Lothar Thormann, Waldheim – „Das Blaue Jahrbuch“ 2011
Aktuelle Fragen und Antworten nach dem letzten und vor dem nächsten Winter Nach dem letzten langen Winter 2009/2010 gab es von Züchterfreunden vermehrt Fragen zur Vorratshaltung von Kaninchenfutter. Gründe dafür waren u.a. aufgetretene Verluste durch Frost bei Hackfrüchten in Erdmieten sowie Überbestände an Futter wegen ausgebliebener erster Würfe.
Was ist überhaupt bei der Lagerung von Heu, Stroh, Rüben, Möhren und Getreide zu beachten, damit von Herbst bis Frühjahr nur hygienisch einwandfreie, gesunde und unverdorbene Futtermittel zum Einsatz kommen? Wie müssen Lagerräume für die verschiedenen Futtermittel gestaltet sein? Sollen auch für pelletiertes Kaninchenfutter besondere Bedingungen bei der Lagerung eingehalten werden?
Müssen wir bei vielfältigen Angeboten des Futtermittelhandels überhaupt noch derartige Vorräte anlegen?
Nachfolgend sollen ein paar Hinweise und Empfehlungen dazu anregen, sich mit der alten Bauernregel „Der beste Rat ist der Futtervorrat“ bei Bedarf näher zu befassen.
Was der Gesetzgeber zur Futterlagerung sagt
Seit 1. Januar 2006 gilt die EU-Verordnung Nr. 183/2005, in denen Vorschriften für die Futtermittelhygiene geregelt sind. Diese Verordnung gilt u.a. auch für die Fütterung „von zur Lebensmittelgewinnung bestimmten Tieren“- und das betrifft dann auch die Kaninchenhaltung. Nach dem „Merkblatt zur Futtermittelhygiene-Verordnung“ des Ministeriums für Ernährung und Ländlicher Raum Baden-Württemberg versteht der Gesetzgeber unter „Futtermittelhygiene“ alle Maßnahmen und Vorkehrungen, die notwendig sind, um Gefahren zu beherrschen und zu gewährleisten, dass ein Futtermittel unter Berücksichtigung seiner Verwendung für die Verfütterung an Tiere tauglich ist. Der Schwerpunkt der Verordnung liegt danach in der Vermeidung von Kontaminationen, d. h. Verunreinigungen oder Belastungen, die für die Futtermittelsicherheit bzw. für die Lebensmittelsicherheit bedeutend sind. Der Gesetzgeber äußert sich auch speziell zur Lagerung von Futtermitteln. So wird u.a. ausgeführt, dass „Futtermittel getrennt von Chemikalien und anderen in der Tierernährung verbotenen Erzeugnissen sicher gelagert werden müssen“. Dabei ist durch eine räumliche Trennung sicherzustellen, dass eine Vermischung und Verunreinigung von Futtermitteln mit diesen Stoffen vermieden wird. Weiterhin wird mitgeteilt, dass „Lagerbereiche und Behälter sauber und trocken gehalten werden müssen und, soweit notwendig, eine angemessene Schädlingsbekämpfung durchzuführen ist“. Lagerräume für Futter müssen insbesondere frei von chemischen (z. B. Arzneimittel), physikalischen (z. B. Glasscherben) und auch mikrobiologischen Verunreinigungen (z. B. deutlicher Schimmelbefall) sein. An dieser Stelle sei auch auf die Materialien und Anstriche von Lagerbehältern und -räumen hingewiesen. So dürfen sich z. B. Lackanstriche nicht lösen und das Futter verunreinigen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Reinigung: „Lagerbereiche und Behälter müssen regelmäßig gereinigt werden.“ Dabei gibt es keine fest vorgeschriebenen Regeln für die Reinigung. Es besteht die Forderung der „Sauberkeit“, wie vorstehend näher definiert. Letztendlich wird unter dem Aspekt „Sauberkeit“ auch ausgeführt, dass gefährliche Verunreinigungen durch Tiere und Schädlinge soweit wie möglich zu verhindern sind“. Wegen der Gefahr der Krankheitsübertragung ist insbesondere die Verunreinigung mit Kot, z. B. von Mäusen, Vögeln oder Katzen sowie durch verendete Tiere (Gefahr des Botulismus) zu vermeiden. Treten Schädlinge im Futterlager auf, so sind angemessene Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen. Insgesamt sieht der Gesetzgeber also eine Anzahl wichtiger Maßnahmen vor, die es aus guten Gründen bei der Futterlagerung zu beachten gilt.
Heu und Stroh richtig werben und lagern
Die Sicherung der Qualität von Heu und Stroh beginnt bereits bei der Werbung im Sommer. Dies soll am Beispiel Heu näher erläutert werden. Das Trocknen des Mähgutes hat zum Ziel, dem Futter so schnell wie möglich so viel Feuchtigkeit zu entziehen, dass es lagerfähig wird. Dabei muss der Feuchtegehalt im gemähten Gras von ca. 85% auf deutlich unter 18% im fertigen Heu reduziert werden. Hat das Heu nach 4 bis 6 Tagen die erforderliche Trockensubstanz von mind. 82%, kann es geworben werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass so wenig wie möglich an Erde in das Gut aufgenommen wird. Denn damit können für das Kaninchen gefährliche krank machende Keime wie Clostridien, Kokzidien oder auch Colibakterien in das Futter eingetragen werden.
Das Heu wird entweder lose gewonnen und dann per Hand verdichtet eingelagert oder auf dem Feld in Ballen gepresst.
Die Lagerstätte für Heu und Stroh muss den zu Beginn erläuterten Anforderungen genügen. Dabei ist besonders zu beachten, das einzulagernde Gut vor Feuchtigkeit zu schützen und es gut zu belüften. Bei der Einlagerung von Heu oder auch Stroh ist außerdem wichtig, dass es nicht direkt auf den Boden abgelegt wird. Es empfiehlt sich, entweder eine Matte aus losem Stroh aufzubringen oder besser preisgünstige Holzpaletten als Unterlage zu verwenden. Gerade mit der zweiten Variante ist eine verbesserte Umlüftung des Heuvorrats gewährleistet. Denn mit dem Einlagern beginnt im Heustock und Heuballen ein Gärungs- oder Schwitzprozess. Dabei erwärmt sich gut getrocknetes Heu auf 35 bis 40°C. Dieser Fermentationsprozess, der auch als „Heuschwitzen“ bezeichnet wird, dauert ca. 6 bis 8 Wochen. Dabei kondensiert Wasser aus dem Zentrum des Heustapels oder Ballens in die äußeren Schichten und muss durch eine entsprechend gute Umlüftung abgeführt werden. Während der Fermentationsphase soll das Heu nicht verfüttert werden, da ein temporär erhöhter Keimgehalt die Verdauung der Tiere stark belasten könnte. Die Fermentation selbst hat für die Heuqualität wesentliche Vorteile, da die heutypischen Aromastoffe gebildet werden und die Nährstoffverdaulichkeit zunimmt. Darüber hinaus werden Gifte evtl. mitgeernteter Schadpflanzen, wie z. B. des Hahnenfußes, abgebaut.
Gefahr droht beim „Heuschwitzen“, wenn das Heu ungenügend oder ungleichmäßig getrocknet eingebracht wurde. Erfolgte vorher noch ein Pressen in Ballen, verstärkt sich die Gefahr der Selbsterhitzung. Denn dann kann sich der Heustapel bis auf 70°C und mehr erwärmen und es besteht die Gefahr der Selbstentzündung. Kontrollen der Lagerstätten sind angebracht!
Außerdem besteht sowohl bei zu feucht eingebrachtem Gut als auch bei nicht ausreichender Feuchtigkeitsabfuhr aus dem Lagerraum die Gefahr der Schimmelbildung. Bestimmte Schimmelpilze können Schadstoffe (sogenannte Mykotoxine) bilden, die die Gesundheit der Kaninchen nachhaltig schädigen können. Mykotoxine in hoher Konzentration können zur Folge haben, dass Häsinnen ihre Feten vorzeitig abstoßen.
Der Züchter hat ein recht einfaches Kriterium zur Beurteilung der Qualität: Riecht das Heu oder Stroh muffig oder stellt man gräuliche bis schwärzliche Farbveränderungen fest, hat dieses Grobfutter nichts im Stall zu suchen. Das gilt natürlich auch für das zur Einstreu verwendete Stroh. Außerdem ist auf Milbenbefall zu achten. Milben erhöhen durch ihre Fress- und Stoffwechseltätigkeit die Stocktemperatur und den Feuchtegehalt im Heustock, wodurch wiederum Schimmelnester entstehen können. Die Milben selbst können beim Kaninchen Verdauungsstörungen und Beeinträchtigungen des Immunsystems hervorrufen. Außerdem leiden die Kaninchen unter einem vermehrten Juckreiz, der Grund für eine zunehmende Unruhe im Zuchtbestand sein kann. Milbenbefall kann man an feinen Gespinsten im Heu oder durch Nachweis der Milben selbst erkennen. Wenn man Heu auf einem Blatt Papier „ausklopft“, kann man Milben mit einer üblichen Lupe bei Befall gut erkennen. Ein wichtiger Faktor zur Vorbeugung ist die äußerst gründliche Reinigung der Lagerräume vor Neueinlagerung im Sommer oder Herbst. Hier ist neben der gründlichen Trockenreinigung auch eine Desinfektion mit im Fachhandel erhältlichen Desinfektionsmitteln empfehlenswert, die speziell für die Anwendung im Bereich der Futterlagerung geprüft und zugelassen sind.
Züchter fragen immer wieder, ob Heu eine so „lebenswichtige“ Futterkomponente ist, ob man bei Fütterung von pelletiertem Kaninchenfutter auf Heu verzichten kann, wie viel Heu man je Kaninchen und Jahr etwa kalkulieren muss und ob auch Stroh einen „Nährwert“ hat.
Der Nährwert des Heues ist abhängig vom Erntezeitpunkt, von der Wertigkeit des Standortes und von der Gräser- und Kräuterzusammensetzung. So hat Heu des ersten Schnittes einen niedrigeren Rohfasergehalt, höheren Rohproteingehalt und höhere Verdaulichkeit. Mit diesem Heu sollte man aber bei Absetzern vorsichtig sein, denn zu viel Grummetheu kann Durchfallerscheinungen provozieren. Wird später geschnitten und ist vermehrt überständiges Gras enthalten, so ist der Rohfasergehalt erhöht und die Verdaulichkeit niedriger. Enthält das Heu mehr Klee oder auch Luzerne, ist der Eiweißgehalt höher als im reinen Gräserheu.
Die größte Bedeutung hat das Heu für das Kaninchen aber aufgrund seiner Strukturwirkung. Durch die Heuaufnahme wird das spezifische Verdauungssystem der Kaninchen, insbesondere die Blinddarmverdauung, positiv unterstützt. Natürlich können Kaninchen auch allein mit einem entsprechend ausgewogenen pelletierten Alleinfutter ernährt werden. Aber das Angebot von Heu kommt dem natürlichen Futteraufnahmeverhalten der Kaninchen entgegen, sichert den Bedarf an dringend benötigter Rohfaser und ist ein wichtiger Beschäftigungsfaktor für unsere Zuchttiere. Dies alles kann auch durch gutes Futterstroh ergänzt und z. T. ersetzt werden. Allerdings ist der Nährwert des Strohs aufgrund des sehr hohen Rohfasergehaltes und der niedrigen Verdaulichkeit im Vergleich zu Heu äußerst gering.
Und wie viel Heu ist etwa je Kaninchen und Jahr einzulagern? Hier können Zahlen nur Anhaltswerte sein. Für die Kaninchenzucht kann man bei mittelschweren Rassen von etwa 10 bis 15 kg Heu je Zuchtkaninchen und Jahr ausgehen. Bei einem Ertrag von ca. 0,5 bis 0,8 kg je m² Wiese bei zweimaligem Schnitt benötigt man also je Kaninchen eine Wiesenfläche von ca. 20 bis 30 m².
Futterrüben, Möhren und andere Saftfutter frisch halten
Das sogenannte „Saftfutter“ unterscheidet sich deutlich von den „Grobfuttermitteln“. Es hat einen hohen bis mittleren Wasseranteil (70 bis 90 %), ist häufig eiweißärmer als Grünfutter und hochverdaulich. Vielfach haben diese Futterarten einen hohen Anteil an hochverdaulichen Kohlenhydraten (Stärke und Zucker) sowie einen niedrigen Rohfasergehalt und sind arm an den wichtigen Mineralstoffen Kalzium und Phosphor.
Die Lagerung von Hackfrüchten unterscheidet sich wesentlich von der Heulagerung. So können z. B. Futterrüben, Futtermöhren, Futterkartoffeln oder auch Kohlrabi in Kellern, Scheunenlagern und Mieten gelagert werden. Wichtig ist dabei, die Rüben vor Frost und Schadnagern zu schützen. In Mieten kann dies durch eine Strohabdeckung und je nach zu erwartendem Frost mit einer 30 bis zu 50 cm starken Erdschicht erreicht werden. Die Besonderheiten jeder Lagerfrucht sind zu beachten. Alle Hackfrüchte sind frei von Beschädigung vom Feld zu sammeln und einzulagern. Angeschlagene Rüben, Möhren oder Kartoffeln faulen sehr schnell. Für die Futterqualität ist auch wichtig, möglichst wenig anhaftende Erde mit in das Lager zu bringen.
Gefahren, die den Kaninchen durch Clostridien oder Kokzidien drohen können, sind ja bereits genannt worden. Hier ist eine „sanfte“ mechanische Reinigung der Hackfrüchte nach erstem Abtrocknen anheftender Erde absolut ausreichend. Ein Waschen der Früchte kann sogar schädlich sein, da dadurch natürlich auch Schutzschichten von den Früchten entfernt werden können und deren Lagerfähigkeit sinkt.
Kellerräume sollten keinesfalls warm und trocken sein, damit Nährstoffverluste möglichst gering gehalten werden. Bei Temperaturen über 10 °C findet in den Hackfrüchten eine verstärkte zelluläre Atmung mit entsprechendem Abbau der Kohlenhydrate statt. Außerdem darf die Luft in den Lagerräumen nicht zu trocken sein. Bei der Lagerung von Speise- und auch Futterkartoffeln wird z. B. eine Luftfeuchtigkeit von über 90 % bei gleichzeitig guter Belüftung des Lagerraumes empfohlen. Auch für alle anderen Hackfrüchte ist eine gute Belüftung des Lagers wichtig. Ist es im Lagerraum zu trocken, kommt es zu einem stetig zunehmenden Austrocknen der eingelagerten Hackfrüchte. Dies läuft unter Beteiligung der zellulären Atmung umso schneller ab, je höher die Temperatur im Lagerraum über dem kritischen Bereich von 10 °C liegt. Außerdem sollten insbesondere Kartoffeln möglichst dunkel gelagert werden, um eine Keimung möglichst lange zu verhindern. Das ist gerade im Frühjahr mit zunehmender Tageslichtlänge und dessen Intensität sowie ansteigenden Außentemperaturen wichtig.

Riesenkohlrabi und Möhren aus dem Futtermittelhandel lassen sich in Erdmieten lose lange frisch halten.
Die verschiedenen Hackfrüchte können ohne Probleme nebeneinander z. B. im Keller gelagert werden. Für die Kaninchen sind besonders Futterrüben und Möhren zu bevorzugen. Kartoffeln können begrenzt verabreicht werden, da die rohe Kartoffelstärke recht schwer verdaulich ist. Ein Dämpfen der Kartoffeln schließt die Stärke auf und erhöht deren Verdaulichkeit. Auskeimende Kartoffeln sollten nur nach vorheriger Entfernung der Keime verfüttert werden. Die Keime enthalten „Solanin“, einen Giftstoff, der bei den Kaninchen bei verstärkter Aufnahme organische Schäden in Gehirn, Rückenmark und Herz verursachen kann.
Silage als Futtervorrat
Manche Züchter suchen immer wieder nach Alternativen zu den herkömmlichen Saftfuttermitteln und es stellt sich die Frage, in- wieweit auch Silagen (z. B. Maissilage, Grassilage) verwendet werden können. Die „Silierung“ ist ein gutes und bewährtes Konservierungsverfahren. Das Bereiten von „Sauerkraut“ aus Weißkohl ist z. B. nichts anderes als eine für den Menschen als Nahrungsmittel geeignete „Silierung“.

Mit Silage – hier beim Anrichten mit Schrot und Mineralstoffgemisch – kann man die Futtervorräte nährstoffreich und preiswert ergänzen.
Möchte man das reichlich vorhandene Gras selbst häckseln und auf diese Art haltbar machen, muss man vorher unbedingt die erforderlichen Kenntnisse erwerben und die Abläufe genau einhalten. Allerdings macht es in der Regel den Züchtern zu viel Arbeit, Silage herzustellen. Die Sache ist zudem mit etwas Geruchsbildung verbunden.
Natürlich kann man Silage evtl. von landwirtschaftlichen Betrieben erwerben und füttern. Aber nur Silagen bester Qualität mit Kenntnis von deren Zusammensetzung sind den Tieren anzubieten. Was für Rinder und andere Wiederkäuer geeignet ist, muss nicht auch den Kaninchen bekommen!
Silage ist dem Futterstock täglich zu entnehmen zur sofortigen Fütterung ohne jegliche Zwischenlagerung, insbesondere bei milder Witterung. Bei der hochverdaulichen Maissilage muss besonders Heu und/oder gutes Futterstroh mit angeboten werden, damit die Kaninchen ihren Strukturfutter- und Rohfaserbedarf decken können. Jungtiere nach dem Absetzen sind behutsam und nur allmählich an die nährstoffreiche Silage zu gewöhnen. Trotz ihrer inhaltlichen Vorzüge ist die Silagefütterung mit so viel Aufwand verbunden, dass sie leider nur in wenigen Fällen als vollwertiger Ersatz für die bekannten Hackfrüchte verwendet wird.
Konzentratfutter richtig bevorraten
Viele Züchter lagern über die Herbst- und Wintermonate auch Konzentratfuttermittel wie Getreide oder Sonnenblumenkerne ein. Bei den Getreidearten ist Gerste in der Kaninchenfütterung Weizen und Mais vorzuziehen. Weizen kann durch den Klebereiweißanteil und Mais durch die schwer verdauliche Stärke Verdauungsstörungen provozieren. Hafer sollte dagegen wegen seines Rohfaseranteils in Körnerform oder gequetscht gefüttert werden.
Auch bei der Getreidelagerung sind die Grundsätze „Sauberkeit“ und „Trockenheit“ herauszustellen. Eine richtige Getreidelagerung ist gegeben, wenn folgende Qualitätsparameter beim einzulagernden Getreide eingehalten werden:
Feuchtigkeitsgehalt der Körner <14 % [= weniger als 14 %]
Schwarzbesatz <1%
Kein Schädlingsbesatz wie Schimmelpilze oder Käfer Kornbeschädigungen < 4 % des Bestandes

Futterhafer gehört wie Gerste zu den bewährten Vorräten an Kraftfutter
Bei der Lagerung von Körnerfrüchten wie auch pelletiertem Kaninchenfutter kann eine Qualitätsminderung bis hin zum vollständigen Verderb durch Schadinsekten wie Kornkäfer und Milben, Mikroorganismen (Lagerpilze, Hefen, Bakterien) und Schadnager (Mäuse, Ratten) erfolgen. Daher sind Körnerfrüchte und pelletiertes Kaninchenfutter in sauberen, schadnagerdichten Räumen außerhalb des Tierbereiches zu lagern. Trockene, kühle Umluft und geringe Temperaturschwankungen im gut belüfteten Lagerraum sollten gewährleistet sein. Der Stall selbst ist kein Futterlager für offen gelagerte Futtermittel! Vorteilhaft sind hierfür Futterkisten.
Säcke dürfen in Bergeräumen auf keinen Fall direkt auf dem kalten Betonboden oder das Steinpflaster gestellt werden. Am besten wird eine Holzpalette untergelegt. Eine langfristige Lagerung in dichten Plastiksäcken oder Plastiktonnen, die keinen Luftaustausch zulassen, gefährdet ebenfalls das Lagergut. Denn durch natürliche Temperaturschwankungen Tag/Nacht, die gerade im Herbst und Frühjahr erheblich sein können, bzw. durch die Kältebrücken Futtersäcke – kalter Fußboden kann es zu Kondens- oder Schwitzwasserbildung kommen, wenn der Luftaustausch nicht gewährleistet ist. Und die Folge ist dann in den Phasen höherer Temperaturen im Lagergut eine Vermehrung von Verderb bergenden Lagerpilzen und Mikroorganismen. Bei den Futtermitteln ist das durch Geruchsveränderungen (stumpf, muffig) bis hin zu Verklumpungen und Brückenbildung festzustellen. Diese Futtermittel stellen dann bei Verfütterung für die Tiere eine gesundheitliche Gefahr dar. Besondere Sorgfalt ist gerade bei den sehr fettreichen Sonnenblumenkernen notwendig. Denn bei ungünstigen Lagerungsbedingungen kann es hier zu einem Fettverderb (Fettoxidation) kommen, den man an einem leicht ranzigen Geruch wahrnehmen kann. Eine solche Ware ist für eine Verfütterung nicht mehr geeignet und muss entsorgt werden. Daher sollten solche empfindlichen Futtermittel auch nicht über viele Monate gelagert werden. Es ist empfehlenswert, regelmäßig zuzukaufen und damit die Gewähr zu haben, dass einwandfreie Ware zum Einsatz kommt.

Pellets werden ebenso wie z. B. Getreideschrot vorteilhaft in trockenen und mäuse- sicheren Holzkisten gelagert. Alle Fotos: L. Thormann
Beim pelletierten Kaninchenfutter ist auf den Säcken ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben, das bei vorstehend beschriebener hygienisch einwandfreier Lagerung gilt. Dennoch ist es fütterungsseitig sinnvoll, diesen Zeitraum nicht maximal auszunutzen. Denn durch die Alterung verliert ein Futter mit der Zeit natürlicherweise mehr und mehr seinen frischen, arteigenen Geruch und kann dann für die Tiere weniger attraktiv sein. Daher sollte pelletiertes Mischfutter nicht viel länger als zwei Monate auf Vorrat eingekauft werden. Geöffnete Futtersäcke werden nach Futterentnahme wieder verschlossen, sodass von außen durch Öffnungen keine Kontamination des Futters erfolgen kann.
An dieser Stelle abschließend noch ein Hinweis zum Problem „Milbenbefall“. Ihr Vorkommen ist speziell in den Frühjahrsmonaten bei ansteigenden Temperaturen dort häufig, wo Lagerräume nicht regelmäßig gereinigt werden und die Milben Staubschichten oder Futterreste vorfinden, in denen sie ihre Eier ablegen können. Ein Milbenproblem kann sich an warmen Frühjahrstagen (oder in beheizten Lagerräumen auch über das ganze Jahr) innerhalb weniger Tage aufbauen. Die Optimaltemperatur für deren Vermehrung liegt bei 23 °C. Ein Milbenpaar kann bei einem Generationsintervall zwischen 17 und 30 Tagen und optimalen Entwicklungsbedingungen in einem halben Jahr 109 (also 1 Milliarde) Nachkommen haben! Die Milben können durch ihre Fresstätigkeit u. a. auch für einen erhöhten „Abrieb“ – also dem sogenannten Mehlanteil im pelletierten Futter – verantwortlich sein. Wie eingangs bereits beim Heu beschrieben, ist ein Milbenbefall vom Züchter selbst mittels Lupe sehr einfach und schnell festzustellen. Und wird ein Befall diagnostiziert, dann hilft nur eines: reinigen und mit zugelassenen Mitteln, die im Fachhandel erhältlich sind, desinfizieren.
Das Schlusswort zum Futterkauf
Vom regelmäßigen Ankauf der oben erwähnten Futtermittel machen insbesondere in städtischen Gebieten oder aus persönlichen Gründen zunehmend jüngere Züchterfreunde und solche in einem Arbeitsverhältnis Gebrauch.
Einesteils fehlen in modernen Wohngrundstücken heutzutage zumeist jegliche Kellerräume und andere Bergeräume. Andererseits schränkt das Berufsleben mit weiten Anfahrtszeiten weitgehend die Freizeit für das Hobby ein.
Günstige Einkaufspreise zu Erntezeiten bei Direktbezug vom Erzeuger kommen beim durchgehenden Futterkauf wegen der Zwischenhandelsspannen oder aufgrund von Lagerkosten der Händler mit fortschreitendem Jahr in Wegfall.
Die Vor- und Nachteile des regelmäßigen Futterkaufs ohne nennenswerte Bevorratung müssen deshalb vom Züchter selbst ermittelt und getragen werden.
Es gibt Vereine, die Sammelkäufe organisieren und dabei zugunsten der Mitglieder günstige Rabatte erhalten.
Somit sei zum Schluss festgestellt, dass die eigene Vorratshaltung von Kaninchenfutter aller Art ebenso wie die günstige laufende Beschaffung sowohl ihre Vor- als auch Nachteile haben.
Wichtig ist und bleibt, dabei unseren Tieren allen Alters stets ein bekömmliches, altersgerechtes und möglichst kostengünstiges Futter zu gewährleisten.
Literaturquellen
Kamphues, J., et al. (1999): Supplemente zu Vorlesungen und Übungen in der Tierernährung. Verlag M. & H. Schaper, 9., über- arbeitete Auflage; ISBN
Merkblatt zur Futtermittelhygiene-Verordnung: Ministerium für Ernährung und Ländlicher Raum Baden-Württemberg. Mai 2006
Skriegan, E., und Oster, A. (1998): Betrachtung der Problematik von mikrobiellen Kontaminationen bei offen und geschlossen gelagertem pelletiertem Mischfutter. Die Mühle + Mischfuttertechnik, Heft 26, S.
Wenzel, U. (1989): Kaninchen. VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin; ISBN







