Dr. Ursula Koetter, Burgdorf in „Das Blaue Jahrbuch“ 1985
Stallhygiene und Tierpflege sind die wichtigste Voraussetzung jeder erfolgreichen Tierzucht, also auch der Kaninchenzucht.
Die Forscher Louis Pasteur, Robert Koch u. a. entdeckten vor rund hundert Jahren mit Hilfe des Mikroskops die ungeheuer vielfältige Welt der Mikroben, der kleinsten Lebewesen. Einige unter ihnen wurden als besonders gefährliche Feinde des Menschen identifiziert, als die Urheber verheerender Seuchen, wie Pest, Cholera und Typhus. Erst dieses Wissen setzte Ärzte und Apotheker in die Lage, Heilmittel und Abwehrmaßnahmen zu finden und schließlich mit der Entdeckung des Penicillins diese Schrecken der Menschheit zu besiegen.
Heute wissen wir, dass sauberes Trinkwasser, einwandfreie Nahrungsmittel und Sauberhaltung des Körpers und der Wohnstätte die besten Maßnahmen sind, sich vor ansteckenden, seuchenhaften Erkrankungen zu schützen.
Seit die Kenntnisse der vorbeugenden Hygiene auch in der Tierzucht angewendet werden, hat man auch Tierseuchen mit Erfolg bekämpfen können und leistungsfähige Zuchten aufgebaut. Deshalb heißen die Grundregeln für eine erfolgreiche Tierzucht:
1. saubere Stallanlagen,
2. frische Atemluft,
3.reines Trinkwasser,
4. einwandfreie Futtermittel.
Beginnen wir mit der Stallanlage, in der unsere Kaninchen ihr ganzes Leben
zubringen müssen:
Leistungsfähig sind nur gesunde Tiere! Unsere Kaninchen können aber nur gesund bleiben, wenn die Stallverhältnisse ihren Bedürfnissen an Helligkeit, frischer Luft, Sauberkeit und genügend Bewegungsraum gerecht werden. Der Stall soll vor den Unbilden der Witterung schützen und vor dem Eindringen äußerer Feinde (Hunde, Katzen, Marder) und Schädlinge (Mäuse, Ratten) bewahren. Das erreichen wir mit einem zweckmäßigen Stallbau:
Innenställe sollen hell, zugfrei, aber gut belüftet sein und ausreichend isolierte Decken, Wände und Fußböden haben;
Außenställe stehen mit der Öffnung von der Wetterseite abgewandt, möglichst in Süd- oder Süd-Ost-Richtung. Der Dachüberstand soll mindestens 1m betragen, um Schlagregen und starke Sonneneinstrahlung abzuhalten. Im Winter können durchsichtige Plastik- oder Plexiglasscheiben, die man vor der unteren Hälfte (bis 3/4) der Gittertüren anbringt, zusätzlichen Schutz vor Schneesturm und Kälte geben.
Die Stallanlage soll auch nicht in praller Sonne stehen, denn Kaninchen sind sehr hitzeempfindlich. Wo es möglich ist, schafft die Anpflanzung rasch wachsender Bäume und Sträucher (auch Obstgehölze) nicht nur den erwünschten Schatten; sie sorgt auch für ein schönes Aussehen und eine gute Eingliederung der Anlage in die Umgebung.
Um Hunde, Katzen und Raubwild fernzuhalten, müssen die Gittertüren mit starkem nichtrostenden Drahtgeflecht bespannt sein und immer in gutem Zustand gehalten werden. Bewährt hat sich Gitterdraht von 1,5-2 mm Stärke.
Ablaufrinnen und Schlitze an der Rückwand der Buchten sind gegen das Eindringen von Mäusen und Ratten zu sichern. Sie schleppen nicht nur beachtliche Futtermengen weg, sondern bedrohen mit ihrem Biss auch die Jungkaninchen. Außerdem sind sie als Überträger von Krankheiten zu beachten.
Im Stallraum und drumherum soll Übersicht und Ordnung herrschen.
Ordnung lässt sich leichter halten, wenn Aufbewahrungsmöglichkeiten für Futter und Zuchtgeräte vorhanden sind.
Für größere Zuchtanlagen ist ein abgeteilter Raum als Futter- und Gerätekammer sehr zu empfehlen. Ansonsten erfüllen entsprechend große Kisten aus Spanplatten den gleichen Zweck. Kraftfuttermittel sollen mäusesicher und trocken aufbewahrt werden; sie dürfen nicht mit Futterrüben zusammen lagern, da sich Pellets sonst auflösen oder muffig werden.
Wo sich durch Nachlässigkeit Futterreste und Gerümpel im Stall ansammeln, stellen sich bald unerwünschte Kostgänger ein. Der Ruf: „Kaninchen ziehen Ratten an“, hat dem Ansehen der Kaninchenzucht seit jeher am meisten geschadet. Die vielen Tierhalteverbote in den Haus- und Kleingärten sind häufig allein auf diese Tatsache zurückzuführen. Eine schöne, vorbildlich gehaltene Kaninchenzuchtanlage könnte jedoch Anziehungspunkt und Zierde jedes Gartens sein, ohne dass der Nachbar gestört oder die Umwelt belastet wird.
Hierzu gehört freilich auch die richtige Lagerung und Aufbereitung des Stallmistes, der so oft dem Nachbarn ein Ärgernis ist. Viele Züchter sehen sich aus Rücksichtnahme gezwungen, den Mist gleich an einen Gärtner abzugeben, meist noch kostenlos. Dabei ist besonders der torfhaltige Mist aus den Kotschubladen ein wertvolles Produkt der Kaninchenhaltung. Mit einfachen Mitteln kann daraus in kurzer Zeit ein hochwirksamer Humusdünger für den Garten hergestellt werden:
Der frische Mist wird in einer ebenerdigen Dunglege aus imprägniertem Holz (Stangenholz oder Schwartenbretter) oder aus luftdurchlässiger Mauer aufgeschichtet, wie er bei jeder Stallreinigung anfällt. Die neue Schicht wird jeweils mit dem Gartenschlauch kurz angefeuchtet, oder man gibt 1-2 Eimer Wasser pro Schubkarre auf den Frischmist. Dann wird alles mit schwarzer Silofolie abgedeckt. Auf diese Weise erreichen wir eine Heißgärung, die folgende Vorteile hat:
1. Die Masse sackt innerhalb kurzer Zeit auf weniger als ein Drittel zusammen, benötigt weniger Lagerraum!
2. Krankheitskeime und Unkrautsamen werden stark vermindert!
3. Auch im Sommer entstehen keine Fliegenplage und keine Geruchsentwicklung!
4. Keine Bindung von Sickerwasser, da Regenfälle abgehalten werden!
5. In 3-4 Monaten ist der Strohanteil so weit verrottet, dass der Dünger wie Kompost überall im Garten, auch auf Rasen oder Grünland verwendet werden kann.
6. Kein Nachbar fühlt sich durch den Anblick eines Misthaufens, durch Geruch oder Fliegen gestört, wenn Sie eine Anpflanzung mit Hecke oder Büschen vornehmen.
So viel zu den äußeren Einrichtungen einer Stallanlage im Hinblick auf die Hygiene.
Erhebliche Gefahren drohen aber den Kaninchen im Inneren der Bucht selbst, einfach durch die Tatsache, dass der Körper des Tieres und besonders seine Ausscheidungen einen günstigen Nährboden für vielerlei Mikroben und kleinste Lebewesen darstellen. Zwar sind viele von ihnen harmlos, einige darunter sogar notwendig für die Verdauungsvorgänge des Kaninchens, wie z. B. bestimmte Darmbakterien. Es können sich aber auch gefährliche Krankheitserreger darunter befinden.
Gesunde Kaninchen entwickeln gegen Krankheitskeime eine gewisse Abwehrkraft, die man auch Seuchenfestigkeit nennt. Stürmt jedoch in einem verschmutzten Stall eine Übermacht dieser kleinen, gefährlichen Feinde auf das Tier ein, wird außerdem sein Wohlbefinden durch Hitze, Kälte oder Nässe beeinträchtigt oder ist es durch Mangel an Trinkwasser, Nahrung oder frischer Luft geschwächt, so kann sich das Tier seiner Feinde nicht mehr erwehren, sie überfallen seinen Körper, das Tier wird krank. Alle Pflegemaßnahmen müssen deshalb darauf ausgerichtet sein, den Kaninchen die genannten Missstände zu ersparen:
Die Ställe müssen stets sauber und trocken gehalten werden! Um das zu erreichen, müssen feste und flüssige Ausscheidungen (Kot und Urin) häufig entfernt werden!
Warum? Weil sie sonst zu Brutstätten für Krankheitskeime wie Viren, Bakterien, Pilze, Kokzidien, Wurmeier und Fliegenlarven werden.
Weil weiterhin durch Mist- und Urinansammlung scharfe, ammoniakhaltige Ausdünstungen entstehen, die die Atemluft verseuchen. Dadurch kommt es bei den Kaninchen zu andauernden Reizzuständen der Augen, der Nase und Lungen, die dem gefürchteten Schnupfen Vorschub leisten.
Die wichtigste Pflicht des Züchters ist deshalb die regelmäßige Stallreinigung, die allgemein wöchentlich erfolgen soll, bei Sommerhitze oder hohem Jungtierbesatz aber noch öfter notwendig wird. Wer hier meint, das koste zu viel Zeit und alle vier Wochen ausmisten sei auch genug, der sollte sich einmal mit dem Gedanken befassen, dass mit keiner anderen Maßnahme eine so wirkungsvolle und dabei preiswerte Gesundheitsvorsorge zu erreichen ist.
Wer die vergleichsweise leichte Arbeit nicht scheut, jede Woche die Kotecken zu entfernen oder die Schubladen zu leeren und frisch nachzustreuen, wird sich erst gar nicht in Schwierigkeiten begeben, die der weniger sorgfältige Züchter mit Jungtierverlusten, teuren Medikamenten und viel Ärger bezahlen muss.
Es hat gewiss nicht an Überlegungen und Versuchen gefehlt, diese Reinigungsarbeiten im Kaninchenstall zu erleichtern und zu vereinfachen; aber die Patentlösung scheint auch hier noch nicht gefunden, gleichgültig ob Sitzgitter und Kotschubladen oder Einstreu mit oder ohne Ablauf in den Ställen verwendet werden. Reinlichkeit und gutes Aussehen einer Zuchtanlage hängen immer vom persönlichen Einsatz des Züchters ab, sie sind seine Visitenkarte. Die wöchentliche Reinigung bietet eine Reihe wichtiger Vorteile:
1. Die Kaninchen haben bessere Lebensbedingungen, bleiben sauber und gesund.
2. Die Arbeit ist weniger schmutzig und körperlich leichter zu bewältigen als beim Ausmisten in größeren Abständen.
3. Man kann sich auf einen wöchentlichen Arbeitsrhythmus besser einstellen. 2 Stunden Stallreinigung jede Woche z. B. sind meist eher zu erübrigen als alle zwei oder vier Wochen ein halber oder ganzer Tag.
4. Die Ställe verschmutzen und vernässen nicht so stark, die Bausubstanz wird geschont.
5. Die Anlage ist stets in gutem Zustand, auch wenn überraschend Züchterbesuch kommt.
6. Die Kaninchen fühlen sich wohl und machen ihrem Züchter Freude, was schließlich doch der Hauptgrund unserer Sache sein soll. Futter- und Trinkgefäße müssen ebenfalls fortlaufend gereinigt werden.
Bei Weichfuttergaben sind die Näpfe täglich zu säubern, da Futterreste rasch verderben und zu Verdauungsstörungen führen. Zum Tränken der Kaninchen sind Trinkflaschen neben der automatischen Tränke vorzuziehen, weil das Wasser sauber bleibt. Wird noch aus Futternäpfen von Hand getränkt, so sollten die Näpfe täglich gereinigt werden. Auch dann bringt diese Art der Trinkwasserversorgung bei hohem Arbeitsaufwand erhebliche Nachteile:
1. Das Wasser steht den Tieren nicht immer zum Zeitpunkt des Bedarfs, also bei Durstgefühl zur Verfügung. Das kann sich besonders bei Häsinnen mit Jungen leistungsmindernd auswirken.
2. Die Tiere treten mit den Vorderläufen in die Futtergefäße und verschmutzen das Trinkwasser mit Einstreu und Kotballen. Das hat bei der Jungtieraufzucht u. U. schlimme Folgen, da die Vernässung des Stallbodens Darmerkrankungen Vorschub leisten. Tränken aus Futternäpfen ist deshalb nicht zu empfehlen.
Die Bereitstellung von Trinkwasser in höher angebrachten Gläsern (Marmeladegläser) ist etwas günstiger zu beurteilen. Doch sind Verschmutzungen auch hier nicht ganz auszuschließen. Das Wasser muss täglich gewechselt werden. Zum Reinigen von Trinkflaschen mit Röhrchen und Futternäpfen genügt ein Haushaltsreiniger (z. B. Domestos). Der Chlorgehalt hat keimtötende Wirkung und beseitigt auch grünen Algenbelag in Trinkflaschen und Röhrchen ohne Bürste. Nur mit kaltem Wasser verwenden, Dosierung beachten, Futtergefäße und Flaschen in Wanne oder Eimer 1-2 Stunden einweichen, anschließend mehrmals gründlich mit klarem Wasser nachspülen.
Wenigstens einmal im Jahr sollte jede Bucht gründlich gereinigt, ausgewaschen, frisch gekalkt oder gestrichen werden. Schon das Leerstehen während der Zeit dieser Grundreinigung vermindert den Keimgehalt beträchtlich. Doch ist möglichst immer eine Desinfektion damit zu verbinden, besonders dann, wenn bestimmte Krankheiten im Laufe des Jahres aufgetreten sind. Bei erkrankten Beständen muss die Desinfektion nach Angabe des Tierarztes selbstverständlich häufiger erfolgen, da jeder Krankheitserreger einen anderen Fortpflanzungsrhythmus hat, den es wirksam zu unterbrechen gilt, um den Teufelskreis der ständigen Wiederansteckung zu vermeiden. Nicht jedes Desinfektionsmittel ist gegen jeden Krankheitserreger wirksam. Es gibt eine Liste der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft, aus der im Bedarfsfall das geeignete Desinfektionsmittel, die Konzentration und Einwirkungszeit entnommen werden können. Allerdings habe ich selbst noch keines dieser angeführten Mittel in meiner Zucht verwendet.
Bei jeder Stallreinigung sprühe ich jede Woche meine 32 Buchten mit Euphagol VA 1:9 verdünnt. Verschiedene krankhafte Befunde in den ersten beiden Jahren der Zucht sind nach konsequenter Anwendung von Euphagol über längere Zeit und gezielter Behandlung nicht mehr aufgetreten. Seit acht Jahren ist der Bestand vollkommen gesund und ohne Verluste.
Prof. Sprehn sagt 1968 in seinem Buch „Kaninchenkrankheiten“ (Verlag Oertel + Spörer): „Spezial-Desinfektionsmittel gegen Kokzidien, Wurmeier und Wurmlarven sind das altbekannte Dekaseptol und nach neueren Untersuchungen das ausgezeichnete Euphagol VA, das in der Verdünnung 1:9 mit Wasser zum Auswaschen und Ausspritzen der Stallungen mit bestem Erfolg benutzt werden kann. Die Ställe können sofort wieder besetzt werden, das Mittel ist ungiftig und hat eine recht lange Nachwirkung.“
Weiterhin gibt Prof. Sprehn bei Spirochätose (Geschlechtskrankheit), bei Kopf- und Körperräude, bei Streptokokken-Sepsis, Rodentiose, Älchen- und anderen Krankheiten Euphagol VA als geeignetes Stalldesinfektionsmittel an. Daraus ist ein breites Anwendungsgebiet abzulesen.
Natronlauge als 1-2%iges Ätznatron ist bei Virus-Erkrankungen wie Myxomatose, Ansteckender Speichelfluss u. a. aber auch bei Pilzkrankheiten zur Desinfektion geeignet. Lysol und Sagrotan, meist im Zoohandel für die Haustierhaltung angeboten, wirken nur gegen Bakterien aller Art und sind dadurch für die Desinfektion von Kaninchenställen nicht ausreichend.
Um sich bei Zukauf oder Tausch von Kaninchen vor Einschleppung von Krankheiten zu schützen, ist ein Quarantänestall abseits von der Zuchtanlage notwendig. Diese Tiere werden immer zuletzt versorgt und erst in den Zuchtstall übernommen, wenn sich nach 3 Wochen kein krankhafter Befund (Kotprobe) gezeigt hat. Nach Sprehn sollte auch mit den Tieren so verfahren werden, die von Ausstellungen zurückkommen.
Tierpflege
Bekanntlich lässt sich unsere äußere Erscheinung nur durch ständige Pflege in Ordnung halten. Das mag uns oft lästig sein, aber nur ein bis zwei Tage lang nicht gewaschen und nicht gekämmt, lässt uns bald, wie Landstreicher aussehen. Bei den Tieren geht es nicht anders. Durch emsiges Putzen und Lecken halten sie Körper und Fell blank und sauber. Auch Kaninchen putzen sich fleißig, solange sie sich wohlfühlen. Doch haben wir ihren Lebensraum im Stall so stark eingeengt, dass viele Vorgänge, die sich in freier Wildbahn von selbst regeln, nicht mehr zufriedenstellend ablaufen. Wir müssen dem Tier bei der Körperpflege helfen! Das betrifft besonders die Fellpflege zur Haarungszeit. Mit einer geeigneten Bürste wird das Fell alle acht Tage kräftig durchgebürstet, wenn man das Tier bei der Stallreinigung ohnehin aus der Bucht nimmt. Ein Blick auf die Läufe kontrolliert, ob die Krallen nicht zu lang geworden sind. Sie sollen beim Normalhaarkaninchen nicht über die Behaarung hervorstehen. Bei Rex und Angora ist die Krallenlänge richtig, wenn ca. 3 mm Horn über dem lebenden Teil der Kralle stehen. Etwa alle 3-4 Monate müssen die Krallen sachgemäß beschnitten werden, nicht nur kurz vor der Ausstellung. Der Zuchtrammler tut seine Pflicht auch nicht gern, wenn ihm die Füße Beschwerden machen, weil sich schon die langen Krallen verbogen haben. Wieviel mehr noch sollten wir einer hochtragenden Häsin diese Qual ersparen! Die erste Ausstellungssaison seit Einführung (eigentlich Wiedereinführung) der Position Gesundheit und Pflege ist abgelaufen. Die empfindlichen Punktverluste, die mancher Züchter hinnehmen musste, haben gezeigt, dass noch nicht alle mit den Forderungen des Standards in dieser Position zurechtkommen. Wenn die Tiere das ganze Jahr über so gewartet und richtig gehalten werden, wie ich es beim Thema Stallhygiene aufgezeigt habe, dauert das eigentliche Schaufertigmachen nur ein paar Minuten. Es empfiehlt sich trotz dem, einige Tage vor dem Einsetzen zu beginnen, damit man ohne Hast zu Werke gehen kann.
Zuvor werden alle Geräte bereitgelegt an einem gut beleuchteten, nicht zu kalten Arbeitsplatz (evtl. Waschküche oder Hobbyraum). Wir benötigen eine rutschfeste Unterlage: eine Krallenzange eine kleine Schale mit Öl (Speise- oder Kinderöl) Zellstoff (Toilettenrolle) und Wattestäbchen einen kleinen Abfallbehälter, eine Angorabürste und eine Haarbürste.
Zu empfehlen ist das Einhalten einer bestimmten Reihenfolge, damit beim Fertigmachen vieler Tiere nichts vergessen wird. Wir beginnen mit dem Krallenschneiden. Kommen Tiere zur Jungtierschau, nimmt man von den Krallen nur die scharfen Spitzen weg, damit sich der Zuträger oder Preisrichter nicht so leicht verletzt. Dann reinigt man die Geschlechtsecken mit etwas Öl und Zellstoff oder Wattestäbchen, die bei jedem Tier zu wechseln sind. Ein kleiner Behälter nimmt gleich die verbrauchten Tupfer auf. Anschließend kontrolliert man die Sauberkeit der Laufsohlen. Sie sollten bei gut gehaltenen Tiere keine Farbabweichung zeigen. Gelbe und braune Verfärbungen durch Urin und Stall- schmutz sind nur schwer zu beseitigen und sollten gar nicht erst entstehen. Mit einem Blick in die Ohren überzeugen wir uns, dass sie sauber sind. Sollte sich durch Hautfett eine Schmutzschicht gebildet haben, kann sie mit Wattestäbchen und Öl leicht entfernt werden.
Bei Tuschresten vom Tätowieren hilft Auswaschen mit etwas Pril und Wasser. Abschließend wird das Fell gut durchgebürstet, besonders an der Brust- und Beckenpartie. Evtl. sind kleine Filzstellen am Ansatz der Blume oder in der Schoßgegend zu beseitigen. Einige Striche mit einer weichen Haarbürste entfernen den Staub und bringen Glanz ins Fell.
Hat man seine Tiere so vorbereitet, ist die volle Punktzahl in Position 7 immer sicher!







