Von Tierheilpraktiker Ulrich Floer, Steinfurt „Das Blaue Jahrbuch“ 2010
Die Augen sind leicht gerötet, sie jucken und brennen, Augenränder und Bindehaut sind geschwollen Es gibt unterschiedliche Therapieansätze, um eine Bindehautentzündung – auch Konjunktivitis genannt – in den Griff zu bekommen. Spezielle antiallergisch wirkende Substanzen, zu denen auch Ketotifen zählt, bringen sehr gute Erfolge. Sicherlich ist nicht immer mit dem Schlimmsten zu rechnen.
Um die Augenrötung in den Griff zu bekommen, kann man kurzfristig Augentropfen einsetzen, deren Inhaltsstoff dafür sorgt, dass sich die Blutgefäße verengen. Dazu zählen Substanzen wie etwa Tetryzolin, Naphazolin oder Tramazolin. Künstliche Tränenersatzflüssigkeiten schützen die gereizten Augen vor dem Austrocknen. Bei bakteriellen Infektionen setzt der Tierarzt Augentropfen ein, die Antibiotika enthalten.

1,0 Deutsche Riesen, grau; tränendes Auge mit Horn- und Bindehautentzündung
Rechts, Deutsche Riesen, blaugrau; Häsin mit tränenden Augen Fotos: Floer
Salbei als Heilpflanze Salbei
(Salvia officinalis) ist eine vorzügliche Heilpflanze und schon seit alters her bekannt. Sie kann sehr einfach in jedem Garten angebaut werden, denn sie stellt an den Standort keine hohen Ansprüche. Nachstehend ein einfaches „Hausmittel“ mit Salbei zum Einsatz in der Tierbehandlung.
Kalter Salbeitee oder schwarzer Tee (1 Teelöffel getrocknete Blätter oder 1 Teebeutel mit kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen) hilft als Waschung gegen Schorfbildung, ekzematöse Prozesse mit Haarausfall u.a.
Keine Kamillenaufgüsse verwenden, da Kamille eine hornhauterweichende Wirkung hat!
Die häufigeren, durch Viren verursachten Bindehautentzündungen bei Kaninchen, von denen die meisten nach kurzer Zeit von allein heilen, treten oft in Verbindung mit Erkältungsinfekten und gleichzeitiger Reizung benachbarter Schleimhäute auf – wie zum Beispiel beim Schnupfen.
Die Hornhaut kann ebenfalls befallen werden
Bestimmte Erreger (Parasiten-Adenoviren) sind sehr ansteckend und können außerdem nicht nur die Bindehaut, sondern auch die Hornhaut befallen. Hierdurch entstehen dann auch die Kahl- stellen an den Augen. In fortgeschrittenen Fällen entsteht eine Schorfbildung mit Haarausfall unterhalb des Auges. Von diesen verschiedenen Erregertypen lösen einige eine epidemische Bindehautentzündung aus. Charakteristisch für sie ist, dass der in Nasennähe liegende Teil der Bindehaut am stärksten betroffen ist und vielfach ein samtig dunkelrotes Aussehen hat. Weil Bindehautreizungen unangenehm jucken, reiben die Kaninchen mit den Vorderläufen gerne an ihren Augen und geben so die Virusinfektion (Ansteckung) weiter.
Ursachen der allergischen Konjunktivitis sind überwiegend Gräser- und Blütenpollen sowie Luftverunreinigungen (Ammoniak, Rauch und Staub), klimatische Bedingungen (zu feuchte und zu kalte Witterung), Zugluft und zu hoher Ammoniak- sowie Feuchtegehalt der Stallluft.
Wegen der großen Ansteckungsgefahr (Adenoviren/Schnupfen u. a.) ist auf besonders sorgfältige Sauberkeit im Stall zu achten. Vor allen Dingen sollte man sich nach jeder Tierberührung die Hände gründlich waschen.



