briefumschläge waren sehr gut gewählte Propagandamittel.

 

Die Tätigkeit der UJKC umfasste ursprünglich alle böhmischen Länder. Nach und nach haben sich Landesorganisationen gebildet. Am 3. Dezember 1905 fand in Prerau eine Tagung der Kaninchenzüchter-Vereine aus Mähren statt (ungefähr zwanzig Vereine), auf welcher beschlossen wurde, den „Zemske sdruzeni králikárských spolku v markrabstvi  moravském“ (Landesverband der Kaninchenzüchter-Vereine der Markgrafenschaft Mähren) zu gründen. Vorsitzender dieser ersten Tagung war Prof. B. Macalik aus Prerau, Schriftführer der nunmehrige Verleger und Chefredakteur der Zeitschrift „Ráce z Predmosti“ (Ratgeber aus Pschedmost) J. Knejzlik. Die Gründungsversammlung fand statt am 18. Februar 1906 in Prerau. In diesem Jahre vereinigte der Landesverband 21 Vereine, die 1908 schon 39, so dass sich die Anzahl der Vereine in zwei Jahren fast verdoppelt hat. Auch in Schlesien ist das Interesse an der Kaninchenzucht gewachsen. Am 12. Mai 1913 erfolgte in Swinow bei Mährisch-Ostrau die erste Tagung der schlesischen Kaninchenzüchter-Vereine, an der 28 Delegierte teilnahmen. Die Gründungsversammlung des „Svaz pestitelu králiku a drobného zvirectva ve vévodstvi siezském“ (Verband der Kaninchen- und Kleintier-Züchter im Herzogtum Schlesien) fand am 23. November 1913 in Stschebowitz statt. Als Verbandsorgan wurde Kálals „Králikár“ bestimmt. Der mährische Landesverband hatte von 1908 an seine eigene Zeitschrift, die aber 1913 ihr Erscheinen eingestellt hat. Bis 1913 war Kálals „Králikái“ die offizielle Zeitschrift der UJKC, welche Vereinigung sich aber stets im Zustande einer gewissen Arbeitsunfähigkeit befand und ihre Energie in persönlichen Zwisten und Reibereien verausgabte. Ihre Funktionäre wechselten fast alljährlich, oft blieben sie den Hauptversammlungen fern. Der Arbeitszusammenhang fehlte, und allen Anstrengungen Kálals zum Trotz war es nicht möglich, Harmonie und einheitliche Tätigkeit zu erzielen.

 

Es ist manchmal geradezu schmerzlich, die Historie des ersten Jahrzehntes der UJKC zu verfolgen, wo im engen Kreise der Mitglieder und Funktionäre es so viele exzentrische Aktionen und persönliche Zwistigkeiten gab, dass nicht nur die Fachtätigkeit gehemmt, sondern auch die Kaninchenzuchtbewegung in der Umwelt diskreditiert wurde. Auch Kálal ist oft schwer angegriffen worden, und gegen ihn wurde, gerade von unseriösen Züchtern und Ehrgeizigen, viel intrigiert, schon deshalb, weil sie bemerkten, dass sie neben ihm als Mitarbeiter nie eine Rolle spielen würden. J. V. Kálal war eine typische Persönlichkeit. Nach den ersten Pionierarbeitsanfängen von Melis und Sir formte er verbissen, planmäßig und hingebend die Grundlagen der rationellen Kaninchenzucht für Böhmen, sowie die züchterischen, organisatorischen und literarischen Grundlagen dafür. Er gab sich ganz und gar dem Kaninchenzucht-Gedanken hin und diente ihm, obgleich man ihn belächelte, ihm die Arbeit erschwerte und ihn oft nicht verstehen wollte, immer treu und wahr mit vollem Erfolg fast vierzig Jahre seines Lebens in der Überzeugung, dass kleine Wirtschaftsarbeit der beste Dienst am Volke ist.

 

Q u e l l e n :

  1. Folprecht: Kurze Übersicht unserer Kaninchen-Literatur in „Zájmy králikáre“ (Interessen des Kaninchenzüchters) Jahrg, 1927, Nr. 10 (ehemals offizielles Organ der 1943 aufgelösten Tschechischen Kaninchenzüchter-Union). J. Hlinecký: Heinrich V. Masiný in „Králiár“

Jahrg. 1926, Nr. 7.

St. Komzák; J. V. Kálal, Leben, Arbeit und Bedeutung, in „Králikár“ Jahrg. 1927, Nr. 10.

  1. Vokoun: Dem Andenken eines der ersten böhmischen Kaninchenzüchter, in „Králikár“, Jahrg. 1926, Nr. 5.

Alle Werke des J. V. Kálal, Jahrgänge der Zeitschrift Böhmisch-Slawischer Kaninchenzüchter, Kaninchen-Rundschau, Mährischer Kaninchenzüchter, usw.

Informationen der Frau MUDr. Vlasta Kálal-di Lotti.

Emanuel Ant. Melis, Vyznacny ceský zemédélny Prúkopnik, novinár a spisóvatel, Zvlástni otisk z casopisu “Véstnik Ceské akademie zemédelské, Jahrg. XVIII., 1942, Nr. 3. Separatabdruck aus dem “Verkündigungsblatt der tschechischen landwirtschaftlichen Akademie”, mit einem Bilde des Emanuel Ant. Melis und einem Faksimilie seiner Handschrift, ferner einer verkleinerten Wiedergabe der Titelseite der 1. Nummer der von E. Melis und Václ. Gottwald redigierten Zeitschrift „Rozhied“ (Rundschau).

Als von ihm benützte Literatur gibt der Verfasser an:

Ing. Václav Kálal: Melisuv caopis „Zivena“ v historii ceského chovu drobnéhö zvirectva. Vestnik Caz, roc. 17, c 4. –

idem: Prvni ceské drubeznické casopisy. Vestnik Caz, roc. 17, c. 8 – 9,-

Boh. Klika: Osmdesaté narozeniny naseho redaktora. Melisuv rozhled zemédélský, roc. XXV., c. 21/22.

Ottuv slovnik naucný, dil XVII., str. 70.

Rocniky  casopisu „Melisúv rozhled zemedelský“, „Zivena“ a spisy Em. A. Melise.

Informace poskytnuté dr. E. Reichem, naklad, B. Simáckem, V. Gottwaldovou, red. J. Nesporem a F. Pithardtem. (Vergl. auch Zeitschrift „Prager Biene“; M.).

Kaninavlernes Aarbog.

1 (1942), 62 p. Kobenhavn, 1943.

Kaninens bostad.

Anvisningar för byggande av burar, utg.

Av Sveriges kaninavelsfóreningars rikstörbund, 28 p. Södertálje, 1941.

Kast, Karl

Das Holländische Kaninchen

  1. Aufl. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Kemp, Heinrich

Das Holländische Kaninchen

  1. Aufl. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Das Havannakaninchen, seine  Zucht und Pflege

  1. Aufl. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Das Havannakaninchen

  1. Abb. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Kleefeld, H.:

Histologische Untersuchungen über die Elementarbestandteile des Kaninchenfelles unter besonderer Berücksichtigung der volkswirtschaftlichen Aufgaben der deutschen Kaninchenzucht.

„Diss. Breslau 1929“.

Kleffner, W.:

Die Pelzkaninchenzucht und Pelzverwertung.

München, 1917.

Knight, Kempster W.:

Book of the Rabbit.

  1. Auflage mit farbigen Bildern. „Von verschiedenen Züchtern und Ausstellern“, herausgegeben von Leonhard U. Gill, Verlag: „The Bazaar“, London, 1881.
    idem 2. Auflage, mit color. Tafeln, 484 p., London (1889), L. Upcott Gill, durchgesehen und vergrößert durch Kempster W. Knight.

Der Einband ist durch das goldgerahmte Bild eines englischen Widders und auf dem Rücken durch das Himalajakaninchen geschmückt. Farbige Portraits (vgl.: Liccardelli). Recht interessant wird der Werdegang des holländischen Kaninchens im „Knight“ behandelt, das in den sechziger Jahren eine schmalere Zeichnung der weißen Brustpartie, die sogen. Ringzeichnung, aufwies; der Vorderfuß ist nur zum Teil weiß gezeichnet. Die Haarstruktur der Stirnpartie des Angorakaninchens ist auf dem farbigen Bild von Lydon (im Book of the Rabbits) bereits üppiger. Eine belgische Riesenhäsin, ziemlich klein im Kopf und mit zu kurzen Ohren ist abgebildet, dazu verschiedene Varietäten des Silberkaninchens. Das „polnische Kaninchen“ zeigt in Bild und Beschreibung noch nicht die markanten Linien des heutigen Hermelinkaninchens. Das Gewicht des „patagonischen Kaninchens“ (eisengrau und mit an der Spitze sich senkenden Ohren; Darwin beschreibt es) wird auf 12 bis 16 Pfund angegeben. Die so genannten Leporiden entlarvt Dr. Hitchmann sehr schnell als echte Kaninchen. – Ein wirkliches Prachtwerk!

 

Der englische Originaltitel des Werkes lautet: The Book Of The Rabbit: History, Variations, Uses, Points, Management, Selection, Mating, Breeding, Exhibiting, Judging, Treatment of the Diseases, Rabbit-Farming, and much other information bearing on rabbits and Rabbit-keeping. With coloured plates prepared from paintings specially made. Secound Edition revised and enlarged by Kempster W. Knight. With a Special Chapte on “Rabbit-Farming”, by Major G. F. Morant. London: L. Ucott Gill, 170, Strand, W. C. (Bibl. mea.)

Kodým, F. St., Dr.:

Úvod do hospedárstvi (Einführung in die Wirtschaft)

enthält seine Abhandlung:

O pestováni králikú (Von der Kaninchenzucht). 1869.

Das Werk ist auch unter dem Titel: Hospodárská citanka (Landwirtsch. Lesebuch) bekannt. In der 2. Auflage der „Einführung..“, 1879, ist das Kapitel „Von der Kaninchenzucht“ nicht enthalten (vgl. V. Kálal; p.)

Königs, K.:

Karl Königs war Sektionsdirektor im landwirtschaftlichen Verein für Rheinpreußen und Vorsitzender des Provinzial-Verbandes rheinischer Kaninchenzucht

Kaninchenzucht zur Fleischgewinnung

Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe. 2. Aufl-. 1916

Kaninchenzucht für Jedermann

Verlag des „Deutschen Rassezüchters“ , Opitz, Bielefeld 1. Aufl. 1916, 2. Aufl. 1917

Kaninchenzucht als Wirtschaftsfaktor unter Berücksichtigung einer zweckmäßigen Verwertung der Nebenprodukte,

  1. Aufl., Poppe, Leipzig 1932.

Nutz-Kaninchenzucht

1916, Verlag Theodor Thomas Leipzig, pp 116, 37 Abb.

Inhalt: Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Kaninchenzucht und –haltung. Geschichtliches und Züchtersprache. Anatomie und Funktion der Organe. Kaninchenrassen. Der Kaninchenstell und seine Ausstattung. Lebensweise und Ernährung der der Kaninchen. Der Zuchtbetrieb. Die Weiterentwicklung der Jungtiere. Die Mast. Das Schlachten und Zerwirken. Zue Fellbehandlung und Fellverwertung. Der Kaninchendünger. Die Krankheiten der Kaninchen. Monatlicher Arbeitskalender. Handel und Wandel mit Kaninchen.

Versuche mit Chinosol.

„Kaninchenzüchter“, 14/1930.

Das Belgische Riesenkaninchen.

Opitz, Bielefeld.

Das Angorakaninchen

Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe, 2. Verb. Aufl. 1932

Das Meissner Widderkaninchen

Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe, 1919

Kaninchenzucht als Wirtschaftsfaktor

14 Abb. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Das Deutsche Widderkaninchen

10 Abb.

Wie baue ich einen Kaninchenstall

Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

 

Die Vererbung in der Kaninchenzucht –

Verlag der Deutschen Gesellschaft f. Züchtungskunde, Berlin 1916

Anhang: Vererbungsfragen von Wanderlehrer Königs

Köschner, Hohann:

Über die Gewichtsszunahme der Kaninchen. „Prager Riese“,

  1. Jahrg. Nr. 21. (1874?)

„Dass die Gehegekaninchen (Lapins des garennes) in ihrer Entwicklungsperiode bei genügender Fütterung und guter Pflege schnell wachsen und an Gewicht zunehmen, dürfte jedem Kaninchenzüchter wohl bekannt sein; aber bis jetzt hat es meines Wissens niemand zu ermitteln versucht, wie viel dieselben von ihrem zartesten Alter bis zur vollkommenen Entwicklung wöchentlich oder monatlich an Gewicht zunehmen. Um dies zu konstatieren, wählte ich zu dem Versuche von vier Jungen einer Erstlingskaninchenmutter, die ein Gewicht von sieben Pfund hatte, ein junges Kaninchen, welches ich separat einsperrte und, da es im Winter war, nur mit Rüben, Heu, Hafer und sonstigen Abfällen reichlich fütterte. Das betreffende Gehegekaninchen kam am 28. November 1873 zur Welt. Ich ermittelte nach vier Wochen sein Gewicht und es wog am:

 

28. Dezember 1873 1 Pfd. 11 Loth Zunahme:
04. Januar 1874 1 Pfd. 16 Loth   5 Loth
11. Januar 1 Pfd. 27 Loth 11 Loth
18. Januar 2 Pfd.   3 Loth 8 Loth
25. Januar 2 Pfd.   8 Loth 5 Loth
01. Februar 1874 2 Pfd. 12 Loth 4 Loth
08. Februar 2 Pfd. 22 Loth 10 Loth
15. Februar 2 Pfd. 28 Loth 6 Loth
22. Februar 3 Pfd.   4 Loth 8 Loth
01. März 3 Pfd. 10 Loth 6 Loth
08. März 3 Pfd. 14 Loth 4 Loth
16. März 3 Pfd. 18 Loth 4 Loth
25. März 3 Pfd. 22 Loth 4 Loth
02. April 1874 3 Pfd. 26 Loth 4 Loth

 

Aus dieser Tabelle ersieht man, dass die wöchentliche Gewichtszunahme ziemlich variiert, dass aber die Gewichtszunahme im 2. und 3. Monat je 28 Loth beträgt, während sie in den nachfolgenden Monaten immer geringer wird. Von dieser Zeit an wog ich das Kaninchen jeden Monat bloß einmal und die Gewichtszunahme stellte sich bis zu seiner vollkommenen Entwicklung folgendermaßen heraus:

 

Das (4wöch.) Kaninchen wog am:

 

28. Dezember 1 Pfd. 11 Loth
25. Januar 2 Pfd.   8 Loth
  1. März 3 Pfd. 10 Loth
  2. April 3 Pfd. 26 Loth
  1. Mai 4 Pfd. 12 Loth
  1. Juni 4 Pfd. 29 Loth
  1. Juli 5 Pfd. 29 Loth
  1. August 5 Pfd. 27 Loth
  1. September 6 Pfd.   9 Loth
  1. Oktober 6 Pfd. 21 Loth

 

Im elften Monate hatte das Kaninchen das Gewicht von 6 Pfd. 21 Loth erreicht. Da ich in die betreffenden Monate das Kaninchen – es war eine Zibbe – verkaufte, so konnte ich meinen Versuchen nicht weiter fortfahren. Was die billige Fütterung des Lapins betrifft, so hat man in der neuesten Zeit zu dem Zwecke den Topinambur anempfohlen. Die Tiere nehmen die grünen Blätter dieses Knollengewächses, welches sich mit dem schlechtesten Boden, ja sogar mit dem Flugsand begnügt, besonders aber im Winter und Frühling, die Knollen sehr gern zu sich und gedeihen sehr gut dabei. Wo größere Eichenwälder sind, dort empfehle ich die Eicheln zur Fütterung der Lapins. Ich verwende die Eicheln stets im Herbst, und zwar mit dem günstigsten Erfolge. Die Tiere fressen sie gern und gedeihen vortrefflich dabei. Da ich die Lapins dreimal im Tage füttere, benütze ich die Eicheln erst abends zur Fütterung. Ein ausgewachsenes Gehegekaninchen frisst abends 16 bis 18 Loth, ein 5monatiges 14 bis 16 Loth Eicheln. Den ganz kleinen kann man keine Eicheln stehen, da sie noch zu schwache Zähne haben. Die Eicheln sind für die Lapins ein kräftiges Futter, wonach ihr Balg viel an Glanz gewinnt.“

 

Korth Dr. D. und Korth H.

Korth’sche Tauben und Hühnerzeitung.

Herausgegeben von Dr. D. Korth und H. Korth, Siebenter Jahrgang. Berlin 1862. Commissionsverlag von Schotte & Co. P. 207 …..“

„Von den jetzt so beliebt gewordenen französischen Kaninchen, welche die Farbe und Größe der Hasen haben und nicht allein des Vergnügens, sondern auch des Nutzens wegen gehalten werden … hat Herr Wilh. Schmidt, Stallschreiberstraße Nr. 5 im vorigen Jahr mehrere Paare aus Frankreich zur Zucht hier eingeführt. Das Paar junge Kaninchen wird von ihm für den Preis von 1 ½ Thlr. Verkauft und versandt; auch nimmt die Redaktion Aufträge entgegen.“

Kóves Gabor, Zoltan (Gabriel Zoltan):

Angöranyúl tenyesztése, takarmányozása, gyapyu fonasa. Feidogozása „Die Zucht, die Fütterung des Angorakaninchens, das Spinnen, die Bearbeitung der Wolle.“

110 p., 27 Abbildungen. Verlag: Der Verfasser A szerzö IV. kindása. Budapest.

Krantz, J. H.:

Praktische Anleitung zur künstlichen Ausbrütung der Eier aller Arten Geflügels und der Aufzucht der künstlich ausgebrüteten jungen Hühner, Enten, Gänse und Truthühner.

Mit vier Zeichnungen nebst einem Anhange über die rationelle Kaninchenzucht.

Herausgegeben von J. H. Krantz. Zweite verbesserte Auflage. Preis 10 Sgr. Berlin (1874?) Louis Gerschel Verlagsbuchhandlung. Wilhelmstr. 32, SW.

Kroepelin:

Der Kaninchenteckel.

Verl. Neumann, Neudamm, 1921.

 

Kühn-Museum:

Bereits bei der Gründung des Landwirtschaftlichen Instituts an der Universität Halle trug sich Julius Kühn mit dem Gedanken, einen Haustiergarten zu gründen, dessen Ausgestaltung im Jahre 1884 abgeschlossen war. Im Jahre 1930 wurde den vorhandenen Sammlungen eine museumsähnliche Darstellung gegeben. – Im Kühn-Museum wird an einem Beispiel –  d e m

H a a r k l e i d   d e s   K a n i n c h  e n s – deutlich gemacht, dass durch die Erkenntnisse der Erbforschung die Züchtung in die Lage versetzt wird, die ursächlichen Faktoren zu erforschen und züchterische Maßnahmen mit Planmäßigkeit durchführen zu können.

Vgl. „Das Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Martin-Luther-Universität Halle (Saale)“. Direktor: Professor Dr. G. Fröhlich. Sonderdruck aus Kühn-Archiv Bd. 50, pp. 14/30. 1938.

 

Kührig, P.:

Die Kaninchenzucht zur Gewinnung von Pelz, Wolle und Leder.

Leipzig, 1919.

Das Japanerkaninchen

10 Abb.  Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Kubelka, Richard :

Systematische Rasse-Kaninchenzucht – Zuchtwinke zur Erhaltung u. Vervollkommnung unserer Kaninchenrassen

1909; Verlag „Systematische Rasse-Kaninchenzucht, Olmütz 12“; Preis K 1.80 franko.

Verfasser: R.KUBELKA, Präsident des 1. Geflügel- und Kleintierzuchtvereine für Olmütz und Umgebung ; Unter Mitwirkung  der Herren: WENZEL SCHWAB, Wien, Obmann der Preisrichter Vereinigung Niederösterreich; L. RECK, Erzüchter der herrlich schönen silberfarbigen  Meissner Widder; J. HEINZ, Erzüchter der pachtvollen 3 farbigen Rheinischen Scheckenkaninchen; D. GAERTNER  Erzüchter der beliebten Chamois-Kaninchen; F. WIECZOREK, Preisrichter und Konstrukteur der berühmten und höchstprämierten „Wieczorek’schen  Kaninchen-Stallungen die im Werke bildlich beschrieben sind; D. FLERTMANN, C. F. TH. LINDNER und andern.

Inhalt des Werkes:

Geschichte des Kaninchens. (1200 v. Chr. bis dato.)

Sämtliche Kaninchenrassen, ihre Entstehungsgeschichte, Rassenmerkmale, Systematische Zuchtwinke. Das Messen der Körperlänge, das Messen der Ohrenlänge.

Allgemeines: Buchführung – Reklame – Tätowieren.

Stallung. Die Herstellung der Stallanlage -Stalleinrichtung – Streu – Stallreinigungen -Stalldesinfektionen.

Fütterung und Futtermittel. Heu – Weichfutter – Körnerfutter, und zwar: Mais – Grünfutter -Rübenfütterung – Biertreber – Malzkeime Rübenschnitzel – „Primus“ Kaninchenzwieback – Das Tränken der Kaninchen – Wasser, Milch.

Zuchtperiode: Auswahl der Züchttiere Hitzigkeit Geschlechtsreife Deckakt: der regelrechte Deckakt  Ursachen der Verweigerung desselben überhitzige Häsinnen – Anzuwendende Mittel um Häsinnen zur Annahme des Rammlers zu bewegen – Einschiebevorrichtung – Gründe, warum man die Häsin nicht durch Gewalt zur Annahme des Rammlers zwingen darf. – Prüfung der Trächtigkeit – Tragezeit –Nestbau – Wurfakt – Säugebeginn – Das Auffressen der Jungen – Nestkontrolle – Aufzucht durch Ammen – Das Unterschieben von jungen – Künstliche Aufzucht von Jungen, nach D. FLERTMANN, SOEST. – Säugedauer – Geschlechtsunterscheidung – Absetzen der Jungen- Trennung der Geschlechter.

Verhütung von Krankheiten und ihre Heilung: Durchfall – Verstopfung –  Trommelsucht – Speichelfluß – Ohrenräude – Augenentzündung – Schnupfen – Wunde Läufe – Totgeburten – Frische Wunden.

Das Töten der Kaninchen: Verschiedene Tötungsarten — Kaninchenschnelltöter-Apparat – Fellverwertung.

Behandlung frisch abgezogener Felle: Originalbericht v. C. F. LINDNER, Inhaber der großen Rauchwarenzurichterei und Färberei, Rötha.

Abbildungen: 19 Rassekaninchen-Abbildungen – 4 Porträts der bekannten Erzüchter von Kaninchenrassen: Herr Altmeister  Joh. Con. SCHULZ, Erzüchter der Blauen Wiener Riesen-Kaninchen  – Herr J. HEINZ, Erzüchter der Rheinischen Scheckenkaninchen – Herr Lehrer D. GÄRTNER, Erzüchter der Chamois-Kaninchen. –  Herr L. RECK, Erzüchter vom Meißner-Widderkaninchen. Abbildung einer Kistenstallung – Abbildung der Wieczorekschen Kaninchen-Stallung – Ansicht der Stallanlage der Amateurzüchterei des Herrn Karl SCHAUFLER, Innsbruck Ansicht der Stallanlage des Herrn Ed. HERZOG, Erlach, Nieder-Österreich  –  Abbildung von Heuraufen und Näpfen für Kaninchen von Herrn H. DESEIFE, Oberhollabrunn –  Abbildung der Raufe „Perfekt“ D. R. G. M. Erfinder und Versender Herr Wilhelm KNÖFEL, Zörbig, Sachsen. – 300-fache Vergrößerung einer Milbe mit Ei, der Erreger der Ohrenräude. INSERATEN-ANHANG.

Kuntz, P.:

Einträglicher Nebenerwerb durch vernünftig betriebene Kaninchenzucht.

Würzburg (1897?). J. M. Richter. Preis 1 Mk.

Hierzu schrieb Max Hesdörffer in „Natur und Haus“ (6. Jahrg. Heft 7, p. 112): „Diese Schrift enthält einige, freilich recht skizzenhafte Abbildungen und gibt über alles, was mit der Zucht zusammenhängt, wünschenswerte kurze Auskunft. Wir glauben kaum, dass die Kaninchenzucht als einträglicher Nebenerwerb jemals nennenswerte Bedeutung gewinnt, denn einerseits herrscht ein schwer zu bekämpfendes Vorurteil (!M.) gegen den Genuss von Kaninchenfleisch, andererseits ist die Zucht auch da nicht rentabel, wo das Futter gekauft werden muss, während es dort, wo genügend Abfallstoffe vorhanden sind, wie z. B. in den Gärtnereien, an der nötigen Zeit zur Pflege dieser Kleintiere fehlt.“

Kupsch, W.:

Die rechtzeitige Erkennung von Kaninchenkrankheiten und ihre Bekämpfung.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1941.

Küthe, Friedrich:

Recht der Kaninchenzucht.

  1. Pfennigstorff, Berlin, 1942.

Ministerialrat F. Küthe behandelt die gesetzliche Seite der Kaninchenzucht.

Lapin

„Lapin-Fleischbereitung“?:

Lapin-Fleischbereitung mit Abbildungen der Tranchierkunst, nebst Anweisung zum Schlachten, Abziehen und Ausnehmen, von einem praktischen Koch.

Neu-Ulm (1874?). Zweite Auflage. Verlag Helb.

Langvad, A.:

Chinchilla-kaninen i Norge.

32 p. Oslo, 1928.

 

Larisch, P. und Schmid, J.:

Das Kürschnerhandwerk, eine gewerbliche Monographie

Paris (?),

Erstaunlich ist die Ausführlichkeit, mit der Larischs „Kürschnerhandwerk“ bereits im Jahre 1902 (!) die verschiedenen Zweige der Pelztierzucht behandelt. (Sowohl Bisam, Biber, Blaufuchs, Marder, Nerz, Opossum, Skunks als auch Karakul, Kanin, Katze und Fohlen!) Selbst im Rahmen der Pelz-Fachliteratur steht dieses Werk wohl einzig da. Bemerkenswert ist vor allem, dass im Teil II („Herkunft der Felle“) an erster Stelle die „Züchtung der Pelztiere“ behandelt wird.

Interessant ist auch die Gliederung des Kapitels I („Pelztierzucht“): a) Haustiere: Fohlen, Hund, K a n i n c h e n, Renntier, Schaf, Katze u.a., b) Züchtung wilder Tiere: Marder, Nerz usw., s. o.

 

Lategahn, E. (Dr. agr.):

Pflege und Fütterung von Kaninchen unter Berücksichtigung der Aufzuchtkrankheiten.

Erschienen in der Schriftensammlung „Lutzeyers Wegweiser für die Landwirtschaft“, Verlag August Lutzeyer, Münden i. W., zitiert von Dr. Lupe.

Lauer, H. :

Der Häsin Trächtigkeit und Wurf

Leipzig: Alfred Michelis

Lázár Andor dr. és Dr. Sovari Schneider, Sandor (Alexander)

Baromfi és Nyúltenyeszlök évkönyve. Baromfi-, hús, prém és Angöranyúltenyesztök kézikönyve. Jahrbuch der Geflügel- und Kaninchenzüchter, Handbuch der Geflügel-, Fleisch-, Pelz- und Angorazüchter.

96 p. Verl. Kisfarmer könyvek kiadása, Budapest 1941.

Lehmann, F. (Prof.):

Der Nährwert der Futtermittel für Kaninchen.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1940 und 1941.

Kaninchenmast.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1940.

Neue Arbeiten über den Nährwert.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1940.

Der gegenwärtige Stand der Forschung über die Ernährung der Kaninchen.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1941.

Kurze Übersicht der Futtermittel in Prozenten der Trockensubstanz.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1941.

Über den Futterwert der Unkräuter.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1941.

Lehmitz, K.:

Stammbuchführung in der Kaninchenzucht.

„Dtsch. Pelztierzüchter“, H. 8 und 9. 1930.

Leifer, H.:

Das Fuchskaninchen.

Arnstadt, S.-A.

Lemoine:

Elevage des animaux de basse-cour.

Paris 1880

 

Lenz, H. O. (Dr.):

Gemeinnützige Naturgeschichte.

Erster Band: Säugetiere, Gotha, Beckersche Buchhandlung. 1835.

Dr. Harald Othmar Lenz war Lehrer an der Erziehungsanstalt in Schnepfenthal. In der oben angeführten Erstauflage weist er bereits 1835 darauf hin, dass „man das angorische Kaninchen früher viel mehr als heute hielt“. Er kennt schwarze, weiße, graue und bunte Exemplare.

Idem –

von Prof. Dr. Harald Othmar Lenz, 5. Auflage herausgegeben von O. Burbach, Lehrer für Naturwissenschaft am Seminar zu Gotha. Mit 12 Tafeln Abbildungen. 650 p. 8o. Gotha, 1873. E. F. Thienemanns Hofbuchhandlung.

Lenz starb am 13. Januar 1870. Das druckfertige Manuskript, an dem wesentliche Veränderungen von dem Herausgeber nicht vorgenommen wurden, fand sich im Lenzschen Nachlass. Lenz war ein ausgezeichneter und interessant schildernder Beobachter. Vom  H a s e n  sagt er:“… Junge kann man aufziehen und wie   K a n i n c h e n   füttern, doch sterben sie sehr leicht. Am längsten halten sie sich, wenn man ihnen nur Heu, Brot, Hafer, Wasser, aber nie Grünes gibt. Zieht man sie mit Kaninchen auf, so bekommt man zuweilen auch Bastarde. Tut man junge Hasen zu alten Kaninchen, so werden sie leicht tot gebissen. Mit Meerschweinchen vertragen sie sich gut. Will man sich die Mühe geben, so kann man sie trotz ihrer Dummheit zu kleinen Künsten abrichten. Ich habe welche gesehen, die die Trommel mit den Pfoten schlugen, mit diesen einen hingehaltenen Hund prügelten, aus einem Pulverhorn den Stöpsel mit den Zähnen zogen, die Pistole durch einen Druck der Pfote abfeuerten und ganz ruhig vor einem brennenden Speiteufel saßen, der mit einem Knalleffekt endete. In Tiergärten hat man sie auch gewöhnt, herbeizukommen, wenn gepfiffen wird …“ auch das, was er über das   w i l d e   K a n i n c h e n   weiß, ist lesenswert. So unter anderem: „… Im Jahre 1838 grub sich ein Pärchen recht ächter wilder Kaninchen unter dem Geländer meines Hofes einen Bau und erzog darin fünf Junge, von denen vier die gewöhnliche Farbe hatten, das fünfte aber ganz schwarz mit einem weißen Sternchen auf der Stirn war und sehr schön aussah. Das wilde Kaninchen bewohnt Süd- und Mitteleuropa, England, Schottland und ist auf der Orkney-Insel Sanday so häufig, dass auf manchem Landgut jährlich 3000 Stück gefangen werden (s. New stat. Account of the Orkney Islands, Edinb. 1842). … Es ist bei weitem klüger und vorsichtiger als der Hase… während des Winters zieht es sogar in Gebäude, worin es Höhlungen und eine ruhige Zuflucht findet; so b. B. wurde mehrere Jahre lang in der schnepfenthäler Reitbahn die Höhlung von ihnen bewohnt, welche rings unten zwischen Mauer und Barriere hinläuft…. In meinem Hausgarten fressen die Kaninchen zur Winterszeit die Blätter und Blüten der schwarzen Nieswurz ab, wenn ich diese nicht schütze; solche Speise scheint ihnen gesund zu sein… In Jahren, wo die Vermehrung sehr stark ist, findet man oft Junge in einfachen Röhren, die kaum eine Elle tief sind. Solcher Nestchen waren z. B. im Jahre 1838 ziemlich viele in meinem Garten nahe bei meinem Hause und zahllos waren die an den benachbarten Bergen…“

Über das   z a h m e   K a n i n c h e n   sagt Lenz: „Dasselbe hat sehr verschiedene Farben; schwarz, weiß, grau, fuchsrot, gelb, bunt; manche sehen fast aus wie wilde; die ganz weißen haben rote Augen. Es wird größer als das wilde. Sie leben zwar gern gesellschaftlich und zusammengewöhnte zanken sich nie um das Futter, allein gegen Fremde sind besonders die Weibchen, wenn sie Junge haben, oft sehr boshaft. Meine Kaninchen haben mir schon öfters Fremde so zerbissen, dass ich sie eilig wegtun musste, ja auch schon mehrere tot gebissen. Dies geht so weit, dass als ich einmal ein noch nicht halbwüchsiges Junges weggetan, aber nach drei Tagen zurückgebracht hatte, die ganze Schar es mörderisch anfiel. Über junge Hasen fallen sie wütend her. Mit Meerschweinchen vertragen sie sich zwar recht gut, beißen ihnen aber doch leicht die Jungen tot. Die Männchen beißen sich, auch wenn man sie einander aufgezogen hat, sobald sie erwachsen sind. Gegen Menschen sind die Kaninchen gutmütig, doch gibt es auch welche, die um sich beißen, wenn man nach dem Nest mit Jungen greift. Nimmt man alte an den Löffeln (Ohren), so suchen sie Einen zu kratzen. Da sie gerne graben, so pflastert oder dielt man ihren Stall, auch macht man ihnen bretterne Röhren, die einen Schuh breit und ebenso hoch sind, viele Eingänge und Abteilungen haben und mit einem Deckel versehen sind, den man heben kann, um sie zuweilen reinigen zu können. Ohne solche Höhlen befinden sie sich niemals wohl. Man gibt ihnen viel Stroh oder trockenes Moos, schützt im Winter den Stall vor Kälte, füttert sie mit Heu, Gras, Kohl, Rüben, Baumblättern usw. und mästet sie, wenn man sie schlachten will, mit Brot und Hafer. Sie fressen sehr viel. Man kann sie leicht gewöhnen, jedes Mal auf einen Ruf oder Pfiff zur Fütterung zu erscheinen, zumal wenn man ihnen öfters Hafer reicht, den sie bald aus der Hand fressen lernen. Junge müssen immer gut mit Futter versorgt werden, denn sie verhungern, bis sie halbwüchsig sind, sehr schnell. Als Getränk setzt man ihnen frisches Wasser hin, aber lieber haben sie einen lauen Trank, wie ihn Kühe und Ziegen bekommen. Es sieht gar niedlich aus, wenn eine Schar von sechs Kaninchen um ein Näpfchen im Kreise sitzt und jedes sein Schnäuzchen hineinsteckt. Säugende Weibchen trinken viel und am liebsten süße Milch. Die Jungen sind zwölf Tage blind. Das Weibchen trägt, bevor es heckt, oft einen ungeheuren Klumpen Moos oder Stroh in die Röhre, macht darin ein für die Jungen passendes Behältnis und füttert es recht weich mit seinen Bauchhaaren aus. Des Tages säugt es in der Regel die Jungen, selbst wenn sie noch so klein sind, nicht, sondern es verrammelt, wenn es geht, den Eingang zu ihnen und besucht sie auch über Tag nicht einmal, sondern sitzt, als ob es von alledem nichts wüsste, bei den anderen Kaninchen. Dabei hat es aber doch sein Augenmerk immer auf das Nest gerichtete. Sind die Jungen so groß, dass sie bald auslaufen wollen, und sitzen sie in einem dunklen Neste recht bequem, so fallen sie zuweilen mit Bissen über die Hand desjenigen her, der es wagt, ihre Ruhe zu stören. Wie stark sich die Kaninchen vermehren, möge man ausfolgendem Beispiel entnehmen. Ich tat im Jahre 1836 ein Pärchen fuchsroter Kaninchen allein; es heckte am 9. Januar sechs Junge, 25. März neun, 30 April fünf, 29. Mai vier, 29. Juni sieben, 1. August sechs, 1. September sechs, 27. September neuen, 4. Dezember sechs. Summa 58 Junge in einem Jahre, wobei ich bemerke, dass ich Weibchen gehabt habe, die noch fleißiger heckten, über die ich aber keine Rechnung geführt. In demselben Jahre nahm ich zwei junge Weibchen, welche aus
e i n e m   Nestchen stammten, und ein junges Männchen, welches zwei Tage später geboren war, aus einem anderen (denn Nestpaare hecken oft nicht zusammen) und tat sie in einen eigenen Stall. Genau an dem Tage, wo die zwei Weibchen den fünften Monat ihres Lebens vollendet hatten, paarten sie sich mit dem Männchen und beide heckten an dem Tage, wo sie den sechsten Monat vollendet hatten (am 2. Januar 1837), das eine sechs, das andere vier Junge. Der Leser möge nun weiter berechnen, wie groß die von einem einzigen Weibchen stammende Vermehrung binnen zehn Jahren sein kann, wobei er immer die Hälfte der Jungen als Weibchen in Anschlag bringen muss. Das Alter erstreckt sich auf sieben bis zehn Jahre. Auf vier bis sechs Weibchen hält man ein Männchen; droht Gefahr, so gibt dieses gewöhnlich ein Zeichen, indem es mit dem Hinterfuße auf die Erde klopft. Ihre natürlichen Feinde mögen diese Tierchen wohl durch den Geruch erkennen, auch wenn sie dieselben nie vorher gesehen haben. So tat ich einmal fünf Kaninchen in einen Stall, woraus ich soeben einen Fuchs, der ihnen Platz machen musste, entfernt hatte. Sowie ich sie losließ, waren sie wie rasend und rannten mit den Köpfen geradezu an alle wände, allmählich aber gewöhnten sie sich ein. Der Kaninchenstall muss gegen Hunde, Katzen, Marder, Iltisse und Ratten gut verwahrt sein. Dass man Kaninchen mit Hunden zusammengewöhnen kann, habe ich schon beim Hunde gesagt. Hier füge ich nur noch eine merkwürdige Tatsache bei. Im Januar heckte mein kleines Spitzhündchen, und da es nur ein Junges lebend zur Welt brachte und ich glaubte, dieses würde ihm nicht alle Milch aussaugen können, so ging ich in meinen Stall, holte ein ganz junges Kaninchen aus dem Neste und legte es dem auf meiner Wohnstube liegenden Hündchen unter, welches ihm auch die Erlaubnis, sich an seiner Milch zu laben, ohne Weigerung erteilte. Am dritten Tage schaffte ich das Hündchen samt seinem Söhnlein und Pflegekinde in den Stall. Es blieb da, ohne vom Nest zu weichen und ohne die dort hausenden Kaninchen und Ziegen zu stören, zwei Tage lang. Am dritten rief es meine Schwester hinaus, damit es einmal frische Luft schöpfen könnte. Während es draußen ist, schleicht sich das alte Kaninchen ins Hundenest, nimmt sein Junges und trägt es zu seinen Geschwistern zurück. Ich rief nun sogleich den Hund, um zu sehen, ob er vielleicht seinerseits das Kaninchen zurückfordern würde, er schien aber dessen Verlust nicht zu beachten.

 

Dass Kaninchen mitunter beißen, habe ich schon gesagt. Hier noch ein Beispiel. Mein Schwager hatte einen alten Kaninchenrammler bei seinen Lämmern. Als die Fütterung mit Esparsettheu begann, behagte dies dem Rammler sehr gut, er hätte gern das ganze Bisschen für sich selbst in Beschlag genommen, setzte sich also dabei, grunzte, biss nach den Lämmern, sprang sogar einem auf den Hals und gab ihm die Zähne tüchtig zu kosten. Zur Hilfe eilende Leute warfen ihn zwar herab, er hörte aber nicht auf, den Lämmern nach dem Halse zu beißen, bis er sich von einer starken Faust fast beim Schopfe genommen und fortgetragen fühlte. Ein anderer meiner Freunde hatte einen solchen Rammler, der bei gutem Futter jungen Ziegen die Beine blutig biss, alten auf das Genick sprang und ihnen die Ohren blutig biss, so dass er abgeschafft werden musste. Solche Tyrannen beißen auch nicht selten Katzen und Ratten weg, sind auch im Stande, ihre eigenen Jungen zu fressen.

 

Die Felle der wilden und zahmen Kaninchen geben ein leichtes gutes Pelzwerk. Von den letzteren sucht man vorzüglich die schneeweißen, schwarzen oder hasenfarbenen. Das Haar wird vom Hutmacher selten benutzt. In Belgien werden zahllose Kaninchen von den Landleuten erzogen, im Winter nach Ostende gebracht und von da nach England verkauft, wo selbst sie eine sehr beliebte Speise sind.

Als ich einige Zeit in Ostende, versicherten mir dortige Zollbeamte, dass im Winter wöchentlich etwa 40.000 Stück nach London geschafft wurden. Auch in Paris habe ich sie in großer Menge auf den Fleischmärkten gesehen.

Das   K a n i n c h e n    m i t   S c h l a p p o h r e n.

Sieht es jetzt öfters, und zwar in gelbgrauer oder gelbgrau und weiß gescheckter Farbe. Es ist größer als das gewöhnlich zahme, die Ohren hängen, und ich habe welche gesehen, deren Ohren so groß waren, wie die Hand eines erwachsenen Menschen. Man zieht jetzt diese Rasse vorzugsweise, um sie als Essware zu benutzen oder zu verkaufen.

Das A n g o r i s ch e K a n i n c h e n (Seidenhase)

unterscheidet sich vom gemeinen durch lange feine Haare und stammt von Angora in Kleinasien. Man hielt es früher in Deutschland viel mehr als jetzt, da seine Haare besser bezahlt wurden. Letzte geben Handschuhe und Strümpfe, die sehr fein sind, aber wegen leichter Zerreißbarkeit der Haare immer abhären, und man hat sich zu hüten, dass nichts von den Haarstückchen in die Augen kommt. Man hält die Seidenhasen wie die gewöhnlichen Kaninchen, mit denen sie auch hecken und sieht darauf, dass beide dem Vieh nicht in die Krippen springen und selbe verunreinigen können. Alle 8 Wochen kann man die Seidenhasen kahl rupfen, wobei man nur etwas Wolle am Bauche lässt. In Zoologischen Gärten zieht man Kaninchen und Meerschweinchen als Futter für Fleisch fressende Tiere .. (vgl. Anhang über das Frettchen.)

 

Licciardelli, Dr. G. u. Cortese, M.:

Coniglicoltura pratica.

283 p. 12°. Con 95 incisioni e 12 tavole colorate. XIII. edizione. Milano, Ulrico Hoepli, 1912.

In diesem allerneusten italienischen Kaninchenwerk feiern die farbigen Bilder von Bungartz und Lydon (aus dem „Book of Rabbits“) ihre Auferstehung; offenbar hat die Kaninchenlitera  tur keine so reiche und sich immer wieder verjüngende Fachbildergalerie, wie man sie etwa in der Hühner- und Taubenliteratur gewöhnt ist. Licciardelli teilt auf Grund praktischer Versuche die Ansicht des französischen Kaninchenschriftstellers Megnin, dass das „polnische Kaninchen“ aus dem Himalaja(Russen-)-Kaninchen herausgezüchtet wurde. Die Verfasser führen als wichtigere 28 Rassen an. Dem Angorakaninchen wird eine ausführliche Behandlung zuteil. Viele Stallmodelle, auch mit außen angebrachten Nistkästen und Raufen. Auf einer Tafel eine eingehende Darstellung der Krankheitssymtome bei Kaninchen nach der Zeitschrift „Jardins et Basses Cours“, Mai-Nummer 1932.

Coniglicoltura pratica.

376 p. 12°. Con 172 incisioni e 12 tavole colorate. Ottava edizione. Milano, Ulrico Hoepli, 1920.

Coniglicoltura pratica.

378 p. 12°. Con 142 incisioni e 16 tavole colorate. Ottava edizione. Milano, Ulrico Hoepli, 1933.

Coniglicoltura pratica.

376 p. 12°. Con 172 incisioni e 12 tavole colorate. Ottava edizione. Milano, Ulrico Hoepli, XXI. Aufl. 1943.

Coniglicoltura pratica.

358 p. 12°. Con 118incisioni e 12 tavole colorate. Ottava edizione. Milano, Ulrico Hoepli, XXI. Aufl. 1971.

 

Liese, W.:

Der Einfluss von Chinosol auf Bakterien und Protozoen im Reagenzglas und im Tierkörper.

„Zbl. Bakter.“, I. Abt., 105. Bd., 1927/28.

Lindekam, O.:

Die Anforderungen an die Leder-Kaninfelle.

„Rageber für Kaninchenzüchter“, 7 und 8, 1930.

Die Torfprodukte und die Kaninchenzucht.

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“, 4 und 5, 1930.

Allerlei Interessantes von Kaninchen und Kaninfellen.

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“, 18/1932.

Liebe, K. Th. (Prof. Dr.):

Gefangene Wildkaninchen,

Zoologischer Garten, 1889 (zitiert nach Ludwig Heck).

Liebe, dessen ornithologische Schriften sehr gesucht sind, liefert uns einen ausgezeichneten Beitrag zur Psychologie des Kaninchens. In dem Alter, als er sie aus dem Bau nahm, nachdem sich die Augen seit drei oder vier Tagen geöffnet hatte, waren sie gegen das Licht sehr empfindlich. Später kommen sie in einen Drahtbauer ohne abgedunkelte Verstecke, aus dem sie zweimal täglich herausgelassen werden, damit sie sich lösen und Bewegung machen können. Einen kleinen, in einem Winkel aufgestellten Abort in Gestalt eines flachen, halb mit Sägespänen gefüllten Kästchens nehmen die meisten ohne weiteres freiwillig an und halten fortan so Stube wie ihren Bauer musterhaft reinlich. Wenn eins sich anfänglich Versehen gegen das Reinlichkeitsgesetz zu schulden kommen lässt. Hilft ein nach dem Tier zur rechten Zeit geworfenes Tuch oder dergleichen in kurzer Frist mit vollständigem Erfolg ab. Selbstverständlich darf man aber die Kaninchen, solange sie in ihrem Reinlichkeitskasten sitzen, nicht stören, – am wenigsten sie darin einfangen. Solche Reinlichkeit bringt man allen Tieren leicht bei, die schon freilebend derlei Lösungsplätze suchen, wie z. B. jungen Hamstern, Dachsen, Mardern (Katzen und Hunden). Jung ausgehobene Stallkaninchen lassen sich bei weitem nicht so mühelos an die Reinlichkeit gewöhnen wie ihre wilden Vettern, und gar manche darunter werden nie reinlich. Feld- und Schneehasen bringt man solche Reinlichkeit ebenfalls nicht bei. Noch in der zartesten Jugend, in welcher die Wildkaninchen nur mit Milch genährt werden, verraten sie bessere Anlagen als die Stallkaninchen unter gleichen Umständen. Setzt man die Tierchen auf den Tisch, dann wissen sie die Gefahr des Abgrundes zwischen Tischrand und Stubendiele sehr richtig zu schätzen, und vermeiden, ängstlich prüfend, unter langsamen Heben und Senken des Kopfes mit dem Näschen und den kleinen Löffeln sichernd, diesem gefährlichen Abgrund zu nahe zu kommen. Junge Stallkaninchen fallen anfangs gedankenlos (es sei mir dieser nicht ganz passende Ausdruck gestattet) regelmäßig hinunter.

Ferner zeichnet sie eine gewisse „Einkennigkeit“ aus, „eine sehr große, fast sklavische Anhänglichkeit an einem bestimmten Pfleger“, der aber, was das Merkwürdigste bei der Sache ist, gar nicht einmal der erste und einzige eigentliche Pfleger, d. h. Verabreicher der Nahrung, zu sein braucht. So hatte Liebes Frau ein ganz junges Wildkaninchen mit Milch aufgezogen, das aber trotzdem zu ihm eine ganz absonderliche Zuneigung kundgab. „Spazierte das Tierchen“, schreibt Liebe, „auf dem Tisch herum und geriet in Furcht, … dann eilte es sofort zu mir und verbarg sich im Rockärmel oder hinter der Weste. Später …sprang es mir auf den Schoß und suchte den Schutz meines Armes auf oder den des Rockflügels.“ Trat Liebe „ins Zimmer, dann wusste Nukkel das sofort, haspelte sich schnüffelnd heran, vergewisserte sich mittels seines feinen Näschens und drückte dann seine Freunde in einigen Kreuzsprüngen aus“. Bald „nachdem es der Milch entwöhnt war, nahm es von meiner Frau keinen Bissen mehr entgegen – überhaupt von niemand außer von mir … Und doch war das Tier durch keine schlimme Behandlung, durch keine üble Erfahrung irgendwelcher Art zu solcher Abneigung und vorliebe veranlasst worden. Mein Landsmann und langjähriger Freund A. Brehm hat stundenlang sich mit demselben beschäftigt und gemeint, ihm dem bewährten Tierwirt, gegenüber könne jene Abneigung nicht standhalten; aber der Liebe Mühe war verloren … Brehm schob seinen Arm unter den meinigen und seine Hand mit dem Zwieback zwischen den Fingerspitzen unter meine Hand, damit das Futter doch ganz verwittert sei: Abermals umsonst, die Nase des Kaninchens war feiner als unser Klügeln, … immer sah man deutlich, dass nur die Nase dem Tiere die entscheidenden Merkmale darbot, keineswegs aber das Gesicht oder das Gehör … Der Geruchssinn ist augenscheinlich der am besten entwickelte Sinn; das beständig auf- und niederzuckende Näschen unterhält in erster Linie die Verbindung des Tieres mit de Außenwelt… Den Grad der psychischen Erregung durch Außendinge kann man ablesen an dem Tempo, in welchem sich die feine Nase bewegt. An einem Stück Zwieback, in vielfaches Papier gewickelt, kann man sehen, mit welcher Schnelligkeit sie von dem Inhalt Kenntnis hat.“ Eigentümlich ist es, dass die Wildkaninchen bei all solchen Mühen sich der Vorderpfoten gar nicht bedienen; dagegen kommt es vor, dass sie „mit beiden Vorderpfoten ärgerlich auf den Ballen los dreschen, der ihren Zähnen beharrlich Widerstand leistet“ und so „zuletzt ihren Zorn erregt“. Übrigens ist auch „das Gehör sicher nicht schlecht“; Liebe will es „aber scheinen, als ob das Gehör der Wildkaninchen verschiedenen Arten von Schall gegenüber sehr stumpf und anderen Arten gegenüber wieder sehr viel feiner ist…Musikalische Klänge äußern fast gar keine Wirkung; dagegen achten die Tiere auf ganz schwache Geräusche, was man an der Bewegung der Löffel erkennen kann, noch besser aber aus dem augenblicklichen Innehalten im Kauen, wenn sie gerade fressen. Stark tönende Schläge erschrecken sie; der Donner macht gar keinen Eindruck. Wenn sie sich sondierend auf unbekanntem Terrain vorwagen“, dann sind die Löffel „in besonderer Tätigkeit und stehen selten symmetrisch gleich, sondern meist verschieden, der eine z. B. nach der Seite und nach unten, der andere nach vorn gerichtet. Offenbar spielt hier das Gehör eine bedeutende Rolle. Man kann das auch daraus abnehmen, dass die Tier gegen eine ganz leise Berührung der feinen Haare, welche an der Innenseite der Ohrmuschel stehen, sehr empfindlich sind.“ Liebe hält es für „möglich und sogar wahrscheinlich, dass das Vibrieren dieser Haare dem Tiere beim Wahrnehmen hilft…“

 

„Dass die Kaninchen ebenso wie die Hasen bei hellem Tageslicht nicht sehr scharfsichtig sind, ist eine längst bekannte Tatsache.“ Deswegen ist es aber doch ein Vorurteil, „dass in der Dämmerung und Dunkelheit das Sehvermögen der Kaninchen ein sehr gutes sei“. Als Liebe, „mit dem Experiment vorgehend, das Verhalten der Tiere prüfte“, fand er „nicht ein einziges Mal, dass sie im Dämmerlicht besser sehen als die Menschen“. Ihren Tagschlaf unterbrechen sie aber in der Gefangenschaft leicht und sind „bei dem kleinsten Anlass zur Hand, auch sogar um die Mittagszeit … So lernen sie sehr rasch das Klappern der Teller und Bestecke verstehen, wenn zur Mahlzeit gedeckt wird, … kommen dann, wenn die Familie sich an den Mittagstisch gesetzt hat, heraus und warten neben ihrem erwählten Liebling, mag das Mann oder Frau sein, hübsch auf“, indem sie, „wie die Hündchen rechts und links, bettelnd und mit der Nase schnüffelnd einen Kegel (‚Männchen’) machen. Dauert es gar zu lange, ehe sie ein Stückchen Brotrinde oder Kartoffel erhalten, dann werden sie wohl auch ungeduldig und springen ihrem Herrn auf den Schoß. Gelingt der Sprung, dann wissen sie recht gut, dass man sie nicht hinab gleiten lassen will, und untersuchen, indem sie die Vorderläufe auf die Tischkante legen, ohne alle Scheu mit den ewig beweglichen Näschen die Düfte, die über dem Tische lagern, und vor allem die Bissen, die auf der Gabel zum Munde wandern.“

 

Lieber als mit ihresgleichen „gehen sie mit dem Menschen, der sie dazu anregt, auf ein Spiel ein: sie spielen Haschens mit der Hand, wenn man sie zu sich auf das Sofa ruft, verstecken sich vor derselben und kommen dann, leise und vorsichtig sichernd, von einer anderen Seite heran, prügeln auch die Hand leise mit den Vorderpfoten, beißen aber dabei nicht – auch nicht schwach und im Scherz. Eine besondere Liebkosung, die sie sich hie und da gegenseitig erweisen, ist die, dass sie sich die Schnauzen ablecken, und diese Liebkosung übertragen sie auch auf ihren Herrn: wenn er ruhig in der Dämmerung auf dem Sofa liegt, kommen sie sehr gern herauf, suchen schnüffelnd das Gesicht und belecken Lippen und Bart. Das stärkste Zeichen inneren Wohlbehagens und freudiger Stimmung scheint aber die Kreuzsprünge zu sein… Ohne besonderen Anlauf, während langsamen Hoppelns oder auch im sitzen, schütteln vergnügte Kaninchen plötzlich den Kopf und springen aufwärts, indem sie sich mit allen vieren zugleich vom Boden abstoßen, etwa einen bis anderthalb fuß hoch. Dabei machen sie in der Luft in der Regel eine wunderliche Drehung, so dass die Körperachse gegen vorher mehr oder weniger rechtwinklig zu liegen kommt. Diese Freudenbezeigung variiert sicherst, wenn die Tiere in das höhere Alter gelangen“, und Liebe vergleicht sie sehr treffend mit den „Bockspringen“ junger Wiederkäuer. Auch Beweise, dass „die Individuen sich als Individualitäten entwickeln“, führt er an und folgert daraus, „wie sehr man sich hüten muss, auf Grund einer Einzelbeobachtung generalisierend auf Eigenschaften der ganzen Art Schlüsse zu ziehen. Eins meiner Wildkaninchen hatte sich angewöhnt, die Stubendielen zu benagen…Ein anderes fand ein besonderes Vergnügen darin, in ein bestimmtes Kleid meiner Frau Löcher zu beißen.“ Aber ihren Genossen fiel es nicht ein, sich diese Untugenden anzueignen“. Bei einem „hatte sich eine große Antipathie gegen einen meiner Pensionäre herausgebildet“: es kannte ihn „schon von weitem am Tritt, … stellte sich ihm knurrend in den Weg und wollte ihn nicht passieren lassen, oder es lief hinter ihm drein und versuchte, ihn in die Stiefel zu beißen“. Ebenso sind „die Lieblingsbissen des einen deshalb nicht das Leibgericht des anderen… Außerordentlich rasch kommen die gezähmten Wildkaninchen zu der festen Überzeugung, dass sie in ihren Reinlichkeitskästchen sich in unantastbarer Sicherheit befinden. Hat das Tier in seinem Mutwillen irgendetwas verübt, wovon es weiß, dass Strafe folgt, dann flieht es schleunig, sobald der Herr ins Zimmer tritt, in den Kasten und verlässt diesen nicht eher, als bis jener sich wieder entfernt hat… Das Bewusstsein des Fehltrittes hält aber nicht länger als eine halbe Stunde, höchstens eine Stunde an …“ In großer Neugier „untersuchen sie alles, was ihnen am Weg liegt; zunächst stellen sie aber eine gründliche Voruntersuchung mit der Nase“ an. „Ausdruck des Missbehagens ist ein eigentümliches „Schnöckeln“ mit den Hinterläufen“, ähnlich wie es die Katzen oft mit den Vorderpfoten machen. Aus Aufstampfen mit den Hinterläufen hat verschiedene Bedeutung. „Nach der sichtlichen Wirkung auf die anderen zu schließen, sind diese Schläge bisweilen Warnungssignale, welche schleunig Flucht in die Baue veranlassen, – bisweilen Sammelsignale, namentlich die Jungen zu den Alten rufende, – sehr oft aber auch vollkommen folgenlose Äußerungen irgendeines Affektes … Schreck, Furcht, Zorn, Ärger und Liebe werden sicher für gewöhnlich durch das Aufschlagen der Hinterläufe ausgedrückt.“ „Liebe“ bedeutet hier so viel als Sorge um die Jungen.

Lincke, J. G.:

Die rationelle Kaninchenzucht und ihr volkswirtschaftlicher Wert.

Mit 10 Abbildungen. Preis 1,50 Mark. Lt. Anzeige des Aug. Schröter Verlags in Ilmenau.

Lincke, Max:

Das Wildkaninchen.

Naturbeschreibung, Jagd, Fang, Abwehr und Verwertung sowie die als Jagdgehilfen verwendeten Tiere. Von Privatforstmeister Max Lincke. Mit 2 farbigen Kunstdrucktafeln und 321 Abbildungen, 448 p. 8°. Verlag J. Neumann, Neudamm, 1943.

Außer dem Kaninchen gibt es in Europa noch vier Arten der Leporiden: 1. den gemeinen Ha sen (Lepus europaeus Pall.), 2. den Alpenhasen oder Schneehasen (Lepus timidus L.), der im Winter mehr oder weniger weiß gefärbt ist, 3. den russischen Hasen (Lepus medius Nilson), der in Mittelrussland heimisch und im Winter heller als im Sommer ist, aber niemals ganz weiß wird, und 4. den korsischen Hasen (Lepus mediterraneus Wagner), eine auf Korsika lebende lebhaft gefärbte Art. Vielsprachigkeit der Namen lässt auf die weite geographische Verbreitung des Kaninchens schließen. Laut Lincke führt das Wildkaninchen jetzt den wissenschaftlichen Namen Oryctolagus cuniculus (L.). Lincke leitet „cuniculus“ auch vom lateinischen „caniculus“ (Hündchen) ab; er kennt ferner noch Namen wie Kaning und Caningen, Conin oder Conil (französisch). Coelho (portugiesische), Robbeken (holländisch), Kanin (dänisch).

 

Auf einer zum südschwedischen Lan Halland gehörigen Schareninsel gelang die Einbürgerung mit einem halben Dutzend gewöhnlicher Hauskaninchen. Die Balgfarbe der von einem kleinen Besitzer dort ausgesetzten Tiere, die sich in die nahen Klippenwaldungen verzogen hatten, wurde fast ausnahmslos blaugrau oder auch rein weiß, genau wie der nordische Hase sie auch zeigt. – Bei dem kleinen holländischen Nicardkaninchen wurde das Gewicht  1 ¼ Pfund gesenkt.

 

Farbabweichungen sind beim Wildkaninchen häufiger als beim Hasen. In manchen Gegenden kommt die gelbliche Färbung des Balges häufiger vor. Man hat auch blaugraue, fuchsrote, schwarze, weiße und auch gescheckte schon beobachtet und geschossen. Die Fotos eines schwarzen und eines gescheckten Wildkaninchens finden sich auf p. 18 und p. 19. Abbildung 55 und 56 zeigen eine Hasenmutter als Wildkaninchenamme und eine Katzenstiefmutter mit Jung-Wildkaninchen.

 

Sehr jungen Wildkaninchen gibt man zuerst nur Reiswasser (staubfein geschlagener Reis wird überbrüht und durchgeseiht). Im 3wochen-Alter dann ein Drittel Wasser, zwei Drittel Milch; in der vierten Woche etwas 15 ccm Wassermilch. Am besten in Saugflasche mit Gummisauger, in Augentropfer- oder Füllergröße.

 

Auch das Wildkaninchen kann von einer Reihe von Krankheiten befallen werden, wie im Linckeschen Werk sorgfältig nachgewiesen wird. Große Verheerungen, besonders unter den Jungtieren, richtete die erbsenförmige Finne des Hundebandwurms an (Cysticercus pesiformis), welche oft traubenartig nebeneinander unmittelbar unter dem Überzug der Leber, des Magens, am Netz, Gekröse und an anderen Teilen des Bauchfells sitzt.

 

Von einer Kreuzung von Wildkaninchenhäsin und Zahmkaninchenrammler in der Gefangenschaft hat Lincke bisher noch nichts gehört, der umgekehrte Fall ist häufig. (1) Lincke bejaht die die Möglichkeit der erfolgreichen Kreuzung zwischen Hasen und Kaninchen. Er beruft sich u. a. auf die von Röhrig 1911 im Institut für Jagdhunde in Neudamm vorgenommener wissenschaftlicher Untersuchung eines Hasenkaninchenbastards, von dem zwei Fotos gegeben werden. Der größere Teil des Körpers ist von einem langen, äußerst feinen und weichen Seidenhaar von wechselnder Färbung bedeckt. In der Fellstruktur erinnert dieses Tier ein wenig an ein stark in Haarung befindliches Fuchskaninchen, wie es Wils „Kaninchenzucht der Gegenwart“ auf p. 159 (Abb. 129) zu sehen ist. Eine eingehende Beschreibung wird gegeben. An Berichten über angebliche Bastarde zitiert Lincke Gayot und Sanson; ferner Bahnmüller und Niederreiter (Jagdzeitschrift Sankt Hubertus, 1919, Nr. 6, p.70) und König 1918, p. 345 l cit. Ich muss gestehen, dass mir trotz aller Literaturangaben eine beträchtliche Skepsis bleibt. Und noch viel weniger bin ich geneigt anzunehmen, dass angesichts großer biologischer Verschiedenheiten sich Mischlinge, wie behauptet wird, so hervorragend fortpflanzen würden. Gayot und Sanson beobachteten laut Lincke bei Generationen währender Inzucht dieser angeblichen Kreuzungsprodukte immer mehr seidenartige Behaarung, Verlängerung der Flaumhaare und das „Seltenerwerden“ des Grannenhaares. Auch dieser wohl mehr pathologische Faktor mag für den Kurzhaarkaninchenforscher zwar sehr interessant sein, ohne aber in der Kreuzungsfrage überzeugen zu müssen.

 

Der Jagd und auch dem Fang des Wildkaninchens mit Schereneisen (Christian Püttner, Leipzig) Röhreneisen (Rudolf Williger, Heinau/Schles.), Bügelabzugeisen, Kastenfallen mit Seitensperren aus Maschendraht (R. Weber und Grell & Co,  Heinau/Schles.), Wippfallen, Kaninchenrohrfalle (R. Weber, Heinau) werden ausführlich behandelt. Das Frettchen wird in einem ausgezeichneten Beitrag geschildert (vgl. Anhang: Das Frettchen), ebenso wie Wachtelhund, Spaniels, Kaninchenteckel und Beizvögel.

 

Auch ein Schrifttumsnachweis ist vorhanden.

 

Wie sehr die wildgraue Farbe dominiert und wie ungemein schnell die Merkmale des domestizierten Kaninchens bei Einkreuzung mit dem Wildkaninchen verdrängt werden, dürften die folgenden Beobachtungen von Lincke dartun: „…Der Gang der Ereignisse war stets der gleiche: Die ausgesetzten Hauskaninchen verschwanden spätestens mit der strengen Jahreszeit, und zwar weniger in folge Reißen durch Raubzeug als wegen ihrer geringen Widerstandskraft gegen die Unbilden der Witterung. Vorher hatten sie durch Paarung mit wilden Rammlern eine zahlreiche Nachkommenschaft erzielt. Diese Kreuzungsergebnisse wiesen meist   S c h e c k e n f ä r b u n g auf, die im ersten Jahr sehr viel Weiß enthielt, das aber von Jahr zu Jahr zurückging, bis es im vierten Jahr wieder ganz verschwunden war. Schwarze Farbe auch in Mischung, trat sehr selten auf. Das Blut des Hauskaninchens geht also in dem des wilden nach kurzer Zeit wieder restlos verloren. Wie mit der Farbe so ist es auch mit der Stärke. Alle im dritten oder vierten Jahr gesetzten Kaninchen haben wieder die geringe Stärke der Wildkaninchen, nachdem im ersten und im zweiten gesetzte geringe Zunahme im Gewicht erkennen ließen.“

(vgl. Anhang über das Frettchen)

Lindner, F. W. und Dr. Fr. H. A. Lachmann:

Malerische Naturgeschichte der drei Reiche, für Schule und Haus.

Zweiter Stereotypabdruck. Oehme & Müller, Braunschweig, 1850.   476 p. 4° mit 28 Farbtafeln. (1. Auflage gegen 1840.)

Transatet in to English and published by J. J. Ewer & Comp. London (between 1840 and 1848).

In der deutschen Ausgabe lesen wir p. 126 ff. über das Kaninchen (L. cuniculus): „…später haben sie sich nach Frankreich, Englang und Deutschland verbreitet, wo sie verwildert jetzt in Höhlen leben, namentlich in den Sandhügeln an der Küste der Nordsee bis zum Thüringer Wald; im südlichen Deutschland kommen sie, außer im eigentlichen Österreich, nicht verwildert vor.  L e b e n s w e i s e. Man hat von diesem niedlichen Tiere eine wilde und eine zahme Abart. Die Farbe der ersteren ist oben beschrieben; sie haben schwarze Ohren, keine roten, sondern grauliche Augensterne und einen kleineren und schlankeren Körper. Das zahme wird anderthalb Fuß und darüber lang und die Farbe seines Haares hat sich durch die Zähmung sehr verändert; denn es gibt ganz schwarze, schwarz- und weißbunte, rotfahle, hell- und dunkelaschgraue und ganz weiße. Letzter haben immer rosenfarbene funkelnde Augen, sind also Leukopathen… Die zahmen Kaninchen, die man zum Nutzen und Vergnügen aufzieht, hält man gewöhnlich in einem gepflasterten Stalle, weil sie sonst die Gebäude untergraben und vielen Schaden tun. An sich sind es reinliche Tiere; nur ihre Wohnungen verunreinigen sie und verpesten durch ihren Harn die Luft. Sie vermehren sich stark, doch sterben die Jungen in einem solchen unnatürlichen Aufenthalte oft. Wer es daran wenden will, kann ihnen im Garten einen bequemen Aufenthalt verschaffen, indem er entweder einen Platz mit Wasser oder mit einer Mauer von einigen Fuß Höhe und Tiefe umgibt, und diese Tiere da selbst einsperrt, wo sie graben können, ohne Schaden zu tun.  Sie vermehren sich dann weit stärker als in einem Stalle. Man ernährt sie meistens mit Pflanzenstoffen, doch fressen sie auch mitunter Speck und sogar Fleisch. Der Mensch hat dieses kleine Tierchen wie den Hasen zuweilen zu allerlei Künsten abgerichtet, z. B. Trommel zu schlagen, die Pistole abzuschießen etc. Der Seidenhase oder das Angorische Kaninchen, L. c. angorensis, ist eine merkwürdige Spielart des vorigen Tieres mit sehr langen, seidenweichen Haaren, welche erst vor 40 Jahren aus England nach Deutschland verpflanzt wurde, wohin sie von Angora in Kleinasien kamen. Man kämmt monatlich die zwei bis drei Zoll langen Haare aus und macht daraus Strümpfe, Handschuhe und dergleichen.“

Lloyd, F. C.:

The Rex Rabbit.

Vancouver, 1931.

Lippold, O.

Das Hermelinkaninchen

  1. Auf. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Lookley, R.M.

Letters from Skokholm, London,

J.M. Dent & Sons Ltd.  1947

Kaninchen pp. 3-4, 10, 27, 41, 48-56, 80, 85, 89, 90, 105, 131, 204, 210, Krankheitsvirus des Kaninchen p. 53 .

Auf p. 48 gute Wildkaninchenzeichnung von Charles Tunnicliffe.

Von 1324 ab wurde diese Insel (In der Nähe von Pembrokeshire) als Kaninchengehege benutzt. Diese Kaninchen wurden ausschließlich mit Frettchen und Netzen von Berufsfängern erbeutet, die hauptsächlich von Gerstenbrot und Kaninchenfleisch lebten. So kaufte bspw. im Winter 1387- 88 John Wyllyam aus Haverfordwest die Felle von 3.120 und die Rumpfe von 2.318 Kaninchen, 540 Kaninchen verbrauchten die beiden Fänger, und 262 Kaninchen dienten als Futter für die Frettchen. (Ministerial Account 1207. Nr.11, vgl. auch Pipe Roll of Edward III records – 1325/1326 – : 15 Pfund 12 Schilling wurden als Beihilfe für 3 Frettierer, Salz, Bindfaden für Kaninchennetze sowie für Bootsmaterial angeführt. Das Skokholm-Kaninchen ist etwas kleiner und wiegt ungefähr zwei (engl.) Pfund, also vier oder fünf Unzen weniger als das Festlandkaninchen. Infolge des größeren Anteils der langen schwarzen Haare ist es auf der Oberseite ein wenig dunkler. Albinos sind selten, Lockley hat nur zwei in zwölf Jahren gesehen, aber schwarze sind häufig (5 %). Andere Mutationen dürften von Zahmkaninchen herrühren, so besonders eine Varietät mit sehr langem, feinem wollartigen Haar in intensiv graubraunem Ton, vielleicht Abkömmlinge von eingeführten Angorakaninchen. Und ein Typ „mit einem weißen Nasenstreifen und Nacken und Vorderteil – der so genannten Blesse und Sattel der Holländerrasse des Zahmkaninchens.“ Gelegentlich fanden sieh abweichende Stücke dieser Holländer mit lan­ger Angorawolle vor.

Von einem erfahrenen Kaninchenfänger erfuhr Mr. Lockley, dass ein Hund es nicht mit dem Fastlandkaninchen aufnehmen konnte, während die Kaninchen von Skokholm unschwer von ihm gefangen wurden. Somit dürften diese Tier an der nicht mehr für den Daseinskampf benötigten Schnelligkeit eingebüsst haben.

Mehrfach versuchte L. die Insel mit Chinchillakaninchen zu bevölkern, was misslang, da die Wildkaninchen trotz unglaublicher Anstrengungen – Frettchen, Fallen, Krankheitsvirus Myxomatosis cuniculi, Calcium, Cyamide-Staub – nicht auszurotten waren. Zurzeit wird Cyangas angewandt.

Löbl, József (Josef) – özv. Horovitz Tiborné (Frau Tibor Horovitz):

Az angora nyúl okszerú tenyésztése és betegségeinek gyógykezelése. /Hasznos tanáaacsek a gyakorlatból a gyakoriat számára/ (Die rationelle Zucht und die Behandlung der Krankheiten des Angora-Kaninchens. /Nützliche Ratschläge aus der Praxis für die Praxis/).

Verlag: ME-TA, Arad 1945. 104 p. Mit 2 Tafeln (ungarisch).

Löns, R.:

Vernunftgerechte Kaninchenzucht.

1922.

Loudon, Mrs.:

Domestic Pets.

London, 1851.

Enthält ein Kaninchenbild (Holzschnitt) des Gefllügelmalers Harrison Weir.

Loudwin, H.:

Wie erziele ich für meine Felle bessere Preise?

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1940.

ABC der Rohfellbehandlung.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1941.

Lossow, A. F.:

Die Hasenkaninchen (Lapins).

Selbstverlag, Berlin (1974).

Der Verfasser betrieb in Berlin-Steglitz den Import und Export von „Fremdländischen Tieren, wie Kaninchen, Geflügel, Wild, Hasen, Schweinen, Hunden usw.“. Er war auch Vorsteher einer offenbar von ihm gegründeten Vereinigung „Berliner Verein für Fleischvermehrung durch Lapinzucht“.

Maar, A. (Dr.):

Über den wirtschaftlichen Wert der Kaninchenzucht.

Kalender für Geflügelfreunde. Redigiert von Gustav Meyer. 1883.

Druck und Verlag von Wilhelm Köhler, Minden. pp. 67/69.

Dr. A. Maar Gent, bekannt durch sein „Illustriertes Muster Enten-Buch“, betont, dass der wirtschaftliche Wert der Kaninchenzucht durchaus nicht zu unterschätzen ist. Emil de Laveleye sagt in einem Kongressbericht 1878 in Paris über die Bedeutung der belgischen Kaninchenzucht:

„Sie werden von Arm und Reich betrieben und haben sich besonders in den beiden Flandern zu einem bedeutenden Höhepunkt emporgeschwungen. Nach der Aufnahme von Jahre 1866 waren annähernd 878.084 Stück vorhanden…. Auf dem Markt zu Ostende werden wöchentlich 300.000 zur ausfuhr nach London verkauft, wo der wöchentliche Verbrauch wenigstens eine halbe Million beträgt.“ In Gent beschäftigt das Zubereiten und Färben der Kaninchenfelle einige Tausend Arbeiter. Der Pelz des Silberkaninchens wird mit 120 – 300 Mark das Hundert bezahlt. „In Deutschland scheint man in allen Schichten der Bevölkerung noch eine gewisse Abneidung gegen Kaninchenfleisch zu hegen…“ Maar zitiert Hochstätter und Huperz. In einer Nachschrift des Herausgebers wird anerkennend darauf hingewiesen, dass der sächsische  Lapinzuchtverein zu Chemnitz es sich zur Aufgabe gestellt hat, die Kaninchenzucht als einen Nahrungs- und Handelszweig herauszubilden.

Mauch, A.:

Cresterea iepuilor de casa (Die Zucht der Kaninchen).

Bucuresti 1944 Editia a III. (Auflage), ex Biblioteca Agricola a ziarului “Universul” (In der Auslieferung: Die landwirtschaftliche Bibliothek der Zeitung „Universul”). Nr. 19, 40 p., 26 Textabbild. (rumänisch).

Folosirea iepurilor de casa (Die Verwertung der Kaninchen).

Bucuresti 1944 ex Biblioteca Agricola a ziarului „Universul“ (Landwirtschaftliche Bidliothek der Zeitung “Universul”) Nr. 33. Verlag: Universul Bucuresti (rumänisch).

Lepuri de casa (Die Kaninchen).

pag. 65 – 95 mit 26 Textabbildern. In Handbuch: Mica Zootehnie (Kleintierzucht) ex coll. „Stiinta si Tehnica Agricola“. Vol. III, Nr. 4 (Landwirtsch. Wissenschaft und Technik) Verlag: „Cartea Romaneasca“ – bucuresti 1945 (rumänisch).

 

si Stefanescu, C.:

Lepurele Angora (Das Angorakaninchen).

Becuresti 1943 (rumänisch).

Mahlich, Paul:

Unser Kaninchen. Ein ausführliches Handbuch für alle Züchter und Liebhaber von Kaninchen.

Mit vielen Textabbildungen und 24 Bildtafeln nach Aufnahmen lebender Tiere, Stallanlagen usw. Unter Mitarbeit von Bastian, Zähringen; Blattner, Straßburg i. E.; Heintz, Grevenbroich; Martin, Horneburg; Ott, Bamberg; Rau, Reinickendorf, Rühle, Meißen; Scheel, Wollin; Schwab, Wien; Ziemer, Husum. Herausgegeben von P. Mahlich. 264 p., 8°. Berlin Fritz Pfennigstorff, Verlag für Sport und Naturliebhaberei (1903, 1. Auflage).

  1. Mahlich war Spezialzüchter belgischer Riesenkaninchen in Gleiwitz (O.-S.), Teuchertstr. 39, er hat im gleichen Verlag auch ein Werk über Nutztaubenzucht veröffentlicht. Farbige Tafeln fehlen im Gegensatz zur II. und III. Auflage, jedoch ist das Umschlagbild, ein englischer Widder, farbig gehalten. Das Werk ist u. a. mit für die damalige Zeit ganz hervorragenden Reproduktionen von Fotos ausgestattet, die Dr. E. Bade, Berlin, zuletzt in New York wohnhaft, aufnahm. Bade bestätigte sich vielfach für den Verlag Pfenningstorff als Schriftsteller, Fotograf und Maler von Zierfischen, Hühner- und Tauben-Zuchtrassen. In prächtiger Weise spiegelt sich in seinen Fotos der hohe Stand der alten englischen Widderrasse. Große Körperlänge und gute Kondition zeigt der belgische Reisen-Rammler (Großaufnahme) von Albert Franke, Berlin, er fällt jedoch in Breite und Masse der Vorderpartie ab, wenn auch, wie gesagt, der Schrei nach Länge erfüllt ist. Beim B. R. werden „in neuester Zeit“ (1903) außer grau noch weiß, schwarz, blau und gelb anerkannt. Den Ohren, die gemessen wurden, werden in der Bewertung bis zu 10 Punkten zugebilligt.

„An verschiedenen Orten Deutschlands haben sich Spezialklubs zur Hebung der Zucht der B. R. gebildet.“ Offenbar nahm in der Kaninchenzucht der B. R. die gleiche befruchtende und anspornende Stellung ein wie das Cochinhuhn in der Geflügelzucht. Der Blaue Wiener, gezüchtet von Heinrich Schwab, Wien, reicht noch nicht entfernt an den prächtigen Nutztyp unserer Zeit heran. Das hinter S. 82 abgebildete Angorakaninchen lässt schon Stirn, und Ohrbüschel erkennen. Für Japaner (Fotos aus Gleiwitz), die noch Weiß aufweisen, scheint große Aufnahmefreudigkeit zu bestehen, sie stammen aus Belleville oder aus Montmartre eher denn aus Tokio. (L’Aviculteur, 1891) 1887 wurde dieses Kaninchen erstmalig im Jardin d’Acclimatation ausgestellt. Lothringer Riesen werden uns als „neue Mischrasse“ von französischen Widdern und belgischen Riesen vorgeführt, sie erinnern an den französischen Groß-Normandiner (Géant normand – Lapin gros normand – géant picard). Auf Bildtafeln größere Zuchtanlagen von A. Engel, Berlin-Reinickendorf und von cand. Jur. Ernst Schöffel, Bad Zittel (Sachsen). Das Gerben der Felle wird von Kürschnermeister Losinsky, Berlin, erläutert. Des Weiteren sind Kaninchenteckel und Frettchen abgebildet. Das Frettieren wird beschrieben.

Mahlich, Paul:

Unser Kaninchen. Ein ausführliches Handbuch für alle Züchter und Liebhaber von Kaninchen.

Mit vielen Textabbildungen und 24 Bildtafeln nach Aufnahmen lebender Tiere, Stallanlagen usw. Unter Mitarbeit von Bastian, Zähringen; Blattner, Straßburg i. E.; Heintz, Grevenbroich; Martin, Horneburg; Ott, Bamberg; Rau, Reinickendorf, Rühle, Meißen; Scheel, Wollin; Schwab, Wien; Ziemer, Husum. Herausgegeben von P. Mahlich. 316 p., 8°. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Berlin Fritz Pfennigstorff, Verlag für Sport und Naturliebhaberei (1909).

Diese Auflage wurde durch vier farbige Abbildungen bereichert, die der Tiermaler Schröder (er malte auch für das Geflügel-Handbuch von Bruno Dürigen, Leipzig, 1910, J. J. Weber) entwarf: Anatomische Darstellung, ein etwas lang geratenes blaues Holländer Kaninchen, ein nicht unübel ausgeführter Belgischer Riese und ein mittelschattiertes Grausilber, ganz der Typ, wie man ihn um 1910 herum kannte und hielt. Auf Seite 209 erwähnt Ziemer, Husum, das blauäugige Scheckenkaninchen als Mutation des Holländers. Das untypisch abgebildete „Polnische Kaninchen“ führt jetzt den Namen „Hermelinkaninchen“.

Mahlich, Paul:

Unsere Kaninchen. Ein ausführliches Handbuch für alle Züchter und Liebhaber von Kaninchen.

316 Seiten mit über 100 Textabbildungen, sowie 20 farbigen und 16 schwarzen Bildtafeln nach Aufnahmen lebender Tiere. Unter Mitwirkung von Arztberger, Harburg a. E., Busch, Neusorg im Fichtelgebirge; Jockisch, Beuthen (O.-Schl.), Pescheck, Gleiwitz (O.Schl.); Plötner, Leipzig- L.; Adolf Raeithel, Schwarzenbach a./S., Schlie, Zingst (Darss); Ziemer, Arnstadt (Thür.) u.a. Herausgegeben von P. Mahlich. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. 316 p. Fritz Pfenningstorff, Berlin W.57. Verlag für Naturliebhaberei. (1919)

  • Absatmmung, Körperbau, Natur und Lebensweise
  • Das Hauskaninchen und seine Rassen
  • Pflege, Züchtung
  • Krankheiten und Feinde
  • Verwertung
  • Der Kriegsbeschädigte und die Kaninchenzucht
  • Die volkswirtschaftliche Bedeutung

Die farbigen Tafeln stammen von dem bekannten Kunstmaler Zander. Kurz vor seinem Tode erhielt ich von diesem, meinem Freunde, 16 Tafeln. Russenkaninchen, Hermelin-K. (rotäugig), Rheinisches Scheckenk., gut gelungen, Gelbsilberk., Alaskak., Hasenk., sehr typisch, Angora-K. mit bereits reichlichen Stirn- und Ohrbüscheln, Weißes Wiener-K., Japanisches K., Meißner Widder-K., Geschecktes französisches Widder-K., typisch dargestellt, Französisches Riesen-Silberk., kräftig im Farbton, mit dunkler Maulpartie, Blaues Wiener-K., sehr gut getroffen, Deutsches Riesen-Scheckenk. Mit starkem Backenfleck, Weißes Riesenk., Black an Tan-K.

 

Kaninchenzucht als Liebhaberei und Einnahmequelle.

Ein Wegweiser für den Anfänger in der Kaninchenzucht.

80 p. mit zahlreichen Abbildungen. Preis 1 Mk. Verlag Fritz Pfenningstorff, Berlin (1909?)

idem.

  1. Auflage. Mit 16 Bildtafeln auf Kunstdruckpapier und zahlreichen Textabbildungen. Preis 5 Mk., Verlag Fritz Pfenningstorff, Berlin (1921?).

Tierzucht und Landwirtschaft

(1919).

Die farbigen Tafeln sind bereits an anderer Stelle des Buches gewürdigt worden. Außer den 16 Tafeln von Zander wurden die 4 farbigen Bilder der II. Auflage beigegeben. Auf Schwarzdrucktafeln finden wir noch Reproduktionen anderer Zander’scher Bilder und zwar: Nach Seite 18 einen Holländer Rammler und nach Seite 138 ein Havanna-Kaninchen. Auf der gleichen Tafel nach Seite 18 ist ein prächtig geformter englischer Scheckenrammler „Fritzl“ in blendender Kondition abgebildet, der allerdings in der Zeichnung durchaus nicht mehr genügte. Bedeutend fortgeschrittener präsentiert sich das Zuchtmaterial von Plötner, Leipzig, so auf der Tafel nach Seite 112. Plötner veröffentliche auf pp. 103/117 einen sehr gründ­lich geschriebenen Beitrag. Über den genetischen Charak­ter der Rasse war er freilich noch nicht so unterrichtet, wie wir es heute sind. Recht neuzeitlich wirkt schon das Photo des französischen Widderkaninchens auf p. 46 (Fig. 25). Typisch ist das „französische Riesensilberkaninchen“ nach Seite 68. Gut geschrieben der Artikel „Das blaue Wiener Kaninchen von Paul Schlie. Über die erwünschte Farbe sagt Schlie: „Die Farbe des blauen Wiener Kaninchens ist schiefertaubenstahlblau. Eine durch­gebrochene Stange guten Flußstahls zeigt an der Bruchstelle die richtige Farbe. Eine ganz helle Farbe ist ebenso wie die ganz dunkle verwerflich; erstere geht in grau, letzte in schwarz über…. Zweifelsohne zeigt das blaue Wiener Kaninchen im 8.- bis 10. Monat die schönste Farbe… Rost und Rost ist ein gewaltiger Unterschied. Dem Rost des Haarwechsels kann kein blaues Wiener Kaninchen entrinnen. Beim wirklichen Rost ist die Färbung bedeutend röter und vor allem fleckig.

Mahlich, Paul:

Kaninchenzucht und Kaninchenhaltung

Bibliothek der gesamten Landwirtschaft Herausgegeben von Prof. Dr.Karl Steinbrück. 49.Band, Verlagsbuchhandlung, Dr. Max Jänecke, Leipzig, 68 p, 1908

Maiocco, F.:

Der Einfluss des Vitamins E auf die Fruchtbarkeit des Kaninchens.

Wissenschaftlicher Bericht des VI. Weltgeflügelkongresses, 1936, Bd. 2.

Malezieux:

Manuel de la fille de basse-cour.

In18. Avec 39 fig. 332 p. Paris, Librairie agricole de la Maison rustique. 1856.

Mangold, E.:

Die Wirkungen des Sägemehls bei der Fütterung.

„Ratgeber f. Kaninchenzüchter“, 32/1937.

Mangold,  Ernst ( Dr. Dr.) – Fangauf, Reinhard (Dr.) :

Handbuch der Kaninchenfütterung

159 P .79 Abb. x 24 cm . 79 Abb. Preis  DM 5,80 Neumann Verlag, Radebeul 1. Dr. Schmincke-Allee 19.

Laut Ankündigung: Erstmalig ist eine Zusammenfassung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiete der Kaninchenfütterung erschienen. Sie beantwortet nicht nur die zahlreichen Anfragen der Praktiker nach der Verwendbar­keit der verschiedenen Futtermittel und Pflanzen im Kaninchenstall, sondern sie führt in den Nährstofftabellen auch die Verdaulichkeit derselben beim Kaninchen auf. Die Angaben über den Futterverzehr und den Nährstoffbedarf ergänzen die Zahlen zu einem wertvollen Gesamtbild über dieses Gebiet der Tierernährung.

Markham, G.:

Cheap an good husbandry, for lthe wellordering of all beasts an fowls and fort he general Cure of their diseases.

Lodon 1668. I ed. 1614, zitiert nach Wendell M. Levi.

Marpmann, Karl.:

Die rationelle Rasse-Kaninchenzucht.

Ernst`sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig.

1.Auflage 1909, 2. Auflage 1916

Karl Marpmann wohnte in Pelkum bei Hamm in Westfalen und war dort von Beruf (Haupt-) Lehrer. In seiner Freizeit (ab 1890) beschäftigte er sich über viele Jahrezehnte mit der Kaninchenzucht. Jahrelang war er der Schriftleiter des Sprechsaals der Zeitschrift  „Der Kaninchenzüchter“ vom Poppe-Verlag.

Das Belgische Riesenkaninchen, seine Zucht und Pflege

Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.

5.Auflage 1916

 

Mauch, A. (Dr.):

Cresterea iepurilor de casa de Dr. A. Mauch, Sef de laborator la Institut national zootehnic.

(Cu 26 figuri in Text.) 40 p. 8°. Edita A III-a. Biblioteca Agricola a ziarului “Universaul”, Nr. 19. Editura ziarului “Universul”, Bucuresti. 1944.

Der Name Mauch – es sei mir diese kleine Abschweifung gestattet – erweckt in mir angenehme Erinnerungen an Dr. O. Mauch, der mich vor Jahrzehnten zur Mitarbeit an der „Die Tierwelt“, Zoflingen (Schweiz) freundlichst einlud.

 

Die kleinen Bände werden unter redaktioneller Leitung von Professor Dr. Ernest Grintescu von der Bukarester Tipografia ziaruliu „Universul“, Bucuresti, Brezoianu 23 – 25 gedruckt, es sind bereits 116 Bändchen erschienen, weitere sind in Vorbereitung. Trotz der nicht besonderen Papierbeschaffenheit ein eindrucksvoll herausgebrachter kurzer Leitfaden der praktischen Hauskaninchenzucht. An den Stallmodellen fällt auf, dass der rumänische Kaninchenzüchter viel von reichlichen Auslaufmöglichkeiten hält, etwas, was meiner Ansicht nach höchst geeignet ist, die Kaninchensterblichkeit stark herabzusetzen! Ausgezeichnet gefällt mir beispielsweise die Stallzeichnung Fig. 26 auf Seite 32. Wir haben hier ein fasanerieartig wirkendes sechsteiliges, 2,50 m langes Stallgebäudes mit sechs Ausläufen, die 3 m Länge und 1 m Breite haben und an die 6 m breite Stallfront angeschlossen sind. In halber Höhe sind 6 Fenster in dem verandaähnlichen Vorbau des Stalles eingesetzt. Das Flachdach der Vorderfront führt dann im stumpfen Winkel mit weiteren 6 großen Oberfenstern zum steil nach hinten abfallenden Hinterdach. Die Tür ist seitlich eingebaut, die Ausläufe sind mit dem Stall durch Schlupflöcher verbunden.

 

Fig. 25 auf Seite 31 zeigt 2 Ausläufe, die ohne Schlupfloch an einen Außenstall (zweitägig) angeschlossen sind. Unten sind zwei große Fächer, oben vier kleinere. Die Stallinsassen werden nach einem genau festgelegten Plan abwechselnd in den Auslauf gelassen.

An Kaninchenrassen sind abgebildet:

 

Belgische Riesenhäsin (Jepure urias belgian). „Aceasta rasa este rustica, vigurosa, sie se creste usor, cere insa cotete mari si cantitati mai abundente de hrana“. Die Reproduktion dieser offenbar lang gebauten Häsin, bei der ein starker Kopf auffällt, ist misslungen.

Weißer Riese (Jepure alb mare), massiv, aber kürzer, mit langen kräftigen Ohren.

Blauer Wiener (Jepure albastru vienez).

Weißer Wiener, gute Formen (Jepure alb vienez).

Französisches Silberkaninchen (Jepure argintie franzesa). Starkes schweres Tier mit starkem Kopf, aber viel zu dunkel schattiert. Kreuzung?

Havannakaninchen (Jepure de rasa Havana) schöne Aufnahme.

Chinchillakaninchen (Jepure Chinchilla). Rassiger Groß-Chinchillarammler, Schattierung könnte noch etwas dunkler sein.

8.Castorrex (Jepure castor-Rex).

Chinchillarex (Jepure chin-Rex). Scheint recht typisch zu sein.

Angorakaninchen (Jepure de rasa Angora). Abgesehen von den nicht besonders stark ausgeprägten Ohrbüscheln scheint gute Haarlänge vorhanden zu sein.

Von sonstigen Abbildungen sind zu erwähnen:

Praktischer Einzelstall mit ganzfrontiger Tür und Dungschublade.

Auswechselbare Roste, ferner Innen- und Außenstallungen.
Reizvoll die Lage der kleinen Farm in der Aufnahme Nr. 23.

Gegenwärtiger Preis des Werkes 3000 Lei.

Mayer, F. Ch. S.:

Anleitung zur Angorischen oder Englischen Kaninchenzucht.

Verlag der Walterschen Hofbuchhandlung. Dresden. 1780. (Nach einer französischen Schrift – 1784 -)

Mayer war Hofprediger in Oberneit, Franken. Seiner Abhandlung liegt ein 1784 erschienenes Werk „Anleitung zur Angorazucht“ zu Grunde. – 1777 wurden die ersten (weißen) Angorakaninchen durch einen Herrn von Meyersbach aus England nach Deutschland gebracht. Mayer, der sich um die Verbreitung der Angorakaninchen sehr verdient gemacht hat, kannte bereits die bessere Wollbildung bei Kastraten. – Auszüge aus der Mayerschen Schrift erschienen, laut Joppich, 1791 in den Berliner Nachrichten von Staats- und Gelehrtensachen“. 1792 wurde als Ergänzung zur Mayerschen Abhandlung eine solche von J. Riem herausgegeben: (Vgl. Tegtmeyer in „Unsere Kaninchen“, Verlag Fritz Pfenningsstorff, Berlin, 1942).

Meek, Marcellus W.:

Standard of Perfection for Merican rabbites.

  1. Fur Rabbits. Los Angeles, 1927.

The Chinchilla Rabbit.

Los Angeles, 1928.

 

Meek, Marcellus W., L.L.B., Ps D.:

Diseases and parsites of rabbits and their control.

189 p. 52 illustrations. U.S.A. $ 1.00 (Behandelt in 41 Kapiteln über 100 Krankheiten, Parasiten und alle bekannten Heilmittel.

Meerwarth,  Hermann  u. Soffel, Karl:

“ Lebensbilder aus der Tierwelt Europas“

  1. Band, 5. Auflage (Verlag R. Voigtländer, Leipzig)

“ Das wilde Kaninchen“

  1. 191-200,

„Das Hauskaninchen“

  1. 201-211 (alle mit Lichtbildern)

 

Melis, Emanuel Anton:

Chov králikú aneb jak je mozne skrovným peneznim nákladem docici rocne 500 % cisteho zisku (Die Kaninchenzucht oder wie es möglich ist, mit bescheidenem Geldaufwand jährlich 500 % Reingewinn zu erzielen).

Verlag: Th. Mourek, Prag, 1873. Eine Reihe von Abhandlungen, die in der Zeitschrift „Slovan“ 1872 erschienen waren (vgl. V. Kálal; p. 72).

Artikel in der Zeitschrift „Zivena“

nach 1873.

Meslay:

Les races de lapin.

Zitiert nach Mahlich: Unsere Kaninchenrassen. Ein ausführliches Handbuch für alle Züchter und Liebhaber von Kaninchen. Mit vielen Textabbildungen , vier farbigen und 24 schwarzen Bildtafeln. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Berlin, Fritz Pfenningstorff, 8°. 316 p. (1909).

Mette, Artur:

Das Rexkaninchen, seine verschiedenen Formen und seine Umformung.

Mit zahlreichen, teilweise mikroskopischen Abbildungen und Zuchtanleitung von Artur Mette, 1. Vorsitzender des Berliner Rexzüchterklubs und des Reichsverbundes Deutscher Rexkaninchenzüchter. 63 p. 8°. Verlag von A. Mette, Berlin W 35, Potsdamer Straße 106 B.

Die wissenschaftlich immer mehr „untermauerte“ Skepsis gegenüber dem Rexkaninchen lässt den Fernstehenderen auf den pathologischen Charakter des Kurzhaarfelles schließen. Nach Prof. Dr. Nachtsheim, der die Wirtschaftlichkeit der Kurzhaarrassen verneint, stehen Kurzhaarigkeit und geschwächte Konstitutionen in einem sich bedingenden Verhältnis und Herr Friedrich Joppich beurteilt das Kurzhaarfell überaus vorsichtig. In diesem Zusammenhang wäre es vielleicht interessant, einen Blick auf die zerschlissenen Federfahnen der Seidenhaartaube zu werfen, mit der sich die amerikanischen Wissenschaftler Cole und Hollander (Journ of Heredity 30 – 1939 – pp. 197 – 201) und D. G. Steele (Journ. Of Heredity, Organ of the American Genetic Association. Washington D. C. Vol. XVI, no. 9. September 1925) angelegentlich beschäftigt haben.

 

Dass das Rexkaninchen den Ausstellungsbesucher stets fasziniert, stellte ich 1929 auf der Crystal Palace Show in London fest. In der Castorrexklasse waren 36, in der Farbenrexklasse 50 und in der Jungtierklasse 20 Tiere. Der durchschnittliche (Schutz?)-Preis war mit Pfund 50,- angegeben! Einen großen Teil der Rexk. stellte Frankreich: „Castorrex Elevage“ Montfort le Rotrou (Sarthe) und „Haut Barr Elevage“ Saverne Bas-Rhin, die F. B. Roberts bewertete, und zu denen mich der Carriertaubenpreisrichter Samuel Robson (Hull) führte. Ich erinnere mich an das sehr kurzhaarige, seidigweiche Fell einer dieser in offener Box zur Schau stehenden Kollektionen.

 

Nach alledem kann man Mette für sein fein ausgestattetes Werk über diese interessante „Versuchs-“ bzw. Sportrasse dankbar sein, der es ernst mit ihr nimmt. Mette kennt mehrere Arten von Rexfell und zwar a) stark verkürzte Granne bis unter den Wollspiegel, b) Granne und Wollflaum gleich verkürzt, c) mit den Wollflaum überragender Granne. Ferner fand er hier stärkere Granne, dünneres Wollhaar, dickeres Wollhaar, feinere Granne, gekräuselt u. a. mehr. Mette fordert volle und dichte Unterwolle, ein „derbgriffiges“ Fell. Mit einer Granne, die entweder mit dem Wollflaum in gleicher Höhe abscheidet oder ihn überragt. Die Metteschen Abbildungen sind ausgezeichnet. Auf p. 5 eine Fotomontage des verstorbenen Berliner Lichtbildners S. Heyn. Wertvolle mikroskopische aufnahmen. Auf p. 23 und 24 Rex-Tasthaar und Normal-Tasthaar, auf p. 16 gut entwickelter Chinchillarex-Rammler (Stamm Opium Mette. Ferner Schwarzrex, persianerähnlich, Castorrexrammler, Weißrex, Chinrexrammler, Platinrex, eine Züchtung aus Blau- und Weißrex, Schwarzrex, dunkelbraun mit dunklem Bauch, alles gut ausgewähltes, nach guter Kondition aussehendes Zuchtmaterial. Auf p. 37 u. f. mikroskopischer Haarmessapparat, Mikro-Haar- und Faser- Dynamometer nach Tänzer-Polikeit (Halle/Saale), Apparate zur Bestimmung der Dicke der Haut, Stall- und Gehegeanlagen (p. 18/19). Rexmantel und –Cape von Frau Mette getragen.

 

Vorzügliche Reproduktion von Fellproben. Fütterung: Eine Messerspitze Vitalkalk pro Weichfuttermahlzeit. Dabei wird auf die exakt durchgeführten Nachtheimschen Versuche hingewiesen. Als unschädliche Futtermittel, auch in der Säugezeit: Blumenkohlblätter, Löwenzahn, frisches Wiesengras, Pferdemöhren, Kohlrüben usw. Als Leckerbissen Gewürzkräuter. An Körnerfutter: Hafer, wenn er ausgeschält wird, ist Weizen oder Gerste vorzuziehen, dazwischen täglich einen Teelöffel Leinsamen gemischt. Nimmt man Leinöl, genügt ein Teelöffel voll auf drei Tage verteilt. Selbstverständlich gutes Heu und immer etwas gesalzenes Trinkwasser. Eine zweimalige pünktliche Fütterung, morgens wie abends 8 Uhr, hat sich als ausreichend erwiesen, wenn stets etwas Heu und Wasser für die Tiere erreichbar ist. Eichen- und Weidenzweige bei vorkommenden Futterfehlern (Durchfall). Mette ist sehr belesen, er zitiert Nachtsheim, Lienhart, Kohler, Sigot, Salimbeni, Laffond, Guerin, Fouché, Frank G. Ashbrook, W. v. Nathusius, Stang, Schlütz, Baur, Kronacher, R. Goldschmidt, C. H. Danforth, Wischer, Loudwin und Darwin.

 

Das Buch ist als ein wertvolles Gegenstück zu dem ebenfalls sehr gründlich geschriebenen und erstklassig illustrierten Rexkaninchen-Werk von Will-Schwabacher anzusehen, welches fast zur gleichen Zeit im Verlag F. C. Mayer GmbH. (Der Deutsche Pelztierzüchter) München, Sparkassenstraße 11, erschien. Der Verfasser widmete sein Spezialwerk dem mit der Aufhellung der Rexfrage eng verbundenen Gelehrten Prof. Dr. Nachtsheim.

Michel, K.:

Wie paare ich erfolgreich?

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1940.

Die Bedeutung der Kaninchenzucht für die deutsche Volks- und Kriegswirtschaft.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1941.

Zuchtwahl und Zuchtverfahren.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1941

Millet-Robinet (Madame):

Basse-cour, Pigeons et Lapins.

In – 18. 26 grav., 180 p., Paris, Librairie agricole de la Maison rustique, 1884. – (In mindestens fünf Auflagen erschienen.)

Mitchell,  P. Ch.:

„Die Kindheit der Tiere „

1913 (Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart,) über d. Wildkaninchen S. 189.

Möbes, Werner, K. G.:

Meine Kaninchen-Bücherei.

Ein Beitrag zur Bibliographie und Geschichte unseres Kaninchens

„Ratgeber für Kaninchenzucht“, Arnstadt, 20. Jahrg., 1942, 25, 26. Folge. P. 193/194, 201, 203,204; 21. Jahrg., 1943, 1., 3., 4., 6. Folge, pp. 5, 20, 34/35, 43/45.

Mörner, B.

Pälskaninen.

Orebro lans kaninavelsförening. Red.: B. Mörner. 8 p. Orebro, 1930.

Mohr,  Dr. Erna :

„Die freilebenden Nagetiere  Deutschlands und der Nachbarländer“

  1. (Verlag Gustav Fischer, Jena,) über d. Wildkaninchen S. 4 – 5 33, 43- 44 47, 50,  60- 61, 68, 78 – 79,  80 – 81,  89,   91,   104,   107,   110,   123.

Moore, Clifford,   B. (M.A.) :

The  Book of Wild Pets

New York, G. P. Putnam’s  Sons  1937 .  Kaninchen pp. 323/333

Junge Wollschwänzchen (Sylvilagus floridanus) lassen sich leicht zähmen. Moore kannte eins, welche fünf Jahre in einem Schulklassenzimmer gehalten wurde. Der Käfig war oben offen, so dass seine vielen Freunde es streicheln konnten. Es hörte auf den Namen „Chuck“ und richtete sich drollig auf seinen Hinterbeinen auf, wenn es das Zimmer übersehen wollte.

Bezüglich der Fütterung zitiert Moore Washburn  (Washburn, F.L. The Rabbit. Book, p. 101. J.B, Lippincott Co, 1933).

 

Washburn füttert im Winter zweimal morgens und abends. Morgens erhält jedes ältere Tier 3 Unzen grobe Haferflocken (? Oats), also drei gute Hände voll. Zur Nacht zwei Unzen Heu (speziell Kleeheu) oder Alfalfa und drei Unzen Wurzeln (Karotten „rutabaga“, Rüben oder Mangelwurzeln. Leinsaatmehl wird gelegentlich zwischen die Hafer­flocken oder in den Futterbrei gemischt. Zur Abwechslung ein bisschen Kohl, „rolled oats“ oder Gerste, ein bisschen Kleiebrei oder Kleie und Alfalfamehl im Brei, mit Wasser überbrüht. Brot oder Brot mit Milch, Apfelschalen, mitunter Apfelbaumzweige und Apfelbaumäste. Trockenes Brot. Trockene – und im Sommer – grüne Maiskolben. In den. U.S.A. wird besonders ein fabrikmäßig hergestelltes Futter „Rabbit Pellets „. (Wirthmore) sehr geschätzt, das   garantiert mindestens 14 % Protein, 3,5% Fett, Kohlehydrate und 9% Ballaststoffe (Fiber) enthält. Es setzt sich zusammen aus: Lebertran, Trockenmagermilch,  Weizenkleie, Weizenschrot?  (Wheat Middlings) , Gelbmaismehl, Hafer- Futtermehl, Gerste, Weizen- Alfalfamehl, gut gelagertes Leinsaatmehl, Maisglukose? (Corn Gluten Feed), reine Rohrmelasse (Pure Cane Molasses), Calcium Carbonat, Knochenmehl, Jodsalz  )

Über Meerschweinchen schreibt Moore auf pp. 320/323. Er empfiehlt das Tränken der „Guinea pics“ im Winter mit frischem Wasser. Auf Seite 325 ist ein zahmes Wollschwänzchen abgebildet. Entzückend dickes Wildkaninchen Köpfchen mit auffallenden kurzen Ohren! Weitere Illustrationen auf der gleichen Seite: Stallmodelle des „U.S. Bureau of Biological Survey.“

Moore, W. V.:

Raising Pigeons and Rabbits for Profil and Pleasure.

28 p. Illustr. Sterling, Illinois.

Morant, G. F.:

Rabbits as a food suply

(vor 1889).

Morelet, M. A.:

Notice sur l’histoire naturelle des Azores.

Pp. 40 – 67. Gr. 8°. Paris 1860.

Die Azoren hatten zur Zeit ihrer Entdeckung durch die Portugiesen 1431 – 1452 nach deren bestimmten Angaben weder menschliche Bewohner noch vierfüßige Tiere irgendeiner Art. Gegenwärtig findet man dort … Wiesel. (comadrinka und Frettchen (forao),  K a n i n c h e n. Das Kaninchen ist nach Tradition und Analogie eingeführt nur auf Madeira und Portosanto und, da es sich mehr als wünschenswert vermehrte, zu seiner Verminderung das Frettchen. (Vgl. auch betr. Akklimatisierter Kaninchen, Zusatz von Eduard v. Martens (Dr.) „Über eingeführte und verschleppte Tiere auf den Azoren“, Der Tiergarten, 1. Jahrg. 1864, Stuttgart, Verlag von Ebner und Seubert, p. 139.)

Morén, E.:

Angorakaninen. Huru jag sköter den.

3:e omarb. Uppl. 62 p. Uppsala, 1934 (Lindblads handböcker Nr. 14).

Moubray, Bonington:

A practical treatise on breeding, rearing and fattening, all kinds of domestie poultry, pheasants, pigeons and rabbits,

Third edition. London 1819: printed for Sherwood, Neely and Jones.

Moubray, Bonington:

A Treatise on domestic Poultry, Pigeons and Rabbits,

London 1815. 12°. Pp. I – VIII and 1 – 218.

Unter dem Pseudonym “Moubray” schrieb John Lawrence Werke über Tierarzneikunde, Landwirtschaft, Sport, Pferde. Er war auch ein praktischer Kaninchenzüchter. – Das Werk erschien 1854 in 10. Auflage – (s. Einleitung).

 

PRACTICAL TREATISE ON BREEDING, REARING, AND FATENING ALL KINDS OF DOMESTIK POULTRY, PHEASENS, PIGEONS, ANS RABBITS, ALSO, THE MANAGEMENT OF SWINE, MILCH COWS, AND BEES, WITH INSTRUKTIONS FOR THE BREVERY ON CIDER, FERRY, AND BRITISH WINW MAKING.

BY BONINGTON MOUBRAY, ESQ. Eighth edition, with additions.

London: Printed for Sherwood, Gilbert, and Piper, Paternoster Row. Gilbert and Rivington, Printers, St. John’s Square. 467 p. 11,5 X 19 cm. 1842, 3 (?) coloured plates and numerous engravings. Preface to the l. u. 2., 3, 4, 5, 6,7. edition pp III – X. Es handelt sich offenbar um einen unveränderten Neudruck der 7. Auflage (1830) der nach dem Tode des Verfassers John Lawrence herauskam (?)

Der interessante Hinweis auf das erste Auftreten des hängeohrigen Kaninchens, den Kempster W. Knight bereits in der vierten Aufläge (1822) fand und der möglicherweise schon aus der ersten ed. (1815) übernommen wurde, ist unverändert in der vorliegenden achten Auflage auf p. 186 abgedruckt. Im Vorwort zur ersten und zweiten Auflage (May.27.1816) bezeichnet sich John Lawrence – unter dem Pseudonym John Lawrence- ein hoch gebildeter und veterinärmedizinisch geschulter Schriftsteller selbst „als praktischer Züchter und Liebhaber von Kaninchen.“ Zu dieser Zeit, und er dürfte damit damals einzig dagestanden haben, führte er Stammregister für seine Kaninchen ein ……I believe, no other man has taken the pains to do, “ und gab ihnen Stammbaumnamen wie Corney Butter – Cup, Adam, Belzebub, Lucifer, Carolina. Hebray.

Die Illustrationen stammen von Newton Lielding. Die einkolorierten Tafeln zeigen vorwiegend Hühnerrassen sowie eine Suffolk-Kuh und ein Oxfordschwein. Das Kaninchenbild auf p. 180 (Schwarzdruck, stellt drei Alttiere und zwei Jungtiere dar und kann als durchschnittlich angesehen werden. Hervorzuheben wäre dabei lediglich, daß die Ohren bei diesen Tieren breit und lang ausgeführt sind, sämtliche Tiere sind stehohrig. Auf pp. l78/179 nennt der Autor Marktpreise für wilde Kaninchen (Leadenhall Market 1833/34), die für ein Dutzend Wildkaninchen zwölf bis 16 S. betragen, Der Kaninchendung ist außerordentlich wertvoll, (p. 181). 30 bis 40 Jahre vorher gab es laut „Bonington Moubray“ in der Nähe von London (1800) ein oder zwei Großzüchter, von denen jeder 1.500 bis 2.000 Zuchthäsinnen hielt. Diese Kaninchenfarmen, so sagt Lawrence, wurden aber schon seit langer Zeit wieder aufgegeben, und so kommen Zahm- und Wildkaninchen hauptsächlich vom Lande nach London. Später kamen beträchtlich kleine Zuchten auf. Ein Züchter in Oxfordshire hielt einige hundert Tiere und sandte pro Woche etwa 3 Dutzend auf den Londoner Markt, der „Berks gentleman“ verlegte sich auf Angorazucht (Weiss) „from their application of late years to the purpose of trimmings.“ Zwanzig Häsinnen und zwei Rammler waren der größte Bestand, den Lawrence jemals gehalten hatte. Seine Ansichten über Haltung sind erstaunlich fortschrittlich. Bezüglich der Gehegezucht erwähnt er die Analen von Joung. Als erste und kleinste Varietät beschreibt er ein hermelinartiges Kaninchen, kurzbeinig mit kompaktem Kreuz, widerstandsfähig und leicht fettwerdend. Bei diesem Kaninchen findet man stets eine gesunde Leber im Gegensatz zu anderen Kaninchen, bei denen Lawrence verhältnismäßig öfter Leberdefekte feststellte, Ehedem, so sagt Lawrence 1834(?) gab es hier eine sehr große Rasse mit Hasenfärbung. Mit starken Knochen und langem und breitem Körperbau, breiten und langen Ohren und mit großen Augen, die denen des Hasen ähnelten. Man möchte sie für Hybriden halten, aber Lawrence fand dafür Keinerlei Anhaltspunkte. Und auf den Einwand einer erfolgreichen Paarung betont er vielsagend und weiser als mancher Forscher nach ihm, daß die Zucht eines Bastards, ein seltenes und oft fragliches Wagnis ist. In den letzten Jahren, also wohl gegen 1834 traf Lawrence nichts mehr von dieser großen Varietät an. Jedoch gab es dafür große Tiere in Weiß und Gelbweiß-Scheckung. London ist offenbar die Hauptstätte für die werdende Rassekaninchenzucht. In der näheren Umgebung züchtete man auch neben dem Hängeohrkaninchen Silberkaninchen, die wie Lawrence es hörte oder irgendwo las, ursprünglich in Lincolnshire gezüchtet wurden. Nach Lawrence standen damals die Felle der Silber Kaninchen in England nicht in so sehr hohem Ansehen, sie wurden jedoch in großen Mengen durch den Londoner Fellhandel nach Rußland und China ausgeführt. Lawrence empfiehlt, bei getrennter Haltung den Rammler unmittelbar nach dem Deckakt herauszunehmen und nach drei Tagen bei nochmaligem zusammenbringen die Häsin zu erproben. Die wertvollsten Zuchttiere sind unter den zu finden, die im März geworfen wurden. Mehr als fünf Jungtiere sollte man der Häsin nicht lassen. Was die Fellfärbung anbelangt, so bevorzugte L. die wildfarbige und die schwarze. Die Angorakaninchen kennt er ausschließlich in weißer Farbe als „türkische oder französische Kaninchen“, mit langem weißen Fell“ (Pp, 185/186). Übrigens erscheint es mir durchaus als möglich, dass die Mutation des Langhaares zuerst bei Albinos auftrat, die ich in der Tiergruppe eines altholländischen Malers entdeckte. Das unsignierte Bild ist ganz im Stil von Roland Savéry (geb. 1576) gemalt. Auch bei den weißen Haustauben traf man, wie meine Nachforschung ergab, zunächst Mutationen der Federstruktur (Lockentaube und, sehr abwegig Seidenhaar) an. Vgl. aber Nachtsheim „Vom Wildtier zum Haustier“ (1949)  p.15. Möbes.

Als Kaninchen-Schriftsteller kennt L. Mr. Brown, of Benbury, der den Rat gibt, den Häsinnen in der letzten Woche vor dem Wurfakt Wasser zu reichen, um ein Auffressen der Jungen zu vermeiden. – Gegen 1830 wurden auf der Lord Sommervilleschen Schau auch Kaninchen ausgestellt, desgleichen auf der Londoner Viehausstellung (1833 ?) wo man ein Exemplar finden konnte, welches das Gewicht von 15 engl. Pfund noch überschritt. Die Kastration wurde in Sussex, nahe Chicester vielfach ausgeübt. (p.195) –  Das Kaninchen liebt Zärtlichkeit und ist ebenso wie die Katze, für ein das Streicheln des Kopfes sehr empfänglich. Lawrence schildert ergötzlich über einen Kaninchenrammler, der als Lieblingstier einer Dame, im Hause gehalten, sehr herrisch und dreist auftrat. Die größten Katzen jagte er rund im Zimmer herum, sodass sie nur sehr selten eine Annäherung wagten, zumal er ihnen mitunter büschelweise Haar ausriss. Er hatte seine Tricks wie ein Affe, richtete allerlei Zerstörungen an und schlief da, wo es ihm gerade behagte. Er lehnte nichts von dem ab, was in der Familie gegessen und getrunken wurde. – Die Behandlung beim Trommelsucht (pot-bellied), wie sie Lawrence vorschlägt, zeugt von ausgezeichneten Kenntnissen. Nach Lawrence ist kein Haustier bei sorgfältiger und sachgemäßer Pflege so leicht Krankheiten ausgesetzt, wie das Kaninchen. Der Autor, der wissenschaftliche Einzelheiten bewusst vermeidet und sich leicht verständlich auszudrücken bemüht ist, hält in den meisten Fällen ein Schlachten des erkrankten Tieres für das Beste. – Die ungesetzliche und vorsätzliche Wegnahme von Gehegekaninchen bei Nachtzeit wird nach 7 and 8 Geo IV als Vergehen geahndet. Die gleiche Tat, bei Tage begangen, wird mit einer Strafe von fünf Pfund gesühnt. Noch einmal berichtet L. von einer großen Kaninchen- Musterfarm, die (1830 ?) ein gewisser J.H.. Fisner, ein Agent von Bedford in Ampthill, Beds aufgezogen hatte und die den Namen eines National Rabbit Basaars zu führen würdig war. Hohe Persönlichkeiten besichtigten sie, wie König William IV., als er noch Herzog von Clarence war, der Herzog von Bedford, sowie Lord Holland und Lord Vernon.

Aber wie schon früher, so war auch diese Großfarm unrentabel, wurde 1833 aufgelöst.

Müller, F.:

Der Schnupfen.

„Kaninchenzüchter“, 27/1930.

Müller, R.:

Etwas über Trommelsucht.

„Ratgeber für Kaninchenzüchter“, 36/1930.

 

Nachtsheim, Hans, Prof. Dr.:

In: Tierheilkunde und Tierzucht, Enzyklopädie der Praktischen Nutztierkunde. Bd. 6. 1928.

Das Rex-Kaninchen und seine Bedeutung für die Pelztierzucht.

Die Pelztierzucht, Bd. 4, Nr. 3. 1928. (Arbeiten der Reichs-Zentrale für Pelztier- und Rauchwaren-Forschung, Nr. 10. 1928.)

Die Zukunft des Kaninchens als Pelz-, Wolle- und Fleischtier.

Mitteilungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, 43. Jahrg. Nr. 27. 1928.

Die Entstehung der Kaninchenrassen im Lichte ihrer Genetik.

Zeitschrift für Tierzüchtung und Züchtungsbiologie. Bd. 14. 1929.

Die Züchtung von Pelzkaninchen.

Antwort auf den „Offenen Brief“ in Nr. 20. Der Kaninchenzüchter. 35. Jahrg. Nr. 28. 1929

Nachtsheim, Hans, Prof. Dr.:

Das Rexkaninchen und seine Genetik

Zeitschrift für induktive Abstammungs- und Vererbungslehre. Bd. 52. 1929.

Einige kritische Bemerkungen zu dem Aufsatz „Rexkaninchen und Samsonfuchs“. Der Deutsche Pelztierzüchter. Jahrg. 1929. H. 17.

 

Alle züchterischen Vorstellungen in neuzeitlicher Beleuchtung.

„Blutanteile“ und Mendelismus. II. Umwelt und Vererbung.

Der Deutsche Pelztierzüchter,

Jahrg. 1929. H. 18, 19 und 20. Jahrg. 1931, H. 15.

Das Marderkaninchen und seine Zucht.

Die Pelztierzucht. Bd. 5, Nr. 12. 1929. (Arbeiten der Reichs-Zentrale für Pelztier- und Rauchwaren-Forschung. Nr. 20. 1930.)

Seidig-weich oder derb-griffig?

Der Kaninchenzüchter. 36. Jahrg. Nr. 17. 1930.

Wie sahen die Rexe vor fünf Jahren aus?

Der Deutsche Pelztierzüchter, Jahrg. 1930, H. 16.

Zur Frage der Zukunft der Rextierzucht.

Der Deutsche Pelztierzüchter, Jahrg. 1930, H. 18.

Der 1. Internationale Kaninchenzüchter-Kongress Leipzig 1930.

Die Pelztierzucht. 6. Jahrg. Nr. 10. 1930.

Verhandlungen des 1. Internationale Kaninchenzüchter-Kongress Leipzig 1930.

Sonderdruck. Herausgegeben 1931 von Professor Dr. Hans Nachtsheim, Berlin-Dahlem, Geschäftsführender Vorsitzender des Kongresses.

238 pp. Mit 19 Abbildungen im Text, sowie 7 Bildertafeln sowie Inseraten-Anhang.

Zur Zucht des Marderkaninchens.

Der Kaninchenzüchter. 36. Jahrg. Nr. 44. 1930.

Marderkaninchen.

Der Deutsche Pelztierzüchter, Jahrg. 1931, H. 11.

Das Rexkaninchen und seine Bedeutung für Pelztierzucht und Rauchwarenwirtschaft.

Verhandlungen des 1. Internationalen Kaninchenzüchter-Kongresses Leipzig 1930.

Zeitschrift für Pelztiere und Rauchwarenk. Bd. 3. 1931.

Der Einfluss der Ernährung auf die Entwicklung erblich verschiedener Wurfgeschwister,

Verhandlungen des I. Internationalen Kaninchenzüchter-Kongresses Leipzig 1930.

Zeitschrift für Pelztiere und Rauchwarenk. Bd. 3, 1931.

Wirtschaftszucht I

Wirtschaftszucht II.

Die Grundlagen einer wirtschaftlichen Kaninchenzucht.

Der Kaninchenzüchter 37. Jahrg. Nr. 47 und 52. 1931.

Leuzismus und Scheckung.

Genetische Untersuchungen am Weißen Wiener-Kaninchen.

Biologia Generalis. Bd. 8. 1932.

Die Änderung des Rassenbildes der deutschen Kaninchenzucht im Laufe der letzten acht Jahre.

Der Kaninchenzüchter 38. Jahrg. Nr. 12. 1932.

Reichsbund, D.L.G. und Wirtschaftsrassen.

Der Kaninchenzüchter 38. Jahrg. Nr. 13. 1932.

Internationale Kaninchenzüchter-Kongresse.

Forschungen und Fortschritte. 8. Jahrg. Nr. 15. 1932.

Nachtsheim, Hans, Prof. Dr.:

Die gegenwärtige Lage der deutschen Kaninchenzucht.

Der Kaninchenzüchter 38. Jahrg. Nr. 31. 1932.

Genetische Untersuchungen an Kurzhaarkaninchen.

Forschungen und Fortschritte. 8. Jahrg. Nr. 26. 1932.

Deutsche Kaninchenrassen.

Bildreihe 49 der Bildstelle des Preußischen Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten. 1932.

Kaninchenzucht und Siedlung.

Deutsche Landwirtschaftliche Tierzucht. 37. Jahrg. Nr. 4. 1933.

Die deutsche Kaninchenzucht (La cria conejos alemana; A criacao alema de coelhos.).

Deutsche Landwirtschaftliche Tierzucht, „Südamerika-Nummer“ II. Jahr. 37. Nr. 6. 1933.

 

Die genetischen Beziehungen zwischen Körperfarbe und Augenfarbe beim Kaninchen.

Biologisches Zentralblatt. Bd. 53. 1933.

Das Rassenbild auf der diesjährigen Leipziger Weltschau und der Kaninchenschau der Berliner „Grüne Woche“.

Der Kaninchenzüchter 39. Jahrg. Nr. 11. 1933.

Die Kaninchenzucht beim 5. Weltkongress für Geflügelzucht in Rom.

Das Heim des Tierfreundes. 33. Jahrg. Nr. 49, 50, 51. 1933.

Haltung, Fütterung und Zucht des Kaninchens.

Bildreihe 74 der Bildstelle des Preußischen Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten. 1933.

Die Abstammung der Kaninchenrassen.

Atti del V. Congr. Mondiale di Pollicoltura II. 1934.

Mutation und Rassenbildung bei den Pelztieren.

Landwirtschaftliche Pelztierzucht. Bd. 5. 1934.

Vererbungsfragen in der Kaninchenzucht.
I.     Das Marderkaninchen,
II.   Die Englische Schecke.
III.  Erbkranke Kaninchen (1. Teil).
IV.  idem (2. Teil). Der Kaninzüchter, 40. Jahrg. Nr. 15, 23, 31, 49.
1934.
V.  Die Vererbung von zwei Merkmalspaaren: Russe-Normalhaar x
Weiß-Angora. Der Kaninchenzüchter 41. Jahrg. Nr. 11. 1935.

Die Grundgesetze der Vererbung und ihre Nutzanwendung in der Tierzucht.

Bildreihe 83 der Bildstelle des Preußischen Landwirtschaftsministeriums. 1934.

Nachtsheim, Hans, Prof. Dr.:

Das Rote Neuseeländer-Kaninchen.

Der Kaninchenzüchter 41. Jahrg. Nr. 16. 1935.

Weiße Haare und weiße Büschel beim Schwarzloh.

Kaninchenzucht und Fellverwertung. 7. Jahrg. Nr. 14. 1935.

Das Leporidenproblem.

Zeitschrift für Züchtung Reihe B. Tierzüchtung und Züchtungsbiologie. Bd. 33. 1935.

Vom Wildtier zum Haustier.

Verlag A. Metzner. Berlin. 1936.

Vom Wildtier zum Haustier.

  1. verbesserte und vermehrte Auflage. Mit 72 Abbildungen. 123 p. 8. 1949. Paul Parey in Berlin und Hamburg.

Ein für Forscher und praktische Züchter kostbares Werk. Im zweiten Teil wird am Kaninchen Schritt für Schritt verfolgt, wie aus dem Tier der freien Wildbahn ein Haustier mit seiner Fülle von Rassen geworden ist. Zwei neue Kapitel sind in der zweiten Auflage hinzugekommen: Abwege der Haustierwerdung und Rückkehr des Haustieres zum Wildtier. Ausgezeichnete Reproduktionen, zum Teil aus alten, schwer zugänglichen Werken, auf erstklassigem Papier.

Die Zähne des Kaninchens in gesundem und krankhaftem Zustand.

Der Kaninchenzüchter 42. Jahrg. Nr. 18 und 19. 1936.

Haustierwerdung und Rassenbildung beim Kaninchen.

Forschungen und Fortschritte. 12. Jahrg. Nr. 19. 1936.

Vom Wesen der Domestikation.

Der Biologe. 7. Jahrg. H. 10. 1938.

Von der Verwilderung des Hauskaninchens.

Der Kaninchenzüchter 45. Jahrg. Nr. 4. 1939.

Das Porto-Santo-Kaninchen.

Ein Beitrag zum Rasse- und Artproblem.

Die Umschau. H. 10, Jahrg. 1941.

Das Problem der Verwilderung von Haustieren.

Forschungen und Fortschritte. 19. Jahrg. Nr. 33/34.

Kaninchen- und Pelztierzucht.

„Der Kleintierzucht-Kalender 1946“. Herausgeber: Zentralverband der Kleintierzüchter e. V., Berlin-Charlottenburg 5, Hardenbergstraße 9a p. 34 et seq.

„… die Kreuzungstiere sind oft widerstandsfähiger und frohwüchsiger als die reinrassigen Jungen und liefern in sechs bis acht Monaten gute Schlachtware“.

Nachtsheim, H. u. D. Wirth:

Kaninchenseuchen,

„Tierzucht“. Eine Enzyklopädie der praktischen Nutztierkunde.

Unter Mitarbeit von zahlreichen Fachmännern, herausgegeben von Dr. Valentin Stand, o. Professor an der Tierärztlichen Hochschule in Berlin und Dr. David Wirth, o. ö. Professor an der Tierärztlichen Hochschule in Wien. Sechster Band (4°. 793 p.). Printed in Austria. Berlin-Wien. Pp. 1 – 14 (Nachtsheim) und pp. 14 – 16 (Wirth); p. 571.

  1. Wirth; Lungenentzündungen der Kaninchen. –

Pneumonien kommen beim Kaninchen zumeist stets als Ausdruck einer ansteckenden Krankheit vor, daher stets Isolierung solcher Tiere; p. 529 R.

Rittig: Löwenzahn (Taraxacum officinale).

Die im Löwenzahn enthaltenen Nährstoffe sind hoch verdaulich. Lit.: Smelkus, zur Kenntnis des Futterwertes von Taraxacum officinale. Zeitschrift für Tierz. Züchtungsbiol., Bd. 1, p. 449, pp. 696 -697 (Wirth: Magen- und Darmkrankheiten der Kaninchen.)

Die ausgezeichnete Zusammenstellung der Illustrationen des Kaninchenteils in der Stang-Wirth-Enzyklopädie beweist in glücklichster Form   ein tief gehendes Interesse des geschulten  Wissenschaftlers  an den Zuchtrassen des Hauskaninchen. Die Rassenbilder stammen vielfach aus der Bildersammlung des Reichsbundes der deutschen Kaninchenzüchter, sie sind aber auch zum Teil eigene Aufnahmen von Herrn Prof. Dr. H. Nachtsheim.

Tafel 1: Weißer Riese, Deutscher (Französischer) Widder, Englische Widder (Gruppenaufnahme), alles typische Exemplare.

Tafel II: Starke, massiv gebaute Belgische Riesenhäsin, hasengrau, in feiner Kondition. Dasselbe Bild ist auch im Fillerschen Werk reproduziert, und zwar auf Seite 127. (Unsere Kaninchen. Berlin 1942.) Dieses Foto gibt einen klareren Eindruck von der Rasse als etwa das farbige Bild nach p. 128 des zuletzt zitierten Standardwerkes. Prächtig, weil und massiv ausgebaut ist die deutsche Riesenschecke. In Zeichnung und Wamme weist dagegen die D.R.-Häsin auf p. 131 des Fillerschen Standardwerkes gewisse Verbesserungen auf. Abbildung Rheinische Schecke, gute Nutzform, ansprechende Zeichnung .

Tafel III. Blauer Wiener in sehr heller Schattierung. Weißer Wiener und in sehr typischer schnittiger Form das Hasenkaninchen.

Tafel IV. Klein-Chinchilla. Feine Walzenform, die flockige Schattierung tritt noch nicht so markant hervor wie bei neueren Fotos. Ohren m. E. etwas zu lang. Ein Marder, wohl mittelschattiert mit guter Maske, eindrucksvoll das Russenkaninchen und ganz wundervoll in Form das Hermelinkaninchen.

Tafel V. Schwarzloh, gute Form, auch in der Kopfbildung, die Abgrenzung der Bauchlohfarbe ist nicht erkennbar. Schwarzsilber. Abb. 3: Holländer, mehr Walzenform erwünscht, etwas zu lang, neben der schönen Zeichnung, die auch Meerschweinchen- und Ziermäusezüchtern als erstrebenswert gilt, besticht gerade der stämmige Wildkaninchentyp des Holländer-Kaninchens. Nicht unübel gestreift das Japanerkaninchen. Kopffärbung zu eintönig, das von Herrn Joppich für das Fillersche Buch gewählte Foto stellt einen Fortschritt in den letzten Jahren dar. Dasselbe lässt sich auch betr. der Ohr- und Stirnbüschel bei dem Angora der Tafel VI sagen. Auffallend frisch, robust gesund Abb. 2, das Castorrex-Kanainchen. Abb. 3 führt uns – prägnant – Normal- und Kurzbehaarung des Chinchillak. vor die Augen.

Die erstklassigen Tafelbeilagen, so offensichtlich sachgemäß zusammengestellt, bilden eine höchst wertvolle Bereicherung des Stang-Wirthschen Werkes, das leider vielen Züchtern nicht zugänglich sein und das nicht zuletzt als eine gewaltige Autoren- und Verlagsleistung mehr denn je hoch im Preis bleiben wird. Angesichts der Bedeutung der Nachtheimschen Forschungen möchten wir die trefflichen Umrisse, welche er seiner Darstellung zu geben weiß, an anderer Stelle in toto festhalten. Das gilt auch von den Wirthschen Ausführungen.

Nachtsheim, Hans, Prof. Dr.:

Hydrops congenitus universalis beim Kaninchen, eine erbliche fetale Erythroblastose.

Abhdlg. Dtsch. Akad. Wiss. Berlin. Jahrg. 1947, Nr. 5, 1948 (Zusammen mit H. Klein).

The Pelger – Anomaly in Man and Habbit.

  1. Mendelian Character of the Nuclei of the Leucocytes. Journ. Heredity, Vol.41,1950.

 

Nachtsheim und Wirth

Kaninchen

(Hervorragende wissenschaftliche Abhandlungen von Nachtsheim und Wirth – vgl. diese – in Stang- Wirth „Tierheilkunde und Tierzucht“, Berlin 1926-32.)

A b s t a m m u n g:

Das Hauskaninchen gehört zu den wenigen Haustieren, über deren Abstammung keine Zweifel bestehen. Lepus cuniculus L., das europäische Wildkaninchen, ist der alleinige Stammvater der domestizierten Form. Die ursprüngliche Heimat von Lepus cuniculus sind die Mittelmeerländer, vor allem Spanien und Südfrankreich, von wo aus sich das Wildkaninchen im Mittelalter über große Teile von Europa, Nordafrika und Kleinasien ausgebreitet hat, und zwar vornehmlich mit Hilfe des Menschen, der es als Jagdtier vielfach ausgesetzt hat. Zu diesem Zweck wurden im Jahre 1859 auch in Australien englische Kaninchen ausgesetzt, die sich dort, wo sie wenige Feinde fanden, mit geradezu unheimlicher Schnelligkeit vermehrten und zu einer der schlimmsten Plagen des Landes wurden.

Mit der Wildform lässt sich das domestizierte Kaninchen ohne jede Schwierigkeit kreuzen und gibt mit ihr fruchtbare Nachkommenschaft. Hingegen ist es eine viel diskutierte Streitfrage, ob sich das (Wild- oder Haus-) Kaninchen mit seinem nächsten Verwandten, dem europäischen Feldhasen, Lepüs europacus Pal. erfolgreich zu paaren vermag. Von Zeit zu Zeit werden zwar immer wieder derartige Kreuzungsprodukte, die sogenannten „Leporiden“, beschrieben, aber eine genaue Untersuchung ergibt immer, dass es sich um nichts anderes als um Kaninchen handelt. Bereits H. v. Nathusius, der sich mit der Frage der Leporiden eingehend befasste, ist auf Grund seiner ausgedehnten Untersuchungen zu dem Ergebnis gekommen, dass irgendwelche Hasenmerkmale bei den als Leporiden bezeichneten Tieren nicht existieren. Referent hat in den letzten Jahren ebenfalls eine Reihe von Tieren, die ihm als angebliche Leporiden geliefert worden waren, auf ihre erbliche Beschaffenheit hin geprüft. In allen Fällen erwiesen sich die Tiere als fruchtbar, doch waren die Nachkommen immer reine Kaninchen, es spaltete niemals ein Tier heraus, das dieses oder jenes Hasenmerkmal besaß. (Unter den untersuchten Tieren befanden sich auch einige, welche aus Holland stammten, und zwar aus einer angeblichen Hasen-Kaninchen-Kreuzung, die dem holländischen Züchter Houwink gelungen sein soll. Kuiper ist von der Leporidennatur der Tiere überzeugt [K. Kuiper, On the actual existence of Leporides. Genetica, Vol. 7, 1925] und stellt eine genaue Beschreibung der Bastarde von anderer Seite – er selbst gibt nur eine ganz kurze Mitteilung – in Aussicht, die aber bisher nicht erfolgt ist.) Und in allen Fällen, in denen wirklich wissenschaftlich einwandfrei der Versuch gemacht wurde, Hase und Kaninchen zur Fortpflanzung zu bringen, missglückte das Experiment. Auch das Hasenkaninchen, eine Rasse des Hauskaninchens hat mit dem Hasen nicht mehr als den Namen gemein.

 

Wenn auch Verschiedenheiten im Phänotypus zweier Spezies noch keinen zwingenden Schluss auf etwaige Kreuzungsmöglichkeiten dieser Spezies zulassen, so muss doch darauf hingewiesen werden, dass gerade zwischen Hase und Kaninchen Unterschiede bestehen, die eine erfolgreiche Paarung beider von vornherein als unwahrscheinlich erscheinen lassen. So ist der Deckakt bei beiden Tieren durchaus verschieden. Während der Hasenrammler die Paarung im Laufen vornimmt, deckt der Kaninchenrammler im Hocken. Auch der beträchtliche Längenunterschied zwischen den hinteren Extremitäten beider Spezies bildet ein physisches Hindernis für einen erfolgreichen Deckakt. Neuerdings ist auch künstliche Befruchtung (künstliche Injektion von Hasenspermien in Kaninchenweibichen) vielfach versucht worden, ebenfalls ohne jeden Erfolg, während die benutzten Kaninchenweibchen nach künstlicher Befruchtung mit Kaninchensperma trächtig wurden. Schließlich sei noch erwähnt, dass die Trächtigkeitsdauer bei Hase und Kaninchen ganz verschieden ist. Während das Kaninchen nach 31 Tagen Tragezeit völlig nackt und blind geboren und mehrere Wochen von der Mutter gesäugt wird, werden die Hasen nach 35tägigem Embryonalleben vollkommen behaart und sehend zur Welt gebracht und werden nur wenige Tage von der Mutter gesäugt.

 

Um welche Zeit und wo die Domestikation des Kaninchens erfolgt ist, muss als ungewiss gelten. Sicher ist, dass im Altertum den Römern das Kaninchen als Haustier bereits bekannt war. Sie hielten es vornehmlich des Fleisches wegen. Auch im Mittelalter, wo das Kaninchen vor allem in den Klöstern gehalten wurde, diente es als Fleischtier. Die Veränderungen des Kaninchens unter dem Einfluss der Domestikation sind mannigfacher Art. In erster Linie hat die Größe stark zugenommen. Während das Wildkaninchen selten mehr als 5 Pfund schwer wird, beträgt das durchschnittliche Gewicht selbst kleiner Rassen des Hasenkaninchens 5 – 6 Pfund, doch erreichen Tiere der Riesenrassen nicht selten ein Gewicht von 14 und mehr Pfund. Allerdings hat man auch eine Zwergrasse gezüchtet, die das Wildkaninchen an Größe nicht erreicht, das Hermelinkaninchen, dessen Durchschnittsgewicht 2 – 2 ½  Pfund ist. Die Größenveränderung des Kaninchens im Zustande der Domestikation hat natürlich zu einer Veränderung fast aller Organe geführt, doch sind die einzelnen Organe in sehr verschiedener Weise davon betroffen worden. Der Darmtraktus ist beim Hauskaninchen relativ kürzer als beim Wildkaninchen, das Herzgewicht ist geringer, ebenso das Gewicht der Körpermuskulatur und der Knochen. Auch die Zunahme des Gehirngewichtes bleibt stark hinter der des Gesamtgewichtes zurück, ja das Hirngewicht eines Hauskaninchens ist wesentlich geringer als das eines gleich schweren Wildkaninchens. Das Gehirn hat also im Laufe der Domestikation eine Rückbildung erfahren. Stark zu genommen haben beim Hauskaninchen das Bindegewebe und das Fett. Bei den Rassen mittlerer Größe hat das Fett einen viel stärkeren Anteil am Gesamtgewicht als beim Wildkaninchen, während die kleinen und die Reisenrassen sich in dieser Hinsicht von der Wildform wenig unterscheiden. (Im Original wurde „Fell“ gesetzt. M.)

 

Weitere Merkmale, welche durch die Domestikation stark beeinflusst wurden, sind Farbe und Zeichnung. Das Wildkaninchen zeigt allgemein, wo es auch vorkommen mag die charakteristische „Wildfärbung“. Beim Hauskaninchen aber finden wir eine Mannigfaltigkeit hinsichtlich Färbung und Zeichnung, wie sie kaum bei einem anderen Haussäuger zu beobachten ist. Neben der Größe sind Farbe und Zeichnung die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale für die zahlreichen Rassen des Hauskaninchens.

 

Ein auch von den meisten anderen Haussäugern her bekanntes Domestikationsmerkmal sind die Hängeohren, die beim Kaninchen für mehrere Rassen charakteristisch sind und beim englischen Widderkaninchen das Extrem ihrer Entwicklung erreicht haben.

 

Schließlich sei noch einer Veränderung gedacht, die wir ebenfalls bei fast allen Säugern im Zustande der Domestikation beobachten, der Veränderung des Fortpflanzungszyklus. Beim Wildkaninchen dauert die Fortpflanzungsperiode von Februar bis Oktober. Während dieser Zeit tritt etwa alle fünf Wochen eine Brunstperiode auf. Das Hauskaninchen hingegen kann während des ganzen Jahres gedeckt werden, vorausgesetzt, dass alle Haltungsverhältnisse eine Zucht während der Wintermonate erlauben; die Brunstperioden folgen einander etwa alle 2 – 3 Wochen.

R a s s e n:

Die Rassenbildung ist beim Hauskaninchen, wie schon gesagt wurde, außerordentlich groß. In den für das ganze Deutsche Reich gültigen „Reichsbewertungsbestimmungen für die Beurteilung von Kaninchen“ werden 36 Rassen aufgeführt, und fast jedes Jahr tauchen noch neue Rassen auf. Auch gibt es in anderen Ländern eine ganze Anzahl Rassen, die in Deutschland nicht gezüchtet werden. Wir begnügen uns im Folgenden mit einer kurzen Charakteristik der in Deutschland anerkannten Rassen und verweisen im übrigen auf die genaue Beschreibung der Rassen in den „Reichsbewertungsbestimmungen“.

 

Die Einteilung der Kaninchenrassen erfolgt nach ihrer Größe und Haarbeschaffenheit. In den „Reichsbewertungsbestimmungen“ werden 6 Abteilungen unterschieden. Abteilung I umfasst die großen Rassen, insgesamt 6, 9 – 14 und mehr Pfund schwer, Abteilung II die mittelgroßen Rassen, 17 insgesamt, 5 – 11 Pfund schwer. In Abteilung III werden 8 kleine Rassen aufgeführt, 3 – 7 Pfund schwer, in Abteilung IV  2 Zwergrassen, 2 – 3 ½ Pfund schwer. In Abteilung V sind 2 Langhaarrassen untergebracht, deren Gewicht zwischen 5 und 9 Pfund schwankt, und in Abteilung VI eine grannenlose Kurzhaarrasse im Gewichte von 6 – 9 Pfund.

Abteilung I: Große Rassen.

Belgische Riesen – BR.

Das BR-Kaninchen, die größte und schwerste Kaninchenrasse, wurde bereits im 18. Jahrhundert in der belgischen Provinz Flandern gezüchtet und kam in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts nach Deutschland. Auch in anderen Ländern erlangte es als hervorragendes Fleischtier eine weite Verbreitung. In den französisch sprechenden Ländern wird die Rasse als „Géant des Flandres“, in den englisch sprechenden als „Flemish Giant“ bezeichnet. Das Durchschnittsgewicht des ausgewachsenen BR beträgt 12 Pfund, doch sind bis 18 Pfund schwere Tiere gezüchtet worden. Die Farbe ist wild-, hasen-, dunkel- oder eisengrau.

Weiße Riesen – WR.

Der WR ist die albinotische Form des BR, dem er in Länge und Körperform einigermaßen entspricht.

Andersfarbige Riesen.

Außer den wildfarbigen BR sowie den WR werden, wenn auch seltener, auch andersfarbige Riesen gezüchtet, vor allem schwarze und blaue. Die Bestimmungen sind in dieser Klasse ähnlich wie bei den WR.

Deutsche Landkaninchen – DL.

Das DL-Kaninchen trägt seinen Namen seit 1916. Bis dahin wurde es als „Belgisches Landkaninchen“ bezeichnet. Es stammt von dem gescheckten belgischen Kaninchen ab, das Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts nach Deutschland eingeführt wurde. Das DL-Kaninchen, das im Allgemeinen nicht ganz so schwer wird wie die bisher genannten Riesenrassen, wird mit schwarzen Abzeichen auf weißem Grunde gezüchtet. Die Scheckenzeichnung besteht in der Hauptsache aus vier Zeichnungsmerkmalen, aus den Augenringen, der Ohrenfärbung, dem Aalstrich und der Seitenzeichnung.

Deutsche Riesenschecken – DRSch.

Die DRSch ist aus dem DL-Kaninchen um 1905 hervorgegangen und ist diesem in der Form sehr ähnlich, unterscheidet sich aber von ihm in erster Linie durch das Hinzukommen weiterer Zeichnungselemente in der Scheckenzeichnung, nämlich der „Schmetterling“ genannten Schnauzenzeichnung sowie der Backenpunkte jederseits unter den Augenzirkeln. DRSch werden mit schwarzer oder blauer Scheckenzeichnung gezüchtet.

Deutsche Widder – DW.

Der DW geht zurück auf den französischen Widder, den Lapin bélier, eine der ältesten Kaninchenrassen, die bereits im 18. Jahrhundert in Frankreich gezüchtet wurde. Das besondere Charakteristikum der Rasse sind die Hängeohren, ein bei vielen Haustieren beobachtetes Domestikationsmerkmal. DW werden in allen Farben sowie auch gescheckt gezüchtet. Am verbreitetsten sind der graue und der weiße Schlag. Das DW-Kaninchen, das 9 – 12 Pfund schwer wird, ist eine vorzügliche Nutzrasse. Es liefert reichlich Fleisch und zudem ein sehr gutes, son der Pelzindustrie sehr begehrtes Fell.

Abteilung II: Mittelgroße Rassen.

Englische Widder – EW.

Die EW sind eine englische Weiterzüchtung der französischen Widder, die in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entstand und um das Jahr 1890 von England nach Deutschland kam. Die Länge der Ohren ist bei den EW geradezu ins Groteske gesteigert. Sie beträgt, gemessen von der Spitze des einen Ohres bis zur Spitze des anderen, 65 cm und mehr. Die Ohrenbreite, gemessen an der breitesten Stelle des Ohres, d.h. in der Mitte, ist 15 cm und mehr. Der EW ist schlanker und feingliedriger als der DW, sein Durchschnittsgewicht beläuft sich auf etwa 9 Pfund, weshalb er nicht mehr zu den Riesenrassen gerechnet wird. Ebenso wie der DW kommt auch der EW in allen reinen Farben vor. Gelbe und madagaskarfarbige sind besonders beliebt.

Meißener Widder – MW.

Der MW ist ein Kombinationsprodukt aus Widdern und Schwarzsilber, gezüchtet um 1910 in Meißen. Von dem DW hat er die Hängeohren, ohne aber den ausgesprochenen Widdertypus und das Gewicht des Widders zu besitzen, vom Schwarzsilber, das er im Gewicht übertrifft, hat er die Silberung. MW werden in schwarz, blau und havannabraun gezüchtet. Die Bewertung der Silberung (Hell-, Dunkel- und Mittelschattierung) ist ebenso wie beim Kleinsilber. Gewicht 7 – 10 Pfund. Das Vorkommen der Rasse ist fast ganz auf ihr Entstehungsgebiet Sachsen beschränkt.

Französische Silber – FS.

Das FS-Kaninchen wurde 1912 aus Frankreich eingeführt, wo es vor allem in der Champagne als „Champagne d’Argent“ gezüchtet wurde. Die Grundfarbe der FS ist schwarz, wozu eine starke Silberung tritt. Die Silberung soll über den ganzen Körper möglichst gleichmäßig sein, nur Ohren und Schnauze sind etwas dunkler. Gewicht 7 – 10 Pfund.

Deutsche Großsilber – DGS.

Das DGS-Kaninchen, auch Germaniasilber genannt, ist ein deutsches Kombinationsprodukt aus Kleinsilbern und Riesenrassen. Die Körperform ist im Gegensatz zum FS leicht gestreckt. Die Grundfarbe ist ebenso wie beim FS schwarz, die Silberung ist wesentlich schwächer, doch werden hell-, mittel- und dunkelschattierte gezüchtet. Gewicht 7 – 10 Pfund.

Andersfarbige Großsilber. Die Grundfarbe der DGS-Kaninchen ist, wie schon gesagt, schwarz, doch werden daneben, wenn auch seltener, auch andersfarbige Schläge gezüchtet, und zwar blaue, graue, braune, havannabraune und gelbe. Die Bestimmungen hinsichtlich Farbe und Silberung sind ähnlich wie bei den Farbenschlägen der Kleinsilber.

Lohsilber – LS.

Das LS-Kaninchen ist ein deutsches Kombinationsprodukt aus Kleinsilber und Scharzloh bzw. Blauloh, jedoch etwas größer gezüchtet als die beiden genannten Rassen. Gewicht 5 – 9 Pfund.

Groß-Chinchilla – GrChin.

Das Groß-Chinchilla ist aus dem Klein-Chinchilla, wahrscheinlich durch Paarung mit Reisenrassen, hervorgegangen. Die Färbung ist die gleiche wie bei diesem. Gewicht 7 – 10 Pfund, leichtere Tiere werden zu den Klein-Chinchilla gerechnet.

Blaue Widder – BlW.

Das BW-Kaninchen ist Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Wien herausgezüchtet worden. Es soll aus belgischen Riesen, „Lothringer Riesen“ (keine Rasse, vielmehr ein Gemisch aus verschiedenen Riesenrassen, steh- und hängeohrigen), dem sogenannten mährischen Kaninchen und Holländern hervorgegangen sein. Die blaue Farbe stammt wahrscheinlich von dem mährischen Kaninchen, dessen Farbe als hellblaugrau beschrieben wird. Die BlW erlangten rasch große Verbreitung und erfreuen sich auch heute noch als gute Fleischtiere und vor allem als vorzügliche Pelzkaninchen großer Beliebtheit. In England werden die BlW als „Imperials“ gezüchtet, in Belgien, Frankreich und anderen Ländern als „Bleu de Beveren“. Die Farbe soll rein, tief gesättigt, dunkeltaubenblau oder stahlblau sein. Gewicht 7 – 10 Pfund.

Weiße Wiener – WW.

Das WW-Kaninchen, ein vollkommen weißes Tier mit hellblauen Augen, hat bezüglich Abstammung nichts mit dem BlW zu tun, es ist eine selbständige Rasse, die um 1907 in Wien gezüchtet wurde, angeblich aus Holländer-Kaninchen, indem zur Weiterzucht immer nur ganz schwach gezeichnete Tiere benutzt werden. Das WW-Kaninchen ist ebenfalls ein hervorragendes Pelzkaninchen. Gewicht 6 – 9 Pfund.

Groß-Feh – GrF

GrF-Kaninchen, ein deutsches Zuchtprodukt trägt seinen Namen nicht ganz zu Recht. Es ist nicht etwas das zu den kleinen Rassen zählende Feh-Kaninchen in vergrößerter Form, sondern es ist entstanden als Kombinationsprodukt aus blauen Wiener und belgischen Riesen, es ist in der Sprache der Vererbungswissenschaft ein blauer Wiener mit der von dem Belgischen Riesen übernommenen Erbanlage für „Wildfarbigkeit“. Dadurch kommt eine graublaue Farbe zustande mit weißer Bauchseite. Während das Feh-Kaninchen am ganzen Körper fehfarben ist, wird das Fehlen der weißen Bauchfarbe beim GrF als schwerer Fehler betrachtet. Gewicht 7 – 10 Pfund.

Japaner – J.

Das J-Kaninchen stammt aus Frankreich, wo es zum ersten Male auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1880 zu sehen war. Um 1900 kam die Rasse nach Deutschland. Das besondere Merkmal der Rasse ist die Doppelfärbung. Schwarze Flecken oder Streifen wechseln mit gelben ab, wobei die beiden Farben möglichst ungleichmäßig am ganzen Körper verteilt sein, nicht zu große Felder bilden und an den Rändern ineinander laufen sollen. Das Gelb ist zulässig vom zartesten Creme bis zum tiefsten Eidottergelb oder Ziegelrot, doch muss es rein und leuchtend sein. Gewicht 6 -9 Pfund.

Rheinische Schecken – RhSch.

Die Rh-Sch ist ein deutsches Kombinationsprodukt aus Japanern und gescheckten Kaninchen, entstanden im Rheinland zu Anfang dieses Jahrhunderts. Die schwarzgelbe Färbung des Japaners wurde verbunden mit der Scheckenzeichnung, die bei der RhSch aus Schmetterling, Backenpunkten, Augenringen, schwarz- und gelb geflammten Ohren, dem Aalstrich, der aus möglichst gleichmäßigen schwarzen und gelben Punkten sich zusammensetzenden Seitenzeichnung sowie der Flanken und Schenkelzeichnung besteht. Gewicht 6 – 9 Pfund.

Hasenkaninchen – Ha.

Das Ha-Kaninchen verdankt seinen Namen seiner rötlichen Färbung sowie seinem schlanken Bau, hat aber im Übrigen mit dem Hasen nichts zu tun. Es stammt vom belgischen Landkaninchen ab, wurde jedoch als Rasse zuerst in England gezüchtet, von wo es etwa 1900 nach Deutschland kam. Ein lang gestreckter, schnittiger, hochgestellter Körper mit einem äußerst feinen Knochenbau und festem Fleisch ist für das Ha-Kaninchen charakteristisch. Die Farbe ist leuchtend fuchsrot, feuergoldfarbig bis mahagonibraun. Der Bauch ist lohfarbig bis weiß. Gewicht 5 – 8 Pfund.

Havanna – Hav.

Das Hav-Kaninchen ist um 1900 in Holland entstanden und wird seit 1906 in Deutschland gezüchtet. Wegen seiner hübschen tabak- oder kastanienbraunen Farbe erfreute sich die neue Rasse, die zunächst unter dem Namen „Biberkaninchen“ ging, rasch großer Beliebtheit, zumal da man in ihr das Pelzkaninchen der Zukunft sah. Das Fell sollte sich naturfarben und unveredelt verarbeiten lassen und als Ersatz für das teuere Fell des Edelmarders dienen. Die Hoffnungen, mit denen man der Zukunft des Hav entgegensah, haben sich indessen ebenso als trügerisch erwiesen wie die, mit denen man neuerdings das Auftreten eines anderen „Biberkaninchens“, des Castorex, begrüßte. Um als brauchbare Imitation des Marderfelles zu dienen, fehlen dem Fell des Hav vor allem die langen Grannenhaare. Die Naturfarbe aber spielt bei der Verarbeitung des Kaninfelles durch die Pelzindustrie heute nur noch eine untergeordnete Rolle; die größte Mehrzahl der Kaninfelle wird künstlich gefärbt, da einerseits die Naturfarbe vielfach beim Gerbprozess leidet und andererseits auch bei einer größeren Zahl von Fellen durch künstliche Beize eine viel gleichmäßigere Färbung erzielt werden kann, als sie bei den Naturfellen vorliegt. Das Gewicht des Hav beträgt 5 – 8 Pfund.

Alaska – Al.

Das glänzend schwarz gefärbte Al-Kaninchen ist ein Abkömmling des kleinen deutschen Landkaninchens, das bereits lange in schwarzer Farbe existierte. Das Al sollte als Imitation des Alaskafuchses dienen, doch gilt hier Ähnliches wie für das Hav. Gewicht des Al 5 – 8 Pfund.

Thüringer – Th.

Das Th-Kaninchen soll um 1900 in Thüringen bei Kreuzungsversuchen mit Russen, Silberkaninchen und Belgischen Riesen als Zufallsprodukt entstanden sein. Die Farbe der Decke soll dem Gemspelz ähnlich, also gelbbraun und wie dieser mit einem russartigen Anflug überzogen sein. Vor allem Ohren, Schnauze, Läufe, Seiten, Schenkel und Blume zeigen blauschwarze Schattierung. Wegen der gemsenähnlichen Färbung werden die Tiere auch als „Thüringer Gemsen“ bezeichnet. Gewicht 5 – 8 Pfund.

Abteilung III: Kleine Rassen

Lux – L.

Das L-Kaninchen, eine deutsche Züchtung, an dessen Entstehung angeblich Feh, Thüringer, Hasenkaninchen und Schwarzloh beteiligt waren, hat eine hellsilberblaue Farbe mit weißer Bauchseite. Es ist seiner erblichen Beschaffenheit nach wahrscheinlich ein Fehkaninchen mit der Erbanlage für „Wildfarbigkeit“. Gewicht 5 – 7 Pfund.

Klein-Chinchilla- KlChin.

Das Chin-Kaninchen, heute eines der meist gezüchteten Pelzkaninchen, ist noch eine sehr junge Rasse. Es wurde vor etwa zehn Jahren in Frankreich gezüchtet, angeblich aus blauen Wienern, Russen und Wildkaninchen. Von Frankreich gelangte die neue Rasse über die Schweiz im Jahre 1920 nach Deutschland, wo sie sich ebenso wie in anderen Ländern außerordentlich rasch ausbreitete. Seinen Namen erhielt des Chin-Kaninchen wegen der Ähnlichkeit seines Felles mit dem des echten Chinchillas, auch Wollmaus genannt, eines wegen seines kostbaren Pelzes sehr geschätzten kleinen amerikanischen Nagers. Die Farbe des Chin-Kaninchens ist leicht aschgrau mit welliger schwärzlicher Schattierung. Die Bauchseite ist weiß. Ein gutes Winterfell dieser Rasse gehört heute zu den bestbezahlten Kaninchenfellen. Von den weißen Fellen abgesehen ist das Chin-Fell das einzige, das in größerem Maße naturfarbig Verwendung findet. Gewicht des KlChin 5 – 7 Pfund.

Englische Schecken – Esch.

Das Scheckenkaninchen ist eine der ältesten Kaninchenrassen, doch erhielt die Esch ihre heutige Form durch die jahrelange Arbeit in erster Linie englische Züchter. Die Esch ist der Typ der Sportrasse. Die Zeichnung ist bis in alle Einzelheiten durch Vorschriften festgelegt. Die Kopfzeichnung besteht aus Schmetterling, Augenringen, Backenpunkten und Ohrenzeichnung. Die Körperzeichnung besteht aus den Ketten der Seitenzeichnung, dem Aalstrich und den Beinflecken. Als Farben sind zugelassen tiefschwarz, dunkelblau und schildkrotfarbig. Gewicht 5 – 7 Pfund.

Feh – F.

Das F-Kaninchen – in englisch sprechenden Ländern wird die Rasse „Lilac“ genannt – ist an verschiedenen Stellen unabhängig voneinander gezüchtet worden, in Deutschland zum ersten mal 1916 in Marburg a. L., weshalb die Rasse auch als „Marburger Feh“ bezeichnet wird. Seiner erblichen Beschaffenheit nach ist das F-Kaninchen ein Kombinationsprodukt aus blauen und braunen Tieren, nämlich blauen Wienern und Havannas. Die Farbe ist hellblaugrau am ganzen Körper, ähnlich der Farbe des Feh genannten sibirischen Eichhörnchens. Das Fell des echten Feh zeichnet sich indessen noch durch eine eigenartige Perlung aus, die dem F-Kaninchen fehlt. An hat versucht, ihm diese anzuzüchten. Diese Versuche haben zur Bildung verschiedener Schläge geführt, wie des „Augsburger Feh“ und des „Düsseldorfer Perlfeh“. Gewicht des F 4 – 7 Pfund.

Kleinsilber – S.

Das S-Kaninchen gehört zu den ältesten Kaninchenrassen. Es wurde schon im 18. Jahrhundert von englischen Züchtern aus dem Wildkaninchen gezüchtet. Die Silberung, ein auch bei anderen Haustieren bekanntes Domestikationsmerkmal, ist darauf zurückzuführen, dass die Haare teilweise farblos sind oder jedenfalls doch weiße Spitzen haben. Je nach dem Verhältnis der gefärbten zu den farblosen Haaren ist der Grad der Silberung verschieden, man unterscheidet hell-, mittel- und dunkelschattierte Silber. Außerdem lässt sich die Silberung mit allen Farben kombinieren. Es werden gezüchtet: Braunsilber, Schwarzsilber, Blausilber und Gelbsilber. Gewicht 4 – 6 Pfund.

Holländer – H.

Auch das H-Kaninchen ist eine sehr alte Kaninchenrasse. Es stammt von dem alten  „Brabanter Kaninchen“, einem Farbenkaninchen mit weißen Abzeichen, das in früheren Jahrhunderten in Holland und Belgien gezüchtet wurde. Seine heutige Form verdankt auch das H-Kaninchen in erster Linie den erfolgreichen Sportzüchtern, den Engländern. Die Zeichnung des H. wird durch Abbildungen besser als durch eine lange Beschreibung wiedergegeben. Die vordere Körperhälfte des Tieres ist in der Hauptsache weiß, gefärbt sind nur Backen und Ohren, die hintere Körperhälfte ist gefärbt bis auf die Hinterfüße, die sogenannten „ Manschetten“. Zulässige Farben sind schwarz, blau, grau, gelb und madagaskar. Gewicht 4 – 6 Pfund

Schwarz- und Blauloh – Schwl., BIL.

Das Schwl. – Kaninchen, das „Black and tan“ der Engländer, ist wiederum eine englische Züchtung, entstanden in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Es sollen mehrere Rassen an seiner Entstehung beteiligt sein, doch scheinen Wildkaninchen und Hasenkaninchen die Hauptrolle dabei zu spielen. Vom Wildkaninchen stammt wahrscheinlich die Lohfarbigkeit, die dann durch Verwendung von Hasenkaninchen in ihrer Intensität stark gesteigert wurde. Das Schwl. ist tiefschwarz bis auf die lohfarbigen Abzeichen. Leuchtend braungelb sind die Schnauze, der Kinnstreifen, die Innenfläche der Ohren, die Augenringe, der so genannte „Keil“ im Nacken, die Seiteneinfassung, Brust und Bauch, die Innenseiten der Läufe und die Zehen. Beim BlL. tritt an die Stelle der schwarzen Farbe die blaue.Gewicht 4 – 6 Ptund.

Russen – R.

Über den Ursprung des R.- Kaninchens, des „Himalayan“ der Engländer, ist nichts Genaues bekannt. Sicher ist nur, dass es eine sehr alte Rasse ist. Die vielfach geäußerte Ansicht, dass das R-Kaninchen „ die Albinoform des Silbers“ ist, dürfte falsch sein. Seiner erblichen Beschaffenheit nach hat es jedenfalls nichts mit dem Silber zu tun. In dieser Hinsicht steht es vielmehr zwischen dem reinen Albino, dem Hermelin einerseits und der in allerjüngster Zeit gezüchteten, bisher offiziell noch nicht anerkannten Rasse, dem Marder, andererseits. Das Marderkaninchen wiederum ist ein naher Verwandter des Chinchillas. Das R.- Kaninchen ist insofern ein Albino, als es weiß mit roten Augen ist, unterscheidet sich aber vom reinen Albino durch die schwarzen Abzeichen. Die Zeichnung besteht aus Maske, schwarzen Ohren, schwarzen Läufen, und schwarzer Blume. Gewicht3 – 5 Pfund.

 

Abteilung IV.:  Zwergrassen.

Hermelin – He.

Weiße, albinotische Kaninchen gab es schon  sehr frühzeitig. Als Rasse wurde das Albinokaninchen unter dem Namen „Polish“ zuerst in England gezüchtet und kam gegen Ende das letzten Jahrhunderts nach Deutschland, wo es der Liebling vieler Sportzüchter wurde. Man züchtete auf Kleinheit, der Gesamtgröße sowie der Ohren. Das ausgewachsene He. soll nicht mehr als 2 ½ Pfund schwer sein.

Sächsische Hermelin.

Die vor zehn Jahren in Sachsen gezüchtete Rasse der SHe. Oder „Sächsischen Blauaugen“ ist ein Kombinationsprodukt aus Hermelin und Weißem Wiener. Man hat sozusagen die roten Augen des Hermelins ersetzt durch die blauen Augen des Weißen Wieners. Die Kleinheit der Rotaugen ist aber bei Rasse noch nicht erreicht. Gewicht 2 – 3 ½ Pfund.

 

Abteilung V. Langhaarrassen.

Angora – A.

Die Herkunft des A.- Kaninchens ist ungewiss. Zwar wird meist gesagt, dass es ebenso wie die Angoraziege, das Angoraschaf und die Angorakatze aus der kleinasiatischen Provinz Angora stammt. Es ist indessen kaum anzunehmen, dass alle diese langhaarigen Haustiere an der gleichen Stelle entstanden sind. Es ist wahrscheinlich, dass ein in Angora gezüchtetes, langhaariges Haustier (Ziege) nach dieser Provinz benannt wurde, und dass dann späterhin die Bezeichnung Angora ohne Rücksicht auf den Ort des Entstehens der Rasse für alle langhaarigen Haustiere Verwendung fand. Das A.- Kaninchen ist jedenfalls eine sehr alte Rasse, die schon im 18. Jahrhundert von England nach Deutschland kam. Erst während des Weltkrieges hat aber die A.-Zucht in Deutschland einen größeren Aufschwung erlebt, ist jedoch nach dem Kriege wiederum stark zurückgegangen, vor allem wohl deshalb, weil Deutschland eine die Angorawolle verarbeitende Industrie fehlt. Im Gegensatz zu Frankreich und vor allem England, wo sich die Seidenzucht und die damit verbundene Industrie zu einem blühenden Zweig des Wirtschaftslebens entwickelt hat. Das A. , dessen Haare eine Länge von 20 – 22 cm, ja 30 und mehr erreichen, wird im allgemeinen als Albino gezüchtet, doch sind alle einfarbigen Tiere mit reinen Farben zu gelassen. Das wichtigste Zuchtmerkmal ist die Qualität der Wolle. Diese soll möglichst lang und fein und möglichst grannenarm sein. Die Grannen ganz zu entfernen, ist bisher nicht gelungen. Gewicht 6 – 9 Pfund.

Opossum – O.

Das O. ist ein einfarbiges Langhaarkaninchen, dessen Haar aber nicht die Länge des Haares des A. erreicht; die Haarlänge beträgt 5 – 6 cm. Im Gegensatz zum A. ist sodann die Behaarung reich an Grannenhaaren. Die häufigste Farbe ist eisengrau, doch sind auch andere Farben zugelassen. Die Rasse hat nur sehr geringe Verbreitung. Gewicht 5 – 8 Pfund.

Abteilung VI. Grannenlose Kurzhaarrassen.

Castorrex – CR.

Die jüngste der in Deutschland anerkannten Kaninchenrassen ist das CR- Kaninchen, zu deutsch „Biberkönig“, ein französisches Zuchtprodukt, dessen erste Vertreter 1925 nach Deutschland kamen. Die Farbe des CR. Ist biberbraun, doch soll das Hauptmerkmal der Rasse ihre Grannenlosigkeit sein, so dass das Fell des lebenden Tieres mehr den Eindruck eines Maulwurffelles als eines normalen Kaninchenfelles macht. Das Fell des CR: ist sozusagen im lebenden Zustande bereits veredelt. Das CR – Kaninchen wurde bei seinem Auftreten geradezu enthusiastisch als das Pelzkaninchen der Zukunft gefeiert und vorausgesagt, dass es bald alle anderen Rassen verdrängt haben würde. Dies hatte zur Folge, dass sich – genau so wie es seinerzeit beim Erscheinen des ersten Biberkaninchens, des Havanna, der Fall war – sofort gewissenlose Händler auf dieses Spekulationsfeld warfen und die Preise in unerhörter Weise in die Höhe trieben. Selbst für nur wenige Monate alte minderwertige Tiere wurden und werden noch heute hunderte Mark bezahlt. Dies ist um so unsinniger, als das CR – Kaninchen gar nicht die Bedeutung als Pelzkaninchen besitzt, die man ihm nachgesagt hat. Die Untersuchung des Haarkleides hat nämlich ergeben, dass das CR-Fell gar nicht grannenlos ist. Die Besonderheit der Rasse besteht vielmehr darin, dass das Wachstum des gesamten Haarkleides in krankhafter Weise gehemmt ist. Von dieser Hemmung wird das Haar umso stärker betroffen, je länger es normalerweise ist. So macht sich die Beeinflussung bei dem langen Grannenhaar stärker bemerkbar als bei dem kurzen Wollhaar, das Grannenhaar ist so weit verkümmert, dass es nicht mehr über das Wollhaar hinausragt. Dadurch konnte der Eindruck entstehen, als sei die Rasse grannenlos. Auch im Übrigen ist das CR – Kaninchen in seiner Konstitution stark geschwächt, verglichen mit dem normalen Kaninchen, es ist ein typisches Beispiel für eine abwegige Mutation. Da die Besonderheit des CR ein einfach mendelndes Merkmal ist, die abnorme Haarentwicklung und die Konstitutionsschwächen also mit anderen Worten auf die Wirksamkeit e i n e r  Erbanlage zurückzuführen sind, ist es nicht möglich, die Rasse auf dem Wege der Selektion von ihren Schwächen zu befreien. Vor einer Ausbreitung der CR – Zucht auf Kosten der anderen Rassen muss daher im Interesse der Kaninchenzucht gewarnt werden. Diese Warnung ist vor allem auch deshalb am Platze, weil man neuerdings daran gegangen ist, das Haarmerkmal der neuen Rasse in andere Rassen hineinzutragen – eine einfache Kombinationsaufgabe – und bereits Chinchillarex, Alaskarex, Hermellinrex usw. gezüchtet hat.

H a l t u n g.

Das Kaninchen stellt zwar hinsichtlich Haltung im Vergleich zu anderen Haustieren sehr geringe Ansprüche, aber es sollten doch gewisse Vorbedingungen erfüllt sein, wenn man eine erfolgreiche Kaninchenzucht betreiben will. Während des Krieges, als die wirtschaftliche Not viele zu Kaninchenzüchtern oder wenigstens Kaninchenhaltern hat werden lassen, die bis dahin den Pelz und das Fleisch des Kaninchens nicht zu schätzen gewusst hatten, hat man allerdings Kaninchen fast überall gehalten, auf Balkonen, im Keller, in Bodenkammern, vielfach auf kleinstem Raum, wie Margarinekisten usw. Mit der Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem Kriege sind diese „Balkonzüchter“ mehr und mehr wieder verschwunden, und es war auch durchaus berechtigt, wenn man behördlicherseits gegen diese für Tier und Mensch unhygienische Haltung eingeschritten ist.

 

Licht, Luft, Trockenheit und Zugfreiheit sind die Faktoren, auf die bei der Unterbringung der Kaninchen vor allem zu achten ist. Um den Tieren möglichst viel Licht und Luft zu geben, sollten sie in so genannten Außenstallungen gehalten werden. Der Gesundheitszustand von im Freien gehaltenen Kaninchen ist im Allgemeinen ein besserer als von Tieren, welche sich dauernd in geschlossenen Räumen befinden. Gegen Kälte ist das Kaninchen ziemlich unempfindlich, und es ist durchaus falsch, Kaninchen während des Winters im warmen Raum zu halten, allein schon mit Rücksicht darauf, dass das Fell bei einer solchen Haltung nicht die Qualität erreicht wie bei Tieren in Außenstallungen.

Die Minimalgröße eines Stalles für ein Kaninchen einer kleinen oder mittleren Rasse sollte sein: Tiefe 75 cm, Breite 75 cm, Höhe 50 cm. Für ein Tier einer Riesenrasse sollte die Bucht wenigstens 1,15 m breit und 60 – 70 cm hoch sein. Je größer der Stall, umso besser ist es für das Tier, jedoch empfiehlt es sich, den Stall in der Breite nicht in der Tiefe zu vergrößern, da bei einem Stall, der mehr als 80 cm tief ist, das Herausnehmen der Tiere Schwierigkeiten macht. Auch lassen sich Würfe, die in zu tiefen Ställen in den hinteren Ecken liegen, schlecht untersuchen. Die einzelne Bucht ist sehr einfach eingerichtet. Die Tür wird gebildet durch einen Holzrahmen, der mit Drahtgitter bespannt ist. Das Drahtgeflecht darf nicht zu weit sein, um Ratten fern zu halten. Es ist vorteilhaft, den Stall so aufzustellen, dass man auch von der Rückseite herankann. Die Rückwand des Stalles wird dann mit einer Klappe versehen und der Dung nach rückwärts entfernt. Der Boden der Bucht, der mit Dachpappe oder mit Zinkblech ausgelegt wird, soll nach hinten geneigt sein, damit der Urin nach dort abfließt. Die Abschrägung des Bodens darf nicht zu gering sein, damit, wenn die Dachpappe sich etwas wellt, der Urin nicht stehen bleibt; andernfalls wird die Dachpappe rasch zerfressen und der Urin tropft in den unteren Stall durch. Auf die Dachpappe bzw. das Zinkblech kommt ein Lattenrost, der so auf zwei Keilen befestigt ist, dass dadurch die Abschrägung des Bodens wieder aufgehoben wird. Der Rost bezweckt, dass das Tier trocken sitz. Gegen Feuchtigkeit ist das Kaninchen sehr empfindlich, vor allem als Jungtier. Durch feuchte Haltung wird insbesondere auch die Kokzidiosegefahr erhöht. Der Rost darf nicht zu eng sein, da er sich sonst leicht durch Kotballen verstopft und dann seinen Zweck nicht mehr erfüllt, er darf aber auch nicht zu weit sein, da in diesem Falle die Jungtiere leicht mit ihren Pfoten hängen bleiben. In die Bucht kann man eine nach oben offene Kiste mit einer Einschlupföffnung an der Seite stellen, die den Häsinnen als Nistkasten dient. Im Winter wird die Kiste herumgedreht, sodass die offene Seite nach unten ist; das Tier kann sich dann bei großer Kälte mit Hilfe des Strohes, das ihm im Winter als Streu gegeben wird, einen wärmeren Raum schaffen. Viele Züchter bringen in der Bucht eine Raufe an für Heu oder Gras. Da im Allgemeinen nur so viel gefüttert werden soll, wie das Tier jedes Mal verzehrt, sind Raufen nicht unbedingt erforderlich.

 

Eine größere Zahl von Buchten wird am besten zu einem so genannten Etagenstall vereinigt. Die Buchten stehen am zweckmäßigsten in drei Etagen übereinander. Die unterste Etage sollte nicht unmittelbar auf dem Boden stehen, da sonst leicht Feuchtigkeit angezogen wird. Andererseits muss aber auch verhindert werden, dass Ungeziefer, vor allem Ratten, unter den Ställen einen Unterschlupf finden. Am besten ist ein massiver Unterbau, ein etwa ein 30 cm hoher Steinsockel. Auf diese kommen dann die drei Etagen. Für größere Tiere kann man die Ställe der oberen Etage höher machen. Auch für die anderen Etagen eine größere Höhe zu nehmen, empfiehlt sich deshalb nicht, weil man sonst die oberen Ställe nicht mehr übersehen kann. Aus diesem Grunde ist es auch unzweckmäßig, mehr als drei Etagen übereinander zu setzen.

 

Wer seine Tiere wenigstens zeitweise in Ausläufen unterbringen kann, wird sich über die bessere Entwicklung der Tiere freuen. Ausläufe mit natürlichem Boden sind betonierten Ausläufen vorzuziehen. Bei solchen Naturböden muss allerdings der den Auslauf umschließende Draht etwas 60 cm tief in den Erdboden hineingehen, umgrabenden Kaninchen das Entweichen unmöglich zu machen.

 

Dass auch der beste Stall seinen Zweck nur erfüllen kann, wenn er sauber gehalten wird, ist selbstverständlich. Im Sommer ist jede Bucht alle 14 Tage, im Winter etwa alle 4 Wochen zu reinigen. Wenigstens zweimal im Jahre sind die Ställe zu desinfizieren, entweder durch Auswaschen mit Kresolseife oder durch Streichen mit Kalkmilch oder noch besser durch beides.

F ü t t e r u n g.

Rüben und Heu, ab und zu Weichfutter in der Form von gekochten Kartoffeln und Kleie, dann als Körnerfutter Hafer, bilden das Winterfutter für das Kaninchen.

Im Sommer sollte Grünfutter die Hauptnahrung sein. Wie viel besser diese vitaminreiche Nahrung ist als das Trockenfutter, das zeigt sich im Frühjahr beim Übergang von der Trockenfütterung zur Grünfütterung. Die wachsenden Jungtiere weisen wesentlich bessere Gewichtszunahmen pro Woche auf, die Milchproduktion der säugenden Mütter nimmt zu, was in einer rascheren Entwicklung der Nestjungen zum Ausdruck kommt, die Sterblichkeit der Jungen nimmt ab, kurz, der Gesundheitszustand des ganzen Bestandes hebt sich beträchtlich. Beim Übergang zur Grünfütterung ist aber besondere Vorsicht am Platze. Es ist zweckmäßig, das Gras etwa 8 Tage lang mit Heu zu mischen, da bei plötzlich einsetzender reiner Gründfütterung leicht Darmblähungen eintreten, die zu der gefürchteten Trommelsucht und damit zum Tode der Tiere führen. Auch nasses und erhitztes Heu ist gefährlich. Klee darf nicht zu jung verfüttert werden, ist aber im Übrigen ein gutes Futtermittel. Besonders wertvoll, vor allem für säugende Mütter, sind Löwenzahn und Brennnesseln sowie Leinsamen. Auch viele Gemüsesorten bilden ein gutes Futter, wie Blumenkohl, Kohlrabi, Grünkohl.

 

Bei Grünfütterung ist die besondere Verabreichung von Wasser überflüssig. Ebenso im Winter bei Rübenfütterung. Nur Häsinnen, die vor dem Werfen stehen oder geworfen haben, sollten Wasser oder noch besser Milch erhalten. Oft ist das Fressen der Jungen eine Folge des großen Durstes der Muttertiere, wenn dieser normalerweise nicht gestillt werden kann.

 

Zweimalige Fütterung am Tage ist besser als einmalige. Jedenfalls füttere man nie mehr, als die Tiere von einer Fütterung bis zur nächsten verzehren. Zu reichliche Fütterung kostet manches Jungtier.

Z u c h t.

An dieser Stelle allgemeine  Zuchtregeln zu geben, ist nicht notwendig. Es genügen einige spezielle Hinweise für die Zucht des Kaninchens. Eine Häsin einer mittleren Rasse sollte etwa 8 Monate alt sein, ehe sie zum ersten Mal gedeckt wird, eine Häsin einer Riesenrasse mindestens 10 Monate. Die Rammler sind schon etwas früher deckfähig, dürfen aber in der ersten Zeit nicht zu häufig benutzt werden, damit ihre Deckfähigkeit nicht vorzeitig verloren geht. Die Häsin wird zum Decken in den Stall des Rammlers gebracht, der im Allgemeinen, falls die Häsin hitzig ist, den Deckakt sofort ausführt. Der Deckakt ist beendet, sobald der Rammler mit einem knurrenden Ton umgefallen ist. Die Häsin kommt dann sofort in ihren Stall zurück. Es ist durchaus verkehrt, die Häsin, wenn sie nicht hitzig ist und sich nicht decken lässt, bei dem Rammler zu lassen. Das schädigt beide Tiere. Jedoch kann, um den Eintritt der Brunst zu beschleunigen, ein Tausch vorgenommen werden, indem die Häsin einen Tag im Rammlerstall bleibt, während der Rammler in den Stall der Häsin kommt. Die Hitzigkeit der Häsin macht sich im unruhigen Wesen bemerkbar, in dem Trieb, ein Nest zu bauen und in einer Rötung und Schwellung der Geschlechtsteile. Allerdings ist dies kein untrügliches Zeichen. Will man feststellen, ob die Häsin tragend geworden ist, so kann man sie 8 oder 14 Tage nach dem ersten Deckakt nochmals zum Rammler bringen. Im Allgemeinen wehrt die tragende Häsin den Rammler energisch ab. Die Trächtigkeit einer vor etwa 3 Wochen gedeckten Häsin lässt sich bei einiger Übung durch Abfühlen des Tieres ohne Schwierigkeiten feststellen. Die normale Trächtigkeitsdauer beträgt 31 Tage, doch sind Tragezeiten von 30 und 29 Tagen nicht zu selten. Werden die Jungen länger als 31 Tage getragen, so kommen sie meist tot zu Welt. Die Zahl der Jungen eines Wurfes schwankt in sehr weiten Grenzen (1 – 12 und mehr). 4 – 6 ist die günstigste Zahl für die Aufzucht.

Sind mehr als 6 Junge vorhanden, so empfiehlt es sich, die Schwächlinge wegzunehmen oder einen Teil der Jungen einer Amme unterzulegen, wenn es sich um wertvolle Tiere handelt. Mehr als 8 Junge bringt eine Mutter selten hoch, und das Durchschnittsgewicht 8 Wochen alter Tiere ist wesentlich geringer bei 8 Tieren im Wurf, als wenn es nur 6 oder gar nur 4 sind. Die Jungen bleiben mindestens 8 Wochen bei der Mutter. Hat die Mutter nach 8 Wochen noch Milch, so ist ein noch längeres Verbleiben bei der Mutter anzuraten. Vor dem Absetzen werden die Jungen, soweit sie als Zuchttiere behalten werden, tätowiert. Das beste Instrument für die Tätowierung ist die hauptnärsche Tätowierzange mit auswechselbaren Zeichen. Die Unterscheidung der Geschlechter ist bei eben geborenen Kaninchen nicht mit Sicherheit möglich, gelingt aber beim 4 Wochen alten Tier mit einiger Übung ohne große Schwierigkeiten. Die weibliche Geschlechtsöffnung erweist sich beim Hervorstülpen als nach hinten gespalten und es werden zwei feine Äderchen in ihr sichtbar, während die männliche Geschlechtsöffnung einen Schlauch darstellt, in dem die Äderchen fehlen.

 

Nach dem Absetzen der Jungen soll die Mutter etwa 8 Tage Ruhe haben, ehe sie aufs Neue gedeckt wird. Da während der Wintermonate die Zucht ruht, können normalerweise von einer Häsin pro Jahr 3 Würfe gezogen werden.

 

Männliche Tiere, welche nur zur Fell- und Fleischgewinnung großgezogen werden, sollten kastriert werden. Die einfachste Methode der Kastration ist die durch Abbinden der Hoden.

 

Krankheiten und Parasiten. Da die Krankheiten und Parasiten an anderer Stelle (s. „Kaninchenseuchen“) behandelt werden, kann hier darauf verwiesen werden.

N u t z u n g.

Der Nutzungswert des Kaninchens liegt in seinem Fell, seinem Haar und seiner Wolle sowie seinem Fleisch. In Deutschland spielt das Kaninchen als Pelztier die Hauptrolle. Sein volkswirtschaftlicher Wert mag daraus ersehen werden, dass mehr als die Hälfte des gesamten Fellumsatzes aus Kaninchenfellen besteht. Die Zahl der von der Pelzindustrie verarbeiteten Kaninchenfelle steigt von Jahr zu Jahr. Die einheimische Zucht vermag den Bedarf bei weitem nicht zu befriedigen. So wurden im Jahre 1924 13.200 Doppelzentner Kaninchenfelle im Werte von 12 Mill. Goldmark nach Deutschland importiert. Im Jahr 1927 stieg die Zahl auf 33.385 Doppelzentner, das sind etwa 18 Mill. Kaninchenfelle, für die 23.028.000 Goldmark ins Ausland gegangen sind. Wir haben also allen Grund, die heimische Kaninchenzucht zu fördern, um für die Zukunft wenigstens einen Teil dieses Volksvermögens der Heimat zu erhalten.

 

Nur die besseren Kaninchenfelle werden von der Pelzindustrie verarbeitet, die übrigen finden als Schneidekanin in der Hutindustrie Verwendung. Bei der Herstellung von Filzhüten wie überhaupt Artikeln aus Filz spielt das Kaninchenhaar eine ganz besondere Rolle. Die Seidenkaninzucht ist wie schon gesagt wurde, in Deutschland zurückgegangen. Es fehlt bei uns noch die die Angorawolle verarbeitende Industrie.

Als Fleischtier hat das Kaninchen in Deutschland zurzeit nur untergeordnete Bedeutung. Während es in Belgien, Frankreich, den Vereinigten Staaten von Amerika, und zwar dort vor allem in Kalifornien, Volksnahrung ist, besteht bei uns in weiten Kreisen ein Vorurteil gegen das Kaninchenfleisch. Es sind in der Hauptsache die Züchter selbst, die das Kaninchenfleisch essen. Tatsächlich ist aber das Kaninchenfleisch ein hochwertiges Nahrungsmittel, das z.B. einen höheren Nährwert besitzt als Hühnerfleisch.

 

Wenn von der Nutzung die Rede ist, darf schließlich nicht vergessen werden, des Kaninchens als wissenschaftlichen Versuchstieres zu gedenken. Ist doch das „Versuchskarnickel“ geradezu sprichwörtlich geworden. In der Zeit wirtschaftlicher Not, während und nach dem Kriege, als das Vorurteil gegen das Kaninchenfleisch nicht bestand und jedes Kaninchen in den Kochtopf wanderte, war es für die wissenschaftlichen Institute außerordentlich schwierig, das notwendige Versuchsmaterial zu bekommen. Das hat zur Bildung von eigenen Kleintierzuchtanstalten geführt, in denen heute die „Versuchskaninchen“ in großer Zahl gezogen werden.

O r g a n i s a t i o n.

Die Spitzenorganisation der deutschen Züchter ist der „Reichsbund der deutschen Kaninchenzüchter“. Er ist eine Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände sowie der Verbände der Spezialzüchter. Seine Aufgabe ist die Vertretung der Gesamtinteressen der deutschen Kaninchenzucht, und zwar weniger der Sportzucht als der   N u t z k a n i n c h e n zucht.

Die Schaffung einer einheitlichen Zuchtbuchführung und Kennzeichnung der Tiere, die Einführung der Bestimmung, dass nur noch tätowierte Tiere Preise erhalten können, die Ausarbeitung von für das ganze Reich gültigen Bewertungsvorschriften, in denen für das Fell bei jeder Rasse im Minimum 20 Punkte vorgesehen sind, stellen einige Etappen auf dem Wege des Reichsbundes dar, auch in der Kaninchenzucht zu einer   Z u c h t   a u f   L e i s t u n g  zu kommen und die Wirtschaftszucht mehr in den Vordergrund zu schieben. Einer der nächsten Schritte muss die Anerkennung bestimmter Rassen als Nutzrassen und die vornehmliche Förderung gerade dieser Rassen sein. Durch diese und ähnliche Maßnahmen soll erreicht werden, der Kaninchenzucht mit der Zeit die Stellung zu verschaffen, die ihr im deutschen Wirtschaftsleben zukommt.

 

Literatur:

  1. Burkhardt.

Die Kaninchenzucht.

Berlin 1924

  1. Mahlich,

Unsere Kaninchen.

  1. verm. u. verb. Auflage, 1919.
  2. Nachtsheim,

Das Rexkaninchen und seine Bedeutung für die Pelztierzucht.

Leipzig 1928.

  1. Nachtsheim,

Die Zukunft des Kaninchens als Pelz-, Wolle- und Fleischtier.

Mitt. d. D. Landwirtsch. Ges., 43 Jg., 1928. 

  1. Nachtsheim,

Die Entstehung der Kaninchenrassen im Lichte ihrer Genetik.

Erscheint 1928.

  1. Wischer,

Grundriss des Fortpflanzungs- und Vererbungsproblems in der Kaninchenzucht unter besonderer Berücksichtigung der Chromosomentheorie und des Mendelismus.

Leipzig 1928.

Reichsbewertungsbestimmungen für die Beurteilung von Kaninchen.

Berlin 1926.

 

H. Nachtsheim, Berlin-Dahlem.

K a n i n c h e n s e u c h e n.

Die häufigsten Kaninchenseuchen werden in diesem Werke bei den entsprechenden Schlagworten beschrieben, z. B. Kokzidiose, Spirochätose, ansteckende Nasenentzündung, Pseudotuberkulose, Reude u. s. w. Abgesehen von diesen ätiologisch klargestellten Krankheiten werden aber in der Literatur in größerer Zahl Seuchen bei Kaninchen beschrieben, die sich in der Regel nur auf einzelne Ausbrüche beziehen. Es werden hierbei für gleiche oder ähnliche Krankheitsbilder verschiedene Namen gebraucht oder neu aufgestellt, ohne dass es stets sicher ist, dass tatsächlich eine neue Seuche vorliegt. Hutyra und neuestens Seifried haben versucht, eine einheitliche Benennung anzubahnen.

Hämorrhagische Septikämie.

Erreger: Ein bipolar sich färbendes, kleines, gramnegatives Stäbchen, das im Blut und in Exsudaten in der Regel leicht nachweisbar ist. Symptome: Bei akuten Krankheitsfällen setzt ziemlich unvermittelt eine allgemeine Mattigkeit ein, daneben besteht Atemnot, Nasenausfluss, Niesen und evtl. Durchfall. Die Krankheit dauert einen oder wenige Tage und führt meist zum Tode. Bei chronischem Verlauf zeigen die Tiere ein manchmal gar nicht besonders auffallendes unlustiges Benehmen, sie magern ab und weisen mitunter Nasen- und Augenausfluss, Atemnot, Durchfall, selten Gelenkschwellungen auf. Die Tiere kränkeln in dieser Weise wochen- und selbst monatelang und sterben unter kachektischen Veränderungen. Sektion: Blutungen in Schleimhäuten und Serosen, Lungenhyperämie, katarrhalische und hämorrhagische Entzündungen des Kehlkopfes und der Luftröhre sowie des Darmes. Die hämorrhagische Septicämie der Kaninchen ist neben der Coccidiosis, Rhinitis infectiosa und Scabies die häufigste Kaninchenkrankheit. Die Ansteckung erfolgt durch die Aufnahme von Se- und Exkreten kranker Tiere mit beschmutztem Futter per os oder durch die Luftwege (Spritztröpfchen beim Niesen, Staub). Möglicherweise können Erkrankungen durch Virulenzsteigerung von Bakterien entstehen, die im gesunden Körper sich aufhalten, ohne zunächst pathogen zu sein, wie dies auch bei anderen Krankheiten aus der Gruppe der hämorrhagischen Septicämie angenommen wird. (s. bei „Hämorrhagischen Septicämie“, Bd. V Seite 67). Sonst erfolgt die Infektion meist durch neu angekaufte Tiere (Inkubationsstadium, Dauerausscheider) oder Zwischenträger (Futter, Personen, Geräte).

Brustseuche,

Erreger; Feine gramnegative Stäbchen. Symptome: Akutes Krankheitsbild mit Husten und Niesen, eitrigem Nasenausfluss und Abmagerung. Sektion: Fibrinöse (und eitrige) Entzündung der serösen Häute der Brusthöle (Kurita fand einen großen abgekapselten Abzess in der Brust), katarrhalische Lungenentzündung (Kurita, Beck, Kraus, Volk, Ebert und Mandry, Kasparek u. a.). Seifried rechnet diese Krankheit zur Rhinitis infectiosa der Kaninchen (s. „Nasenkatarrhe, ansteckende“).

Lungenbrustfellentzüdung.

Erreger: Gramnegative Stäbchen. Sektion: Grauer bis gelblich weißer mit dem Messer abstreifbarer Belag auf der Lunge und am Perikard. Exsudat in Brust- und Bauchhöhle, gelegentlich Pneumonien. Milz meist nicht vergrößert, an den übrigen Organen keine Veränderungen. Mortalität bis 75 % (Glaue).

Kaninchendruse.

Erreger: Kleines Stäbchen, Bac. Septicus cuniculi. Symptome: Entzündliche Schwellung in der Kehlgangs- und oberen Halsgegend, Nasenausfluss, Atemnot, Abmagerung. Sektion: Eitrige, phlegmonöse Veränderung der Subcutis in Kehlgang und oberer Halsgegend. Exsudat in Brust- und Bauchhöhle, Darmentzündung, akuter Milztumor (Lucet). Auch diese Krankheit reiht Seifried unter die Rhinitis infectiosa cuniculorum ein.

Streptokokkensepicämie.

Erreger: Grampositiver Spreptokokkus. Sektion: Klare, rötliche Flüssigkeit in den Körperhöhlen und im Perikard, gallertiges Exsudat in der Subcutis, fettige Degeneration der Leber und Nieren, hämorrhagische Enteritis, zuweilen akuter Milztumor (Horne).

Pyämie.

Erreger: Ein pleomarpher (Stäbchen, Kokken, Diplokokken) unbeweglicher Kapselbazillus, Pyobazillus, Kapsulatus cuniculi. Bei akutem Verlauf entstehen eitrige fibrinöse Brustfell- und Herzbeutelentzündungen, mitunter Peribronchitis. Bei chronischem Verlauf bilden sich im Verlaufe von mehreren Monaten große Abzesse unter der Haut ohne entzündliche Merkmale, die später durchbrechen (Koppany, Laven, Cominotti).

Schnüffelkrankheit.

Erreger: Ein Bazillus bronchisepticus, ferner ein bipolar sich färbender Bazillus leporisepticus unter Mitbeteiligung des Staphylokokkus albus. Symptome: Nasenausfluss, Niesen, Juckreiz an der Nase, schlechter Appetit, Abmagerung. Diese Krankheit soll in Amerika häufig vorkommen und vielfach tödlich verlaufen (Ferry, Hoskins und Detroit, Mc Gowan). Seifried rechnet diese und ähnliche Krankheiten zu der ansteckenden Nasenentzündung der Kaninchen.

Streptotrichose.

Erreger: Nekrosebacillus Streptothrix cuniculi. Symptome: Allmählich fortschreitende Nekrose der Haut, anschließende Nekrose der darunter liegenden Muskeln und Sehnen. Thrombose von Gefäßen mit Embolien in innere Organe (Lunge) (Schmorl, Basset, Beatti).

Myxomatöse Krankheit.

Erreger: Ein ultravisibles Virus. Symptome: Hochgradiger eitriger Lidbindehautkatarrh, mächtige Anschwellungen am Kopf, um den After und die Geschlechtsorgane, subcutanen Tumoren, Hypertrophie der Brustwarzen. Krankheitsdauer bei künstlicher Infektion 4 – 5 Tage. Sektion: In der Unterhaut Geschwülste von gelatinöser Beschaffenheit, Schwellung der Lymphknoten, Hodenentzündung, Milztumor (Moses, Splendore, Sanarelli, in Südamerika).

Diphtheroide Darmentzündung.

Darmdiphtherie. Erreger: Gramnegative (bis schwach positive) Kurzstäbchen, die anfänglich Fäden bilden; sie sollen der Typhusgruppe nicht nahestehen. Symtome; Verminderte Fresslust, Mattigkeit, Tod nach wenigen Tagen. Sektion: Diphtheroide Darmentzündung, nektrotische Herde in den Darmlymphknoten, in Milz, Leber und Niere, Lungen frei von Veränderungen (Sarnowski, Ribbert).

Encephalits infectiosa.

Über das Vorkommen einer oder vielleicht   m e h r e r e r   atiologisch verschiedener   s p o n t a n e r   Encephalitiden beim Kaninchen berichten Schuster, der diese Erkrankung unter 100 Versuchstieren 25mal fand, und auch andere Autoren (Billert und Jahnel, Pette u. a.). Die Erscheinungen dieser Krankheit (Unruhe, Aufregung, Zittern, Lähmung, Manegebewegungen, urämisches Krankheitsbild, Abmagerung, auch chronischer, nicht tödlicher Verlauf) sind vielfach sehr geringfügig, so dass es nicht ausgeschlossen ist, dass die Krankheit spontan häufiger vorkommt als bekannt ist. Als Erreger wird das Encephalitozoon cuniculi (Einschlusskörperchen) angegeben, dass Schuster auch im Gehirn spontan erkrankter Katzen fand und den von Lewy und Kantorowicz gefundenen Staupekörnchen ähnlich sein soll. Über die Beziehungen zum Herpesvirus siehe bei „Herpes“, Bd. V. S. 241.

Bei der B e h a n d l u n g  all der genannten Kaninchenseuchen und auch anderer handelt es sich gewöhnlich nicht darum, das einzelne Tier zu heilen, sondern vor allem darum, den Bestand zu retten. Prophylaktisch wird man neu angekaufte Tiere durch 8 bis 14 Tage isolieren, um durch im Inkubationsstadium einer Seuche befindliche Tiere (eventuell auch Dauerausscheider) den Bestand nicht zu gefährden. Zu diesem Behufe sind, wenn dies räumlich möglich ist, die gesunden Tiere aus dem verseuchten Bestand zu entfernen und gesondert, eventuell in mehreren kleinen Gruppen aufzustellen (parzellieren). Ist dies nicht möglich, so entfernt man die Kranken aus dem Bestand und desinfiziert wiederholt den Stall. Wenn man frühzeitig derartige Maßnahmen trifft, so kann es gelingen, die Seuche zu kupieren. Ist der Erreger bekannt, so kann – wie dies bei der hämorrhogischen Septicämie und anderen Kaninchenseuchen berichtet wird – der Versuch gemacht werden, mit einem eigens hergestellten Impfstoff (Vaccine) die Seuche zu bekämpfen, wobei vor allem prophylaktische Impfungen der noch gesunden Tiere in Betracht kommen.

Die Behandlung des Einzeltieres bietet aus nahe liegenden Gründen große Schwierigkeiten; sie ist, falls Impfstoffe nicht vorhanden sind, eine rein symptomatische. Siehe unter anderem bei „Lungenentzündungen der Kaninchen“ und „Magendarmkrankheiten der Kaninchen“.

 

Literatur: Seifried, Die wichtigsten Krankheiten des Kaninchens, mit besonderer Berücksichtigung der Infektions- und Invasionskrankheiten. München 1927. – Hutyra in Hutyra-Mareks spez. Path. U. Ther. D. Haust., Bd. I, 6. Aufl. Jena 1922. Dr. Wirth, Wien.

 

Naether, Carl (Prof.):

(Unveröffentlichte Berichte über amerikanische Kaninchenliteratur etc. an den Autor.)

Naether, Professor an der University of Southern California, U.S.A., schreibt unter dem 18. Oktober 1947: „Nur sehr wenige unserer Kleintierzuchtzeitschriften werden auf solcher redaktionellen Höhe gehalten, wie wir sie in der Geflügel-Börse“ und ähnlichen Publikationen finden. Die Kaninchenzucht ist geschäftlich nicht so sicher fundiert, wie etwa die Hühnerindustrie, da sich nur Einzelpersonen mit sehr kleinem Kapital mit ihr befassen. Diese besitzen nicht Vermögen genug, um Zeiten wirtschaftlicher Depression zu überbrücken und fallen so aus. So gibt es in U.S.A. jeden Monat Hunderte von Kaninchenzüchtern, welche ‚Ausverkauf machen’ und zwar zu niedrigen Preisen, weil sie weder Kapital noch Geduld und Geschäftsgeist besitzen, um sich mit Profitaussichten der Lage anzupassen.  Das bezieht sich auf alle Spezialzuchtgebiete hier. Jeden Monat tritt hier ein auffälliger Züchterwechsel ein, mit anderen Worten: Hunderte und Hunderte geben plötzlich die Zucht auf, werfen ihr Zuchtmaterial zu   j e d e m   Preis auf den Markt und drücken die Tagespreise. Das ist auch der Grund dafür, dass die meisten Fachblätter in U.S.A. es schwer haben, sich erfolgreich auf die Dauer durchzusetzen. Sie können kein Honorar für Artikel oder sonstige Beiträge zahlen und hängen von den Inseratseinnahmen ab, um ihren Rechnungen und laufenden Verpflichtungen gerecht zu werden. Das ‚American Rabbit Journal’ wird in Warrenton, Missouri, veröffentlicht, und dort ist eine Anzahl von Büchern über Kaninchenzucht herausgekommen“.

Nutzen des Kaninchenfleisches:

Meine Anfrage, ob das Kaninchenfleisch besonders in Kalifornien Volksnahrung sei, beantwortet Professor Carl Naether (University of Southern California) im Dezember 1947, wie folgt: Ja, es gibt hier viele Leute, welche Kaninchen züchten, aber dies geschieht nur nebenbei, um einen kleinen Extraverdienst zu erzielen. Sehr wenige Kaninchenzüchter können ihren Lebensunterhalt durch Zucht und Verkauf von Kaninchen aufbringen. Der Grund dafür ist darin zu suchen, dass hier Kaninchenfleisch nicht allgemein gegessen wird wie etwas Hühnerfleisch, Rindfleisch oder Schweinefleisch. Demzufolge ist der Markt für Kaninchenfleisch stets unsicher und Schwankungen unterworfen.

 

The Book of the domestic Rabbit

128 pp. Ca. 30 Bildtafeln. David McKay Company, Inc. New York. 1967

Carl Naether emeritierter Professor der südkalifornischen Universität in Los Angeles, Autor einer Reihe von vielgekauften Büchern über Haus- und Wildtauben, die durch diverse Auflagen gingen, schreibt hier, wie stets, gut informierend und leicht verständlich. Erstklassig ausgewählte Photos mit gewissenhafter Angabe der Herkunft. Mit den noch vielfach unerwähnt gebliebenen, aber berühmten U.S. Nutzrassen, den weissen Neuseeländern und den Kalifornians (Riesenrussen) wird hier bekannt gemacht.

Nehring, K. und Schramm, W.:

Über die Ausnutzung verschiedener  Futterstoffe durch Kaninchen,

„Biedermanns Zentralblatt“, B. Die Tierernährung. Bd. 11, 1930, H. 4/5.

Nelson, Edward W.:

Wild animals of North America. Paitings by Louis Agassiz Fuertes.

127 full-color portraits, 86 photographs and track sketches. 240 p. The National Geographic Society, Washington, D.C. , USA.

Nemes, Miksa (Max) – Seiler, Erno (Ernst):

Az angoranyúl egészségének megóvása. – telegsének gyógyitása, – kasztrálása (Die Wahrung der Gesundheit, die Behandlung der Krankheit, die Kastration des Angorakaninchens).

Verlag des Verfassers, Szeged 1911. 112 p. m. 3 Textfig. (ungarisch).

Nestmann, Anny :

Leitfaden für die Verarbeitung von Angorakaninchen, Wolle und Fellen

  1. Auf. 1934, Verlag Dr. F. Poppe Leipzig, p 52, 18 Abb.

Neuhaus, Ulrich :

Das Kaninchenbüchlein

48 pp. 20 X 25 cm. Neumann Verlag GmbH Radebeul

Neunzig, Karl :

Tafel der Kaninchenrassen

Grasers naturwissenschaftliche Tafeln. Nr . 28 – Grasers Verlag (R. Liesche, Annaberg i.E. ) 1910

 

Diese Tafel, welche auch als „28 b“ aufgeführt wird, ist offenbar eine Neuauflage und – gewaltige Verbesserung – der der ursprünglich von Uhrmann gemalten Tafel. Durch fast jedes dieser Portrait geht ein lebenswahrer Zug, der Karl Neunzig auch als Kaninchenmaler alle Ehre macht. Hier fehlt das Hölzerne vieler Kaninchenabbildungen, hier besticht Natur! Schön das erste Bild verrät in der Augenpartie den Künstler. Ansonsten ist es, das hell­schattierte Klein- Schwarzsilber, Neunzig nennt es noch „Grausilber“ völlig misslungen. Die Farbe erinnert fast an Feh und lässt keine Silberung erkennen, der Rücken fällt steil ab, die Ohren sind zu lang. Nach schlechtem Modell gemalt. Gut ist das deutsche (belgische) Landkaninchen. „Im westlichen Deutschland ist es mehr ver­breitet — .

Fein gesehen Figur und Haltung des Schwarzlohkaninchens.

Aber Ohren etwas lang, größerer Teil der Blume weiß, Außenseite der Läufe hell- lohfarbig, Kinnbackeneinfassung nicht einwandfrei. Sehr eindrucksvoll das „Deutsche Riesenscheckenkaninchen“.

Das an sich nicht unüble Portrait in unseren Luxuswerk von 1942 wirkt damit verglichen wie ein ausgestopftes Modell! In der Fleckenzeichnung haben wir heute besseres Material –

Lebensvoll der Blaue Wiener. Hellere Tönung, wohl nach einem, im Freiauslauf gehaltenen, etwas „Rost“ zeigenden Tier gemalt. Ohren etwas lang. Durchschnittlich gut, dass „Englische Scheckenkaninchen“. Das Alaska-Kaninchen, sehr natürlich und dazu eine beachtliche Studie des Fellglanzes. Gut in figürlicher Hinsicht, mit „weißem Bauch das Hasenkaninchen. Massig das Herme­linkaninchen. Kurt Zander malte es weit besser. Seine hasengraue belgische Riesenk. Häsin – Gut getroffen! Vorderpartie könnte noch massiver sein. Farbe nicht ganz überzeugend. Im Text heißt es: „Seine Einführung aus Belgien hat vor einigen Jahrzehnten wesentlich zur Erweckung und Hebung der Kaninchenzucht in Deutschland beigetragen. Es ist ein gutes Wirtschaftskaninchen, das ungemästet ein Gewicht von 12-16 Pfund erreicht. Zuweilen machen sich bei ihm die nachteiligen Folgen der Hochzucht bemerkbar“ . Wieder wunderbar natürlich das Rheinische Schecken­kaninchen, jedoch ohne Schmetterling, Seitenfleckung geht zu weit nach vorn. Sehr gut auch das Japaner Kaninchen – „In der Dresdener Gegend hat man seine Zucht in festere Bahnen geleitet“. Die Kopfzeichnung ist auf dem Neunzig-Bild nicht geteilt. Auch das weiße Wiener verkörpert Leben, wie ich es bei neuern Bildern nicht immer gefunden habe.

Die walzenförmige Nutzform ist sichtlich im Kommen. Über das Thüringer Kaninchen lässt sich ebenfalls nur Gutes sagen. Es steht fest, Neunzig malte nach leben­den Modellen seiner Zeit, und das erwärmt immer wieder. So bewundert man auch die Haltung seines schwarzweißen Holländer Kaninchens. Ja, so soll man Kaninchen malen! Die Manschette des Hinterlaufes ist reichlich kurz, die Backenzeichnung geht wohl zu seit herunter. Das Bild des Französischen Widderkaninchens („seit etwa 100 Jahren in Frankreich bekannt“) bringt nichts Neues. Ansprechend Farbe und Figur des Französischen Riesen-Silberkaninchens. Ohren etwas lang.

Sehr gut das weiße Riesenkaninchen (Häsin). „Man züchtet jetzt Tiere mit blassrotem Farbenton. „Das Angorakaninchen ist sicherlich ein für die betreffende Zeit sehr gutes Bild. Mit Stirn und(schwachen)Ohrbüscheln. Ein (helles) blaues „Lothringer Kaninchen“ mit nach einer Seite fallenden Hängeohren. Neunzig setzt sich für diese „jetzt leider mehr in Vergessenheit geratene Rasse“ ein. Gut, dass Englische Widderkaninchen. Das Havannakaninchen im Farbton heller als gewöhnlich. Meissner Widderkaninchen und das Russische Kaninchen beschließen die interessante Bilderreihe.

Karl Neunzig starb m. W. 1944

Nichifor, A.:

Lepurii de casa (Die Kaninchen) …?

(rumänisch).

Nordisk Kaninstandard.

Utg. Av Sveriges kaninavelstöreningars riksförbund, Foreningen til Kaninavlens Fremme i Danmark och Norges kaninavlsforbund, 35 p. Malmö, 1930. (Also Norwegian an Danish editions. To the Danish edition: Tillaeg til Nordisk Kanin-Standard, 1937. Gyldig fra 1. Januar 1938. Lyngby).

Norsk Kaninstandard.

Vedtatt 15. august 1936. Tradt i kraft 1. januar 1937. 4. utg. Utg. Av Norges kaninavlsforbund. 36 p. Oslo, 1943.

 

Ny Kanin-Standard for Opdrettere, Producenter og Dommere.

Udg. Af Danske Kaninavleres Andels-Eksportforening. 24 p. Kobenhavn. 1941.

Nydahl, H. och Nilsson, A.:

Kaninodlaren. Ekonomisk lärobok och rasbeskrivning för kaninskötsel samt päls och köttproduktion.

3:e upp. 88 p. Malmö, 1929.

Nyström, E.:

Pälskaninavel. Kort handledning för nybörjare.

Oettel, Robert:

Hühner, Enten, Gänse oder die Geflügelzucht als lohnender Nebenverdienst für den Bürger und Landmann in beschränkten Verhältnissen.

Nebst Anhang über Kaninchenzucht.

Mit Abbildungen der bekanntesten Hühnerrassen. 1 Mk. Gegen 1883 ?

Ordel, E. :

Das Weiße Wiener-Kaninchen

  1. Aufl. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Olsen, H. M.:

Vejledning i avl med Angorakaniner.

1 avl med Angorakaniner. 1942.

Angorakaninen. Dess ward och skötsel.

Utg. Övers, och bearb. Av. Scandinavian Rabbit Co. AB, Malmö, 66 p. Malmö, 1943.

Kaninavl og Kaninhold.

Udg. Af Det kgl. Danske Landhusholdningsselskab. 150 p. Kobenhavn, 1942.

Olsen, H. M und Jespersen, J.:

Fodringsforsog med Kaniner.

Kobenhavn, 1942 Betning fra Forsogslaboratoriet 203).

Ortleb, A. u. G.:

Die Kaninchenzucht.

Eine übersichtliche und leichtfassliche Anleitung zum Betriebe derselben für die Küche und als Nebenerwerb. Preis 75 Pf. Berlin S. Mode’s Verlag. Berlin W., Friedrich-Wilhelm-Straße 25.

Die kleinen Haustiere, wie Hund, Katze,   M e e r s c h w e i n c h e n, weiße Maus, Eichhörnchen,   K a n i n c h e n, Hamster, Ziegenbock, Tauben, Hühner, Papageien usw.,

Zucht und Pflege nebst Anleitung zum Anfertigen von Tierzwingern und Käfigen.

Mit 24 Abbildungen. Bd. XI von „Der emsige Naturforscher und Sammler“. Preis 60 Pf. S. Mode’s Verlag, Berlin.

Ostlie, S. og Langoien, M.:

Gris, kanin og hons for amaorer.

Otto, William E.:

Angora Wood Ranching.

U.S.A. Pr $ 1.00. Ein Werk für den Anfänger in der Angorakaninchenzucht.

Peters, G. J.:

Kod, Uld, Pels.

Haandbog i Kaninproduktion. 94 p. Esbjerg, 1942.

Vejledning i moderne Kaninavl.

Udg. Af Danmarks Kaninavlerforening. 56 p. 2. Opl. Aarhus, 1941.

Petersen:

Unveröffentlichte Schriften

Gaston Phébus

Le Livre de la Chasse – Das Buch von der Jagd
Paris, Bibliothèque nationale, Ms: fr. 616

Unter der Signatur „Manuscrit francais 616″ bewahrt die Bibliotheque nationale in Paris eines der großartigsten Jagdbücher des Mittelalters, das uns wie kein anderes über die Praxis des Waidwerks im XIV. Jahrhundert informiert und uns anhand prachtvoller Miniaturen auch kulturhistorisch wertvolles Material überliefert. Der Autor des Textes ist Gaston Phébus, Graf von Foix und Vicomte von Bearn, ein streitbarer Herr aus dem Süden Frankreichs, der oftmals in die Wirren des Hundertjährigen Krieges verwickelt war und erst gegen Ende seines Lebens das Schwert gegen die Armbrust des Jägers vertauschte.
Mit dem Jagdbuch verfolgte der Graf von Foix mehr als nur schöngeistige Interessen. Er wollte ein echtes Handbuch für die Parforcejagd schaffen, das sich nicht nur auf die technischen Details beschränkte, sondern auch gleich eine genaue Beschreibung der jagdbaren Tiere enthalten mußte. So behandeln die vier Bücher zunächst das jagdbare Wild – unter diesem Begriff versteht der Autor praktisch alle wildlebenden Tiere, die er je beobachten konnte -, dann die Hunde als Helfer des Jägers, um schließlich auf das Handwerkliche des Waidwerks einzugehen und im letzten Buch auch die Jagd mit Fallen und anderen technischen Hilfsmitteln erläutern.
Der Text wurde 1389, zwei Jahre vor dem Tod des Grafen, vollendet. Die wohl berühmteste und bekannteste Ausführung der Handschrift aber stammt erst vom Beginn des XV. Jahrhunderts. Kunsthistorisch ordnet man ihre Miniaturen dem sogenannten Bedford-Trend zu. Vor traditionsgebundenen, aber dennoch in der Buchmalerei einmaligen Bildhintergründen (meist mit reicher Goldornamentik) werden die Tiere und Szenen zur Jagd dargestellt, denen es weder an Naturtreue noch an Dynamik mangelt.
1976 wurde von der Akademischen Druck- u. Verlagsanstalt Graz eine vollständige originalgetreue Faksimile-Ausgabe von „Manuscrit francais 616″ herausgegeben, aus der auch das obige, im Originalformat wiedergegebene Bild stammt; der obenstehende Text wurde dem Band: Marcel Thomas, Das höfische Jagdbuch des Gaston Phebus, entnommen, der 1979 im gleichen Verlag erschienen ist.

Die Miniaturen, die an Tapisserien in verkleinerter Form erinnern, vermitteln aufgrund des Realismus und der detailgetreuen Darstellung eindrucksvoll die mittelalterliche Tradition der Jagd.

Das Anfang des 15. Jh.s entstandene höfische Jagdbuch des Gaston Phoebus zählt zu den schönsten Jagdbüchern, die uns aus den Werkstätten französischer Buchmaler des Mittelalters erhalten sind. Auf 87 halbseitigen Miniaturen werden vor überwiegend tapetenartigen, in der Buchmalerei einmaligen Hintergründen Tiere und Szenen zur Jagd in unnachahmlicher Naturtreue und Dynamik vorgeführt. Das Buch informiert über die Praxis des Waidwerks, über das Wild und über die Dressur und Pflege von Hunden. Die Bilder wurden als Bildteppiche im Miniaturformat bezeichnet.

Der Verfasser ist der Graf von Foix, Gaston III., genannt Phébus, der in den 80er Jahren des 14. Jh.s ein ausgereiftes literarisches Werk schrieb. Er war ein äußerst erfahrener Jäger, der seine Kunst vortrefflich beherrschte. Durch ihn haben wir Kenntnis von allen Gebieten der Jagd im 14. Jahrhundert.

Die Miniaturen vermitteln auf künstlerisch anspruchvollstem Niveau die Tradition der Jagd. Sie sind von mehreren Künstlern in einer Pariser Werkstätte des frühen 15. Jh.s geschaffen worden. Der Gesamteindruck der Miniaturen erinnert wegen der kunstvoll gestalteten und aufwendig verzierten Bildhintergründe an Tapisserien in verkleinerter Form. Für diese Hintergrundmalereien, die viel Geduld und Genauigkeit erforderten, waren spezialisierte Handwerker zuständig.

Der Buchschmuck wurde von den Malern in zwei Phasen ausgeführt: Zunächst wurden die Figuren, die Tiere, der landschaftliche Rahmen und die verschiedenen Gegenstände gemalt. Hierbei überzeugen die Künstler nicht zuletzt durch den Realismus und die detailgetreue Darstellung sowie die Lebendigkeit der Figuren. Danach wurden die reichen Pflanzenornamente hinzugefügt. Von diesen feingliedrigen Dornblattornamenten geht ein ganz besonderer Reiz aus. Sie umranken nicht nur die Miniaturen, sondern auch die zahlreichen goldgrundierten Initialen, die in Rot und Blau gehalten sind und überall in der Handschrift verstreut den Blick des Betrachters auf sich ziehen.
In seinem Jagdbuch beschreibt Gaston Phébus Charakter und Verhaltensweisen des jagdbaren Wildes. Neben Überraschendem und bisweilen Kuriosem wird der Leser über weite Passagen Vertrautes finden, Einzelheiten, die sich mit dem modernen Wissensstand und seinen eigenen Erfahrungen decken und mit ihrem Wahrheitsgehalt gleichsam eine Brücke über 600 Jahre Geistesgeschichte schlagen.
In aller Ausführlichkeit widmet sich Gaston in seinem Jagdbuch auch dem Hund, dem treuesten Gefährten des Jägers. Von seinen Eigenschaften ist die Rede, aber auch von den einzelnen Rassen und ihrem Aussehen. Ebenso finden sich Verhaltensregeln für die richtige Dressur und Pflege dieser für die Jagd wichtigen Tiere. Auch die Parforcejagd, bei der der Hund eine ganz besondere Rolle spielt, wird in sämtlichen Aspekten geschildert.
Die Popularität des Buches war vor allem in England besonders groß. Der Text wurde vielfach abgeschrieben, übersetzt, mit Illustrationen versehen und mehrfach verlegt.

Pickard, J. N.:

Über die Wirkungen der Beifütterung von Lebertran und Mineralstoffen auf den Wollertrag der Angorakaninchen.

Newport, 1929.
Literaturnachweis über Landwirtschaft und verwandte Gebiete des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte.

Die Vererbung von Haarbüscheln und Wollmenge bei Angorakaninchen.

„Züchtungskunde“, Bd. 5, 1930, H. 8.

 

Pickard, J. N. and Crew, F. A. E.:

The Scientific Aspect of Rabbit Raising.

1931.

Piegsa, Emil :

Das gemsfarbige Thüringer Kaninchen

  1. Aufl. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Pockrandt, Werner :

Die Geschichte der Rexzucht

erschinen in der Lehrschrift für Kaninchenzüchtervereine Ausgabe 10/1964

  1. Pockrandt, ehemaliger Vorsitzender der ADRC und Obmann für Rexzucht im Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter e.V.

 

„Die Geschichte der Rexzucht“ ist eine Zusammenfassung der Geschichte der deutschen kurzhaarigen Rassekaninchen zwischen den Jahren 1919 bis 1963.

Ausführlich zeichnet der ehemalige Verfasser und Ehrenmeister der Deutschen Rassekaninchenzucht Werner Pockrandt, hier die Geschichte der Rexzucht auf. Der Autor war u.a. Vorsitzender der ADRC und Obmann für Rexzucht im Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter e.V., was die Kompetenz des einstigen Lehrers zu diesem Thema unterstreicht.

Die Lehrschriften des ZDK werden seit 1959 herausgegeben. Die Ausgabe 10  stellt in diesem Periodikum eine Besonderheit da, denn hier widmete sich – anders zu allen anderen Ausgaben – der herausragende Fachmann einem einzigen Thema, die Entwicklung der Kurzhaar-Kaninchen in Deutschland zu.

Selbst wenn die Auflage damals ausreichend war, um alle deutschen Kaninchenzucht-Vereine zu bedenken, dürfte der Großteil abhanden bzw. in irgendwelchen Ablagen verschwunden sein.  Für viele jüngere Züchter steht dieses nunmehr vor vielen Jahren aufgelegte und 44seitige Broschüre kaum noch zur Verfügung.

[BP]

Pöhnitzsch, R.:

Sineps.

“Ratgeber für Kaninchenzüchter”, 11/1930.

Prozig, M.:

Das belgische Hasenkaninchen.

Opitz, Bielefeld.

 

Price, Lloyd:

Rabbits for profit and Rabbits for powder.

Pröpper, L. V.:

Praktisches Kaninchenkochbuch.

59 p. Verlag E. Schote & Voigt, Berlin (1874).

Platz, Hugo:

Homöopathischer und biochemischer Kaninchenarzt

von Hugo Platz, Direktor der homöopathischen Central-Apotheke Dr. Willmar Schwabe, Leipzig.

Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. 89 p. 8°. Leipzig. 1920. Dr. Willmar Schwabe.

Purpus, C. A.:

Das Rocky Mountain Pica.

Natur und Haus (Berlin) 5. Jahrg. Heft 22 (1896 – 98). P. 350.

Laut Purpus ist „Cony“ das altenglische Wort für Kaninchen und wird in Colorado schlechtweg für Lagomys schisticeps gebraucht.

Reichle, W.:

Wilhelm Reichle, Bernhausen bei Stuttgart, Echterdinger Straße 28, Tiermaler und Tierfotograf hat u. a. als Züchter von Holländer- Kaninchen ausgezeichnete Aufnahmen dieser Rasse angefertigt.

Rabbit Experiment Station,

Work and Organisation. U.S. Dept. Agr. Washington.

Rad till kaninuppfödare.

6: e uppl. Utg av Sveriges djurskyddsföreningars risksförbund. 4 p. Stockholm, 1944.

Rathke, Rudolf F.:

Kaninchen, Zucht und Haltung.

16 p. 8°. Illustrierte Blätter über Kleintierzucht. Folge 1. Herausgeber Herrmann Haase. Berlin 1946. (Berlin N 54, Zionskirchstraße 18.)

Das kleine Werk – weitere über Schaf-, Zwerghuhn-, Taubenzucht (Otto Herbst) kündigt der Verlag an – gibt eine gute Übersicht. Körperliche Fehler, z. B. krumme Läufe, schiefe Blume oder gar ein Schnupfen sowie schadhafte Felle sind Merkmale zuchtuntauglicher Tiere. Gesunde Tiere erkennt man an ihrer Munterkeit, an lebhaften Augen, glattem Fell und zutraulicher Neugier. Heu bracht das Kaninchen das ganze Jahr hindurch.

 

Das französische Silberkaninchen hat einen etwas gedrungenen Körper. Die Häsin kann eine kleine Wamme haben. Die Decke setzt sich aus silberartig weißen bläulichen und schwarzen Haaren zusammen. Die schwarzen Haare überragen als Stich um ungefähr 1 cm den ganzen Körper. Der Gesamteindruck der Deckfarbe ist bläulich-weiß, die Unterfarbe dagegen, die nicht von langen, bis zum Haarboden reichenden weißen Deckhaaren durchsetzt sein soll, ist dunkelblau. Die Augen sind dunkelbraun, die Krallen ebenfalls dunkel. –

 

Bei dieser Gelegenheit möchten wir Professor C. Arnould zitieren, der in seinem „La Basse-Cour“ Paris 1933 sagt: Das ‚jarre’ beim Fell des Silberkaninchens besteht aus langen Haaren, welche andere decken, die kürzer und gleichmäßig sind. Man nennt letztere ‚bourre’. Diese bilden die Grundlage des Felles. Sie müssen rötlichweiß und an ihren Spitzen schieferblau sein. Was das ‚jarre’ anbelangt, so ist es zusammengesetzt von weißen sowie schwarzen Haaren, welche dem Ganzen den schönen gesuchten Silberton geben. Besonders erwünscht sind Tiere, bei denen auch die Extremitäten wie der übrige Körper gefärbt sind. Beim Champagne Silberkaninchen mit ein wenig heller Nuance, findet man viel Weiß in dem Deckhaar.“

 

Ravageaux:

La vraie maniere d’elever les lapins à la campagne.

  1. edition, Paris 1866, (?) edition Paris, 1882.

Ravn, C.:

Kod – Uld-Skind.

Vejledning i Kaninavl. Udg. Af Danmarks Kaninavlerforening. 21 p. Aarhus, 1942.

Rayson, Charles:

Rabbits for Prizes and Profit: containing full directions for the proper management of fancy rabbits in health and disease, for pets or the market; and description of every known variety, with instructions for breeding good specimens.

Published in London by L Upcott Gill. Probably in 1872. pp.80; – 1880; – 1888;

1900, 2. Aufl.überarbeitet mit Unterstützung von vielen bedeutenden Züchtern

Eine kolorierte und 18 s/w Tafel sowie zahlreiche Abb. im Text

Rabbits.

(1862). –
Die Grundlage zu diesem Buche ist Moubrays “Treatise”.

The Rabbit Book for the Many

(1864).

Redares:

Die Kaninchenzucht.

VII. Auflage. Weimar 1894.

Redares, M. – Oettel, Robert:

Die Kaninchenzucht oder Anleitung, mit geringen Kosten und Raumersparnis durch rationelles Verfahren ein rentables Unternehmen zu begründen.

Aus dem Französischen von M. Redares. Fünfte Auflage, bearbeitet und nach neueren Quellen und Erfahrungen wesentlich umgestaltet von Robert Oettel. Weimar, 1874. Bernhard Friedrich Voigt. – 109 p.  zzgl. 3 Seiten Werbung und  Falttafel. 8°. (10,5 cm X 16,8 cm)

Ein interessant geschriebenes Buch; man bedauert nur, dass hier Abbildungen der einzelnen Rassen fehlen; es sind lediglich, wie in dem Dunckerschen Werk, eine Zeichnung zur Einrichtung von Ställen und insbesondere der Plan der Kaninchenzucht-Anlagen des Pierre Allard beigefügt. Die Biologie des Wildkaninchens findet volle Berücksichtigung. Nach La Chapt du Montier lebt dieses Tier in einer Art von patriarchalischer Verfassung. Nutzen und Schädlichkeit des Wildkaninchens werden dargetan. Sein Balg liefert eine „treffliche Wolle für Hutmacher und Fabrikanten“, sein Fell verarbeiten spekulative Kürschner nicht selten als Feh oder Grauwerk (graues Eichhorn aus Kanada). In Frankreich wurden ganze Fichtenschläge windfällig, weil alle Wurzeln der Bäume Kraft und Halt durch Tausende von Kaninchenröhren verloren hatten. Gründlich ist auch der Abschnitt: „Wie man Kaninchen jagt und fängt“. Treibjagd, Anstand, Schlingen, Fallen – die beiden letzteren Vertilgungsmittel besitzen nur wenig Anziehungskraft für das vorsichtige Kaninchen – und endlich: das Frettieren. Das Frettchen wird in einem sehr annehmbaren Beitrag geschildert (vgl. Anhang).

 

Sonnini erzählt, dass der Bischof von Derry in Irland jährlich aus seinem Kaninchengarten über 12.000 Bälge absetze.

 

Das Angorakaninchen wird zweimal im Jahre gerupft, aber auch in der Haarungszeit zart gekämmt. Es vermehrt sich ziemlich zahlreich, ist jedoch mehr als die übrigen Rassen manchen Krankheiten unterworfen, weicher und empfindlicher.

 

Das Silber-Kaninchen hat sehr schönes, glänzendes Fell in „freundlichem Silbergrau, mitunter bis zur Schieferfarbe übergehend“. Dicht im Haarwuchs mit reichlicher Unterwolle; von gewöhnlicher Körpergröße, in England, Spanien, der Champagne und in Burgund verbreitet.

 

Aus Paris hat Oettel (geb. 23. November 1798, gest. 14. März 1884) gegen 1856 einen Rammler und zwei Häsinnen von der „R a c e   a m è r i c a i n e“ mitgebracht, „so groß als ein starker Hase“; in Languedoc gibt es solche von 5 – 6 Kilogramm Gewicht.

 

Zitiert werden: Espanet, Ravageaux und Millet-Robinet.

 

Äußerst anschaulich und lebhaft ist die Schilderung des kaninchenzüchterischen Lebens Pierre Allards, den im Napoleonischen Kriege ein englischer Offizier, Sir Henry Blowdre, vor „einigen spanischen Bleibeeren“ schützt und nach England mitnimmt; ein Tagebuch, das wir leider nur auszugsweise hier bringen können, als das wohl originellste Dokument aus Kleintier-Züchterkreisen, von dem man jemals gehört hat: „… Der gute Sir Henry wurde dienstunfähig durch eine Hüftwunde und hatte nicht Lust, der Kunst eines spanischen Hospitals seine Zukunft zu vertrauen. Er schiffte sich nach England ein und nahm mich als einen Gefangenen mit, für welchen er Bürgschaft leistete. Der gute Mann schien mich sehr lieb gewonnen zu haben und machte mich auf seinem Landgute zum Futterjungen und Aufseher über sämtliche Kaninchen des reich bevölkerten Gartens.

Dort studierte ich die Erziehungskunst dieser Tierchen und ihre ganze Natur aus dem Fundament und trommelte jeden Sonntag den langen Baumgang auf und nieder, dass dem Sir Henry die hellen Tränen in die Augen kamen vor Entzücken über seine Kaninchen, welche in geschlossenen Kolonnen mir nachzogen. Diese Bestien wussten bald, dass sie dann immer mit Lieblingsbissen von mir reichlich regaliert wurden.

Es war ein schönes Leben. Ich hatte großen Lohn, gab wenig davon aus und sparte mir so ein hübsches Sümmchen, worüber der gute Sir Henry ebenfalls große Freude äußerte. Einen wahren Narren hatte er an mir gefressen. Die Tränen pumpten ihm in den Augen, als er mir verkündete: „Es ist Friede mit Frankreich und du bist frei“. Wie ein Blitz fuhr der heilige Name des Vaterlandes plötzlich in meine leichtsinnige Seele. Das grässlichste Heimweh begann in mir zu wüten, ich wurde missmutig, kränkelte, – konnte nicht mehr trommeln, bis Sir Henry schmerzlich bewegt mir sagte: „Pierre, packe ein, nimm noch diese 25 Guineen und gehe zu Haus, denn nur im Vaterlande scheint eine schöne Sonne!“ So kam ich denn nach vielen Jahren der Abwesenheit wieder in meine Heimat zurück. Fort war der große Kaiser, fort waren auch mein Vater und meine Mutter! Wir sollten das Erbe teilen, nämlich ich, mein älterer Bruder, ein Dragoner-Stelzfuß, und eine ledige Schwester. Das ganze Erbe bestand in 70 Quadratmeter eines vortrefflichen Ackers und in einem ganz verwilderten, unfruchtbaren, steinreichen, aber gut eingemauerten Garten von 84 Meter Länge und eben so viel Breite, darin stand ein Häuschen mit einem alten halbrunden Anbau gegen Süden, in welchem vor Zeiten die Domherren kostbare Sträucher und Blumen gezogen hatten und wir Geschwister sämtlich geboren waren.

 

Eine Kuh und eine Ziege lebten jammervoll von all dem Unzeug, was in dem wilden Garten aufschoss, und Hunger und Kummer waren das tägliche Brot meiner Geschwister. Dazu hatte mein Bruder es sich nicht nehmen lassen, zwei Söhne eines seiner auf dem Schlachtfelde gebliebenen Kameraden als Vater zu versorgen. Zwei herrliche Jungen von 6 und 7 Jahren, aber von gesegnetem Appetit.

Teilen wir das magere Erbe, so hatte keiner etwas, wovon er nur ein Jahr hätte leben können. Überzeugt, dass wir mit Umsicht und Fleiß bei gemeinsamer Wirtschaft uns ehrlich durchschlagen würden, hielt ich eines Tages eine lange Rede über dieses Thema. Schön muss die Rede gewesen sein, denn Bruder und Schwester und selbst die wilden Knaben weinten bitterlich und umhalsten mich und schworen, meinem Kommando zu leben und zu sterben.

 

Vor allen Dingen legte ich auch mein mitgebrachtes Geld zur Masse, indem ich den Kuhstall wind- und regenfest machen, für zwei Kühe einrichten und einen Boden darüber anlegen ließ. Drei Tage später stand schon eine gesunde zweite Kuh im Stall und über ihr lag des Futters die Hülle und die Fülle für alle die Monate, bis die Wiese, welche ich neben unserem Acker erkauft hatte, frisches Heu liefern würde. Bruder Stelzfuß und meine Schwester erhielten regelmäßig Arbeit zugewiesen, die kleinen Pfleglinge durften auch keine Minute müßig bleiben, ich selbst bestellte die Acker und bezahlte die Tagelöhner für gehörige Umwühlung des ganzen Gartens, Ausrottung der überflüggen und Anpflanzung mancher ungern vermissten Bäume und Sträucher. Die Mittelmäßigkeit des Gartenbodens und die ziemliche Entfernung jeder großen Stadt belehrten mich, dass selbst bei der fleißigsten Bearbeitung auf geraden Weg daraus nicht viel zu gewinnen sein würde. Dennoch vertraute ich dem Boden einen fast übermäßigen Dünger. Aber zugleich ließ ich eine 1 ½ Meter hohe, starke Mauer von Erde aufführen, um den Garten in zwei ungleiche Hälften zu teilen und den kleinen Teil für meine eigene Ökonomie völlig abzusondern. Denn Acker, Wiese und Kühe sollten mit größter Sorgfalt gepflegt, aber neben diesem Betriebe Kaninchen gezogen werden, weil ich davon sicheren Erwerb mir versprach.

 

Der Gedanke machte die ganze Familie stutzig und die guten Nachbarn glaubten in der Tat, dass eine Portion englischen Spleens mir im Leibe zurückgeblieben wäre. Mit Kaninchen wollte ich mich ernähren, und sie hatten nichts als Verdruss und Schaden von den Tieren! Der junge Windbeutel wollte etwas anfangen, was die ältesten Praktiker schon als unstatthaft wieder aufgegeben hatten! Der Tamour wollte versuchen, woran die tüchtigsten Ökonomen der ganzen Gegend gescheitert waren! – Ich ließ mich nicht irre machen, bedeckte den steinernen Fußboden des ehemaligen Wohnhauses mit einem Gemisch von Sand und Lehm 84 Zentimeter hoch, zimmerte mir Röhren und Kammern für die künftigen Bewohner aus neuem und altem Holze, ließ meine beiden Jungen aus dem Feld und Wald feine Pflänzchen, wie Thymian, Lavendel etc. Eschen und Pappelzweige fleißig einsammeln, trocknete alles gehörig und kaufte dazu etwas Kleeheu, Runkeln, Wasserrüben, Möhren, Kartoffeln etc. , was auch zu unserer Nahrung dienen konnte. Dann zimmerte ich aus alten Bohlen große Kübel, passte sie auf die Erdmauer ein und füllte sie mit tüchtiger Erde, um darin im kommenden Sommer hübsche Rosmarinstöcke zu ziehen. Endlich sorgte ich für einen großen Vorrat von grünen Wachholderstauden, so dass ich wohl für einige Monate von Zeit zu Zeit als Naschwerk ausreichen konnte. Rings um den ursprünglich schon mit Sand belegten halbrunden Platz zog ich einen Halbkreis und bepflanzte ihn dicht mit Haselnussstauden und Pappeln, welche auf beiden Seiten mit Eschenbäumchen eingefasst wurden. Die Strecken längs den Mauern wurden gartenmäßig bearbeitet für Kartoffeln, Erdäpfel etc. Aller Raum dazwischen behielt seine Reihen schöner Obstbäume und wurde darunter als Wiese behandelt. Der (andere) Raum sollte, mit möglichstem Fleiß bearbeitet und garten mäßig gepflegt, feine Gemüse, edle Wurzelgewächse, auch etwas Körner hervorbringen und mit seinen sechs Alleen von Zwergbäumen einen reichen Ertrag seltenen Obstes liefern. Statt der üblichen toten, nutzlosen und Ungeziefer beherbergenden Einfassung von Buchs und Taxus, umgrenzte ich alle Beete mit einer Auswahl von Gewürzkräutern, und die Mauern nach allen vier Winden mit Wein. Überzeugt, dass allen Tieren des Stalles ein reiner sonniger Sandplatz zur schönen Wohltat wird ließ ich um den Kuhstall den halbrunden Platz ebnen und mit Sand überfahren, an dem Brunnen eine Tränke aufrichten und tüchtige Senkgruben für den Dünger anlegen. Die Reinlichkeit dieses Platzes zu erhalten, war eine der Hauptaufgaben der beiden Jungen. Kein Strohhalm durfte darauf liegen bleiben, bei schwerer Polizeistrafe. Denn Reinlichkeit ist aller Tiere zweite Nahrung. Die Torwege gewährten mir bequeme Aus- und Einfahrt, ohne dass ich meine Kühe mit vielen Umwenden und Zurückschieben hätte abquälen müssen. –  Meinen Bruder mit der Schwester und einem zur Arbeit angenommenen Jungen setzte ich in das Haus und ließ sie von einem scharfen Schäferspitz bewachen. Ich selbst bezog mit den beiden Jungen ein Quartier dicht neben den Kühen, und legte meinen aus England mitgebrachten Bullenbeißer vor die Türe; ein flinker Pinscher hatte auch die Wache. Mancher Ökonom wir den Kopf schütteln und sagen: ‚viel zu viel Verschwendung!’ Aber wären diese Ökonomen in England gewesen, hätten sie dort gesehen, wie eine unverrückbar strenge Ordnung und Reichlichkeit allmählich jenes Comfort erzeugen, welches mit seinen Annehmlichkeiten den Fleiß und die Arbeit und das Nachdenken und den Besserungstrieb zu einer warmen, lebenskräftigen Leidenschaft macht und dem Schöpfer für sein Paradies täglich innigere Liebe einflößt – so würden sie nicht sagen: Der Mann hat viel Geld unnötig verschleudert. Überhaupt soll der Mensch streben, sogleich beim Beginnen eines Werkes alles möglich zweckmäßig einzurichten, damit er der nachherigen, öfteren Veränderungen und der, Zeit und Geld versplittenden Flickereien, welche doch nur höchst selten dem Zweck entsprechen, überhoben sei.

…Sobald ich aller meiner Vorrichtungen gewiss war und den Garten üppig ergrünen sah, mietete ich einen flinken Einspänner, fuhr in die Stadt und kaufte mir 16 tragende Seidenhäsinnen, vier tragende Mütter der silberfarbigen Race, zwei Rammler für jene und einen für diese. Welche Freude, als ich mein wohl eingerichtetes Haus so hoffnungsvoll bevölkert sah! … Außer Stand, jedem Weibchen einen gesonderten Verschluss zu geben, musste ich trachten, jedes derselben gleich anfänglich an den ihm bestimmten Niederkunftsort, an seine eigene Röhre zu gewöhnen. Absichtlich machte ich die unter sich selbst und mit mir Fremden noch scheuer, nahm dann eines nach dem anderen allein in die Lokale, ließ jedes nur unmittelbar vor der Röhre frei, in welche es kriechen sollte, scheuchte es plötzlich und hatte das Vergnügen, dass sie, eines Schlupfwinkels froh, sämtlich die Röhren annahmen…. Gegen Sonnenuntergang musste Bruder Stelzfuß, mit köstlichem Futter versehen, sachte hineingehen, die Raufen ordentlich damit versorgen, die Behälter mit Wasser füllen und dazu denselben lockenden Pfiff einige Male wiederholen. Keines rührte sich und er ging wieder seines Weges. Durch das Fensterchen in der Türe sah ich bald hier und dort ein Köpfchen aus der röhre hervorkommen, lauschen, wittern, sichern.  Nach einer kleinen Pause saßen schon einige der beherzten auf den Hinterläufen im Sande und schienen nun unter sich selbst erst in gehöriger Entfernung Bekanntschaft machen zu wollen, wobei augenscheinlich die Nase die Hauptrolle spielte. Plötzlich schien eine der hungrigen Damen die Traufe zu wittern, eilte darauf zu, beroch alles links und rechts eine Weile mit sehr ziemlicher Vorsicht und begann dann, sehr behaglich und scheinbar unbekümmert, um die ganze Welt zu äsen. Husch folgten die anderen und bald kaute die ganze Gemeinde in allen drei Behältnissen. Wir sprachen: Wohl bekomm’ s! Und gingen jedes an seine Verrichtung. – Als Bruder Stelzfuß des andern morgens vor Sonnenaufgang dasselbe Manöver mit seinem Laternchen wiederholte, fand er von aller vorgelegten Äsung nur noch einzelne Halme und Blättchen am Leben. Ein erfreuliches Zeichen, dass er die gehörige Portion getroffen hatte. Hierauf ist sehr aufmerksam zu sehen. Gibt man den Tierchen zuviel, so gewöhnen sie sich zu Fressern, verderben dabei das Futter mehr, als sie wirklich genießen, und gewinnen zwar an Fleisch und Fett, verlieren aber an gesunder und fröhlicher Lebendigkeit, vorzüglich an Lust und Kraft zur Fortpflanzung und gewöhnlich auch an Fülle und Schönheit des Balges, wenn sie nicht gar Ausschläge und schwere Verstopfungen bekommen. Gibt man ihnen zu wenig, so können sie nicht zu rechter Kraft kommen, benagen alles, was ihnen unter die Zähne kommt, auf das Unausstehlichste und liefern jedenfalls, der Zahl und Lebenskraft nach, geringere Sätze.

 

… Meine beiden Jungen mussten unaufhörlich auf Äckern und Wiesen die Erde der Maulwurfshaufen sammeln und hatten davon und hatten davon bereits einen ziemlichen Berg errichtet. Mit solcher lockerer Erde hatte ich den ganzen Raum zwischen Röhren, Kammern und dem Boden ausgefüllt. Als sie reichlich mit dem,  aus den Löchern der Röhren und Kammern austräufelnden Urin geschwängert war, wurde sie sorgfältig hervor genommen, mit dem Stroh und Laubwerk aus den Kammern vermischt und an einem eigens dazu bestimmten Ort aufgehäuft, um von Zeit zu Zeit mit dem Seifenwasser der Wäsche, mit etwas Urin von den Kühen, mit allem Dünger, welchen die Knaben auf den Straßen sammelten, und mit dem Staube der Holzkammern vermengt – künftig einen trefflichen Dünger zu bilden, eigentlich eine außerordentlich fruchtbare Erde, womit ich für edlere Pflanzen eine Stelle des Gartens zu bessern im Sinne hatte. Wen irgendeine größere oder kleinere Verbesserung in der Welt interessiert, der komme und betrachte, was seit 20 Jahren durch diese einfache, kostenfreie und nur alle 8 Tage eine Stunde Zeit und gar kein Geld raubende Maßregel aus einem Drittel des Gartenbodens geworden ist. Ganz Frankreich hat keine fruchtbarere Stelle aufzuweisen. Wir Landwirte alle denken in der Regel zu wenig und kleben zu fest an den hergebrachten Vorurteilen und Missbräuchen unserer Vorfahren. Wir hören es gern, wenn diese oder jene Last durch den Geist der Zeit von uns genommen wird, aber nur selten verstehen wir, oder bemühen wir uns als wirklich redliche und vernünftige Menschen, die Befreiung von solchen Schranken und Lasten zu nutzen…. Ich wollte mein schlechtes Grundstück auf guten Ertrag bringen und durch die Kaninchenzucht auf einen besseren Ertrag, als solcher auf irgendeinem anderen Wege zu erzielen sein würde…. Mit Sonnenuntergang kam Bruder Stelzfuß in den Stall und pfiff zum Futter. Nur zwei der im Gebüsch zerstreuten Schläfer folgten dem Rufe. Hier blieb keine andere Wahl, als durch ein Klopftreiben im Freien die Faulenzer und Harthörigen in den Stall zu jagen. Dazu waren die beiden Jungen vortrefflich. In fünf Minuten waren alle Mütter richtig in ihren Abteilungen. Keine einzige hatte sich verirrt. Die Gitterschieber wurden herabgelassen, um jeden Aus- und Eingang zu versperren, die Fenster geschlossen und Freund Pinscher in die Abteilung des Gartens eingelassen, um den Posten eines Nachtwächters anzutreten. – Am folgenden Tage wurde dieselbe Operation mit der Abteilung der Rammler vorgenommen, und zu gleichem Garten genau nachgesehen, ob nirgends Spuren von Grabversuchen sich zeigten. Alles wurde in bester Ordnung befunden. Ich bin vollkommen überzeugt, dass man bei genauer Befolgung dieser Lebensweise und Disziplin wenigstens bei den Seidenhasen und den Silbergrauen, über das Graben sich niemals zu beschwerden haben wird. Vorzüglich wenn man nachts sie niemals im Freien lässt und bei jedem ersten Versuche, den Täter in seinen Bau zurückjagt. Zucht im Großen mit Vorteil ist und bleibt ohne rationelle Aufsicht unmöglich. Aber sie ist noch ein unbenutztes Mittel in manchen Gegenden, um schwächliche und ältere Personen sehr vorteilhaft zu beschäftigen, zu nähren und ihnen ein kleines Vermögen zu verschaffen, da ihr Betrieb gar keine eigentliche Anstrengung bedingt und Zeit genug für andere Dinge übrig lässt. … Nachdem ich die beiden anbaue mit Hilfe meiner Familie glücklich zu Stande gebracht und eingerichtet hatte, sah ich ein, dass die Zucht ins Große nicht nur möglich, sondern auch sehr einträglich werden würde, solange mein eigener Feld-, Garten- und Wiesenbau mich in den Stand setzte, ohne Ankauf meine Tiere gut zu nähren und dabei mein Rindvieh nicht darben zu lassen. …Von dem fünften Jahre hatte ich …regelmäßig hundert Mütter mit zwanzig Rammlern zur Zucht sitzen, welche ganz nach obiger Regel lebten. Bei ihnen blieben im eigenen Verschluss alle zur Nachzucht ausgesuchten Jungen. Jedes Kaninchen, welches das dritte Jahr erreicht hatte, wurde ohne Gnade geschlachtet oder lebend verkauft. Denn Aufmerksamkeit hatte mich schon in England belehrt, dass alle älteren Tiere kleinere und schlechtere Sätze liefern. Ebenso wurde in diesen Räumen streng darauf gehalten, dass vor Erreichung eines Jahres kein Individuum zur Begattung gebracht oder gelassen wurde. In diesem Alter beginnt erst die volle Reife und Kraft. Die Seele alles häuslichen Lebens und Gedeihens ist und bleibt rationelle Zucht und Ordnung etc. – Die Bälge aller vom 1. März bis 1. September geschlachtet werdenden halbjährigen und jährigen Tiere wurden im Hause abgestreift, über Brettchen ordentlich getrocknet und gegen Insekten verwahrt aufgehoben. Beim Abstreifen wurde nur die Vorsicht gebraucht, den Balg an den Zehen der Hinter- und Vorderläufe ganz zu lassen, damit die Hausfrauen und Köchinnen stets von der wirklichen Kaninchenleidenschaft der Tiere sich überzeugen konnten. Lungen, Leber etc. wurden rein gewaschen in den hohlen Leib gesteckt und die Transporte in die Stadt immer so eingerichtet, dass die Kaninchen einzeln zwischen Stroh lagen und die Stadt erreichten, bevor die Sonne brannte. Ihr sauber ausgewaschenes Innere war stets mit duftendem Thymian oder Lavendel reich bestreut. Ich tötete die Tierchen stets mit einem tüchtigen Schlag hinter die Ohren. Durchschnittlich erhielt ich für das Stück 2 ½ gGr. (gute Groschen; M.) und für diese Sommerbälgchen 16 Pfennige. – Die alten und die zur Zucht bestimmten Jungen wurden in der Haarzeit regelmäßig ihrer Wolle mit dem Kamme beraubt und diese nicht zusammengeworfen, sondern von alten und jungen gesondert, gereinigt und in Paketen gegen Insektenfraß gesichert aufbewahrt. Ich erhielt für das Pfund nach den verschiedenen Jahrgängen 1 1/5 bis 3 ¼ Thlr., durchschnittlich genau berechnet,  1 Thlr. 22 gGr. 5 Pf. Für den reinen Winterbalg von alten durchschnittlich 3 ½ gGr., von Jungen 2 ½ gGr. und hatte dabei jahraus jahrein jeden Sonntag einen charmanten Braten von einigen Kaninchen auf dem Tisch.

 

….Jetzt habe ich 6 Kühe und 2 tüchtige Ochsen im Stall, 21 Acker gutes Feld, 7 Acker schöner Wiesen, einen unbezahlbaren fruchtbaren Garten, das schönste Obst der ganzen Gegend, ein Kapitälchen von 11.564 Franken auf den Grundstücken des Dorfes stehen und eine wohlhabende, arbeits- und lebenslustige Familie um mich her. – Die mit Verstand, Fleiß und Ausdauer betriebene Kaninchenzucht hat eine Krone des Glücks, der Freude und der Ehre um meine grauen Haare gewunden. Denn viele, welche vor 20 Jahren mich auslachten und für einen Verrückten erklärten, rücken jetzt sachte die Mütze und machen mir Platz im Wirtshause, wenn ich zuweilen sonntags hinkomme, und fragen mich um Rat und tun auch, wie ich geraten habe. – Die Kaninchenzucht wir wohl immer großen Vorteil gewähren, wenn Zucht und Verwendung des Ertrages mit Verstand und Berücksichtigung der Lokalverhältnisse geschehen…“.

 

Remark, Dr. :

Die Kaninchenzucht in Stadt und Land

Verlag  „FOG“ – Herausgeber der illustrierten Zeitschrift „Förderer im Obst- und Gartenbau“, Dresden 34

1919 dritte  vermehrte Aufl. p. 60 mit zahlreichen Abbildungen im Text

Beschreibung, neben allgemeinen Belangen, die damaligen Kaninchenrassen, der Stall und die Fütterung sowie Punkte der Reproduktion und dier Verwertung.

Rennecke:

Das zahme Kaninchen.

  1. Auflage., Dessau 1873.

Reichenbach, A. G.

Das gemeine zahme Kaninchen

 

Dr. A. G. Reichenbach’s Naturhistorischer Bilder-Atlas  Leipzig, Baumgaertner’s Buchhandlung, Ca. 1845, Format 375 mm x 290 mm

Hier: Holzschn.-Taf. mit erklärendem Text „Das gemeine zahme Kaninchen (Lepus Cuniculus Linn.)“

Die Gattung der Hasen hat gefurchte obere Schneidezähne, hinter jedem einen kleineren und oben und unten jederseits 5 Backenzähne und zwei Platten zusammengesetzt. Die Ohren sind sehr lang, die Hinterbeine mit 4 Zehen und länger als die Vorderbeine, welche 5 Zehen haben. Die Schnauze ist kurz. Das gemeine Kaninchen, welches in diese Gattung gehört, ist gelblichgrau und schwarz gemischt, unterseits heller, Ohrenspitzen schwärzlich, Schwanz eben desgleichen, unten weiß. Länge 15 -18 Zoll. Ohren nur 2½ Zoll lang. Das Kaninchen lebt fast in ganz Deutschland, auch in anderen Ländern Europa’s. Macht sich Baue zu denen Röhren führen in hügelige Waldungen, auf Kalk- und Sandboden, geht meist in der Dämmerung auf Nahrung aus und schadet vorzüglich den Kohlgewächsen sehr. Es ist scheu, munter und schnell und läuft und lässt in der Angst einen Schrei hören. Das Weibchen setzt vier- bis fünfmal jährlich 4 – 8 nackte und blinde Junge in der weich ausgepolsterten Kammer des Baues. Man erlegt sie auf dem Anstande, oder durch Frettchen, gräbt auch wohl, um ihre zu große Vermehrung zu verhindern, die Jungen aus  dem Baue. Von dieser Art stammt das zahme Kaninchen (s. die Abbildung) ab, welches sehr verschieden gefärbt vorkommen, und wenn es sehr lange Haare hat auch angorisches oder Seidenhase genannt wird. Von letzterem werden die Haare zu Handschuhen, Strümpfen u. s. w. benutzt, die stark abhärten und an die Augen gebracht leicht Entzündungen verursachen.

[BP]

 

Rogers, J.:

Rabbits and their habits.

London: Dean & Son. Ltd., 160 A. Fleet Street, E. C. (Vor 1896).

 

Rottlof, Richard :

Das Lohkaninchen

neu bearbeitet von Erler. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Rohlwes, Johann Nicolaus

Rathgeber für Schäferei-Besitzer und Landwirthe

von Johann Nicolaus Rohlwes. – Berlin: bei Friedrich Maurer, 1819-1823. – 5 stk. (1 bd.) : ill. ; 18 cm –

Note: I. Beschreibung eines wohlfeilen und leicht anwendbaren Mittels dem Drehen der Schafe vorzubeugen, und Anleitung zu Ersparung und Vermehrung des Futters wie auch zur Verbesserung des verdorbenen vorzüglich für die Schafe und das Rindvieh.

  1. Beschreibung einiger gefährlichen Krankheiten unter Pferden, Rindvieh und Schafen und deren Heilung, ingleichen über die Futterarten unter denselben und über Einrichtung der Schafkrippen mit Raufen.

III. Beschreibung und Heilung der Wurmkrankheit und anderer gefährlichen Krankheiten der Pferde, ingleichen Anleitung die nicht Milch gebenden Kühe melkend zu machen, wie auch physiologische Darstellung über den Kreislauf des Blutes, und über die Verdauung und das Athemholen der Pferde, so wie einen Auszug aus Culleys Werk über die Veredlung der Schafe. –

Note: IV.

Anleitung zur Zucht und vortheilhaften Benutzung der Kaninchen,

ingleichen nützliche Anwendung der an Krankheit gestorbenen Schweine, wie auch Beschreibung eines Instruments zum Einsammlen des Kleesaamens und Beschreibung und Heilung dreier gefährlichen Krankheiten bei Pferden und Rindvieh. V. Darstellung der neu erfundenen Operation das Drehen der Schafe zu heilen, ingleichen Anleitung zu Ersparung der Böcke beim Belegen der Schafe und zu Vermehrung und Verfeinerung der Wolle, wie auch Erkenntniss und Heilung der Kolik oder Darmgicht der Pferde, u. a. m..

Aus Kaninchenzeitung 11/2006/51  unter Überschrift:

Hartmut Schmidt

Kaninchenhaltung im Freien – In einer altenFachschrift geblättert

Unter der älteren Literatur zur Hauskaninchenhaltung findet sich auch eine im Jahre 1822 erschienene Abhandlung mit dem Titel „Anleitung zur Zucht und vorteilhaftesten Benutzung der Kaninchen“. Sie ist Bestandteil der Schriftenreihe „Rathgeber für Schäferei-Besitzer und Landwirthe“. Der Verfasser, Tierarzt Johann Nicolaus Rohlwes, berichtet darin über manch heute noch interessantes Detail; es fehlt aber auch nicht an Skurrilitäten.

Nach einleitenden Darlegungen zu Abstammung, anatomischen Besonderheiten und Verhalten geht er näher auf die Unterschiede zwischen Kaninchen und Hasen ein, wobei Letztere im Vergleich recht schlecht abschneiden: ,,Der Hase ist gegen das Kaninchen ein sehr dummes und einfältiges Thier, weil es für sich und seine Jungen keinen Schutzort zubereitet, in welchem er mit denselben sicher für seine Feinde und Verfolger wäre….“ . Schon wegen der aus eigenem Erleben bekannten und näher beschriebenen Antipathie zwischen Hasen und Kaninchen schloss er eine Kreuzung der beiden Arten untereinander aus.

„Kaninchengehege“ sieht Rohlwes als die vorteilhafteste HaItungsform an. Dazu suchte man zunächst in einem Gehölz einen mit dichtem Buschwerk bewachsenen Platz. Optimal war, wenn er mit vielen Wacholdersträuchern bewachsen war, da deren Rinde, Nadeln und Beeren gern von den Kaninchen gefressen werden und den Fleischgeschmack günstig beeinflussen. Der unerlässliche, zentrale Punkt war ein „Kaninchenberg“, in dem sich die Tiere Röhren und Kessel graben und heimisch werden konnten. War er nicht natürlich vorhanden, so galt es ihn künstlich aufzuschütten. Dann wurde das Gelände möglichst weitläufig mit 5 bis 6 Fuß hohen Brettern umfasst und mit Hauskaninchen besetzt. War das Gehege später leergefressen, so brachte man zur Erweiterung der Fütterbasis an den Außenbrettern bodennahe Öffnungen an, die so bemessen sein sollten, dass den Kaninchen ein ungehinderter Durchschlupf möglich ist, andererseits aber Raubzeug abgehalten wird. Aus dem gleichen Grund schlug der Verfasser das Anlegen von Kaninchenbergen in umfriedeten (eingezäunten) Tiergärten vor.

Des Weiteren wird das Halten auf mit Buschwerk bewachsenen „Kanincheninseln“ beschrieben, wo freilich auch der Kaninchenberg nicht fehlen durfte. Im Frühjahr mit trächtigen Häsinnen und mit Rammlern bestückt, konnte auch hier die Entwicklung ihren natürlichen Lauf nehmen. Aus eigenem Erleben berichtet Rohlwes von einer künstlichen Kanincheninsel auf einem Anwesen des Herzogs von Braunschweig. Deren großer Kaninchenberg bestand aus dem Aushub des umgebenden Wassergrabens und beherbergte tausende Tiere. Der Nachteil einer solchen Insel war, dass das Wasser zufrieren konnte so Raubzeug Zugang fand.

Hielt man die Hauskaninchen in Kammern oder Ställen, so waren künstliche Wurfhöhlen und Futterraufen wichtig. Als Futter wird das übliche Grünzeug empfohlen. Auch wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, das Eingraben durch Pflaster oder besser durch Kälte isolierende Bohlen oder Bretter zu unterbinden. Zur Illustration erzählter eine Begebenheit von einem Windmüller, der zum Zeitvertreib einige Kaninchen in seiner Mühle freihielt: „Sie vermehrten sich schnell, worüber sich der Müller sehr freute. Sie hatten aber mit der Zeit das Fundament der einen Schwelle so stark unterminiert, dass dieses einsank, die Mühle dadurch das Gleichgewicht verlor und umfiel.“

Am Ende stand freilich die Notwendigkeit, der frei gehaltenen Tiere habhaft zu werden. Hier wurden u.a. die noch heute bei der Wildkaninchenjagd bekannten Methoden angewandt, wie die Jagd mit Gewehren oder Frettchen. Aber auch die Jagd mit Windhunden oder das Ausräuchern der Baue waren scheinbar nicht unüblich. Rohlwes favorisiert allerdings den Lebendfang mit Netzen. Dazu wurden an verschiedenen Röhreneingängen Netze angebracht und die anderen Eingänge verschlossen. Anschließend wurden kleine Hunde losgelassen, welche die sich außerhalb der Baue aufhaltenden Tiere in die netzbespannten Röhren trieben, wo sie sich verfingen. Im Anschluss war es möglich, für das Schlachten ungeeignete Tiere wieder zu entlassen.

Hinsichtlich des Fleischgeschmacks wird den im Freien gehaltenen Tieren der Vorzug gegeben. Der Verfasser führt dies auf die frische Luft, die größere Bewegungsfreiheit und die freie Futterwahl zurück. Die Kaninchenhaltung in Buchten bleibt hingegen in der Schrift völlig unerwähnt.

( B.P)

Russo, Alfred:

Anleitung zur Kaninchenzucht.

Von Alfred Russo, Vorstand der VII. Sektion (für Kaninchenzucht) der deutsch-österreichischen Landwirtschafts-Gesellschaft in Wien.

Zehnte Auflage. 36. – 40. Tausend. Mit 26 Abbildungen. 92 p. 8°. Wien und Leipzig 1921. Druck und Verlag von Carl Gerold’s Sohn. Verlagsnummer 5072. I. Auflage 1903, II. Auflage Wien 1905, V. Auflage 1915, VI. Auflage 1916, VII. Auflage 1917, VIII. Auflage 1919.

Selten hat wohl jemand während einer so langen Zeitspanne in der Kaninchenzucht schrittmachend und aufklärend gewirkt wie Alfred Russo. Schon J. Eckardt berichtet 1874 von einer riesigen Farm mit 8000 Häsinnen, welche Alfred Russo und J. L. Petruchino in Großenzersdorf bei Wien eingerichtet hätten. Den „Blättern für Kaninchenzucht“ zufolge wurden dort Lapins de Garenne gezüchtet und das Paar für 15 – 20 fl. verkauft. R. hat 1872 die nutzbringende Kaninchenzucht in Österreich begründet und zu diesem Behuf 2000 Zuchttiere aus der Normandie gebracht. Diese viel zu groß angelegte Züchterei in Groß Enzersdorf musste nach zwei Jahren (1874) nach bedeutendem Aufwand von Mühe und Kapital aufgelassen werden, obwohl die vielseitige Verwertung der Kaninchenprodukte auf der Wiener Weltausstellung 1873 vorgeführt wurde und gewebte, gewirkte und gestrickte Erzeugnisse Russo die Verdienst Plakette einbrachten. 1875 veranstaltete der kurz vorher gegründete „Erste österreichische Kaninchenzuchtverein“ in Wien die erste Kaninchenausstellung. Auf der Internationalen Kaninchen- und Geflügelausstellung in St. Petersburg im November 1912 beteiligte sich Österreich mit 127 Kaninchen, während Deutschland nur 90, die europäischen Weststaaten zusammen 20 Kaninchen ausstellten. Große Jungtierverluste hatten die österreichischen Züchter 1918 durch Gregarinose erlitten.

Das beigegebene Bildmaterial ist sehr gut. Imposant das Foto der Belgischen Riesenhäsin, lang, massiv und wirklich gigantisch in ihrer Erscheinung. Das belgische Riesenkaninchen erreicht (1921) eine Länge von 72 cm und ein Gewicht von 8 kg. Diese  R a s s e   i s t   d i e   b e s t e  zur Kreuzung mit dem gewöhnlichen Stallkaninchen. Das weiße Riesenkaninchen ist etwas 70 cm lang und wiegt 6 kg. Der Autor bejaht eine albinotische Schwächung. „Albinismus ist ein krankhafter Zustand.“ Er kennt auch ein havannabraunes Riesenkaninchen, das im Körper dem weißen Riesenkaninchen gleicht. Die Bilder der blauen und weißen Wiener zeigen noch nicht diese Nutzwalzenform und Brustbreite, wie wir sie heute kennen. Das japanische K. soll nach der Ansicht von Russo tatsächlich aus Japan stammen. Sehr gelungen ist die Aufnahme des englischen Widders, von denen gelbe und madagaskarfarbige als besonders beliebt gelten. Die Ohren werden bis etwa 65 cm lang und etwa 13 cm breit, die des französischen Widderkaninchen 38 bis 42 cm. Angorakaninchen werden in Frankreich gern von Frauen gezüchtet. Der Fabrikant Patard-Chatelain in Lons-le-Saunier verarbeitet seit 30 Jahren Kaninchenhaare und lässt von seinen Ortsmitbewohnern viele Angorakaninchen züchten. Die Felle der Russenkaninchen gelangen als Hermelinimitationen in den Handel. An Black- and Tan- und Blue- and Tan-Kaninchen werden Sonnenblumenkerne und Leinsamen im Weichfutter verabreicht. Ebenso wie die der Silberkaninchen werden ihre Felle als Handschuhbesatz verarbeitet. Vor Sonnenlicht sind sie zu schützen. – Unter den guten Reproduktionen von Stallzeichnungen fällt das Modell von Ingenieur Eduard Herzog auf. Dieser in Reihen nebeneinander aufzustellende Einzelstall ruht auf starken Füßen, hat ein Teerdach zum Aufklappen, einen zweiteiligen Lattenrost als Boden, eine Drahtgitter- und eine Eisenstabtür. Auf letztere wird (von außen, was mir sehr praktisch und gegen Unfälle vorbeugend zu sein scheint. Möbes) eine hölzerne gehängt und oben eine Tafel für die Bezeichnung des Stallinsassen angebracht. Ganzseitig werden einige recht stattliche Außenställe, so „Erfindung Goltner“, zumeist mit Doppeltür abgebildet. Große Stallanlagen sind wegen der Seuchen auf weit voneinander entfernten Plätzen zu verteilen. Gegen zu groß angelegte Züchtereien spricht u. a. der Mangel an verlässlichem Wartepersonal. Zuchtanstalten wurden in Csillaghegy bei Budapest und in Podsony (Pressburg) ins Leben gerufen. Russo empfiehlt Kreuzungen von französischen (DW) Widdern, deutschen Schecken, blauen Wienern, weißen Wienern und Silberk. für größere Züchtereien. Auch andere gute Ratschläge gibt Russo: Überlass die Pflege deiner Kaninchen nicht Leuten, die nichts davon verstehen oder sich nicht gerne damit befassen und lasse womöglich immer durch die gleichen Leute füttern. Vermeide im allgemeinen Inzucht. Während des Haarwechsels schütze deine Kaninchen besonders vor Erkältung, verwende sie nicht zur Paarung und füttere sie kräftiger. Lass fremde Personen nicht zu säugenden Tieren herankommen. Schütze deine Kaninchen vor Zugluft, Nässe sowie Hitze. Über Nacht und bei großer Hitze soll kein unverbrauchtes Weichfutter im Behälter bleiben. Bei Frostwetter nur in kleinen Mengen füttern. Kaninchen vertragen Kälte besser als Hitze. Trotzdem sollen die Außenstallungen in kalten Winternächten und an stürmischen Wintertagen mit Strohrollen, Matten, Kotzen oder Brettern geschützt werden, die jedoch den Luftzutritt nicht vollständig verhindern dürfen. Der kräftige, aber scharfe und trockene Kaninchendünger wird dem Pferde- und Rinderdünger beigemengt und von Gärtnern auch für Champignonbeete verwendet. Gib entwöhnten Jungtieren nicht vor 8 Tagen Grünes. Kaufe möglichst nur Jungtiere, die 10 Wochen alt sind und die lange, m i n d e s t e n s   6 Wochen gesäugt wurden. Ausgezeichnet als Nebenfutter für junge Tiere dreiblätteriger Wegerich. Im Russoschen Buch wird auch ein beweglicher Auslauf auf Rollen abgebildet. Auf pp. 66/74 werden die meist bekannten Futtermittel und etliche Fütterungsarten verzeichnet, und auf die besonders zuträglichen wird durch Sperrdruck aufmerksam gemacht. Die Russoschen Fütterungsarten sind äußerst mannigfaltig, Grünes wird vorzugsweise bei der Morgenfütterung verabreicht. Futtersorten, im Sommer: L ö w e n z a h n,  Z i c h o r i e,   W e g e r i c h,  Brennessel (zerhackt und gekocht), Scharfgarbe, Bärenklau, (Blätter und Stengel). –  Gras, E s p a r s e t t e, Luzerne, Rotklee, Weißklee (sobald die ersten Blütenköpfe erscheinen; junger, sowie nasser und welker Klee erzeugt Blähungen). – P e t e r s i l i e, S e r a d e l l a, Z u c k e r h i r s e, L u p i n e, g e l b e  R ü b e n, Kohlrüben, Kürbis, Wicken,  S a u e r a m p f e r, ausgewachsener Salat, sehr wenig Lattich und Spinat.

– Duftende und würzige Kräuter wie: K u t t e l k r a u t (Thymian), M e l i s s e, S e l l e r i e, P f e f f e r m i n z e, Kümmel, Fenchel, Lavendel, Waldmeister, Enzian, Salbei, Majoran, Wermuth, H e u b l u m e n (Heumist). – Baumzweige, besonders von Ulmen, Akazien und Eschen, jedoch n i c h t von Eichen, Espen Nuss, Oleander Goldregen und Eiben (Taxus), welch letztere giftig sind. – Frisches Laub von Erlen, Linden, Ulmen, Pappeln, Kastanien, Eschen, Akazien, Buchen, Birken, Weiden, Haselnusssträuchern, Erbsenlaub, Bohnen- und Erbsenkraut. – Blätter von Blumenkohl und Rüben, Blätter von Rosen, Astern, Georginen, Cobra und anderen Blumen sowie von Obststauden.

– Stengel und Blätter von Topinamburen (Erdbirnen), Commfrey. Abfall von Dornhecken, Weinblätter (nicht mit Vitriol besprengt), unreife Äpfel und Birnen (als Leckerbissen).  G e r e i n i g t e  G a r t e n a b f ä l l e, g e r e i n i g t e  K ü c h e n a b f ä l l e, jedoch keine Tomaten, Kürbis-, Gurken-, Melonen- und rohe Erdäpfelschalen.  K e i n e n  Senf, Porree, Knoblauch, auch keine Zwiebel. Nicht frisches Heu, auch nicht staubiges Heu. – Altes Brot. Im Winter g e t r o c k n e t e   Z u c k e r r ü b e n s c h n i t z e l,  Melasseschnitten, g e -t r o c k n e t e r   K l e e,   g e t r o c k n e t e   w ü r z i g e   K r ä u t e r, g e –

t r o c k n e t e  U n k r ä u t e r,  S o n n e n b l u m e n k ö r n e r,  S o n e n – b l u m e n b l ä t t e r, die auf einer Schnur getrocknet waren, Kohl- und Krautstrünke, Kürbisschnitzel,   K u h k o h l,   P a s t i n a k e,   g e l b e   R ü b e n (Möhren), Burgunderrüben, Zuckerrüben, Kohlrüben, B l u m e n k o h l -b l ä t t e r, Blätter von Rüben, Zuckerhirse, im Herbst und Sommer gesammeltes, nicht faules und gut getrocknetes  L a u b, besonders von Ulmen, Eschen-, Hafer-, Linsen-, Bohnen-, und Wickenstroh, Windlinge und   B u c h e c k e r,   H e u. – Zweige von Nadelhölzern zum Nagen, Knollen von Georginen und Dahlien und deren Abfälle. Reisig, besonders vom schwarzen Hollunder, Sonnenblumen samt Stengel und Blättern, W a r m e   B r e i e. Gekochte Kartoffeln oder Topinamburen mit altem Brot. K ü c h e n a b f ä l l e, getrockneter Kaffeesatz zum Beimengen, Orangenschalen, Äpfel, Birnen und deren Schalen als Leckerbissen. Rosskastanien, die zweimal zu 48 Stunden ins Wasser zu legen sind, getrocknet, geröstet und zerquetscht oder geschrotet in kleinen Gaben, mit abgebrühter Kleie und Salz oder mit etwas Melasse- oder Trebernschnitten vermischt. Als Kraftfutter dient in erster Linie Hafer, der zu sieben ist, dann Gerste, Mais, Schrot, Kleie, Mehl (nicht roh), Maisgrieß und anderer Grieß. Feingemahlene Roggenkleie (schwarzer Pohl und Gerste sind für Häsinnen weniger hitzig), Kleie für Jungtiere leichter verdaulich als Hafer. Auch trockene Malzkeime und Trebern sind gut, nasse jedoch säuern leicht, weshalb sie frisch aus der Brauerei bezogen werden müssen. Gestampft in einem Kübel, wo das Wasser täglich erneuert werden muss, halten sich die Trebern im Winter acht Tage lang. Bei verringerter Fresslust Melisse oder ein anderes duftendes Kraut oder zerkleinerte Orangenschalen. Blutreinigend wirkt eine Messerspitze Schwefelblüte im Weichfutter. Vieh- oder Kochsalz soll häufig vorgesetzt werden. Trockene Zuckerrübenschnitzel werden mit 5 dkg Gerstenschrot oder Kleie abgebrüht und eine Zeitlang stehen gelassen. Das Wasser wird alsdann abgegossen und die Mischung gesalzen. Wasserhaltiges Futter in zwei Gaben reichen, damit es nicht gefriert. Den Jungtieren großer Rassen als dritte Fütterung mittags: 5 dkg abgebrühte Kleie, am besten Weizenkleie und frischen oder getrockneten Wegerich. Übriggebliebenes Weichfutter stets beseitigen. Grünfutter darf weder dumpfig noch erhitzt oder gefroren sein. Rüben waschen, wasserreiche und zuckerhaltige nur in kleinen Gaben, mit Heu und altem Brot verabreichen. Viel Lattich, Salat und Spinat erzeugen Speichelfluss, aber auch Durchfall.

K e i n e  Giftpflanzen verabreichen, wie Klatschrose, Eisenhut, Fingerhut, Tollkirschen, Hahnenfuß, Nachtschatten, Herbstzeitlose, Schwertlilien und Schierling. Kein unreines Futter vorlegen. Säugenden Häsinnen abends lauwarme Kuhmilch verabreichen. – Zum evtl. Selbstgerben der Felle soll sich laut Russo das Verfahren von Stasnik bewähren: Das Fell lässt man 5 Tage lang in kaltem Wasser aufweichen, wobei das Wasser täglich zu wechseln und das Fell gut zu schwenken ist. Nach der Herausnahme ist das Wasser abzustreifen und die feuchte Fleischseite des aufgespannten Felles mit einer Mischung von 1 Teil Kochsalz und 5 Teilen Alaun zu bestreuen, nach 20 Minuten gut zu verreiben und mit Weizenkleie zu überstreuen. Nach dem Abspannen des Felles wird die Fleischseite nach innen und dann nochmals zusammengelegt und auf Stroh gegeben, damit die Flüssigkeit schadlos ablaufen kann. Dieses Paket ist täglich zu wenden. Nach drei Tagen ist das Fell anzuspannen, an einem mäßig warmen Ort – nicht an der Sonne oder beim Ofen – zu trocknen und alsdann in einem feuchten Raum durch sechs Wochen aufzubewahren. Sind es mehrere Felle, so wird Haut auf Haut, Haarseite auf Haarseite gelegt. Hierauf wird die Fleischseite mit Wasser überbrüht, das Fell zusammengelegt, zwei Tage liegen gelassen, über eine Tischkante gezogen, aufgespannt, getrocknet, vorher, wenn noch nötig, noch abgeschabt, mit Bimstein glattgeschliffen und mit Bierkreide und dann mit Glyzerin eingerieben. Zum Schluss wird die Haarseite mit heißem Sand oder Sägemehl zur Herstellung des Haarglanzes bearbeitet. – Russow gibt auch vorzügliche Kochrezepte, darunter das französische Lieblingsgericht „Kaninchengibelotte“, das mit Weißwein, Champignons, Zwiebeln und mit einer Zehe Knoblauch zubereitet und mit Croutons serviert wird. – Es ist, wie gesagt, sensationell, dass ein Züchter, der bereits 1872 große Erfolge aufzuweisen hatte, noch 1921 zu uns als Lebender spricht. Sein Buch birgt daher die reichlichen Erfahrungen eines halben Jahrhunderts, ich halte es für eine der wertvollsten praktischen Abhandlungen über Kaninchenzucht.

Sabel, E.:

Die angenehmen und nützlichen Seiten der Kleintierzucht,

Natur und Haus“, Jahrgang 2; Berlin 1894, Verlag Robert Oppenheim (Gustav Schmidt) pp. 217/219.

Als Kuriosum liest man dort: „… Das Männchen aber darf nicht in die Nistkästen eindringen können. Daran verhindert man es durch einen kurzen Stock, den es an blechernem Halsbande quer zum Halse gestellt trägt.“ Der Verfasser empfiehlt besonders das Russen- und Silberkaninchen, Aromatische Kräuter sind für die Kaninchen Leckerbissen, besonders Fenchel, den man als diätisches Mittel von Zeit zu Zeit dem übrigen Futter beimischen sollte. Anweisung zur ergiebigen Kaninchenzüchtung und Beschreibung der Kaninchenrasen. Zweite vermehrte Auflage, Leipzig (1894?). Den breitesten Raum dieses Buches nehmen die praktischen Anleitungen ein. In besonderen Kapiteln werden vom Verfasser, einem Oberstleutnant a. D. die verschiedenen Rassen und Farbenschläge laut M. Hesdörffer (natur und Haus, II. Jahrgang, p. 116) eingehend beschrieben.

 

Anweisung zu ergiebiger Kaninchenzüchtung nebst Beschreibung der Kaninchenrassen.

Dritte Auflage. Mit Abbildungen. Preis 1 Mark. Leipzig, Verlag der Expedition der Geflügel-Börse (Richard Freese).

1.Auflage1891

Im Laufe des Bestehens des Verlages wurden speziell viele Bücher über das Geflügel herausgegeben, dieses Kaninchenbuch war jedoch das Erste.

Kaninchen und Kaninchenrassen.

  1. Auflage 1893. Leipzig

Saunders, Charles, G,:

Rabbit and Cat Diseases

American Veterinary Publishing Co .Chicago 1920

Salaschek, Irene

Vom Notstandstier zum Wohlstandstier: Kaninchenhaltung in Deutschland  –  Geschichte und Bedeutung für die Veterinärmedizin

Dissertation 2009, 978-3-86504-262-0

Heute leben Kaninchen in vielen deutschen Haushalten als Familienmitglieder und werden auch als solche behandelt. Das schließt eine weitreichende tiermedizinische Versorgung ein. Doch diesen Status haben sie erst seit einigen Jahrzehnten. Der ursprüngliche Sinn der Kaninchenhaltung in Deutschland lag in ihrem Nutzen als Fleisch- und Felllieferant.

Bereits im Mittelalter von Mönchen als Fastenspeise geschätzt, erlebten die Kaninchen den Höhepunkt ihrer Beliebtheit in Deutschland immer dann, wenn die Menschen zu Krisenzeiten auf zusätzliche Nahrung angewiesen waren: nach dem Deutsch-Französischen Krieg und um die Zeit der beiden Weltkriege. Doch auch nach 1945 wurde die Kaninchenhaltung stark von der Wirtschaftspolitik der DDR und BRD beeinflusst. Dies führte zu Unterschieden in der Kaninchenhaltung, die bis heute zwischen ost- und westdeutschen Bundesländern feststellbar sind.

Das Buch erfasst die gesamte Geschichte des Hauskaninchens in Deutschland, beginnend mit seiner erstmaligen Einfuhr im 15. Jahrhundert bis hin zum heutigen Tag. Desweiteren werden die im Verlauf dieser Geschichte entstandenen Wechselbeziehungen zwischen Kaninchen und Veterinärmedizin aufgezeigt, einschließlich der detaillierten Darstellung der heutigen Stellung dieser Tiere in der tiermedizinischen Praxis

(Salvesen, S.):

Pelskaniner og andre pelsdyr.

  1. Pelsdyravlen med filknyttede naeringer.

Sandelien, O. H.:

Kaninstall.

Byggning og innredning. 16 + 8 p. Kongsvinger, 1928.

Schumann, Adolf:

Das Kaninchen.  Seine Zucht, Pflege und Verwertung.

Mit 21 Abbildungen. 16 – 20. Tausend. 79 p. Stuttgart 1918. Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde. Geschäftsstelle: Franck’sche Buchhandlung.

  1. Auflage 1920, 3. Aufl. 1921

enthält 21,5 % Eiweißstoffe und 10 % Fett. Paris allein verbraucht jede Woche gegen 200.000, London sogar gegen 500.000 Kaninchen, von Ostende wurden nach der letztgenannten Stadt etwa 300.000 Kaninchen ausgeführt. Wer einmal Kaninchenfleisch in guter Zubereitung gekostet hat, so sagt Schumann sehr richtig, wird es immer wieder gerne essen. Die Felle der lichteren Silberkaninchen und der blauen Wiener (Riesen) Kaninchen (schönes „dunkles Graublau“) werden besonders geschätzt. In Wien schuf ein geschickter Kürschner 1918 aus Kaninchenfellen eine prächtige Tigerdecke. – Schumann leitete seinerzeit das Wiener Vivarium und züchtete dort englische Widderkaninchen im Freigehege. Er war mit dem Herauszüchter des Blauen Wienerkaninchen. J. C. Schultz befreundet und zitiert diesen. – Weinlaub, auch im getrockneten Zustand, ist den Kaninchen sehr zuträglich. S. befürwor tet das Tränken mit Wasser an heißen Tagen und im Winter.

In der Fleischkaninchenzucht wird die wechselnde Einkreuzung mit franz. Widderrammlern und belgischen Riesenrammler empfohlen. Das französische Widderkaninchen ist gewöhnlich von gelber oder hasengrauer Farbe, doch gibt es auch schwarze, blaue und scheckige. Auf der Wiener Schau, 1906, sah S. eine belgische Riesenhäsin von etwa 9 kg. Zur Einkreuzung ist diese Rasse für den Nutzzüchter ungemein wertvoll. Unter den engl. Widdern gab es damals viel größere Tiere als in der französischen Rasse. Die ersten Japanischen K. in den 80er Jahren hatten auch reines Weiß in ihrer Zeichnung, was S. sehr gefiel. An Leporiden glaubt S. nicht. Die Punktbewertung der einzelnen Rassen durch den „Bund deutscher Kaninchenzüchter“ wird erläutert. Die Abbildungen der beiden Widderkaninchenrassen sind schmissig ausgeführt. Das Bild des belgischen Riesenkaninchens auf p. 44 verkörpert den Schrei nach Länge. 320 Kronen wurden für ein Paar B. R. gezahlt. Die Felle alter B.R.-Rammler geben das beste Leder zu Schuhen und dergleichen.

Samolinski:

Das englische Widderkaninchen.

Mit zahlreichen Abbildungen. Preis 1,- Mk. Berlin. Fritz Pfenningstorff. Gegen 1921?

Sandford, J. C.

The domestic Rabbit

  1. Pp. I – XIV. und 1-258 Crosby Lockwood & Son, Ltd. London

Der Verfasser war Geschäftsführer (Secretary) des British Rabbit Council. Er gibt eine kürzere Rassenübersicht mit knappen aber informativen Beschreibungen. Der technische Teil der Kaninchenhaltung wird ausführlich behandelt. Gute Photos. So besonders typisch der Weisse Neuseeländer auf p. 27. Auch die englische Schecke. Fig.8, S. 17.

Sawin, P.B. and Dietz, D. B.:

Morphogenetic studies of the rabbit.  – Moderne Biologie.

Festschrift zum 60. Geburtstag von  Prof. Dr. Hans Nachtsheim. Herausgegeben von E.L. Grüneberg, London und W. Ulrich, Berlin-Dahlem, Verlag F.W. Peter, 1950. Berlin? Druck: Dr. Hans Muschke, Berlin SO.36.

Schade, Georg :

Das Deutsche Riesenschecken-Kaninchen

10 Abb. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Schaedtler, Fritz C.:

Konijnen. Verzorging, teelt en rassen

104 p., 52 Text-Bilder und –Zeichnungen, 3. Auflage. Verlag: Uitgevers Maatyp. W. de Haan. Utrecht, 1941.

Scharf, J.:

Krankheitsbekämpfung im Kaninchenstall.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1939.

Schaube, G.:

Vergleichende Haaruntersuchungen am Kaninchenfell im Hinblick auf den Einfluss verschiedener Umweltfaktoren und unter besonderer Berücksichtigung der Pelzqualität.

„Diss. Breslau“, 1931.

Schiffmann, C.:

Das französische Kaninchen (Lapin).

Nürnberg 1872, 16 p. Druck J.L. Stich

Nürnberg 1873, Selbstverlag.23 p.

Schilgen, Heinrich :

Tierfotograf Heinrich Schilgen , Schöningen (Braunschweig), geboren am 10. Januar 1862 in Cloppenburg (Oldenburg), hat auch bemerkenswerte Kaninchenaufnahmen geliefert. So in G.-B. Nr. 51/1928 p. 3 „Kaninchen auf der DLG-Schau in Leipzig“ Castorrex-Rammler, Opossum-Rammler und Klein-Chinchilla-Rammler.

Schippers, J. A.:

Erfelykheidleer voor den Konynenfokker.

95 p. 41 Abbild. Verlag: Uitgevers Maatyp. C. Misset N. V., Doetinchem.

Schmahl, Werner:

Praktische Kaninchen- und Hühnerhaltung.

47 p. 8° (Reutlingen, 1946).

Der Verfasser ist Redakteur des „Süddeutscher Kleintierzüchter“, Reutlingen (Württ.). Die Kaninchen werden auf pp. 1 – 24 behandelt. Auf pp. 8 – 9 recht typische Aufnahmen vom französischen Widder bzw. DW., Groß-Chinchilla, Champagne-Silber bzw. H. Gr.-S. (unten, nicht, wie laut Beschriftung, Mitte) Blauen Wiener und Angora-Rammler. Schöne Fotos. –

Blätter des Steinobstes eignen sich nicht zur Verfütterung an Kaninchen. Für die Laubfütterung kommen Blätter der Linde, Birke, Hainbuche, Rosskastanie, Eberesche, Maulbeere, Wein, Haselmuss, Himbeere, Eiche, Brombeere in Frage, Weidenblätter erwähnt der Verfasser nicht. Eicheln nach Entfernung der Schalen werden gekocht, zu Brei zerstampft und mit Kleie vermengt. Apfeltrester wird im Gegensatz zum Birnentrester als Futterzusatz sehr geschätzt. „als Weichfutter für Sommer und Winter ist besonders zu empfehlen: 35 g Kleie oder Schrot, 5 g Futterkalk, 45 g Grünfutter (Kartoffelschalen, Rübenschnitzel (vorher geweicht? M.) Brennnesseln usw.). Man rechnet insgesamt 70 g für leichte, 90 g für mittlere und 105 g für schwere Rassen“.

Schneider, Johannes:

Nutzbringende Kaninchenzucht

94 pp. Mit 50 Abbildungen, Verlag  Hachmeister & Thal, Leipzig 1917

Schneider war Hauptschriftleiter der Wochenschrift “ Der Lehrmeister im Garten und Kleintierhof „, Leipzig.

Offenbar standen ihm aus seinem Archiv genüge Photos zur Verfügung. Unter ihnen fällt auf die Aufnahme einer Belgischen Riesenhäsin von imponierender Größe. Allerdings wirkt die Vorderpartie im Verhältnis zu der starken hinteren Partie offensichtlich doch recht schwächer. Beschrieben werden etwa 25 Rassen. An erster Stelle das Belgische oder Flandrische Riesenkaninchen. Sehr rassing eine schildkrotfarbige Häsin der englischen Widderrasse.

Auf p.10 heißt es betr. „weißer Riesen“: “ Seit einigen Jahren werden auch weiße Riesen gezüchtet. Sie sind schneeweiß in der Behaarung und in der Körperform gleich den Belgiern, werden aber nicht ganz so schwer……“ Ausgewachsene Belgische Riesenkaninchen erreichen ein Gewicht von 5-8 kg, gemästet bis zu 9 kg und eine Länge bis zu 70 cm und  darüber … können im neunten Monat zur Zucht verwendet werden. Den Rammler lässt man  10-12 Monate alt werden“.

Nutzbringende Kaninchenzucht,

Lehrmeister-Bücherei. Hachmeister & Thal, Leipzig. 1923.

Schneider, Sándor (Alexander, Dr. sovári):

Az angoranyúltenyésztés kézikönyve (Das Handbuch der Angorakaninchenzucht).

112 p. 22 Abb. IV. Kiadás (Auflage). Budapest. Druckerei „Tátrai nyomda“ (ungarisch).

A kisgazda angoratartása (Die Angorahaltung des Kleinwirts).

Budapest. (ungarisch.)

A hús- és gereznanyúltenyúlteny´sztés kézikönyve (Handbuch der fleisch- und Pelzkaninchenzucht) Második bövittett kiadás

(2. bearbeitete Aufl.) Verl.: Tátrai-nyomda Budapest 1943. 120 p. m. 18 Textfiguren u. 2 Taf. (ungarisch).

A Hus Es Gerznanyúltenyésztés Kézikönyve.

Irta: Dr. sóvari Schneider Sándor a Magyar Angóragyapjasnyúl Tenyésztök Országos Szövetségének társelnöke. Második Bóvitett Kiadás. Felelös kiadó: dr. s. Schneider Sandor. Tátrai-nyomda, Budapest, VI., Vasvári Pál- u. 4 (Telefon: 427-225). 120 p. 8°.

Dieses Handbuch für Fleisch- und Pelzkaninchenzucht wurde schätzungsweise gegen 1942 von Dr. Alexander Schneider veröffentlicht, der Züchter von Angora- und Groß-Chinchillakaninchen ist. Seine Anschrift: Budakalász, Kereszt-U. 5. Außer der Angorazucht sind in Ungarn belgische Riesen (Oriás Belga) und Groß-Chinchillas sehr beliebt. So züchten erstere József Fodor és Ference, Szekesfehérvár, Szent Gellértutca 17, István Balogh in Szeged, Alsóközpont, Plébánia und Lászlo Aschenbrenner, Székesfehérvár, Királykút- u. 23, welcher auch Groß-Chinchilla hält, die er aus Deutschland importierte.

Der Verfasser hat sich in diesem Buch offenbar sehr gründlich der Materie gewidmet. Eine seiner Hauptquellen dürfte das Werk von Wischer „Starkes Praktische Kaninchenzucht“ sein. Eingangs (p. 7) weist er auf die Studie  von Prof. Dr. H. Nachtsheim „Aus der Geschichte der Haustierwertung des Kaninchens“ hin. Die Berliner „Grüne Woche“ wird erwähnt (p. 8). Nach Géza Andrássovich, einem ungarischen Altmeister der Kaninchenzucht, waren um 1908 u. a. „Blaue Riesen“ (kék orias), Lothringer Riesen (lotharingiai orias), Normandiner Kaninchen (normandiai nyúl) und Patagonische Kaninchen (patagoni nyúl) bekannt (p. 9). Die deutsche Umbenennung des belgischen Riesen und französischen Widders, welcher ich ebenso wie der Umtaufe des Champagne Silbers bzw. französischen Silberkaninchens ablehnend gegenüberstehe, da hierdurch die Feststellung des Stammlandes erschwert und das entwicklungsgeschichtliche Bild verschleiert wird, zwingt auch in Ungarn zu Zusätzen. So bei Riesenkaninchen: (régebben belga) wird vermekerkt: A magyar nyúlászat atyamestere, Andrássovich Géza, még „Francia kosorrú“ nyúl néven emliti könyvében, nem ismervén még az ebböl Németországban kitenyesztett uj fajtát, amely tulajdonságait illetöleg sokban kulönbözik az Andrassovich leirárában szereplö francia kosorrütól.“ (Geza Andrassovich, der Begründer der ungarischen Kaninchenzucht, bezeichnet ihn noch in seinem Buche als “Französische Schafs- oder Hammelnase“, da er diese nach Deutschland verpflanzte Rasse nicht kennt, die sich in vielen ihrer Eigenschaften von den in Andrássovichs Buche beschriebenen französischen Schafsnasen unterscheidet.)

 

Dr. Schneider zitiert dann den bekannten deutschen Kaninchenexperten Wischer mit seiner Erklärung der Umbenennung des französischen Widders (pp. 28/29). Auf pp. 27 – 43 beschreibt Schneider eingehend den Deutschen Widder, Blaue und Weiße Wiener, Groß- und Klein-Chinchillas, Silberkaninchen, Riesenkaninchen, Kurzhaarkaninchen. Beim Riesenkaninchen zitiert er auch wiederholt Andrassovich: „ebben a hosszú vékany testben nincsen helye a tüdönek, szivnek“ und „tenyesszünk öblös izmos egyedeket!“ (In diesen langen dünnen Körpern hat weder die Lunge noch das Herz Platz.“ „Züchten wir (also) dickleibige, muskulöse Gattungen.“

 

Alle Zweige der Kaninchenzucht werden eingehend behandelt. Zwei Bildtafeln auf Illustrationspapier sind beigefügt: Ein blauer Wiener mit sehr kräftigem, voll gewölbtem Kopf (Bécsi kek). Ein dunkelschattiertes Kleinsilber (Kistestü ezüstnyúl). Ein deutscher (französischer) Widder (Nemet kosorrú). Ein Groß-Chinchilla (Nagytestü csincsilla).

 

In Fütterungsfragen wird ausführlich auf die Forschungsergebnisse von Prof. Lehmann Bezug genommen, auch W. Dreyer, Kiel-Steenbek, wird laut „Jahrbuch für Kaninchenzüchter“ 1940 eingehend zitiert. Stallskizzen, auf p. 110 Zeichnungen zur Geschlechtsfeststellung von neugeborenen Kaninchen (vgl. S. 454, „Unsere Kaninchen“, Berlin, Fritz Pfenningstorff 1942). Zitiert werden ferner Lajosné Dévényi (a Baromfi- és Nyultenyesztö évkönyvében, 1942, Dr. Lászlo Fekete (Über Vitaminfragen, „Baromfi és Nyúltenyésztök 1941. Evkönyvében.) (Jahrbuch der Geflügel und Kaninchenzüchter (kann auch mit „Kleinvieh“ übersetzt werden!) und Dr. Dezsö Féves (Über Zuchtprinzipien). Auf p. 118 Gewichtstabelle nach „Jahrbuch für Kaninchenzüchter“.

 

Das helle Groß-Silber, französisches Silber, Champagne Silber (Champagne d’argent) führt in Ungarn die Bezeichnung „A francia ezüstnyúl“ und „züst“ (világos, nagytestú. Ungarische Kaninchenfachbücher von Dr. Schneider, Dr. Fekete und E. Szabadhegy „Az angóragyapju feldolgozás ABS – je“ (das ABC der Verarbeitung der Angorawolle) werden von Kisfarmer Könyvek Kiadóhivatala, Budapest VIII., Prater- u. 9. III. angeboten.

Az angóra gyapjas nyúl jövedelmezö tenyésztése. (Die einträgliche Zucht des wollhaarigen Angorakaninchens.)

40 p., 7 kkkép, 1 rajz. Fig. 8. Budapest 1940. „Kisfarmer Könyvek“ kiadása.

Hús-és gereznanyúltenyésztés kézikönyve. (Handbuch der Fleisch- und Pelzkaninchenzucht)

Budapest 1943.

A kisgazda angoratartása szövetkezeti kerethen. (Die Angorahaltung des Kleinwirts in der Genossenschaftseinfassung. )

94 p. (oldal) 47 Fig. (kép), Óbecse 1943. Verlag: Kiadja a Bácsbodrovármegyei Közjóléti Szövetkezet Angóranyultenyésztö feldolgozó és értékesitö vállalkozása.

Schräpel, J.:

Tiere beleben jeden Garten.

Gartenbauverlag Trowitzsch & Sohn, Frankfurt/O. und Berlin, Hannover, 1940.

„Kaninchen, Hühner, Ziegen und Bienen sind nützliche Haustier, die bei keinem Gartenbesitzer fehlen sollten.“

 

Schreber, J. Ch. D. v.:

Die Säugetiere in Abbildungen nach der Natur.

Fortgesetzt von A. Goldfuß u. J. A. Wagner. 7 Thle. (Thl. 5 in 2 Bdn.) u. Suppl. (5 Abt.) Leipzig, 1774 – 1855. 4°. Mit 786 kolor. Taf. (1 – 385, 1 – 51).

Schulte, Jürgen

Hase und Kaninchen konkret

 Beschreibung und Anleitung für Jäger

Landbuchverlag, 1. Aufl. 2002, 1. Aufl. 2002, p 120

Zielgruppe: Jäger, Förster, Jagdaufseher & Wildhändler, Tierärzte, Studenten der Veterinärmedizin.

 

Feldhase und Wildkaninchen sind die bekanntesten jagdbaren Niederwildarten. Ihre verwandtschaftlichen Beziehungen sind augenscheinlich, und doch führen beide eine grundverschiedene Lebensweise. Die Vielfalt der Unterschiede stellt Schulte anschaulich und praxisorientiert heraus.

Die Hasenartigen gehören nach Reh und Fuchs zur häufigsten Haarwildbeute deutscher Jäger. Trotzdem sind stetig abnehmende Streckenergebnisse festzustellen. Anhand von neuesten Forschungsergebnissen zeigt der Autor Ursachen für den Rückgang der Hasen und Kaninchen in unseren Revieren auf und gibt Hinweise zu ihrem Schutz.

Schulz, Emil:

Hoher Gewinn aus der Schlacht-Kaninchenzucht.

Kurze übersichtliche Darstellung der nutzbringenden Zucht von Schlachtkaninchen.

3.te  Auflage  1917, Ernst’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig.

Hoher Gewinn aus der Schlacht-Kaninchenzucht.

Kurze übersichtliche Darstellung der nutzbringenden Zucht von Schlachtkaninchen.

Von Emil Schulz, Kalkulator in Mühlhausen i. Thür. Mk. -,75. Ernstsche Verlagsbuchhandlung. Leipzig. (Gegen 1908?)

Schuster, M.J.:

Kaninchen-Zucht und Pflege.

Preis 2 Mk; fein gebunden 2 Mk.80Pf. Ilmenau i. Thür. Aug. Schroeter’s Verlag (Franz Schneider).

Lehrbuch der Kaninchenzucht.

  1. Auflage Ilmenau 1894
  2. Auflage Ilmenau 1894
  3. Auflage, Ilmenau 1896

Schwarz and Shook :

Rabbit Parasites and Diseases

Farmers Bulletin  1568,   U.S.   Department of Agriculture,   1933

Seidel, K.:

Die Krankheiten des Kaninchens.

Berlin 1935.

Die wichtigsten Kaninchenkrankheiten, ein allgemeiner Überblick über die Verhütung, Erkennung und Bekämpfung.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1936.

Deutsche Heilpflanzen, die Förderung ihres Anbaues und ihre Verwendung bei Kaninchenkrankheiten.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1936.

Übersicht über die Kaninchenkrankheiten, ihre Ursachen, Erscheinungen und Behandlung.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1936.

Seifried, O.:

Die Pathologie besonderer Kaninchenkrankheiten.

Wissenschaftliche Berichte des VI. Weltgeflügelkongresses 1936, Bd. 2.

Die Krankheiten des Kaninchens mit besonderer Berücksichtigung der Infektions- und Invasionskrankheiten.

Berlin, 1937.

Die beiden wichtigsten Kaninchenkrankheiten, der ansteckende Schnupfen und die Kokzidiose und ihre Bekämpfung.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter“, 1938.

 

Seiler, Ernö (Ernst):

Mit kell tudni egy angoratenyésztönek? (Was muss ein Angorazüchter wissen?).

Verlag des Verfassers. Szeged 1941, 48 p + 12 melléklet (Beilagen) mit 3 Textabbild. (ungarisch).

A belgaóriás és prémnyultenyésztés mint föjövedelmi forrás. (Die Zucht des belgischen Riesen und der Pelzkaninchen als Haupteinnahmequelle.)

127 p. Fig. 19. – Szeged 1942. Verlag: Háziipar Kiasállattenyesztök Szövetkezete (ungarisch).

 

A selyemszörii angóranyúl és más haszonhajtó nyúlfajták tenyésztésé. (Die Zucht des seidenhaarigen Angorakaninchens und anderer nützlicher Kaninchenrassen.)

Második bövitett kiadas (zweite verbesserte Auflage) 64 p. Verlag: Szerzö kiadása (ungarisch).

 

Sejba, L., MU Dr.:

Výzivnost králiciho masa (Nährwert des Kaninchenfleisches).

Sepratdruck in der Bücherei „Králikár ceskoslovanský“ (Böhm.-Slawisch. Kaninchenzüchter), 1902.

Selmer, J. K.:

Pelskaniner. Chinchilla, angora og castrorrex.

80 p. Oslo, 1928.

Shaw, Luke:

English Rabbit.

“Fur and Feather”, Idle, Bradford/England.

Sir, Vl., MU Dr.:

Králikárstvi (Die Kaninchenzucht).

50 p. 8°. Verlag: Reinwart, Prag, 1887. die 2. Auflage, 1898, wurde von J. V. Kálal umgearbeitet und ergänzt; es erschien noch eine 3. Auflage des Werkes (vgl. V. Kálal; p. 79).

Smith, Edward:

Rabbits for Fur and Wool.

“The Feathered World” Year Book for 1927. pp. 102 – 114. London, W. C. 2, 9 Arundel Street, Strand.

Wirklich gute Felle älterer Chinchillas erzielen 10 – 15 Schilling, ein engl. Pfund Angorawolle 35 s. Ein Pelzmantel aus Blauen Wienern bzw. Blue Beveren war ein Hochzeitsgeschenk zur Eheschließung von Prinzessin Mary mit Viscount Lascelles und ein ebensolches Geschenk, angefertigt aus Chinchillakaninchenfellen, erhielt die Herzogin von York.

 

Zwei Mahlzeiten reichen am Tage aus. Morgens empfiehlt der englische Verfasser Haferflocken oder eine Mischung von Haferflocken (oats) und Weizen, mit saisonmäßigem Grünfutter, des Abends Heu mit noch mehr Grünfutter. An Häsinnen mit bis zu drei Monaten alten Jungen verabreicht er Weichfutter, bestehend aus einem Teil Kleie, einem Teil „middlings“ (Flocken?), zur Hälfte Hafermehl oder „S. G. O.“ und ungefähr 5 – 10 % Fischmehl oder Trockenei. Im Anfang darf nicht mehr als 5 % Fischmehl gefüttert werden, da die Tiere sonst das Futter ablehnen. Dieser Zusatz wird dann allmählich erhöht. Angerührt wird das Weichfutter mit Magermilch.

 

Tränkung mit Wasser wird entschieden und unbedenklich empfohlen, es wäre grausam, den Tieren das Wasser vorzuenthalten. Nach der Rückkehr von der Ausstellung gehen meistens die Kaninchen in Heaselands erst nach einem langen Trunk an das Futter. Viele Chinchillas, sagt Mr. Bostock Smith 1927, sind in ihrer Jugend braunrückig, einige zeigen fast die Farbe wilder Kaninchen. Abgebildet ist auf p. 111 ein sehr lang, belgiermäßig aussehender hellschattierter Chinchillarammler mit starkem Kopf „Heaselands Victor“. Die Farbe des „Blue Beveren“ wird als „glanzreiches helles Lavendelblau“ geschildert. Nach dem Foto auf p. 109 zu urteilen, ist die Blue Beveren-Häsin (Blue Beveren Doe „Heaselands Bluebell“!) ein sehr kräftiges Tier mit ansprechender Färbung und dichtem Fell, aber es scheint noch an der „Walzenform“ zu fehlen, Rostock Smith wünscht „Mandolinenform, da das beste Fell auf dem Rücken wächst“. Das Fleisch der Havannakaninchen gilt in England als besonderes delikat. Als ausgezeichnete Pflegemütter werden die Havannahäsinnen in der Aufzucht großer Rassen benutzt.

Das Haar einiger Angoras erreicht eine Länge von 8 – 9 Zoll.

Auf p. 113 ist ein etwas langohriger „Argenté de Champagne“ von gleichmäßiger Schattierung abgebildet. Offenbar ein sehr großer Rammler „Heaselands Supreme“ mit starkem Kopf. In der Brustpartie fehlt sichtlich Breite.

 

The Chinchilla Rabbit

Wahrscheinlich über „Fur and Feather“ Jdle, Bredford, Yorkrhire, England zu beziehen.

Sokolowsky, A.:

Geflügelhaltung, Haus- und Pelztierzucht.

400 p. 8°. Antäus-Verlag, Hamburg o. J. (gegen 1932).

Der Verfasser, Dr. Alexander Sokolowsky, war seinerzeit wissenschaftlicher Assistent von Carl Hagenbeck, Tierpark Stellingen.

Einleitend hebt er die industrielle Fähigkeit hervor,  K a n i n c h e n felle so zu behandeln, dass sie als Pelz in Ansehen und Güte hochgestellten Anforderungen entsprechen und dem Werte der von eigentlichen Pelztieren gewonnenen Pelze tatsächlich nahe kommen. Skolowsky ist davon überzeugt, dass Pelzkaninchenzucht als Nebenbetrieb für die Tierzüchter und Landwirt ein zeitgemäßes Unternehmen ist. Die Rauchwarenindustrie will möglichst große und dichtwollige Felle haben. Der Autor führt Groß- und Kleinchinchilla als ausgesprochene Pelztiere auf und das damals besonders geschätzte Castorrexkaninchen, bei dem nach seiner Ansicht bei einer Anzahl von Zuchtstämmen die Grannenhaare ganz fehlen. Er zählt weiter auf: Das Blaufuchskaninchen, Fehkaninchen und – als Hermelinersatz – das weiße Kurzhaarkaninchen. Von den französischen (er sagt „deutschen“) Widdern spricht er mit Recht als von einer guten Fellrasse. Der Farbe nach werden unter den Langhaarkaninchen Zobelkanin, Nerzkanin, Skunkskanin und andere unterschieden. Geschorene Kaninchen werden je nach der Farbe Sealkanin oder Biberette genannt. Zu Sealkanin werden heute vielfach die belgischen Riesenkaninchen verarbeitet, die der Mode entsprechend Färbung erhalten. Als Zeichnungskaninchen nennt Sokolowsky speziell englische und Holländer. Er gedenkt auch einer Neuzüchtung: des Wollrexkaninchens.

 

Wie bei Tauben, so ist auch bei den Kaninchen Sokolowsky bezüglich der Illustrationen an die richtige Schmiede, nämlich an die „Deutsche Versuchszüchterei edler Pelztiere“, Leipzig, geraten und bringt so sehr schöne Fotos von etwa zehn Rassen, aufgenommen in der Kaninchen-Großfarm Boberg bei Bergedorf. Recht ansprechend ist u. E. die Chinchillaaufnahme nach Seite 298 unten.

Unter den Krankheiten wird u. a. auf die Kaninchenseptikämie als gefährliche Blutvergiftung, bedingt durch Bakterien, hingewiesen.

Solbu, O.:

Angorakaninen, dens opdrett og stell.

28 p. Oslo, 1928.

Sombart:

Nachricht und Behandlung der angorischen Kaninchen (1892?)

Nach Joppich auf den Mayerschen Ausführungen aufgebaut mit einem Zusatz des Pastors Lille in Nedlitz, sowie des Kondukteurs Ehlert in Magdeburg und Kommissionsrates Riem in Dresden (vgl. Joppich, „Unsere Kaninchen-Wirtschafts-Rassen“. Verlag: Fritz Pfenningstorff, Berlin, 1942, p. 15, Abs. 2 u. 3).

Spadden, Mc  Walker :

„Animale of the World“1947

(Garden City Publishing Co. Inc. Garden City N.Y.) über  amerikanische Wildkaninchenarten S. 286 – 291, über d. europäische „Wildkaninchen unter „Animals of other lands“ S. 142.

Spagnoli, Mario:

L’Allevamento e la lana del coniglio d’Angora.

Pp I – XII e 1 – 260. Con 96 incisioni. 12°. Editore Ulrico Hoepli, Milano.

Spannagel, Ernst :

Das Hasenkaninchen

8 Abb.  6. verb. Aufl. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Spohler, Wilhelm:

Welche Grünfutterpflanzen eignen sich zum Selbstanbau für den Kaninchenzüchter auch auf einem beschränkten Raum?

Opitz, Bielefeld.

Die Herstellung von Dauerware aus Kaninchenfleisch

  1. Aufl. . Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Sprehm, C.:

Der ansteckende Schnupfen der Kaninchen und Versuche zu seiner Behandlung.

„Pelztierzucht“, 6/1930 (vgl. Tänzer: Angorakaninchen).

Starke, Paul:

Praktische Kaninchenzucht

  1. Auflage. Mit 18 z.T. ganzseit. Abbildungen. 102 p. 8°. Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig. Leipzig O. 5, Augustenstraße 22 (1907).

Starkes praktische Kaninchenzucht. Handbuch für Anfänger und erfahrene Züchter.

Neu bearbeitet unter Mitwirkung der Herren: Barth, Bartels, Behrens, Grünewald, Hansen, Heintz, Marpmann, Rottloff von Dr. F. Poppe. Vierte Auflage. Mit 58 Abbildungen. Preis elegant gebunden 2,50 Mk. 240 p. 8°. Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig. Leipzig O. 5, Augustenstraße 22 (1907). Die erste Ausgabe erschien 1899

Immer wieder wird in den großen Nachschlagewerken auf dieses bewährte Werk hingewiesen. Die erste Auflage erschien gegen 1899, die zweite und dritte 1903 und diese bereits in mehreren tausend Exemplaren über ganz Deutschland verbreitet. Starke dürfte etwa 1859 geboren sein und starb im September 1905. Seit 1881 bekleidete er eine Lehrstelle auf dem Lande. Damals existierte „ein kleines Fachblättchen“, die „Neuen Blätter für Kaninchenzucht“, die (1895) im „Kaninchenzüchter“ aufging, dessen langjähriger Sprechsaalbearbeiter Starke – wenn wir nicht irren – war. Gegen 1871 hielt er eine Rasse, die in Größe und Figur den wilden Kaninchen glichen, also etwa 3 – 4 Pfund erreichten. Auf Seite 35 eine reizende Aufnahme vergangener schönerer Zeiten, eine junge Frau vor Kaninchenställen mit einem munteren Holländer-Kaninchen auf dem Schoß, die Tiere wirken schmalbrüstiger als die unserer Tage. In Zeiten der Haarung empfiehlt es sich, unter das Weichfutter etwas gutes Leinsamenmehl zu mischen, was auch der Milcherzeugung bei säugenden Häsinnen sehr zuträglich ist. Den Beitrag über das belgische Riesenkaninchen lieferte Karl Marpmann. Damaliges Gewicht 5 – 8 kg. Die Nachzucht von Eisengrau x Dunkelgrau bekommt „rostiges“ Fell. Vom „Bund Deutscher Kaninchenzüchter“ wurden auch im Gegensatz zum “Verband Westdeutscher Kaninchenzüchter“ die Farbenschläge schwarz, blau, gelb und weiß als prämiierungsfähig zugelassen. Dem Nutzkaninchenzüchter leistet der B.R. zur Aufkreuzung sehr gute Dienste. Auf p. 59 die klassische Aufnahme einer B.R.-Häsin mit zwei ebenso massiven Jungtieren, ein Bild, das mich (Möbes) schon in meinen Jugendjahren erfreute. Schön ist ferner das Bild des B.R.-Rammlers auf p. 55. Bei den französischen Widderkaninchen fordert Ed. Behrens große massige Gestalten, gedrungenen vollen Körperbau, typische Kopfbildung und korrekte Ohrhaltung. Für Vielfarbigkeit wird eingetreten, es gab blaue, weiße, gelbe und gescheckte Franzosen (vor 1907) „mit prächtigem Typ in Menge“. „Die meisten Häsinnen zeigen eine Wamme, nicht übermäßig groß und nicht so schlotternd wie bei vielen belgischen Riesen.“ Belgische Riesen und englische Widder scheinen früher eingekreuzt worden zu sein. In der Abbildung Nr. 19 (Engl. Widderkaninchen, schwarz-weiß) spiegelt sich in den erreichten Rassekennzeichen das hohe Alter dieser an Tradition reichen, edlen Hauskaninchenart wider. Bearbeiter: E. Barth. Das Belgische Landkaninchen (Schecke, Augenzirkel, Ohren, Aalstrich und Seiten) wird von J. Heintz beschrieben und auf Seite 87 abgebildet. Gewicht bis 14 Pfund. –

Das Silberkaninchen (grau, braun, blau, gelb) zeigte früher fast ein totes Grau mit mehr oder weniger dunklen Partien, Verbesserung der Farbe erfolgte in England, .Kleinerer Typ, Gewicht etwa 2 1/2 kg (Ed. Behrens). Eine technisch wohlgelungene fotografische Studie des Kopfes eines Angorarammlers, Ohr- und Stirnbüschel kaum vorhanden. Eine Reihe von Aufnahmen des Russenkaninchens. „Tadellos gezeichnete Exemplare noch nicht allzu häufig, oft lässt die Tiefe der schwarzen Farbe, oft ihre Abgrenzung zu wünschen übrig.“ Chamois-  oder Thüringer Kaninchen von Gärtner seit 15 Jahren gezüchtet, vererbt sich konstant, fast jeden Rückschlag (Emil Piegsa, Waltershausen).
Ein Deutsches Kaninchen – Stallhase, Kuhhase trivial genannt – wird als Zwerg unter den Kaninchenrassen geschildert, mit sehr kurzen Ohren und einem Gewicht von 2 – 2 ½ kg. Auf eine Abbildung verzichtet man. Jedoch geschieht letzteres ganz und gar nicht bei dem Holländer Kaninchen, wo beispielsweise das einzigartige Bild Nr. 36 – Holländerkaninchen mit Terrierhund – wie eine flotte Varieténummer wirkt. Die Blässe (Kopfzeichnung) schließt sich im Genick, ohne die Ohrwurzeln zu streichen, gleichmäßig wieder zusammen. 6 Farbenschläge. Um schöne tiefschwarze und dunkelblaue Farbe zu erhalten, züchtet man schwarz auf  blau und umgekehrt. Ein dunkelblaues „Kaiser-(Imperial)Kaninchen“. Die „Black and tan“ (Lohfarbige) Kaninchen werden als vorzügliche „Ammen“ Pflegemütter gelobt. Bei den Blue and tan wird eine tiefblaue Farbe verlangt, ein helles Blau wird weniger geschätzt (R. Rotthof).
Die Japaner sind noch im Werden, Schecken und Japaner kreuzt man ein. Beliebt in Freiberg und in der Umgebung von Dresden. Blaue Wiener mit Maximalgewicht von 6 kg, es gibt auch Häsinnen von 6 ½ kg. Bl.-W.-Rammler – Bild auf p. 137 – charakteristisch. Das lässt sich auch vom Hasenkaninchenbild auf p.143 sagen. Bei den englischen Schecken steht schwarz-weiß an der Spitze. „Funkelnagelneu“ Japanerzufallskreuzung. Eine hochrassige Erscheinung ist das polnische (Hermelin-)Kaninchen auf p. 151. Havannakaninchen werden 1907 erstmalig in Deutschland auf der Leipziger Ausstellung gezeigt. Im Anzeigenteil nehmen die belgischen Riesenk. einen großen Platz ein, die auch von einem Budapester Züchter J. Muschinek angeboten werden.

 

Das Belgische Riesenkaninchen, neu bearbeitet von Karl Marpmann, Leipzig. Verlag  Dr. F. Poppe.

Praktische Kaninchenzucht. Handbuch für Anfänger und erfahrene Züchter.

Neu bearbeitet unter Mitwirkung der bekannten Züchter  Bartels, Behrens, Grünewald, Hansen, Heintz, Kührig, Marpmann, Reck, Rottloff, Dr. Schäfer, Schoon, Thoma u. a. von Dr. F. Poppe. Zehnte verbesserte und vermehrte Auflage. Mit 66 Abbildungen. 228 p. 8°, Verlag von Dr. F. Poppe in Leipzig-R. (1918).

Es werden hier bereits 24 Rassen, darunter das Marburger Feh, beschrieben (in der vierten Auflage sind es 19). Nicht mehr hervorgehoben sind die „Imperials“. Der Werdegang des Blauen Wiener K. wird  gut geschildert und dabei ein Artikel von Joh. Konst. Schulz, Wien-Hetzendorf, in Nr. 1 des Kaninchenzüchters (Leipzig) vom Jahre 1895 angezogen. Beim Belgischen Riesen ist von der Längenmessung mittels eines feststehenden Meterstabes nicht mehr die Rede. – Das belgische Landkaninchen wird umgetauft. (! M.) Ganz respektable Fotos sind die von der Weißen Riesenhäsin und von dem deutschen Riesenscheckenrammler. Das Titelbild zeigt einen dreistöckigen Außenstall mit drei Etagenausläufen.

Interessant das Bild der französischen Silberhäsin mit Jungen. Ein Motiv für ein Wandgemälde. Vorbildlich dargestellt sind die Zeichnungspunkte bei dem englischen Scheckenkaninchen (p. 143), dem Schwarzloh-K. (p.139) und bei dem Holländerkaninchen. Der Angorarammler mit durchaus betonten Stirn- und Ohrbüscheln. Ganzseitige schöne Aufnahme eines madagaskarfarbigen engl. Widderrammlers, wenigstens mit ansehnlicher Ohrenbreite ausgestattet. Die populärwissenschaftlich geschriebene Abhandlung „Vererbung und Zuchtwahl“ von Dr. Schäfer besitzt Format und bietet viele Anregungen. Schäfer zitiert Linné, Cuvier, Lamarck, Charles Darwin, Häckel, De Vries und Mendel. (Bezüglich Linné vgl. Möbes „Bibliographie der Tauben“, II. Ausgabe, p. 87, Halle 1945.) Nach Schäfer wird „leider die Rassengeschichte von so manchem Züchter vernachlässigt, trotzdem sie für planvolle Zucht äußerst wertvoll ist“. „Die Kaninchenzucht, besonders die planvolle Kaninchenzucht, bietet auch ein hohes wissenschaftliches Interesse….“ Schäfer setzt sich sehr für einen freien Auslauf aus dem Käfig ein. „Ausgiebige Bewegung in frischer Luft kräftigt den Körper, stählt die Gesundheit.“

 

Praktische Kaninchenzucht. Ausführliches Lehrbuch der Haltung, Zucht und Nutzung des Hauskaninchens. Vollständig neu bearbeitet und fortgeführt von Max Wischer. Zwölfte vermehrte Auflage mit 150 Abbildungen. Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig C 1.
Aus dem Inhalt: Ein Beitrag von Prof. Dr. H. Nachtsheim zur Geschichte der Haustierwerdung des Kaninchens. Bau und Funktionen der wichtigsten Organe des Kaninchens. Das Kaninchen im deutschen Wirtschaftsleben: a) Die Wirtschaftlichkeit der Kaninchenzucht, b) Der Farmbetrieb, c) Der Kleinbetrieb. Rassenkunde. Angora; Deutsche Widder; Französische Silber, jetzt helle Großsilber; Deutsche Großsilber; Groß–Chinchilla; Wiener Kaninchen; Klein-Chinchilla. Deutsche Riesen (Belgische Riesen); Deutsche Riesenschecken; Englische Widder; Meißner Widder; Rote Neuseeländer; Japaner; Rheinische Schecken; Alaska; Havanna; Thüringer; Hasen; Marburger; Perlfeh; Luxkaninchen; Marderkaninchen; Kleinsilber; Englische Schecken; Holländer; Lohkaninchen (Black and tan etc.); Russen; Hermelin; Kurzhaar (Rexkaninchen etc.); Deutsche Landkaninchen; Fuchskaninchen. – Haltung und Pflege: a) Der Stall und seine Ausstattung, b) Pflege, c) Krankheiten, d) Hausapotheke für Kaninchenzüchter, c) Homöopathie, f) Monatlicher Arbeitskalender. Fütterung: a) Die Grundlagen der Ernährung, b) Nährstoffverhältnis und Futterausnutzung, c) Futtermittel. (Tabelle über die mittlere Zusammensetzung der Futtermittel. Grünfutter, Rauhfutter, Spreu, Hülsen, Schoten, Kaff. Wurzelfrüchte und Knollengewächse, Halmfrüchte, Hülsenfrüchte, Dämpffutter. Sauerfutter, Silagefutter.) d) Fütterungsweise: (Im Allgemeinen. Die säugende Häsin. Die Jungtiere. Der Rammler. Die Masttiere.) Züchtungskunde: a) Allgemeines, b) Vererbung, c) Zuchtbuchführung und Kennzeichnung.

Der Zuchtbetrieb: Zusammenstellung der Zuchttiere. Der Deckakt. Die trächtige Häsin. Das Werfen. Nestjungenpflege. Weitere Aufzucht der Jungtiere. Die Zeit nach dem Absetzen. Kastration. Nutzung aus der Kaninchenzucht: a) Schlachtung, b) Wollnutzung, c) Fellnutzung, d) Fleischnutzung, e) Dungnutzung.

Praktische Kaninchenzucht

Bearbeitet von Karl Königs

  1. Aufl. 272 pp. Leipzig 1930; Verlag Dr. F. Poppe

Stead, David G.

The Rabbit in Australia

Winn & Company, Sydney, Australia, 1935

Stegmann von Pritzwald, Prof. Dr. F. P.:

Die Rassengeschichte der Wirtschaftstiere.

Gustav Fischer, Jena, 1924.

Steinert, A.:

Welche Kaninchenrasse soll ich wählen?

„Jahrbuch für Kaninchenzucht“, 1940.

Ströse:

Die Massenbekämpfung der Kaninchenplage.

Verlag Neumann, Neudamm, 1917.

Strotner, Robert

Rabbits, Rabbits and Rabbits

Nature Magazine, American Nature Association 1214  16th St. N.W. Washington 6, D.C. June. July, 1950, Vol. 43,No.6, pp. 314 – 316/331

Laut Strother soll der Grund zu der heutigen Plage, die das europäische Kaninchen Oryctolagus in Australien bildet, gelegt worden sein, als im Jahre 1859 das Clipperschiff Lightning in Mobson’s Bay ankam. An Bord war eine Sendung von 24 Kaninchen, die für einen gewissen Thomas Austin, Barwon Park, bestimmt war. Anfänglich wurden diese Tierchen streng geschützt. Ein Bursche, der ein Kaninchen, das John Robertson gehörte, in der Schlinge fing und verzehrte, wurde zu einer Geldstrafe von zehn Pfund verurteilt. Zwei Jahre später war Robertson der beklagenswerte Eigentümer von mindestens 25.000 Kaninchen. Er hatte nun bereits 5000 Pfund ausgegeben in vergeblicher Bemühung, die Tiere auszurotten. Und Austin tötete in Barwon Park 20.000 Kaninchen und schätzte die noch dort gebliebenen auf mindestens 10.000. Das in einem Zeitraum von sechs Jahren. Der Staat setzte eine Prämie von einem Schilling auf das Kaninchen aus. Australiens Krieg gegen das Kaninchen hatte begonnen. Aber das Kaninchen behauptete sich vorzüglich und verbesserte noch ständig seinen Vorsprung. In Australien ist es illegal, Kaninchen zu züchten, es würde ebenso als Manie wie als Vergehen angesehen werden. Die Kaninchen sind dort ganz in der Lage, sich um sich selbst zu kümmern, sie verlangen von Menschen nichts, ausser, daß er ihnen sein Land überlässt. Sie sind Feinschmecker und bevorzugen das beste Gemüse, für schädliches Unkraut haben sie kein Interesse. Sie  haben auch keine Feinde, da sich kein Wesen in Australien, einschliesslich der Bevölkerung, viel aus Kaninchenfleisch macht. Der Dingo zieht Hammelfleisch vor. Raubvögel (Hawks) schlagen gelegentlich ein Kaninchen, sind aber schon lange dieser Diät überdrüssig und bevorzugen eine mehr delikate Kost. Die  Kaninchen haben auch einen untrüglichen Sinn für die fruchtbarsten Landstrecken, Man errichtet unermüdlich Schutzzäune. Aber die Experten stellen fest, dass erneut 300.000 Meilen Zaun gebraucht wird.

Stubbe; J.:

Wie schütze ich meine Kaninchen vor Schnupfen?

„Ratgeber für Kaninchenzucht“, 15/1930.

Sutermeister, M.:

Das flandrische Riesenkaninchen. Beschreibung und Anleitung zur Zucht.

Mit einer Abbildung des Kaninchens. Preis 80 Pfennige.

Das Angorakaninchen. Beschreibung und Anleitung zur Zucht.

Mit einer Abbildung des Kaninchens. Preis 1 Mark.

Das graue Silberkaninchen. Beschreibung und Anleitung zur Zucht.

Mit einer Abbildung des Kaninchens. Preis 1 Mark 50 Pf. Lt. Anzeige des Aug.-Schröter-Verlages in Ilmenau.

Svensk kaninsfandard.

56 p. Södertälje, 1943.

Szabadhegy, E.:

Az angoragyapju feldolgozás ABC – je (Das Abc der Bearbeitung der Angorawolle).

Budapest. (ungarisch).

Tänzer, E. Dr.:

Das Angorahaar und seine mechanischen Eigenschaften.

Verhandlungen des I. Internationalen Kaninchenkongresses 1930.

„Zeitschrift für Pelztier- und Rauchwarenkunde“, Bd. 3, 1931.

Angorakaninchen.

Nebst Beitr.: Sprehn, Krankheiten des Angorakaninchens. Hannover, 1932. Mit 53 Abbild.

Haut und Haar vom Angorakaninchen.

Vortrag auf dem V. Weltgeflügelkongress 1933. Sonderdruck.

Angorawoll- Verwertung

28 Abb. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Teeuw, C.:

Practisch Konynenhouden.

87 p., über 40 Bilder und Zeichnungen. Verlag: Uitgevers Maatyp. C. Misset N. V., Doetinchem. 1941.

Tegetmeier, W. B. (F.Z.S.):

 „The Poultry Book“,

London 1867, p. 64/65. (Nachdruck aus “The Field”.)

Ein Hase ist ein reingezüchtetes (pure-bred) Tier, weil es völlig verschieden von anderen Tieren, wie die Wissenschaftler es bezeichnen, eine unterschiedliche species darstellt. Es züchtet   n i c h t   mit anderen Tieren, denn die so genannten Leporiden sind nur große Kaninchen; und wenn dem anders wäre, so würde man es in der Nachzucht mit Hybriden oder Bastarden zu tun haben, die ziemlich sicher steril oder zuchtunfähig sein dürften. Diese für 1867 erstaunlich klare Erkenntnis widerlegt Zürn (Gartenlaube 1874, p. 433) und Conrad, Halle (Stuttgart, bei Schickhardt und Ebner, 1872 – Zoopathologische und zoophysiologische Untersuchungen – ); sie wird neuerdings durch Nachtsheim überzeugend bestätigt („Kaninchen“ in Stang-Wirth: Tierheilkunde und Tierzucht, Berlin 1926 – 1932). In derselben Weise ist das Wildkaninchen als eine Reinzucht (a pure breed) anzusehen. Dieses Tier besitzt die Fähigkeit der Domestikation und variiert nun in Größe, Form und Farbe vom Originalstamm. Durch sorgfältige Selektion dieser Variationen und durch Züchten von jenen Einzeltieren, welche die gewünschten Punkte oder Eigenschaften am stärksten zeigen, werden gewisse Arten oder „Zuchtrassen“ von Kaninchen geschaffen und gefestigt. So haben wir die langohrige Zucht, die Angorazucht, die Chinchillazucht etc., charakterisiert durch die Veränderungen in der Länge der Ohren, der Farbe des Felles, der Größe und so fort. Es ist einleuchtend, dass durch Zuchtauswahl, mehr neue Rassen produziert und vervollständigt werden können. So werden beispielsweise durch Verpaarung von Grausilbern der verschiedenen Schattierungen weiße Tiere mit schwarzen Extremitäten   o f t   (!)  erzielt und durch Verpaarung untereinander als Zuchtschlag festgehalten. Diese Zuchtrasse ist als Himalaya-Kaninchen bekannt und verdient wie andere, als echte, gleiches produzierende Zuchtrasse angesehen zu werden. (vgl. Nachtsheim i. a. Qu.). Aber im exakt wissenschaftlichen Sinne des Wortes, kann keine Varietät des Kaninchens als eine „pure breed“ gelten, denn sie stammt wie alle anderen Zuchtrassen vom wilden Original ab.

Tegtmeyer, M.:

Wissenschaftliche Arbeiten und ihre Bedeutung in der Praxis.

„Jahrbuch für Kaninchenzüchter.“, 1940.

Angoraleistungsprüfungen am Tierzucht-Institut der Universität  Halle a. d. S.

„Ratg. für Kz.“, 26/1935.

Eine Rundfrage an alle Angorazüchter über die Bestimmungen der staatl. Wollprüfung in Halle (Erwiderung).

„Ratgeber f. Kz.“, 2/1936.

Beobachtung über das Wollwachstum bei Angorakaninchen.

„Ratg. f. Kz.“ 12/1936.

Bericht über die Erfahrung und Ergebnisse der Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung des Tierzuchtinstituts im 1. Prüfungsjahr auf dem VI. Weltgeflügelkongress in Leipzig 1936.

Schlussbericht des VI. Weltgeflügelkongresses, verlegt durch das Generalsekretariat des VI. Weltgeflügelkongresses Berlin-Leipzig, Bd. III, S. 513.

Die erste Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung am Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Universität Halle (Saale)

„Ratgeber für Kz.“ Heft 50 1936.

Über die Möglichkeit einer züchterischen Auswertung der Ergebnisse der Leistungsprüfung bei Angorakaninchen.

  1. 207/232. Kühn-Archiv. Arbeiten aus den landwirtschaftlichen Instituten der Universität Halle, herausgegeben von Prof. Dr. G. Fröhlich, Prof. Dr. Th. Roemer und Prof. Dr. E. Woermann. Bd. 52 zugleich 15. Sonderband für Tierzucht, Heft 7, herausgegeben von Prof. Dr. G. Fröhlich. Aus dem Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Universität Halle (Saale). Berlin. Verlagsbuchhandlung Paul Parey. Verlag für Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwesen, SW 11, Hedemannstr. 28/29. 1939.

Die Durchschnittsergebnisse der beiden Prüfungsanstalten in Halle (Saale) und in Kiel-Steenbek weisen auffallende Unterschiede zugunsten von Kiel-Steenbek auf. Der Vater der Siegerhäsin der ersten Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung am Tierzuchtinstitut ist rein englischer Abstammung. Der englische Typ ist „durch eine besonders feine, aber langsam abwachsende Wolle, ein geringes Lebendgewicht und durch eine besonders starke Ausbildung der Ohr- und Stirnbüschel gekennzeichnet“. Ein Foto dieser Siegerhäsin ist auf p. 213, ein solches der Nachkommen auf p. 219. Eine Augenweide für Angorazüchter scheint uns das Bild des Rammlers „Angelie Lord“ auf p. 221 zu sein. Als sehr wertvoll für die deutsche Zucht (Züchter K. Mehner, Auerswalde) erwies sich der aus einer englischen Wirtschaftszucht nach Deutschland verkaufte Rammler „Roger 114“, der sich, auch in Bezug auf die Ausbildung der Wollbüschel, gut vererbt. Auf pp. 229/230 hoch interessante Beobachtungen von Inzuchtschäden.

Bei einer gleichmäßigen Gestaltung der Umweltbedingungen für alle Prüfungstiere kommen im Wesentlichen die durch die erbliche Veranlagung bedingten Leistungsanlagen zum Ausdruck, beispielsweise in der Nachkommenschaft des Rammlers „Jockele“ und der Häsin „Bonfire“. Wichtige Hinweise für züchterische Maßnahmen in einigen Leistungszuchten waren möglich.

Berechnung der Wollleistung bei der I. Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung am Tierzuchtsinstitut der Universität Halle (Saale)

„Ratg. f. Kz.“ 51/1936.

Die Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung am Institut für Tierzucht- und Molkereiwesen der Universität Halle (Saale).

(Vortrag auf einem Schulungslehrgang in Halle am 29.2.1937.) „Der Reichsbahn-Kleinlandwirt Berlin“, 1937. Nr. 10 u. 11.

Die Beurteilung der Leistungen der Angorakaninchen bei den Leistungsprüfungen am Tierzucht-Institut der Universität Halle (Saale).

(Ein Beitrag zu dem Aufsatz: „Worüber der Angorazüchter nachdenkt.“) „Ratg. f. Kz.“, 9/1937.

Die II. Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung am Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Universität Halle (Saale)

„Ratg. f. Kz.“, 21, 23, 24, 25/1937.

Die III. Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung und der Stand der Angorakaninchenleistungsprüfungen nach Abschluss der ersten drei Prüfungen am Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Universität Halle (Saale)

„Ratg. f. Kz.“, 30, 31, 32, 33, 35/1937.

Landeskleintierschau Sachsen-Anhalt

„Ratg. f. Kz.“, 48/1937.

Durch Wollleistungsprüfungen zur Angoraleistungszucht. Zwei Jahre Angorakaninchen-Wollleistungsprüfungen am Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Universität Halle (Saale)

„Jahrb. f. Kz.“, 1938.

Grundfragen der Angorakaninchenzucht und –haltung.

„Ratg. f. Kz.“, 51/1937 u. 1/1938.

Der Leistungsgedanke in der Kaninchenzucht und die Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung.

„Deutsche Landwirtschaftliche Tierzucht“, 2/1938.

Angoraleistungsprüfungen.

„Der Deutsche Kleintierzüchter“, Berlin, Folge 6/1938.

Was muss der angehende Angorazüchter von der Bedeutung der Angorazucht und der Haltung des Angorakaninchens wissen?

„Kaninchenzüchter“, 35/1938.

Pflege des Angoravlieses und Wollernte beim Angorakaninchen.

„Der Kleintierhof“, Nov. 1938.

Angorawolle und Wollleistung des Angorakaninchens.

„Der Kleintierhof“, Dez. 1938.

 „Untersuchungen über das Erhaltungsfutter des Kaninchens.“

Referat über Vàsquez, A. „Jahrb. f. Kz.“, 1939.

Zuchtfragen in der Angorakaninchenzucht.

„Der Kleintierhof“, Januar 1939.

Entwicklung und Neugestaltung der deutschen Angorakaninchenzucht.

„Der Kleintierhof“, März 1939.

Über die Möglichkeit einer züchterischen Auswertung der Ergebnisse der Leistungsprüfung bei Angorakaninchen.

„Kühn-Archiv“, Bd. 52/1939.

Die IV. und V. Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung am Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Universität Halle (Saale)

„Kaninchenzüchter“, 2/1939.

Wollwachstum und Wollleistung des Angorakaninchens in 90 Tagen.

Die Durchführung der Leistungskontrolle innerhalb der Vereine.

„Kaninchenzüchter“, 14/1939.

 

Die Schur von Angorakaninchen mit der Handschere und mit der
elektrischen Schermaschine.

„Kaninchenzüchter“, 16/1939.

Kann die Leistungsprüfung eine Grundlage für die Leistungszucht des Angorakaninchens sein?

„Kaninchenzüchter“, 17/1939.

Die Wollgewinnung und Wollsortierung

(Vortrag von dem Ausbildungslehrgang der Reichsfachgruppe Kaninchenzüchter in Halle (Saale) am 2. Juli 1939).

„Der Deutsche Kleintierzüchter“, Berlin, Folge 9/1939.

Die VI. Angorakaninchen–Wollleistungsprüfung am Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Universität Halle (Saale).

„Der Kaninchenzüchter“, 36/1939. „Ratg. f. Kz.“, 40,41,421939.

Die züchterische Auswertung der Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung und die Nutzbarmachung ihrer Ergebnisse für die Wirtschaftszucht.

„Jahrb. f. Kz.“, 1940.

 

Die elektrische Schur von Angorakaninchen nach Versuchen im Tierzucht-Institut der Universität Halle (Saale).

„Der Deutsche Kleintierzüchter“, Folge 1/2, 1940.

Angorakaninchen–Maschinenschur.

„Der Kleintierhof“, Juni 1940.

 

Tegtmeyer, M. Dipl.-Landwirt

Forschung und Kaninchenzucht. Bericht über das wissenschaftliche Schrifttum auf dem Gebiet der Kaninchenzucht aus den Jahren 1939 – 1941

von M. Tegtmeyer, Assistent am Tierzucht-Institut der Universität Halle. Sonderdruck aus dem “Jahrbuch für Kaninchenzüchter 1942“. 47 p.

Leitmotiv: Nutzbarmachung von Forschungsergebnissen in der praktischen Kaninchenzucht. Besonders interessante Hinweise: Prof. Dr. Nachtsheim erzielte eine erfolgreiche Paarung von zwei Porto-Santo-Häsinnen mit einem Kreuzungsrammler aus einer griechischen Wildkaninchen X Hermilinkreuzung.

„Akrobaten“- und „Tänzertum“. Kaninchen, die auf den Vorderbeinen laufen, etc. – ist auf Bewegstörungen zurückzuführen (Nachtsheim). Untersuchungen an Kurzhaarrassen kennzeichnen diese als unbrauchbar für die Wirtschaftszucht. Auf p. 29 wird auf die Vorteile der Ohrmarkenkennzeichnung gegenüber der Tätowierung hingewiesen. (Diese Feststellung wird in weiten Züchterkreisen einer, m. E. durchaus nicht unberechtigten Skepsis begegnen. Möbes.) Die Tegtmeyersche Zusammenstellung in- und ausländischer Fachliteratur lassen wir nachstehend folgen:

S c h r i f t t u m

(Die Titel von Arbeiten ausländischer Autoren sind in deutscher Sprache angegeben)

Alperorich, K. B.:

Der Einfluss von Rasse, Alter und Geschlecht auf das Blutbild bei Kaninchen.

  1. R. Acad. Sel. USSR. N.s., Bd. 25, 1939, 410 – 413.

Bachmann, F.:

Die Verwendung getrockneter Birnentrester als Kaninchenfutter.

Mitt. a. d. Igst. F. Haustierernährung der ETH. Zürich (Sonderdruck), 1 – 7.

Bergien:

Die wichtigsten Krankheiten der Kaninchen.

Wahls Taschenkalender für Kaninchenzüchter 1939, 213 – 229; 1940, 281 – 297.

Die Kokzidiose des Kaninchens.

Wahls Taschenkalender für Kaninchenzüchter 1940, 273 – 277.

Die Finne des Kaninchens.

Wahls Taschenkalender für Kaninchenzüchter 1940, 277 – 279.

Die Kastration.

Wahls Taschenkalender für Kaninchenzüchter 1940, 279 – 281.

Bericht:

  1. Steebeker Angora-Leistungsprüfung. November-Prüfung 1939/40. Februar-Prüfung 1940/41.

Der Kaninchenzüchter, 1941, 107: Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1941, 100 – 105.

Brüggemann, H.:

Ausschlachtungsergebnisse an Kaninchen verschiedener Wirtschaftsrassen.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter 1940, 301 – 305.

Butz, H. und F. Bartels:

Untersuchungen über das Erhaltungsfutter des Kaninchens.

Zeitschrift für Tierzüchtung und Züchtungsbiologie, Bd. 42, 1939, 128 – 138.

Danneel, R.:

Die Wirkungsweise einiger Gene für Fellfärbung beim Kaninchen.

Zool. Anzeiger, 1939, Suppl. Bd. 12, 237 – 244.

Phänogenetik der Kaninchenfärbung.

Ergebnisse der Biologie, Bd. 18. 1941, 55 – 87.

Ein Papillom-Virus aus Kaninchenhaut.

Die Naturwissenschaften, Bd. 29. 1941, 364 – 365.

Danneel, R. und E. Lubnow:

Veränderte Fellfärbung bei Nachkommen röntgenbestrahlter Kaninchen.

Biolog. Zentralblatt, Bd. 59, 1939, 588 – 597; Ref. In Ztschr. f. Tierzüchtung und Züchtungsbiologie, Bd. 46, 1940, 187 – 188.

Danneel, R. und H. Paul:

Zur Physiologie der Kälteschwärzung bei Russenkaninchen IV (Schluss): Nachweis der genabhängigen Fermenbildung an Gefrierschnitten.

Biolog. Zentralblatt, Bd. 60, 1940, 79 – 85.

Dotterweich, H. und G. Krille:

Die Qualität der Angorawolle und ihre Beurteilung.

Der Kaninchenzüchter, 1941, 177 – 178.

Dreyer, W.:

Wirtschaftliche Angorahaltung.

Aufklärungsschrift (25 Seiten), zu beziehen durch die Lehr- und Versuchsanstalt für Kleintierzucht Kiel-Steenbek.

Praktische Kaninchenfütterung.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1940, 226 – 243.

Beobachtungen über Störungen des Wollwachstums bei Angora-Häsinnen.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1941, 190 – 196.

Gesichtspunkte für die Pflege des Kaninchens und seine Stallung.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1941, 203 – 212.

Wirtschaftseigene Futtergrundlage.

Der deutsche Kleintierzüchter K, 1940, 9, S. 1 – 8; Der Kaninchenzüchter, 1940, 413 – 414, 422 – 423; Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1940, 421 – 422, 431 – 432.

Neuere Erfahrungen in der Kaninchenfütterung.

Der Kaninchenzüchter, 1940, 121 – 123.

Ein Beitrag zur Haltung von Angorakastraten.

Der Kaninchenzüchter, 1940. 313 – 315.

Wollleistung und Stärke der Würfe beim Angora.

Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1940, 126 – 127.

Eickel, J.:

Futterreserven durch Trocknung und Konservierung.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1940, 249 – 257.

Ergebnisse der Zuchtarbeit in der Kaninchen-Rammlerzuchtstation Hamm.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1940, 196 – 198.

Widerstandskraft und Gesundheit.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1941, 198 – 212.

Fangauf, R. (Dr.):

Die Grundzüge der Kaninchenfütterung in Deutschland.

Proc. Of the Seventh World’s Poultry Congress and Expos. 1939. Cleveland, Ohio.

Die Grundzüge der Kaninchenfütterung.

Der Kaninchenzüchter, 1940, 169 – 171.

Heubereitung beim Kleintierhalter,

Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1940, 221 – 222

Fangauf, R. (Dr.) und W. Dreyer:

Ist auch bei Normalhaar-Kaninchenrassen die Leistungsprüfung möglich?

Archiv für Kleintierzucht, 1940, 21 – 47; Der Kaninchenzüchter, 1940, 381 – 383, 389 – 391.

Die Wirkung von Eiweißgaben bei Kaninchen.

Archiv für Kleintierzucht, 1940, 64 – 78; Der Kaninchenzüchter, 1940, 201 – 203.

Über die Anwendung von Ohrmarken bei Kaninchen.

Archiv für Kleintierzucht, 1940, 115 – 119.

 

Über die Höhe der Kraftfuttergabe bei Normalhaar-Kaninchenrassen.

Archiv für Kaninchenzucht, 1940, 234 – 256.

Über die Bedeutung und die Höhe der Heugabe bei Kaninchen.

Archiv für Kleintierzucht, 1940, 341 – 358.

Die Aufnahme der gebräuchlichsten Futtermittel durch Kaninchen.

Archiv für Kleintierzucht, 1941, 38 – 47.

Futterverzehr von Angorahäsinnen während der Zuchtruhe, der Trächtigkeit und der Säugezeit.

Archiv für Kleintierzucht, 1941, 108 – 115.

Über die Höhe des Erhaltungsfutters bei Kaninchen.

Archiv für Kleintierzucht, 1941, 176 – 179.

Bericht über die V. Steenbeker Angora-Leistungsprüfung,

Der Kaninchenzüchter, 139, 257 – 260; Rageber für Kaninchenzüchter, 1939, 290 – 293.

Fangauf, R. und W. Immenkamp:

Vergleichende Aufzucht bei verschiedenen Normalhaarkaninchenrassen zur Feststellung des Futterverbrauchs und der Gewichtszunahmen.

Archiv für Geflügelkunde, 1938, 185 – 203.

Filler, J.:

Zuchtgrundsätze in der Kleintierzucht. Eine gemeinverständliche Einführung in die modernen Zuchtmethoden.

  1. Aufl., 1939, Verlag Fritz Pfenningstorff-Berlin.

Greene, H. S. N.:

Eine Zwergmutation beim Kaninchen, der konstitutionelle Einfluss auf homozygote und heterozygote Individuen.

  1. of exper. Med., Bd. 71, 1940, 839 – 856.

Greene, H. S. N. und I. A. Saxion jr.:

Erbliche Brachydaktylie und damit verbundene Anomalien beim Kaninchen.

  1. of exper. Med., Bd. 69, 1939, 301 – 304.

Harnisch, E.:

Angorakaninwolle und deren spinntechnische Verwendung.

Kunstseide, 1938, 61; Ref. In Melliand-Textilberichte, Bd. 20, 1939, 91 – 92.

Hesama, B.:

Über den Einfluss des Persulates des ultraviolettbestrahlten Kaninchenohrlappens auf die Schilddrüse im Aktionsstrombild.

Ztschr. für Biologie, Bd. 99, 1939, 169 – 177.

Jaeger, J.:

Die wirtschaftseigene Futtergrundlage.

Der deutsche Kleintierzüchter K, 1939, 6, S. 7 – 12.

Pflege und Stallung der Angorakaninchen.

Der deutsche Kleintierzüchter K, 1939, 7/8, S. 23 – 25.

Wie heile ich Krankheiten?

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1940, 306 – 313.

Joppich, F.:

Ergebnisse aus dem Angora-Schurwettbewerb der Reichskleintierschau in Leipzig.

Der Deutsche Kleintierzüchter K, 1939. 9/10, S. 17 – 20.3

Feststellungen über die Zitzenzahl bei den deutschen Angorakaninchen.

Der deutsche Kleintierzüchter K, 1940, 4/5, S. 22 – 24.

Größe und Gewicht der deutschen Angorakaninchen.

Der deutsche Kleintierzüchter K, 1940. 4/5, S. 22; 1941, 3/4 , S. 17 – 18.

Zweckmäßige Wollgewinnung.

Der deutsche Kleintierzüchter K, 1941, 3/4, S. 19 – 21.

Juhàsz, N.:

Versuche über die Beeinflussung des Geschlechts des Fötus durch Follikulin und Pràhypophysin.

Kòzlemènyek az òsszchasonlito èlat, èskorten kòrèl, Bd. 27, 1940, 514¸Ref. In Archiv für Kleintierzucht, 1941, 183.

Kozeluhe, V.:

Wie der Nebenhodenschwanz bei wiederholten Ejakulationen sich entleert und wieder anfüllt.

Versuche an Kaninchen. Shornik, Anm. d. Tschech. Akad. Der Landw., Bd. 15, 1940, 260 – 268; Ref. In Archiv für Kleintierzucht, 1941, 183 – 184.

Krallinger, H. F. und F. Flügge:

Beobachtungen über Variation und Vererbung der Zitzenzahl bei Kaninchen.

Züchtungskunde, 1939, 454 – 457.

Kröning, F.:

Ein neuer Fall von erblichem Zwergwuchs beim Kaninchen.

Biolog. Zentralblatt, Bd. 59, 1939, 363 – 365.

Kupsch, W.:

Wie viele Kleintiere kann mein Land ernähren?

Deutsche Landw. Tierzucht, 1939, 357 – 358.

Praktische Fragen zur Kleintierhaltung.

Deutsche Landw. Tierzucht, 1940, 149 – 150.

Erzeuge selbst! Kaninchenfutter durch restlose Bodenausnutzung.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1940, 243 – 248.

Die rechtzeitige Erkennung von Kaninchenkrankheiten und ihre Bekämpfung.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1941, 266 – 274.

Die betriebswirtschaftlichen Grundlagen der Kaninchenhaltung.

Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1939, 497 – 498.

Die Fütterung der Kaninchen,

Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1940, 149 – 150.

Die Aufzucht der Kaninchen.

Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1941, 213 – 214,, 222 – 223, 229 – 230.

Lee, R. C.:

Der Grundumsatz von Kaninchen und die Vorbedingungen zu dessen Messung.

  1. Nutrit, Bd. 18, 1939, 473 – 488; Ref. in Der Forschungsdienst, Bd. 11, 1941, 131.

Größe und Grundumsatz von ausgewachsenen Kaninchen.

  1. Nutrit, Bd. 18, 1939, 484 – 500; Ref. in Der Forschungsdienst, Bd. 11, 1941, 131.

Lehmann, F.:

Der Nährwert der Futtermittel für Kaninchen.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1941, 212 – 217.

Kaninchenmast.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter,1940, 217 – 222

Neue Arbeiten über den Nährwert der Futtermittel.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1940, 222 – 225.

Der gegenwärtige Stand der Forschung über die Ernährung der Kaninchen.

1941, 217 – 221.

Kurze Übersicht der Futtermittel in Prozenten der Trockensubstanz.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1941, 222 – 229.

Über den Futterwert der Unkräuter.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1941, 219 -240.

Lentz, R. W.:

Zur Bekämpfung der Kaninchenkokzidiose.

Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1939, 518.

Lubnow, E.:

Die Wirkung von Röntgenstrahlen auf die Pigmentbildung im Kaninchenhaar.

Diss. Königsberg, Ztschr. f. induktive Abstammungs- und Vererbungslehre, Bd. 77, 1939, 516 – 532.

Mehner, A.:

Untersuchungen für den Mehrlingswurf, durchgeführt an Meerschweinchen.

Ztschr. f. Tierzüchtung u. Züchtungsbiologie, Bd. 46, 1940, 154 – 178.

Müller, H.:

Winke für den Anbau von Futter.

 Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1941, 240 – 248.

Nachtsheim, H.:

Von der Verwilderung des Hauskaninchens.

Der Kaninchenzüchter, 1939, 45 – 48.

Wann und wie kann man bei jungen Kaninchen das Geschlecht erkennen?

Der Kaninchenzüchter, 1939, 61 – 62

Zur Frage der Herkunft des Angorakaninchens.

Der Kaninchenzüchter, 1939, 62.

 

Die Epilepsie der Weißen Wienerkaninchen und ihre Vererbung.

Der Kaninchenzüchter, 1938, 589 – 592.

Das Porto Santo-Kaninchen, ein Beitrag zum Rasse- und Artproblem.

Die Umschau, 1941, 151 -154; Der Kaninchenzüchter, 1941, 161 -163.

Künstliche Jungfernzeugung beim Säugetier.

Die Umschau, 1941, 403 – 404; Der Kaninchenzüchter, 1941, 266.

Die Genetik einiger Erbleiden des Nervensystems des Kaninchens. Gegenwartsprobleme der psychiatrisch-neurologischen Forschung.

Vorträge auf dem internat. Fortbildungskursus Berlin 1938. Ref. in Ztschr. für Tierzüchtung und Züchtungsbiologie, Bd. 46, 1940, 188 – 190.

Erbphathologie der Haustiere.

  1. Teil. Organe des mittleren Keimblattes, Fortschr. Erbphathol. Bd. 4, 1940, 49 – 78, 79 – 97.

Krampfbereitschaft und Genotypus. 

  1. Die Epilepsie der Weißen Wiener- Kaninchen.

Ztschr. für menschl. Vererbungs- und Konst.-Lehre, Bd. 22, 1939, 791 -810.

Allgemeine Grundlagen der Rassenbildung.

Handbuch der Erbbiologie des Menschen, Bd. I. 1940, 552 -583.

Erbpathologie des Stützgewebes der Säugetiere.

Handbuch der Erbbiologie des Menschen, Bd. III. 1940, 46 – 104.

Die Erbanlagen des Säugetierauges.

Handbuch der Erbbiologie des Menschen, Bd. III. 1940, 543 -574.

Erbleiden des Nervensystems bei Säugetieren.

Handbuch der Erbbiologie des Menschen, Bd. V. 1939, 1 – 58.

Nachtsheim, H. und H. Gürich:

Erbleiden des Kaninchenauges.

Erbliche Nahtbändchentrübung der Linse mit nachfolgendem Kernstar.

Ztschr. f. menschl. Vererb.- u. Konstitut.-Lehre, Bd. 23, 1939, 463 – 483; Ref. in Ztschr. f. Tierzüchtung u. Züchtungsbiologie, Bd. 40, 1940, 188.

Nehring, K. und W. Schramm:

Über die Ausnutzung verschiedener Futterstoffe durch Kaninchen. Vergleichende Untersuchungen mit Hammeln und Schweinen.

Biedermanns Zentralblatt für Agrikulturchemie und rationellen Landwirtschaftsbetrieb B. Tierernährung, 11,1939, 301 – 321.

Ochiai, A:

Über das Resultat der Homotransplantation des Epithelkörpers und der Hypophyse beim Kaninchen.

Mitt. Med.-Ges. Tofyo, Bd. 54, 1940, 683 -753

Padochteva, A. L.:

Die Regulation der Sexualfunktion beim Kaninchen.

Arb. Über Entwicklungsdynamik, Forts. d. Arb. d. Labor. der exp. Biol. d. Moskauer Zooparks, Bd. 11, 1939, 186 -197; Ref. in Archiv f. Kleintierzucht, 1941, 120.

Padochteva, A. L., P. A. Vander,S. Simon und M. M. Zawedowsky:

Experimentelle Ovulation und ihre Anwendung auf die künstliche Besamung bei Kaninchen.

Arb. über Entwicklungsdynamik, Forts. D. Arb. D. Laborat. Der exp. Biol. des Moskauer Zooparks, Bd, 9, 1935, 96 – 112; Ref. in Archiv für Kleintierzucht, 1941, 53 – 54.

Rose, J.:

Über die ontogenetische Entwicklung des Zwischenhirnes beim Kaninchen.

Verhandlungen des 3. Intern. Neuro. Kongr. 1939, 379 – 384.

Schröder, V.:

Die physikalisch-chemische Analyse der Spermienphysiologie (Säugetierspermien). Über die Natur der Lipoide der anodisch und kathodisch wandernden Kaninchenspermien.

  1. R. Acad.Sci. UDSSR, N. s. 26, 1940, 692 – 697.

Künstliche Geschlechtsregulation der Nachkommenschaft der Säugetiere und ihre biologische Kontrolle.

Ztschr. f. Tierzüchtung und Züchtungsbiologie, Bd. 50, 1941, 1 – 15.

Über die biochemischen und physiologischen Eigentümlichkeiten der X- und Y- Spermien.

Ztschr. für Tierzüchtung u. Züchtungsbiologie, Bd. 50, 1941, 16 – 23.

Schulz-Allenstein, W.:

Noch einiges zur Kälte-Melanisierung der Albino-Iris und –Retina sowie des Albinohaares. Isolierte Kälteschwärzbarkeit des inneren Auges bei einem Rotaugen-Reinweißen.

Arb. über Entwicklungsdynamik, Forts. d. Arbeit d. Laborat. d. exp. Biol. des Moskauer Zooparks, Bd. 10, 1935, 361 – 374; Ref. i. Archiv für Kleintierzucht, 1941, 53.

Schünemann, K.:

Erfolge und Aufgaben der deutschen Kleintierzucht.

Mitt. f. d. Landwirtschaft, 1939, Heft 3.

Seck, P.:

Der Rost im Kaninchenstall.

Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1940, 30 und 40 – 41.

Bessere Auswertung der Futtermittel.

Der Kaninchenzüchter, 1940, 329 – 330.

Zur Frage der Übertragung und Immunität bei Kokzidiose.

Der Kaninchenzüchter, 1941, 61 – 62.

Die Kastration des männlichen Jungkaninchens.

Der Kaninchenzüchter, 1941, 209 – 210; Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1941, 253 – 254.

Die Desinfektion kokzidioseverseuchter Kaninchenställe.

 Der Kaninchenzüchter, 1941, 234 – 235.

Die Trommelsucht. Ratgeber für Kaninchenzüchter,

1941, 246 – 247.

Seck, P. und W. Schuhmacher:

Ein Beitrag zur Bekämpfung der Kokzidiose.

Archiv für Kleintierzucht, 1941, 57 – 66.

Seidel:

Fütterungsschäden vermeiden!

Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1940, 103.

Steiger, L.:

Zahlen zur Kaninchenzucht.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1940, 379 – 386.

Steiniger, F.:

Erbbiologie und Erbpathologie des Hautorgans der Säugetiere.

Handbuch der Erbbiologie des Menschen, Bd. III. 1940, 335 – 390.

Tegtmeyer, M.:

Die IV. und V. Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung am Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Universität Halle (Saale) .

Der Kaninchenzüchter, 1939, 39 – 41, 59 – 61.

Wollwachstum und Wollleistung des Angorakaninchens in 90 Tagen. Die Durchführung der Leistungskontrolle innerhalb der Vereine.

Der Kaninchenzüchter, 1939, 197 – 199; Ratgeber für Kaninchenzüchter,1939, 243 – 245.

Kann die Leistungsprüfung eine Grundlage für die Leistungszucht des Angorakaninchens sein?

Der Kaninchenzüchter, 1939, 241 – 246.

Die Schur von Angorakaninchen mit der Handschere und mit der elektrischen Schermaschine

Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1939, 260 – 262; Der Kaninchenzüchter, 1939, 224 – 226.

Die VI. Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung am Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Universität Halle (Saale).

Der Kaninchenzüchter, 1939, 497 – 501; Ratgeber für Kaninchenzüchter, 1939, 612 – 613, 619 – 620, 626 – 627.

Über die Möglichkeit einer züchterischen Auswertung der Ergebnisse der Leistungsprüfung.

 Kühn-Archiv, Bd. 52, 1939, 207 – 232; Ref. in Archiv für Kleintierzucht, 1940, 311 – 312.

Tegtmeyer, M.:

Wissenschaftliche Arbeiten und ihre Bedeutung für die Praxis.

Jahrbuch für Kleintierzüchter, 1940, 143 – 171; Schrifttumsnachweis 386 – 393.

Die züchterische Auswertung der Angorakaninchen-Wollleistungsprüfung und die Nutzbarmachung ihrer Ergebnisse für die Wirtschaftszucht.

Jahrbuch für Kaninchenzüchter, 1940, , 136 – 155.

Die Wollgewinnung und Wollsortierung.

Der deutsche Kleintierzüchter K, 1939, 9/10, S. 46 – 52.

Die elektrische Schur von Angorakaninchen nach Versuchen im Tierzucht-Institut der Universität Halle.

Der deutsche Kleintierzüchter K, 1940, ½, S. 21 – 24.

Tscherniak, A.:

Der Nährwert der Birnentrester als Kaninchenfutter.

Sonderdruck aus Der Geflügelhof, Zollikofen (Bern), 1 – 7.

Wetterer, E. und B. Deppe.:

Vergleichende tierexperimentelle Untersuchungen zur physikalischen Schlagvolumenbestimmung (2. Mitt. Kaninchen und Katzen), gegen aviäre Tuberkulose,

Die Naturwissenschaften, Bd. 29, 1941, 362 – 363.

Wilde, O.:

Das Kaninchen als Haustier.

Archiv für Kleintierzucht, 1940, 294 – 306.

Terry, J. R. and Allen, J.:

Fur-bearing and market rabbits.

  1. C. Dept. Agrie., Victoria B. C. 1927, Bull. 80.

Teyssier des Farges:

Observations à propos de Palbinisme,.

Bulletin de la Sociètè d’acclimatation. X. 1863. pp. 174 – 176.

Der Verfasser (Seine-et-Marne) widerspricht der Ansicht, wonach fortgesetzte Inzucht während mehrerer Generationen unausbleiblich zum Albinismus und zum Niedergang der Rasse führe. Bei dieser Gelegenheit gibt er den für uns sehr interessanten Hinweis, dass er sich vor mehr als zehn Jahren Kaninchen der Widderrasse besorgt hatte. Ohne fremdes Blut einzuführen, hat er jährlich Hunderte von Jungtieren gezüchtet. Diese Tiere behielten Hängeohren, Farbe, Größe, mit einem Wort gesagt, den Typ der Originaltiere.

Die Ausführungen von Teyssier des Farges lassen u. E. die Vermutung zu, dass gegen 1852 die französischen Widderkaninchen noch nicht häufig anzutreffen waren und als   j u n g e  Rasse sich als ziemlich widerstandsfähig gegen Inzuchtschaden erwiesen. Teyssier des Farges sonderte zum Herbst stets alle Exemplare aus, die eine weniger gute Kondition als die anderen zu besitzen schienen.

Jedenfalls bin ich immer mehr überzeugt davon, dass in Frankreich die Einführung englischer Widder etwa gegen 1840 erfolgt sein dürfte und das mittels beim französischen Züchter sehr beliebten Kreuzungen, die mehr oder weniger planmäßige züchterische Abzweigung eines Wirtschaftswidders in der Zeitspanne von 1840 – 1850 erfolgte. 1863 wurden dann auf der Ausstellung in Bois de Boulogne unter 42 Kaninchen 19 französische Widder gezeigt.

Thiel, Oskar:

Das Haarkleid des Rexkaninchens und sein Verhalten bei der Kreuzung.

„Inauguraldissertation zur Erlangung der Würde eines Doktors der Landwirtschaft. Berlin“ 1928.

Thomas, V.:

Erhvervsmaessig Kanin-Avl.

76 p, Kobenhavn, 1928.

Tietzen, C. v.:

Die Kaninchenzucht.

19 p., Universitätsbuchdruckerei von H. M. Poppen und Sohn, Freiburg/Breisgau, 1974.

  1. Tietzen hatte anlässlich der 1. Kaninchenausstellung in Freiburg (Mai 1874) einige Artikel veröffentlicht. Über das Tätowieren in der v. Tietzenschen Zucht werden Mitteilungen gemacht und Vorschläge unterbreitet.

 

Tille, O.:

Wir bereiten Kaninchenfleisch zu schmackhaften Gerichten.

Zusammengestellt von Küchenmeister Otto Tille, Verlag Willi Schmidt, Arnstadt/Thür.

Topinambur,

der Helianthus tuberosus. Familie der Korbblütler einjährig. Diese von Kaninchenzüchtern viel begehrte Pflanze bringt Wurzelknollen, die neben etwas Stärke hauptsächlich einen zuckerartigen Stoff, das Inulin, enthalten. Die scheibenförmigen Korbblüten kommen laut Neye, den ich hier zitiere, im Klima Deutschlands nicht mehr zur Entwicklung. Es gibt rote, gelbe und weiße Sorten. Die mir als „Erdschocken“ bekannten Knollen haben einen süßlichen artischockenartigen Geschmack. Auf stark humosen und moorigen Böden lohnt der Anbau weniger. Nässe im Untergrunde verträgt diese Pflanze nicht. Düngung wie die der Kartoffel, sehr dankbar für starke Stallmistdüngung. Bei Anpflanzung Reihenweite 55 – 65 cm, Abstand in der Reihe 45 – 50 cm, Tiefe 6 – 9 cm. Hacken und Behäufeln. Knollen bis zur Verfütterung in der Erde lagern lassen, da sie frostfest, aber für Einkellerung oder einmieten nicht geeignet sind.

Literatur: Neye „Pflanzenbaulehre“ 7. Auflage, Hannover 1920, p. 145/146; Blomeyer „Kultur der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen“, Leipzig 1891, Bd. II, p. 251.

Im „Der Kaninchenzüchter“, Nr. 1, Januar 1947, 51. Jahrgang, Leipzig,

wird auf Seite 6 betont, dass man Topinambur in Mitteldeutschland hier und da, in der Hauptsache aber in Oberbaden anbaut. Vor der Einführung der Kartoffel war Topinambur allgemein gut. Die Knollen enthalten 14,7 % Zucker, 3,1 % Eiweißstoffe, 3 % Stärkemehl, wie Inulin und Pektin (im Herbst am reichlichsten vorhanden, 0,2 % Fett, 1,5 % Holzfaser, 1,3 % Mineralstoffe, 76 % Wasser.

Townsend, George A. :

Practical Rabbit Keeping.

With numerous illustrations.

299 p. 8 °. Cassel and Company, Ltd. London, New York, Toronto and Melbourne. 1912. Printed by Cassel & Corapany, Limited, La Belle Sauvage, London.

Der Verfasser war ein bekannter Züchter von Holländer- und Hermelinkaninchen. Schöne Photos Prächtig die englische Schecke (schwarz) Champion Golden Wave hinter p. 172

Tschan, Albert

Die Kaninchenzucht in der Schweiz.

Ein Lehr- und Handbuch für schweizerische Kaninchenzüchter und Kaninchenhalter

67 Abb.  377pp.  u. I-VIII.  Zofingen. 1936

Hervorragendes Standardwerk, hochfeine Illustrationen. Unter Mitarbeit der Professoren Dr. Wiegner, Dr. F. v. Grünigen, Dr. Schmidt. Vergriffen, sehr gesucht und schwer beschaffbar.

 

Krafft, Guido (Dr):

Die Pflanzenbaulehre,

  1. Auflage, neubearbeitet von Dr. C. Fruwirth, Berlin, 1920.

Nomenklatur: Topinambur, knollige Sonnenblume, Erdbirne, -apfel, -artischocke, Jugen-, Pferdekartoffel: Jerusalem-Artischocke, topinambur, girasole de Canada (Helianthus tuberosus L.)

Die knolligen Wurzelverdickungen, welche zur Vermehrung dienen, enthalten Inulin, gummiartiges Levulin, Zucker und mehr Wasser als Kartoffeln. Die weiß- und gelbknollige verbreitetste Varietät ist ertragsreicher, die rote etwas proteinstoffreicher (2,25 %). Die Stengel werden 2 – 3,75 m hoch, mit im Herbst erscheinenden 3 – 8 cm den Sonnenblumen ähnlichen Blütenköpfen. Zur Samenreife kommt der Topinambur selbst in wärmeren Lagen Ungarns niemals. Kam aus Südamerika über England nach Deutschland. Wird auf einem Außenfelde wegen der im Boden verbleibenden und wieder austreibenden Knollen mehrere Jahre hintereinander angebaut. Auf gebundenem, frischen Boden ist dann ein Nachlegen nicht erforderlich, weil je von dem Vorjahre genügend kleinere Knollen im Boden zurückbleiben. Später, sobald die Pflanzenreihen sichtbar werden, bearbeitet man die Zwischenräume, unbeschadet der dort wachsenden Topinambur-Triebe mit der Pferdehacke. Vielfach lässt man auch die Pflanzen in den folgenden Jahren regellos aus den Ernterückständen erwachsen, begnügt sich mit Übereggen nach der Ernte und nimmt eine Neuanlage erst nach 4 – 5 Jahren wieder vor. Im Mai und April enthalten die aufbewahrten Knollen rechtsdrehenden Zucker, und zwar Rohrzucker und nicht kristallisierenden Zucker, der im September nicht vorhanden war und wahrscheinlich aus dem Inulin hervorgegangen ist. Über Sommer halten sich die Knollen am besten eingesäuert mit Grünfutter. Über Helianthi oder Salsifis, vgl. Mac „Der echte Helianthi“, Znaim, 2. Auflage 1912.

Trevisani, E.:

Norme pratiche per Tallevamento del coniglio,

Paravia.

Tunger, H.:

Behandlung und Verwertung des Kaninchendüngers.

“Jahrbuch für Kz.”, 1941.

Tunger, H.:

Das Deutsche Widderkaninchen, Seine Zucht und Pflege

1941,p40 Abb12.

Tveter, H. J.:

Kaniner.

Rettledning for begynnere. 126 p. Oslo, 1943.

 

Vacaro, Maurice

Comment elever de lapins

erschienen bei De Vecchi S. A., Paris 1977, Veiledning

Buchbesprechung von Dr. Gerhardt Hochstrasser, aus: KaninchenZeitung 3/2005/16-17

Beitrag zur Geschichte der Hauskaninchenliteratur:

Maurice Vacaro über ältere Kaninchenrassen

Erst seit wenigen Monaten liegt mir nun auch das Buch von Maurice Vacaro, Comment elever de lapins“, erschienen bei Editions De Vecchi S. A., Paris 1977, vor. Es handelt sich hierbei um ein Buch, das wahrscheinlich aus dem Italienischen ins Französische von F. Labrasca übersetzt wurde und 214 Seiten dick ist. Wann das Buch verfasst wurde und wie der Originaltitel lautete, ist nicht angegeben; aus dem Text (so auf S.54) lässt sich aber schließen, dass das Buch etwas nach 1960 in einer Erstfassung geschrieben worden sein dürfte. Die Textteile über Anatomie, Aufzucht, Krankheiten usw. bringen gestandenen Züchtern allerdings kaum etwas Neues.

Im Vorwort wärmte der Autor einige ganz und gar unhaltbare Zuchtmärchen aus der Zeit vor gut 100 Jahren auf, darunter, dass Konfuzius im 6.Jahrhundert v. Chr. das Kaninchen gekannt hatte, dass das „lapin“ im alten Ägypten der Pharaonen bekannt und gezüchtet worden wäre (was Hieroglyphen bestätigen würden), dass sich das Wildkaninchen von Afrika aus über Sizilien und Spanien verbreitet habe usw. Vaccero ist aber längst nicht der einzige Autor, der solche Fehlnachrichten veröffentlicht. Hierzu erinnere ich an das 1976 in Bloomington/USA erschienene Buch „Official Guide to Raising better Rabbits“, herausgegeben von „The American Rabbit Breeders Association, Inc.“, das nicht nur (auf S. 8) von einer in der Türkei ausgegrabenen Sphinx, die auf zwei,, Rabbits“ (Kaninchen) steht und die 1500 v. Chr. entstanden ist, schrieb, sondern auch die Russenkaninchen („Himalayan“) aus den Ländern rund um das Himalaja-Gebirge stammen lässt – beides Orte, woher der Oryctolagus cuniculus, unser Kaninchen, nicht stammen kann. Denselben Unsinn mit der Sphinx und die Nachricht, dass Kaninchen schon vor 3000 Jahren in Asien gegessen worden wären, brachte auch Bob Bennett in seinem Buch „Raising Rabbits the modern way“ (Storey Communications, Inc., Pownal Vermont 1988, S.8). Bei der Besprechung des Hasenkaninchens kommt Vacaro auch auf die hypothetische Herkunft aus der Kreuzung Hase x Kaninchen zu sprechen, die seinerzeit Haeckel als so sicher ansah, dass er die Hasenkaninchen mit dem Namen Lepus huxleyi (1874) benannte, ohne aber zu sagen, dass so eine Kreuzung unmöglich ist.

Auch wenn wir nun wissen, dass Vacaro mehrere veralterte Nachrichten bringt, so sollten wir doch seine weiteren Angaben (so die über Riesenkaninchen von 12 bis 14 kg, auf S. 24) nicht pauschal als Märchen betrachten.

  • Auf S. 26 beschrieb er das Alaska als Spielart des Russenkaninchens „mit sehr ähnlichen Eigenschaften“.
  • Auf S. 28 berichtete er von schwarzen und braunen Angorakaninchen.
  • Auf S. 29 berichtete er über die Argentä de Champagne, dass diese seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Polen gezüchtet worden wären und sich von hier aus über ganz Europa verbreitet hätten. Auf die berechtigte Frage, weshalb diese Rasse denn Champagne-Silberkaninchen heißt, wenn sie aus Polen stammt, geht er überhaupt nicht ein. Dass das Silberkaninchen in Frankreich im 18. Jahr hundert schon als „Lapin riche“ bekannt war, war ihm offensichtlich unbekannt geblieben (vgl. aber: Herrn von Buffons Naturgeschichte der vierfüßigen Thiere. III. Band, Berlin 1775, S. 208).
  • Auf S. 32 ging Vacaro auf die Nachricht, das Widderkaninchen stamme aus Asien, speziell aus China, ein, sagte dann aber, dass die wirkliche Heimat England sei. In Frankreich und Deutschland waren dann neue Varietäten des Widderkaninchens herausgezüchtet worden (S. 33). Hier mit hat Vacaro sicher Recht, denn die Französischen Widder sind eindeutig ein späteres Zuchtergebnis als die schon 1780 gezüchteten Englischen Widder. Als Farbenschläge der Englischen Widder nannte Vacaro (auf S. 36) wildgrau, hasengrau, dunkelgrau und eisengrau. Für Eisengrau beschrieb er den hellen Bauch („le ventre est plus clair“), eine sehr leicht getönte Zwischenfarbe („la couleur intėrmediaire ńėst que Trés légèrment teinté de brun“) und die weiße Unterfarbe („le souspoil est blanc“). Es handelt sich hier um die Farbe „dark steel grey“, die in den heutigen „Breed Standards“ bei den Flehmish, den  Flandrischen Riesen, beschrieben wird und die aufgrund des Breitbandfaktors entsteht. Dieser verbreitert die Zwischenfarbe auf mehr als s mm, entfernt die Unterfarbe am Vorderbauch und bringt helle Oberfarbe am ganzen Bauch hervor. Am Rücken ist die Färbung ein dunkles Eisengrau, das – ebenso wie die breite Zwischenfarbe und der weiße Bauch – reinerbig vererbbar ist. Bei uns tragen jene schönen Lohkaninchen diesen Breitbandfaktor, deren Lohfärbung am Bauch bis auf die Haut reicht.
  • Auf S. 37 gab Vacaro an, dass die Blancs de Vendée 1911 durch Zufall als Albino der Bleus de Vend entstanden seien; der Herauszüchter war Herr Douillard. Im Französischen Standard 1987 wird auf S. 85 als Herauszüchterin allerdings Madame Douillard genannt, und als Ausgangsrassen werden die Rassen Bleu de Beveren und Angora angegeben.
  • Auf S.38 bis 40 werden die Bleu de Beveren (Blauen van Beveren) mit ihrem mandolinenförmigen Körper beschrieben und den belgischen Kaninchen von Saint-Nicolas gleichgestellt. Die Letzteren stammen aus dem Dorf Waes, die ersteren aus dem Dorf Beveren.
  • Auf S.40/41 wird das Brabanter Kaninchen als „Brabanton“ beschrieben, das auch in Belgien weit verbreitet war. Durch de Vander Snickt und Simon wurden Belgische Riesen eingekreuzt, später wurde die Körperform durch Einkreuzung von Holländerkaninchen wieder verkleinert.
  • Auf S. 41/42 wird das Californier-Kaninchen besprochen und der von Prof. Albert Brunoli verfasste Standard veröffentlicht. Die Farbe der Extremitätenfärbung wurde aber nicht genannt.
  • Auf S. 43/44 wurden Castor-Rexe (Herauszüchter der „religiöse Kaninchenzüchter“ A. GiIlet) besprochen und die Unterrassen (Hermelin-, Chinchilla-, Otter- (= Loh-Rexe,[ G. H.], Schwarz-, Rotgelb-, Marder-, Havanna-, Weiß- und Feh-Rexe genannt (nicht aber beschrieben).
  • Auf S.44 wird das Chinchillakaninchen erwähnt, das „Djbowski“ aus der Kreuzung von Blauen van Beveren und Russen erhalten und um 1913 vorgestellt hatte.
  • Auf S. 44/45 wird das Patagonische Kaninchen („le Patagon“), als aus Frankreich stammend, der Größe nach den Flandrischen Riesen, sonst aber den wilden Kaninchen ähnelnd, beschrieben.
  • Auf  S.45 wird das Sibirische Kaninchen als Kreuzungsprodukt zwischen Angora x Russen beschrieben. Es handelt sich hier wohl um jene Rasse, die Darwin 1868 als „Moskaukaninchen“ beschrieben hatte. Altmeister Friedrich Joppich (Das Kaninchen. Berlin 1959, S. 158) wusste, dass es um 1900 Angora mit schwarzen Abzeichen als Russische Angorakaninchen gegeben hatte.
  • Auf  S.45 bis 47 werden die Fauves de Bourgogne (Gelben Burgunder) behandelt und deren Farbe „jaune fauve“ (= strohgelb genannt).
  • Auf  S. 47/48 wird das Japanerkaninchen anhand veralterter Meinungen beschrieben.
  • Auf S. 48 wird das Weiße Riesenkaninchen von Hotot („Le Géant Blanc de Hotot“), dass der Züchter „le cuniculiculteur Bernhard“ 1912 herausgezüchtet hatte, mit „Charakteristika sehr nahe zu den Flandrischen Riesen“ beschrieben. Laut deutscher Literatur wäre die Herauszüchterin Madame Eugénie Bernard aus Hotot en Ange gewesen (Kaninchenkompass 1996, S. 51).
  • Auf S. 48/49 wird das Blaue Wiener-Riesenkaninchen ( 5 bis 6 kg) mit länglichem Körper beschrieben und die Spielform („Varietat“) des Weißen Wiener-Riesenkaninchen („Le Géant Blanc de Vienne“) mit einem Gewicht von 3,5 bis 4,5 kg erwähnt.
  • Auf S. 49 wird das vom Zfr. P. Dulon 1910 herausgezüchtete Riesenkaninchen von Bouscat (,‚Le Géant de Bouscat“) vorgestellt. Es wurde aus der Kreuzung von Angora mit Silberkaninchen und Flandrischen Riesen erzielt: das Gewicht beträgt 4,5 bis 5 kg, kann aber auch 7 kg erreichen, der Körper ist lang gestreckt.
  • Auf S. 49 bis 51 wurden die Flandrischen Riesen beschrieben, die auf belgische Züchtungen aus dem 15. Jahrhundert zurückgehen. Die frühere Meinung, es läge hier ein Resultat einer Kreuzung von Hauskaninchen mit (Feld)Hasen vor, findet der Autor „sehr unwahrscheinlich“, wahrscheinlicher aber die Aussage, dass die Flandrischen Riesen von den Steenkonijnen abstammen. Die Letzteren sind eine frühe Rasse aus der Zeit der Haustierwerdung der Kaninchen, die besonders groß war und große Wurfe brachte, heute aber (in dieser Form) ausgestorben ist. Der Autor legt hier in französischer Sprache den ersten Standard, verfasst 1895 in Gand, vor. In der Gander Gegend wurde die Farbe Hasengrau vorgezogen, sonst aber war die Farbe Kaninchengrau die typische, „aber es gibt eine Unendlichkeit von Varianten“.
  • Auf S. 51/52 wird die Rasse „Le Géant de Normandie“ (Riesenkaninchen aus der Normandie) vorgestellt, die auch „Le Géant de St. Pierre“ (Riesenkaninchen von St. Pierre) heißt und eine Kreuzung von Flandrischen Riesen mit lokalen schwarzen Hauskaninchen ist. Die Farbe ist Grau mit rostbraunem Schimmer.
  • Auf S. 52 wird die Rasse „Le Géant de Picardie“ (Riesenkaninchen aus der Pikardie) vorgestellt, die der Züchter Navet aus der Kreuzung Flandrische Riesen x gewöhnliche Hauskaninchen aus der Pikardie 1895 herausgezüchtet hatte.
  • Auf S. 52/53 wird das Belgische Hasenkaninchen, auch „race léporine“ genannt, vorgestellt. Die typische Färbung wird recht gut beschrieben, die Breite der Zwischenfarbe aber nicht genannt (die Genetik hatte der Autor dieses Buches sowieso „außen vor“ gelassen). Unter den Fehlern wird das Gewicht unter 2 und über 3 kg genannt.
  • Auf S. 54 bis 58 wird der Weiße Neuseeländer beschrieben. In Frankreich ist diese Rasse im Jahre 1960 angekommen. In Amerika wurden die Neuseeländer in den Farben Weiß, Schwarz und Rot (gelb) gezüchtet, von Vacaro hier aber nicht behandelt.
  • Auf  S.58/59 wird das Lohkaninchen beschrieben, das 1887 in Derby vom „Züchter Cox aus Brailsford“ zum ersten Mal in seinem Gehege bemerkt worden war.
  • Auf  S. 59/60 wird das Holländerkaninchen, das durch Selektion aus Brabanter Kaninchen erzielt wurde, beschrieben. Der Autor erwähnt nur den eisengrauen Farbenschlag.
  • Auf  S. 60/61 wird das Schmetterling-Scheckenkaninchen beschrieben, worunter der Autor das Englische Scheckenkaninchen verstand.
  • Auf S.61/62 wird das in England gerne gezüchtete Polnische Kaninchen beschrieben, das der Autor als einen Abkömmling von Russenkaninchen hält.
  • Auf S. 62 wird das Russenkaninchen als „le lapin Russe de l‘Himalaya“ beschrieben, dass der Autor „aus Asien, genauer aus China und Nordindien“ stammen lässt.

Die hier gebrachten Rassedaten können überwiegend als veraltert erkannt werden. Auch die wenigen Tierfotos zeigen Körperformen und Zeichnungen, wie wir sie aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg kennen. Fotos von Rassen wie Wiener Riesenkaninchen, Patagonische Riesen und die Reihe der Riesenkaninchen aus dem französischsprachigen Raum wie „Le Géant Blanc de Hotot, – de Bouscat, – de Norman die und – de Picardie“ hat der Autor leider keine veröffentlicht. Auch wenn es überraschend ist, dass ein auf Kenntnissen aus den 1920er und 1930er Jahren fußendes Buch im Paris des Jahres 1977 erscheinen konnte, so kann dieses Buch doch als ein für die Geschichte der Hauskaninchenliteratur wichtiges Belegexemplar angesprochen werden.

i Kaninavl,

Utg. av Nordenfjeldske kaninavlslag. 4 p. Bodò (1935).

for Kaninholdere

Udg. af Foreningen til Dyrenes Beskyttelse i. Danmark. 16 p. Kobenhavn, 1942

Victorini, Josef:

Hodowla Królików z tablica kolorowa 25 rysunkami.

Wydanie III poprawione i uzupelnione. Cena egz w oprawie kartonowey Zl 6. – (In polnischer Sprache.)

Vicomtesse du Bern de Boislandry:

Elevage practique des lapins.

Paris-Auteuil 1892.

Viniczay, László (Ladislaus) Dr.:

A jovedelmezó oriasnyúltenyesztés (Die einträgliche Riesenkaninchenzucht)

96 p., 6 kép., 2 rajz 8 Fig. Székesfehérvár 1941.

Vogel, Wolfgang:

Wirtschaftliche Kleintierzucht des Kleinsiedlers.

Verlag F. C. Mayer, München, 1934. 158 p., 86 Abbild. Ausgezeichnetes Bildermaterial, zum Teil von dem Berliner Tierphotographen Siegfried Heyn.

Vollquartz, B.:

Handbog i Angora – og Pels-Kanin-Avl.

122 p. Kobenhavn,1928.

Handbog i kaninskötsel. Övers.

  1. svenska av B. Wennerholm. 97 p. Stockholm, 1929.

Wagner, J.:

Die rationelle Kaninchenzucht. Nach Erfahrungen in Frankreich und Deutschland gesammelt.

  1. Aufl. 26 p. Germersheim (Rheinpfalz), 1874. Selbstverlag.

Wagner scheint vor allem Händler gewesen zu sein; er führte in zwei Jahren 2000 Kaninchen aus Franreich ein.

Er empfiehlt das Sammeln aromatischer Kräuter im Sommer, wie Waldmeister, wilden Thymian, Wacholderbüschen oder –beeren usw., um davon im Winter einiges unter das Futter zu mischen und so den Fleischgeschmack zu verbessern.

Wahlström, G.:

Anvisning att uppföda och sköta dufvor och kaniner.

30 p. Stockholm, 1879.

Walker, Stuart :

Flemish Giant.

(Illustrated) Wahrscheinlich über „Fur and Feather“ Jdle, Bredford, Yorkrhire, England zu beziehen.

Waser, Paul:

Sport- und Schlachtkaninchenzucht.

Ein Handbuch zur speziellen Beurteilung, Pflege und Zucht allereinzelnen Rassen der Sport- und Schlacht-Kaninchenzucht

Creutz‘sche Verlagsbuchhandlung (R. & M. Kretschmann) Magdeburg, 1893. p.163 mit 30Abb. im Text

Die Kaninchenzucht als ein praktisches Mittel zur Linderung des Notstandes der unteren Klassen.

Preis 50 Pf. Ilmenau i. Thür. Aug. Schroeters Verlag (Franz Schneider).

Washburn, F. L.:

The Rabbit book.

London, 1933.

Weidner:

Japanerkaninchen und Liebhaberzüchter.

Geflügel-Börse, Leipzig, Nr. 8/1947, p. 3 – 25. April 1947.

„Tiere mit hellem Cremegelb und solche mit zuviel Gelb sind von der Zucht auszuschließen…“

Die beigefügte Illustration stellt ein von Kurt Zander+ für „Unsere Kaninchen“ gemaltes Bild dar.

Wenzel, F.:

Die Nutz-Kaninchenzucht zur Fleischerzeugung.

  1. Kürstens Verlag, Leipzig, Druck : Buch- und Kunstdruckerei Fischer und Kürstens, Leipzig
  2. Ausgabe 1917 16. bis 20. Tausend, 3. Ausgabe 1921. pp. 89

Allgemeine Beschreibung rund um die Kaninchenzucht der Zeit, sowie aussagende Fotos der damaligen Rassen. Interessant könnten die Inserate im  Abspann sein. Obwohl dieses Büchlein eine relativ hohe Auflage erreichte, ist es nun kaum noch aufzufinden.

Wendler, O.

Wie verwerte ich meine Kaninchenfelle?

Verlag Dr. F. Poppe

Wetz, Julius :

Kaninchen-Kochbuch

Handbuch für die Zubereitung des Kaninchenfleisches nebst einem Anhang über Behandlung, Zucht, Mästen und Krankheiten der Kaninchen.

Hannover 1893, Selbstverlag des Verfassers. Pp 24

  1. Wetz war 1.Vorsitzender des Hauptvereinszur Förderung der Kaninchenzucht für Hannover und Umgebung. (Zweigverein des Bundes deutscher Kaninchenzüchter)

[BP]

Westfal, Hans:

ABC der Kaninchenzucht.

1918.

Die gesamte Kaninchenzucht als Liebhaberei und ErwerbsquelleVerlag

 

Verlag: J. Ferda, Leipzig, 1919

20 Abb., pp 89

Der Pelzkaninchenzüchter und Fellsammler, Arnstadt/Thür.

Die praktische Kaninchenküche, Sammlung von Vorschriften zur Zubereitung des Kaninchenfleisches

pp 32, 15 x 11,5 cm, div. Illustrationen

Das Buch beinhaltet alles Mögliche über Kaninchen, vom richtigen Schlachten, Abbalgen und die gesamte Verwertung aller tierischen Bestandteile.

Whitman, Bob

„Domestic Rabbits & Their Histories” Breeds of the World

Copyright © 2004 by Bb Whitman, Printed in the United States ,

ISBN 1-58597-275-4

Kurzkommentar von Dr. Gerhardt Hochstrasser,

aus Kaninchen Zeitung 5/2005/13

Es liegt uns hier ein Buch vor, das hauptsächlich die früher und jetzt gezüchteten Kaninchenrassen der ganzen Welt vorstellen möchte. Im Werbeprospekt heißt es: Dieses Buch wird das vollständigste Zitierwerk für die nächsten Jahrzehnte sein. Das stimmt zwar, was aber nicht heißen soll, dass es nicht mächtige Wissenslücken aufweist, denn es fehlen mehrere Dutzend Rassen, über die in Zeitschriften wie DKZ, Kaninchen, Kaninchenzeitung, ÖKZ, Tierwelt usw. berichtet hatten.

In der Regel werden hier die englische Zeitschrift „Fur & Feather“ mit ihrer Vorgängerin „The [(Practical) B.Pickert.]Rabbit Keeper“ und natürlich (!) – die USA-Literatur zitiert, dafür aber keinmal die wichtige Leipziger Zeitschrift „Der Kaninchenzüchter“ auch keine Literatur aus dem ungarischen, rumänischen, italienischen usw. Sprachraum. Dadurch werden die Leser in ausschließlich englischer Sprache sehr benachteiligt, jene aber, die Englisch können, aber zu älterer englischer Literatur keinen Zutritt hatten, bevorzugt.

Zu bedauern ist, dass dem Buch kein Züchter- und Fachautorennamensregister beigefügt ist und auch kein Literaturverzeichnis. Ein „Breed Index“ für 241 Rassen und Farbenschläge erscheint auf den S. 254 bis 256, die ausgestorbenen Rassen separat noch auf S. 2 und 3.

Das Buch ist reich illustriert, nur bleibt die gewählte Druckart und -weise viel zu oft unter der heute üblichen Qualität. Auch ist die Körperhaltung viel zu vieler Tiere ganz unschön. Die Schwarz-Weiß-Fotos und -Zeichnungen werden heute in den europäischen Fachschriften bedeutend besser wiedergegeben.

Viel besser sind da die von Werner K. G. Moebes veröffentlichten Wiedergaben von „Kaninchen in der Kunst“ (z. B. in „Die Tierwelt“ 1/1978, S.12-13) und Fotos in seinen anderen Arbeiten. Wir kennen Möbes als Fachbuchsammler und Autor der „Bibliografie des Kaninchens“, dessen Tätigkeit für uns deutsche Kaninchenzüchter sehr ersprießlich war. Moebes veröffentlichte 1978 (S. 13) genau das „Patagonische Kaninchen“ (aus „Book of the Rabbit“, 1887), das Bob Whitman auf S. 21 ohne Herkunftsabgabe mit der Zeitangabe „circa 1870“ bringt. Auch andere Abbildungen waren schon längst in europäischen Arbeiten erschienen (so von Schecken, Angora usw.).

Im 3. Kapitel wurden weitere geschichtlichen Daten (,‚Other historical rabbit topics“) gebracht, die mit der Gehegezucht beginnen, die frühen Stallungen vom Anfang des 19. Jahrhunderts in Wort und Bild darstellen und über die Ställe aus den 20er und 3oer Jahren des letzten Jahrhunderts bis zur kommerziellen Intensivzucht reichen.

Als für alle Leser bedauerlich finde ich es, dass der Autor auf die Stammesherkunft der Kaninchen nicht eingegangen ist, obwohl die heutzutage erscheinende, hochwissenschaftliche Literatur doch zu fast 100 % in englischer Sprache und in den USA erscheint. Erst aus Arbeiten über die DNA-Typen der Mitochondrien unserer Haus und Wildkaninchen wurde ersichtlich von welchen Wildpopulationen der Iberischen Halbinsel unsere Hauskaninchen und nordwesteuropäischen verwilderten „Wildkaninchen“ abstammen. Erst wenn man sich diese neuen Erkenntnisse angeeignet hat, werden Märchen, die die Himalayans nach China, die Angora nach Kleinasien oder in die südlichen Karpaten (und noch dazu ins 6. Jahrhundert n. Chr.) verlegen, endgültig als Märchen erkannt werden.

Bedauert muss auch werden, dass das Buch mit Klebebindung und ohne harte Deckel hergestellt wurde. Die Klebebindung lässt es nicht zu, dass man es richtig öffnen und damit bequem lesen kann. Das Auseinanderhalten des Buches ist sehr ermüdend für Hände und Augen. Der wertvolle Inhalt des Buches und die aufgewandte Arbeitszeit hätten es verdient, dass das Buch mit einer haltbareren Bindung hergestellt worden wäre.

Wiedmer, Hans und Bronner, Richard :

Kaninchenzucht,

Bibliothek für Kleintierzüchter. Heft Nr. 1 bis Nr. 28 (1951). Eine sich noch fortsetzende Serie von Monographien, von denen jede etwa 50 Seiten umfasst. Jeweils mit einem Rassebild, zuweilen mit zusätzlichen Photo.

Als Buch erschinen 1975

Sachkundig geschrieben. Ganz ausgezeichnet Heft Nr.6:Das  Hermelinkaninchen. Herausgebracht werden diese Monographien vom „0rni-thologischen Verlag Bern“ (Schweiz) Monbijoustr.61 Hans Wiedmer ist Redaktor in der TIERWELT (Zofingen)

Wilde, O.:

Über die Beziehungen zwischen Körpergewicht, Wollmenge, -dichte, -wachstum und –wert bei Angorakaninchen.

„Ztschr. f. Züchtung“, B. Tierzüchtung und Züchtungsbiologie, Bd. 40. 1938, H. 3.

Will, Albert,:

Die Kaninchenzucht der Gegenwart.

Mit einem Anhang: Krankheiten des Kaninchens von Dr. Walter Kerschagl, Wien. 362 p. 8°. Mit 270 Abbild. F. C. Mayer Verlag, München, 1931.

Textlich und in der Bilderausstattung ein ganz hervorragendes Werk! Albert Will ist als prominenter deutscher Kaninchenschriftsteller besonders durch seine Hauptmitarbeit im „Ratgeber für Kaninchenzüchter“ (Arnstadt in Thüringen) und seine Aufsätze in der „Geflügel-Börse“ (Leipzig) weithin bekannt. Er lebt in Niederhausen, Oberlahnkreis. – In seinem Vorwort betont er, dass das vorliegende Buch aus der Praxis entstanden und für die praktische Zucht bestimmt ist. Die Stallhaltung, die Gehegezucht und die Freilandzucht werden beschrieben und dem Züchter in ihrem Wert und in ihren Mängeln vor Augen geführt. Der Abschnitt über Futter und Fütterung ist ausführlich gehalten und leicht verständlich. Die Kaninchenzucht des Auslandes wird durchaus berücksichtigt. So sehen wir amerikanische, französische, holländische und schweizerische Stallanlagen. Besonders sehenswert scheint uns der Musterstall der „American Rabbit Association“ zu sein, der Selbstreinigung und praktische Futtereinrichtungen, sowie eine zwischen zwei Abteilen eingebaute V-förmige Heuraufe aufweist; dann der moderne Kaninchenstall „Dahlem“, nach Angaben von Nachtsheim konstruiert, und der Selbstreinigungsstall des Züchters Schwabacher, den E. v. Otto im „Der Deutsche Pelztierzüchter“ (Jahrgang 1929, Heft 6), ausführlich beschreibt. –

 

Der große Anteil Englands an dem Werden der heutigen Rassezucht wird gewürdigt. –  Im Vordergrund des an und für sich universellen Werkes steht zweifellos die deutsche Pelzkaninchenzucht. Auswahl und Tiefenschärfe der auf gutem Papier reproduzierten Fotos machen dem Verfasser und dem leistungsfähigen Verlag F. C. Mayer alle Ehre, so dass man bei der Lektüre und Durchsicht des Buches unschwer den Eindruck gewinnt, eine Spitzenleistung der Fachliteratur kennen zulernen. – Will teilt die Zuchtschläge ein in   R i e s e n r a s s e n: Belgische Riesen-, Weiße Riesen-, andersfarbige Riesen-, Deutsche Land-, Deutsche Riesenschecke, Deutsche (Französische) Widderkaninchen;  M i t t e l r a s s e n: Englische Widder-, Meissener Widder-, Französische Silber- (Champagne-Silber-), Deutsche Groß-Silber-, andersfarbige Deutsche Groß-Silber-, Lohsilber-, Chinchilla-, Baue Wiener-, Weiße Wiener-, Graue Wiener-, andersfarbige Wiener-, Groß-Feh-, Japaner-, Rheinische Schecken-, Hasen-, Havanna-, Alaska-, Gemsfarbige Thüringer-Kaninchen;   K l e i n e   R a  s s e n: Luxkaninchen, Klein-Chinchilla-, Englisches Schecken-, Marburger Feh-, Augsburger Feh-, Düsseldorfer Perlfeh-, Klein-Silber-, Holländer-, Schwarzloh-, Blauloh-, andere Loh-, Russen-Kaninchen;   Z w e r g r a s s e n: Rotaugen-Hermelin-, Blauaugen-, Braunaugenhermelin-Kaninchen;   L a n g h a a r a s s e n: Angora-, Opossum-, Deutsche Langhaarkaninchen;   K u r z h a a r r a s s e n: Rex-, Kurzhaar-, Normannen-Kurzhaar-Kaninchen;   N e u z ü c h t u n g en: Fuchs- und Marderkaninchen.

Auf Seite 24 wird ein „Stammbaum“ der Kaninchenrassen bzw. der Farben- und Haarvariationen nach Nachtsheim reproduziert. Die hier vorgenommene Platzierung der wichtigsten Hauskaninchenrassen drückt aus, inwieweit diese in ihrer Erbbeschaffenheit mehr oder weniger stark vom Wildkaninchentypus abweichen. Beim Wildkaninchen sind zum Beispiel alle Pigmente entwickelt, genetisch am nächsten steht ihnen das Chinchilla-Kaninchen; ein weiterer Pigmentverlust führt zum Marder-, zum Russenkaninchen (Teilalbino) und schließlich zum reinen Albino wie es unter anderem das Hermelinkaninchen ist. (Abbildung Nr. 31, 27, 21, 7, 1). Die Kenntnis der einzelnen Rassen setzt uns aber heute in den Stand, zahlreiche neue Kaninchenrassen in kürzester Frist sozusagen „synthetisch“ zu produzieren. So das zum ersten Male von Nachtsheim gezüchtete Dahlemer Sandfarbige Kaninchen (Abb. Nr. 4). Ein „Husumer Blauauge“ (Abb. Nr. 20) zeigt offenbar einen zweiten erheblichen Pigmentschwund der Holländerzeichnung.

Nach Will entstanden die Riesenrassen durch Mutation. Bei dem weißen Schlag (Weiße Riesen), „der in der Regel nicht das Gewicht des Belgischen Riesen erreicht“, neigt Will zu der Ansicht, dass es seine Existenz dem deutschen Landkaninchen verdankt. Wir glauben allerdings mehr an die mitwirkende „dégénérescence albine“ (Dr. Ch. Aubé im Bulletin de la Société d’acclimatation“) Um 1900 züchtete man in Deutschland schwarze, blaue und in der Hauptsache gelbe Riesen. Bekannt sind auch Riesenhavanna und fehfarbige Riesen. Sehr schöne Aufnahmen von Zuchttieren von J. Wächtershausen, Bad Homburg. „Russenwidder“ und „Holländer Widder“ sind in Zeiten vor dem ersten Weltkriege gezüchtet worden; neuerdings wurde auch versucht, das Widderkaninchen in Zwergform entstehen zu lassen. Das Meissener Widderkaninchen steht in seiner Körperform zwischen dem Französischen und Englischen Widder und wird in drei Silberschattierungen der Farbenschläge schwarz, blau und havannabraun gezüchtet. Blaue Kurzhaarwidder wurden nach Will 1910 von einem Thüringer Züchter unter dem Namen „Altenburger Widder“ herausgezüchtet.

Das „Französische Silberkaninchen“ (Helle Groß-Silber) wurde 1912 laut Will als Champagne-Silber aus Frankreich eingeführt; diese Bezeichnung ist folgerichtig von der Schweiz beibehalten worden. Der auf p. 47 reproduzierte jüngere Rammler ist recht typisch.

 

An erster Stelle steht laut Will in der Pelzkaninchenzucht das Chinchilla-Kaninchen, dessen Fell in Natura Verwendung findet.

 

Das Blaue Wienerkaninchen wurde von Johann Konstantin Schulz, Wien-Hetzendorf, herausgezüchtet und im Jahr 1895 auf einer Ausstellung im Wiener Prater erstmalig als „Blaues Wiener Riesenkaninchen“ gezeigt. Die Abbildung Nr. 29 der Blauen Wiener-Häsin auf p. 58 ist für diese Rasse typisch.

 

Das Weiße Wienerkaninchen wurde durch Wilhelm Mücke, Prinzendorf bei Wien, aus blau-weißen Holländerkaninchen durch Pigmentverdrängung herausgezüchtet.

 

Auch graue und schwarze Wiener, letzteres in offenbar sehr feiner Qualität, sind auf pp. 61/62 abgebildet. Auf p. 68 wird der Hasenkaninchen-Jungrammler „Beauty of the Harem“ reproduziert.

 

Das Marburger Fehkaninchen hat Gegenstücke in dem Holländischen Gouwenaar, im Englischen Lilac, im Französischen Lapin féc oder petit Gris und im Gris Perl de Hal  des belgischen Züchters Vervoort.

 

Das Augsburger Fehkaninchen, welches Deininger aus Augsburg schuf, stellt eine Kombination der Fehfarbe mit der rötlichen Farbe dar. Dazu kommt noch das hellbraublaue Düsseldorfer Perlfeh.

 

Das Klein-Silberkaninchen ist eines der ältesten Kaninchenrasse. Auch Silberkaninchen werden in allen Schattierungen abgebildet.

 

Holländerkaninchen wurden 1891 in Deutschland zum ersten Mal gezeigt. Und hier wie überall sehr schöne Fotos, die uns an die meisterhaften Aufnahmen von Holländerkaninchen erinnern, die Wilhelm Reichle, Bernhausen bei Stuttgart, schuf.

 

Das Blaulohkaninchen wird öftern mit Schwarzlohkaninchen gekreuzt, um das Schwarz des letzteren aufzufrischen.

 

Man kennt auch Havannaloh (Havanna and tan) und Karlbader Goldloh. Das hübsche vitale Russenkaninchen ist auch im Ausfärbungsstadium bildlich festgehalten. Das ungefärbte Fell eignet sich zur Hermelinimitation.

 

In dem heutigen Zwergkaninchen blickt die Urform des wilden und zahmen Kaninchens noch durch. Zu dem alten Rotaugenhermelin haben sich die sächsischen Blauaugen- und Braunaugenhermeline (Kreuzung Blanc de Hotot) sowie Kurzhaarschläge gesellt. Auch ein schieferblaues Zwergkaninchen existiert.

Unter dem Begriff „Langhaarrassen“ fasst Will das Angora-, Opossum-, Schweizer Langhaarkaninchen, Chiffox Rabbit, Blaufuchs-, Landsberger Silberfuchs-, Schwarzfuchs, Weißfuchs- und Rotfuchskaninchen zusammen. Brechemin und Megnin sind der Meinung, dass es möglich ist, durch Veränderung der Temperatur- und Lichtverhältnisse Langhaarkaninchen zu erzüchten. Will glaubt an Mutation. Übrigens rechnen Brechémin und Megnin wohl auch zu den Haustaubenautoren. Es könnte in diesem Zusammenhang interessieren, dass sich u. E. eine Veränderung der Federstruktur bei Tauben (Lockentauben, Seidenhaartauben (und Hühnern zunächst im   w e i ß en   Farbenschlag vollzogen haben dürfte. Bei Erforschung physiologischer Eigentümlichkeiten des Wollkleides englischer und französischer Angorakaninchen durch Dr. Ralph Smith ergab sich, dass, je mehr farbige Zellen im Kern des Haares eingelagert sind, desto kürzer und härter die Haare sein müssen. Das Deutsche Langhaarkaninchen kann als Angorakaninchen mit ausgeprägter Grannenbildung angesehen werden. Sehr interessant ist die Abbildung Nr. 90 „Silberlanghaar“. Das Fuchskaninchen steht zwischen Normalhaar- und Angorakaninchen. Vielerlei Variationen, viele herrliche Aufnahmen, auch bei Darstellung der Kurzhaar-Rassen. Bei diesen hat das „seidenweiche“ (nach Nachtsheim ein pathologischer Faktor) dem „derb-griffigen“ Fell Platz gemacht. Das Normannen-Kurzhaar ist ein Teilalbino mit roten Augen und Russenzeichnung. Eine   n e u e   Mutation, die nicht das Erbplasma der Rexmasse besitzt. Diese französische Rasse wurde von dem, dem Kaninchenbibliographen wohlbekannten Züchter Joseph Schwabacher, Auerbach/Hessen, eingeführt und von ihm in Deutschland mit gewöhnlichen normalhaarigen Groß-Russenkaninchen gekreuzt. Eigenartig ist die Haartextur des „Wollrex“ (Kleintierfarm Boberg bei Bergedorf) in der vorzüglichen Aufnahme Nr. 121. Die Kurzhaarkaninchen nehmen in Wills (1931 erschienenem) Werk einen großen Raum ein.

 

Das Marderkaninchen steht nach einer Erbanalyse von Prof. Nachtsheim genetisch zwischen dem Chinchilla- und einem Albinokaninchen bzw. Teilalbino. Wir finden ferner in dem Willschen Buche Beschreibungen und Abbildungen vom Fahlroten Burgunder-Kaninchen, Fauve de Bourgogne, Blanc de Hotol, Bleu de Beveren, White Beveren, Marten Rabbit (dunkelbraun in Milchkaffeefarbe übergehend).

 

Über das Sable Rabbit vgl. pp. 166/169. Siehe dort auch: Lapin Zibeline, Lapin Brunmarron de Lorraine, Beige Rabbit, New Zealand Rabbit, ein vorzügliches Fleischkaninchen, aus Kalifornien eingeführt. Das Schweizer Fehkaninchen wurde aus Grausilber und wildgrauen Kreuzungstieren herausgezüchtet.

 

Auch das veterinärmedizinische Kapitel von Dr. Walter Kerschagl, Wien, bietet sehr aufklärendes Bildmaterial, wobei uns besonders das über die Kaninchenseptikaemie interessiert, die Kerschagl eingehend in ihrer akuten und chronischen Form schildert. Ein   s p e z i f i s c h e s   Heilserum ist für diese Seuche noch nicht gefunden worden.

 

Fragen der Vererbung werden berücksichtigt und lassen in ihrer Beantwortung, so „Vererbung von Kaninchenfarben“ (p. 240), große züchterische Erkenntnisse zu Tage treten.

 

Alles in allem genommen: Ein herrliches Werk!

Widder-Kaninchen

Der Deutsche Pelztierzüchter,(A 5) Jahrg. 1927, H. 10.

Der Spulwurm, ein lästiger Parasit unseres Kaninchens.

„Kaninchenzüchter“, 24/1930.

Pelztierzucht und Kaninchenzucht, Kleintier und Pelztier.

Leipzig, 1933, Nr. 7.

Lohnende Kaninchenzucht im Kleinbetrieb.

Eine Einführung in die wirtschaftliche Kaninchenzucht mit ausführlichen Angaben über Stallbau, über Fütterung, Pelz- und Wollbehandlung sowie ein Anhang über Kaninchenkrankheiten von A. Will mit zahlreichen Abbildungen (Preis 1,50). Berlin gegen 1939 (?), Verlag Fritz Pfenningstorff Berlin SW 35.

Das Weiße Wiener Kaninchen

Neu bearbeitet in 4. verb. Aufl. Leipzig: Verlag Dr. F. Poppe

Will, Albert, Fr. Joppich u. a.:

Einzelabhandlung in „Geflügel-Börse“, Leipzig C1, Perthesstrasse 5 (G-B). Die nachstehenden Züchteraufsätze sollen wegen ihrer schönen weichgetönten Offsetdruck-Illustrationen hier angeführt werden:

 

Will, Albert:

Das rote Neuseeländer-Kaninchen

(G-B Nr. 88/1935, p. 4. Nennt das Rot des R. N. K. Hasenwildfarbe. Das Fell junger Tiere trägt auf dem Rücken orange Farbe. Will zitiert:   Grant, E. Shirley „Fur-Producing Rabbits“.    “Standard of Perfection for American Rabbits”.

Chinchilla-Kaninchen.

G-B Nr. 50/1934, p. 4. Blassfarbige Braun-Chinchilla als Neuzüchtung.

Das Blaumarder-Kaninchen als wirtschaftliche Neuzüchtung.

G-B Nr. 43/1935. Verdankt einer Verbindung von bauen Wienern und Marderkaninchen seine Existenz (Porzellankaninchen [Prof. Dr. Nachtsheim]).

 

Fuchskaninchen.

G-B Nr. 45/46/1936. Abgebildet Schwarzfuchskaninchen und fehfarbiges Fuchskaninchen.

Die Verwendbarkeit der Felle der einzelnen Kaninchenrassen für die Veredelung.

 G.-B. Nr. 12/1937, p. 4. eines der besten Kürschnerfelle liefert das deutsche (franz.! Möbes) Widderkaninchen.

Marderkaninchen.

Norddeutscher Geflügelhof, Oldenburg i. O. Nr. 17/1933, p. 150. Enthält Beschreibung des „Brunnmarone de Lorraine“ von seinem französischen Herauszüchter M. Charles Kaufmann, Vitry sur Orne.

Das Marderkaninchen im Lichte der Genetik.

G-B Nr. 62/1933, p. 4. Illustrationen: Deutsches Marderk., Züchter Joppich, Silbermarderk. Züchter Joppich, Kleintierfarm Boberg, Bergedorf, „Siamese Sable“, Foto Albin Haupt. „Marten Sable“, Llapin Zibeline“, Foto Fernand Freneau, Cognac (Charente).

Joppich, Fr.

Hamburg – Langenhorn:

Einiges vom Groß- und Kleinchinchillakaninchen.

G-B Nr. 24/1927, p. 3. Illustriert mit Joppichschen Ausstellungssiegern, Groß- und Kleinchin.

Das Schlachten der Kaninchen, Abbalgen und Spannen der Felle.

G-B Nr. 85/1934, p. 4.

Das Siamesenkaninchen.

G-B Nr. 86/1934, p. 4. Neuzüchtung von Fr. Joppich, Kleintierfarm Boberg bei Bergedorf. Aus deutschen Marderk. herausgezüchtet. (Führt es vielleicht auch Blut vom Champagne-Silber? M.)

Behandlung der Kaninchen in der Haarungszeit.

G-B Nr. 80/1936, p. 4.

Halle, Adolf:

Pelztierzucht.als Nebenbetrieb der deutschen Landwirtschaft.

G-B Nr. 35/1928, p. 3. Mit interessanten Aufnahmen eines Chinchillak.-Zuchtbetriebes.

Nier, Alfred:

Für Pelztierzüchter „Castorrex“.

G-B Nr. 44/1928, p. 3.

Nagel, Aug., Blankenloch, Baden:

Wie züchte ich erfolgreich Blaue Wiener?

G-B Nr. 48/1928, p. 3. Sehr gut geformter Bl.-W.-Rammler (oben rechts). Verfasser vergleicht die Farbe mit einem neuen oder frisch brünierten Gewehrlauf.

Utzon, H.:

Blaue Wiener.

G-B Nr. 2/1927, p. 3.

Das französische Silberkaninchen.

G-B Nr. 24/1935, p. 4. Verfasser schildert zutreffend den französischen Originaltyp.

Richter, Johs.:

Vom Hermelinkaninchen, dem Zwerg unter allen Kaninchen.

Abgebildet sind hochfeine typische Tiere von Gustav Damm, Leipzig-Connewitz. G-B Nr. 30/1926.

(Anier)

Aus der Schwarzloh- und Blauloh-Kaninchenzucht.

G-B Nr. 29/1930, p. 4. Fotos von Hanvanna and tan (Cornelissen de Beer) und Black and tan (J. G. G. Hourer) – beide Züchter in Apeldoorn, Holland.

(Ani.):

Das Rexkaninchen im Wandel der Zeiten.

G-B Nr. 80/1929, p. 3. Sehr feine Aufnahmen von Hanke, Dresden-A. Autor spricht sich (in Übereinstimmung mit Mette) für ein derbwolliges granniges Fell aus.

Wünsche, Wolf:

Das Holländer Kaninchen.

G-B Nr. 46/1926, p. 4. „Die beliebteste Farbe ist wohl die schwarz-weiße“.

 

Kronberger, Albert:

Rexkaninchen

(Eine Entgegnung auf Ausführungen auf Hugo Dittes in Nr. 38.)G-B Nr. 63/1930, p. 3.

Neubert, Walter:

Castorrex (Biberkönig).

 G-B Nr. 19/1927, p. 3.

( – Wulf?):

Das Schwarzlohkaninchen.

G-B Nr. 96/1932, p. 4.

Durchfärbung des Schwarzlohk. (Black and tan) erst im Alter von 7 Monaten beendet.

Allerlei vom Gelbsilberkaninchen.

G-B Nr. 101/1920, p. 1418 (531). Verfasser wünscht Anzüchtung längeren Haares wie etwa beim Französischen Silberkaninchen

Dzikowski, Hans:

Kaninchenzucht und –züchter in Groß Berlin.

Tier-Börse Nr. 20 vom 15. Mai 1912, 26. Jahrgang.

Einen großen Teil der neu gewonnenen Züchter stellen die Berliner Laubenkolonisten dar. Abgebildet: Eine Holländer-Häsin, sowie eine Engl. Widderk.-Häsin (Behang 62 x 14 ½, 9 ½ Pfd. Schwer) von Friedrichshagenern Züchtern.

Tittelfitz, F.:

Einiges über Zucht und Pflege des Hauskaninchens.

G-B Nr. 68/1934, p. 4.

Fleckenstein, W.:

Freilandgehegezucht der Kaninchen,

G-B Nr. 58/1934, p. 4.

Will, A. und Schwabacher, I.:

Das Rexkaninchen. Ein Beitrag zum Problem des Kurzhaarkaninchens auf Grund experimenteller Zuchtversuche für den praktischen Züchter.

87 p. 55 Abbild. Verlag F. C. Mayer GmbH., München. 1930.

Die Verfasser, die durch die Mitarbeit von Prof. Dr. H. Nachtsheim und der Züchter Joppich und Piegsa unterstützt wurden, gehen gründlich durch die ganze Materie und verzichten dabei auch nicht auf kritische Erwägungen.

Willemin:

Manuel de l’Eleveur de Lapins,

1 vol. In 18 jesus, orné de 24 figures dans le texte. Paris, L. Mulo.

Wischer, Max:

Fortpflanzung und Vererbung in der Kaninchenzucht unter besonderer Berücksichtigung der Chromosomentheorie und des Mendelismus.

Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. H. Nachtsheim.

Mit 68 Abbildungen. 2. vollständig umgearbeitete Auflage. 111 p. 8°. Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig C 1, Herausgeber der Wochenschrift „Der Kaninchenzüchter“, Leipzig.

Der Verfasser versucht mit Erfolg in populärer Darstellung, dem Züchter das wissenschaftliche „Rüstzeug der neuzeitlichen Vererbungslehre“ mit auf den Weg zu geben, welches ihn befähigt, „auf geradem Wege“ (Nachtsheim) zu züchten. Sehr willkommen werden dem an der Vererbungslehre interessierten Kaninchenliebhaber die auf S. 103 ff. enthaltenen Erläuterungen der wissenschaftlichen Bezeichnungen sein, so beispielsweise:  A l l e l o m o r p h = Paarling, jeder der beiden gleich gearteten Faktoren, welche von den Elterntieren auf die Nachzucht überkommen sind. C und d sind z. B. die rezessiven Allelomorphen zu C und D.

B i o g e n e t i s c h e s   G r u n d g e s e t z. Jedes Tier macht in seiner Entwicklung in kurzer Zeit noch einmal die sich vielleicht durch Jahrmillionen erstreckende Entwicklungsreihe seiner Urahnen durch. (Haeckel)  C h r o m a t i n (Zellkernsubstanz). Daraus entstehen die Chromosomen, deren Zahl beim Kaninchen 44 beträgt. In jedem Chromosom sind viele Erbfaktoren gelagert, die in gewissen Gruppen stets in demselben Chromosom lokalisiert bleiben. G e n soviel wie Erbfaktor, die Ursache der im Lebewesen vorhandenen Eigenschaften.  G a m e t e  soviel wie Geschlechtszelle, enthält den Erbfaktor in derselben Beschaffenheit, wie ihn die alte Zelle hatte. Nicht heterozygotisch (spalterbig).

I n t e r m e d i ä r e   V e r e r b u n g. Der Bastard stellt ein Mittelding, eine Mischform zwischen Vater und Mutter dar; werden langohrige und kurzohrige Kaninchen gekreuzt, so zeigt die Nachkommenschaft mittellange Ohren.

H o m o z y g o t  nennt man ein Tier, das bestimmte Erbanlagen besitzt, deren Faktoren in beiden elterlichen Gameten gleicher Art sind. Der Züchter nennt ein solches Kaninchen erbrein.  L a t e n t (latein.) – verborgen, nicht zum Vorschein kommend.

M e n d e l s c h e   V e r e r b u n g s g e s e t z e.  Sie beziehen sich auf die aus Kreuzungen fallenden Würfe in der ersten Generation, sodann aus der Paarung der Kaninchen erster Generation untereinander in der zweiten und den folgenden Generationen. Demnach ergeben sich zwei Vererbungsgesetze oder Vererbungsregeln. Das erste Gesetz besagt, 1., dass die Eigenschaften der Eltern sich mischen und die Nachkommen erster Generation eine Mittelstellung zwischen den Eltern einnehmen; man spricht von einer in der Kaninchenzucht weniger in die Erscheinung tretenden intermediären Vererbung; 2., dass die Eigenschaften des einen Elternteils äußerlich erkennbar auftreten, während die des anderen Elterntieres rezessiv bleiben; dann handelt es sich um die „dominant-rezessive Vererbung“; 3., dass die Eigenschaften beider Elterntiere nebeneinander auftreten; 4., dass sie überhaupt nicht in die Erscheinung treten und dass dafür ein ganz neues Merkmal aufkommt. Das zweite Gesetz ist das so genannte Spaltungsgesetz der zweiten und folgenden Generationen.

M u t a t i o n, eine Variation, deren Entstehung durch irgendwelche Veränderung in den Faktoren in der Erbmasse begründet ist. Bei Mutationen handelt es sich stets um das plötzliche Auftreten von neuen vererbbaren Merkmalen, also um erblich festgelegte Variationen, die bei Kreuzungen regelmäßig mendeln und gesetzmäßig spalten.

Der Verfasser schildert eingehend biologische Vorgänge, Befruchtung, Embryologie des Kaninchens usw. Im Vordergrund stehen: Das Mendelsche Vererbungsgesetz, die von Prof. Nachtsheim analytisch erforschte Genetik des Marderkaninchens und das Inzuchtproblem. Sehr interessante Nachtsheimsche Fotos, welche Aufschluss über das Äußere der aus Kreuzungsgenerationen stammenden Tiere geben. Im Einzelnen noch einige, den praktischen Züchter besonders interessierende Auszüge. Es kommt nicht darauf an, wie lange ein Züchter die Rasse züchtet …., sondern heute wissen wir, dass in der zweiten Generation bei einem neu gezüchteten Tier die gewünschten Eigenschaften genau so festsitzen können, wie bei Tieren, die ein Menschenalter hindurch rein gezüchtet wurden (p. 45). – Freilich treten die zahlenmäßigen Gesetzmäßigkeiten in der Kaninchenzucht wie überhaupt in der Tierzucht nicht mit der absoluten Sicherheit wie in der Pflanzenwelt auf …(p. 55).

 

(1911 unternahmen die englischen Wissenschaftler Bonhote und Smalley Vererbungsexperimente mit hochrassigen Dragoontauben, Brieftauben-kreuzungstieren usw. in der Erkenntnis, dass viele Vererbungsdetails nicht gänzlich mit der Mendelschen Theorie übereinstimmten. Sie vermuteten, dass Abweichungen verursacht würden … „by some law or series of laws, which overrides and modifies [externally at all events] the expected Mendelian results.” Möbes.)

Ein für uns wichtiges Herrschen bzw. Dominieren der Farben in der Vererbung wird, wie folgt, festgestellt:

Einfarbig dominiert über den Albinismus (weiße Riesen, weiße Widder und rotäugige Hermelin); (weiße Kaninchen mit blauen Augen, weiße Meerschweinchen mit dunklen Augen, weiße Tauben – mit dunkler Pupille – sind also nicht als echte Albinos anzusehen.)

Einfarbig dominiert über russen-, holländer-, japanerfarbig; russenfarbig dominiert über Albinismus; chinchillafarbig dominiert über Albinismus und russenfarbig; Wildfarbe dominiert über schwarz, chinchillafarbig, Albinismus, russenfarbig; engl. Scheckung dominiert über Nichtscheckung;

Schwarz dominiert über havannafarbig und blau;

Havannafarbig dominiert über fehfarbig; dunkelblau dominiert über hellblau; lohgelb dominiert über Nichtlohfarbigkeit;

Gelb dominiert über cremefarbig; Normalhaar dominiert über Lang- und Kurzhaar.

Die Ergebnisse der Paarung dieser F1-Bastarde (vom Russenkaninchen X Angorakaninchen) unter sich lassen neben dem einwandfreien Russenkaninchen und dem Angorakaninchen zwei neue Sippen erkennen, nämlich eine, die durch weiß-normalhaarige Tiere, und eine zweite, welche durch Russen-angora gekennzeichnet ist und zwar verhalten sich die Russen zu den Weiß-Normalhaar zu den Russenangora zu dem weißen Angora wie 9:3:3:1 (p. 78).

 

Bei Marderkaninchen handelt es sich um eine Bastardform, die immer wieder aufspaltet.

Die Zucht der erwünschten (heterozygoten) Marder lässt immer Fehlfarben, nämlich Russen bzw. Albino und dunkle Marder und nur zur Hälfte typische Marder (braune hellere bis mittlere Farbenschläge) erwarten. Ausschließlich typische Marder müssen dagegen das Paarungsergebnis von Russen bzw. Albinos mit dunklen Mardern sein. Auch die Fehlfarben haben also Zuchtwert. Es empfiehlt sich im Allgemeinen,   n u r   a u s   M a r d e r k a n i n c h e n

g e f a l l e n e   Russen, besonders aber Albinos mit dunklen Mardern zu paaren. Bastarde (Aufspaltung) sind in diesem Sinne auch die Punktschecken Engl. Schecke, Deutsche Riesenschecke und Rhein. Schecke. Die Verpaarung der aus Zeichnungsschecken gefallenen (homozygoten) Weißschecke (Zeichnung fehlt hier zum weitaus größten Teil) mit der homozygoten Nichtschecke ergibt die heterozygote Zeichnungsschecke. Die Wissenschaft hat also ergründet, dass es ein großer Fehler wäre, wenig gezeichnete oder einfarbige, bzw. Japaner im Rheinischen Scheckenwurf bald nach der Geburt zu vernichten, was im Ergebnis mithin die bisherige Auslesungsmethode der Züchter auf en Kopf stellt! Gerade Fehlfarben, besonders wenn sie von gut gezeichneten Eltern stammen, sind demnach wertvoll.

Eine Aufspaltung ist auch bei dem „Eisengrau“ der Kurzohrwidder- und Riesenkaninchen festzustellen.

 

Über die Inzucht schreibt Wischer in großen Zügen, und der kundige erfahrene Züchter kann diese erfolgreich auswerten.

 

Die, wie oben, bereits hervorgehoben, wertvollen Fotos ermöglichen einen interessanten und anregenden Einblick in wissenschaftliche Zuchtexperimente und illustrieren zugleich vortrefflich wie Rassen geschaffen werden können. So ersteht beispielsweise in Abbildung Nr. 6 (p. 77) das uns aus der älteren Kaninchenliteratur her bekannte Russenangora. Auch die Bilderreihe (Abb. 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16) einer Kreuzung zwischen weißer Angora-Häsin und blauem Wiener-Rammler ist sehr lehrreich.

 

Das Marburger Fehkaninchen. “Der Kaninchenzüchter“, 51. Jahrgang, Nr. 6 vom 20. Juni 1947, p. 43.

Erst 1912 wurde einem neuen Typ aus der Vereinigung von blau und braun durch Fräulein Sandemann in Marburg an der Lahn besondere Beachtung geschenkt. Ganz unabhängig davon entstanden ziemlich gleichzeitig in anderen Ländern aus Kreuzungen von Havannas mit blauen Wienern bzw. Bleus de Beveren Tiere mit dem gleichen Genotypus, so in Holland das Gouda oder Gouwenaar, in England das Lilac, in Frankreich der Lapin Fée oder das Petit Gris, in Belgien das Gris Perl de Hal. Normalgewicht des MF, 2 ½ kg. Die Deckfarbe soll licht hellgraublau mit zartem braunen Anflug sein. Reifartige Silberung, dunkle Farbe fehlerhaft. Von der Zucht sind unbedingt die Tiere auszuschließen, welche im Fell weiße Büschel, ganz schlechte oder blaue Wienerfarbe, helle Brust, silberartig durchsetzte Decke, ausgeprägte Wamme, weiße Zehenfarbe mit weißen Krallen, sehr wenig Unterwolle oder ein sonst unbrauchbares Fell aufweisen.

 

Betr. Paarung von Hase und Zahmkaninchen. „Der Kaninchenzüchter“, Leipzig, Nr. 8, 1948, 52. Jahrg. P. 60, Spalte 3, Sprechsaal, Abs. 5.

Der Bearbeiter des Frage- und Antwortteils des „Der Kaninchenzüchter“ (Leipzig), Max Wischer, Berlin-Rahnsdorf, Püttbergeweg 77, bezieht sich auf Nr. 2//1948 und veröffentlicht eine ihm gewordene, persönliche Mitteilung von O. H. in G. (Harz) zur Biologie des Hasen (Lepus europaeus Pall.): „Ich war von 1936 bis 1944, also 8 Jahre hier Feldhüter, und als Kaninchenzüchter habe ich auch ein besonderes Interesse für die Wildhasen gehabt. Ich kann bestimmt solche von Wildkaninchen unterscheiden und habe in den 8 Jahren viele Wildhasen decken, aber nie gesehen, dass der Hase die Häsin im Laufen bespringt, sondern es war nach dem vorhergegangenen Umherjagen immer ein kurzer Moment des Stillstandes der Häsin, wo der Deckakt stattfand und der Rammler nicht, wie bei unseren Zahmkaninchen, seitlich oder nach hinten umkippt, sondern immer in die Höhe sprang, sozusagen einen Luftsprung in ungefährer Höhe von 50 cm ausführte. Das sind meine Beobachtungen beim Decken der Hasen, und es waren in 8 Jahren nicht wenige dieser Deckakte, die ich mit ansehen konnte.“

Nach Brehm-Heck (Brehms Tierleben, Säugetiere, zweiter Band – elfter Band – Leipzig 1933, p. 103) beginnt das Kreislaufen und Kegelschlagen, sobald ein Paar sich zusammenfindet, wobei anfangs der Satzhase immer der vorderste ist. Aber nicht lange dauert es, so fährt dieser an die Seite, und ehe der Rammler es versieht, gibt ihm die Häsin Anleitung, was er tun soll. In möglichster Eile bemüht sich nun der Rammler, ist aber dabei so ungezogen, mit den scharfen Nägeln der Häsin große Klumpen Wolle abzureißen.

Praktische Kaninchenzucht von Paul Starke.

Ausführliches Lehrbuch der Haltung, Zucht und Nutzung des Hauskaninchens. Vollständig neu bearbeitet und fortgeführt von Max Wischer. Zwölfte, ergänzte Auflage mit 130 Abbildungen. 317 p 8°. Leipzig (1941). Verlag von Dr. F. Poppe, Leipzig C 1, Herausgeber der Zeitschrift „Der Kaninchenzüchter“. Gedruckt in der Druckerei des „Kaninchenzüchter“, Dr. F. Poppe, Leipzig.

Die erste Auflage dieses Werkes von Paul Starke, „Praktische Kaninchenzucht“ (vgl. Starke) erschien im gleichen Verlag 1899. Abgesehen von zeitbedingten Konzessionen an das nationalsozialistische Regime ein außerordentlich wertvolles, hochinteressantes Werk. Im Vorwort betont der Autor, dass er auch die deutschen Landkaninchen und die Fuchskaninchen angegliedert habe. Folgende weitere Rassen werden  beschrieben: Angora, Deutsche (Französische) Widder, Helle Großsilber (Champagne-Silber, Französische Silber), Deutsche Großsilber, Groß-Chinchilla, Wiener, weiß, blau, andersfarbig, Klein-Chinchilla, Deutsche (Belgische) Riesen, Deutsche Riesenschecken, Englische Widder, Meißner Widder, Rote Neuseelländer, Japaner, Rheinische Schecken, Holländer, Lohkaninchen, Russen, Hermelin, Kurzhaar. Den vorangesetzten Artikel möchte ich übergehen und nur kurz bemerken, dass sich der Verfasser K. V. gegen „die große Anzahl Rassen“ aussprach. Er zeigte sich übrigens meiner Erinnerung nach als Freund handfester Brutalität, als ereine harmlose Fachzeitschrift, die gleichfalls im Dr. Poppeschen Verlag erschien, verbot, weil sich die Kanarienvogelliebhaber nicht in den „Reichsverband der Geflügelzucht“ eingliedern lassen wollten. Auf pp. 14 – 20 finden wir den schönen Artikel von Professor Dr. Hans Nachtsheim „Aus der Geschichte der Haustierwerdung des Kaninchens“. Illustriert durch alte Darstellungen des weißen Angorakaninchens und eines großen gescheckten Kaninchens. Es wird dabei auf ein Buch von Nachtsheim „Vom Wildtier zum Haustier“ (Alfred Metzner Verlag, Berlin) hingewiesen. Unter den Römern war es Varro (vgl. Möbes, Bibliografie der Tauben, Halle, der die Gehegehaltung der Wildkaninchen neben der von Feld- und Alpenhasen empfahl. Aus der Gehegehaltung entwickelte sich die Gehegezucht, jedoch berechtigt nach Nachtsheim nichts zu der Annahme, dass die Römer bereits zahme Kaninchen besessen haben. Von den ersten deutschen Kaninchenschriftstellern nennt Nachtsheim Stephan und Liebhali (1579). Im 16. Jahrhundert hören wir von weißen, schwarzen, gelben blauen und gescheckten Kaninchen. In Verona sollten in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Kaninchen gezeigt worden sein, die angeblich viermal so groß waren wie die Wildkaninchen.

 

Der Preis für Felle richtet sich in erster Linie nach der Dichte der Unterwolle.

Versuche, eine Kaninchenfarm als Existenzgrundlage einzurichten, haben immer mit einem Fiasko geendet. Interessante Aufnahmen von Anlagen für Stallzucht, Gehegezucht und Freilandzucht auf pp. 32, 34, 35, 36, 37, 38, 40, 42, 45, 50, 69 (aus Menhofer und Richter „Praktische Angorakaninchenzucht und Wollgewinnung“), 193, 195. Der Angorabeitrag auf pp. 53 – 81 weist mit seinen Fotos (11) aus, auf welcher Höhe diese Zucht steht. So wirkt der Rammler auf Seite 57 wie das zu Fell und Fleisch gewordene Idealbild.

 

Ein gewisser Herr von Meyerbach hatte 1777 das Angorakaninchen (ein Pärchen) „als eine sehr nützliche und des Gewerbefleißes seiner Landsleute würdige Seltenheit“ laut Hofprediger Mayer aus Obernreit in Franken, aus England nach Franken mitgebracht, wo er sich zwei Jahre aufhielt. Zwölf Jahre später hatte Mayer bereits Tiere nach Anspach, Wien, Prag, nach Sachsen, Schlesien, in das Hohenlohische und Bayreuthische verschickt. Wischer zitiert aus dem Mayerschen Werkchen: „Das Fleisch der Tiere hat einen süßlichen, widrigen, faden Geschmack“, worin der Verfasser einen Vorteil sieht, „damit sie weniger gegessen und desto mehr geschont werden sollen“. Nach ihm ist das Tier mit 12 Wochen schon in der Hälfte seiner Größe und „ganz mit reifen Haaren bedeckt“. Werden ihm diese nicht genommen, so werden die neu sprießenden Haare „einen schleunigen Tod veranlassen, weil diese verworrene Vermischung die Ausbildung der Knochen hindert, die Nerven mit den Eingeweiden zusammenzieht und dadurch seinen Tod beschleunigt“. (Das dürfte auf ausgedehntes Jungtiersterben in damaliger Zeit schließen lassen. Möbes.) Mayer befürwortet – 1780 – eine Haarpflege vermittels des Kammes. „Sitzen die Tiere in der Höhe, so werden die Haare länger und feiner.“ Alle drei Monate streut Mayer einen Bund Roggenstroh, „nur im Herbst und Frühling müssen die Behältnisse gereinigt werden“. „Die Nester dürfen nicht berührt werden, denn die Alte nimmt das so übel, dass sie ihre Jungen augenblicklich verlässt.“ Mayer kennt weiße, schwarze, blaue, himmelblaue, graue und rötliche Farbenschläge.

 

Einen zweiten Teil gab, Riem, Kurfürstlich sächsischer Kommissionsrat, 1792 heraus. Er legt in demselben seine verschiedenen Versuche dar und stellt fest, dass eine Häsin nach 10 und 21 Tagen nochmals belegt werden muß, was, wie man weiß, wie gleichfalls die obigen Zitate, unzutreffend ist. Er hällt aber eine Streu alle 8-14 Tage für nötig und ist für Nestkontrolle. Seine Abhandlung enthält einen Nachtrag von Ehlert, der vom Kamm nichts wissen will, aber ein Anhänger des Rupfens ist. Riem selbst hält wechselseitiges Rupfen und Kämmen für die beste Methode. Die von einem Königlich-Preußischen hochpreislichen General – Ober – Finanz – Kriegs – und Domänen-Direktorium angelobte Prämie von 16 guten Groschen für das Pfund gewonnener Angorahaare sofern man fünf Pfund liefert, ist in diesem Nachtrag auch enthalten. –

Wischer zitiert ein älteres Werk von Stegmann „Die Kaninchen- und Seidenhasenzucht“, pp. 1 – 36, eine Anleitung, wonach „zur Erzielung von Angorakaninchen sich jedes langhaarige Kanincheneigne, wenn es fleißig gekämmt und sehr warmgehalten werde. Jährlich zweimal wird es berupft und sobald man ein Paar, solcher langhaarigen Kaninchen erzogen hat, pflanzt sich dasselbe als Rasse fort. Wiederholt aber sei hier bemerkt, dass diese Tiere gegen Frost, Kälte und Nässe äußerst empfindlich und sehr haiklig zu erziehen sind.“

 

Wischer kennt auch schwarze, blaue, graue und gelbe Angora in hoher Vollendung.

 

Es genügt, wenn das hintere Drittel bzw. die hintere Hälfte des Stallbodens einen Rost erhält. Wischer ist sehr für Drahtroste (1 ½ cm). Die Leisten, auf denen sie ruhen, sind mit der oberen Kante etwa 10 cm von dem unteren Stallboden entfernt. Alle Holzteile eines Angorastalles sind innen gehobelt. Keine absolut freistehenden Stallungen. Vor Prallsonne schützen. Ställe schuppen umdeckt in schattiger Lage mit der Front nach Südosten. Zum (humanen) Abscheren der Haare bedient man sich einer Spezialschere mit aufgebogenen Spitzen. – Infolge der langen Nestwolle ist das Nest täglich zu untersuchen. Reichbehaarte Läufe, lange Stirn- und Ohrenbüschel sollen nach den Untersuchungen von Prof. James N. Pickard, Edinburgh, ein sicheres Zeichen für hohe Wollproduktion sein. Wischer hat als Preisrichter schon Tiere mit einer Haarlänge von 30 cm unter den Händen gehabt. Dauernd reichlich Wolle eines hohen Gebrauchswertes ist Zuchtziel. Innerhalb von 90 Tagen – zwischen zwei Schuren – Haarlänge von 6 cm bei größter Wolldichtigkeit

Für die Geschichte des französischen Widderkaninchens in Deutschland soll die Oktobernummer des Württembergischen Wochenblattes für Land- und Forstwirtschaft von Bedeutung sein. Sehr schöne Aufnahmen, besonders die des Paares auf Seite 83 und, sehr typisch, der weiße Rammler auf Seite 85. Der Körper soll gedrungen und massig sein, Vorderläufe eher kurz als lang. – Bei den Hellen Großsilbern (Champagne-Silber – Französische Silber) gefällt mir in Kopf- und Ohrenform der Rammler auf p. 87. Im Körper wirken französische Originaltiere noch gedrungener, mit breiterer Brust- und Hinterteilpartie, in der Silberung sind sie weniger gleichmäßig. Sehr wertvolle Angaben zur Geschichte des Champagne Silbers konnte Herr Wischer von dem Schuldirektor Doussot aus La Rothière (Champagne) erhalten. Die Rasse kann in der Champagne in ihrem Bestehen bis in den Anfang des 18. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. (Gris Argentés de Champagne). Sie werden nach Doussot erstmalig 1730 in einer landwirtschaftlichen Schrift, dann 1765 in der Enzyklopädie der Wissenschaften und 1809 in einer sich eingehend mit diesen Kaninchen befassenden Abhandlung des Abbés Rozier erwähnt. 1823 berichtet „Bonington Moubray“ (Schriftsteller-Pseudonym für John Lawrence. Möbes), dass die aus Frankreich eingeführten Silberkaninchen fast sämtliche damals in der Landschaft Lincolnshire gezüchteten Kaninchen verdrängt hätten. Die dunkelblau verlangte Unterfarbe ist in der Jugend am intensivsten. Es ist richtig, wenn Wischer in die geforderte gleichmäßige Silberung die Maulpartie, die Ohren und auch die Zehen mit Rücksicht auf die häufig sehr mangelhafte Unterfarbe nur bedingt einbezieht. – Die deutschen Großsilber sind eine Kopie der schwarzen Kleinsilber. Sehr gründlich werden auch Groß- und Klein-Chinchilla behandelt. Bei dem Bild des Klein-Chinchillas auf Seite 105 vermisst man, wie mir scheint, ein wenig den so entzückend gedrungenen kurzohrigen Wildkaninchentyp. Prachtvolle Aufnahmen belgischer (deutscher) Riesenkaninchen. Fein die wildgraue Häsin auf Seite 109, großartig der wildgraue Rammler auf Seite 110 mit wuchtiger Länge und Breite, mit starkem Kopf und straffen, langen kräftigen Ohren, sehr typisch auch die weiße Häsin auf Seite 112. Betrüblich ist nur die deutsche Züchterneidung für Umtaufen. Auch die Deutschen Riesenschecken sind durch schöne Fotos vertreten, die so recht ein Studienfeld für Kaninchenmaler darstellen, deren Bilder des öfteren durch einen hölzernen Stil verlieren. Nach Nachtsheim bedingt die Erbanlage der Schecken, dass sie aufspalten. Zu beachten ist, dass die – vorteilhafte – Paarung von fast weißen mit einfarbigen Tieren, beide aus Schecken gefallen, stets   n u r   Schecken ergibt, was bei Zusammenstellungen von allen punktscheckigen Rassen große züchterische Möglichkeiten eröffnet. Die Fotos der Englischen Scheckenkaninchen vergegenwärtigen ebenfalls den hohen Stand der Rasse, obwohl diese Rasse nicht so alt sein dürfte, wie Wischer anzunehmen scheint. In der II. Auflage des „The Book of the Rabbit” (London, 1889) wird sie jedenfalls noch nicht erwähnt. (Ich erinnere mich hier wieder mit Vergnügen des Tages, als mich mein Freund Sam Robson, Hull im Crystal  Palace auf die gleichmäßige, nicht zu eng und nicht weit voneinander plazierten Seitenflecken aufmerksam machte. Das war 1929. Tempi passati! Möbes.)

 

Von Kleinsilbern sind der schwarze und der gelbe Schlag abgebildet. Die gedrungene Körperform könnte noch etwas mehr zum Ausdruck kommen. Das beliebte gelbe Kleinsilber, das ich übrigens in guter Qualität in Wackersleben bei Magdeburg sah, ist ein gelbwildfarbiges Tier mit dem Silberungsfaktor. Deshalb sind Bauch und Unterseiten am Unterkiefer, an der Blume und an den Läufen weiß. Die Krallen sind hornfarbig. Beim braunen Kleinsilber muss die Unterfarbe des Bauches blau sein. Es wird blauschwarz mit weißem Bauch geboren. (Hier handelt es sich um eine ältere Rasse, die aus dem mittelschattierten Kleinsilber und dem Belgischen Hasenkaninchen herausgezüchtet sein soll. M.) Wischer führt ferner blaue Kleinsilber und havannafarbige Kleinsilber auf, bei denen die Zwischenfarbe durch einen havannabraunen Streifen gebildet wird, der von der dunkelblauen Unterfarbe stark abgegrenzt ist. Bei Holländern gibt Wischer eine bestechende, wohlgetroffene Charakteristik: Kurz, gedrungen, klein, rundlich und behäbig, mit Ohren gleich unserem Wildkaninchen. (Kempster W. Knight bezeichnet es als eine ausgesprochene Zwergform. In Frankreich wurde es „Nicard“ genannt, es gelangte verhältnismäßig spät nach England „Moubray“ erwähnt es nicht.)

 

Nach der Untersuchung von Professor Nachtsheim haben Russenk. und Silberk. genotypisch nichts miteinander zu tun. Die Rasse ist erstmalig von Mr. A. D. Bartlett 1857 beschrieben worden. Der Veröffentlichung ist laut Wische in „Proceedings of the Zoological Society of London“ (Part. 25, 1857, p. 159 – 160) eine farbige Lithographie mit zwei Alttieren und drei noch weißen Jungtieren beigefügt: Es heißt in der Beschreibung des Lepus nigripes oder “Blackfooted rabbit“, dass das Kaninchen kleiner, kürzer und kompakter sei als das gewöhnliche Hauskaninchen. Der russe ist nur ein Teilalbino mit rot durchleuchtenden Augen. Als Teilalbino hat er aber farbige „Gipfel“. Weiter zeigt er die Merkwürdigkeit unter Einwirkung von Kälte an farblosen Kahlstellen Pigment zu entwickeln. Auf p. 167 wird ein Russenkaninchen mit Kälteschwärzung abgebildet.

 

Mit fortschreitendem Alter verblasst die schwarze Farbe der Abzeichen, wird grau und ist schließlich nur noch schwach angedeutet, was aber ohne jeden Einfluss auf die Vererbungskraft der tiefschwarzen Farbe durch das betreffende Tier ist. Auf p. 169 einige nach der biologischen Seite hin interessante Gruppen dieser anmutigen lebensfrischen Rasse.

 

Die Jungen werden fleischfarbig geboren.

Typisch sind die Aufnahmen rot- und blauäugiger Hermelinkaninchen. Ihr Mindestgewicht beträgt 1 kg. Als ideale Oberlänge gelten 5 cm. Ein rassengeschichtlich bedeutsames Bild ist das des ersten in Deutschland eingeführten Castorrexkaninchen auf Seite 173. Das Verdienst Nachtheims und die praktischen Erfolge von Mette um die Gesundung der Kurzhaarzucht werden hervorgehoben. Luxfarbige Kurzhaar weisen auf der Oberseite aller Körperteile die hellsilberblaue Deckfarbe auf, die dem Luxkaninchen eigen ist. Hier wie dort sind der Bauch, die innere Seite der Läufe sowie die Kinneinfassung weiß und der Keil ist fuchsigrot. Wie beim Luxkaninchen muss auch beim luxfarbigen Kurzhaar die fuchsigrote Zwischenfarbe, gegen das Haar gesehen, leicht durch die Deckfarbe durchscheinen. Die auf dem Rücken und an den Seiten etwa 1 cm hohe, scharf abgegrenzte Unterfarbe ist am Bauch, an der Kinneinfassung, Brust, den Läufen und dem Kopf gräulichblau. Die graublauen Augen sind rot durchleuchtend und die Krallen hornfarbig.

 

Wischer beschreibt das „Deutsche Landkaninchen“, bei der die Nase ohne Zeichnung ist, wie auch die Backenpunkte fehlen.

 

Die Fuchskaninchen haben als eine Langhaarrasse mit einer Haarlänge von 5 – 7 cm bei starkem Grannenerichtum und – möglichst – zugleich dichter Unterwolle die an sie geknüpften Hoffnungen nicht erfüllt. Silberfuchsk. und Blaufuchsk. sind abgebildet (pp. 180 – 181). Die ersteren haben eine rein schwarze Deckfarbe und dunkelblaue Unterfarbe, die letzteren eine dunkelhavannabraune Deckfarbe und eine dunkelblaue Unterfarbe. Gut in der Reproduktion herausgekommen sind die Fotos von Marburger Feh, Lux- und Marderk. (typisch hellfarbig und heterozygot), Thüringer, Neuseeländer u. a.  Ein feiner Schnappschuss fing auch das Japanerkaninchen auf p. 131 ein. Wir sehen hier nicht nur die richtige Farbverteilung an der Vorderpartie, sondern eine jener typischen Körperstellungen, wie sie einem nur selten in Kaninchengemälden begegnet. Jungen Talenten, welche auf den Spuren unserer kürzlich verstorbenen Kaninchenmaler Karl Neunzig und Kurt Zander weiterwirken wollen, seien derartige Aufnahmen zum Studium empfohlen. Es ist nur schade, dass die kriegsbedingte Papierbeschaffenheit die Tiefenschärfe der Reproduktionen beeinträchtigt. Ganz ausgezeichnet werden die bizarren Formen de Englischen Widders und des (belgischen) Hasenkaninchens wiedergegeben. (pp. 120 und 142).

 

Ein Problem der Neuseeländerzucht in Deutschland wirft Wischer auf p. 128 auf: Die Deckfarbe soll bekanntlich von der Nase bis einschließlich Blumenoberseite statt rotgelb sein. Die amerikanischen Kaninchenzüchter verlangen für den Bauch ein cremefarbiges Rot und bezeichnen weiße oder fahle Bauchfarbe als einen Fehler. Auch die Unterfarbe wird der Körperfarbe möglichst ähnlich verlangt. Wenn wir an Kinn- und Bauchfarbe das Zugeständnis machen, dass sie weiß mit einem leicht hellgelben Anflug der Deckfarbe also das sein darf, was der Amerikaner als Stammzüchter dieser Rasse als fehlerhaft bezeichnet, so ist das der beste Beweis dafür, dass die in Deutschland gezüchteten Roten Neuseeländer bei weitem nicht befriedigen können. Der Erfolg wird sein, dass das geforderte satte Rotgelb der Decke ein frommer Wunsch und das jetzt allenthalben vorherrschende matte Gelb die Regel bleibt.

 

Auch auf p. 104 bei einer Erörterung der Farbe des Blauen Wieners entpuppt sich Wischer als lein ausgezeichneter Beobachter mit kritischem Feingefühl, wenn er feststellt: „Unsere sattblauen Brieftauben haben ungefähr den Ton, wie ihn ein guter blauer Wiener aufweisen soll, eine reine tief gesättigte dunkelblaue Farbe, glanzreich in gleichmäßiger Wirkung. Wenn nun auch die blaue Farbe gut gesättigt gefordert wird, so darf sie andererseits doch nicht zu dunkel werden und ins Schwarze hinübergleiten. Es will mir scheinen, als wenn augenblicklich auch nicht mehr bei allen Preisrichtern das volle Verständnis für den richtigen Farbenton vorhanden sei; die dunkelsten, fast schwarzblauen Tiere werden vorgezogen. Tritt man wenige Schritte vom Käfig, so erscheint das Tier ohne den geringsten Anklang an Blau einfach schwarz.“ Bei den Wienern haben wir es mit gänzlich voneinander verschiedenen Rassen zu tun, die erbbiologisch nichts und nur die Bezeichnung „Wiener“ gemeinsam haben. Zugelassene Farben: weiß, blau, schwarz, grau und blaugrau. Vgl. auch Beschreibung der andersfarbigen Wiener auf Seite 129; Farbenschläge des Meißner Widders, Seite 125/127; seltene Farbenschläge des Riesenkaninchens, Seite 113.

 

Bei den Rheinischen Schecken gilt nach vorausgegangenen Unstimmigkeiten jetzt die Zeichnung der Deutschen Riesenschecke als Ideal mit der Ergänzung, dass in den Zeichnungsmerkmalen schwarz und gelb nebeneinander vorhanden sein müssen. Ihr Gewicht ist von den Züchtern auf 3 kg festgesetzt.

 

Vom Wert des Felles sagt Wischer: „Er wird bestimmt durch die Dichte der Unterwolle. Fällt das Haar beim Gegenstrich und dem Vorhandensein einer normalen Granne sofort in seine ursprüngliche Lage zurück, so mangelt es an Unterwolle.… Das Haar der Normalhaarfelle soll sich ….bei Gegenstrich nur langsam zurücklegen; je langsamer das geschieht, umso dichter die Unterwolle, umso wertvoller das Fell. Zudem muss man sich mit der Hand geradezu hineinwühlen können.“

In der Zucht ist Wischer ein großer Befürworter des Nistkastens. Im Mittel 65x40x35 cm. Einschlupf an der Seite hinten, unten mit einer etwa 10 cm hohen Leiste versehen. Zwischen   S t i r n w a n d   und Deckel ein Spalt von 3 cm zur Lufterneuerung. Das vordere Drittel der Decke wird zwecks Nestkontrolle aufklappbar hergerichtet. Für Groß- und Kleinrassen entsprechende Maßveränderungen.

 

Die überaus wichtigen Fragen der Fütterung finden ihre hervorragende und ganz ausführliche Würdigung in dem Werk von Wischer, welcher der Natur als Lehrmeisterin folgen will. Mich interessierte hierbei u. a., wie Wischer Kartoffelschalen verfüttert. Gedämpft (gewaschen), „aber nicht von unreifen Kartoffeln“. Sie dürfen nicht die außerhalb der Erde in Kellern treibenden Keime enthalten. Wischer warnt vor etwa 30 Giftpflanzen bzw. macht er darauf aufmerksam.

 

Bei Jungtieren, die das Nest verlassen, muss man mit der Fütterung vorsichtig sein. Scheibchen von geschabten Karotten in zweckmäßigen Futtergefäßen, Blumenkohl- und Kohlrabiblätter sind zu empfehlen, nicht dagegen junger Rotklee, Rot- und Weißkohlblätter sowie Runkelrübe, die Angersen Süddeutschlands.

 

Die Ankündigung (1941), dass in absehbarer Zeit die Ohrmarke das alleinige Kennzeichnungsverfahren, ist (erfreulicherweise! M.) gegenstandslos geworden.

 

Wertvoll ist der Hinweis Wichers, sich nicht vorschnell von erprobten Zuchttieren zu trennen, die mit Vorteil 5 – 6 Jahre gebraucht werden können, so lange, wie sie Nachzucht liefern. Über den Geburtsakt werden auf p. 286 die Beobachtungen von Louis Elter („Le petit Fermier Strasbourg“) wiedergegeben: „Die Häsin saß vor dem seit acht Tagen vorbereiteten Nest auf den Hinterläufen, vielmehr auf der Hinterpartie in vorn erhobener Stellung. Ein Zittern und Zucken war an dem ganzen Körper des Tieres zu beobachten. Der Kopf der Häsin versenkte sich zwischen beiden Vorderläufen, ein Ziehen, ein Schlürfen, ein knätschendes Geräusch und ein Geborenes plumpste in das Nest. Vor jedem Gebären eines Jungen war dieses Zittern und Zucken zu bemerken, auch senkte sich nach jedem Aufhören dieses Zitterns der Kopf der Häsin zwischen die Vorderläufe, wieder ein Ziehen, wieder dieselben Geräusche und so wiederholte sich der Vorgang fünfmal. Beim letzten Jungen, das die Häsin gebar, konnte ich auch sehen, wie die zersprengte Amnionblase sowie die Plazenta, also die Nachgeburt, von der Häsin verzehrt wurde, daher das knätschende Geräusch. Das Junge hängt an der Nabelschnur bis zu aller letzt, die erst von der Häsin abgebissen wird, wenn alles andere verzehrt ist. Das Abbeißen geschieht in dem Augenblick, da das Junge in die Maulnähe der Häsin kommt, erst dann erfolgt die Abtrennung des Jungen von der Nabelschnur. Sofort, nachdem alle Tierchen geboren waren, stellte sich die Häsin über das Nest und säugte die Jungen. Das Saugen und Lutschen war merklich zu hören. Außerdem konnte ich genau sehen, dass sich die Jungen an den Saugwarzen festhielten. Erst nachdem die Häsin gesäugt hatte, wurde das Nest von ihr mit der schon vorher gerupften Wolle bedeckt und dann war ihr erstes, das Durstgefühl zu stillen.“

 

Ebenso wie in der Zucht des Haushuhnes ist das Erkennen des Geschlechts beim eben geborenen Kaninchen nicht leicht, aber von einer nicht zu übersehenden Bedeutung. Nach Prof. Dr. Nachtsheim (pp. 287/88) liegen bei den einen Jungen After- und Geschlechtsöffnungen so nahe beisammen, dass sie fast zusammenhängen und ineinander übergehen. Nachtsheim vergleicht dieses Bild mit einer 8. Dies sind die weiblichen Tiere. Bei den anderen Jungen sind die beiden Hälften der 8 auseinandergezogen, von einander getrennt, es ist ein ganz schmaler Zwischenraum zwischen After- und Geschlechtsöffnung vorhanden. Dies sind die Rammler. Auch die Geschlechtsöffnungen unterscheiden sich bereits ein wenig. Während die männliche Geschlechtsöffnung von einem Ringwulst ganz gleichmäßig umgeben ist, öffnet sich beim weiblichen Tier dieser Wulst nach hinten gegen die Afteröffnung zu, wodurch der Eindruck, dass die beiden Körperöffnungen hier miteinander verbunden sind, noch verstärkt wird. Laut Nachtsheim gehört einige Übung dazu, den Unterschied der Geschlechter zu erkennen.

 

Die Veröffentlichungen von Max Wischer, Berlin-Rahnsdorf, Püttbergeweg 77, erstrecken sich über eine Zeit von 50 Jahren. Sie erfolgten bzw. erfolgen in der „Zeitschrift Deutscher Kaninchenzüchter“, Berlin, der „Kleinen Landwirtschaft“, Berlin, dem „Süddeutschen Kleintierzüchter“, dem „Pelztierzüchter“, München, dem „Ratgeber“ und dem „Fellsammler“, München, dem „Ratgeber“ und dem „Fellsammler“, beide in Arnstadt in Thüringen, „Das Heim des Tierfreundes“, Haida (Tschechoslovakei), „Das Heim des Tierfreundes“, Haida (Tschechoslowakei), „Geflügel-Börse“, Leipzig u. a. Wischer ist ständiger Mitarbeiter der Zeitschriften: „Der Kaninchenzüchter“, Leipzig, „Land, Wald und Garten“, Berlin, „Guter Rat für Garten und Heim“. An Büchern erschienen von Wischer laut seiner Mitteilung vom 17. November 1947:

Wirtschaftliche Angorakaninchenzucht.

141 p., 2. Auflage, 1939. Verlag F. C. Mayer, München-Solln.

„Starke, Praktische Kaninchenzucht“,

300 p. 13. Auflage, 1947. Leipzig. Verlag Poppe.

„Fortpflanzung und Vererbung in der Kaninchenzucht“.

112 p. 2. Auflage, Leipzig 1938, Verlag Dr. F. Poppe.

„Die Chinchillakaninchen“,

„Die Silber-Kanin in ihrer Gesamtheit“,

„Die Wiener Kanin in ihrer Gesamtheit“, j

e 48 p. 1936. Leipzig. Verlag Dr. F. Poppe.

Das Blaue Wienerkaninchen (BlW).

„Der Kaninchenzüchter“, Leipzig, 51. Jahrgang Nr. 3/1947 – 20. März 1947 – p. 19 et seq.

„Die Forderung der statt dunkelblauen Deckfarbe hat, wie mir scheint, dazu geführt, dass die dunkelsten, die schwarzblauen Wiener vielfach vorgezogen werden. Das ist falsch. Solche sowohl wie hellblaue Farben sind minderwertig…“

Unsere Deutsche Riesenschecke.

„Der Kaninchenzüchter“, Leipzig, Nr. 3/1946. p. 17 – 30. November 1946 –

„… In der Mehrzahl lassen die Deutschen Riesenschecken jedoch das vollgriffige Fell vermissen.“ Großartiges Foto einer hochfeinen Häsin (schwarz-weiß) mit dem Zusatz: Aus in Neubearbeitung befindlichem Handbuch „Starke, Praktische Kaninchenzucht“.

Wie vermeide ich Aufzuchtverluste im Kaninchenstall?

„Jahrbuch für Kaninchenz.“, 1941.

Wirtschaftliche Angorakaninchenzucht.

143 p. 62 Abbild., Verlag F. C. Mayer, München, 1934.

Woodgate, F. G.:

Complete Book of Rabbit

Wulf, Arthur:

Album der Rasse-Kaninchenzucht mit Rassebeschreibungen und einem erläuternden Text

von Arthur Wulf, enthaltend 17 Kaninchenrassen nach Naturaufnahmen auf 14 Farbendrucktafeln. Verlängertes Querquart 30 x 22 cm. pp. 1/12 und Rassebeschreibungen auf Farbendrucktafeln. Würzburg. Druck und Verlag der Kgl. Universitäts-Druckerei von H. Stürtz. O. J.

Dieses prächtige Album mit seinen großformatigen Tafeln bildete für mich eine außerordentliche Überraschung, da es mir als eins der schönsten Erzeugnisse unserer Kaninchenliteratur bisher völlig unbekannt geblieben war, obwohl der betreffende Verlag mit Luxuswerken über Haushühner und Haustauben rühmlichst hervorgetreten ist. Das mir überlassene Exemplar hatte mitten in Berlin, in der Weberstraße, die Flammenmeere der untergehenden Großstadt gut überstanden. Der betreffende Verlag hat solche Zerstörungen erlitten, dass mir von dort keine Angaben über das Erscheinungsjahr gemacht werden konnte. Schätzungsweise ist das Buch gegen 1910 erschienen. Der Maler dieser, zum Teil ganz  hervorragend ausgeführten Kaninchenbilder ist nicht genannt, es dürfte sich jedoch vermutlich um  Schoener handeln, der die Illustrationen für das Kramersche Hühnerbuch schuf. Der Autor Arthur Wulf war langjährig Hauptmitarbeiter der Geflügel-Börse, Leipzig. Den Kaninchen widmete er sich vorzugsweise in den ersten Jahren seiner fachschriftstellerischen Laufbahn. Die eigentlichen Zuchtregeln werden in diesem Album nicht behandelt. Wulf befürwortet bereits die Außenstallungen und den grasüberwachsenden Auslauf mit Drahtgittern. Ohne Zugabe eines besonderen Kraftfutters sind Rassekaninchen kaum auf die Dauer im besten Zustand zu erhalten. Das Beste in dieser Hinsicht ist guter schwerer Hafer in mäßigen Mengen. Er kann in seiner anregenden Wirkung – eine Folge des Avenin genannten aromatischen Stoffes – durch kein anderes Körnerfutter ersetzt werden. Gutes Wiesenheu ist das „tägliche Brot“ des Kaninchens. Wer selbst erntet, säe Kleegras aus. Für den Winter pflanze man reichlich Grünkohl an. Die Topinambur (Erdbirne) wird meist im Anfang verschmäht, später aber gern gefressen, sie ist ein sehr guter Futterstoff und hat den Vorteil, dass man sie den ganzen Winter über in der Erde lassen darf. Die Bekömmlichkeit der Kleie verringert sich, wenn diese zu heiß überbrüht wird. Weichfutter hat bei ständiger Fütterung den Nachteil, die Unterleibsorgane zu erschlaffen.

 

Beim belgischen Riesen ist man von der Forderung besonders langer Löffel in der Neuzeit abgekommen, da deren Hauptzierde in der Straffheit liegt und diese bei sehr langen schlecht zu erreichen ist. Nur bestes Blut und sachgemäße Pflege z u s a m m e n machen erst das feine Tier aus. – Der belgische Riese muss in allen Punkten, nicht nur in der Länge, als wahrer „Riese“ gelten. Mit dem Bilde des wildgrauen belgischen Riesen hat Schoener eine ebenso Richtung weisende als auch meisterhafte Kaninchendarstellung geschaffen, die von Lebenswärme durchflutet wird. Die für den Maler durchaus schwierigen Feinheiten der Kaninchenerscheinung und Nuancen der Fellfarbe haben hier eine bewundernswerte künstlerische Interpretation gefunden. Nach unseren heutigen Begriffen könnten vielleicht Ohren und Kopf noch etwas kräftiger sein. Ausgezeichnet hat der Maler auch in dem Blauen Wiener-Kaninchen das Bild des lebenden Tieres festgehalten. Der Farbenton des Felles lässt darauf schließen, dass die damaligen Tiere noch mehr zu Rost neigten. Der Zusatz „Riese“ ist von Wulf schon in Klammern gesetzt. Das Gewicht betrug 6, ausnahmsweise 7 kg. Wulf kannte blaue, schwarze, gelbe und weiße belgische Riesen als Zufallsprodukte, sie werden meist nicht als prämiierungsfähig anerkannt. Weitere Bilder: Das Hasenkaninchen (nach Wulf seinerzeit noch nicht genügend akklimatisiert), Deutsches K. (uncharakteristisches Landkaninchen, was auch aus den Zuchtforderungen Wulfs hervorgeht), dunkelblau-weißes Holländisches K. (sehr kurzohrig), Black-and-tan-K. (sehr natürlich!), russisches K. (sehr getroffen in seiner natürlichen Körperstellung) seit etwa 1890 häufiger in Deutschland auftretend. Das „Graue Silberk.“ (Der mittelschattierte leichtere Typ, wie ich ihn vor 40 Jahren auf der „Villa Else“ in Falkenhagen zugleich mit französischen Widdern in einem großen Stall mit Voliere hielt, den mir mein tierliebender Großvater, der Berliner Pianofabrikant Carl Hintze, noch gebaut hatte. M.) Dann folgen gemeinsam auf einer Tafel das im Gothaischen erzüchtete „Chamoisk.“ (laut Joppich sind die gemsfarbigen Thüringer von dem Lehrer Gärtner in Waltershausen herausgezüchtet worden), Braunes Silberk., Havanna- und Hermelink., Japanisches K. (reines Weiß darf sich nirgends zeigen), die Englische Schecke (zeichnungsmäßig hier noch im Werden begriffen), Französische Widder (die deutschen französischen Widder zeigten laut Wulf damals viel Kreuzungsblut). Englische Widder (nach Wulf zweifellos aus derselben Urform herausgezüchtet, wie das französische Widderk.) und als letztes Bild das Angorakaninchen. („Ohren 10 – 12 cm lang, an den Spitzen bei feinen Tieren kleine Pinsel“).

Abschließend können wir das obige Werk als   e i n s   d e r   f e i n s t e n   E r z e u g n i s s e   a u f   d e m   G e b i e t   d e r   K a n i n c h e n l i t e r a t u r  bezeichnen, welche wir kennen, es scheint selten zu sein. Wer von unseren Lesern besitzt es? Wulf zitiert in seinem „Album“ folgende Spezialschriften:

 

Starke-Marpmann:

Das Belgische Riesenkaninchen.

Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.

Heintz, J.:

Das Belgische Hasenkaninchen.

Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.

Grünewald, A.:

Das holländische Kaninchen.

Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.

Rottloff, R.:

Das Black and Tan-Kaninchen.

Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.

Bartels, Adolf:

Das Russische Kaninchen.

Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.

Barthold, M. K.:

Das Silberkaninchen.

Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.

Heintz, J.:

Das Englische Scheckenkaninchen.

Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.

Behrens, Eduard:

Das Französische Widderkaninchen.

Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.

Barth, Emiel.:

Das Englische Widderkaninchen, in Wort und Bild

Ein Leitfaden zur Zucht und Pflege schöner Ausstellungstiere, erschienen bei Dr. F. als erstes Exemplar der Serie Poppe´s Bibliothek für Kaninchenzüchter, Band 1, Heft mit 64 Seiten

  [BP]

 

Köhler, W.:

Das Angora-Kaninchen.

Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.

 

Die Kaninchenzucht.

Grethlein´s praktische Hausbibliothek. Konrad Grethleins Verlag, Leipzig, um 1920 (Preis 1,10 Mk. postfrei) 118 Seiten, 41 Abbildungen, Format 17,5 x 11,5 cm, Papp-Einband.

Ein Ratgeber zu sachgemäßer Haltung, ergiebiger Züchtung und einträglicher Verwertung von Rasse – und Nutzkaninchen.

DIE KANINCHENZUCHT – A.Wulf – Grethlein s Verlag -1920.png

[BP]

Schreibers Atlas der kleinen Wirtschaftssäugetiere.

12 feine Farbendrucktafeln mit 39 Abbildungen der wichtigsten Rasse, Kaninchen, Ziegen, Schafe, Schweine usw. nebst 57 Seiten Text mit 19 Abb. 8°. Herausgegeben von Arthur Wulf, Leipzig, 1921. Verlag von J. F. Schreiber, Esslingen und München.

Den Hauptteil dieses hübschen Büchleins bilden die Ausführungen über Kaninchenzucht (pp. 1 – 35) und die sieben Kaninchentafeln nach Aquarellen des Tiermalers Kurt Zander, farbiges Umschlagbild mit deutscher Riesenschecke, schwarzem, dreifarbigen und Holländer Meerschweinchen. Abbildung Nr. 1: Kaninchenschädel mit Stiftzähnen, die hinter den beiden oberen Nagezähnen stehen und die der Familie der Hasen eigentümlich sind. Wulf beschreibt etwa 23 Rassen. Der Riese gilt in Belgien als Nationalrasse und ist besonders in der Gegend von Gent herausgezüchtet worden. In seiner Heimat kommt er rechtvielfarbig vor. Bei den eisenfarbigen soll die Farbe überall gleichmäßig grau sein, ohne weißen Bauch. Weiße Abzeichen an Kopf oder Füßen, auch nur weiße Krallen, sind grobe Fehler. Das Weiße Riesenkaninchen stellt den weißen Farbenschlag des Belgiers dar, wird aber als besondere Rasse betrachtet. In der Wirtschaftszucht empfiehlt Wulf mittelschwere Tiere. Recht große Ställe sind nötig. Die beim englischen Widder besonders bekannte „Madagaskarfarbe“ ist gelbbraun mit rußigem Kopf und Brust. „Schildkrotfarbig“ = weiße Zeichnung auf madagaskarfarbigem Grund.

Das blaue Wienerkaninchen entstand in den neunziger Jahren in Wien aus „Belgischen Riesen, französischen Gehegekaninchen und blauen Lothringern“. Es verlangt Schutz vor Sonne, die die Farbe bleicht oder rostig macht. Ähnliche Rassen sind die Belgischen Beveren und die englischen Reichskaninchen (Imperials). Das Marburger Fehkaninchen, ein aussichtsvolles Pelzkaninchen! Das alte Brabanterkaninchen, ein mittelgroßes, meist schwarzes oder blaues K. mit weißem Halsring, Strinblesse und Pfoten. Die Russenkaninchen färben sich erst allmählich aus, im Winter erscheinen bisweilen um die Augen graubraune Ringe. Sie sind den Silbern verwandt. (!) Bildertafel Nr. 1: Hasengrauer Bel-Riese, Deutsche schwarzweiße Riesenschecke, Weißer Riese. Tafel Nr. 2: Sehr ansprechend gelungene Widdergruppe, Engl. Widder, (schildkrotfarbig, sehr fein dargestellt), Franz. Widder (grau), Meißner Widder (mittelfarbig, figürlich fein getroffen). Tafel Nr. 3: Blauer Wiener, Weißer Wiener, Havanna, Alaska. (Der Bl. W. sehr hell, soweit aber natürlich.) Tafel Nr. 4: Grausilber, dunkel, Gelbsilber, Französischer (Riesen-) Silber, hell, Marburger Feh. (Figürlich wirkt der Champagne Silber [H. Gr. S.] typischer als Zanders neueres Bild in „Unsere Kaninchen“.) Tafel Nr. 5: Japaner, „Thüringer Gemse“, Hasenkaninchen. Tafel Nr. 6: Holländer, Black and Tan, Englische schwarz-weiße Schecke, Rheinische Schecke. Tafel Nr. 7: Junges und ausgefärbtes Russenkaninchen, Hermelin, Angora.

 

Immer mehr komme ich zu der Überzeugung, man würde auf den ersten Blick das Gegenteil annehmen, – dass das Malen von Kaninchenportraits weit schwieriger sein dürfte als das der Haushühner, Haustrauben, Zierfische usw. In diesem Zusammenhang werden die mir vorliegenden Originalaufzeichnungen von Kurt Zander interessieren, die darüber Auskunft geben, in welchen Zeitabständen er die obigen Tafeln abgeliefert hat. Tafel Nr. 1 am 19.09.1919; Nr. 2, 3, 4 am 30.06.1920; 5, 6, 7 am 14.08.1920. In der Farbenreproduktion sind offenbar in einigen Exemplaren die Tafeln Nr. 5 und 6 schlecht herausgekommen. So hat das Holländerkaninchen in einem Stück havannaähnliche Zeichnungsfarbe, in dem anderen zusätzliche grüne Schattierungen! Der Beschriftung nach sollte eisengrau gemeint sein.

 

Taschenbuch der Kleinhaustiere

(Federvieh, Kaninchen, Meerschweinchen, Ziegen, Schafe und Schweine) in zwei Teilen: 137 Seiten Text mit 45 Abbildungen auf 24 Farbendrucktafeln mit 105 Abbildungen der wichtigsten Rasse (Hühner, Enten, Gänse, Tauben, Kaninchen, Ziegen, Schafe usw.), nach Originalen von Kurt Zander, Kurt A. Meißner und Kurt Springer; pp. I – XI, 1 – 64 und I – IV, 1 – 57. 8°. Verlag von J. F. Schreiber, Eßlingen und München (1921). Das Taschenbuch vereinigt in einem Band den kleinen Atlas des Wirtschaftsgeflügels und den Atlas der kleinen Wirtschaftssäugetiere.

Geflügel- und Kaninchenställe

Mit 63 Abb. 3. Aufl. Leipzig: Alfred Michelis

WULFFTEN  PALTHE, A. W. van

100 Jahre „ORNITHOPHILILA“ 1894 – 1994

 

Eines der brillantesten Bücher der europäischen Kleintierzucht-Literatur.

Herausgegeben  wurde dieses würdige Werk in einem  tiefblau gehaltenen, feinen Leineneinband, der durch die goldgeprägte Beschriftung schon von Außen etwas Besonderes suggeriert.

Dieses Werk wurde  zudem mit einem  geschmackvoll gestalteten Schutzumschlag ausgeliefert.

Im Jahre 1994 feierte die niederländische Vereinigung für Kleintierzucht „ORNITHOPHILILA“ ihr hundertjähriges Bestehen! Aus diesem Anlass schuf der bekannte Züchter und Sammler von Rassegeflügelexponaten  A. W. van WULFFTEN  PALTHE eine Chronik, die den Rahmen des Üblichen sprengt. Es entstand ein Bildband, im Format von 28 x 22 cm, von denen jede der 140 Seiten eine regelrechte Augenweide ist!

Angefangen vom „Eigenen Hühnerhof des Johan Lentink“ – ein Nachdruck des unglaublich viel Ruhe und Harmonie ausstrahlenden Ölgemäldes des Meisters; weitergehend mit einem eindrucksvollen Rückblick in die Geschichte der durchgeführten Kleintier-Schauen.

Dort werden uns – unter anderem – im Bild solche Größen vergangener Tage wie der Engländer W.F. Lumley (Initiator des s/w „Fultons“), Cornelius Simon Theodorus van Gink (einer der genialsten Züchter und Tier-Maler die die Niederlande je hervorbrachte) zu seiner Glanzzeit und der „Taubenkönig“ C.A.M. Spruyt  vorgestellt. Das „Spruyt-Bild“ entstand nur 19 Tage vor dessen Tod…

Die verschiedenen Sparten der Kleintiere werden jeweils mit mehreren Kunstdrucktafeln alter Meister nähergebracht. Auf der gegenüberliegenden Seite ist jeweils die Beschreibung und eine weitere – immer hochwertige – Federzeichnung platziert. So kann sich der Betrachter an den wunderbaren Geflügelbildern des großen v. Gink ergötzen oder aber über die Kunst des belgischen Malers Rene Philippe Herni Delin staunen, der wie kein Zweiter Tauben malte – leider ist er nur Wenigen bekannt.

Herrlich auch die Abbildungen der Kaninchen, Meerschweinchen, und besonders die der Singvögel und des Park- & Ziergeflügels.

Vergleichbares gibt es kaum!

Vieles mehr ist in diesem Werk zu entdecken, deren  Schilderung erwähnenswert  währe. Den Besitzern dieses  tollen Zeitdokuments kann man jedenfalls nur gratulieren!

[BP]

Zeeb, Rudolf:

Kaninchenzucht und Kaninchenhaltung.

Mit 15 Abbildungen und Stallplänen nebst Baubeschreibung. 37 p. 2./3. erweiterte Auflage. 8°. Verlagsbuchhandlung Eugen Ulmer in Stuttgart, z. Z. (14a) Ludwigsburg, Körnerstr. 16. Dezember 1946. Preis 1,- RM.

Oberlandwirtschaftsrat i. R. Diplomlandwirt Rudolf Ludwig Zeeb (geb. 21.2.1880 in Stuttgart), Lorch/Württ. gibt hier in einem bescheidenen aber sicher willkommenen Werkchen einen Überblick über die Kaninchenzucht. Aufnahmen von Tieren Lorcher Züchter. Typisch besonders der Belgische Riese und Champagne Silber (H. Gr.-S.). Als Umschlagbild eine Großchinchilla-Häsin. Auf p. 5 ein schwarzes Riesenk. Von Irion, Lorch.

Beim Silberkaninchen verliert die reichste Silberung an Wert, wenn unter ihr keine Farbe lagert (Ed. Behrens). Nach Altmeister Emil Felden, weiland Pastor in Bremen, – „Der Kaninchenzüchter“ – erhalten die Kaninchen im Winter morgens Heu und Hafer, mittags etwas von den Wurzelfrüchten und abends ein Gemisch von gekochtem Gemüse und Kartoffeln mit Kleie eingedickt. Der Verfasser glaubt empfehlen zu können, den Deckakt zur größeren Sicherheit folgenden Tage zu wiederholen. Beißt die Häsin den Rammler ab und knurrt ihn an, so ist der erste Deckakt mit Erfolg vollzogen.

Zell, Th.:

Unsere Haustiere.

Buchhandlung Vorwärts, Berlin, 1921.

Ziemer, Hermann:

Die Kaninchenzucht.

  1. Aufl.,Berlin, 1917 p. 104. August Schulze Verlag Berlin W., Friedrich Wilhelmstr.24
  2. Aufl., 1920.

Das französische Widderkaninchen

erschienen in der Reihe „Bibliothek für Kleintier- und Geflügelzucht“ bei der Delff’schen Verlagsbuchhandlung, Husum 1905, 30 Seiten mit einer s/w-Fototafel

Das russische Kaninchen

1905, erschienen Verlag von E.F. Delff’s Buchhandlung

  [BP]

Der Kaninchenstall

P 40, Lehrmeister Bücherei 1941 mehrere Auflagen

[BP]

Zim, Herbert, S. :

Rabbits, American Rabbits

Journal Warrenton, Mo., USA

Zimmermann, Agoston (Augustin), (Dr.):

A házinyúl természetrajzy, Nützlichkeit des Kaninchens).

Verlag Magyar Természettudományi Társulat (Ungar. Naturwissenschaftl. Verein). Budapest 1927, 319 p. mit 214 Textabbild. (ungarisch).

Zürn, Friedrich Anton (Prof. Dr.):

Zum Streit über die Leporiden.

Weimar, 1877.

(Über das Angorakaninchen.)

„Gartenlaube“, 1874.

„Das Angorakaninchen ist verschieden gefärbt, wie der gewöhnliche Stallhase. Oft ist es weiß und hat rote Augen. Es gibt aber auch weiße Angorakaninchen mit dunklen Augen. Dann ist das weiße Fell (besonders aber Ohren, Schnäuzchen, Pfoten) an einzelnen Stellen gelb, gelbbraun oder braun gefärbt. Es besitzt dichte, lange und feine so genannte gewickelte Haare, die selbst auf den Fußsohlen sehr lang sind. Es ist nicht so beißsüchtig wie andere Kaninchen, sondern sehr friedfertig und gesellig und zerstört die junge Nachkommenschaft nicht. Früher wurde es häufiger als jetzt wegen seines zu Gespinnsten verwendbaren feinen Haares erzüchtet. Man kämmte es alle vierzehn Tage aus, und mehrmals im Jahre wurde es geschoren, oder es wurden ihm die Haare ausgerupft. Das Fleisch dieses Tieres soll keinen guten Geschmack haben.“

Die Krankheiten der Kaninchen

Verlag der Expedition der Geflügel-Börse, Leipzig

 

 

W i s s e n s c h a f t l i c h e   E i n z e l a b h a n d l u n g e n

 

(Veterinärmedizin – Anatomie – Histologie – Osteologie)

 

Aurin, Wilhelm:

Ist die Unterscheidung von Hasen- und Kaninchenhaaren durch Untersuchung der Cuticula und der Marksubstanz möglich?

Deutsche Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin. Bd. 20, Heft 4. Verlag Julius Springer, Berlin, 1933.

Bemmelen, J. F. v.:

Über den Unterschied zwischen Hasen- und Kaninchenschädeln.

Leiden, 1909. 138 p. mit 107 Abbild.

Beneden, E. v.:

Recherches sur l’embryologie des Mammifères. La formation des feuillets chez Lapin.

(Gand) 1880. 8°. 88 p. Av. 3 plchs. Color.

Benden, E. v et Julin, C.:

Recherches sur la formation des annexes foetales chez les Mammifères: Lapin et Cheiroptères.

Gand, 1884. 8°. 66 p. Av. 5 plchs (3 color).

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Noyau d’origine du nerf oculo-moteur commun du Lapin.

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Untersuchungen über das Kaninchen (Lepus cuniculus) in antiquar-liguist., zoogeograph. und paläontolog. Beziehung.

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Beitrag zur Kenntnis der Eibildung bei Kaninchen und der Merkstränge des Eierstockes bei Fuchs und Mensch.

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Über die Anheilungs- und Wachstumsvorgänge autoplastisch in die Augenvorderkammer des Kaninchens verpflanzter Ovarien, Uterus- und Tubenstücke.

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Les petits Quadrupedes de la maison et du champs.

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Les Liévres, Lapin et Léporides

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Haselbach:

Die Krankheiten der Kaninchen und ihre rationelle Heilung.

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Dieses veterinärmedizinische Werk stammt aus der Feder eines praktischen Kaninchenzüchters; Haselbach war Tierarzt.

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Sinnesfelder und Geschmacksknospen der Papilla foliata des Kaninchens.

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(Original-Mauskript) Zur Morphologie der Zähne der hasenartigen Nager. Handschrift von ca. 300 Blättern mit vielen Originalzeichnungen und Collectaneen. R. Friedländer & Sohn, Bücherverzeichnis Nr. 476, IV. p. 72.

Hilzheimer, Dr. Max:

Natürliche Rassengeschichte der Haussäugetiere.

Berlin und Leipzig 1926. Mit 124 Figuren im text und einer Zeittafel. Verlag Walter de Gruyter& Co.

Hilzheimer war Abteilungsdirektor am Märkischen Museum Berlin

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3 pts.

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Beobachtungen und Erfahrungen über die Kaninchenplage.

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Anatomie und Pathologie der Spontanerkrankungen der kleinen Laboratoriumstiere Kaninchen, Meerschweinchen, Ratte, Maus,

Berlin. 1931, 4°. Mit 270 z. T. farbigen Abbildungen.

Mit Beiträgen von Arndt, Berberich, Fiebiger, Kolmer, Lauche, Löwenthal, Ostertag, Preissecker, Rabinowitsch, Seifried, Worms u. a.

Johansson, Harald:

Undersökningar över epitelet i kaninendometriet.

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Krause, Prof. Dr. Med. Et Zool. Wilhelm:

Anatomie des Kaninchens  in topographischer und operativer Rücksicht

Leipzig. 1868. 8°. 269 S., 50 Holzschn., PappBd. d.Zt

Idem

  1. Auflage, Leipzig Engelmann 1884. Gr.-8°. XVI, 383(1) S. Mit 161 Textholzschnitten. Lpz., HLdr. d. Zt. m. Rverg.

Der deutsche  Anatom Wilhelm Krause, geb. 12. Juli 1833 in Hannover; gestorben am  4. Februar 1910 in  Berlin-Charlottenburg, war der Sohn des hervorragenden Mediziners Karl Friedrich Theodor Krause (1797-1868). Er absolvierte seine medizinische Ausbildung in Göttingen, in Berlin, in Wien und in Zürich. Er erlangte die Doktorwürde 1854, und wurde 1860 in Göttingen zum (Ordinarius) außerordentlichen Professor berufen. 1892 wurde er nach Berlin als Leiter des Labors des Anatomischen Instituts benannt. Seine Arbeiten betrafen sehr viele Gebiete, besonders aber Sinnes-und Nervenanatomie. 1860 veröffentlichte er eine Arbeit über die „terminalen Körperchen der einfach sensiblen Nerven. Als „Krause-Endkolben“ werden die sensiblen Rezeptoren der Haut bezeichnet. Er veröffentlichte eine Reihe von Fachbüchern und mehr als 100 Arbeiten in den medizinischen Journalen.

Kronacher, C.:

Allgemeine Tierzucht und Fütterlehre.

  1. – 3. Auflage, 6 Bände. Berlin, 1927.

Lesbre:

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Mammalia:

Lepus cuniculus.

19 Arbeiten von F. Carius, H. Eggers, K. F. Hoffmann, I. Kliemkiewicz, E. Nebelthau, E. Martini, F. Vogel u. a. (Lt. Antiquariatskatalog 104, K. F. Koehlers Antiquarium, Leipzig.)

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Neue Untersuchungen über multiplen Allelomorphismus beim Kaninchen.

Ztschr. f. induktive Abstammungs- und Vererbungslehre, Bd. 54. 1930.

Über eine erbliche Nervenkrankheit (Syringomyelie) beim Kaninchen.

Verhandlungen des I. Internationalen Kaninchenzüchter-Kongresses Leipzig. Zeitschrift für Pelztier- und Rauchwarenkunde, Bd. 3, 1931.

Schüttellähmung – ein Beispiel für ein einfach mendelndes rezessives Nervenleiden beim Kaninchen.

Der Erbarzt, Jahrgang 1, H. 3. 1934.

Kurzhaarkaninchen – drei genotypisch verschiedene mit dem gleichen Phänotypus.

Der Erbarzt, Jahrgang 1, H. 7. 1934.

Erbliche Zahnanomalien beim Kaninchen.

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Die Genetik einiger Erbleiden des Kaninchens, verglichen mit ähnlichen Krankheiten des Menschen.

Deutsche Tierärztliche Wochenschrift, 44. Jahrg., 1936.

Erbpathologie des Kaninchens.

Der Erbarzt, Jahrgang 4, H. 3 und 4. 1937.

Erbpathologische Untersuchungen am Kaninchen.

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Ztschr. für menschliche Vererbungs- und Konstitutionslehre. Bd. 22. H. 5. 1939.

Krampfbereitschaft und Genotypus. II. Weitere Untersuchungen zur Epilepsie der Weißen Wiener-Kaninchen.

Zeitschrift für menschliche Vererbungs- und Konstitutionslehre. Bd. 25. 1941.

Krampfbereitschaft und Genotypus. III. Das Verhalten epileptischer und nichtepileptischer Kaninchen im Cardiazolkrampf.

Zeitschrift für menschliche Vererbungs- und Konstitutionslehre. Bd. 26. 1942.

Die Bedeutung des Cardiazolkrampfes für die Diagnose der erblichen Epilepsie. Versuche an krampfbereiten und nichtkrampfbereiten Kaninchen.

Deutsche Mediz. Wschr. Jahrg. 1939. Nr. 5.

Zahnkaries und Vererbung.

Fortschritte der Medizin. 57. Jahrg. Nr. 13. 1939.

Die Genetik einiger Erbleiden des Nervensystems des Kaninchens.

In: Gegenwartsprobleme der psychiatrisch-neurologischen Forschung. Herausgegeben von Chr. H. Roggenbau. 1939.

Krampfbereitschaft und Erbbild des Epileptikers.

Der Erbarzt. Bd. 8, H. 2. 1940.

Künstliche Jungfernzeugung beim Säugetier.

Die Umschau. 45. Jahrg. H. 26. 1941.

Krampfbereitschaft und Lebensalter. Nach Beobachtungen am Kaninchen.

Zeitschrift für Altersforschung. Bd. 3. 1941.

Erbpathologische Parallelen zwischen Mensch und Tier.

Die Gesundheitsführung. II. 8. 1941.

Aufgaben und Möglichkeiten der vergleichenden und experimentellen Erbpathologie.

Zeitschrift für ärztliche Fortbildung. 39. Jahrgang. H. 4. 1942.

Die Pelger-Anomalie und ihre Vererbung bei Mensch und Tier. II. Die homozygoten Pelger und ihr Schicksal.

Der Erbarzt. Bd. 11. H. 7/8. 1943.

Die Pelger-Anomalie bei Mensch und Tier. Ein aufschlussreiches Kapitel der vergleichenden Erbpathologie.

Die Umschau. Jahrgang 1943. H. 13.

Erbleiden beim Tier in ihrer Bedeutung für die menschliche Erbpathologie.

Die Naturwissenschaften. Jahrgang 32. H. 444/47. 1944.

(Kaninchen) In der Enzyklopädie von Stang-Wirth begegnen wir in Bd. 6 einer von berufener Seite, nämlich von Prof. Nachtsheim stammenden Abhandlungen über das Kaninchen. Diese moderne Darstellung umfasst 14 Seiten, denen weitere 3 ½ Seiten über Kaninchenseuchen folgen. Die Rassen werden hier auf 6 Tafeln (20 Abbildungen) gezeigt. P. 88.

 

Nachtsheim, Prof. Dr. H. und Castle, W. E.:

Linkage interrelations of three genes for rex (short) coat in the Rabbit,

Proceedings of the National Academy of Sciences. B 19. 1933.

Nachtsheim, Prof. Dr. H. und Gürich, H.:

Erbleiden des Kaninchenauges. I. Erbliche Nahtbändchentrübung der Linse mit nachfolgendem Kernstar.

Zeitschrift für menschliche Vererbungs- und Konstitutionslehre. Bd. 23. H. 3. 1939.

Nathusius, H. v.:

Über die sogenannten Leporiden.

Berlin, 1876. 8°.

Nebelthau, E.:

(s. „Mammalia – Lepus cuniculus“).

Neugebauer, L.:

 

Duplizität des größten Teils des Körpers, beobachtet bei einem jungen Hasen(Lepus timidus).

(Bonn, 1854.) 4°. Mit Tafeln 34 p.

Parona, C.:

Anorm. Accrescim. d. incisivi nei Conigli.

(Genova) 1895. 8°. c. tav.

Paukul, E.:

Zuckungsformen von Kaninchenmuskeln verschiedener Farbe und Struktur.

(Leipzig) 1904. 8°. Mit 2 Kpfrt.

Pick, A.:

Untersuchungen über die topographischen Beziehungen zwischen Betina, Opticus und gekreuztem Tractus opticus beim Kaninchen.

Halle, 1895. 4°. Mit 12 Taf. u. Fig. 24 p.

Idem –

(Leipzig) 1896. 4°, Mit 12 Kpfrt.

Poppe, W. R.:

Einwirkung der Kastration auf das Knochensystem des Kaninchens.

Berlin 1932. „Kühn-Archiv“, 34, 61.

Reinhardt, L.:

Erde und Kultur. Eroberung und Nutzbarmachung der Erde durch den Menschen.

4 Bde. (Bd. 4 in 2 Teilen) München, 1911 – 1913. Mit farb. Karte, 402 (4 farb.) Taf. u. 229 Abbild. (Bd. 3; XII., pp. 270/276.)

  1. Erde und Wirtschaftsleben. –
  2. Kulturgeschichte des Menschen. –
  3. K u l t u r g e s c h i c h t e d e r N u t z t i e r e. – 4./5. Kulturgeschichte der Nutzpflanzen.

Retzius, G.:

Zur Histologie der häutigen Schnecke des Kaninchens.

(Stockholm) 1882. Mit 2 Kpfrt.

Endigungsw. Der Nerven in den Genitalvervenkörper des Kaninchens.

(Leipzig) 1890. Mit 2 Kpfrt.

Roeske, H.:

Nervenendigungen in den Papillae fungiformes der Kaninchenzunge,

Berlin, 1897. 8°.

Seilfried, O.:

Die wichtigsten Krankheiten des Kaninchens. Mit besonderer Berücksichtigung der Infektions- und Invasionskrankheiten.

München, 1927. 4°. Mit 54 Abbild. (vgl. allgemein. T.)

Sobotta, J.:

Über Bildung des Corpus luteum beim Kaninchen.

(Wiesbaden) 1897. 8°. Mit 7 color. Kpfrt.

Soulié et Verdun:

Sur 1. prem. Développment de la Glande thyroide, du Thymus et d. Glandules satell. de la Thyroide chez le Lapin et chez la Taupe.

(Paris 1897. 8°. av. plchs.

Stang, Valentin:

(s. Tierheilkunde und Tierzucht).

Tierheilkunde und Tierzucht. Enzyklopädie der praktischen Nutztierkunde.

Hrsg.: V. Stand und D. Wirth. 10 Bände und Sachverzeichnis. Berlin, 1926 – 1932. Mit 259 teils farb. Tafeln und zahlreichen Abbildungen (Vide pp. 88/111.)

Townsend, George A:

Practical rabbit keeping.

London 1912. Cassell and Company, Ltd. London

299 pp. Schwarz/weiß Abb.

Vogel, F.:

(s. “Mammalia – Lepus cuniculus”).

Wildt:

Zusammensetzung der Knochen des Kaninchens in verschiedenen Altersstufen.

Leipzig, 1872. 8°.

Winiwarter, H. v.:

Le Corpuseule interméd. Et le nombre d. Chromosomes du Lapin.

(Liége) 1900 8°. av. plche.

Williams, C. H.:

Rabbits for Food – Fur and Profit

First Edition 1935, Soft cover Book 64 pp. 13 monochrome sketches

Wirth, D.:

(s. «Tierheilkunde …»).

Woodward, M. F.:

On the milkdentition of Procavia capens and Lepus cunic.

With plate, 4°, (London) 1892.

Woroschiloff:

Verlauf der motorischen und sensiblen Bahnen durch Lendenmark des Kaninchens,

Leipzig, 1874. Mit 17 Tafeln und 11 Figuren, 60 p.

Boitard, M.:

Le Jardin des Plantes. Description et moeurs des Mammifères de la Ménagerie et du Museum d’Histoire naturelle.

Par M. Botard. Précédé d’une introduction histroique, descriptive et pittoresque. Par M. J. Janin. 472 p. 4°. Paris, J.-J. Dubochet et Cie, Editeurs, Rue Richelieu, 60. 1845. Typographie Schneider et Langrand, Paris; rue d’Erfurth, 1. (I. Edition 1842 ?) Über Kaninchen (Lapins) pp. 370, 371, 372.

Dieses Werk ist für die Geschichte des französischen Widderkaninchens (Lapin belier) von beträchtlichem Interesse. Es scheint sich um einen Neudruck der Edition 1842 zu handeln, die im „Catalogue of the fibrary of the zoological Society of London“ und im Bücher-Verzeichnis von R. Friedländer & Sohn, jetzt Charlottenburg, Knesebeckstraße 94, aufgeführt ist. Systema Mammalium. – Scripta miscellanea, p. 2. Das stattliche Buch, prächtig eingebunden, roter Lederrücken, Goldschnitt, enthält vier kolorierte Vogeltafeln, viele Holzschnitt-Tafeln, zwei von Grandville, auch von Susemihl, und unzählige Textillustrationen. Über den Verfasser lässt sich einiges sagen. Man könnte ihn für einen Privatgelehrten halten, auf jeden Fall ist er ein Volksschriftsteller mit wissenschaftlichen Ambitionen. Im Jahre 1824 gab er zusammen mit dem greisen Corbié, dem Vogelpfleger (Oiselier) der Herzogin de Berry unter Mitarbeit des in Paris lebenden deutschen Kupferstechers Johann Théodore Susemihl – [BPickert] geb. 1767 in Rainrod, Oberhessen,  war Tiermaler, Kupferstecher und Lithograph. Er arbeitete ab 1805 für die lithographische Anstalt Joh. Andrés in Paris, hier entstanden zahlreiche Zeichnungen von Vögeln und Vierfüßlern sowie andere Tierbilder. Seine Tafeln gehören in Stich wie Kolorit zu den Spitzenleistungen des späten Kupferstiches. Er schuf auch sämtliche Tafeln zur „Teutschen Ornithologie“, Darmst., 1800 –  (Dessinateur et graveur en relief d’objets d’histoire naturelle) das erste französische Werk über Haustauben heraus, ein Schmuckstück der Fachliteratur. Ich besitze noch ein kleines Werk von ihm aus dem Jahre 1839 (Nouveau Manuel du Naturaliste Préparateur): Von Boitard, Ritter der Ehrenlegion und Mitglied mehrerer wissenschaftlicher französischer und ausländischer Gesellschaften. Von jeher habe ich aus mir gewichtig erscheinenden Gründen vermutet und auch behauptet, dass die Zucht des hängeohrigen Kaninchens in Frankreich etwa in der Zeit von 1840 – 1855 aufgenommen wurde. (Persönliche Mitteilung an Karel Vojta.) Das wird jetzt trefflich durch die Kaninchenillustration auf Seite 372 des Boitardschen Buches bestätigt. Es sind hier fünf ausgewachsene Kaninchen und zwei Jungtiere gezeichnet. Von den fünf Alttieren zeigt nur ein Tier im Hintergrund kurze Stehohren, die anderen Hängeohr in den verschiedenen Stadien. Eins von ihnen weist ein Stehohr und ein Hängeohr auf.  A u f f al l en d   t y p i s c h   im Vergleich zu den übrigen ist das rechts im Vordergrund sitzende sehr kräftige große Widderkaninchen. Unwiderstehlich drängt sich einem hier der Eindruck auf, dass dieses „Paradestück“ ein vom Jardin des Plantes aus England eingeführtes Tier sein dürfte, das mit Stehohrkaninchen oder bereits vorhandenen, schwach hängeohrigen Exemplaren gekreuzt wurde.

 

Boitard katalogisiert verschiedene Hasen- und Wildkaninchenarten. „Der Domestikation unterworfen, in der das Kaninchen den Zunamen „Stallkaninchen“ erhält, hat es mehrere Varietäten geliefert. Alle diese sind größer als der Ausgangstyp und besitzen längere Ohren.“ Dann beschreibt B. die „b e m e r k e n s w e r t e s t e n“ Zuchtrassen. In seiner Systematik, die gewöhnlich angenommenen Arten in Unterarten zu spalten, erinnert B. an unseren berühmten Ornithologen Christian Ludwig Brehm, der sich bekanntlich damit einer ziemlichen Opposition aussetzte.

 

 

Neuen Rassen werden vom Boitard angeführt. Als erste Rasse bezeichnet B. das „Langohrstallkaninchen“, mit dem offenbar das in Mode kommende Widderkaninchen (Lapinbélier) gemeint ist.

 

Wir dürfen also hier der interessanten Tatsache gegenüberstehen, dass das Widderkaninchen, der „Lop-Ear“ des Engländers, etwa in der Zeit zwischen 1842 – 1845 als „C l a p i e r   á   l o n g u e s   o r e i l l e s“ auftauchte. Und ich glaube, Boitard ist hier authentisch, denn auch „Bonington Moubray“ (Practical Treatise, London, 1822 – 4. ed.?) fielen zunächst beim Lop-Rabbit als Ursache der Hängeohren die „… length and size of the ears“ auf. Boitard sagt also: Das Langohr-Stallkaninchen erreicht den Wuchs der größeren Hasen; seine Haarfarbe ist die gleiche wie die der Gehegekaninchen, aber seine Ohren sind verhältnismäßig viel länger und breiter. Nr. 2 ist ein weißes Stallkaninchen mit ganz kurzem Haar und ganz weißer Fellfarbe. Hat rote Augen wie alle Albinos. Als weitere Stallkaninchen werden folgende (Farben) beschrieben: Nr. 3 grauweiß, Nr. 4 rot, mehr oder weniger gelblich. Nr. 5 sattschwarz, Nr. 6 Schwarz-Weiß-Schecke. Nr. 7 das Silberkaninchen mit seidigem Haar von einem mehr oder weniger dunklen Schiefergrau. (Der Abbé Rozier soll es 1809 eingehend beschrieben haben. – Persönliche Mitteilung von Dussot, La Rothière, Champagne an Wischer.) Nr. 8 Angorakaninchen mit sehr langen, sehr seidigen Haaren. Nr. 9 der weiße Farbenschlag des Angorakaninchens, von Boitard als „L’Argenté““ (!) angesprochen.

Silber- und Angorakaninchen werden sichtbar als hochgezüchtete Edelrassen beschrieben.

Das Fleisch minderwertig ernährter Kaninchen hat einen faden Geschmack.

Die französische Originalbeschreibung lassen wir nachstehend folgen.

 

Die Boitardsche Originalbeschreibung

 

Soumis à la domesticité le lapin, qui prend dans ce cas clapier, a fourni plusieurs variétés, toutes plus großes que leur type, et ayant les oreilles plus longues. Les plus remarquables sont;

4° Le Clapier à longues oreilles, qui atteint la taille des plus grands lièvres; son pelage est le meme que celui du lapin de garenne, mais ses oreilles sont, proportionnellement, beaucoup plus longues et plus larges;

2° Le Clapier blanc, à poils ras et pelage entièrement blanc. Il a les yeux rouges comme tous les albinos;

3° Le Clapier varié, mélangé de gris et de blanc;

4° Le Clapier roux, d’une couleur rousse plus ou moins jaunatre;

5° Le Clapier noir, à poits ras comme les précédenis, et pelage entièrement d’un noir foncé;

6° Le Clapier pie, varié de noir et de blanc;

7° Le Riche, à poils soyeux, et pelage d’un gris d’ardoise plus ou moins foncé.

8° Le Lapin d’Angora, à poils très-longs, très-soyeux, qu’ou lui arrache chaque annèe pur l’amployer à la fabrication de feutres, de tricots et autres étoffes. Celui-ci a fourni plusieurs sous-varietes de couleur, parmi lesquelles on remarque ;

9° L’Argenté, à poils très-longs et d’une blancheur parfaite. La chair des lapins de garenne est assez estimée, mais il n’en est pas de mème de celle des lapins domestiques, qui est toujours plus ou moins fade, à moins qu’ils n’aient étè nourris ávec des végetaux choisis, et non avec des plantes potagères, teiles que le chou, etc.

 

 

Zeitschriftenübersicht

 

Allgemeine Kaninchenzeitung (vgl. Ratgeber für Kaninchenzüchter).

1905 zunächst als „Vogelsberg Zeitung für Kaninchenzüchter“ in Leben gerufen und wenig später übernommen vom Verlag von Friedrich Nagel, Neudietendorf. ab 1922 Verlag Willi Schmidt, Arnstadt (Thür.).

[BP]

American Rabbit Record, Kirkland (USA).

All-Pets Magazin. 18, Forest Ave, Fond du Lac, Wisconsin USA.

Founded 1934.

American Rabbit Journal,

Warenton, Missouri, USA/California Rabbit Magazine/Angora Rab bit Magazine/California Rabbit News/Angora Rabbit News/The Nat. Rabbit Raiser.

American Small Stock Farmer, The

Established  Sept. 1916 as “The Journal of Outdoor Enterprises“

Monatlich.  Preis  1945 =  $ 0,50 per Year

..\Titelseiten von Büchern und Zeitschriften\Zeitschrift – The American Small Stock Farmer – 29. Jahrg. 1945.png

Angorabladet. (Dänisch.)

Anzeiger für Tier- und Naturfreunde.

Fachblatt für Geflügel-, Vögel-, Hunde- und Kaninchenzucht. Offizielles Organ des Clubs Deutscher Geflügelzüchter, Sitz Berlin. Centralorgan der Sektion für Geflügelzucht der Sektion Landwirtschaftskammer der Prov. Brandenburg. Verlag von Otto Koobs, Forst i. L. Gegr. 1890.

Australian Rabbit and Pigeon Journal.

 

Bedrijfspluimveehouder en Avicultura, De.

(Cavia – en Pelsdierentelt.) «C. Misset» (N. V.) Doetinchern (Holland). Gegründet 1920.

Blätter für Kaninchenzucht

Zeitschrift für Züchter, Händler und Liebhaber. Organ des Vereins Hildesheimer Kaninchenzüchter, des Ersten Hannoverschen Kaninchenzüchtervereins zu Hannover und des Kaninchen-(Lapin-) Züchtervereins Nürnberg. – Herausgeg. von C. Rasch, Kammerassessor, Secretair des Land- und Forstwirtschaftlichen Provinzial-Vereins für das Fürstentum Hildesheim. – Verlag der Gerstenberg’schen Buchhandlung (Gebr. Gerstenberg), Gegründet 1. Januar 1874. Erschien halbmonatlich.-

Das erste ausgesprochene Kaninchen-Fachblatt in Deutschland, an dem bereits in der ersten Zeit des Erscheinens „die hervorragendsten Männer der Wissenschaft und Praxis, wie Professor Dr. Zürn in Leipzig, Forstjunker v. Hirschfeld in Bückeburg, Dirigent der Züchtereien des Prinzen Hermann von Schaumburg-Lippe, Universitätsgärtner Hochstetter in Tübingen und viele andere durch lehrreiche Beiträge  fördernd gewirkt haben“. – Ende des Jahres 1874 wurde die Zeitschrift auch in Österreich-Ungarn, in der Schweiz, in Holland, Russland, Schweden und Norwegen gelesen. – Für 1875 wurde dem Herausgeber Rasch vom Minister für die landwirtschaftlichen Angelegenheiten eine Beihilfe zu einer Reise nach Belgien und Frankreich bewilligt, um dort Studien über die Kaninchenzucht zu machen. – Im ersten Jahrgang schrieb Zürn über Psorospermien-Krankheit, Finnen-Krankheit Pentastomenbefall in Nr. 9, 14 und 17; über Akklimatisation usw. Duncker in Nr. 10, 2. Jahrgang, in der gleichen Nummer Zürn über Leporiden-Züchtungsversuche. – Das Gedeihen importierter Kaninchen unter unseren einheimischen Verhältnissen wird in Nr. 5 des 2. Jahrg. behandelt.

Brief-Taube (jetzt: Zoologische Zeitung; vgl. diese: Nachtrag, p. 237).

Ceskomoravský králikár (Böhmisch-Mährischer Kaninchenzüchter, vgl. Moravský králinár).

Chov drobnéno zvirectva (Die Kleintierzucht).

Vgl. V. Kálal; p. 81/82.

Chov hospodárských zvirat (Die Zucht der Wirtschaftstiere).

Leitung: Tierarzt J. Taufr, Walach.-Meseritsch, 1902. Vgl. V. Kálal; p. 81.

Deutscher Geflügelhof – Norddeutscher Geflügelhof verbunden mit der Zeitschrift „Schleswig-Holsteinische Blätter für Geflügelzucht“.

Organ der Reichsfachgruppe Ausstellungsgeflügelzüchter e. V. im Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter e. V. – Vereinsorgan vieler Landesfachgruppen, Ortsvereine und Sondervereine. – Oldenburg, Druck und Verlag: Wilhelm Walther, Oldenburg (1942; 42. Jahrgang vermerkt).

De Letzebuerger Klendéierenziichter  – Luxemburger Kleintierzüchter

Luxemburger Kleintierzüchter LKZ

Verbandsorgan des  „Union des Soditis Avicoles“

Herausgeber: Landesverband Luxemburger Kleintierzüchtervereine,

erscheint 7mal im Jahr, Auflage im Jahr 2005 – 89. Jahrg. = 4800 Exemplare

Redakteur: Erny Friob

[BP]

Fajnyúlgazdaság (Rassenkanichenwirtschaft).

Ujszeged 1937. Hauptredakteur Major Akos (ungar.).

Fur and Feather

(Devoted to Show-Rabbits, Cavies, Cats and Mice, Rabbits for fur, wooland flesh.) Founded 1888 by J. E. Watmough, Idle, Bradford, Yorksh. England.

Fur Weekly News Incorporating Furriers Journal,

79, Gl. Titchfield Street, London W. 1 Founded 1934.

In Nr. 777 vom 17. April 1948 werden für jährlich aus Belgien eingeführte Kaninchenfelle, einschließlich der englischen Unkosten für weitere Herrichtung von Joint Board of the British Rabbitskin Industry folgende Beträge angegeben: Undressed Rabbitskins: L 300,000, Dressed and/or Dyed Rabbitskins: L 240,000. Eingehend wird hier auch über den Besuch eines fließend englischsprechenden deutschen Fachmannes, des Herrn Heer referiert, welcher englische Züchter beraten soll.

Geflügel-Börse. Leipzig.

Expedition R. Freese, Leipzig C 1, Perthesstrasse 5. Gegründet 1879.

Die von April 1943 bis März 1945 unter dem Titel „Die Deutsche Geflügelzucht“ herausgekommenen Jahrgänge werden mitgerechnet und die Geflügel-Börse erscheint jetzt im 67. Jahrgang.

 

Giornale degli Allevatori, di Pollicoltura, Coniglicoltura e d‘ Allevamento

Diretto dai Dott. G. Licciardelli

Gegründet 1904

Geflügel-, Kaninchen-, Fisch- und Bienenzüchter.

Organ für den Kleintiergrundbesitzer. Herausgegeben von J. Nowotny, Wien. 12 Nummern pro Jahr. Preis 2 Mark. Gegen 1883.

 

Házinyúltenyésztés és Ertékesités (Kaninchenzucht und –Verwertung).

Budapest. Jahrg. I (1908) – Jahrg. X (1918). Herausgeber: Házinyúltenyésztök Országos Szövetsége, Budapest (ungar.).

Illustrierte Tierfreund, Der

Zeitschrift für die Gesamtinteressen der Tierfreunde, Tierschützer und Tierzüchter Österreich-Ungarns. Zentral-Organ für den An- und Verkauf von Haus-, Nutz- und anderen Tieren. Organ des Ersten steiermärkischen Geflügelzüchtervereines in Graz, des ersten steiermärkischen Geflügelzüchtervereines  in Graz, des ersten steiermärkischen Taubenzüchtervereines  in Graz, des Mährischen Landes- Geflügel- und Kaninchenzüchtervereines in Brünn und des Geflügelzüchtervereines für Wels und Umgebung.

Herausgeber Max Pauly, Köflach (Steiermark), gegründet 1894

„Der illustrierte Tierfreund“ erscheint am 1. des Monats und kostet bei der Franko -Zusendung ganzjährlich in Österreich-Ungarn 3Mk.; in die übrigen Länder des Weltpostvereins 4 Franken. Eine Nummer kostet 25 h.

[BP]

Zeitschrift – Der Illustrierte Tierfreund – Köflach – Österreich – gegr. 1894.png

Kaninavleren (Dänemark).

Kaninbladet (Dänemark).

 

Kaninchenfreund, Der

Zeitschrift zur Förderung und Hebung der Kaninchenzucht

Amtliches Organ des Provinzial-Verbandes Rheinischer Kaninchenzüchter in Westfalen-Lippe, des  Spezialklubs der Silberzüchter für Westdeutschland , des Preußischen Russenkaninchenzüchterklubs, des Internationalen Klubs weißer Riesen-Züchter, des 1. deutschen Havannakaninchen-Züchterklubs, des Rhein. Scheckenkaninchen-Züchterklubs.

“ Der Kaninchenfreund“ vom „Verlag für Kleintierzucht“ GmbH Dortmund,  erschien 1910 erstmalig und änderte in der zweiten Hälfte des Jahres 1911 sein Logo.

Den Fragekasten bearbeitete Lehrer C. Königs, Mühlheim/Ruhr, Sektionsleiter im landw. Verein für Rheinpreußen und Ehrenvorsitzender im Provinzial-Verband Rheinischer Kaninchenzüchter.

Zeitschrift – Der Kaninchenfreund – Logo 1-1911.png

Zeitschrift – Der Kaninchenfreund – Logo 27-1911.png

[BP]

„Kaninchenzeitung“

Offizielles Organ des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter und der angeschlossenen Fach- und Landesverbände. Ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutscher Bauernverlag GmbH, Berlin und der Oertel + Spörer Verlags-GmbH & Co. KG, Reutlingen.

Verantwortlicher Redakteur ist Dirk Wortmann, der selbst  erfolgreicher Kaninchenzüchter und Preisrichter ist.

Wenn auch von diesem oder jenem bedauert, entstand als logische Folge der jahrelangen Konkurrenz zwischen der Zeitschrift des Bauerverlages „Kaninchen, mit der aus dem Hause Oertel + Spörer DKZ, dieses Fachblatt

[BP]

 „Kaninchenzucht,  Die“

Gemeinschaftszeitschrift für die Dauer des Krieges der Zeitschriften „Der Kaninchenzüchter“, Leipzig — „Ratgeber für Kaninchenzüchter“, Arnstadt — „Süddeutscher Kaninchenzüchter“ Augsburg.

Herausgegeben vom Gemeinschaffsverlag der bisherigen Verleger Dr. F. Poppe, Leipzig, Willi Schmidt, Arnstadt, und Johann Scheurer, Augsburg Schriftleitung und Geschäftsstelle: Gemeinschaftsverlag ‚Die Kaninchenzucht in Arnstadt, Thür. Druck und Postauflieferung: Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig C 1. Erscheint an jedem dritten Mittwoch im Monat. Bezugspreis halbjährlich 1,06 Rpf

folgendes Editorial  wurde in der 1. Ausgabe vom 21. April 1943 abgedruckt:

Zum Geleit

Heute stellt sich uns „Die Kaninchenzucht“, die einzige ausgesprochene Kaninchenzeitung Großdeutschlands, vor. Die Zusammenlegung der drei führenden Fachorgane zu einem vereinigten Fachblatte wird vom Gebot der Stunde, von der Zusammenfassung aller wirtschaftlichen Kräfte zugunsten der totalen Kriegsführung, bestimmt und bedeutet eine Notmaßnahme im Kriege. Wir wissen, daß jedem Leser gerade sein Fachorgan, mit dem er in mancherlei Hinsicht verbunden war und das ihm jahrzehntelang ein lieber Freund und sachlicher Berater sein durfte, besonders ans Herz gewachsen war, und es ihm anfangs schwer sein wird, sich von ihm zu trennen. Aber die Zusammenfassung der verschiedenen Kaninchenzucht-Zeitungen zu einem Zentralorgan hinsichtlich Tradition und Erfahrung wird unseren zahlreichen Lesern und Zuchtfreunden zum Segen gereichen, nunmehr kommen ihm die Vorzüge mehrerer Zeitungen zugute. Im Allgemeinen braucht auch weiter hin niemand auf etwas zu verzichten, was ihm in seinem bisherigen Blatte besonders vertraut war und das ihn im besonderen interessierte. Gerade die Vereinigung dürfte sich auch in mancherlei Hinsicht als Stärke auswirken. Wir werden uns verständnisvoll und bereitwillig mit Maßnahmen abfinden, die unbedingt notwendig sind und als solche nur für die Dauer des Krieges Gültigkeit haben sollen. Besondere Sorgfalt werden wir der Ausgestaltung unseres neuen Fachorgans widmen. Instruktive und erstklassig bebilderte und kurze Abhandlungen aus dem Gebiete der praktischen Kaninchenzucht, die dem Züchter Richtschnur und Ziel seiner Arbeit abgeben, werden den Inhalt maßgeblich bestimmen, alles Unwichtige und Nebensächliche muß und wird verschwinden. Der „Sprechsaal“ muß aus Raummangel aufgegeben werden. Doch werden alle Anfragen von unseren fachlich geschulten Mitarbeitern gewissenhaft und pünktlich direkt schriftlich beantwortet.

Wir geben uns der angenehmen Hoffnung hin, daß „Die Kaninchenzucht“ recht bald liebevolle und verständnisvolle Aufnahme und Wertschätzung bei unseren zahlreichen Lesern finden möge. Nach dem siegreichen Kriege aber mag wieder jeder die Zeitung lesen, die ihm besonders wertvoll erscheint. Heute aber müssen alle Kräfte zusammengefaßt werden zur Erringung eines dauerhaften Friedens. Und dazu wollen auch wir Kaninchenzüchter in jeder Hinsicht tatkräftig beitragen.

Zeitschrift – Die Kaninchenzucht – Gemeinschaftszeitschrift 1943.png

[BP]

„Kaninchenzucht“, Die

Fachmitteilungsblatt  für Kaninchenzüchter

Verbandsorgan des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter der westlichen Zonen.

Herausgeber: Verband Bayer. Kaninchenzüchter, Sitz München. Verantwortlicher. Schriftleiter  Josef Cichon, Nürnberg, Bärenschanzstr.14; Druck: Franz Gürtlers Buchdruckerei GmbH., Forchheim. Erscheint monatlich zweimal und ist bei der Post oder der Schriftleitung „Die Kaninchenzucht“ Nürnberg Postamt 2, Abholfach, zu bestellen. Bezugspreis monatlich -,40 DM zuzügl.  Zustellgebühr.

Zeitschrift – Die Kaninchenzucht – Nürnberg – 1949 .png

[BP]

Kaninchenzüchter

Der Herausgeber: Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig, genannt der Leipziger Züchter, Gegründet 1895.

(Während der Kriegsjahre 1944/45 vereinigt mit „Ratgeber….“ als „Der Kanichenüchter“, Schriftleitung Willi Schmidt, Arnstadt (Thür.). Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.

 

Kanin-Eksporten (Dänemark).

Kaninen (Dänemark).

Kleintierbauer,  Der

Fachblatt für die Kleintierhaltung des Bauern, Siedlers und Kleingärtners

Monatsschrift der Reichsverbandes der Geflügelwirtschaft, des Reichsverbandes Deutscher Kaninchenzüchter, des Deutschen Imkerbundes, des Reichsverbandes der Ziegenzüchter, des Reichsverbandes deutscher Pelztierzüchter und des Reichsverbandes der deutschen Seidenbauer.

Mit einer Beilage: Haus, Feld und Garten.

Schriftleiter: Dr. W. Kupsch, Reichsschulungsleiter für Geflügel- und Kleintierzucht.

Verlag: Fritz Pfenningstorff, Berlin W 57, Steinmetzstr. 2

 

Bezugspreis: Halbjährlich durch die Post frei Haus 0,75 Mk

 

Von Januar bis Dezember 1944 erschienen. Wurde allerdings ab 1935 umbenannt in „Der Kleintierhof“

 

Zeitschrift – Der Kleintierbauer – Fachblatt für die Kleintierhaltung –  1934.png

[BP]

„Kleintier-Markt“

Illustriertes Wochenblatt zur Förderung der Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Fischzucht. – Mit einer Monatsbeilage für Hunde-Sport.

Erste Ausgabe 20.Feb. 1907, Verlag: Verlagsgesellschaft „Der Kleintiermarkt“, H. Lingl und L. v. Rauffer( 1. Vors. des Landes-VerbandBayerischer Kaninchenzüchter), München; Druck G. Uhl, Babenhausen.

zunächst nur Offizielles Organ des Kreisverbandes oberb. Kaninchenzüchter, des Kreisvereins niederbayer. Kaninchenzüchter, des Kaninchenzuchtvereins Rosenheim, Bavaria München, des Südd. Franz. Widder-Club, ca. 100 anderer Vereine.

Das Signet des Titelblattes schuf Bungartz, sowie das Logotype für die Rubrik „ Der praktische Kaninchenzüchter“ welche es mit der Ausgabe Nr. 4, vom 13. April 1907 erstmals gab.

Den Fragekasten bearbeitete Hermann Ziemer, Husum

 

Zeitschrift – Kleintier-Markt – 1907.png

Zeitschrift – Kleintier-Markt – Der praktische Kaninchenzüchter – 1907.png

[BP]

„Kleintierzüchter“. Der

Gegründet Mai 1917. Herausgeber: Hermann Haase, Berlin N: 54, Zionskirchstraße 18.

Kleintier-Züchter.

Mitteilungsblatt der Geflügelzüchter und Kleintierzüchter-Vereinigung, Zentrale (21a) Detmold in Lippe, Sachbearbeiter Heinz Randow, Zentrale Detmold, Gegr. 1947.

Diese Zeitschrift erscheint zweimal monatlich. Nr. 6/7 – April 1947 – bringt einen Artikel über Kaninchen von Dr. Lupe, der u. a. empfiehlt, die Krallen öfter zu besehen und zu beschneiden, wenn sie zu lang geworden sind. Ferner Thomas Brunner: Das Gerben von Kaninchen-, Ziegen- und Lammfellen. A. Busch: Kaninchendung. Von allgemeinem züchterischen Interesse ist der überdurchschnittliche Aufsatz von Heinz Randow: „Weiße Mäuse und Tanzmäuse als Pflege- und Zuchttiere.“

„Kleintierzüchter – Tierbörse“, Der

Fachzeitschrift für Geflügel- Kaninchen- Hunde- und Ziegenzüchter sowie Imker

Bundesorgan Deutscher Rassegeflügelzüchter und Verbandsorgan  des ZDK westlicher Zonen

Gegründet 1946, Scherer-Verlag Heilbronn; Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter Walter Müller, Heilbronn-N., Zeppelinstr. 68. Telefon 2594. Zweigbüro Karlsruhe, Postfach 271, Kapellenstraße 22-24, Telefon 3379; Auflage 10 000; Erscheint am 10. und 25. des Monats, später wöchentlich, jeweils am Samstag;.  Druck: Karlsruher Verlagsdruckerei GmbH., Waldstraße 28. Klischee: Riegger, Karlsruhe.

Ab Juli 1950 übernimmt  den Verlag die Karlsruher Verlagsdruckerei GmbH, für die Schriftleitung wird Willi Römpert, Rehlingen/Baden, Hockenheimer Str. 76 bestellt.

Bezugspreis: Einzelnummer 50 Pf g. vierteljährlich abonniert 2.50 RM., zuzüglich Zustellgebühr Preis nach der Währungsreform: monatlich abonniert 0,83 DM zuzüglich. Zustellgebühr; Einzelpreis 25 Pfg; erschien zunächst im Format  20 x 30, später 31 x 22 und ab Nov. 1949 im Großformat 44,5 x 31, mit der Ausgabe 42/1950 erscheint das Blatt im  alten, handlichen Format 31 x 22 und  mit gesenktem monatlichem Bezugspreis von 65Pfg, jetzt drei mal im Monat, jeweils zum 1. , 10. und 20. Tag .

ab 1950 erscheint eine Sammelmappe.

Mitarbeiter sind viele namhafte Autoren jener Zeit: Klein, geb. am 15.12.1881 in Berlin. ; Römpert, geb. am 3. 10. 1913 in Reilingen.; Meiners, geb. am 18.7.1880 in Walle;  Dr. H. W. Schmidt , geb. am 26.5.1885 in Danzig;  Gilch, geb. am 27.2.1885 in Böblingen.

 [BP]

 

Zeitschrift – Kleintierzüchter Tierbörse – 3. Jhg. – 1949.png

Zeitschrift – Kleintierzüchter Tierbörse – 1. Jhg. – 1947.png

Kleinveewereld, De.

Redactie: Klokhuisplein 5. Haarlem (Holland). Gegründet 1935.

Aufl. 5500 Ex.

In Nr. 41 vom 13. Oktober 1937 wird als Sekretär des „Ned. Cavia Club“ F. van den Bosch, „Veldzicht“Goes, Holland, ausgegeben und als bekannter Züchter Frans de Jong genannt.

Králikár ´ceskoslovanský (Der Böhmisch-Slavische Kaninchenzüchter).

Gegr. 1902 von J. V. Kálal, 1902 – 1914 im Sebstverlag.Bernalitz. 1920 – 1921 als Beilage zu „Zvirena“(Die Tiere) unter Leitung J. V. Kálals,. 1925 selbständig unter Leitung St. Komzák, Pardubitz. 1927 Leitung und Verlag Kálal, Pisek, nach dessen Tod 1927 – 1934 wieder unter Komzáks Leitung (vgl. Kálal; p. 82).

L’ Acclimatation

(Frankreich). 23, rue de la Monnaie, Paris.

Lapins et Cobayes.

Editeur Eugéne Meslav (Frankreich; laut Will wurde das Erscheinen im ersten Weltkrieg eingestellt).

L’Aviculteur Francais

(Frankreich).

Le petit Fermier.

Strasbourg (Frankreich) 5, Place du Corbeau.

Medlemsblad for Aalborg Amts Kaninavlerforening

(Dänemark).

Medlemsblad for dansk Pelskaninavlerforening

(Dänemark).

Medlemsblad for Hiörring og Omegns Kaninavlerforening

(Dänemark).

Medlemsblad for Sveriges Kaninavelsföreningars Riksförbund

(Schweden).

Monatsblatt des Badischen Vereins für Geflügelzucht.

Herausg. Carl Römer, Karlsruhe, gegr. 1864.

Moravský králikár (Der Mährische Kaninchenzüchter).

1908 – 1913 als  Monatsschrift, erschien seit 1910 als „Ceskomoravký králikár (Böhm.-Mähr. Kz.). Erscheinungsorte: Honetitz, Kramsier, Brünn, Lettowitz; Leitung: Urgasek, Pechtor, Táborský-Rosický, Soldan (vgl. V. Kálal, p. 84).

 

Neue Blätter für Kaninchenzucht.

Die erste Ausgabe erschien am 2. Januar 1891

Verlag und Expedition J. Lehmann, Schöneberg Berlin W, Stubenrauchstr. 6.

Herausgegeben von Paul Waser

Zeitschrift zur Förderung der Schlachtkaninchenzucht in Deutschland, zur Vermittlung für Kauf, Verkauf, und Tausch von Zuchtkaninchen, sowie Verwertung von Fleisch, Fellen und Wolle.

Die Zeitschrift erschien Anfang und Mitte des Monats im Abbonenment und kostete vieteljählich 75 Pfg.

Organ der Vereine in : Breslau, Chemnitz, Crimmitschau, Dürrheim, Eisleben, Eupen, Freiberg, Geringswalde, Groißsch-Pegau, Jena, Leipzig, Luckenwalde, Osterfeld, Ruhla, Saarau, Schwenningen a.N., Stadthagen, Tiefenbach, Worms, Zeitz und Zobten in Niederschlesien.

 Österreichische Kaninchenzüchter, Der.

Illustrierte Fachschrift zur Förderung der Kaninchenzucht. Organ des „Deutschen Verbandes der Kaninchenzuchtvereine und Einzelzüchter in Böhmen“, sowie  Organ des Verbandes deutscher Geflügel- und Kleintierzuchtvereine in Böhmen.

Herausgeber: B. Förster, Wannow – Aussig , ab Oktober 1909 in Rochlitz an der Iser in Böhmen, Riesengebirge.

..\Titelseiten von Büchern und Zeitschriften\Zeitschrift – Der österreischische Kaninchenzüchter – 3. Jahrg.1908.psd

Diese Fachzeitschrift kam erstmals 1906 heraus und erschien zunächst an jedem 2. Sonntag.

Ab 1909 erschien dieses Blatt jeden Freitag und war nun auch das Organ des Landesvebandes der Kaninchenzüchtervereine im Erzherzogtum Oesterreich unter der Enns, mit Sitz in Wien.

Bezugspreis  für ¼ Jahr frei Haus 1K 25 h, Deutschland 1 Mk. 30Pf, Schweiz 1 Frks. 60Cts.

..\Titelseiten von Büchern und Zeitschriften\Zeitschrift – Der österreischische Kaninchenzüchter – 6. Jahrg.1911.psd

[BP]

Österreich-Ungarische Blätter für Geflügel- und Kaninchenzucht.

1.Jg., 1878

Diese Zeitschrift erschien vom 1. Juli 1882 an unter dem Titel: Allgemeine Geflügel-Zeitung. Chefredakteur J. F. Nowotny. Administration: Wien III., Hauptstraße 9. Commissions-Verlag der k. k. Hof-Buchhandlung Wilhelm Frick, Wien N I., Graben 27 (48 Nummern pro Jahr).

Pelskonijnenfokker, Dr. Roermond.

Pelzkaninchenzüchter und Fellsammler, Der.

Illustrierte Wochenschrift für Kaninchen- und Kleintier-Zucht. Verlag Willi Schmidt, Arnstadt (Thür.) Nr. 29 vom 22. Juli 1936 bringt gute Fotos von Tieren ausländischer Züchter (vgl. „Ratgeber für Kz.“).

„Praktiker, Der“

Wochenschrift für Kleintierzucht und –Sport

Amtliches Fachblatt des Landesverbandes für Kaninchenzucht in Bayern, des Bundes Deutscher Geflügelzüchter, des Landesverbandes ostfriesischer Milchschafzüchter in Bayern, vieler Kreis-, Bezirks-, und Ortsvereine, für Ziegen- und Kleintierzucht

Redaktion Schwarzenbach/Saale, Druck: Praktiker-Druckerei Reinhold Pfeiffer GmbH Würzburg.

Erste Ausgabe 1896. Erschien stets jeden Freitag.

Den Sprechsaal für Kaninchen bearbeitete Karl Spitzenpfeil, Michelau. „Der Praktiker“ stand in der Zeit seines Erscheinens sicherlich hinsichtlich der Fachberichte und Verbandsinformationen in Wettbewerb mit der Fachzeitschrift „Kaninchenzüchter“ vom Verlag Dr. Poppe. Die breite Palette der Informationen  der Zeitschrift „Der Praktiker“ bescherte diesem Fachblatt einen festen Abonnentenstamm  über Jahrzehnte, und dies nicht nur im süddeutschen Raum.

Zeitschrift – Der Praktiker – Schwarzenbach a. Saale – Jahrg. 1924.png

[BP]

Prager Biene.

Illustrierte Zeitschrift für Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft in Österreich-Ungarn. Prag, gegründet 1872 (?), (Von Duncker 1874 als Fachblatt mit einzelnen Aufsätzen über Kaninchenzucht zitiert.)

Nachdem ich im „Ratgeber für Kaninchenzüchter“ auf dieses Blatt hingewiesen hatte, konnte Ing. V. Kálal dort erfreulicherweise weiteres Material über den böhmischen Kaninchenzucht-Förderer Eman. Ant. Melis entdecken und dessen Biographie vervollständigen. – In Nr. 21 des 3. Jahrgangs findet sich ein sehr interessanter Artikel über Gewichtszunahme und Fütterung mit Topinambur und Eicheln, der unter Köschner von uns nachgedruckt wurde. – Laut Prager Biene behauptete unter „allen bisher“ (1875) erschienenen bekannten Werken Dunckers „Rationelle Kaninchenzucht“ die erste Stelle.

Rabbit Monthly (The only rabbit magazine published on the Pacific Coast)

33, Green Street, Arcadia (Calif).

Ratgeber für Kaninchenzüchter –

Vormals: „Der Pelzkaninchenzüchter und Fellsammler“ und „Allgemeine Kaninchen-Zeitung“ (Verlag von Friedrich Nagel, Neudietendorf). Verlag Willi Schmidt, Arnstadt (Thür.). Gegründet 1922. (Während der Kriegsjahre 1944/45 vereinigt mit „Der Kaninchenzüchter“ Schriftleitung Willi Schmidt, Verlag Dr. F. Poppe, Leipzig.)

„Rassekaninchenzüchter“ Der

Illustriertes Fachblatt zur Förderung der Kaninchenzucht

Mitteilungsblatt der Verbände und Vereine Verbandsorgan des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter der westlichen Zonen e. V.

Gegründet 1946; Kurzname „RKZ“

Verlag für Kleintierzucht Helene Wellershaus, Dortmund, Plettenbergstraße 21/2, Fernruf 53336, Postfach 290; Verantwortlich für Inhalt und Anzeigen H. Wellershaus;

Druck: Bonyers, Lünen, Inhaber Heinrich Contzen ; Verlagspostanstalt: Dortmund.

Erscheinungsweise: zweimal monatlich am 5. und 20. Bezugspreis: durch die Post monatlich DM -,70 und 6 Pf. Postzustellgeld, durch Streifband viertel jährlich DM 2,50; Einzelnummer DM -,35; letzte Ausgabe, Nr. 8 April 1956.

1956 wurde der Verlag von Oertel & Spörer, Reutlingen, übernommen. Dieser Verlag  vertrieb seine Zeitschrift, „Deutscher Kleintier-Züchter“. Für die Leser  des  ehemaligen „RKZ“ bekam die Zeitschrift vorübergehend die Zusatzbezeichnung „Der Rassekaninchenzüchter“.  Mit diesem „Schachzug“ wurde der DKZ zum Zentralorgan des ZDK. Einige Mitarbeiter des „RKZ“ waren mit der Übernahme nicht einverstanden und versuchten das Blatt unter dem Namen „Deutscher Züchterfreund“ mit der Druckerei von Heinrich Contzen in Lünen fortzuführen, was sich aber schließlich als Fehlschlag herausstellte.

 

Zeitschrift – Der Rassekaninchenzüchter – Dortmund.png

Zeitschrift – DKZ — Der Rassekaninchenzüchter – Mai 1956.png

Zeitschrift – Deutscher Züchterfreund – Mai 1956 .png

 [BP]

„Rexzüchter, Der“,

Ottrau über Treysa (Germany), Gegründet 1948?

Rozhled králikárský (Kaninchenzüchter-Rundschau).

Herausg. Anton Kopecký, Teltsch/Mähren, 1901 – 1906 (vgl. V. Kálal, p. 81).

Schweizerische Blätter für Ornithologie und Kaninchenzucht.

gegründet 1877, Redaktion E. Beck-Corrodi in Hirzel, Kanton Zürich, Verlag u. Druckerei Ulrich & Co Zürich

Organ des Schweizerischen ornithologischen Zentralvereins und seiner Sektionen

  1. Beck-Corrodi, der auch das mehrmals aufgelegte Buch „Die Kaninchenzucht, ein kurzer Wegbegleiter zur rationellen Zucht und Pflege der Rasse-Kaninchen, sowie auch zur Produktion von Kaninchenfleisch“ bearbeite in den Wendejahren den überwiegenden Teil der Kaninchenthemen, die mit E.B.-C. gekennzeichnet waren.

Zeitschrift – Schweizerische Blätter für Ornothologie und Kaninchenzucht – 1902.png

[BP]

Schweizerische Kaninchenzeitung.

Redaktion: R. W. Burri, erscheint im Rahmen der „Die Tierwelt“, Zofingen (herausgegeben von der Schweizerischen Gesellschaft für Ornithologie).

Small Stock Magazine. Largest paid monthly circulation in the industry.

Lamoni, Jowa. U.S.A. Founded in January 1917. Gegründet 1917 unter dem Namen “Pet Stock Journal”.L. G. Blair,publisher; W. H. Blair, editor; John E. Kubec, acting editor.

Diese Zeitung ist der Kaninchen- und Meerschweinchenzucht gewidmet und nimmt für sich in Anspruch, das größte Magazin der Welt auf diesem Gebiet zu sein.

Süddeutscher Kleintier-Züchter. Das illustrierte Fachblatt für Geflügel-, Kaninchen-, Ziegen-, Bienen- und Hundezucht.

Herausgeber Joh. Schmid (Tailfingen bei Ebingen) und Werner Schmahl (Reutlingen). Verlag und Redaktion: Reutlingen (Württ.), Burgstr. 5, Schließfach 35 (Germany). Gegründet 1946.

Nr. 8 (1. Jahrgang dieses regelmäßig am 1. und 15. j. M. erscheinenden Fachblattes brachte am 1. Oktober illustriert als Leitartikel „Angora im Freiauslauf“ von Heinz Hammelmann, „Apfeltrester als Kaninchenfutter“ von E. Reik, Eislingen, „Aufbauarbeit in der Kaninchenzucht“ von K. Behrendt, Marburg (Lahn), „Schlachten eines Kaninchens“ von Erwin Fauser und „Spalterbigkeit und Langhaarfaktor“.

Zeitschrift – Süddeutscher Kleintier-Züchter – 1946.png

Szárnyasaink (Unser Geflügel),

Budapest. 1900 – 1917.

Eine sehr gute Fachzeitschrift, welche viele illustrierte Artikel über Kaninchen brachte.

Tier-Börse.

Dresden-Freital I, Gutenbergstr. 5. Gegründet von Dr. Langmann, 1885.

Tierwelt, Die  –  (Schweizer Tierwelt)

Fachzeitschrift für Ornithologie, Geflügel und Kaninchenzucht

Zentralorgan und Eigentum der. Schweizer Ornithologischen Gesellschaft u. deren Sektionen.

gegründet 1890, Aarau, später Zofingen

Redaktion für die Abteilungen Geflügel, Tauben u. Kaninchen ist Anfangs Julius Bloch

siehe auch Schweizerische Kaninchenzeitung.

Redaktion: R. W. Burri, erscheint im Rahmen der „Die Tierwelt“, Zofingen (herausgegeben von der Schweizerischen Gesellschaft für Ornithologie).

 

Zeitschrift – Tierwelt – Schweiz – gegr. 1890.png

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Tierwelt, Die

Zeitschrift für Tierkunde, Tierzucht und  Tierliebhaberei, Herausgegeben von der Zoologischen Gesellschaft – Verein zur Verbreitung Naturwissenschaftlicher Kenntnisse in Wien, gegründet 1901, Redaktion M.Wirth, erscheint  halbmonatlich, Abonnementspreis  jährlich 4 Kronen, Einzelpreis 20 Heller

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RIVISTA DI CONIGLICOLTURA, e allevamento Animali da Pelliccia

Organo dell‘ Istituto Nazionale di Coniglicitura, gegr. 1928

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Westdeutsche Allgemeine Geflügelzeitung.

Märkische Vereinsdruckerei Schürmann & Klagges, Bochum, Rathausplatz 8. Gegründet 1920. Nr. 1, Jhrg. 28, 15. X.1948 „Allgem. Gefl.-Ztg.“

Uj Magyarföld (Neues Ungarnland),

Budapest. Gegründet 1946? Mit Aufsätzen über die Kaninchenzucht.

Tauben- und Hühnerzeitung.

Herausgegeben von Dr. D. Korth und H. Korth. Siebenter Jahrgang. Berlin 1862. Commissionsverlag von Schotte & Co. P. 207

….“Von den jetzt so beliebt gewordenen französischen Kaninchen, welche die Farbe und Größe der Hasen haben und nicht allein des Vergnügens, sondern auch des Nutzens wegen gehalten werden… hat Herr Wilh. Schmidt, Stallschreiberstraße Nr. 5, im vorigen Jahr mehrere Paar aus Frankreich zur Zucht hier eingeführt. Das Paar junge Kaninchen wird von ihm für den Preis von 1 ½ Thlr. Verkauf und versand, auch nimmt die Redaktion Aufträge entgegen.“

„Wiener Vogelmarkt“

– Wegbereiter des Fachblattes

„Wiener Vogelmarkt“.

Als Vorläufer der Kaninchenausstellungen und Züchtertreffen kann in Wien der alteingeführte „Vogelmarkt“ angesehen werden, der seit Anfang des 17. Jahrhunderts bekannt war. Auf dem „Vogelmarkt“ wurden nicht nur Vögel, sondern auch Kaninchen, Meerschweinchen, weiße Mäuse und ebensolche Ratten, Eichhörnchen, Hunde und sogar Wild und Raubzeug feilgehalten. Im Jahre 1884 wurde der Lerchenfelder Vogelmarkt behördlich aufgehoben. Die Kaninchenfreunde verloren dadurch den gegenseitigen Kontakt und die Anregung zu ihrer Liebhaberei. Seit 1896 findet der Markt aber wieder allsonntäglich in Meidling statt. In Strohmeiers Gasthaus im XII B. in Wien finden sich die alten Pioniere der Kaninchenzucht ein. Der Wiener Volksschilderer Max Winter sagt dazu: „Im Hintergrund des kleinen Altwiener Wirtshausgärtchens haben die Kaninchenzüchter ihren sitz aufgeschlagen und in den Käfigen längs der Wand sitzen wahre Prachtexemplare von Rammlern und Häsinnen, die verkauft oder getauscht werden sollen. Davor aber stehen die jeweiligen Eigner der Tiere, die sie in Koffern, Kisten, Steigen und kleinen Käfigen gebracht haben. Ein buntes Bild voller Reize für den Laien, der da plötzlich gewahr wird, dass sich Tausende mit dem Züchtergeschäft befassen, dass es ihnen nicht nur Geschäft ist, dass es ein großes Stück ihrer Lebensfreude ausmacht, vielleicht ihre ganze, dass sie diesem „Sport“ dienen können. Bald umschwirren den Fremden die Fachausdrücke, die allen anderen geläufig sind.“

„Zentralblatt für Kleintierzucht“

Fachblatt des Verbandes der Kleintierzüchtervereine Deutschösterreichs

Erste Ausgabe April 1910.

Offizielles Organ des Verbandes der Kleintierzüchtervereine Österreichs, der Union österreichischer Kaninchenzüchter, Nachrichtenorgan des Wiener Geflügelzuchtvereines, der steiermärkischen Nutzgeflügelzüchter, des 1. oberösterreichischen Geflügelzuchtvereins u. des österreichischer  Seidenbauverbandes. Die Zeitschrift nannte sich  kurzzeitig auch „Zentralblatt für Kleintierzucht und Gartenbau“ und erschien zeitweilig einmal, dann wieder zweimal im Monat.

Nach längerer Pause  Wiedererscheinen mit Ausgabe 1. im Jan. 1934. Erscheint nun einmal im Monat – Redaktionsschluss an 15. eines jeden Monats. Die Bezugsgebühr beträgt jährlich l S. – Einzelnummerpreis 80 g, Verwaltung und Schriftleitung Wien, I. Riemergasse Nr. 6 (Frisch Verlag)  Druckerei Wilharitz & Brunner

Neben Verbandsnachrichten der unterschiedlichen Kleintiersparten wurden auch dieser oder jener Fachbeiträge zum Rassekaninchen veröffentlicht.

Zeitschrift – Zentralblatt f. Kleintierzucht u. Gartenbau -Österreich -1920.png

Zeitschrift – Zentralblatt f. Kleintierzucht u. Gartenbau -Österreich -1923.png

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Zoologische Zeitung (früher: Brief-Taube).

Mitteilungen für Liebhaber von nützlichen und Luxus-Haustieren. Herausg.:A. F. Lossow, Direktor und Inhaber des allgemeinen landwirtschaftlichen Instituts und Tierparks, Vorsteher der vereinigten Taubenfreunde in Berlin (1867).

Lossow lebte in Berlin-Steglitz und war Vorsteher des „Berliner Vereins für Fleischvermehrung durch Lapinzucht“. – Im Selbstverlag erschien von ihm Buch – zitiert nach Duncker – „Die Hasenkaninchen (Lapins) efc.“, Berlin.  Lossows Werbung in der Fachliteratur dürfte nicht einwandfrei gewesen sein. Zunächst sammelte er Jahresbeiträge in Höhe von 2 Mark als V o r s t e h e r  des oben genannten Vereins. Seine Tätigkeit als Kaninchenhändler und

-importeur erfolgte unter der Firmierung: „Die erste Berliner Lapin-Züchterei“, welche „den Herren Züchtern aus allen Ländern importierte Race-Kaninchen und die Jungen von hier gezüchteten und aklimatisierten Tieren“ in Aussicht stellte. Dann fungierte dieser reichlich betriebsame Herr A.F. Lossow als „D i r e k t o r“ des „Allgemeinen landwirtschaftlichen Instituts für Import und Export von fremdländischen Tieren als: Geflügel, Wild, Hasen, Schweinen, Hunden etc. auch Sämereien aller Arten, Bäumen und Sträuchern“. Wer an den Segnungen dieses vielversprechenden Unternehmens teilhaben wollte, hatte an den Herrn Direktor den für 1874 bestimmt empfindlich hohen Beitrag von 5 Thlr. = 15 Mark pro Jahr abzuführen. Zur Abwechslung kassierte Lossow als    „V o r s t e h e r“  des deutschen Zentralvereins für Geflügel-Import und –Züchtung 6 Mark Jahresbeitrag ein. Das alles ersieht man aus einem großen LOSSOWSCHEN Inserat in dem selbst verlegten Werk des Tierarztes H. Duncker; was Lossow als „Vorsteher“ der „Vereinigten Taubenfreunde in Berlin“ einzunehmen gewillt war,  entzieht sich unserer Kenntnis. – Vermutlich hat nicht nur Korth jr. Beiträge über Tauben, sondern auch Duncker solche über Kaninchen gelegentlich in der Lossowschen Zeitschrift veröffentlicht. – Ein Jahrgang 1867 dieses Blattes wurde in Dänemark aufgefunden und gelangte in den Besitz des schwedischen Redakteurs Bertil Harrison. – Unter „Briefwechsel“ fand ich in der „Gefiederte Welt“ vom 27. April 1876, Nr. 17 pp 167/168 folgende, an den Herausgeber der „Blätter für Kaninchenzucht“, Kammer-Assessor C. Rasch, gerichtete redaktionelle Notiz von Dr. Karl Ruß, die anscheinend den großen Kaninchenmagier Lossow in wenig vorteilhafter Beleuchtung zeigt. Ruß schreibt: „Es ist in der Tat ebenso verwunderlich als betrübend, dass die angesehensten Zeitungen in Berlin gar nicht selten dem schwindelhaften  Geschäft des bereits vielfach an den Pranger gestellten Vorstehers so und so vieler gar nicht existierender Vereine durch Aufnahme seiner Reklamen Vorschub leisten. Man mag in  einen Teil Deutschlands kommen, in welchem man wolle, überall wird man Kaninchen- oder Geflügelzüchter finden, welche in mehr oder minder empfindlicher Weise von jenem Mann geprellt sind, und wollte man gegen denselben Material sammeln, so würde eine überraschende Mannigfaltigkeit der haarsträubendsten Tatsachen veröffentlicht werden können. Wenn Sie auf diesem Gebiete rückhaltlos gegen ihn vorgehen, so kann dies bei allen einsichtsvollen Leuten nur Dank finden.“.

La Basse-cour.

Journal des chàteaux, fermes et villes. Bulletin des Expositions et des Concours généraux et régionaux ; Moniteur d’aviculture, et d’élevage pratique. Adminisration : 14, Boulevard Poissonniére, Paris (Vers. 1879).

„The joung angler, naturalist and pigeon and rabbit fancier.”

124 p. 98 illustrations. 12 mo. London: Routledge, Warne and Routledge. 1860.

 

Stammbücher

 

Zuchtbuchordnung (Körordnung) des Reichsverbandes deutscher Silberfuchs- und Edelpelztier – Züchter.

(Laut Beschluss vom 7.V.1926. 6 S. Leipzig.

 

 

 

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Sverigs Körsnársmástareförening.

Medlemsförteckning  1940. 50 s.

 

 

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Bernhard Pickert
1948 am Stadtrand von Berlin geboren und im elterlichen Einfamilienhaus mit großem Garten aufgewachsen, kam ich seit frühester Kindheit in den Kontakt mit dem dort gehaltenen Kleinvieh, wie etwa der Milchziege, Hühnern, Enten, Kaninchen und einem großen Haushund. Damals eine normale Situation, denn Kleintierhaltung nebst Bewirtschaftung der eigenen Scholle war weit verbreitet, denn die Erzeugung von Gartenbau- und Tierischen Erzeugnissen unterstützte die familiäre Eigenversorgung, in einer gerade nicht im Überfluss strotzenden Zeit, gleich nach dem 2. Weltkrieg. Erinnerung an diese Zeit ist noch wach, als ich als Grundschüler bei der Futterbeschaffung des heimischen Viehs helfen musste. Für die Enten wurde beispielsweise in den damals vorhandenen Entwässerungsgräben Entengrütze gefischt und für die Kaninchen Grünfutter von den überall noch vorhandenen, brach liegenden Freiflächen geholt. Derweil sich die Zeit hinsichtlich der Versorgungslage verbesserte, wurde von den Eltern das Kleinvieh alsbald reduziert. Kaninchen, die für den Festtagsbraten vorgesehen waren, aber blieben. Als in der Nachbarschaft einer der heimischen Kleintierzuchtvereine eine Ausstellung veranstaltete, kamen mir erstmals Rassekaninchen zu Gesicht. Die Veranstalter erkannten meine Begeisterung für Tiere und in dessen Folge wurde ich als 12jähriger Junge in den ortsansässigen Verein aufgenommen. Meine leidenschaftliche Verbundenheit zur organisierten Rassekaninchenzucht wurde somit geweckt, was schließlich dazu führte, mich umfassend mit diesem Thema zu beschäftigen und über Jahrzehnte Literatur und anderweitige schöne Dinge zusammenzutragen, die irgendwie eine Verbindung zum Kaninchen haben. Wohlwissend, dass es andere ähnlich begeisterte Idealisten gibt, ist über Jahrzehnte ein Archiv entstanden, welches Elemente dokumentiert, auf welche anderswo kaum direkter Zugriff besteht. Initiator für diese bleibende „Leidenschaft“ ist eigentlich der 1983 verstorbene Fachautor und Kleintierkenner Werner Karl Georg Moebes, welchen ich 1970 bei einer Kleintierausstellung kennen lernte und sogleich von seiner Persönlichkeit und seinem umfassenden Wissen begeistert war.