Von Lothar Thormann, Waldheim – „Das Blaue Jahrbuch“ 2006

Wie alt können Kaninchen werden? Über ihr Zuchtalter und was danach kommt. Eine Farbenzwerg-Häsin, holländerfarbig schwarz- weiß, für das Guinnessbuch der Rekorde! Während einer Vereinsversammlung stand die Frage im Raum: Wie alt können eigentlich unsere Stallkaninchen werden? Der Zuchtwart hatte den richtigen Standpunkt, mit den besten Tieren züchte man, solange es geht. Ein anderer Zuchtfreund hingegen ersetzt fast jährlich seine weiblichen Zuchttiere gegen jüngere. Ältere Häsinnen seien meist verfettet und bringen nicht mehr die Zuchtleistung, so die Begründung.

Ab 13 Monate Lebenszeit, laut ZDK-Standard 2004 im Abschnitt „Grundsätzliche Richtlinien der Bewertung“, ist eine Häsin älter. Wann als alt bezeichnet werden kann, steht nirgends geschrieben.

1,0 Hermelin Blauauge im 4. und letzten Zuchtjahr, mit sehr gutem Genotyp und mehrfach höchster Bewertung; verblieb bis Anfang des 6. Lebensjahres im Stall des Autors. Foto: L. Thormann, Waldheim

Rammler zeigen Alterserscheinungen, indem sie immer länger mit der Haarung zu tun haben, weniger fressen und dadurch etwas abmagern. Die Deckbereitschaft lässt allmählich nach.

Es soll Zuchtfreunde geben, die herausragende Zucht- und Ausstellungstiere auch nach dem Ende ihrer besten Jahre nicht schlachten, sondern im Stall behalten. Sie bekommen das Gnadenbrot bis zu ihrem natürlichen Ende, gewissermaßen als Dank für jahrelange Erfolge im Stall und im Ausstellungskäfig.

Einige lächelten über derartige Zuneigungen. Für sie ist jedes Kaninchen, mit oder ohne Pokal, letztlich ein Schlachttier.

Ausgenommen sind wohl nur die Besitzer von Heimkaninchen. Wenn deren Lieblinge das Zeitliche segnen, bekommen diese meist ein ruhiges Plätzchen im eigenen Grundstück, mit oder ohne Blümchen und Holzkreuz. Oder Hansi und Purzel finden sogar ihre letzte Ruhestätte auf einem der mittlerweile zahlreichen Tierfriedhöfe, mit oder ohne Pappurne und zum Kostenpunkt von bescheidenen 100 € und mehr!

Es wäre gewiss interessant zu erfahren, was einige bekannte Fachexperten zum Altwerden unserer Kaninchen sagen. Um es vorwegzunehmen: Ich fand bei meinen Recherchen dazu überraschend wenige Abhandlungen und Aussagen in der Fachliteratur!

Wir wollen nicht annehmen, nach dem Ausstellungserfolg und der Schlachtnutzung ist das Altwerden unserer Kaninchen allgemein kein Thema unter Hobby-Kaninchenzüchtern, weil „der Mohr“ seine Schuldigkeit getan hat.

Der Präsident des ZDK, Peter Mickmann, nannte unlängst in einem Interview nicht ohne Grund eine der Maximen seiner und unserer Verbandsarbeit, nämlich die „Bewusstseinsprägung, dass Rassekaninchenzucht… den Umgang mit Lebewesen pflegt…“ (1)

Und dazu gehören nun mal auch die alten Tiere in unseren Ställen. Mit Verlaub gesagt, wir Züchter werden mit den Jahren auch nicht jünger!

Über das Alter der Kaninchen

Die Wildkaninchen werden nicht so alt, wie manche es annehmen. Von der körperlichen Anlage her können die wilden Ahnen unserer Hauskaninchen gut und gerne 10 Jahre alt werden. Aber nur 2 % (!) der Wildkaninchen erreichen ein Alter von 3 Jahren. Allein 3/4 des jährlichen Jungkaninchenbesatzes erleben in der freien Wildbahn nicht das nächste Frühjahr (2).

Gründe für diese geringen Lebenserwartungen sind zahlreiche Beutegreifer in der Natur, aber auch zeitweise lebensfeindliche Umweltbedingungen (Wetter) und Krankheiten, denen das Wildkaninchen ständig ausgesetzt ist. Nur eine außerordentlich hohe Veranlagung, durch viele Würfe im Jahr bei ausreichendem Futtervorkommen diese Verluste auszugleichen, schützt in unseren Breiten das Wildkaninchen vor weiterem Rückgang der Populationen. Allerdings haben dennoch seuchenartige Krankheiten, insbesondere die Myxomatose, den Bestand an Wildkaninchen in den letzten Jahrzehnten gebietsweise stark verringert. Dem Kaninchen als Haustier geht es dagegen besser. Unter dem Schutz von wetterfesten, trockenen Ställen und Gehegen, bei stän dig ausreichendem Futter und in der Obhut des Menschen erreichen weitaus mehr Tiere ein höheres Alter.

Die meisten unter uns sehen im Kaninchen das Nutztier, das letztlich der menschlichen Ernährung als Schlachttier dient. In der häuslichen Nutzkaninchenhaltung, vor allem jedoch in der gewerbsmäßigen Haltung von Kaninchen, ist das Lebensalter der Tiere entsprechend begrenzt, und auch Zuchttiere unterliegen einer strengen Auswahl auf Nachzucht- und Mastleistung.

0,1 Farbenzwerge, holländerfarbig schwarz-weiß, 8-jährig, des Leipziger Züchterehepaares (HB-Zucht CRex + J) Ch. und F. Weide. Bei vorbildlichen Haltebedingungen brachte die Häsin bis ins hohe Alter zahlreiche Würfe und zog diese stets auf! Foto: L. Thormann, Waldheim

In der Rassekaninchenzucht steht die Nutzleistung erst an zweiter Stelle.

Hier geht es in erster Linie um die Erhaltung und Förderung eines Kulturgutes, nämlich vielfältiger, z. T. sehr alter Kaninchenrassen. Ihre Haltung und Zucht dient dem menschlichen Zusammenleben mit der Natur im Rahmen einer sinnvollen Freizeittätigkeit mit relativ pflegeleichten Haustieren.

Die im Rassestandard festgelegten Merkmale der Bewertungspositionen Gewicht, Körperform, Typ und Bau sowie Fellhaar sind Grundlage des Phänotyps, des äußerlichen Erscheinungsbildes. Sie bestimmen nicht nur einen Teil des Rassewertes, sondern auch maßgeblich den Nutzwert von Rassekaninchen als Schlachttiere. Besonders schöne und in Zucht und Ausstellungen erfolgreiche Kaninchen bekommen in der Regel ein höheres Alter zugebilligt.

Statt Gnadenbrot ein repräsentatives Erinnerungsfoto! Gerahmt mit ZG-Bewertungskarte, erinnert es noch heute einen sächsischen Züchter an seinen besten 1,0 Mecklenburger Schecke, schwarzweiß, Käfig-Nr. 3188 zur 20. Bundesschau in Nürnberg 1991, Bewertung 97,0 Pkt. „vorzüglich“, ZDK-EP. Foto: L. Thormann, Waldheim

Bewährte Zuchtmethoden, wie etwa die Linienzucht, erfordern eine Rückpaarung hervorragender Elterntiere auf ihre besten Nach- kommen. Dabei wächst die Lebenszeit von Spitzentieren je nach Ausdauer und Geduld des Züchters an. Der sichtbare Zuchtfortschritt und weitere Erfolge sind der Lohn dafür.

In der Heimtierhaltung von Hauskaninchen hingegen erkennt der Mensch das Tier als seinen Partner und Freund an. Eine größtmögliche Lebenserwartung für die Tiere ohne deren wirtschaftliche Nutzung wird angestrebt und auch oft erreicht. Heimtiere besitzen auf Kinder eine charakterbildende und auf bestimmte Menschen eine heilende Wirkung!

In Deutschland leben lt. Industrieverband Heimtierbedarf e. V. (IVH) außer Hunden und Katzen 6,1 Millionen Kleintiere (in jedem zehnten Haushalt) bei einer Steigerungsrate von 3,3 % für 2004! Ein beträchtlicher Teil davon sind zunehmend Zwergkaninchen und solche, die dafür ausgegeben werden.

Es gibt nicht wenige Züchter, die sich der Zucht von Heimkaninchen in vielfältigen Fellfarben und Haarstrukturen widmen.

In Leipzig begegnete mir eine Farbenzwerg-Häsin, holländerfarbig schwarz-weiß, die wegen ihrer wohl einmaligen über 7-jährigen Zuchtleistung unter absolut vorbildlichen Stall- und Pflegebedingungen in das Guinnessbuch der Rekorde hätte aufgenommen werden können!

Die hochbetagte Häsin war völlig wammenfrei und zeigte lediglich, dem Alter entsprechend, eine etwas volle Brustpartie. Sie brachte jährlich 4 Würfe(!) mit 3 bis 4 Jungtieren in Kreuzung mit anderen Zwergrassen. Die Abgabe der Jungtiere erfolgte für die Heimtierhaltung über den Zoohandel und privat.

Nachdem sie im Frühjahr 2005 noch zwei Würfe einwandfrei großgezogen hatte, forderte ihre Lebenszeit den Tribut. Die Häsin verendete eines Nachts ohne jegliche vorherige Zeichen von Krankheit oder Schmerzen und beendete damit ihr bemerkenswertes Kaninchenleben.

Gesetze und Gremien fördern tiergerechte Haltung und Lebenserwartung

Das Leben der Hauskaninchen und damit die Länge ihres Daseins werden indirekt und auch unmittelbar unterstützt durch eine Reihe von Gesetzen, Verordnungen und Empfehlungen.

Vor allem das Tierschutzgesetz, seit dem Sommer 2002 Bestandteil des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, ist in seinen allgemeinen Festlegungen auch verbindlich für jeden Kaninchenzüchter und Kaninchenhalter.

Aber auch das Tierseuchengesetz, das Abfall-, Immissionsschutz-, Futtermittel- und das Arzneimittelgesetz wirken auf die Hobbykaninchenhaltung und finden immer mehr Beachtung.

Weiterhin versuchen Fachgremien, wie z. B. die Deutsche Gruppe der WRSA (Welt-Kaninchenorganisation) und der DLG (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft) Ausschuss für Kaninchenzucht und -haltung, in Übereinstimmung mit der EU, die Hobbytierhaltung in gewünschte, tiergerechte Bahnen zu lenken.

Seitens des ZDK werden diese Aktivitäten unterstützt. Fachlich begründete Empfehlungen, wie z. B. die der Mindestgrößen von Kaninchenstallungen je nach Lebendgewicht erwachsener Kaninchen (3), sind nachhaltiger Beweis dafür.

Den Rassezüchter interessiert in der Altersfrage vor allem die Zucht- und Ausstellungsfähigkeit seiner Tiere. Der erfolgreiche Zuchtablauf ist die Grundlage seiner Bemühungen. Heimtierfreunde möchten hingegen wissen, welche maximalen Lebenserwartungen ihre Kaninchen-Lieblinge haben.

Die nachfolgende Übersicht fasst die teilweise unterschiedlichen Ansichten namhafter Autoren zusammen. Die daraus errechneten Durchschnittswerte erscheinen dem Praktiker mit Einblick in zahlreiche Zuchten durchaus realistisch.

Zuchtfähigkeit und Lebenserwartung bei Hauskaninchen (extensive Haltung) nach verschiedenen Autoren

Das zuchtfähige Alter und seine praktische Nutzung

Das natürliche Reproduktionsvermögen unserer Kaninchen unter üblichen, z. T. tiergerechten Stallverhältnissen wird von Freizeitzüchtern erfahrungsgemäß nicht ausgeschöpft. Die einzelnen Rassen besitzen einerseits dafür recht unterschiedliche genetische Voraussetzungen. Andererseits stehen Freizeitzüchtern in der Regel nur begrenzte Stallkapazitäten zur Verfügung. Wer jedoch genügend Ställe und Gehege hat, muss wiederum für die reichliche Nachzucht erhöhte Fütterungs- und andere Haltungskosten aufbringen.

Der Verkauf von Jung- und Zuchttieren oder der sichere Absatz von Kaninchenfleisch bedarf außerdem angesichts billiger Anbieter für extensive Zuchten erheblicher Anstrengungen.

Ausstellungen oder Kleintiermärkte bzw. private Kundenkontakte reichen dafür oft nicht aus. Die genutzte Zuchtfähigkeit der Kaninchen liegt, abgesehen von oben angeführten Ausnahmeergebnissen, in Hobbyzuchten deshalb unter möglichen Werten. Oder anders gesagt: Zuchtrammler und Zuchthäsinnen könnten insgesamt in mehr Lebensjahren eine wesentlich größere Anzahl an Nachzucht bringen, als es im Durchschnitt üblich bzw. möglich ist.

All dies wirkt sich negativ auf eine zuchtdienliche Selektion, d. h. auch auf die Verbesserung von Phänotyp und Genotyp pro Einzelzucht und Rasse aus.

Je weniger Nachzucht von Elterntieren vorhanden ist, umso zufälliger wirken die auf große, genetisch einheitliche Tiergruppen bezogenen Erbgesetze.

Zuchtgemeinschaften oder geschlossene Zuchten im Rahmen der Vereine, der Clubs und des Herdbuches für Kaninchen könnten hier auf lange Sicht Erfolge bringen. Das wiederum bedarf einer engeren züchterischen Zusammenarbeit, bei der es nicht vorrangig um den Einzelsieg weniger Züchter, sondern um den züchterischen Fortschritt von Züchterkollektiven gehen müsste.

Die genetischen Anlagen der Tiere auch im Hinblick auf die Länge des Zuchtalters auszunutzen, entspricht dem Anliegen der Hobbyzucht. Hier treffen sich Clubs und Herdbuch für Kaninchen in ihrer Verantwortung für den Fortbestand der Rassen!

Das meinte auch Präsident Peter Mickmann, wenn er im besagten Gespräch forderte, „….. in erster Linie zurückzukehren zu den Grundlagen des Tierzuchtwesens …“. Erst danach, so meinte er weiter, sollten wir nach dem Gewinn von Meistertiteln, Pokalen und Ehrenpreisen streben!

Gute, treffende Worte, finde ich!

Gnadenbrot- ja oder nein?

Es hat immer schon Züchterfreunde gegeben, die ein besonders enges Verhältnis zu ihren Tieren hatten. Die starke Bindung zum anvertrauten Haustier zeigt sich besonders, wenn es einem Kaninchen gesundheitlich schlecht geht und man um sein Leben bangt. Auch wenn ein Tier besonders anhänglich ist und noch vor der täglichen Futteraufnahme zum Streicheln auffordert, baut sich nicht selten ein beinahe inniges Miteinander zwischen Kaninchen und Mensch auf. Auch wenn sich die eigene Frau oder die Kinder für ein Lieblingskaninchen entschieden haben, dann besteht der Wunsch, ein solches Tier möge immer und ewig leben.

Natürlich sind auch erfolgreiche Rammler oder Häsinnen bei der Zucht oder bei Ausstellungen die besonderen Lieblinge des Züchters selbst. Einige unter uns, und ich zähle mich dazu, können solche besonderen Tiere nach Ablauf ihrer großen Zeit, wenn sie alt werden, nicht ohne weiteres abgeben oder gar schlachten.

So kommt es schon in Einzelfällen vor, dass man einem von den Glücksbringern das Gnadenbrot mit Altenteil gewährt. Wichtig ist dabei nur, dass dem alternden Tier bei nachlassender Gesundheit die entsprechende besondere Pflege und Aufmerksamkeit zuteilwird. Erst dann ist das verlängerte Tierleben auch eine Gnade!

Das erfordert, aber zusätzliche Zeit, die nicht jeder zur Verfügung hat. Besser erscheint, wenn man zum richtigen Zeitpunkt dem betreffenden Tier ein schmerzloses Ende bereitet. Ob mit oder ohne die Hilfe eines guten Züchterfreundes oder des Tierarztes, sei jedem selbst überlassen. Das betrifft auch die Entscheidung, wie und wo der leblose Tierkörper, auf jeden Fall den Vorschriften entsprechend verbleibt.

Kindern muss man solche Abläufe rechtzeitig altersgerecht erklären.

Das Züchterleben geht danach weiter und fordert sofort täglich vollen Einsatz.

Es gibt auch andere Möglichkeiten, ein geliebtes Kaninchen nicht zu vergessen. Ein großes, schönes Foto vom geliebten Kaninchen, vor allem die bleibende Erinnerung an ein wahrscheinlich einmaliges Tier machen dann ganz bestimmt die Gedanken und Hände frei für die Fortführung eines wunderschönen Hobbys.

Quellenangaben:

(1) Interview von G. Becker mit Peter Mickmann, Präsident des ZDK, in „Kaninchen" Nr. 11/2005, Seiten 4 bis 7;

(2) J. Schulte, „Hase und Kaninchen konkret“, Landbuch Verlag Hannover 2002; Seiten 77 und 97;

(3) L. Thormann, „Kaninchen pflegen, züchten und ausstellen“, Oertel + Spörer Verlags-GmbH + Co., Reutlingen 2005, Seite 20.

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Bernhard Pickert
1948 am Stadtrand von Berlin geboren und im elterlichen Einfamilienhaus mit großem Garten aufgewachsen, kam ich seit frühester Kindheit in den Kontakt mit dem dort gehaltenen Kleinvieh, wie etwa der Milchziege, Hühnern, Enten, Kaninchen und einem großen Haushund. Damals eine normale Situation, denn Kleintierhaltung nebst Bewirtschaftung der eigenen Scholle war weit verbreitet, denn die Erzeugung von Gartenbau- und Tierischen Erzeugnissen unterstützte die familiäre Eigenversorgung, in einer gerade nicht im Überfluss strotzenden Zeit, gleich nach dem 2. Weltkrieg. Erinnerung an diese Zeit ist noch wach, als ich als Grundschüler bei der Futterbeschaffung des heimischen Viehs helfen musste. Für die Enten wurde beispielsweise in den damals vorhandenen Entwässerungsgräben Entengrütze gefischt und für die Kaninchen Grünfutter von den überall noch vorhandenen, brach liegenden Freiflächen geholt. Derweil sich die Zeit hinsichtlich der Versorgungslage verbesserte, wurde von den Eltern das Kleinvieh alsbald reduziert. Kaninchen, die für den Festtagsbraten vorgesehen waren, aber blieben. Als in der Nachbarschaft einer der heimischen Kleintierzuchtvereine eine Ausstellung veranstaltete, kamen mir erstmals Rassekaninchen zu Gesicht. Die Veranstalter erkannten meine Begeisterung für Tiere und in dessen Folge wurde ich als 12jähriger Junge in den ortsansässigen Verein aufgenommen. Meine leidenschaftliche Verbundenheit zur organisierten Rassekaninchenzucht wurde somit geweckt, was schließlich dazu führte, mich umfassend mit diesem Thema zu beschäftigen und über Jahrzehnte Literatur und anderweitige schöne Dinge zusammenzutragen, die irgendwie eine Verbindung zum Kaninchen haben. Wohlwissend, dass es andere ähnlich begeisterte Idealisten gibt, ist über Jahrzehnte ein Archiv entstanden, welches Elemente dokumentiert, auf welche anderswo kaum direkter Zugriff besteht. Initiator für diese bleibende „Leidenschaft“ ist eigentlich der 1983 verstorbene Fachautor und Kleintierkenner Werner Karl Georg Moebes, welchen ich 1970 bei einer Kleintierausstellung kennen lernte und sogleich von seiner Persönlichkeit und seinem umfassenden Wissen begeistert war.