
In jedem Jahr, wenn die Zeit der Ausstellungen näher rückt, überlegen sich die Vereine und Frauengruppen aufs Neue, wie sie Produktenschauen geschmackvoll, umfassend und wirksam einrichten könnten. Dabei gibt es oft viel Kopfzerbrechen; denn natürlich hat man den Ehrgeiz, etwas Schönes zu gestalten. Doch sind die Probleme gar nicht so schwerwiegend, die zu beachten sind. Man hat ja meist Gelegenheit, sich die Schaufenstergestaltung namentlich der Großstädte als Vorbild zu nehmen. Man kann dabei so viele Anregungen mit nach Hause nehmen, dass bei etwas Geschmack und Liebe eine ansprechende Schau erzielt werden kann. Natürlich ist es nicht immer leicht, wirkungsvolle Schauen einzurichten, bedingt durch die äußeren Umstände. Sehr häufig fehlt es am nötigen Platz. Wie oft kommt es vor, dass man für die Produktenschau gerade noch einen kleinen Raum zur Verfügung stellt, nur um zu zeigen, dass man auch Produkte ausstellen will. Doch gibt es auch Vereine, die die Frauengruppen fördern und bei deren Lokalausstellungen eine Produktenschau nicht fehlen darf. Wahrscheinlich ist bei Ausstellungen nirgends so viel Raum, um den Frauengruppen eine großzügige Ausgestaltung ihrer Schau zu gestatten; dennoch findet man in jedem Fall genügend Platz, um die Produkte schön aufzubauen. In den meisten Fällen werden ja vorwiegend Erzeugnisse aus Kaninchenfellen und Angorawolle gezeigt. Gerade bei Lokalausstellungen wird man sich darauf beschränken müssen. Aber auch da soll die Schau wirksam sein. Wichtig ist die Gestaltung des Aufbaues. Dazu braucht man Ständer in verschiedener Größe. Es gibt ja die modernen Schaufensterständer und Puppen, deren Anschaffung allerdings etwas kostspielig ist, die man aber von Jahr zu Jahr verwenden kann.

Es geht natürlich auch einfacher. Man kann sich dadurch helfen, dass man die Ständer in folgenden Maßen selbst anfertigt. Boden: ca. 10 X 15 X 2 cm; ein Stab (eckig oder rund) mit ca. 4-5 cm Durchmesser wird in die Mitte des Ständers aufgenagelt. Seine Höhe kann verschieden sein; es kommt dabei ganz auf die auszustellenden Produkte an. Quer über dem Stab wird eine Leiste von 20-40 cm Länge befestigt. Für Mäntel und Jacken eignen sich Kleiderbügel an Stelle der Leisten am besten. Es empfiehlt sich, nach Möglichkeit nur solche Ständer zu verwenden. Die auszustellenden Gegenstände sehen dabei immer vorteilhaft aus. Dadurch gewinnt die Produktenschau an Wirkung und Interesse. Auf keinen Fall sollten Stühle mit herangezogen werden, denn jedes Stück verliert dadurch an Schönheit. Falls keine Ständer zu beschaffen sind, können die Gegenstände auf Tischen aus- gebreitet und mit einem Aufbau nach oben dekoriert werden. Kleinere Gegenstände wie Kragen, Würger, Muffe oder Angora Gegenstande kann man geschmackvoll an der Wand befestigen. Pullover sehen dabei immer sehr ansprechend aus.
Es gibt Ausstellungen, in denen man Podiums in Höhe von 20 bis 40 cm verwendet. Diese Lösung hat den Vorteil, dass man die Gegenstände von oben gut überblicken kann. Zu beachten ist dabei, dass zwischen den einzelnen Stücken genügend freier Raum vorhanden ist, den man mit Blumen oder Figuren dekorieren kann, so dass die freie Fläche nicht auffällt.
Diwandecken, Kissen und Vorleger lassen sich am besten durch eine „gemütliche Ecke“ mit Rauchtisch, Couch und Polstersessel zeigen. Eine Ausstellung wirkt dadurch abwechslungsreich und gibt der Produktenschau meist eine Atmosphäre der Behaglichkeit und Wärme.
Nun soll aber beileibe keine „tote Schau“ gezeigt werden. Man kann, wenn Platz vorhanden ist, sogar eine „Modenschau“ durchführen. Freilich eignen sich die Kaninchenausstellungen in den wenigsten Fällen dazu. Festliche Veranstaltungen der Vereine bieten die beste Gelegenheit. Jubiläen sind in den Vereinen keine Seltenheit. Festabende sind wie geschaffen, um für die Erzeugnisse der Kaninchen- schau zu werben. Ein Kaninchenfleischessen gehört bereits zur Tradition. Könnte man nicht auch bei dieser Gelegenheit Gegenstände zeigen, die die Frauen in ihrer Freizeit gearbeitet haben? Man fängt bei kleinen Stücken wie Kinder- und Damengarnituren, Colliers und Herrenpelzwesten an, bringt zwischendurch Pullover und Kleider oder Garnituren aus Angorawolle und zum Schluss Jacken und Mäntel. Wenn sich dann eine Frau findet, die die nötigen Erläuterungen gibt, sind die Leute meist begeistert, denn am lebenden Modell sehen die Stücke anders aus als am Ständer. Eine solche Modenschau lässt sich auch bei den Ausstellungseröffnungen und während der Ausstellung selbst durchführen, sofern genügend Platz vorhanden ist. Eine solche Ausstellung mit Modeschau zieht auch solche Besucher an, die sonst keine Kaninchenausstellung besuchen.

Aber nicht nur Fell- und Wollgegenstände sollen gezeigt werden, sondern auch Fleischgerichte. Wie viele Leute gibt es, die den Geschmack des Kaninchenfleisches nicht kennen und meist die Nase rümpfen, wenn sie etwas davon hören! Zeigen wir daher auf Kaninchenausstellungen auch Fleischgerichte! Es kommt natürlich darauf an, wie viele Kaninchen zur Verfügung stehen und ob auch genügend Platz vorhanden ist. Bei wenig Platz und Kaninchen kann man aber immerhin schöne Platten garnieren, so dass doch verschiedene Gerichte gezeigt werden können. Ist aber viel Material und genügend Raum vorhanden, so kann man zum Beispiel einen Frühstückstisch mit verschiedenen Kaninchenfleisch- und Wurstgerichten zeigen. Vor allem wird man eine schöne Festtafel mit Suppe, Vorspeisen und Hauptgerichten in verschiedener Auswahl aufstellen. Für die Besucher einer Kaninchenausstellung sind solche Schauen immer ein beliebter Anziehungspunkt. Auch der Abendtisch mit verschiedener Wurst und einer Aufschnittplatte sollte nicht fehlen. Jeder Besucher der Ausstellung soll Lust bekommen, auch einmal ein so delikat aussehendes Kaninchenfleisch zu essen. Wenn ein Verein ein Übriges tun will, dann kann er Kostproben von Kaninchenfleisch oder -wurst an- bieten.
Eine dergestalt aufgezogene Erzeugnisschau wird sicher für den Aussteller und den Verein ein voller Erfolg werden. Aber auch die Besucher der Ausstellung werden sagen:
„So etwas habe ich noch nicht gesehen; das muss man weitererzählen. Die Kaninchenzucht rentiert sich auch heute noch.“