Karl Schmidt, Hannover – „Das Blaue Jahrbuch“ 1972

Die Kleintier-Haltungsverbote, vornehmlich in Städten und Stadtrandgemeinden, werden immer häufiger ausgesprochen. Aber auch in Kleingarten-Kolonien, besonders in sog. Dauer- Kleingarten-Kolonien, sind von den Grünflächen-Ausschüssen Tierhaltungsverbote für Kleintiere aller Art, außer für Zier- fische und Bienen, verfügt. Diese Haltungsverbote sind, besonders in den Städten, auch in den Satzungen der Kleingärtner aufgenommen, die von den einzelnen Kleingarten-Pächtern anerkannt werden mussten, da andernfalls die Ausweisung (Anerkennung) als Dauer-Kleingarten-Kolonie vom zuständigen Grünflächen-Ausschuss verweigert wurde und auch in Zukunft verweigert werden wird.

Nach wissenschaftlichen Prognosen werden bereits im Jahre 2000 etwa 80 Prozent der Bevölkerung in Städten und Stadtrandgemeinden wohnen. Wenn die Kleintierhaltung überleben will, muss sie sich an die allgemeinen Bedingungen ihrer Umwelt anpassen. Dazu ist die Unterstützung der Öffentlichkeit, der Behörden usw. dringend erforderlich, die durch Beratung, Aufklärung und Vorlage guter Modelle gefördert werden kann. Mit Opas Kaninchenställen aus der guten alten Zeit, die, aus Apfelsinenkisten und Abfallbrettern hergestellt, ein starker Anziehungspunkt für alles Mögliche Ungeziefer waren, lässt sich kein öffentliches Interesse für unsere Belange erwecken. Wir müssen im eigenen Interesse kritischer werden und das öffentliche Interesse durch besondere Maßnahmen zu gewinnen und die Duldung der Kaninchenhaltung und die materielle Förderung unserer Bestrebungen als Freizeitgestaltung mit wirtschaftlicher Bedeutung zu erreichen suchen. Es gilt, durch besondere Selektionsmaßnahmen die Erbanlagen und das Erscheinungsbild unserer Kaninchen weiter zu verbessern und eine Leistungssteigerung zu erzielen, die mit weniger Tieren eine höhere Leistung ermöglicht. Die Stallanlagen müssen nach neuzeitlichen Gesichtspunkten verändert oder neu errichtet werden. Hierbei muss besonderer Wert auf die Einfügung in das allgemeine Bebauungsbild (Bauplanung) und auf die Beachtung der Umweltbedingungen (Umweltschutz) gelegt werden.

Ähnlich wie bei der Kleintierhaltung bestehen schon seit einiger Zeit Schwierigkeiten bei der Durchführung von Ausstellungen, da sehr oft die notwendigen Räumlichkeiten nicht zur Verfügung stehen oder aber nur nach zeitraubenden Verhandlungen unter besonderen finanziellen Bedingungen zu erhalten sind. Auch hier muss durch besondere Verhandlungsmethoden unter Herausstellung allgemeiner Interessen eine Besserung und Erleichterung der Kaninchenhaltung versucht werden. Die Durchführung von Ausstellungen für Werbezwecke ist im Interesse unserer Organisation und der Erzüchtung von leistungsfähigen Kaninchen unbedingt erforderlich. Aber auch hier sollte man nicht versäumen, neuzeitliche Gesichtspunkte zu beachten bzw. den Werbezweck mehr als zuvor in den Vordergrund zu stellen.

Gerade bei der Durchführung von Vereins-Schauen muss größter Wert darauf gelegt werden, dass diese bei den Besuchern „werbend und aufklärend“ ankommen. Auch sollte die Anzahl der ausgestellten Kaninchen nicht unter „90“ Tiere betragen. Bei Vereinen, die nicht in der Lage sind, diese Tierzahl (für einen Richter) auszustellen, sollte man besser mit einem zweiten Verein gemeinsam eine Tischbewertung (ohne Preisverteilung) oder eine Gemeinschafts-Werbeschau durchführen. Zur Erhöhung des Werbecharakters sollte man versuchen, den Besuchern kostenloses Werbematerial in Form von Werbezeitungen der Fachpresse, Werbeschriften, Kaninchen-Kochbüchern usw. zur Verfügung zu stellen. Eine ansprechende Ausschmückung des Ausstellungsraumes mit Tannengrün oder ähnlichem ist zu empfehlen. Gerade bei den größeren Ausstellungen (Allgemeine, Kreisverbands- und LV- Ausstellungen) sollte man eine besondere Werbewirkung beachten. Nichts ist für den Besucher einer solchen Ausstellung ermüdender als eine lange Reihe von Kaninchen, die sehr oft aus einer Rasse bestehen. Eine besondere Auflockerung ist notwendig.

Vor allen Dingen sollte man aber durch die Ausstellung von Erzeugnissen, von Fleisch, Fellen und Wolle, die Wirtschaftlichkeit unserer Kaninchen einer breiten Öffentlichkeit zeigen. Nach meiner Ansicht wissen noch viel zu wenige Menschen, was alles aus dem kleinen Kaninchen erzeugt werden kann. Es ist unsere Aufgabe, dies zu ändern, indem wir auf den Ausstellungen Fleischgerichte aller Art, Pelzsachen, angefangen vom Muff bis zum Pelzmantel, Angorawollsachen verschiedenster Art, auch moderne Sticksachen aus Angora-Wolle ausstellen und den Besuchern die Arbeiten unserer Frauen zeigen, die ja zu einem gewissen Teil Mitglieder der Erzeugnis- und Selbstverwertergruppen sind und im Rahmen unserer Möglichkeiten geschult und ausgebildet werden.

In unserem eigenen Interesse ist es notwendig, dass wir neben der Fachpresse mehr als bisher die öffentlichen Publikationsmittel wie Tageszeitungen, Rundfunk und Fernsehen in Anspruch nehmen. Durch Wort und Bild muss immer wieder versucht werden, auf die Freizeitgestaltung mit dem Tier, in unserem Falle mit dem „kleinen“ Kaninchen hinzuweisen, wobei auch die Wirtschaftlichkeit gebührend herausgestellt werden sollte. Einige Leute haben anscheinend inzwischen vergessen, wie begehrt unser Kaninchen in Notzeiten gewesen ist, wo durch Keller- und Balkonzuchten Kaninchen gehalten wurden, um zusätzliches Fleisch (ohne Marken) zu erhalten.

Der Mensch sucht in seiner Freizeit die Nähe der Tiere, er sehnt sich nach der Natur. Die Fernsehsendungen mit Tieren (Grzimek, Schumacher und andere) haben immer einen großen Kreis von Zuschauern. Die ständig steigenden Besucherzahlen in den Zoologischen Gärten und Tierparks sind ein Zeichen dafür, dass der Mensch in seiner Freizeit in der Natur in der Nähe der Tiere sich wohlfühlt und dies gerade in der heutigen Zeit auch unbedingt braucht.

Nach Aussagen von Experten soll die Freizeit (verlängertes Wochenende) in den nächsten 20 Jahren bis zu 40 Prozent ansteigen. Es ist daher unsere Aufgabe, für eine bessere Freizeitgestaltung durch die Beschäftigung mit Tieren zu sorgen, ein Ausgleich, der schon heute von namhaften Ärzten anerkannt wird.

Ein besonderes Ziel muss es sein, die Kleintierhaltung (Kaninchenhaltung) dort, wo sie durch Verbote und sonstige einschneidenden Einschränkungen erschwert wird, durch besondere Maßnahmen zu ermöglichen.

Einzelne Landesverbände der Geflügel- und Kaninchenzüchter haben bereits bei den zuständigen Länder-Ministerien (Sozial- bzw. Landwirtschafts-Ministerien) beantragt, einen Grundflächen-Erlass zu erwirken, durch welchen die Städte und Gemeinden angeregt werden, in den Bebauungsplänen Grundflächen in separater Form bzw. im Anschluß von Kleingarten- Kolonien für die am Bau von „Gemeinschafts-Zuchtanlagen" interessierten Kleintier-Zuchtvereine auszuweisen. In den Ländern Hessen und Baden-Württemberg ist dies bereits durch einen ministeriellen Erlass erfolgt. Ja, diese Länder haben bereits finanzielle Mittel für die Errichtung von Gemeinschafts-Zuchtanlagen in beträchtlicher Höhe zur Verfügung gestellt. Allein im Jahre 1970 wurden vom Land Hessen 60 000 DM bereitgestellt. Auch für 1971 sind weitere Mittel vorgesehen.

Wenn diese Gemeinschafts-Zuchtanlagen gemeinsam von Geflügel-, Kaninchen- und Vogelzüchtern wie bereits in den Ländern Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Hannover betrieben werden, so kann den Besuchern und Interessenten eine Vielzahl von Tieren gezeigt werden und ein Anziehungspunkt für Alt und Jung, vor allem aber für Schulkinder gebildet werden.

Für die Einreichung von Anträgen an die zuständigen Länder-Ministerien, die in ihrer Zuständigkeit verschieden sein können, werden besondere Unterlagen und Aufhänger notwendig sein, die durch „Informations-Bogen" (Fragebogen) zu ermitteln sind.

Die Verbände der Geflügel- und Kaninchenzüchter im Land Hannover (Bereich der Landwirtschaftskammer Hannover) haben bereits Informationsbogen an die angeschlossenen Vereine jeweils getrennt versandt, um die notwendigen Unterlagen für Verhandlungszwecke zu erhalten. Bei den Geflügelzüchtern konnte bereits eine Auswertung von 85 Prozent der angeschlossenen Vereine vorgenommen werden. Die eingesandten Informationsbogen enthielten sehr wichtige Hinweise für die gesamte Öffentlichkeitsarbeit. Bei den Kaninchenzüchtern läuft diese Aktion noch, wird aber am 1. September 1971 abgeschlossen sein.

Der Informationsbogen erfasst nachstehende Fragen:

Name und Ort des Vereins – Kennzeichen – gegründet?

Ist der Verein ein Kaninchenzüchter-Verein oder Kleintierzüchter-Verein?

Zuständiger Kreisverband?

Eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichts? – ja / nein?

Hat der Verein die ZDK/LV-Satzung als Mustersatzung anerkannt?

Hat der Verein eine eigene Satzung?

Mitgliederzahl? – Davon Stadt? – Davon Land?

Aktive Züchter? –

Sonstige?

Gibt es bei der Kaninchenhaltung der Mitglieder, durch Behörden oder Nachbarn Schwierigkeiten bei der Unterhaltung von Kaninchen-Anlagen? Wenn ja, Namen von Betroffenen.

In welchem dieser Fälle wurde die Zucht voll weitergeführt / eingeschränkt weitergeführt aufgegeben?

Besteht in den zuständigen Kleingartenkolonien Kleintierhaltungsverbot?

Falls Beschwerden vorliegen, wird Hilfe vom Landesverband erwünscht? Wenn ja, bitte Namen und Anschrift der Betroffenen.

Ist beim Bau von Eigenheimen durch Mitglieder von der Möglichkeit der Anerkennung als Klein- oder Nebenerwerbssiedlung durch die zuständigen Behörden Gebrauch gemacht worden?

Ist ein bauwilliges Mitglied an einer Information interessiert? Wenn ja, bitte Name und Anschrift.

Bestehen Erfahrungen über neuzeitlichen Stallbau unter besonderen Gesichtspunkten?

Besteht im Verein schon eine Gemeinschafts-Zuchtanlage? Wenn ja, wird um eine kurze Schilderung über die Art und Weise gebeten.

Ist der Bau einer Gemeinschafts-Zuchtanlage in nächster Zeit beabsichtigt?

Sind bereits deswegen Verhandlungen mit Behörden geführt?

Besteht bei der Mehrheit der Mitglieder Neigung, eine evtl. zu errichtende Gemeinschafts-Zuchtanlage als zugleich öffentlich zugängliches Naherholungsgebiet (Kleintierpark) zu gestalten, wenn die Kleintierzucht (Kaninchenzucht) dadurch in der Öffentlichkeit mehr Ansehen gewänne und hierdurch eine materielle Förderung erzielt würde? Bitte, wenn möglich darüber in der Versammlung diskutieren und abstimmen.

Wie steht die Stadt- oder Gemeindeverwaltung bzw. der Landkreis zum Verein? Nicht bekannt gut schlecht / gleichgültig.

Wie steht die allgemeine Presse (Tageszeitung) zum Vereinsleben? Nicht bekannt/gut schlecht / gleichgültig.

Wird die Bevölkerung durch Presseberichte auf dem laufenden Vereinsgeschehen gehalten? · Ja nein / ab und zu / nur für die Vereinsschau.

Hat der Verein einen Pressewart?

Werden regelmäßig jährlich oder alle zwei Jahre oder überhaupt keine Vereinsschauen durchgeführt?

Wie viele Kaninchen stehen durchschnittlich auf der Vereinsschau? Ist die Tendenz ansteigend / abfallend?

Wie viele Produkte (Erzeugnisse aus der Kaninchenzucht) werden durchschnittlich auf der Vereinsschau ausgestellt?

Wie viele Besucher kommen durchschnittlich zur Vereinsschau? Ist die Tendenz ansteigend abfallend?

Welcher Art war für die letzten drei Schauen das Ausstellungslokal (Saal usw.)?

Wie hoch die Mietkosten ohne Licht und Heizung?

Besteht ein ausgesprochener Mangel an geeigneten Räumlichkeiten für die Vereinsschau? Falls ja, standen geeignete öffentliche Räume (Turnhallen, Festsäle, Sporthallen usw.) zur Verfügung, deren Benutzung aber verweigert wurde?

Besteht die Möglichkeit zur Durchführung einer größeren Schau (auf Kreis- oder Landesverbandsebene)? Wenn ja, bitte die ungefähre Tierzahl bei zweistöckigem Aufbau angeben.

Besteht eine Jugendgruppe im Verein? Wenn ja, ungefähre Mitgliederzahl angeben.

Wie viele Jugendzüchter sind aktiv tätig?

Bei wie vielen von den aktiven Jungzüchtern ist auch ein Elternteil aktiv?

Wie viele Tiere der Jugendlichen wurden durchschnittlich auf der Vereinsschau gezeigt?

Wird eine separate Jugendschau der Vereinsschau angegliedert?

Wie oft kommen die Jugendlichen durchschnittlich im Jahr zusammen?

Nehmen die Jugendlichen darüber hinaus an den ordentlichen Vereinsversammlungen teil? Ja / nein überwiegend/schwach.

Wird außer dem rein züchterischen auch etwas anderes zur Abwechslung und Werbung hinsichtlich der Jugendgruppen unternommen? Ja / nein. Falls ja, was?

Wie oft werden im Jahr Vereinsversammlungen abgehalten?

Wie viele sonstige Veranstaltungen gibt es jährlich im allgemeinen Vereinsleben?

Weitere Vorschläge für das Arbeitsprogramm eines Ausschusses für die Öffentlichkeitsarbeit werden als Anlage zu den Fragen erbeten.

Im Interesse einer ersprießlichen Öffentlichkeitsarbeit und Auswertung der Antworten des Informationsbogens ist es unbedingt notwendig, einen Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit einzusetzen. Die Zahl der Mitglieder sollte in etwa 5 bis 7 Personen betragen, damit unter Beteiligung von Sachexperten aus allen Lebensbereichen die drängenden Probleme der Kaninchenzucht unter den vorhandenen gesellschaftlichen Gegebenheiten besser als bisher bearbeitet werden können.

Die vorläufigen Aufgaben des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit sind:

Schaffung rechtlicher Grundlagen für den Bau von Gemeinschafts-Zuchtanlagen, und zwar durch Hinwirken auf allgemeingültige behördliche Maßnahmen, Erlasse, Rechtsvorschriften usw. besonders auf baurechtlichem Gebiet zur Anweisung geeigneter Grundflächen usw. und Entwicklung brauchbarer Modellvorstellungen unter Berücksichtigung moderner, kostensparender Bau- und Haltungsmethoden unter Prüfung der Bedingungen, inwieweit eine bauliche Einordnung von Vereinsheimen, Ausstellungsräumlichkeiten sowie Wohnungen für entfernter wohnende interessierte Züchter möglich ist.

Sammeln von Erfahrungen anderer Kleintiergattungen (Geflügel, Ziergeflügel, Vögel usw.) in Gemeinschaftszuchtanlagen unter Berücksichtigung von Möglichkeiten zwecks Anhebung des öffentlichen Interesses an der Kaninchenzucht, die Gemeinschaftszuchtanlagen als öffentlich zugängliches Naherholungsgebiet (Kleintierparks) zu gestalten, um dadurch zugleich eine öffentliche Förderung erreichen zu können.

Schaffung und Ausnützung von rechtlichen Grundlagen auch für die Kaninchenhaltung in städtischen Gegenden und Wohngebieten, insbesondere beim Bau von Eigenheimen. Dabei sind die tierhaltungsfreundlichen Bestimmungen des Kleinsiedlungsbaurechtes auszunutzen und, wenn erforderlich, Verhandlungen mit Siedlungsverbänden usw. zu führen.

Verbesserung der Stallbautechnik im Hinblick auf Haltungsbedingungen für unser Kaninchen, Behinderung, evtl. Geruchsbelästigung usw., durch Prüfung und Empfehlung von Baumaterial und Entlüftungsvorrichtungen.

Förderung des Ausstellungswesens durch Verhandlungen mit den zuständigen Behörden zwecks Erlass von Rechtsvorschriften und sonstigen Maßnahmen, die eine Verfügung über angemessene Räumlichkeiten zur Durchführung von Ausstellungen gewährleisten.

Prüfung des Rechts- und Interessenschutzes der Mitglieder bei Nachbarschaftsbeschwerden, Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Haltungsverboten.

Förderung des Presse- und Informationswesens durch Planung und Entwicklung von Kontakten mit Massenmedien (Presse, Funk, Fernsehen usw.).

Werbung durch Aufklärungsschriften, Bild- und Diaserien, wobei letztere den Vereinen für Werbeveranstaltungen leihweise zur Verfügung gestellt werden sollten.

Die Erreichung vorstehender Ziele ist nur dann möglich, wenn zumindest die Geflügel- und Kaninchenzüchter bereit sind, die Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam zu betreiben, wie es bereits in den Verbänden der Geflügel- und Kaninchenzüchter in Hannover der Fall ist. Zu den Ausschusssitzungen werden jeweils der Ausschuss- und der Landesverbandsvorsitzende des anderen Verbandes eingeladen, um gemeinsam anstehende Fragen zu besprechen und zu klären. Der Ausschussvorsitzende des Landesverbandes der Geflügelzüchter Hannover, Herr Georg Aselmann Hannover, der Jurist ist, hat in der Öffentlichkeitsarbeit bisher hervorragende Vorarbeiten geleistet, die die Arbeitsgrundlage bei der weiteren Verwirklichung unserer geplanten Zielsetzung bilden werden.

Im Landesverband Hannover der Kaninchenzüchter wurde auf der Jahreshauptversammlung 1971 ein fünfköpfiger Ausschuss gebildet, der aus Züchtern verschiedener Lebensbereiche besteht. Es handelt sich um je einen Juristen, einen Steuersachverständigen, einen Kommunalpolitiker, einen praktischen Züchter (LV-Vorsitzender) und dem Ausschussvorsitzenden Heinrich Brüne, Hannover-Bemerode, Auf dem Sandberge 7 C, der gleichzeitig Mitglied im Ausschuss der Geflügelzüchter des LV Hannover ist.

Eine Erweiterung des Ausschusses für Kaninchenzucht ist geplant, damit auch die Frage der Gemeinnützigkeit, die ja fast in jeder Satzung der Kaninchenzüchter angestrebt wird, vorangetrieben wird. Durch die Anerkennung der Gemeinnützigkeit, die im Lande Baden-Württemberg für die Geflügelzüchter bereits erfolgt ist, könnte sich evtl. die Möglichkeit von Steuererleichterungen ergeben, die für viele Vereine, besonders für die Vereine mit größerem Vermögen (Käfigbesitz usw.) sehr wichtig sein können.

Es liegt nun an uns Kleintierzüchtern selbst, die Voraussetzungen für eine ersprießliche Öffentlichkeitsarbeit zu schaffen.

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Bernhard Pickert
1948 am Stadtrand von Berlin geboren und im elterlichen Einfamilienhaus mit großem Garten aufgewachsen, kam ich seit frühester Kindheit in den Kontakt mit dem dort gehaltenen Kleinvieh, wie etwa der Milchziege, Hühnern, Enten, Kaninchen und einem großen Haushund. Damals eine normale Situation, denn Kleintierhaltung nebst Bewirtschaftung der eigenen Scholle war weit verbreitet, denn die Erzeugung von Gartenbau- und Tierischen Erzeugnissen unterstützte die familiäre Eigenversorgung, in einer gerade nicht im Überfluss strotzenden Zeit, gleich nach dem 2. Weltkrieg. Erinnerung an diese Zeit ist noch wach, als ich als Grundschüler bei der Futterbeschaffung des heimischen Viehs helfen musste. Für die Enten wurde beispielsweise in den damals vorhandenen Entwässerungsgräben Entengrütze gefischt und für die Kaninchen Grünfutter von den überall noch vorhandenen, brach liegenden Freiflächen geholt. Derweil sich die Zeit hinsichtlich der Versorgungslage verbesserte, wurde von den Eltern das Kleinvieh alsbald reduziert. Kaninchen, die für den Festtagsbraten vorgesehen waren, aber blieben. Als in der Nachbarschaft einer der heimischen Kleintierzuchtvereine eine Ausstellung veranstaltete, kamen mir erstmals Rassekaninchen zu Gesicht. Die Veranstalter erkannten meine Begeisterung für Tiere und in dessen Folge wurde ich als 12jähriger Junge in den ortsansässigen Verein aufgenommen. Meine leidenschaftliche Verbundenheit zur organisierten Rassekaninchenzucht wurde somit geweckt, was schließlich dazu führte, mich umfassend mit diesem Thema zu beschäftigen und über Jahrzehnte Literatur und anderweitige schöne Dinge zusammenzutragen, die irgendwie eine Verbindung zum Kaninchen haben. Wohlwissend, dass es andere ähnlich begeisterte Idealisten gibt, ist über Jahrzehnte ein Archiv entstanden, welches Elemente dokumentiert, auf welche anderswo kaum direkter Zugriff besteht. Initiator für diese bleibende „Leidenschaft“ ist eigentlich der 1983 verstorbene Fachautor und Kleintierkenner Werner Karl Georg Moebes, welchen ich 1970 bei einer Kleintierausstellung kennen lernte und sogleich von seiner Persönlichkeit und seinem umfassenden Wissen begeistert war.

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