Ein neuer Jahrgang des Blauen Kaninchen-Jahrbuches liegt vor und nimmt seinen Weg zu den Züchtern und Liebhabern unseres Kaninchens, um zu interessieren, zu informieren, zu orientieren und die züchterische Arbeit zu erleichtern, insgesamt aber um zu helfen, die Rassekaninchenzucht zu verbreiten und zu vertiefen. Dem Menschen bleibt ja nicht mehr allzu viel Zeit und Gelegenheit, sich auf die natürlichen Werte seines Lebens zu besinnen; der Zugang zur Tierwelt verschließt sich ihm ohne- hin mehr und mehr. Die Treue und Liebe zum Tier sind daher selten gewordene Tugenden, die es zu erhalten und zu pflegen gilt. In diesem Sinne wirkt das Kaninchen-Jahrbuch, auch der vorliegende Jahrgang. Möge er seine bisherigen zahlreichen Freunde in ihrer Treue bestärken und ihnen neue Kenntnisse vermitteln; möge er neue Gedanken anregen und fruchtbar machen; möge es ihm vor allem vergönnt sein, der Rassekaninchenzucht neue Freunde zuzuführen zu ihrer Freude und zum Wohle unserer Tiere.

Kurt Binder

Präsident des ZDK

Vorheriger ArtikelWenn Kaninchen befördert werden müssen,
Nächster ArtikelVORWORT
Bernhard Pickert
1948 am Stadtrand von Berlin geboren und im elterlichen Einfamilienhaus mit großem Garten aufgewachsen, kam ich seit frühester Kindheit in den Kontakt mit dem dort gehaltenen Kleinvieh, wie etwa der Milchziege, Hühnern, Enten, Kaninchen und einem großen Haushund. Damals eine normale Situation, denn Kleintierhaltung nebst Bewirtschaftung der eigenen Scholle war weit verbreitet, denn die Erzeugung von Gartenbau- und Tierischen Erzeugnissen unterstützte die familiäre Eigenversorgung, in einer gerade nicht im Überfluss strotzenden Zeit, gleich nach dem 2. Weltkrieg. Erinnerung an diese Zeit ist noch wach, als ich als Grundschüler bei der Futterbeschaffung des heimischen Viehs helfen musste. Für die Enten wurde beispielsweise in den damals vorhandenen Entwässerungsgräben Entengrütze gefischt und für die Kaninchen Grünfutter von den überall noch vorhandenen, brach liegenden Freiflächen geholt. Derweil sich die Zeit hinsichtlich der Versorgungslage verbesserte, wurde von den Eltern das Kleinvieh alsbald reduziert. Kaninchen, die für den Festtagsbraten vorgesehen waren, aber blieben. Als in der Nachbarschaft einer der heimischen Kleintierzuchtvereine eine Ausstellung veranstaltete, kamen mir erstmals Rassekaninchen zu Gesicht. Die Veranstalter erkannten meine Begeisterung für Tiere und in dessen Folge wurde ich als 12jähriger Junge in den ortsansässigen Verein aufgenommen. Meine leidenschaftliche Verbundenheit zur organisierten Rassekaninchenzucht wurde somit geweckt, was schließlich dazu führte, mich umfassend mit diesem Thema zu beschäftigen und über Jahrzehnte Literatur und anderweitige schöne Dinge zusammenzutragen, die irgendwie eine Verbindung zum Kaninchen haben. Wohlwissend, dass es andere ähnlich begeisterte Idealisten gibt, ist über Jahrzehnte ein Archiv entstanden, welches Elemente dokumentiert, auf welche anderswo kaum direkter Zugriff besteht. Initiator für diese bleibende „Leidenschaft“ ist eigentlich der 1983 verstorbene Fachautor und Kleintierkenner Werner Karl Georg Moebes, welchen ich 1970 bei einer Kleintierausstellung kennen lernte und sogleich von seiner Persönlichkeit und seinem umfassenden Wissen begeistert war.