Hans Becker
Hans Becker

„Das Ehrenamt ist der Kitt für die Gesellschaft und bindet sie“ waren sich alle Ehrengäste in ihrer Laudatio einig und bekräftigten, dass eine Vereins- und Verbandsführung ohne ehrenamtliche Arbeit unmöglich ist.

Hans Becker wurde im August 1942 in Ützhausen (Kreis Lauterbach) geboren und war Bundesbahnbeamter. Seit über sechszehn Jahren genießt er den Ruhestand. Auch seine Ehefrau Mechthild ist als Rassekaninchenzüchterin aktiv und wurde im Jahr 2012 für 40-jährige Mitgliedschaft mit der Goldenen Ehrennadel des LV Kurhessen ausgezeichnet.

Am 1. Januar 1964 trat  Hans Becker in den K 92 Kassel-Waldau ein. Seine ersten Kaninchen waren Kleinchinchilla. Dieser Rasse ist er bis heute treu geblieben. In den Folgejahren züchtete Hans Becker aber auch noch mit viel Erfolg die Rasse Deutsche Kleinwidder weiß und schwarz. Bei allen Schauen im Bereich des Landesverbandes Kurhessen und auf Bundesebene war Hans Becker insbesondere mit seinen Kleinchinchilla erfolgreich vertreten. Eine Vielzahl von Vereins-, Kreis-, Club- und Landesmeister- bzw. Landes-Clubmeistertiteln belegen seine sehr erfolgreiche züchterische Arbeit. Seinen größten Erfolg erzielte er 1993 auf der Bundes-Kaninchenschau in Essen, als er den Titel  des Bundesmeisters erringen und gleichzeitig das Bundessiegertier (1,0) stellen konnte. Bei späteren Bundes- und Bundes-Rammlerschauen konnte er weitere Klassensieger und einen Bundessieger präsentieren.

Von 1965 bis heute ist Hans Becker Zuchtwart und Tätowierer und war auch von 1976 bis 1998 Kassierer des Vereins. Seit 1998 ist er Vorsitzender des K 92 Kassel-Waldau. Dieser

Verein besteht allerdings nur noch auf dem Papier, denn die dortigen Mitglieder sind nur noch passiv tätig und es werden in diesem Verein keine Tiere mehr tätowiert. Deshalb gehört Hans Becker seit 1992 auch noch dem K 69 Lohfelden-C. an und ist hier seit 1994 Zuchtwart und Tätowierer, war von 2008 bis 2009 stellvertretender Vorsitzender und ist seit 2010 auch hier Vereinsvorsitzender.

Seit über vierzig Jahren ist er im KV Kassel und Umgebung im Vorstand tätig. Er war zunächst Beisitzer, dann 17 Jahre lang stellvertretender Vorsitzender und seit 1991 leitet er den KV. Hierbei ist es ihm immer wieder erfolgreich gelungen, die besonderen Probleme eines KV im großstädtischen Bereich zu bewältigen.

Auch im Chinchilla- und Deilenaar-Club ist Hans Becker aktiv und leitet seit dem Jahr 2000 als Vorsitzender die Geschicke des Clubs.

Seit August 1977 gehört Hans Becker der Preisrichtervereinigung Kurhessen an und ist seit 1980 als aktiver Preisrichter weit über die Grenzen des LV Kurhessen hinaus bekannt.

Im Bereich des Ausstellungswesens war Hans Becker Ausstellungsleiter mehrerer Vereins-, Kreis- und Landesschauen. Daneben stellte er eine wichtige Stütze für den LV Kurhessen dar und war immer maßgeblich an den Ausrichtungen der Landesverbandsschauen im Bereich der Stadt Kassel beteiligt. Weiterhin war er als Technischer Leiter bei der Ausrichtung der 11. und der 19. Bundes-Rammlerschau 1987 und 2003 in den Messehallen in Kassel verantwortlich. Hier hatte er jeweils ein fundiertes Wissen hinsichtlich der Logistik für diese Großveranstaltung eingebracht. Bei der 22. Bundes-Rammlerschau 2009 in Kassel hatte er als  stellvertretender Ausstellungsleiter ebenfalls eine große Verantwortung getragen.

Hans Becker hat sich seit seinem Eintritt in die Organisation für die Belange der Züchterschaft eingesetzt und ist hier insbesondere durch sein stets engagiertes Auftreten und seine Hilfsbereitschaft beliebt.

Hans Becker wurden bereits viele Auszeichnungen für seine Verdienste in der Rassekaninchenzucht verliehen. So ist er Träger der Bronzenen, Silbernen und Goldenen Verdienstnadel für Vorstandstätigkeiten des LV Kurhessen, der Silbernen und der Goldenen Ehrennadel des KV Kassel und Umgebung und des LV Kurhessen jeweils für 25- und 40-jährige Mitgliedschaft sowie der Silbernen und der Goldenen Verdienstnadel des DPV. Weiterhin wurde er bereits 1987 zum Meister der Kurhessischen Kaninchenzucht, im Juni 2000 zum Meister und im Juni 2013 zum Ehrenmeister der Deutschen Rassekaninchenzucht ernannt. Ein weiterer Höhepunkt der bisherigen zahlreichen Ehrungen ist die nun erfolgte Verleihung des Ehrenbriefes des Landes Hessen.

Wolfgang Elias, Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Presse im LV Kurhessen

Vorheriger ArtikelHans-Dieter Funk – Ehrenmeister der Deutschen Rassekaninchenzucht
Nächster ArtikelWolfgang Vogt  zum Meister der Deutschen Rassekaninchenzucht ernannt
Bernhard Pickert
1948 am Stadtrand von Berlin geboren und im elterlichen Einfamilienhaus mit großem Garten aufgewachsen, kam ich seit frühester Kindheit in den Kontakt mit dem dort gehaltenen Kleinvieh, wie etwa der Milchziege, Hühnern, Enten, Kaninchen und einem großen Haushund. Damals eine normale Situation, denn Kleintierhaltung nebst Bewirtschaftung der eigenen Scholle war weit verbreitet, denn die Erzeugung von Gartenbau- und Tierischen Erzeugnissen unterstützte die familiäre Eigenversorgung, in einer gerade nicht im Überfluss strotzenden Zeit, gleich nach dem 2. Weltkrieg. Erinnerung an diese Zeit ist noch wach, als ich als Grundschüler bei der Futterbeschaffung des heimischen Viehs helfen musste. Für die Enten wurde beispielsweise in den damals vorhandenen Entwässerungsgräben Entengrütze gefischt und für die Kaninchen Grünfutter von den überall noch vorhandenen, brach liegenden Freiflächen geholt. Derweil sich die Zeit hinsichtlich der Versorgungslage verbesserte, wurde von den Eltern das Kleinvieh alsbald reduziert. Kaninchen, die für den Festtagsbraten vorgesehen waren, aber blieben. Als in der Nachbarschaft einer der heimischen Kleintierzuchtvereine eine Ausstellung veranstaltete, kamen mir erstmals Rassekaninchen zu Gesicht. Die Veranstalter erkannten meine Begeisterung für Tiere und in dessen Folge wurde ich als 12jähriger Junge in den ortsansässigen Verein aufgenommen. Meine leidenschaftliche Verbundenheit zur organisierten Rassekaninchenzucht wurde somit geweckt, was schließlich dazu führte, mich umfassend mit diesem Thema zu beschäftigen und über Jahrzehnte Literatur und anderweitige schöne Dinge zusammenzutragen, die irgendwie eine Verbindung zum Kaninchen haben. Wohlwissend, dass es andere ähnlich begeisterte Idealisten gibt, ist über Jahrzehnte ein Archiv entstanden, welches Elemente dokumentiert, auf welche anderswo kaum direkter Zugriff besteht. Initiator für diese bleibende „Leidenschaft“ ist eigentlich der 1983 verstorbene Fachautor und Kleintierkenner Werner Karl Georg Moebes, welchen ich 1970 bei einer Kleintierausstellung kennen lernte und sogleich von seiner Persönlichkeit und seinem umfassenden Wissen begeistert war.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein