Die Rassekaninchenzucht besitzt eine reiche und Kulturgeschichte.

Sie wurde geprägt von engagierten Züchtern, kundigen Autoren, prägenden Funktionären und vielen Menschen, die ihr Wissen in Büchern, Zeitschriften, Jahrbüchern, Bildern und Dokumenten festgehalten haben. Ein großer Teil dieser Quellen ist heute jedoch schwer zugänglich – vergriffen, vergessen oder in Archiven verborgen.

Seit mehr als sechs Jahrzehnten sammle ich Zeugnisse dieser Entwicklung: Fachliteratur, historische Zeitschriften, Ausstellungskataloge, Vereins- und Verbandsjahrbücher, Bilder, Gemälde, Porzellanfiguren, Plaketten, Urkunden und zahlreiche weitere Dokumente. Aus dieser lebenslangen Sammlung ist ein Wissensbestand entstanden, der in seiner Breite und Tiefe einzigartig ist.

Mit der Enzyklopädie-Kaninchenzucht möchte ich dieses Wissen bewahren und allen Interessierten frei zugänglich machen – ob Züchter, Historiker, Sammler, Neueinsteiger oder einfach Neugierige.

Ein digitales Zuhause für ein analoges Lebenswerk

Viele der hier aufbereiteten Quellen existieren nur noch in wenigen Exemplaren oder wurden nie digitalisiert. Umso wichtiger ist es, sie zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Jeder Beitrag wird sorgfältig digitalisiert, strukturiert und – wo sinnvoll – kommentiert: Artikel aus alten Fachzeitschriften, Kapitel aus historischen Büchern, seltene Abbildungen sowie Auszeichnungen wie Plaketten, Urkunden oder Ehrenpreis-Pokale. Diese Arbeit ist zeitintensiv, aber notwendig, um das kulturelle Erbe der Rassekaninchenzucht für die Zukunft zu erhalten.

Auch meine eigenen Veröffentlichungen aus vielen Jahrzehnten finden hier ihren Platz. Sie ergänzen die historischen Quellen und verbinden Vergangenheit, Gegenwart und persönliche Erfahrung zu einem umfassenden Gesamtbild.

Schnelle Recherche durch eine wachsende Datenbank

Die Enzyklopädie soll nicht nur bewahren, sondern auch den Zugang erleichtern. Deshalb erfasse ich Jahrbücher, Kataloge, Zeitschriften und weitere historische Quellen systematisch in einer Datenbank.

Gezielte Filterfunktionen ermöglichen eine schnelle Eingrenzung der Themen und führen die Leser ohne Umwege zu den relevanten Inhalten.

Aktuell sind die traditionsreichen Jahrbücher „Das blaue Jahrbuch“ aufgenommen – ein bedeutender Schatz für alle, die sich mit der Geschichte der Rassekaninchenzucht befassen. Mein besonderer Dank gilt dem Verlag Oertel & Spörer für die Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Werke. Ohne solche Unterstützung wäre die digitale Bewahrung dieser Quellen nicht möglich.

Für die Gemeinschaft – und für die Zukunft

Diese Plattform richtet sich an alle, die sich für die Geschichte und Entwicklung der Rassekaninchenzucht interessieren:

  • aktive und ehemalige Züchter
  • Preisrichter und Funktionäre
  • junge Menschen, die einen Einstieg suchen
  • Historiker und Sammler
  • Vereine und Verbände
  • und alle, die Freude an der Kulturgeschichte eines traditionsreichen Hobbys haben

„Mein Anliegen ist es, Wissen zu bewahren, verborgene Zusammenhänge sichtbar zu machen und die reiche Vielfalt der Rassekaninchenzucht für kommende Generationen festzuhalten. Denn über viele Jahrzehnte hinweg war die Kaninchenzucht für zahlreiche Menschen eine Stütze – für Leib und Seele.“

Die Enzyklopädie wächst kontinuierlich. Jeder neue Beitrag ist ein weiterer Baustein eines großen Mosaiks, das die Geschichte unserer Zuchtkultur erzählt. Die Arbeit ist umfangreich – aber sie lohnt sich. Denn nur, was wir bewahren, kann auch in Zukunft verstanden und geschätzt werden.

 

Vorheriger ArtikelBibliographie des Kaninchens
Nächster ArtikelWerner Karl Georg Moebes
Bernhard Pickert
1948 am Stadtrand von Berlin geboren und im elterlichen Einfamilienhaus mit großem Garten aufgewachsen, kam ich seit frühester Kindheit in den Kontakt mit dem dort gehaltenen Kleinvieh, wie etwa der Milchziege, Hühnern, Enten, Kaninchen und einem großen Haushund. Damals eine normale Situation, denn Kleintierhaltung nebst Bewirtschaftung der eigenen Scholle war weit verbreitet, denn die Erzeugung von Gartenbau- und Tierischen Erzeugnissen unterstützte die familiäre Eigenversorgung, in einer gerade nicht im Überfluss strotzenden Zeit, gleich nach dem 2. Weltkrieg. Erinnerung an diese Zeit ist noch wach, als ich als Grundschüler bei der Futterbeschaffung des heimischen Viehs helfen musste. Für die Enten wurde beispielsweise in den damals vorhandenen Entwässerungsgräben Entengrütze gefischt und für die Kaninchen Grünfutter von den überall noch vorhandenen, brach liegenden Freiflächen geholt. Derweil sich die Zeit hinsichtlich der Versorgungslage verbesserte, wurde von den Eltern das Kleinvieh alsbald reduziert. Kaninchen, die für den Festtagsbraten vorgesehen waren, aber blieben. Als in der Nachbarschaft einer der heimischen Kleintierzuchtvereine eine Ausstellung veranstaltete, kamen mir erstmals Rassekaninchen zu Gesicht. Die Veranstalter erkannten meine Begeisterung für Tiere und in dessen Folge wurde ich als 12jähriger Junge in den ortsansässigen Verein aufgenommen. Meine leidenschaftliche Verbundenheit zur organisierten Rassekaninchenzucht wurde somit geweckt, was schließlich dazu führte, mich umfassend mit diesem Thema zu beschäftigen und über Jahrzehnte Literatur und anderweitige schöne Dinge zusammenzutragen, die irgendwie eine Verbindung zum Kaninchen haben. Wohlwissend, dass es andere ähnlich begeisterte Idealisten gibt, ist über Jahrzehnte ein Archiv entstanden, welches Elemente dokumentiert, auf welche anderswo kaum direkter Zugriff besteht. Initiator für diese bleibende „Leidenschaft“ ist eigentlich der 1983 verstorbene Fachautor und Kleintierkenner Werner Karl Georg Moebes, welchen ich 1970 bei einer Kleintierausstellung kennen lernte und sogleich von seiner Persönlichkeit und seinem umfassenden Wissen begeistert war.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein