Dr. Ursula Koetter , Burgdorf-Otze – „Das Blaue Jahrbuch“ 1979

Schöne Augensterne besiegen tausend Mängel, sagte Goethe von Frauen. Doch gilt nicht auch für das Tier, dass von seinem Blick eine besondere, oft faszinierende Wirkung ausgeht?

Die Verhaltensforschung hat herausgefunden, dass wir Geschöpfe mit rundlichem Kopf und großen Augen, wie sie Kindern und jungen Tieren eigen sind, deshalb so anziehend empfinden, weil sie ein Betreuungsverhalten bei uns auslösen. Konrad Lorenz nennt es Brutpflegeinstinkt. Dagegen reagieren wir auf Lebewesen mit schmalen Köpfen und kleinen Augen, z. B. auf Maus und Ratte, eher ablehnend.

Auch in der Kaninchenzucht bevorzugen wir Tiere mit kurzer, runder Kopfbildung und schließen Tiere mit spitzen, schmalen Köpfen von der Zucht aus. Die Bewertungsbestimmungen sagen jedoch wenig über Größe und Ausbildung der Augen, und doch könnte eine stärkere Beachtung eines ausdrucksvollen, lebhaften Auges bei der Zuchtwahl, wie sie sich schon im Europastandard abzeichnet, viel zur Schönheit und Beliebtheit der Rassekaninchen beitragen. Der erfahrene Züchter weiß zwar, dass muntere, blanke Augen ein Zeichen für Gesundheit und Wohlbefinden seiner Tiere sind; aber häufiger zeigt sich auf Ausstellungen, dass der Preisrichter fehlerhafte Erscheinungen am Auge feststellt.

In den Berichten von der Bundesschau in Stuttgart haben A. Dietrich und Posthoff (DKZ 7/78) solche Augenfehler angesprochen; dies sei ein Anlass, im Folgenden auf den Bau des Auges, die Augenfarben und einige krankhafte Erscheinungen am Auge des Kaninchens einzugehen.

Bau des Auges

Das Auge ist ein kompliziert gebautes, paariges Organ. Es liegt zu beiden Seiten des Kopfes in den knöchernen Augenhöhlen des Schädels und besteht aus dem Augapfel, dem eigentlichen Sehorgan, und seinen Anhangsgebilden, die alle seinem Schutz dienen: Augenlider und Wimpern verhindern Beschädigungen durch Fremdkörper, die Bindehaut stellt eine schützende Umhüllung dar, und die Tränendrüsen sorgen für eine ständige Reinigung.

Der äußere sichtbare Teil des Augapfels zeigt die farbige Regenbogenhaut oder Iris, in deren Mitte das dunklere Sehloch, die Pupille, mit der Linse liegt. Darüber wölbt sich wie ein Uhrglas die klare, durchsichtige Hornhaut, die am Rande in die weiße Lederhaut übergeht. Die vordere Augenkammer zwischen Hornhaut und Iris ist mit Kammerwasser gefüllt, sein Innendruck verleiht dem Auge Glanz und Wölbung.

Außer dem oberen und unteren Augenlid finden wir beim Kaninchen, ebenso wie bei Katze und Hund, im inneren Augenwinkel ein drittes Augenlid, die Nickhaut. Sie hat durch ihre Verbindung mit der Tränendrüse ebenfalls Reinigungsfunktionen und kann, auch bei Erschrecken, bis zur Mitte des Auges geschoben werden. Nor- malerweise ist die Nickhaut aber bei geöffnetem Auge nicht sicht- bar, sondern im Lidwinkel verborgen.

Die verschiedenen Augenfarben entstehen zum Teil durch die Färbung der Iris, die deshalb auch Regenbogenhaut heißt, zum anderen Teil durch Besonderheiten im inneren Bau des Auges, der noch zu erläutern ist:

Der Augapfel wird von Muskeln und Sehnen in der Augenhöhle gehalten und durch Fettgewebe gegen Erschütterungen abgepolstert. Seine Wandung besteht aus drei Häuten:

1. Die äußere feste Lederhaut, das Weiße des Auges, umschließt den Augapfel wie eine Kapsel.

2. Die mittlere Aderhaut führt zahlreiche kleine Blutgefäße und trägt eine schwarz pigmentierte Beschichtung, die auch die Rückseite der Iris überzieht. Diese schwarze Schicht verdient besondere Beachtung im Zusammenhang mit der Augenfarbe; sie dunkelt das Augeninnere gegen Seitenlicht ab.

3. Die innere lichtempfindliche Netzhaut kann deshalb nur durch die Pupille Lichtstrahlen empfangen. Die Irismuskulatur reguliert dabei die Sehlochöffnung je nach Lichtstärke, der Blende einer Kamera vergleichbar, während die Linse für die scharfe Abbildung auf der Netzhaut sorgt. Der Sehnerv verzweigt sich von der Rückwand des Auges her in der Netzhaut und leitet die empfangenen Lichtreize zum Gehirn weiter.

Das Innere des Augapfels ist vom Glaskörper ausgefüllt, der völlig durchsichtig ist und aus einer gallertartigen Masse besteht.

Die Augenfarbe

In der Vererbung ist die Augenfarbe an die Fellfarbe gebunden. Der Europastandard der Kaninchenrassen schreibt für die einzelnen Fellfarben folgende Augenfarben vor: Braune Augen für alle grauen Farbenschläge, für Schwarz, Hasenfarbig und Chinchilla, sowie für Rot, Gelb und Madagaskar. Für braune Fellfarbe Havanna ist die Augenfarbe braun, rot durchleuchtet. Für blaue Fellfarben sind blaugraue (oder braune) Augen angegeben, für weiße Fellfarbe rote oder hellblaue Augen. Diese Angaben stimmen bis auf eine Ausnahme mit dem Einheitsstandard überein, der keine blauen Rassen mit braunen Augen nennt.

Beim Kaninchen kommen im Wesentlichen die Augenfarben braun, blau und rot vor, wie sie von Dorn (1973 Rassekaninchenzucht), beschrieben sind. Die braune Augenfarbe entsteht durch Einlagerung von Pigmentkörnchen (Farbstoff) in der vorderen Fläche der Iris. Schwarze, braune und gelbe Pigmente, wie sie auch an 'der Ausfärbung von Haar und Krallen beteiligt sind, wirken hier zusammen und ergeben eine dunkelbraune bis hellbraune Augenfarbe. Die insgesamt schwächer pigmentierten Rassen mit blauer Fellfarbe haben auch eine geringere Farbstoffeinlagerung in der Regenbogenhaut und zeigen deshalb eine blaugraue Augenfarbe.

Die Pupille erscheint schwarz bei braunen und blaugrauen Au- gen, ebenso beim hellblauen Auge des Weißen Wieners oder beim Hermelin Blauauge, da die bereits erwähnte schwarze Beschichtung der Aderhaut das Augeninnere völlig abdunkelt.

Bei hellblauer Augenfarbe ist in der Vorderfläche der Regenbogenhaut kaum Pigment enthalten. Lediglich die schwarze Schutzschicht des Augapfels, die auch die hintere Fläche der Iris überzieht, lässt das Auge hellblau erscheinen. Durch Interferenz (Zusammenwirken) der Lichtwellen sieht eine milchige Schicht, wie die farblose Iris, vor schwarzem Hintergrund blau aus. Derselbe Effekt zeigt sich beim vereisten See oder blauen Himmel.

Bei den rötlich aufleuchtenden Augen der Havanna-, Marder-, Feh- und Luxkaninchen ist die Pigmentauflage der Aderhaut vermindert, so dass die roten Blutgefäße des Augenhintergrundes durchschimmern.

Überhaupt kein Pigment enthält das rote Auge des Albinokaninchen (Deutsche Riesen weiß, Weiße Neuseeländer, Angora u. a.). Da diesen Tieren durch Mutation die Fähigkeit, Farbstoffe im Kör- per zu bilden, völlig verloren gegangen ist, fehlt auch die schwarze Innenauskleidung des Auges. Die Pupille erscheint rot, weil die feinen Blutgefäße der unbedeckten Aderhaut im auftreffenden Licht rot leuchten. Die Iris ist ebenfalls farblos beim Albinoauge, nur vom Augenhintergrund her erhält sie einen blassrosa Schimmer.

Fehler der Augenfarbe

Die Pigmenteinlagerungen der Iris und der inneren Aderhaut bestimmen die Augenfarbe. Nun können bei der Pigmentierung Fehler auftreten, die zu den unterschiedlichsten Farbabweichungen führen. Nach Aussagen von Dr. Niehaus kommen erbliche Anlagen, Umwelteinflüsse, auch krankhafte Erscheinungen und deren Wechselwirkungen als Ursachen in Frage. Genauere Untersuchungen liegen nur von Nachtsheim (1977 Vom Wildtier zum Haustier) vor.

Bei der Ausstellungsbewertung gilt eine andere Augenfarbe, als für die Fellfarbe vorgeschrieben ist, als Ausschlußfehler.

Nicht selten sind Farbverschiebungen zwischen brauner und blaugrauer Augenfarbe anzutreffen. Sie sind in den Übergängen schwierig zu beurteilen und werden öfter übersehen. So ist bei einigen Rassen mit blaugrauen Augen wie Blaue Wiener und Marburger Feh, auch bei Blauloh, in manchen Stämmen eine Neigung zu brauner Augenfarbe zu beobachten. Beim Marburger Feh (cdg) ist allerdings Braun als Erbfaktor c angelegt. Das kommt nicht nur in dem geforderten braunen Schleier zur Ausprägung, sondern kann auch auf der Regenbogenhaut mehr oder weniger in Erscheinung treten.

In ähnlicher Weise können sich beim Blauloh die gelben Pigmente der Lohfarbe auch auf der Iris auswirken.

Beim Blauen Wiener dagegen ist genetisch nur Blau (dg) vorgegeben. Deshalb sollten im Interesse einer reinen mittel- bis dunkelblauen Fellfarbe bräunliche Töne im Auge, aber auch in der Deck- und Unterfarbe strenger beurteilt werden.

Mitunter sind beide Augen eines Tieres unterschiedlich pigmentiert. Es zeigt zweierlei Augenfarbe, z. B. ein braunes und ein blaues Auge. Häufiger sind jedoch feinere Abstufungen, wobei ein Auge mehr bräunliche, das andere mehr blaugraue Farbtöne aufweist.

Auch die schwarz beschichtete Innenauskleidung des Auges kann von einem Pigmentausfall betroffen sein. So sind Hermelin Blauaugen mit einem roten und einem blauen Auge bekannt. Ebenso ist der umgekehrte Fall schon vorgekommen. So berichtet Dr. Niehaus von einem Angorakaninchen, das trotz reiner Albinoabkunft ein hellblaues Auge besaßẞ. Als weiteren Ausschlußfehler nennt der Standard das marmorierte Auge. Hierbei handelt es sich um Störungen in der Pigmentierung, die sich in kleinen, farblosen Flecken oder Streifen auf der Iris zeigen. Offenbar sind einige Rassen mehr als andere davon betroffen, denn dieser Fehler wird in den Bewertungsbestimmungen bei Groß-Chinchilla, Blaue Wiener und Hotot aufgeführt; er wird aber auch bei Weißgrannen gefunden und kommt bei Holländern häufiger vor.

Einen ähnlichen Fehler in der Ausfärbung der Iris beschreibt Dorn (1973) als Scheckauge, bei dem eine größere Fläche eines sonst braun gefärbten Auges geringer oder gar nicht pigmentiert ist und dadurch blau aussieht.

Auch Augenflecken schließen von der Bewertung aus. Die Erklärung als Fachausdruck (Unsere Kaninchenrassen, Oertel + Spörer) lautet: „Einzelne weiße Flecke in der Iris; vielfach bei Holländern anzutreffen“. Der Standard nennt sie bei Mardern, Russen und Albino, also bei Rassen, die nach ihrem Mutationsfaktor zur Albinoserie gehören; weiterhin genannt werden die Teilalbinos mit (leuzistischen) blauen Augen wie Weiße Wiener und Hermelin Blauaugen. Aber auch bei Hotot und Loh werden Augenflecken angeführt. Anscheinend sind albinotische und teilalbinotische Rassen häufiger von Augenflecken betroffen. Da mit Hotot und Loh aber auch Tiere mit dunkler Augenfarbe genannt sind, ist zu schließen, dass mit „Augenflecken“, die im Standard nicht näher erläutert sind, Augenfehler verschiedener Ursache bezeichnet werden; so einerseits größere Pigmentfehler in der farbigen Iris, bei Dorn Scheckauge genannt, als auch weißliche Flecke, die tief in der Pupille liegen und Blindheit verursachen. Diese Trübungen der Linse sind meist angeboren und treten vorwiegend beim Albinoauge auf. Als grauer Star gehören sie zum nächsten Abschnitt, den Krankheiten des Auges.

Krankhafte Erscheinungen des Auges

Bester Gesundheits- und Pflegezustand gelten laut Standard als selbstverständliche Voraussetzungen für ein wertvolles Zucht- und Ausstellungstier. Das sollte auch für die Gesundheit der Augen seine besondere Gültigkeit haben.

Erkranken können alle drei Schichten des Augapfels, wobei für krankhafte Veränderungen des inneren Auges, der Iris, der Linse und der Netzhaut keine günstigen Heilungsaussichten bestehen.

Die häufigsten Erkrankungen am Auge sind jedoch oberflächliche Entzündungen der Augenbindehaut (Konjunktivitis), die durch äußere Einflüsse wie Staub, Schmutz, Zugluft, ammoniakhaltige Stalluft und infektiöse Reize hervorgerufen werden. Das Auge reagiert mit verstärktem Tränenfluss, der nach außen abfließt, die Lider sind mehr oder weniger gerötet und werden häufig zugekniffen. Rasch einsetzende Anwendung von Augentropfen oder Augensalbe (Kombinations-Präparate von Hydrocortison und Chloramphenicol) z. B. Scheroson F ophthalmicum (beim Tierarzt ca. 3,- DM) zweimal täglich bringen in wenigen Tagen Abhilfe. Dabei ist zuerst der Bindehautsack unter den Augenlidern auf eingedrungene Fremdkörper wie Grasgrannen, Haare usw. zu untersuchen. Das erspart dem Tier unnötige Qual und dem Züchter langwierige Behandlungen der oft hartnäckigen Folgeerscheinungen, wie chronische und eitrige Bindehautentzündungen, deren schleimiges Sekret bald ein Ausfallen der Haare auf mundwärts führenden Tränenstraßen verursacht.

Wird in der Folge das untere Augenlid locker und stülpt sich nach außen (Ektropium), liegt die rötliche Bindehaut offen und wird von Staub und Heuteilchen ständig verunreinigt. Stark verschlimmern kann sich der Zustand, wenn sich durch das krampfhafte Zukneifen der Lider das obere Augenlid einrollt (Entropium). Die aufliegenden Wimpern reizen dann die Hornhaut so heftig, dass die Entzündung auf den ganzen Augapfel übergehen kann.

Die Neigung zum tränenden Auge ist nach Dorn (Rassekaninchenzucht) bei einigen Rassen erblich veranlagt. Entzündliche Vorgänge können auch zum Verschluss des Tränennasenkanals führen. Eine Prüfung auf Durchgängigkeit ist beim Kaninchen schwierig. Rechtzeitige gezielte Behandlung kann aber meist verhindern, dass die Erkrankung dadurch chronisch wird.

Das unschöne Vorstehen der Nickhaut, des dritten Augenlids, vom Züchter Fleischauge oder Speckauge genannt, ist ebenfalls ein Reizzustand des Auges. Er wird durch Entzündung der Nickhautdrüse hervorgerufen und ist vorwiegend bei größeren Rassen recht häufig zu beobachten. Ob auch hier eine erbliche Bereitschaft vorliegt, ist noch zu klären.

Wie bei allen äußeren Augenentzündungen kann eine Behandlung mit Scheroson F ophthalmicum vorgenommen werden. Ist nach einigen Tagen keine Besserung festzustellen, sollte ein Mittel anderer Zusammensetzung versucht werden, z. B. Refobacin Augentropfen (Breitbandantibiotikum Gentamycin).

Erkrankungen der Hornhaut (Keratitis) zeigen sich in milchigen Trübungen der Augenoberfläche, auch bei Nestjungen, wenn verklebte Augenlider das rechtzeitige Öffnen der Augen verhindern. Deshalb ist die Nestkontrolle am 10.-12. Tag besonders wichtig; Behandlung mit Refobacin Augentropfen.

Erkrankungen der Linse sind an grauweißen Trübungen in der Pupille zu erkennen, angeboren auch als der bereits erwähnte weißliche Fleck in der Pupille, besonders bei Angora zu beobachten. Nach Nachtsheim (Vom Wildtier zum Haustier) ist grauer Star (Katarakt) eine einfach mendelnde rezessive Erbanlage.

Den gleichen Erbgang nennt Nachtsheim bei Einäugigkeit (Cyclopie), Spaltbildung am Auge (Kolobom), Verkleinerung des Auges (Mikrophthalmus) und Wasserauge (Hydrophthalmus) das möglicherweise gleichbedeutend ist mit der in der Züchtersprache Glotzauge genannten Vergrößerung des Augapfels, der durch vermehrtes Kammerwasser und erhöhten Innendruck verursacht wird. Auch das Glaukom entsteht durch eine Drucksteigerung im Augeninnern. Die Pupille ist weit geöffnet. Die Schädigung der Netzhaut und des Sehnervs kann zur Erblindung führen.

Beim Pterygium (Flügelhaut) wird das Auge vom Rande her von einer dünnen, durchscheinenden Haut überzogen. Es entsteht durch eine Ausstülpung der Augenbindehaut, die sich als Falte ringförmig über den Augapfel schiebt. A. Dietrich beschreibt diesen Ausschlussfehler in dem anfangs erwähnten Bericht (DKZ 7/78) als erblich bedingt. Er soll vermehrt bei den Rassen Wiener Blau, Helle Großsilber und Groß-Chinchilla auftreten. Ich konnte ihn bei Weißen Wienern beobachten.

Schwere Allgemeinerkrankungen können ebenfalls starke Veränderungen des Auges und seiner Umgebung hervorrufen, wie z. B. die Myxomatose. Sicher wäre hier noch manches anzufügen, das aus Raumgründen entfallen musste. Die Beschaffenheit des Auges, die Augenfarbe und einige Krankheiten des Auges wurden erörtert, um die Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Organ des Kaninchens zu lenken, das bei der Zuchtwahl mehr Beachtung finden sollte. Im Europastandard werden bereits bei einigen Rassen große, lebhafte Augen in der Rassebeschreibung gefordert.

Der sanfte, mütterliche Blick beim weiblichen Tier und das temperamentvolle, feurige Auge des männlichen Tieres gelten auch in der wirtschaftlich ausgerichteten Großtierzucht bei Rind und Pferd als nicht zu vernachlässigende Merkmale für die Auslese leistungsfähiger Zuchttiere. Wieviel mehr sollte das beim Rassekaninchen seine Bedeutung haben, dass wir zu unserer Freude züchten!

Literatur

Christoph, H. J. Klinik der Hundekrankheiten 1973 Leipzig, S. 276-327

Dorn, F. K. Rassekaninchenzucht, 3. Auflage 1973 Neumann-Neudamm Melsungen

Kreppelt, G. Die Augenfarbe der Kaninchen DKZ K 15/70

Nachtsheim, H. und Stengel, H. Vom Wildtier zum Haustier, 3. Auflage 1977, Paul Parey Berlin Hamburg

Stelzer, A. Die Augen unserer Kaninchen DKZ K 14/71

Augen und Abweichungen. Aus De Konijenfokker, Holland. DKZ K 12/68

Unsere Kaninchenrassen, Oertel + Spörer 114

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Bernhard Pickert
1948 am Stadtrand von Berlin geboren und im elterlichen Einfamilienhaus mit großem Garten aufgewachsen, kam ich seit frühester Kindheit in den Kontakt mit dem dort gehaltenen Kleinvieh, wie etwa der Milchziege, Hühnern, Enten, Kaninchen und einem großen Haushund. Damals eine normale Situation, denn Kleintierhaltung nebst Bewirtschaftung der eigenen Scholle war weit verbreitet, denn die Erzeugung von Gartenbau- und Tierischen Erzeugnissen unterstützte die familiäre Eigenversorgung, in einer gerade nicht im Überfluss strotzenden Zeit, gleich nach dem 2. Weltkrieg. Erinnerung an diese Zeit ist noch wach, als ich als Grundschüler bei der Futterbeschaffung des heimischen Viehs helfen musste. Für die Enten wurde beispielsweise in den damals vorhandenen Entwässerungsgräben Entengrütze gefischt und für die Kaninchen Grünfutter von den überall noch vorhandenen, brach liegenden Freiflächen geholt. Derweil sich die Zeit hinsichtlich der Versorgungslage verbesserte, wurde von den Eltern das Kleinvieh alsbald reduziert. Kaninchen, die für den Festtagsbraten vorgesehen waren, aber blieben. Als in der Nachbarschaft einer der heimischen Kleintierzuchtvereine eine Ausstellung veranstaltete, kamen mir erstmals Rassekaninchen zu Gesicht. Die Veranstalter erkannten meine Begeisterung für Tiere und in dessen Folge wurde ich als 12jähriger Junge in den ortsansässigen Verein aufgenommen. Meine leidenschaftliche Verbundenheit zur organisierten Rassekaninchenzucht wurde somit geweckt, was schließlich dazu führte, mich umfassend mit diesem Thema zu beschäftigen und über Jahrzehnte Literatur und anderweitige schöne Dinge zusammenzutragen, die irgendwie eine Verbindung zum Kaninchen haben. Wohlwissend, dass es andere ähnlich begeisterte Idealisten gibt, ist über Jahrzehnte ein Archiv entstanden, welches Elemente dokumentiert, auf welche anderswo kaum direkter Zugriff besteht. Initiator für diese bleibende „Leidenschaft“ ist eigentlich der 1983 verstorbene Fachautor und Kleintierkenner Werner Karl Georg Moebes, welchen ich 1970 bei einer Kleintierausstellung kennen lernte und sogleich von seiner Persönlichkeit und seinem umfassenden Wissen begeistert war.

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