Heinz Floer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit „Das Blaue Jahrbuch“ 2007
Die Farbenschläge der „Deutschen Riesen“: Vorherrschend ist die graue Farbe. Doch überraschend häufig werden auch die weißen Deutschen Riesen gezüchtet; Weiß ist ja im Grunde nur ein Farbenschlag von Grau.
Nur mit Rücksicht auf die Schwierigkeit der Erzüchtung eines entsprechenden Gewichtes hat man die Deutschen Riesen, weiß, noch in die neuesten Bewertungsbestimmungen als selbstständige Rasse eingereiht; doch ist der Wortlaut der Rassekennzeichen von Grau und Weiß nahezu identisch.
Die Züchter der weißen Deutschen Riesen arbeiten zielbewusst auf das Gewicht der grauen hin; teilweise haben sie es bereits erreicht.

Deutscher Riese, eisengrau Foto: Floer
Neben Grau und Weiß sind außerdem noch zugelassen: Schwarz, Blaugrau, Blau, Chinchilla und Gelb.
Die Verbreitung dieser Farbenschläge ist gering, wenn auch Blau und Gelb seit Beginn der Riesenzucht bekannt sind und namentlich in Holland stark gefördert werden.
Unter der Bezeichnung Grau verbergen sich verschiedene Grau-Töne: Wildgrau, Hasengrau, Dunkelgrau, Eisengrau und Hasenfarbig.
Es hat den Anschein, als seien Hasen- und Dunkelgrau Farbvariationen von Wildgrau. Dagegen ist Hasenfarbig nur wenig, Eisengrau jedoch genetisch völlig verschieden. Jahrzehntelang war die Vermischung der einzelnen Grau-Töne so allgemein, dass man anders als in Holland kaum einmal an die Reinerbigkeit der diversen grauen Farbenschläge dachte.
Was tat's, wenn die unterschiedlichen Grauvarianten bei den Nachzuchten immer wieder herausmendelten; man war ja so sehr nicht festgelegt.
Selbst die ursprüngliche Farbe des Kaninchens, die genetisch reinerbige und über alle anderen Kaninchenfarben dominierende Wildfarbe, war, anders als in der Natur, keine Selbstverständlichkeit. Sie einwandfrei zu züchten, galt als schwierig. Vorherrschen sollte ein warmes, weder zu dunkles noch zu rotes Grau.
Wesentliche Ziele der Deutschen-Riesen-Zucht sind mit der Größe, Form und Wirtschaftlichkeit mehr oder weniger erreicht; der Anspruch auf Farbenreinheit ist zu erheben.



