Von Harald Jung, Kreimbach, in „Das Blaue Jahrbuch 1994
Bei den Deilenaarkaninchen handelt es sich um eine holländische Züchtung. Als Herauszüchter gilt G. W. Ridderhof aus Deilenaar. Erstmals wurden die Tiere 1940 anerkannt und in den holländischen Standard aufgenommen. Für die Neuanerkennung einer Rasse war es eine denkbar schlechte Zeit, da auch im besetzten Holland der Krieg fast die gesamte Rassekaninchenzucht zum Erliegen gebracht hatte. Nach Deutschland kamen die ersten Deilenaar um 1970. 35 Jahre nach ihrer Anerkennung in Holland, wurden die Deilenaar 1975 auch in den deutschen Standard aufgenommen. Die ersten größeren Zuchten waren zunächst im Rheinland und in Westfalen sowie im LV Weser-Ems zu finden. Wohl blieb gerade bei den Deilenaar der große Rummel um eine Neuzüchtung aus, was sich aber bestimmt nicht negativ auf diese Rasse ausgewirkt hat.
Neben Holland ist die Bundesrepublik Deutschland das Hauptverbreitungsland der Deilenaar. In England ist diese Rasse, wie auch in der Schweiz, nicht anerkannt. In Frankreich ist eine fast gleiche Rasse unter dem Namen „Brun Marron de Lorraine“ anerkannt; eine Rasse, die sich vorwiegend im lothringischen und elsässischen Raum großer Beliebtheit erfreut. Auch in Österreich hat sich in den letzten Jahren diese Rasse einen festen Freundeskreis erobert.
Rassekennzeichen
Die Deilenaar (DL) sind als eine frohwüchsige Rasse mit guter Futterverwertung bekannt. Auch ihre Gesundheit und Vitalität muss man nach heutiger Kenntnis als sehr gut bezeichnen. Die meisten Zuchten erreichen nach ca. 5 bis 6 Monaten bereits das geforderte Idealgewicht von 2,75 bis 3,25 kg. Bei der Aufzucht ihrer Jungtiere, meist 6 bis 8 je Wurf, zeichnen sie die Deilenaarmütter durch eine gute Milchleistung aus, und es kommt nur selten zu Problemen mit der Nachzucht.
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