Heidrun Eknigk „Das. Blaue Jahrbuch“ 1992

Ursprünglich wurden Wildtiere domestiziert, um als Haus- und Nutztiere die menschlichen Bedürfnisse – Ernährung, Bekleidung, Dienstleistung zu befriedigen. Daraus entwickelte sich der Wunsch des Menschen „mit Tieren zu leben“, und es prägte sich ein Sinn für besondere Tierschönheiten, die wohl den Grundstein für die heute bestehenden speziellen Hobbyzuchten legten.

In einer solchen Weise entwickelte sich das Wildkaninchen zum Hauskaninchen – als „Feiertagsbraten“ der überwiegend ärmeren Bevölkerung – zum Hobbytier Tausender Rassekaninchenzüchter. Wider religiöses Denken (Tier, Pflanze und Mensch seien in ihrer Art konstant in der Urzeugung entstanden) ist heute die Möglichkeit der biologischen Variabilität (Veränderlichkeit der Arten) kein Geheimnis mehr.

Die natürliche Artenentwicklung basiert(e) auf der Anpassungsfähigkeit des Individuums an seine Umwelt und der damit verbundenen natürlichen Selektion (Aus- lese). Die künstliche Züchtung ist eine weitere Form der Artenentwicklung, und wird durch die Vorstellung, den Wunsch und das Zuchtziel des Menschen bestimmt. Die Vielfalt unserer heutigen Kaninchenrassen beweist, wie intensiv der Mensch bestrebt ist, immer neue Rassebilder zu schaffen und den Artenreichtum des Kaninchens zu erweitern. Doch die Art „Kaninchen“ bleibt dabei erhalten.

Es liegt in der Natur begründet, wenn in der Kaninchenzucht körperliche Besonderheiten, Ohrformen und -längen, Fellfarben, Haarbildungsprozesse, Fellstrukturen und auch die Konstitution (vererbbare Beschaffenheit des Körpers), als Mutationserscheinungen gelten (Mutation = erbliche Veränderung von Eigenschaften und Merkmalen, die unabhängig vom Einfluss der Umwelt zufällig und sprunghaft auftreten). Verändernde Erbanlagen wie z. B. Punkt-, Platten- und Silberungsfaktoren, Gelb- und Blauverstärkerfaktoren sind als Mutationsgene bekannt.

Die vielen anerkannten Kaninchenrassen und entstehenden Neuzüchtungen beweisen Schöpferwillen, Fleiß und Ausdauer der kombinierenden Züchter, die es verstehen, ursprüngliche Mutationen, vermischt in einer Kombinationsrasse, zu vereinen. Und dies alles unter dem Siegel der rassereinen Zucht.

Was heißt „Züchten“ und „Züchtung“?

Züchten: das bewusste Paaren und Merzen von Tieren, um eine Nachkommenschaft mit möglichst hoher Erbreinheit zu erhalten und gewünschte Eigenschaften zu festigen.

Züchtung: eine gelenkte Paarung zweier Elterntiere mit einem ganz bestimmten Zuchtziel, zu einem bestimmten Zweck.

Das Zuchtziel eines Züchters sollte immer darin bestehen, die Schönheit und Erbfestigkeit einer breiten Population (die Gesamtheit vorhandener Einzelwesen einer Tierart in einem begrenzten Gebiet) in den Vordergrund zu stellen, wobei dieses Ziel stets schrittweise – immer nur auf Veränderung eines Merkmales bezogen-angegangen werden sollte.

Die häufigste Zuchtmethode ist immer noch die Verpaarung von Tieren, die von Züchtern oder in Ausstellungen, nach dem optischen Gefallen, gekauft werden; also die rassereine, sog. „blutsfremde“ Zucht.

Vom äußeren Erscheinungsbild (Phänotyp) kann keinesfalls die Erbkraft/ der Erbwert eines zur Zucht gewählten Tieres abgeleitet werden. Auch in der rassereinen Zucht bleibt jede Verpaarung eine Kreuzung, bei der elterliche Erbinformationen in „gemischter Form“ (etwa je zur Hälfte) an die Nachkommen vererbt werden. Erst die Güte der Nachzuchttiere erlaubt vorsichtige Schlüsse, welches Zuchtziel oder welche Zuchtmethode vorzunehmen ist. Der erkennbare Zuchtwert der Ausgangstiere beweist sich erst nach wiederholter Rückkreuzung verwandter Tiere, und mittels strenger Selektion können dann auch schneller die negativen Eigenschaften verdrängt werden. Hier beginnt die in sich geschlossene Zucht, die eigentliche Reinzucht, die Linien- und Inzucht.

Viele Züchter haben Angst vor sogenannten Inzuchtschäden. Sie ist berechtigt, wenn die geschlossene Zucht planlos und ohne geringstes Wissen über die Vererbungslehre und -möglichkeiten begonnen wird. Prüfung der Reinerbigkeit Reinerbigkeitsprüfungen sind eine zeitaufwendige Arbeit, wenn es sich darum handelt, dass zur gleichen Zeit mehrere unerwünschte Eigenschaften in einem Zuchtbestand auftreten. Diese Fehler können beispielsweise Körperbau und Körperform betreffen. Hier ist eine Prüfung kaum angebracht, da die betreffenden Erbfaktoren vielfach gekoppelt in Erscheinung treten können und sich auch in dieser Koppelung gemeinsam vererben.

Beispiel: Die Anlage für einen gestreckten Körper kann ein längeres Ohrenwachstum begünstigen; zwei Gene, die sich aber wie ein Gen verhalten. Dieses lange Ohr wiederum besitzt eine genetische Koppelung für eine labile Ohrstruktur (als drittes Gen), die weiterhin Raum bietet für die vierte mögliche Koppelung, der faltigen Ohrknorpelbildung.

Oder farbgenetische Genkoppelungen können zum Beispiel bei schwarzfelligen Kaninchenrassen als ein hellbraunes Auge gepaart mit einer entsprechenden aufgehellten Unterfarbe des Felles einhergehen.

Dünn behaarte Ohren der Tiere sind oft aussagekräftig für eine geringausgebildete Unterwolldichte.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass alle Faktoren aufgrund mangelhafter Zuchtwahl aufeinander treffen, in einem Chromosom (Träger der Erbanlagen) vereint als sog. Kette angelegt sind und auch eine erbliche Kettenreaktion in der Vererbung addierter Fehler auslösen. Mit dem zielstrebigen Blick auf das standardisierte „Idealtier“ bleibt hier nur der Rat, eine Vielzahl körperlicher Fehler durch eine gezielte Auslese nach dem Phänotyp systematisch auszumerzen.

Gleiches gilt in Fragen der unterschiedlichen Konstitutionen, die selbst innerhalb eines Wurfes nicht ganz selten anzutreffen sind. Die Beschaffenheit des Körpers ist eine erbliche Besonderheit, bei der der Grad einer früheren Mutation (gemessen an der Größe und Form des Wildkaninchens) nicht exakt abzustecken ist, da auch die Züchtung einen Eingriff in diesen Bereich nicht ganz ausschließt. Es gibt auch bei unseren Kaninchen drei Konstitutionstypen:

Leptosomer Typ: bei ausreichender Körpergröße bleibt dieser Typ schwach, dünn, feingliedrig und weist einen sehr schwachen Brustkorb auf. Sein Wesen ist ängstlich.

Mesosomer Typ: ist der „Athletiker“ mit breitem Brustkorb und Schulterbereich, unter straffer Fellhaut verbirgt er ein derbes, kräftiges Skelett

Eurysomer Typ: ist behäbig, wirkt zwar gedrungen, doch dies erscheint durch Fettansatz und Bauchigkeit. Der Brustkorb ist im unteren Rippenbereich breit und verjüngt sich zu den Schultern merklich.

Auch hier ist die Auslese durch strenges Merzen die Voraussetzung für eine formschöne und körperlich ausgeglichene Zuchtbasis. Die Konstitution unterliegt der Vererbung sog. quantitativer Merkmale, so dass Umwelteinflüsse (z. B. Fütterung, Haltung, Bewegung) die ursächliche Erbanlage positiv und negativ verändern oder gar verschleiern können. Das Fell wird in dieser Thematik Gegenstand der Prüfungspraxis, wenn plötzlich in einem normalhaarigen Zuchtbestand Tiere der Nachzucht ein wesentlich längeres Fell zur Schau tragen als ihre Eltern.

Beispiel: Zuchtfreund A erwirbt bei einer Ausstellung ein hoch- bewertetes Tier, einen Blauen Wiener, wobei es keine Rolle spielt, welchen Geschlechts. Nehmen wir einmal an, einen Rammler (1,0). Nach der Verpaarung mit seinen Häsinnen befindet sich in einem der Würfe ein Teil oder auch nur ein Tierchen mit einem Fell, das in Länge und Struktur dem Angorafell gleicht.

Wo sucht Zuchtfreund A nun den Fehler? Eine Konsultation mit dem Verkäufer ergibt, daß bei diesem niemals Langhaarigkeit in Erscheinung getreten war. Hier sind drei Wege möglich, um zu prüfen:

a) Handelt es sich um den Angorafaktor „v“?

b) Liegt eine Langhaarigkeit im Normalhaar rezessiv vor, wie sie beim Fuchskaninchen als „fu“ die Struktur bestimmt?

c) Bewirken Umwelteinflüsse eine starke Ausbildung einer derartigen Reaktionsnorm?

An der Struktur des Felles erkennt der Züchter, dass der Angorafaktor einwirkt. Das Haar weist eine feine Kräuselung und eben die besondere Länge auf. Der Faktor für diese Behaarung ist gegenüber dem Normalhaar rezessiv (kann, wenn einmal im Erbgut enthalten, verborgen bleibend, vererbt werden) und wird mit einem kleinen v symbolisiert. Für das Normalhaar steht dann der Faktor V als dominanter Wert.

Der gekaufte 1,0 und auch die Häsin (0,1) tragen jeweils die Erbanlage v und vererben sie an ihre Nachzucht im intermediären Erbgang (Erbgang mit gesetzmäßiger Spalterbigkeit).

Wege der Prüfung:

1. Kreuzung des betroffenen Jungtieres mit einem reinerbigen Angora Erbfaktoren

2. Rückpaarung mit einem Elterntier (bei mehreren Jungtieren, an beide Eltern)

3. Geschwisterverpaarung

Der kürzeste Weg wäre die Kreuzung mit einem Angora. Ausgangstiere: Angora = vvx betroffenes Jungtier = vv.

Beide sind reinerbig für die Angorastruktur, so dass hier bereits in der 1. Generation reinerbige, Angora fellige Nachzucht zu erwarten ist.

Der zweite Weg ist ebenfalls schnell zu überblicken. Je nach Geschlecht des Jungtieres ein Elterntier, das die Anlage v nur einmal (verborgen) trägt:

Vater/Mutter = Vv – Normalhaarigkeit x betroffenes Jungtier vv – Angorabehaarung

In der nun erhaltenen Nachzucht sind gleichermaßen reinerbige Tiere mit der Erbanlage vv = Angorafell und spalterbige Tiere mit einem normalen Fell und dem rezessiven Langhaarfaktor Vv enthalten.

Kreuzungsbild: Vv x vv

Vv+Vv+vv+vv

Der dritte Weg ist ein mühsames Unterfangen, denn bereits bei der Verpaarung der Elterntiere (gekaufter 1,0 x 0,1 des Züchters A) lag eine Spalterbigkeit in der Fellanlage vor: Vater = Vv x Mutter = Vv ergibt eine

F₁-Generation: Vv = normalfellige Jungtiere mit der verdeckten Angora Erbanlage v zu theoretisch 50% VV reinerbige, normalhaarige Jungtiere (25%)

vv = reinerbige Angora (25%)

Geht Zuchtfreund A nun den Weg der Prüfung mit einem Wurfgeschwistertier, kann ihm nur der Zufall helfen. Verpaart er das Prüfungstier mit einem Geschwistertier mit der reinerbigen Normalhaarigkeit, sind nur spalterbige Normalhaartiere zu erwarten. VV x vv = Vv, Vv, Vv…

Hilft dem Züchter der Zufall und er verpaart das Prüfungstier mit einem spalterbigen Geschwistertier, ist die Nachzucht wie im Kreuzungsbild, an eines der Elterntiere zurückverpaart, das Resultat.

Ein sehr umfangreiches Thema ist die Reinerbigkeitsprüfung im Bereich der Fellfarbengenetik und -reinheit. Grundsätzlich muss hier erwähnt werden, dass nur Erbabweichungen exakt auf eine Reinerbigkeit zu prüfen sind, wenn der Verdacht auf eine Faktorenänderung vorliegt.

Beispiel: Ein wildgraues Kaninchen einer x-beliebigen Rasse wird mit einem ebensolchen wildgrauen Rammler verpaart, wobei von einer reinen Rassezucht auszugehen ist. Ausgangssymbolik beider Eltern wäre: ABCDG/ABCDG. Doch die Nachzucht ,,glänzt" mit ein oder zwei schwarzen kleinen Bastarden. Ausgehend davon, dass die Wildfarbe dominant (vorherrschend, überdeckend), ist, bleibt die erste Vermutung: Beide Elterntiere sind spalterbig auf die schwarze Fellfarbe. Ihr Erbbild wäre demzufolge: ABCDG/ABCDg. Das kleine g blieb bislang unerkannt, bis es nun eben bei dieser Verpaarung auf seinen „Mitspieler“ – das zweite kleine g traf, und gemeinsam ist ihnen ihre eigene Dominanz nun möglich. Der Prüfungsweg ist mit dem der Fellprüfung identisch und beide Möglichkeiten unterliegen dem 2. Mendelschen Gesetz, der Spaltungsregel.

Zu verweisen bliebe bei diesem Farbbeispiel noch auf eine weitere Möglichkeit, da es noch einige Züchter gibt, die Wild- und Eisengrau nicht unterscheiden können.

Eisengrau erscheint stets dem Wildgrau zum Verwechseln ähnlich und in seiner Erbanlage, gemeinsam mit Wildgrau, spalterbig. Formel für eisengraues Fell: AB CDG/ABCDG Die Vererbung vollzieht sich hier bei der Paarung mit einem gleichen Partner ebenfalls im intermediären Gesetz. Zwei eisengraue Tiere, miteinander gepaart, erbringen stets eine Nachzucht, die sich (theoretisch) wie folgt zusammensetzt:

50% spalterbige eisengraue (B/B) Jungtiere, wie die Eltern

25% reinerbig wildgraue (B/B) Jungtiere

25% reinerbig eisengraue (Be/Be) Jungtiere, die augenscheinlich völlig schwarzes Fell aufweisen (vergleichen Sie bitte DKZ 23/90).

Eine weit längere Zeit ist nötig, wenn eine Spalterbigkeit vorliegt, die zwei oder drei Farbfaktoren betrifft. Während man bei nur einer faktoriell bedingten Spalterbigkeit von einer „monohybriden Heterozygotie“ spricht, werden mehrfache Spalterbigkeiten bei zwei Faktoren dihybrid, drei Faktoren trihybrid, vier Faktoren tetrahybrid genannt. Dies ist meistens der Fall, wenn der Schöpferwille unserer Zuchtfreunde keine Grenzen kennt und neue Rasseherauszüchtungen geplant und in Angriff genommen werden.

Für den Fall der dihybriden oder gar tetrahybriden Spalterbigkeit (Heterozygotie) verwendet man im günstigsten Fall sandfarbige Separatorkaninchen mit dem Erbbild als Formel Abcdg/ Abcdg.

Prüfungsbeispiele:

Vermutet ein Züchter, ein Fehkaninchen sei mit einer teilweisen Einwirkung des Wildfarbigkeitsfaktors belastet, und er testet diese Vermutung:

Separator Abcdg/Abcdg x Fehkaninchen (MF) ABcdg/ABcdgG

erhält er eine Nachzucht, die dem Elterntier „Feh“ ähnlich ist, doch erstens spalterbige Jungtiere für die Sandfarbe und zweitens Tiere mit der weiteren Anhäufung für die endgültige Auswirkung des verdrängten Wildfarbigkeitsfaktors G enthält.

Diese Nachzucht, rückverpaart zum Ausgangstier MF, bei dem der Fehler (eventuell durch angedeutete Einzelhaarzonierung) vermutet wird, müsste in der Nachzucht fehwildfarbige (wie Luxkaninchen) Jungtiere aufweisen. ABcdG/ABcdG = fehwildfarbig.

Alle unsere Kaninchenrassen unterliegen nicht nur in den genannten Beispielen, sondern in vielen verschiedenen Merkmalen einer gewissen Spaltungsbereitschaft. Die im Standard genannten leichten und schweren Fehler sind bereits Hinweise, wie breit die Aufspaltung innerhalb einer Rasse in den einzelnen Merkmalen der Positionen 1-6 des Bewertungsmodus möglich ist:

Wie es für die Fellfarben und Strukturen eine genetische Gesetzmäßigkeit der dominanten und rezessiven Anlagen gibt, gibt es sie auch für die Vererbung der Haardichte, besondere Körperformen und für die jeweiligen Rassemerkmale, die allerdings aufgrund der mitwirkenden verändernden Gene (modifizierenden Gene) – zum Beispiel der Holländerscheckungsfaktor „s“ unberechenbar bleiben.

Hier kann es dem fleißigen und strebsamen Züchter nur gelingen eine Erbgleichheit durch phänotypische Ähnlichkeit in einer geschlossenen Zucht aufzubauen. Je größer die Ähnlichkeit einer breiten Population, umso enger wird auch das Ziel der Rassereinheit gesteckt sein.

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Bernhard Pickert
1948 am Stadtrand von Berlin geboren und im elterlichen Einfamilienhaus mit großem Garten aufgewachsen, kam ich seit frühester Kindheit in den Kontakt mit dem dort gehaltenen Kleinvieh, wie etwa der Milchziege, Hühnern, Enten, Kaninchen und einem großen Haushund. Damals eine normale Situation, denn Kleintierhaltung nebst Bewirtschaftung der eigenen Scholle war weit verbreitet, denn die Erzeugung von Gartenbau- und Tierischen Erzeugnissen unterstützte die familiäre Eigenversorgung, in einer gerade nicht im Überfluss strotzenden Zeit, gleich nach dem 2. Weltkrieg. Erinnerung an diese Zeit ist noch wach, als ich als Grundschüler bei der Futterbeschaffung des heimischen Viehs helfen musste. Für die Enten wurde beispielsweise in den damals vorhandenen Entwässerungsgräben Entengrütze gefischt und für die Kaninchen Grünfutter von den überall noch vorhandenen, brach liegenden Freiflächen geholt. Derweil sich die Zeit hinsichtlich der Versorgungslage verbesserte, wurde von den Eltern das Kleinvieh alsbald reduziert. Kaninchen, die für den Festtagsbraten vorgesehen waren, aber blieben. Als in der Nachbarschaft einer der heimischen Kleintierzuchtvereine eine Ausstellung veranstaltete, kamen mir erstmals Rassekaninchen zu Gesicht. Die Veranstalter erkannten meine Begeisterung für Tiere und in dessen Folge wurde ich als 12jähriger Junge in den ortsansässigen Verein aufgenommen. Meine leidenschaftliche Verbundenheit zur organisierten Rassekaninchenzucht wurde somit geweckt, was schließlich dazu führte, mich umfassend mit diesem Thema zu beschäftigen und über Jahrzehnte Literatur und anderweitige schöne Dinge zusammenzutragen, die irgendwie eine Verbindung zum Kaninchen haben. Wohlwissend, dass es andere ähnlich begeisterte Idealisten gibt, ist über Jahrzehnte ein Archiv entstanden, welches Elemente dokumentiert, auf welche anderswo kaum direkter Zugriff besteht. Initiator für diese bleibende „Leidenschaft“ ist eigentlich der 1983 verstorbene Fachautor und Kleintierkenner Werner Karl Georg Moebes, welchen ich 1970 bei einer Kleintierausstellung kennen lernte und sogleich von seiner Persönlichkeit und seinem umfassenden Wissen begeistert war.

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