Peter Mickmann. „Das Blaue Jahrbuch“ 2011

Rassekaninchenzucht in Deutschland hat in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihren Anfang genommen. Sie hat sich seither ständig fort- und weiterentwickelt als ein Beitrag zum Kulturgut unserer Zeit, insbesondere im Zeitalter einer (sog.) modernen Industriegesellschaft. Rassekaninchenzucht ist die Beschäftigung und zielgerichtete Aufgabe mit und um die Natur, sie verbindet Fauna und Flora und bietet gleichzeitig soziale Verbindungen der Menschen, die sich gleich gesinnt der Tierzucht, der Zucht von Rassekaninchen, in ihrer Freizeit dieser Aufgabe widmen. Der Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e.V. – ZDRK – bündelt als Dachverband alle weiblichen und männlichen Mitglieder, Vereine und Vereinigungen sowie Verbände die Rassekaninchenzucht in der Bundesrepublik Deutschland nunmehr im 63. Jahr seit seiner Gründung im Jahre 1948.

Das Jahr 2010 war das internationale Jahr der biologischen Vielfalt – der Biodiversität, welches von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen wurde. Der ZDRK als Verband setzt sich seit mehr als 60 Jahren für tierschutz- und umweltgerechte, nachhaltige landwirtschaftliche Nutztierhaltung als sinnvoll betriebene Freizeitgestaltung ein. Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt über das Jahr 2010 hinaus. Züchterisches Wirken mit Freude und Erfolgsstreben, gepaart mit Passion und Leidenschaft, in der Gemeinschaft sind Ziele unseres Zentralverbandes.

Das „Blaue Kaninchen-Jahrbuch“, das nunmehr schon mehr als ein halbes Jahrhundert ständiger Begleiter der Mitglieder des ZDRK und darüber hinaus geworden ist, wird mit seiner 60. Ausgabe für 2011 wieder seinen Zweck als Informationsquelle im Taschenbuchformat erfüllen. Kalendarium, Fachbeiträge, Formularbeispiele, Adressenverzeichnisse, Termine usw. sind mit einem Griff schnell erfassbar.

Ich bedanke mich im Namen des ZDRK beim Verlag Oertel + Spörer und dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Verlegung der 60. Ausgabe.

Für den ZDRK kennzeichnen zwei Höhepunkte das Jahr 2011:

die 23. Bundes-Rammlerschau am 29. und 30.01.2011 in der Messe Niederrhein in Rheinberg, LV Rheinland

die 30. Bundes-Kaninchenschau am 10. und 11.12.2011 in Erfurt, Messe Erfurt, LV Thüringen.

Freuen wir uns gemeinsam auf diese beiden Veranstaltungen des ZDRK und der Ausrichter LV Rheinland und LV Thüringen, denn „Rassekaninchenzucht im ZDRK ist Passion und Brücke der Generationen, eingebunden in Tier- und Naturschutz!“

Peter Mickmann

Präsident des Zentralverbandes

Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e. V.

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Bernhard Pickert
1948 am Stadtrand von Berlin geboren und im elterlichen Einfamilienhaus mit großem Garten aufgewachsen, kam ich seit frühester Kindheit in den Kontakt mit dem dort gehaltenen Kleinvieh, wie etwa der Milchziege, Hühnern, Enten, Kaninchen und einem großen Haushund. Damals eine normale Situation, denn Kleintierhaltung nebst Bewirtschaftung der eigenen Scholle war weit verbreitet, denn die Erzeugung von Gartenbau- und Tierischen Erzeugnissen unterstützte die familiäre Eigenversorgung, in einer gerade nicht im Überfluss strotzenden Zeit, gleich nach dem 2. Weltkrieg. Erinnerung an diese Zeit ist noch wach, als ich als Grundschüler bei der Futterbeschaffung des heimischen Viehs helfen musste. Für die Enten wurde beispielsweise in den damals vorhandenen Entwässerungsgräben Entengrütze gefischt und für die Kaninchen Grünfutter von den überall noch vorhandenen, brach liegenden Freiflächen geholt. Derweil sich die Zeit hinsichtlich der Versorgungslage verbesserte, wurde von den Eltern das Kleinvieh alsbald reduziert. Kaninchen, die für den Festtagsbraten vorgesehen waren, aber blieben. Als in der Nachbarschaft einer der heimischen Kleintierzuchtvereine eine Ausstellung veranstaltete, kamen mir erstmals Rassekaninchen zu Gesicht. Die Veranstalter erkannten meine Begeisterung für Tiere und in dessen Folge wurde ich als 12jähriger Junge in den ortsansässigen Verein aufgenommen. Meine leidenschaftliche Verbundenheit zur organisierten Rassekaninchenzucht wurde somit geweckt, was schließlich dazu führte, mich umfassend mit diesem Thema zu beschäftigen und über Jahrzehnte Literatur und anderweitige schöne Dinge zusammenzutragen, die irgendwie eine Verbindung zum Kaninchen haben. Wohlwissend, dass es andere ähnlich begeisterte Idealisten gibt, ist über Jahrzehnte ein Archiv entstanden, welches Elemente dokumentiert, auf welche anderswo kaum direkter Zugriff besteht. Initiator für diese bleibende „Leidenschaft“ ist eigentlich der 1983 verstorbene Fachautor und Kleintierkenner Werner Karl Georg Moebes, welchen ich 1970 bei einer Kleintierausstellung kennen lernte und sogleich von seiner Persönlichkeit und seinem umfassenden Wissen begeistert war.